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Full text of "Flora oder Botanische Zeitung ?welche Recensionen, Abhandlungen, Aufsa?tze, Neuigkeiten und Nachrichten, die Botanik betreffend, entha?lt /herausgegeben von der Ko?nigl. Botanischen Gesellschaft in Regensburg."

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‚Unter 
“ besonderer Mitwirkung 


5 


der , 
Herren Herren 


Beilschmied, Bernhardi, Breutel, Buck, Fre: 


senius, Freyer, Fuuck,. Hinterhnber, Horn- 
schuch, Koch, Lägger, Löhr, Maly, v. Martius, 
. Miquel,. ‚Neumann, Petter, Pfeiffer, Raben- 


horst,' Sauter, C. H, Schultz, FW. Schultz, 


Tausch, Tommasini, Voigt und v. Voith’ . 
und im Anftrage 


der ler Königl bayer. botanischen, ‚Gesellschaft 
s OO ZUL ‚Regensburg u : 


5 herausgegeben 
von 


Dr. D David Heintich Hoppe, 


Direetor der Köni 1. botan. Gesellschaft, mehrerer Aka- 
demieen- und ger rten Gesellschaften Mitgliede etc. etc. 


S 


und: 


+ Dr. Anguft Emanuel: Fürnrohr,. 


, Docenten am Kön: Lyceum und an der Kreis-Landwirthschafte- 


= 


le 


PR 


und .Gewerbsschule zu Regensburg, der Königl.. .botan. und . 
esellscha 


ften Mitg jede, 


XXL Jahrgang. II. Band. 
‚Nr. 25—48. Beiblatt 1-6.  Tnsligpneha 2: 


"m. a. gelehrten 





Regensb ung 1838. 


en Ha. Bot. Garden. 


BER. “ 


Ih v em 
würdigen und hochverehrten = 


Mitgliede, 


j 5 . Horen oo 

"Dr. F G Voi st, 
'. Grössherzogl. Sachs. Weimarischem Hofratte, 4 

“ ..  ordentlichem Professor der Mediein und Botanik i 
‘an der Universität und Director ‘des botanischen 


‚Gartens zu Jena, mehrerer Akademieen und 
j ‚gelehrion Beschschaftnn, Higliede, 


. widme t . 
gegenwärtigen. Band der F lora 


. ala a 


‚ein Zeichen ihrer wahren Hochachtung 
und aufrichtigen Dankbarkeit 


“or 


die . 
Königl bayerische botanische Gesellschaft 
“zu Regenshurg.. 


x 


u Allgemei ne 
‚botanische Zeitung. 








No: Es Ted ‚am 7. Juli 1838. 








L Original - - Abhandlungen. 


Protokolle der botanischen Section bei der Versamm- 
" Tung deutscher Naturforscher’ und ‚Aerzte zu 
“Prag, im Herbste 1837. . _ j 

1. "Präsident: "Prof. Nees von Üsenbeck; 2. Präst 

"dent: Prof, Schwägri chen; .-3. Präsident : “Prof. 


‚Rei chenb ach. Sekretäre: "Forsteoneip, Or itz und 
una De Welwitsch. :' . 


Erste Sitzung am 19. Septemler. | : 


1. Prof. Unger hielt folgende Vortrag über 
dis Samenthiere der Pflanzen: . . 

© Die, Lehre von. der Befruchtung der Pflanzen, 
sowie von. der ‚Entwicklung, des Pflauzeneies als- 
"Folge jenes "Vorganges hat in neuester Zeit vor vie- 
len andern schwierigen Gegenständen ‚der Pflanzen- 
pbysiologie eine glückliche Erweiterung gefunden. 
In. diese so geheimnissvolle Wirksamkeit der Natur, 
ist durch mehnseitige Bemühungen ausgezeichneter 
‚Naturforscher so viel Licht gekommen, dass man 
schon jetzt mehrere bisher ganz unverstandene Er- 
scheinungen, welche mit dem. Befruchtungsakte in 
nathwendiger Verbindüng stehen, mehr oder weni- 
ger umständlich zu erklären im Stande ist. _Un- 

Flora 138. u i : Bh " 


% 


” 


Bere 


streitig spielt bei diesem Vorgange, des reprodneti. 
“ven Lebens der befruchtende Stoff eine der wich- 


tigsten Rollen. Ihm habe ich durch längere Zeit 


meine. Aufmerksamkeit „geschenkt, ihm. wünschte _ 


ich auch bei dieser Gelegenheit, wo so viele scharf 


"prüfende. Kenner versammelt. sind, das Wort zu 


sprechen, Ich brauche nicht in :das- Gedächtniss 


rufen zu müssen., welche widerstreitenden. Ansich- . 


ten man, noch bis. auf den. heutigen Tag. über die 


. Natur jenes Stoffes’ ausgesprochen - hat,. "und viel- 


. leicht noch gegenwärtig hegt; war man auch über 
seine physikalischen und’ chemischen ‚Eigenschaften 
zum Theil. im Einklange,, so offenbarte ‚sich doch 


in Bezug, auf seine vitalen Eigenschaften eine desto 
. grössere. Meinungsverschiedenheit,;; die man sogar 
‘ bis auf die Geschlechtigkeit, < der Pflanzen ausdehnte,. 


und’ diese‘ ‘einerseits. ebenso zu. Vertheidigen, als sie 


anderseits abzustreiten suchte. "Als ich vor mehre- 
‚ren Jahren in‘ der Befruchtungs! Feuchtigkeit des 
Torfmooses mit Hülfe sehr ‚starker Vergrösserungen E 


Wesen erkannte; ‚welche mit: ‚einem Leibe 'und’einem 


spiralig ‚gedrehten Schwanze' oder’ Rüssel versehen. 
‚ sind, deren Bewegungen selbstständig‘. erschienen, 


und. die nach 'allen: Eigenschaften eine nicht zu-ver- 


> kennende Analogie'mit dew Samenthieren ider’Thiere’ 
 . and des Menschen zeigten: so glaubte‘ ich zudem - 
Schlusse berechtigt, ‘die Feuchtigkeit, welche diese : 


"offenbar thierischen- Wesen "enthielt, und die in 


den sogenannten- Befruchtungsschläuchen enthalten . 
war, in nächste Beziehung mit der 'Samenfeuchiig- . 


S 








"keit der "Thiere zu stellen, und sö der wahren Be-’ 
deutung dieses ‚Stoffes ‚am: nächsten auf: die Risw« 


gekommen za. seyn.‘ Die Analogie liess- -keihene 





Zweifel Raum,:auch “in’der"fovilia des-Pollens der. 
vollkomineneren:' Pflanzen "dieselbe "Natur: des_ be- 


 fruchtenden. Stoffes anzuerkeinen.:: ‚Fortgeketäte: Ber 
 obachtungen haben die ersten‘ "Angaben nicht nur 
„bestätigt, söndern :nöch::Manchesüber 'die anato- 


“ mische’Struetur”: ‚der Möosantheridien "und. die Be: 


schaffenkeit’ und Lebeiishedinguhgen ‚ihrer Samens 


thiere - hinzugefügt: -In’diesen- Beobachtungen; viel: 
ehe "ich vor ‚nieht lanper: Zst "der Akademie:der 
‚Natürforsch& intizıitheiler die. Hhre hätles* ‚sprach 





ich mit: Zuversicht: die Höffnung aus, die, Seiiarinten 
. . Sämenthiere;."die”ichbisher iur-in. der Gattung . 
Sphagnim mit" Sicherheit‘ zu erkennen im Stande 


war, ohne‘ Zwäifel uch noch’ in“ Adern Gatiitigen 


. der’ Moose, und selbst ‚dei ‘Eöbernidöge aufzufinden. 


Mit Bogkın, des’ ‚letzten. n: Beühlings, ale‘ de ‚Blöcken: 





= diesen! Gegeiständ. weiter zu. Vertolgehi" "Wirklich 
habe: ich'imiech in ° ‚meiner Erwärtungeh- nicht: ge- 


. täuscht, ‚denn nicht nur in dei 'nite Blühend‘ vörgekom- 
een 


- ienen-Moosen öndern äüch in dei. Veberrioosen 





würde die Existenz 'der Saihenthiere indem zii, 


Höhen: Betruchtängsorgane‘ aussen ‘Zwlep Beseizt; 


Ich habe -die’Ehre; Ihnen Tier‘ die Resukäte Üeser 


letzteren Untersuchung in: ;niöglicher Kürze vorzi- 

legen; Für: Polytrichum. eömmane, eine“ ' der: ge- 

meihsten &elinischen "Moosarteni;. schien’ nie die 
.Bb2 


a 





396: 


B 
E2 


letztere Hälfte des Monats Mai der geeignetste Zeit-  . 


punkt zu seyn, um in Bezug auf-okige Gegenstände 


erfolgreiche Untersuchungen anzustellen: Die läng- j 
lichen ‘gelben Pollinarien. dieses‘ Mooses. hatien bei 


dei meisten Blüthen . sich. ‚ihres -Tnhaltes ‚wirklich 
noch nieht entledigt,.‚waren: nicht ‚eingefallen : son- 
deru geschlossen. und: strotzend. :Vom Blütbenboden 
gelöst, ‚und ‚unter das Wasser gebracht, bersteten. 


sie’ander Spitze, wahrscheinlich nach der grössern: : 


‚oder.geringern Reife, sogleich. oder weniger schnell, 


‚und, liessen. einen: ‚teüiben. ‚grumosen] Inhalt stoasweiss 


: herausfliessen: „Dieser, bestand bei ‚genanerer Be- 


traghtung keineswegs "Aus. einer ‚diekflüssigen . Sub- . 
‚.stanz, wie man glauben könnte, sondern aus sehr 
"kleinen anschliessend ‚hexasdrischen, Zellen ;mit ab- 
gerundeten Kanten, .die. "durch | eine: homogene 
Schleimmasse mehr oder ‚weniger intig mit einander 


verbunden: waren; ‚welche: letztere besonders’ dort 


deutlich wahrzunehmen war,-.wo die. ‚abgerundeten, ’ 
‚meist ‚auch ‚etwas verschobenen Kanten der Zellen 


zusammentrafen. “In jeder einzelnen. dieser hexa&- 


“ drischen. ‚Zellen, ‚von.-sehr- zarter Membran‘ “gebaut, 


befand sich ausser ‚einem: kleinen ° flüssigen Inhalte 


. noch ein Körper, an dem ein 'verdicktes.Einde mit 


einem; dünnen spiralförmig ‚gewundenen » Fortsatze 
deutlich unterschieden, werden. konnte,’ ‚Meistentheilk . 


erschienen diese Körperchen, wovon;in: jeder. Zelle 


"immer nnr ein einziges. vorhanden war, unbeweg- 
lich „.. ‚indess andere ‚eine, zitternde Bewegung. mit 
: dem vorderen ‚Ende. des. ‚dünnen Eorisatzes. ‚heryor-, 


£ 


E* 


brachten, andere endlich ' absatzweise "sich, sogar 
" um ihre Achse zu. drehen anfıngen. Mit den Samen- 


thierehen. der ‚Pollensäcke des‘ -Torfmooses hatten 


diese 'Thierchen die. grösste Achnlichkeit, . Der - 


Körper war, wie bei diesen, etwas in’s Grünliche 
spielend, nur..war die Form mehr oval. Die Win- 
dungen des 'rüsselförmigen Fortsatzes mochten 1}- 


bis %mal. in einander greifen. Bei Rubeiiden konnte 


ich den Durchmesser der Spirale messen, er betrug 


" 0,004“. Nur 'wenige'sah ich frei von ihrer Hülle, 
‚die beim. Ausstossen. zerrissen. wurde; "aber sie 


‚bewegten. sich nicht: üdrehend; söndern ‚man konnte 


nur eine zitteirnde oseillirende' Bewegung. des Rüs- _ 
. ‚ sels wahrnehmen, ‚Dass hier; ‘wie bei andern Pol- 


linarien der Moose, eine besondere homogene Mem- 
bran als Epidermis. die Zellenschichte überzieht, 
wrelche die Höhlung derselben enthält, lässt sich 
beim Bersten deutlich erkennen, indem. sich hier. 


‚mehrere ‚Chlorophylibläschen. ‚enthaltende Zellen tren- 


nen, und in der. Fovilla. einzeln. "fortgestossen. wer- 


‘den, während ‚die durehsichtige Epidermis rings 
‚um die Oefinung i im Zrsammenhange mit den übri- 
gen Zellen bleibt. wen 
2 Ganz dieselbe Beschaffenbeit" des. Pollinariums 
‚und der Samenthiere: ‘fand ich auch: im Polytrichum 
Juniperinum,,. urnigerum und alpesire, die ich zu 
verschiedenen "Zeiten . ‚untersuchte ; ebenso konnte 
» ich auch in Fumaria. hiygromeirica, Bryum cuspide- 
tum und punctatwi durchaus nichts entdecken, was 


auf eine Verschiedenheit in der Form. oder $n den 











% 


398 


Lebensäusserungen dieser tbierischen Wesen hin- 
deutet. Mit Ungeduld erwartete ich die ersten rei- 
fen Antheridien der gemeinen Marchentia poly- 
morpha, Auch hier fand ich das, was ich erwar- 
tete, die in denselben eingeschlossenen Pollenslicke 
verhielten sich ganz so wie die von Polylrichum 
und der übrigen Moose; die forili« bestand auch 
hier aus einer zelligen Masse, wie sie schen Mir- 
- bei in seiner trefflicken Abhandlung über die Mar- 
. chantia polymorphe zichtig darstellte; Joch enthiel- 
ten -die einzelnen enbischen Zellen nieht ein oder 
‚mehrere unregelmässiga Körner, wie er in der oben 
genannten Abhandlung: Fig: 55., 56., 57, angibt, 
sondern ganz solche thierische Wesen, wie in den 
Moosen. Bei vollkommener Reife der Pollinarien 
scheinen diese. Zellen. oder auch: Eihäute : ebenso 
-absorbirt zu werden, wie die Membran der Mut- 
 terzellen, wrelöhe die: ‚Pollenkörner höherer, Gewächse 
einschliesst;'- wehigstens findet .man in dem milchi- 
gen Safte, der sich durch! Zusammendrücken. der 
‚Antheridien an den in’ denselben ‚eingesenkten Pol- 
linarien ergiesst,. keine Spur sölcher Zeliresiduen. 
Besonders gut gelang es mir bei Marchantia, die 
Forın der Thiere, welche sie beim Schwimmen im 
Wasser annehmen, zu beobachten; auch konnte 
‘ich wahrnehmen, dass dabei der Rüssel, welcher 
nun eine schwache Spirallage annimmt, und also 
mehr als der ührige‘Theil des Körpers ausgestreckt 
- ist, in: einer Ausserst schnellen Bewegung begriffen 
ist. -Ruhend und in sich gewunden, mass der Durch- 


309 


2 Le 

messer dev Spirale hier 0,003 Auf Glas ein- 
getwocknet nabmen sie eine besondere Form an, 
woraus hervorzugehen scheint, dass der hintere 
Theil der Spivale, welcher den Körper und einen 
Theil des Fortsatzes enthält, stärker und steiter 
seyn muss, als, der vordere vriüsselförmige Theil, 
Einmal eingetroeknet, kommen sie durch Befeuch- 
tung nicht mehr zum Leben, Ausser der Harchan- 
tia polymorpha sah ich gleiche Samenthiere noch 


in Grimaldie hemispherica, dech hat es mir hei . ' 


den Jungermannien noch nicht glücken wollen, sie 
zu finden; die Aehnlichkeit indessen der Pollinarien® 
dieser Pflanzen mit jenen der Moose und vorzüg- 
lich der Sphagnaceen, ihre Grösse, Strueinr und 
der Inhalt, so lange sie ihre vollkommene Reife 
- noch nicht erlangten, lässt keinem ZweifelRaum, dass 
sie auch in diesen noch werden aufgefunden werden. 
Cnst, Corda äusserte hierauf seine Zwei- 
fel an der thierischen Natur dieser Körper; indem 
bekanntlich jeder fein. vertheilte Körper in eine 
mehr oder minder regelmässige Bewegung versetzt 
werden könne, der jedech das charakteristische 
Merkmal der thierischen Bewregang, die Willkühr- 
lichkeit, fehlt, Zugleich machte er aufmerksam auf 
die Unterschiede animaler und molekularer Bewe- " 
gung. Derselbe zeigte endlich dureh Kreidenzeich- 
nung die hexatdrische Zelle, so wie die Bildung 
der Spiralfasern, und verglich sie mit gleichen 
Spiralfaserzellen in den fruchtbildenden Organen 
anderer Krypiogamen. Nees von Esenhbeck 


Pr 


400 


glanbte, dass der Organismus. des 'Thieres nach 
mehr, als die willensfähige Bewegung, für das Da- 
seyn der Thierheit spreche, Hofr, Reichenbach 
bemerkte hierbei, dass auch für das systematisch- 

genetische ein Urpunkt angenommen werden müsse. 
Die Beantwortung der Frage: wo die Grenze zwi- 

sehen 'Thier und Pflanze anzunehmen sey, erscheins 
so schwierig, dass zu vermuthen stehe, die Grenze 
werde nie gefanden werden. 

Sitzung um 20. September. 
Präsident: Prof. Schwägrichen wnd: Hefe. Reichen- 
bach; Sekreräre wie früher. 
1. Prof. Schwägrichen eröffnete die Ver- 
sammlung mit einigen Dankworten wegen seiner 
- Erwählung, und deuteie zugleich auf die Wichtig- 
keit der gegenwärtigen Versammlung in Prag, 
2. Hierauf sprach Bentham über seine bereits 

im Drucke befindliche Schrift über die Familie der 
Leguminesen. Da DeCandolle seit 12 Jahren- 
den zweiten Theil seines Prodromus vollendet habe, 
'. sey eine Menge, hauptsächlich tropischer und an- 
. tarktischer Leguminosen zur Anzahl der bekannten 
hinzugefügt worden, duss die Summe der 'schon 
bekannten @&attungen verdoppelt worden ist, und da 
überdiess die reichen Sammlungen unbestimmter 
* brasilianischer, australischer und ostindischer Arten 
hinzukommen, welehe in den Herbarien aufbewahrt 
werden: so fand derselbe eine neue Bearbeitung 
zur Aufhellung des Zweifelhaften nothwendig. Un- 
ter den vorzüglichsien Werken üher diese grosse 


401 


Pflanzenfamilie, welche seit Delandolles er. 
wähnten Werke erschienen, wurde besonders der 
„Prodremus florae Indiae orientalis von Wight 


und W, Arnott”, die „Enumerotie planterum 


Africae austrelis von Eceklon und Zeyher” und 
die „Commentationes de plantis Africae australis 
von Ernst Meyer", nebst den in verschiedenen 
Werken zerstreuten Beschreibungen neuer Arten 
ımd Gattungen von Guillemin, Desvaux, Hoo- 
ker, Wallich, Lindley u. a, erwähnt. — Was 
Dr. Eisengrein’s Werk über Schmetterlings- 
blüthen beirift, so scheine ihm dieses Werk zu 
viel aus blos philosophischen, nicht immer fest be- 
gründeten Beobachtungen zu bestehen. Derselbe 


erwähnte auch der Arbeiten Vogl’s in Berlin,. 


worauf eine kritische Uebersicht der vorgenannten 


Werke folgte, in welcher Benstham bemerkte, 


mit DeCandolie nieht ganz übereinstimmen zu 
können. — Er fügte bei, er sey bemüht gewesen, 
neue sehwankende Arten zu blossen Varietäten zu 
redaeiren; indem er die Wandelbarkeit der Varie- 
täten besser aufzufassen versnchte. In Hinsicht der 
feinen Gatiangsverschiedenheiten, welche DeCan- 
delle von der Lenkung oder Richtung des Wür- 
&elchens herleitete, glaubte derselbe nicht steten 
Gebrauch zu machen. B. bemerkte, dass die ganze 
Abiheilnng der Papilionaceen eine grosse natürliche 
Pflanzenfamilie bilde; dass er gesucht habe, deren 
Gattungen in solche Gruppen zu vertheilen, deren 
“ Keonzeichen von einer Combination von Merkmalen 


% 


FT: 


verchiedener Organe entlehnt sind. Ein bedenien- 
des Materiale hierzu habe er in seinem eigenen 
Herbavium in London niedergelegt; seitdem habe 
er auch die reichen Sammlungen von Hier und 
München durch seine Freunde Dr. Endlicher 
und Hofe, von Martius bemützt (gegen 7000 
Species). — Bentham entwickelte nun die Grund- 
'sätze für die Unterabtheilung der Familien, wor- 
über er sich weitläufig aussprach. Dann folgfe 
die Diagnose der Unterfamilien oder Tribus, wor- 
“unter sich eine bedeutende Zahl neuer Gattungen 
und Arten befindet. 

"8. Durch diesen Vortrag nahm Hofe. Reichen- - 
bach Anlass, über die Bildung natürlicher Familien 
im freien Vortrage zu sprechen; indem er sich, 
wie auch schon Bentham bemerkte, vorzüglich‘ 
dahin, aussprach, dass bei Aufstellung natürlicher 
Familien überhaupt, und ihrer Gliederung: unter 
sich, ‚nieht irgend ein einzelnes Organ in Betracht 
gezogen, sondern immer und überall die ganze 
Organogenese wohl berücksichtigt und erwogen 
werden müsse, Bei Aufstellung natürlicher Familien 
‘müsse das Beyrussiseyn der Kigenheiten derselben 
leitend erscheinen. Diesen Zweck zu erreichen, 
könne man zwei Wege betreten; den subjectiven 
und den objeetiven. DeCandolle's Eintheilung - 
erscheine, wie Bentham bereits ausgesprochen, 
wilkührlicht derselbe wiederbolte das Schwankende 
der Merkmale, die von einem einzigen Organe her-. 
genommen, und führte als Beispiel die Bestimmung 


’ 408 


der Caryophyllaceen nach eiiem embryo eurvalıs 
(nach Lindley) an; da in dieser Umschreibung 
‚Diantlus selbst keine Caryophyllaces seyn dürfte, 
und bemerkte: Bentham habe bewiesen, dass 


‘die Radicula nicht zur natürlichen Abtheilung der 


Familien geeignet sey, Das einfache Zusammen- 


 krümmen des Embryo sey bloss die niedere Stufe 
‚der Entwicklung; sübjeetiv könnten keine der- 


gleichen Charaktere vorgeschrieben werden; die 
innere Gliederung der Familien sey eine der schwie- 
rigsten Aufgaben. Wir müssten mehr der Natur, 


ährem Erscheinen und Wirken folgen, und: überall 


deren ÜUrgeseize zu erforschen streben. Jede Fa- 
milie müsse einen Urpunkt zeigen, von dem aus 


die Bildung: gehe; sie müsse zeigen, wie sie sich - - 


gestalten wolle, und von welchem Organe ans sie 
beginne, Die vegelative Vollkommenheit' in der 
Organisation schreite von Norden nach dem Aegua- 
tor hin,’ sich ausbildend, eben so geographisch zu- 
nehmend "an Formen und sich weiter ausbreitend, 
fort, wie ihre Organe sich entfaltend gestalten. — 


‘Die Papilionaceen anbelaugend, liege der Urpunkt 


im Trifoium. Aus den Üegensätzen der weib- 
lichen und- männlichen Organe des Gynaeceum’s 
und Androeceum's — entwickele sich die ganze Fa- 
milie.. Die Sippen der Papilionaceen beginnen und 
seyen die Trifvlieen, Genisteen, Hedysareen, — bei 
welchen das Fortschreiten aus dem wirierlus zur 
Antithese des ulrieulus eireumscissus , "legumen, 
und endlich wieder aus der einfachen’ Fracht von 


4 


404 


Onobrychis zum gegliederten Iomenlum die höchste 
. Vollkommenheit der Bildung zeige, Analog er- 
scheine die Entwicklung der Corolle bei TI folium, 
nämlich als eine corolla tubules« mit tielster An- 
deutung eine corolla papilionacen werden zu wol- 
len, dann bei andern zum Theil sich lösend, end- 
lich vierblätirig, bei den Cassiaceen normaler fünf- 
blättrig werdend, endlich bei den Mimesaccen ganz 
xegelmässig und höchst vollendet, Analog erscheine ' 
‚auch die geographische Verbreitung der Familien, 
welche im innigen Verhältnisse mit dem Morpholo- 
gischen stehe. Die Trifolieen erscheinen in nörd- 
licher Richtung, südlicher die Genisteer; tropisch, 
am reichsten die Hedysareen. Dasselbe Verhäliniss 
wiederhole sich in den Cassiaceen sich andeutend. 
Das männliche sey bei den: Trifelieen am. niedrig- 
sten; ‚welche als Diadelphisten erscheinen, höher 
bei den Genisteen, welche Monadelphisten sind, die 
 Decandristen andentend, Hierauf ging er. wieder 
auf Benthams Satz von dem Niehtzureioken 
einzelner Charaktere über, worin er mit ihm gäuz- 
lich übereinstimmte, Auch die Cassiaceen schreiten 
vorwärts, wie die Papilionaseen; das Streben oder 
die Ausstreckung des Embryo bei den Cassiaceen 
: und Mimoseen sey die höchste Vollendung, — 
Die wahre Bedeutung der Papilionaceen - Blumen 
scheine noch zur Zeit nieht gut erklärt, obwohl 
ihre Entwieklung aus drei Stipularpaaren (nicht 
aus einem Fiederblaite) augenfällig sey, und diese 
Zusammenstellung in der Gestaltung, oft sogar in 
. der Bekleidung sich deutlich verrathe, 


. | 405 


4, Superint, Lumnitzer bezeichnete den 
Standpunkt, aus welchem die Versuche einer grös- 
sern VPopularisirung der Naturgeschichte mittelst 
seiner bildlichen Darstellung des Linn@’'schen Systems 
betrachtet werden müchten. Sein Streben sey' dahin 
gegangen, nicht nur die: jugendlichen Gemülher 
für diese .ächöne, bei dek.. Erziehung leider noch 
immer nicht ganz nack- ihrem vollen Werthe er- 
kannte Wissenschaft empfänglieher zu machen, son- 
dern auch dem Lehrenden selbst ein’ systematisch 
geordnetes Kupferwerk in die Hände zu geben. 
Er zeigte hierauf. die Tafelh selbst vor, und be; 
merkte, dass zırar als "Repräsentanten der Gatinn- 
gen vorzüglick einheimische Gewächse gewählt; 
aber auch. solche. Ausländische nicht übergangen 
wurden, die sich durch ihren Nutzen empfehlen 
oder durch ihre ‚Sehädlichkeit. auszeichnen; anch 
habe .er Pflanzen aufgenommen, die ausgezeichne- 
ten Forschern" zu Ehren -»benannt sind. Zum Schinsse 
bemerkte..derselbe, dass durch die Schnellmalerei 
Originalzeichnungen zum. Vortheile der Wissen- - 
schaft leicht veryielfälligt werden können; woron 
er eine Probe vorlegte, 

5. Neesv. Esenbeck übergab der Section 
im Namen des. Geheimr. v. Lichtenstein aus 
Berlin eine Knospe der Rafflesia Palma zur Un- 
tersuchung. 

6. Hierauf theilte Prof, Ramisch seine Be- 
obachtungen über die Samenbildung ohne Befruch- 
tung, die er an Mercurialis annua machte, mit, 


406 


= 


Eine ähnliche Beobachtung machte zwar Prof. 
Budolphi an Mercurielis ovala, fand jedoch, dass 
die Samen nicht keimten; Ramisch behauptete 
dagegen, dass derlel. Samen von Mereuriehs arnua 
nich? nur reiften, ‚sondern ‘auch keimten, Er be- 
merkte, dass Schkuhr zwar an Mercurialig Zwit- 
terblumen. beobachtet haben wolle, allein er selbst 
habe üler Nicht finden können, sondern bloss, dass 
an den weiblichen. Pflanzen. wohl männliche vor- 
kommen, welcie desselbe-jedoeh sogleich baseitigte, 
die mitkin «keinen Einfluss auf die Befrachtung 
"bilden. könnten; dies Habe!'schen. A gardk. gesagt. 
Von diesen’; Samenkörneru: können sich nunjiiach 
Ramisph; Pflaustn dareh mehrere‘ Generatienen 
vermehren; undigegenwärtig. habe ‘derselbe schon 
Pflahzen-der S.:kieneralion erzogen. Im Pflanzen: 
reiche wäre. 'num.das- Analegon der. Blattläuse ‘auf- 
gefunden, we (die Befruchtuig durch: mehrere Ge 
seralionen. forfwirkt.. Deiselbe’ vertbeilte sodann. 
seine hierauf bezügliche Abhandlung unter "dem 
Titel: „Beobechlüungen über: die Samenbildung ‘ohne 
Befruchtung. am Bingellreid” "an die Mitglieder 
der Section. erhal 

1.2. Schwägrichen machte ‚hieranf bekannt, 
Ans die geoguostische Bection für einen‘ Tag die 
: Vereinigung mit der beianischen wünsche, und ea 
‘wurde beschlossen, sich am nächsten Tage schon 
um 7 Uhr zu versammeln, um sodann die Zeit von 
9 bis 10 Uhr in der genannten Section anwesend 
seyn zu können. on 





Bi 


| 040 


-8,- Am Schlusse theilte Baron v. Hügel der 
Versammlung mehrere Bemerkungen über Nelum- 
bium speelosum wit, da so eben in dem, an selte- 
nen Gewächsen reichen Garten Br. Exeellenz des 
Hm, Altgrafen v. Salm-Reifferscheid mehrere 


Früchte desselben zum Reife gekommen waren, 


und der Sectionsyersammlung vorgewiesen vrurden. - 
Bar. Hügel erwähnte zuerst, in Bezug auf das 


Vaterland der in Bede’siehenden Pflanze, dass er 
dieselbe am häufigsten in stehenden Wässern Ost- 
indiens beobachtet habe; dass es allerdings wahr- 
scheinlich sey, dass sich diese Pflanze einst, wenn 
auch “eben nicht häufig, in Aegypten vorgefunden 


“ habe, dass sie aber gegenwärtig dort nicht mehr 


gefunden’ werde. — Was die in mehreren Schrif- 
ten- vorgekommene Angabe über den häufigen Ge- 
nuss der Samen von MAelumbium anbelangt: so 
erklärte Hügel jene Angabe grösstentheils für un- 
viehtig uad fabelhaft, mit dem Beisatze, dass hierzu 
"wahrscheinlich die Verwechslung. des Nelumbiums 
mit einer Numphauea Veranlassung gegeben: haben 
möge, von‘ welcher aber nicht der Same, wohl 
aber-:die Wurzeln genossen : werden. TVebrigens 
fand ‘er bei seinem längern Aufenthalte in "Ost 
indien mehrmals Gelegenheit zu der interessanten 
Beobachtung, dass das Nelumbium speciosum in der 
Mythologie der Indier eine ähnliche Rolle 'spiele, 
wie der Begenbogen in der Religion der Israfliten, 
indem die Pflanze vermöge der grossen Ausdehn- 
barkeit der "Blattsiiele bei niedrigem und hohem 
Woasserstande ihre Blätter immer auf der Ober- 
fläche des Wassers schwimmend erhalte. — Die 
vorgezeigte Rafflesia Patına wurde Hrn. Unger 
zum Aufweichen übergeben, um später Unterauehun- 
gen über diesen merkwürdigen Parasiten anstellen 
zu können, 2 


403 , 
Nach Beendigung der Sitzung begab sich der 
: grüsste "Theil der Sectionsgesellschaft in den aus- 
gezeichneten Garten Sr. Excellenz des Hrn. Alt- 
grafen v. Salm-Reifterscheid, wo sie mit zu- 
vorkommender Freundlichkeit von dem edien Herrn 
Besitzer empfangen, sich besonders an der aus- 
gezeichneten Sammlung der Cacteen, so wie der 
üricaceen erfveuten, welche der sorgsamen Pflege 
des ausgezeichneten Obergärtners Birnbaum an- 
vertraut sind, und sich hier, gleich den übrigen - 
seltenen Gewächsen, wegen der naturgemässen Be- 
handlung in einer lebenskräftigen Fülle entfalten, 
\ (Forstetzung folgt.) 


oo. I, Botanische Notizen 
"Von Saussurea diseolor DeC. wird in der bot. 
: 2. 1835. 3, 288. bemerkt, dass sie in unsern deut- 
schen Alpen nicht vorkemme, also auch in keiner 
deutschen Flora, se ferne sie nicht Ungarn mitbe- 
greife, wosie Rochel entdeckte, aufgenommen wer- 
den könne, Wirklich kommt sie auch in KittePs 
Flera nicht vor, Koch hat sie nur als. Schweizer- 
"Pflanze aufgenommen und Reichenbach gibt neben 
ngurn nur Oesterreich ohne nähern Beisatz an. 
Alle- diese Behanpiungen werden niedergeschlagen 
und berichtigt durch den 2%. Band von Hohen- 
warfs Reisen (Klagenfurt hei Leon 1812), den 
der jetzige Protomediens v. Vest zu Gräz gröss- 
tentheils mitbearbeitet hat. Dieser erfahrne Bo- 
ianiker bezeugt im erwähnten Bande, dass er sie 
in den Pleckneralpen von Kärnthen und zwar an 
zwei verschiedenen Orten, nämlich am kleinen Pahl 
und am höhern Andernach gefunden habe, und 
fügt in Folge dieser Auffindung nicht nur S. 213 
eine vollständige Beschreibung hinzu, sondern setzt 
auch die Unterscheidungszeichen vunS, alpin« deut- 
lich auseinander, Sie ist demnach als ächte deut- 
sche Pflanze anzusehen.. 
{Hiezu Titel- und Registerbogen zum I. Band.) 


Allgemeine‘ 


botanische Zeitung. 














Nro. 26. Regensburg, am 14, Juli 1838. 





= rm 





L. Original- Abhandlungen. 


Protokolle der botanischen Section bei der Versamm- 
Tung deutscher Naturforscher und Aerzte zu 
Prag, im Harbst 1837, Fortsetzung.) 

Sitzung am 21. September, 
Präsident: Hofr. Reichenbach und Nees von Esen- 
: beck; Sekretäre wie früher, 


9. Dr. Biasoleito las: „Ueber die. Mela- 
morphose der Algen” — Er nahm die Reste klei- 
ner Algen, z. B. Sporochnus, Calothrix, Exillaria, 
besonders die Eirillaria iruncata Grev. und Fru- 
"stula attenuata Kütz. aus dem Meere, that sie in 
ein weit geöffnetes Glas mit destillirtem Wasser, 
und liess sie gegen zwei Monate au einem Orte 
- stehen, wohin die Sonne öfters scheinen konnte, 
bei einer ’Temperatur von 15 bis 20°R. Das Glas 
war mit einem Porzellanteller bedeekt, welcher 
mit seinem Rande gut schloss. Auf jener Seite, 
wo die Sonnenstrahlen durch das Glas auf das 
darin enthaltene Fluidum dringen konnten, bildete 
sich zuerst eine Art Zone von grasgrüner Farbe, 
weiche die Alge früher nicht hatte; die grüne 
Farbe erstreckte sich nur.so weit, als die Sonnen- 

Flora 1838. 3%. Ce 


410 


strahlen eingedrungen waren, und diess in einem 
Halbkreise bis zur Hälfte des Glases, Wo das 
Sonnenlicht stärker wirkte, wurde die Zone stür- 
ker, breitete sich allmählig bis anf den Boden, 
dann den Band des Glases aus, ımd endete an der 
enigegengesetzten Schattenseite auf der Flüssigkeit, , 
aber heller und ganz klar werdend, Auf der Ober- 
‚fläche erschien sie nur durehscheinend, von einer 
blauen, in’s Violette spielenden oseillirenden Farbe, 
welche derselbe für identisch mit dem von Nees 
von Esenbeck in Bonn entdeckten neuen Prineip 
Saprosyanin oder Saprockrom erkaunte, Auf der 
Oberfläche ‘der Flüssigkeit fand derselbe zwischen 
dieser oscillirenden Farbe einige kleine, olivengrüne 
Flecke, wie eine sehr feine Haut, welche derselbe 
sorgfültig auf Glimmer ausbreitete. ‘Mit Exstamen 
fand er nun in dieser feinen Membran unter dem 
Mikroskope eine Tetraspore, die von der T. Tubrica 
sich, wegen ihrer olivengrünen Farbe und grösse- 
ren Diehtigkeit, in ihrer Textur verschieden zeigte, 
auch weniger zerrissen war, Derselbe nannte sie 
Tetraspora olivacen. Der 'grasgrüne Theil war un- 
ter dem Mikroskope nichts anderes als Pelmella 
bpiryoides Ag. — Am Boden derselben Flüssigkeit 
um das Glas fand er auch die Frustulia hyalinu Ay. 
in grosser Menge. T}ie Frustulen derselben hatten 
eine schwache Bewegung, in dem Absatze selbst 
war aber die Frustulia Une Kütz. (Bacillaria Ulna 
Nitzsch.) — Veberdiess seyen in der Flüssigkeit 
verschiedene Infusorien gewesen. Bei gleichen Ver- 


oe €» 4 


411 


suchen war er nicht mehr 50 glücklich, dis Sax 
proöyanin oder Saprochrom zu erhalten, Er’ suehte 
noch weiters düreh die Auflösung 'der Meeresalgen 
mit destilivtem Wasser in einem Glase; welelics 
gut schloss, mit Bryopsis' plimeos« Versuche anzu. 
stellen: “ "Auf ‚dieselbe Art wie früher, stellie er 
anch- dieses--Glas an die Sonne, Nach einem Jahre 
zeigten sich auf der, der Song, zugekehrten Seite 
bier und’"da gene‘ Flecke, die gegen die Mine 
immer dichter‘ würden; zwischen diesen w aren ? Pet 







kleinei “Flöcke; “die eine dımkelgelbliche "Fihe 
hatten: ' Bis ‚grasgrü ine Alye- war“ chts als Pal- 


mella bötrj jjoldes ' "wie früher" ig: e duiikelgelbliche Frur 
'stulia hyalina. "Die in‘ das’ desire Wasser 'ge- 
brachte‘ Bryopsis st so frisch geblieben, wie sie es 


"tüler wart Derselbe“ zeigte Sodann die Abbil- 
‘dung ‚eher 'Henen Hygrocrois‘ vor, Sie war "aus. - 
“einem Abgüsse v von- Spherocöcous‘ eöhferröides, wel- 


“shen: ‚deiseibe - -pisch. aus dem-Meere genöminen 
"hatte, eniständein; den Rücl stand! ülesis Spkero- 
“coccus that er- am 35: Februar d. Fin eine kleine 
Flasche vor grünem Glase, wit zwei Unzei desil- 


B "Hrtem Wasser: -und--vier” "Tropfen 'Silberglättessig. 


‘Auch’ diese’ Mischung brachte“ er auf einen ihehr 
'oder weniger ‘sonnigen Ort, ih eine Temperatur 
yon 9-- 19° RB; Nach ‘einiger Zeit wurde das Flui- 
dam trübe, später mwilchie, aim bildeten sich nach 


‘und nach kleine Wolken, welche sich zuvor im 


Fluidum zeigten, wo sie auch etwas dichter waren. 
Anfangs Mai brachte er ‘sie unter das Mikroskop 
02 


aa" 


und fand seine Hygrocrocis moniliformis. —— Gleich- 
zeitig machte Biasoletto eine andere Mischung, 
nur nahm er statt destillinten Wassers gemeines 
Brunnenwasser. Das Bronnenwasser enthält gr 
wöhnlich etwas kohlensauren Kalk mit Spuren von 
‘ Magnesia und Salzsäure, die letzte als Ausdünstung 
des Meeres, Diese Mischung wurde früher wübe 
‚als die andere, hatte mehrere über einander gela- 
gerte Wolkenschichten, ohne dass diese jedoch 

unter einander eine Verbindung gehabt hätten, die 


von.oben nach unten stufenweise jimer dünner 


und kleiner wurden. Die oberste Schiehte. hatte 
eine malerig "matricalis, die etwas ‚diehter als die 
andere und ‚schwärzlich war. In der zweiten 
Fiasche war die Zersetzung mehr vorgerückt, die 
Fäden der Wolken an der Oberfläche waren weiss- 
lich und unter dem Mikroskope konnte er sie fol- 
gends diagnosiren: Fili artieulati, articuli elon- 
galo-ellipliei, diamelro ter quaterve_ majores, alü 
vero primis alternantes, rotundato-spheriei, diametro 


wequales. Sie geben das Bild einer Kette mit zweier- 


lei Ringen. — Die zweite Wolke, gleich unter der 
obersten, zeigte unter dem Mikroskope Fäden, wel- 
che. ästig, walzenfürmig waren, mit dentlichen 
Sporen und Gliederungen, und die in den Fäden 
selbst stecken sollten;. etliche waren auch ungleich 
entfernt, — Die dritte Wolke zeigte fili ramosi, 
bald flexuosi und eurrali, irregulares; sie waren 


‚dann und wann von Abtheilungen unterbrochen, : 
als wenn sie Glieder von Ci onfervoideen wären, ' 


a u 


413 


meistens zwei neben einander, mit kleineren Glie- 
dern als die andern; die maleria matricalis war 
aus dem Fleischfarbigen in das Braune spielend, 
—— Die vierte kleinere Wolke, nicht so dicht als 
die andern, hatte ihre Materia matriealis als eine 
sehr feine Haut von rosenrother Farbe; die Fäden 
waren unter dem Mikroskope sehr dünn, rüöhrig, 
einfach, an den Enden spitzig; bier und da hatten 
sie Spuren von runden Gliederungen, welehe viel 
länger und ungleicher waren als an Hygroeroeis . 
moniliformis. Die in der Nähe des Stoffes, von 
denen der Abguss gemacht wurde, befindliche Alge 
hutte keine ‚Materia matriealis, war ganz gleich 
'mit der beschriebenen ‚Hugrocrocis moniliformis, 
milchweiss, in’s Fleischfarbige spielend. Der Sphero- 
coccus, von dem der Abguss gemacht ward, hatte 
beinahe nichts von seinem ersten Ansehen verloren, 
nur dass die Fäden etwas weicher geworden waren, 
Zu gleicher Zeit machte: derselbe Versuche mit den 
Aufgussrückständen_ von Spherococcus ohne Silber- 
glättessig. Nach zwei Jahren fand er in der drit- 
ten Mischung eine kleine Wolke, welche sich gegen 
den Boden zog und aus einer Caloikrie, mit einer 
- Frustulia Ag. gemischt, bestand. Da ihm beide 
‚Arten neu schienen, so beschrieb er sie. D®b sie 
jedoch Formen, Arten oder Varietäten sind, über- 
liess derselbe der Beurtheilung, 
it. Hierauf sprach Hofr, Reichenbach über 
die Wichtigkeit der Beobachtung dieser einfachen 
organischen Gebilde (der Algen), woraus Schlüsse. 


\ 


+4 
ıtev grössten Wichtigkeit für die ganze arganisehe 
Natur abgeleitet werden könnten, und ermnterte 
Hm. Biasoletta zw weitern Forschungen auf der 
sehon länger betretenen Bahn, ıamit diese Phyto- 
. genese auch von andern fortgesetzt werden könnte, 
{Besonders wichtig seyen diese Beohachtungen bei 
Beantwortung der Frage über die Entstehung der 
Species, und was Varjetät zu nemmen sey. lie erste 
- Erscheinung der Individualität finde sich hier, — 
die Formbildung erscheine abhängig ven den che- 
mischen Verhältnissen des Wassers, in welchem sie 
sich befinden. Biasoletto habe bewiesen, wie 
‚die Glieder nach dem verschiedenen chemischen 
Fiuidum, in welehem.sie sich befanden, in den 
verschiedenen Gestalten erschienen sind, Wie in 
den wnorganischen Körpern die chemischen. Ver- 
hältnisse die Gestaltungen bewirken, erscheinen die- 
selben auch für die Bildung der organischen Kär- 
per von hoher Bedeutung. Bu 
12 Biasolette sprach. noch über seine neue 
Gattung Mierelca. - 
13. -Dr, Fenzl legte zwei Pakete von einer 
verkaufbaren Sammlung getrockneier Pflauzen vom 
Gebirge Taurus, aus Griechenland, Unteregypien 
und Syrien vor, welche Hr. Th. Kotschy, der 
als Botaniker der Expedition östr. Montanisten, zur 
Aufsuchung nutzbarer Possilien im Gebiete. des 
Vicekönigs von Egypten angeschlossen war, anf 
"diesen Reisen sammelte, Im Laufe des Jahres 1836 
hatie Kotachy-Griechenland berührt, hierauf Unter- 


‘egypien bis Caivo'durehforscht, und war endlich, 
nach einem kürzeren Aufenthalte in Syrien, zum 
Gebirge Taurus vorgedrungen, wo er anfden Höhen, 
sowie in den vorliegenden Thälern, zwei sehr gün- 
stige Sommermonate zubrachte, und eine veichliehe 
Ausbeute” von seltenen und neuen Arten in einer 
bedeutenden Anzahl und sorgfältig getrocknet nach 
Wien sendete. Der grösste Theil derselben — 
darunter ‚die Labiaten dureh die Güte des Hrn. 
Bentham — ist bereits bestimmt; das Fehlende 
wird ‚im. nächsten Winter nachgeivagen und mit 
' Bemerkungen zur öffentlichen Kenntnis gebracht 
werden. -— Zugleich wurde bemerkt, dass otg chy 
sich gegenwi ärtig in Nubien und Abyssinien befinde, 
und seinen Rückweg über Arabien nehmen werde, 
Eine Sendung aus diesen Gegenden werde näch- 
siens erwartet. Von den Pflanzen vom Taurus, 
"aus Griechenland, Egypten und Syrien enthalte. das 
Exemplar < drei Centurien, die, Centurie zu 159.C.M. 
Die mitgebrachien Sammlungen wurden als Pro- 
. ben den Seetionsgliedern zur Durchsicht vorgelegt. 
14. Prof. Hoppe srurde nun eingeladen, seine 
Pflanzen vorzuzeigen, , und derselbe erfreute ‚die 
Sectionsversammlung m& der Vorzeigung von Laub- 
ınoosen, welche in ästhetischer Hinsicht schönen 
Bildern ‚gleich, einen angenehmen Eindruck bei 
dem Anschauer heryorbrachten. Die ausgezeichnet 
schönen ‚Rasen und die. regelmässige  Vertkeilung 
derselben in ihrer Ausbreitung, bei scharfer Presse. 
und Farbenerhaltung, ‚sind allerdings geeignet, eine 


a 


Alb 


sehr 'gute Wirkung hervorzubringen. Er berührte 
zugleich, dass ibm einige dio scharfe Presse vor- 
geworfen hätten, wodurch manche Charaktere für 
die weitere Untersuchung entgehen. Er gehe dieses 
zwar zu, allein die scharf gepressten Gewächse, 
glaubt derselbe, seyen besser gegen Insektenfvass 
geschützt, und wer weniger gepresste Pflanzen zur 
Untersuehung benöthige, künne nebst dieser Samm-' 
lung auch noch zur Belebung der Sinne eine ästhe- 
tische anlegen, 

. 15. Unger übergab die gestern zur Aufwei- 
chung erhaltene Rafftesia Patma. Ein Qnerdurch- 
schnitt wäre gut gewesen, um die Anheftung auf 
Cissus zeigen zu können. Derselbe machte auf 
seine bereits gedruckte Abhandlung über Parasiten 
aufmerksam; die Parasitenwurzel bilde sich im Mit- 
telgebilde der Pflanze, auf welcher. dieselbe vor- 
kommt; bei Apäyteja Hydnora sey sie einer Wur- 
zei gleich. Hierauf wies er die von ihm herausge- 
gebene Analyse der Parasiten vor. — Hofr, Voigt 
erwähnte, er habe die Bemerkung gemacht, dass 
die Parasiten aus dem Körper der Pflanzen selbst 
entstehen. - Unsere Parasiten kommen nach Unger 
von Aussen, selbst die tropischen, an aufgeritzter 
. Rinde, wo eine Reaetion enisteht, welche die Bil- 
dung hervorruft, Yiscum mache völlige Wurzeln, — 
auch bei der Anwurzlung enistehe eine Reaction. 
— Hofer. Reichenbach warf die Frage auf; wie 
der Same in die Wurzeln gelange? — Nees von 
Esenbeck war dagegen der-Ansichi, das Keimen 


417 


des Parasitensamens findo mr auf der Oberft iche, 
nieht aber im’ Innern statt,- Kammerrath Waitz 
fügte hinzu: die Gattung Zaihrea habe eine Ärt 
Attraetion, sie sauge sich gleichsam an. — Hierauf 
bemerkte Unger, dass es ihm noch nie gelungen 
sey, Parasiten durch dio Aussaat zu erziehen. 

16. Hofr. Reichenbach machte auf eine 
‚Sammlung getrockneter Pflanzen, sowie auch von 
Insekten aus ‘Java aufmerksam, welche durch Hrn, 
Grafen von Hoffman nsegg aus Dresden veran- 

' lasst worden ist. 

17. Prof, C. Bor. Presl las hierauf, ersucht 
vom Prof. Meneghini in Padua, des letztern Ab- 
handlımg: „De fruclificatione Bryopsidum;” worin 
der Verf, die yon ihm in dem Meerbnsen von Genua 
gemachte Entdeckung der fructifieirenden Bryopsis 
Balbisiena bespricht, die Fortpflanzungstheile der- 
selben in einer beigegebenen Abbildung dentlich 
macht, und diesem zu Polge bemerkt, dass die 

- Gattung Bryopsis unter die Gruppe der Vaucheria- 
ceen zu: stellen sey. Presl wurde hierauf vom 
Präsidenten der Section aufgefordert, dem Verfasser 
dieser interessanten Abhandlung den Dank der 
Gesellschaft und zugleich den allgemein ausgespro- 

‚ehenen Wunsch bekannt zu geben: dass der 'Ver- 
fasser diese seine Abhandlung recht bald in irgend 
einer geeigneten Zeitschrift veröffentliche, * 

18. Biasoletio zeigte noch eine Abbildung 
einer neuen Art Hydrodyclion vor, die er H. gra- 





” Sie ist bereits in Flöra 1837. B. I, p. m. abgedruckt. 
Anm. d. Rede 





418 


nudalun nemt, weleben Nawen sie ihrer Gestalt 
wegen auch verdient. Es ist eine Küsswasseralse 
aus einem Teiche bei Rovigna in Istrien, 

19. Hierauf wurde Prof, Hoppe vom Hof 
Reichenbach für die nächste Sitzung zum Präsi- 
denten. vorgeschlagen, und dieser Vorschlag von 
der ganzen Versanmlang mit dem Jautesten. Bei- 
falle aufgenommen, 

20. Corda machte den Antrag, am 22, Sep- 
tember Morgens um 7 Uhr, da ihm eben frische 
Fleischpilze zu Gebote stehen, mit seinem Mikros- 
kope den Mitgliedern der Versammlung die Anthe- 
‚ren der Fleischschwämme zu zeigen, 

2, Die botanische Section verfügte sich nım 
zu. der. geognastischen Section, um, mit dieser ver- 
eint, Prof. Göppert's Vortrag über Versteinerun- 
gen, künstliche Peirification, und die daraus her- 
vorgehenden Diseussionen‘ zu hören, seine so lehr- 
reichen Esperimente zu sehen, und die erzeugten 
und vorliegenden künstlichen Petrifieate, sowie an- 
dere fossile Pflanzen zu prüfen. Dann wurde am 
Schlusse des V ormittags die Fahrt in den k. bota- 
nischen Universitäts- Garten ‘unternommen, der In 
der letzteren Zeit durch die unermüdete Thä ätigkeit 
Prof. Kosteletzkys eine v öllige Umstaltung er- 
fuhr, nachdem durch die allerhöchste Munificenz 
des Landesfürsten dieser Garten auch eine hedeu- 
tende Erweiterung durch Ankauf eines anstossen- 
den Gartens erhalten hatte, — um sich mit dessen 
Beichthümern und Eigenthümlichkeiten bekannt zu 
machen. '. 


er 


419 


Sitzung am 23. September. 
Prüsidenten» Hoppe: Nees v. Esenbeck; Schwäg- 
richen und Reichenbach; Sekretäre wie ‚Früher. 

Die Sitzung wurde von dem für diesen Tag 
erwäblten Präsidenten Prof. Hoppe mit Worten 
‘des Dankes für diese Auszeichnung eröffnet. 

2%. Covda legte seine Abhandlung über Spi- 
ralfaserzellen in dem Haargeflechte der. Triehien 
vor, — In.den Pilzen war "bisher die. Spiralfaser- 
zelle gä inglich unbekannt: Gorda entdeckte jedoch 
die Spivalfaser als Haargeflechte oder Sporenträger 
der Haarstäublinge ( Trichia), und ihre Analogie 
wit. den Schleuderern der Lebermoose erkennend, 
fand er- eine neue. interessante Verknüpfung der 
Erscheinungen in .den Zellen. .büherer Pflanzen mit 
denen einer so tief gestellten Familie, wie die der 
Pilze und namentlich der Myzogastres. Die Spiral- 
faserzelle der Haarstäublinge.bildet das Haargeflechte 
dieser Pilze, und besitzt mithin wohl dieselbe Be- 
deutung, wie der Schleuderer der Lebermoose, 

‚Sie ist, ‚gleich jenem, zwischen den geballten Spo- 
venmassen, gelagert, und ‘von. spindelförmiger Ge- 
stait, bald einfach aus einer, bald doppelt auszwei 
parallel gewundenen Spiralfasern gebildet. In den... 
Jungermannien und Marchanlieen ist die, zwei pa- 
vallele Fasern führende Schleudererform überwie- 
- gend, während die Haarträger der Triebien 5— 11 
parallel gewundene Fasern besitzen. Die Haut der 
diese Fibern- umschliessenden Zelle ist einfach und. 
undneehsichtig; oft ist sie, an einer Seite mehr ver- 


420 


dickt, glatt, gefaltet ader mit Wärzehen besetzt, . 
weiche manchmal bei der Sporenreife verschwin- 
den. Die normal einfhehbe Spiralfaserzelle verüstelt 
sich öfters, und zeigt dann die gleichen Anomalien, 
die Corda bereits früher bei Verlistung der Schleu- 
derer von Blasia germanica in Sturm’s dentscher 
Flora dargestellt hat. 
23. „Göüppert sprach über sein Werk: „Die 
- fossilen Farrenkräuter” und „de floribus in atatu fos- 
sii” — Er bemerkte, bei Salzhausen Blüthenkätz- 
chen im fossilen Zustande gefunden za haben, in 
welchem selbst der Pollen noch gesehen werden 
könne, und in Bernstein befindliche Dieotyledonen, 
“am nächsten den Rubiaceen, — Bruchstücke mit 
den Antheren und Pollenkömern des Alnites wur- 
den unter dem Mikroskope von Corda gezeigt, 
-:,24,’ Das Verzeichniss von Weidenarten unter 
und auf den Zipser-Karpatken in Ungarn, welches 
vom Prof, Rumy in Gran eingesandt war, wurde 
uitgetheilt. Es enthielt 24 Arten. 
25. Dr. Fenzl hielt einen Vortrag über die 
Eucurbilaceen, den er jedoch wegen seines Umfangs 
für heute nur bis zur Hälfte las, und mit Kreide- 
‚zeichnungen auf der "Tafel erläuterte, 

26. Durch diesen Vortrag veranlasst, sprach 
-Hofr. Reichenbach im Allgemeinen über diesen 
Gegenstand, insbesondere über die Placentatio pa- 
rielalis. Die Familie der Cueurdifaceen sey aller- 
dings von hohem Interesse — besonders sey sie für 
die Metamorphose von der höchsten Wichtigkeit, 


3 


I 


In der letzten Klasse ‚der Fruchtpflanzen — Thala- 


 manthe — werde die Fruachtbildung klar, ‚Bald 


fänden sich in den Systemen jene Familien mit Pla- 
cenlatio parielalis geivennt von einander, bakl mit 
einander vereinigt... Dieser Weg sey aber. nicht 


‚jener, den die Natur gehe. — Die Ürueiferenver- 


folgen die Zweizahl. 2. Thesis (Thylachocarpice). ° 
Die Siligua sey das einfachste Ergebniss aus.der 
Einheit als Nucamenium. — Die zweiklappige- Si- 
gua sey ein analoger Fortschritt wie" bei. den. Pa- 
pilionaceen; denn: "auch hier müsse sie..die Glieder- 
sehote schliessen. Frucht sey, die Umhillung des 
Samens — sie müsse. vergehen, damit der..Same 
seine Vollkommenheit erreiche. Dexgelbe setzte 
hierauf den Unterschied‘ zwischen Piacentatio. parie- 
lalis. und ceniralis auseinander, Das Männliche sey 
excentrisch, das Weibliche epneentrisch, — 2. Als 
‚Antithesis (Rhizocarpice) ‚erseheine die Zerfällung 
der Feucht bei den Ranuneulaceen, Rufaceen, Bu, 
‚phorbiaceen,: :Sapindaceen,., Malvaceen, Geraniaceen, 
Oxalideen, .—, Durch_Vermitlung der. Theaceen 
lasse sich die F ortbildung nachweisen, Die Tilie- 
ceen seyen 'das Höchste. der Ordnung- Tiocarpice 
oder (33 der Synthesis; wo das Männliche, hervor- 


trete, Hypericew; das Höchste der Fruchtbildung 


in den Aurantiaceen. Diese Familie habe in anato- 


misch - physiologisch- mörpholegisch - geographischer 
Hinsicht die höchste Vollendung. Die Aurantiaceen 


haben wie der Mensch die höchste Fähigkeit, sich 


zu. akklimatisiven, das höchste chemische Produkt 


42% 


als zeiherisches Oel, sie haben die längste Dauer, 
das langsamste Wachsthum, sie seyen an fast alle 
Klinete, gewöhnt, die Sanien seyen nit mehreren 
Keimlingen versehen, — wrahrlich eine merkwürdige 
Syrthese! —. Die Cueurdilaceen gehören unter die 
- Sympelale, eine tiefere Verwandisehaft mit den 
Caimpanulaceen, als Gegensatz zwischen Synanthe- 
reen'und-den letztern. Gronoria gehöre unter die 
Löoasacgen,; da die Cotyledonen einwärts gehngen 
sind. Die Cneurbifäteen theilen sich in die R han- 
dirodeen , Oueurbiteen; Papayaceef: Im Fortschrei. 
ten der Frucht erscheine ein germen superum, als 
Gegensatz von dem beginnenden germen inferum, 
wie in‘ den Sarifragen. — Die Campanulaceen 
seyen eine ‚Wiederholung ‚der Lobeliaceen, Synan- 
ihereen, ‚Goodeniaceen zeit: Corollenbildung der Cu- 


‚, curbifaceen. —, Unter den Campanulaveen seyen 


Michairia und Canarind auflallende Beispiele der 
Rückbildang u. s. w.” Diese Wiederholung ist der. 
gestalt verkettet, dass sich derin die natürliche 
Verwandtsehaft begrüntet — was derselbe in sei- 
nem-so.eben erschienenen Handbuch des natürlichen 
Systems "auseinandergesetzt hat. 
Br? Iä ger überreichte eine Abhandkmg von 
. Bosch: „Ueber den Einfluss des Mutierstammes 
auf das Edelreiss”, and bat um Mittheilung "dessel- 
ben an die agronomische Section mittelst eines Re- 
ferenten;, wozu Rettm bestimmt ward, 

28. Zugleich - machte J äger auf eine Benh- 
‚achtung an der Ficoliane rustica aufmerksam, Diese 


423 


yon ihm in den Gärten gesetzte" "Pflanze habe die 
Blätter Abends immer über, die Blü üthönzweige, hlig 


“_ 


übergelegt, — welches. Hinüberlegen aber stets‘ 
minder auffallend war, je ‚mehr sich die Blüthe 
entwickelte, Sie, scheinen daher zur Besthitzung 
 der- obersten Blüthen bestimmt. — Bet’ Eupinus, 
den er früh in's band setzte, habe er ein Bieich- 
süchtigwerden nach Spätfrüsten bemerkt, bei jenen 
Zweigen, ‚welche Blüthen- trieben, überdiess- eine 
wirkliche Verschiedenheit’ der Blätter "beobachtet. 


Es scheine daher eine Rückwirkang' der. Blüthe 
auf die“Pflänze statt zu finden. Diese allgemeinen 
Lebenserscheinungen der Pilaugen wären. dahdr 
noch genuer zu "beubachten. u re 
29, Benfham theilte hierauf Nachrichten v von 
mehreren Pflanzensammlangen init, welche sowohl 
- im Verkaufswege als im’ Tansche zu erhalten sind. 
Hunemann nehme Bestellungen auf Planzen an: 
Aus Nordamerika: Von Drumond: — Höoker 
habe noch Sammlınigen von demselben, „die Centnrie 
zu 20 f. ©. M.; — aus Amerika von Sanie Fe, 
die Centurie” zu 7 Dollar — üerch, Hooker zu 
bestellen; als“ Mesiko: Hartweg, welcher fir 
. die Hortieuitural-Societ; 'y sammelte, ° Diese Pflanzen 
seyen durch Hnnemann und die Society zu. 
beziehen, die Centwie zu, @2.0.M. Zu. Ken- 
tuky wünsche Dr. Short zu tauschen, aber nur 
Prachtexemplare nach der Hoppe sehen ‚Methode 
zu erhalten. — Schombu "g sey von der’ geogra- 
phischen. Gesellschaft nach Guinea geschickt wor- 
den, und verkaufe eine Centurie za 264. CM. 
Mechius Pflanzen aus Peru, eine Centurie zu 
208.0 M. Gadner in Brasilien, eine Samm- 
iung von den Orcaden und Rie-Janeiro. Thuidee, 
ein Gärtner in ‚Buenos-Ayres, verkaufe ‚Sammlungen 
von Pflanzen, die Centmie zu 10 9.C. M. Cum- 


“ 


57 Be 
ming, eine Sammlung. yon. Pflanzen. und "Samen 
- aus Peru und Chili, eine Centurie zu: 25 fl. C..M._ 
Jetzt sey derselbe nach den Philippinen gegangen. _ 
30. Die Einladung. von.Hasse zu einer Be- 
. sprethung über eine,.allgemeines Interesse erregende 
"Aufgabe, : ‚die dariy bestand, ‘auf welche Weise die 
“ Erzeugung‘ eines güten Eisens bei wehigerem Brenn-. 
mäterial- Aufwand nöglich seyn dürfte, _ wurde 
den Mliglieieen. bekannt gemacht. - 
. (Fortsetzung folgt) 
gi Notizen zur - ‚Zeitgeschichte. u 
- ‚Die k.' prenss.' Staatszeitung” meldet, ‘dass Hr; 
Hofrath Carus undBeichenhbach Se. Maj. den 
König;von Sachsen auf :der im Mai und Juni 
emarlten ‚botanischen Reise, begleitet | häiten.. Beide 
sind indessen. verhindert geyvesen;- diese Reise mit 
"Sm Majestät-machen, zu; können, ‚ersterer, "dureh 
Familienverhältniss, letztener durch. die Unmöglich- 
keit, vor Ende. Juli seinen Beruf zu verlassen. Se. 
- Majestät. reisten daher mit Hin, Höfr, v. Am mon, 
‚Oberst. von. Mand elslohe und fanden in Laibach : 
. an Hrn. Museal‘- Cnstos Freyer und ‘Hrn. Fer- 
jen tsch its eh, in Triest’ an Hrn: Magistratsrath 


Tommassini und Hrn. Dr. Biasoletto zuverläs- | 


sige Führer, von denen, letzterer die Ehre hatte, 
Se. -Maj, fast durch ganz. Dalmatien bis in das- 
Gebiet der. Montenegriner . zu begleiten, dem sich. 
‘an “ihren Aufenthaltsorten noch Hr. Professor Pet- 
ter’ und Hr. P appafava anschloss... Ein aus- 
‚führlicher "Bericht über 'diese höchst interessante 
‚Reise. ist von Hrn. Dr. Biasoletto zu erwärten. 

. Be Maj. der König von Sachsen geruh- 
' ten nach der Rückkehr aus Dalmatien dem Hofr. Dr. 
Reichenbach, Professor der Naturgeschichte, „in 
gnädigstiem Anerkenntnisse der in seinem Berufe dar- 
‚gelegten vorzüglichen Einsicht, Kenntniss und Berufs- 
treue” das Ritterkreuz des kön: ‚sächs, Civilverdienst- 


‚ordens zu verleihen. 


Zn dien B Beiblatt 4 zum 1, Band) 


om en r Bu 
. B on 


” 


Allgemeine: 


. botanische Leitung, | 








Neo. 2. geist, am 21. Juli‘ 1838, 





L Original - Abhandlungen. 


Pr otokolle der botanischen Section bei: der Wer samm- 
‚ Jung deutscher Naturforscher und derzie zu 


Prag, im Herbste 1837. - @Fortsetzung. ) 
Sitzung am 23, September. 
Präsident: Kammerrath w aitz; Prof, Nees von Es ei- 
beck; Hofr. Rei chenbach, "Sekretäre wie früher, 
31 Waitz eröffnete die Sitzung mit einer 
Dankrede. _ i 


3% Zobel legte das ‚vom Dr. No: & aus Fiume -, 


neu eingegangene Donbletten-Verzeichniss verkäuf- 
licher Pflanzen aus Istrien vor. Die Pflanzen be- 
finden sich im k. botanischen Garten, und können 
daselbst hesehen und ausgewählt werden. 


33. Opiz trug‘ seihe Ansichten und den Zweck . 


_ der von ihm begründeten und nun fast 20 Jahre. 
: bestehenden Pflanzentauschanstalt vor, deutete auf 


die Zweckmässigkeit dieses Unternehmens, sowie _ 


auf die Ausdehnbarkeit desselben ‚auf. alle eo Botaniker 
‚der Erde hin. 


34. Corda sprach hierauf über eine neue 


. Kliederang des natürlichen Systems der Pilze. Das 


Reich der ‘Pilze zeige die Entwieklung der freien, 
. Flora 1838. 27. , ... D a 0 


ps 


10 
selbststä ändigen Zeile. j Derselbe ı wies mit der Kreide 
"in der Hand nach, wie die Natur von.der sphäri- 
‚schen freien Zelle durch Verlängerung, Abtheilung, 
Aneinanderreihung, „Zusammensetzung, und stete' 


\ Wiederholung der ‚mannigfaltigsten Combinationen- 
"jene ungehenere Form-Masse bilde, und dem Natur- 


forscher.. zur .Beobachtung darbiete, welche die 
Pilanzenwelt in. sich- fasst, und wodarch ‘es: klar 


“werde, dass die ‚genauere Kenntniss .der niedersten. 


Organismen das. grösste Licht über die Bildung dem 


übrigen Pflanzen zu: verbreiten i im Stande sey. Das Le-: 


ben der Pilze besiehe gleich dem Leben aller Örganis- “ 


- men in Entstehung, Ernährung und Fortpflanzung. 
durch Keime oder ‚Samen, Sporen genannt- Die 
tiefststehende Pilzspore sey eine hohle- Zelle,- die als, 


'selbstständiges Pizorgan durch keine Wände‘ ge- 


schieden ' sey.. Die Combinätion höheren Ranges 
entstehe durch rosenkranzärtiges Aneinanderketten 
“ dieser ersten Form, und: als Kettenglied 'erscheine 
das Obere älter als das Untere. Die’ Sporen blei- 
ben bis zur Erreichung der Keimfihigkeit beisam- 
men Hier entwickelte Corda älle: Glieder aus 
Fainilien mit. einfachen“ Sporen, so ihm’ "bekannt, 
Ind parallel die’ ihnen eutsprechenden und oppo- 
nenten Glieder der Familien, deren’ einfache: Spo- 
ren rosenkranzartig gereiliet sind, und ging dann 
auf die Hauptformen _ der ihm bekannten’ Sporen 
‚ über, . Alle’ Pilzfamilten können! init Hölfe des: Spo- 
renbaues nach ihren Gliedern eingetheilt. werden. 


= ir ging. ‚hierauf alle’ Formen ‚des Spören- und Tri 


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gexbaues der Coniomycelen und Hyphomyceten durch, 
ünd nachdem er durch Combination der Spore und 
des Trägers die Entwicklung. der Gattungen, ihre . 
. Verwandtschaft, ihre Opposition, ihre prögressive 
uud retrograde Entwicklung gezeigt, ging er auf 
die andern. Familien der Pilze über, und verweilte 
vorzüglich bei. den Gasteromyceten, deren Gatiungs- 
gliederüng er einerseits aus’ Sporenbau und: Gene- 
sis, "andererseits; - als: den ersteren nothwendig ent- 
sprechend, aus dem Baue der suffultorischen Organe 
und dem’ Totalhabitus darstellte. -— Dann: ging er 
zu den.Reihen .der Helvellaceen, Polyporideen ı und 
Ayarieinen über. Bu 
- 35; Hierauf: wurde die, Versammlung dureh 
die hehe Gegenwart: Sr. Excellenz des. Hrn. Oberst- 
© burggrafen Grafen:'von. Chotek beehrt, und dieser - 
von Sr. Excellenz dem: Hrn. Prä isidenten der Ver-: 
. sammlung, Grafen von Sternberg, ‚empfangen. 
en. 3 Fenzi ‚wurde nun’ nönsrdings. zur. Fort- 
setzung seines am ‚vorigen ‚Tage‘. nicht beendeten: 
"Vortrags „Ueber die. -Queurbitaceen” aufgefordert. 
Derselbe ‚hatte mit einer-ausführlichen anatomischen 
- Darstellung der. Frucht von "Cuchmis salied, der er 
vergleichend‘ die Früchte .der übrigen Cueurbitaceen 
folgen liess, seinen ersten. Vortrag begonnen, Aus 
, diesen Untersuehungen ging hervor, dass die äus- 
-* sern Zellgewebs- und Gefäss-Schichten höchst wahr- 
scheinlich dem erweiterten und ausgehöhlten Frucht- 
stiele angehören, welcher zunächst jenen Gefäss- 
disens unschliesst, der dem Qnirl der Blüthenorgane 
-D42 i 


z 


$ 


vo: 


428 .” 


angehört, auf welchen ein deitter vertienler Gefliss- 
kreis folgt, der mit den in der Zahl den Frucht. 
fächern entsprechenden Bündeln das Skelet des 
Carpellenkreises darstellt, Er zeigte ferner, dass 
diese eentralen Bündel an ihrer Basis in den peri- 
pherischen &efässtheil der Carpellen übergehen, 
oder beser, aus demselben entspringen, somit dem 
Carpophylie und keiner freien Achsenverlängerung 
des Fruchistieles angehören, daher nur als Seiten- 
nerven der eingeschlagenen Carpophylie zu betrach- 
ten seyen, was sich durch ilre Verbindung mit 
den Gefässen der Carpelle und der Produktion der 
Placentargefässe erweisen lasse, Die Placentarge- 
fässe zeigten keineswegs Verbindung mit den Ge- 
füssen des Carpellarrückens, mit Ausnahme von 


Cucurbite, bei welcher sich einige der leiztern an 


den beiden Endtheilen der Placenta einwärts krüm- 


. men, uud zu Eiersträngen umbilden. Die Placenten 


selbst würden durch hüher entwickeltes Zellgewebe 
gebildet, das sich zwischen die gegen den Carpel- 
larrücken einwärts gekrümmten Carpellarraudgefässe 
forisetzt, und als vertieale Platten erscheine, die 


„zur Leitung der befruchtenden Pallenfeuchtigkeit 
. zu den Eichen dienen, und scheinbar Zwischen- 


wände bilden, die später vertroeknen. Die Placen- 


tation sey daher keine wahre, sondern nur eine 


scheinbare Wandplacentation, und sey in ihren 
Grundzügen ganz dieselbe, wie man sie z. B. bei 


"den Campanulaceen, Solaneen und andern häufig 


findet, wobei derselbe nur bemerkt wissen will, 


429 | 


dass desshalb an eine natürliche Verwandtschaft 
. mit gedachten Familien noch keineswegs zu denken 
« sey. Eine ausführliche Darstellung des Baues und 
der Affınitätsverhältnisse dieser Familie wird in den 
„Novis aclis nature curiosorum” erscheinen. 

37, Reichenbach nahm durch diesen Vor- 
trag Anlass, über Cariea Papaya und die Papaya- 
ceen im Allgemeinen zu sprechen und zu bemerken, 


dass er der Vermuthung des Dr, Fenzi, dass dus _ 
"äussere Zellgewebe nnd die Gefässschichten der 
Frucht höchst wahrscheinlich dem Fruchtstiele an-. 


gehören, beitrete. Derselbe hob mehrere Momente 
heraus, welche auf die Bestätigung dessen hinden- 
teten, sewie derselbe über die anatomische. Ver- 
wandtschaft des Blüthenstjeles und der Frucht sprach. 
‘ Cariea gehöre noch den Cxeurbitaceen anz sie zeige 


den Fortschritt der Bildung, denn ein gyermen än-. 


ferum werde zum germen superum, mithin stelle 
sie die Vollendung der Cucurbitaceen «dar. Nur 
die Placentatio sey verschieden, die Synthesis für 
- den Typus der Oueurbitaceen; das dritte Glied der 
Cucurbilaceen seyen die Papaysceen. 


135. Lumnitzer las hierauf: „Ueber die 


verschiedenen Formen der Georginen,” welche er 
auf acht Hauptformen zurückzuführen wünschte. 
Göppert erinnerte, dass Gerhard in Leipzig 
auch die Formen derselben systematisch bearbeitet 
habe, und Weitz fügte bei, dass sich dieser @e- 


. genstand wohl mehr für die Blumisiik, als für die ' 


Botanik eigne. 





, 


430 


BD 


38. Tansch meldete nun den Dank Er, Eixe 
des Hın, Altgrafen von Salm- Reifferscheid 
für die Aufınerksamkeit, die seinem Garten geschenkt 
wurde, mit dem Beisatze, derselbe habe die Ver. 
anstaltung geirollen, dass die Mitglieder im gräl- 
lichen Hause die reiche Sammlung yon sehr schü- 
nen, zum Theil von Ihrer Exe, der Frau Gräfin 


» Salm selbst, in Oel gemalten Blumen - and- Ohst- 


stücken sehen könnten, welcher gütige Antrag mit 
dem gebührenden Danke nicht »ur angenommen, 
sondern auch sogleich nach aufgehobener Sitzung, 
vereint mit einem nochmaligen Besuche dieses schü- 
nen Gartens, benützt wurde, 

40. Derselbe zeigte auch eine naturgetrene 
Abbildung des Arum campanulatum vor, welches 
in dem gräfl, Salm’schen Garten im Frühjahre ge- 
blüht hatte, was um so erwünschter seyn musste, 
da die bisherigen Abbildungen nicht ganz natur- 
geiren Waren. | 

41. Zebel überreichte aine vom Freiheren 
von Jaeguin aus Wien für die Section eingesen- 
dete Abhandlung von D. Leydolt übdr. die Plan- 
"iagineen. Eine Arbeit von vielem Interesse, welche 
_ diese einander so. sehr verwandten Formen, mit 
Benützung der reichen kais. Sammlangen Wiens, 
besonders durch die. beigefügten Tafeln näher be- 
leuchtet. 

43. Ferner wurde von demselben ein an Prof. 
Kosteletzky gerichtetes Schreiben vom Professor 
Zawadsky a aus Premysl überreicht, Derselbe 


u a 


er 


431 


meldeto folgende neue "Zusätze zur HLoRAG Anm: 
Chara fexilis L., Zannichellia pabustris L., Vero- 
nica. saxalilis L. und Buxbaumii Ten., Seirpus 
Beaothryon L. und earieinus Schrad., Eiriophorum 
triquebrum Hopp., Plleum nodosum L., Arena alpe- 
siris Host., Scabiosa longifelia W. $ K., Cornus 


 mascula L., Änchusa ochroleuca M. B., Phyteuma ' 


paueiflorum 5. Iyelum barbarum L. Gentiana bu- 
covinensis Herbieh, Laserpitiun Winkleri Herbich, 
Asparagus syiwatieus W. & K., Muscari racemo- 
sum W., Luzula sudetica DeC.'wnd Althü Herbich, 


Samifraga kıteo- purpures Sternd., Silene longiflera 


ührk., Stellaria nullieaulis W., Sedum sazatile W., 
Agrostenme coronaria L., Cerastium villosum Beumg., 
Euphorbia ambigua W. & K., Gerardiana, Jarg., 
Prunus Chamecerasus L., Potenülla pilosa W SP. 
und crocea Lehm., Rubus hirlus var. el rubiginosus 


Herbich, Glaucium lufeum Scop.;: Nuphar sericeum u 


Sın., Ranunculus earpalieus Herbich, Pedieularis 


e0mosa &., Lindernia pysidaria L., Cochlearia grön- . 


Iandica Sm., Thlaspi "perfolatum L,, Erysimum 
repandum L., Phaca alpina Jacy., Lactuea striela 
W. &K., Hieravium denudatum Schult., H: Halleri - 
Vin, Cirsium ‚paueiflorum Spr., Senecio macrophyl- 
lus M, B., Orchis variegata Jarg., Carex sapille- 
ris L., canescens L., Ü. nemorosa. Lumn., Baliv si- 
lesiaca IWF, Der grösste Theil wurde von Dr, Her- 
bich in der Bukowina gefunden. 

43. Welwitsch sprach hierauf: „Ueber die 
geographische Verbreitung der Pflanzen’: Derselbe 


Br 


A3a 


bemerkte, dass die äussern Einflüsse sehr viel auf 
die Metamorphose der Pflanzen einwirken Das 
geographische Studium der Pflanzen sey daher schr 
wichtig, und habe noch ein besonderes Interesse, 
vreil man sehr viel sehen müsse; hierilureh werde 
die Phytogenese immer mehr erleuchtet, Hierauf 
ging derselbe zur Schilderung der unterindischen 
kryptogamischen Vegetation der Adelsberger Grotte 
über, Interessant sey die Flora der Vorwelt, 
aber eben =0 interessant die Flora der Unterwelt, 
von der er mit lebhaften Farben die Beschreibung 
und die Beweise durch die Vorzeigung sehr schü- 
ner Schwammgebilde lieferte. — Die unterirdische 
Vegetation jeder Grotte könne nur immer Pilze vor- 
weisen. Derselbe ging hierauf zur pittoresken Be- 
schreibung der Grottein Bezug’auf die Schwammwelt 
über; er bemerkte, dass schon beim Eintritt in die 
Grotie sich ein schwammartiger Geruch kundgebe, 
welcher von den in Fäulniss übergehenden Pilzen 
herrähre. Durch die wreissen Gestalten, z, B. von 
_ Himantia, Xylosirome, werde man überrascht, allein 
nur mit Mycelien versehen sey es ein Polyporus. — 
Er wies eine Reihe von Spheria Hypozylon und 
bemerkte, die geringste Formentwicklung habe die 
meisten Früchte; wo die Vegetation vorschreite, 
werde die Frucht unterdrückt; ferner Thelephors 
hirsute in fingerförmiger Vertheilung, und auch in 
sehr langen Stücken; Himantia sulpkurea, bloss 
als Mycelium eines Pilzes. In dem tieferen Grunde 
der Grotte fänden sich die weissen Gebilde hüuß- 


433 


ger — hierunter eine Clavaria, die wobl eine Psendo- 
ımorphose änderer Pilze sey. Ferner eine Torula. 
Kine interessante Anamorphose der Eintwicklungs- 
reihe aller Formen von Polyporus medulla, zuerst 
als Himanlia, dann ‚Himanlia radicans mit Bildung 
von Polyporus, fernev Polyporus Vaillantii (Corda 
glaubte jedoch, es sey Polyporus medulla panis), 
ferner „Xylostroma giganleum. — &öppert erinnerte 
bei dieser Gelegenheit, dass auch in dem Berg- 
werke zu Wieliezka sehr lange Polypori vorkämen. 
— Die Metamorphose einer Chetophora fribergen- 
sis sey der Uebergang in Dedalea abietina,, Eine 
Mycena,‘ welche wahrscheinlich nen ‚seyn dürfte, 


Rhizophore pinnala. Phasorrhiza, welche an der . 


Decke der Grotte vorkomme, dürfte ein nenes genus 
' seyn. (Cordaferinnerte hiebei, dass Eniophyta 
elavata in ihrer verschiedenen Entwicklung die 
Gattang ‚Phacorrkiza vertauschen dürfte) Die Be- 
kleidung der ganzen Grotie werde durch Ozonium ' 
stiposum gebildet, 

44. Für den nächsten Tag wurde Göppert 
zum Präsidenten gewählt, und.sodann zu einer bo- 
tanischen Exeursion auf den Laurenzberg der Vor- 
schlag von Opiz gemacht, um die Waldvegetation 
‚ innerhalb der Ringmauern Prags kennen zu lernen. 


Süzung am 24. September. = 
- Präsident: Prof, Göppert; Sekretäre wie früher. 


. 45. Göppert legte seine Originalabbildungen 
' der Farrenkränter vor, und besprach zugleich seine 





434 


berelis erschienene Arbeit: „Ueber die fossilen Far. 
renkräuter,” bemerkte auch, dass in den Sieh. 
kohlenwerken Schlesiens fossile Farrenkräuter mi 
Früchten vorkommen, Burch die Unterstützung der 
Naturforscher habe er wieder so viele neue Arten, 
dass er bald ein neues Supplement zu dem beveits 
erschienenen Werke liefern könne; zugleich legta 
er sein Werk über diesen Gegenstand vor. In 
den Steinkohlen fünden .sich entweder noch die 
Reste der Farrenkräuter. selbst, oder blosse Ab- 
drücke derselben. Die von demselben vorgezeigten 
Abbildungen stellten vor;:ein Analogon für Poly- 
podium aureum, einen Stamm von Darallia cana- 
riensis-Polypodium aureum, Einen aufrechten Stamm 
auit acht-in einer Spirale gestellten Kanten. Eine 
fossile Neuropteris mit Früchten, Neuropteris con- 
ferta. Vom Rhein Cheilanthites acanthifolia; an 
dieser habe es ihm aber nicht glücken wollen, veife 
Früchte zu finden. Ein Farrenkraut von Baireuth, 
. Inden verschiedensten Entwicklungsperioden, an wel- 
chem noch die Früchte nebst dem Sporangium und 
dem‘ Annalus vorhanden ‘waren, Diese Früchte 
wurden durch’s Mikroskop gezeigt, und die An- 
schauung bestätigte das eben Bemerkte, 

46. Weaitz sprach über das Zahlenverkält- 
Diss, welches in der Pflanzenwelt deutlich zu sehen 
is; Opiz bemerkte aus diesem Anlass, dass auf 
diese Verhältnisse bereits Abbe Dohrowsky, ein | 
scharfsinniger slavischer Sprachforscher Bühmens, | 
schon im Jahre 1802, ein eigenes Zahlensystem | 





435 


. gegründet, und anonym unter dem Titel „Eintieurf 


eines Pflanzensysiems nach Zahlen und Verhältnis- 


sen?” bekannt gemacht habe. . 

47. Beilschmied sprach über die von ihm 
aus dem Schwedisehen übersetzten und mit vielen 
Zusätzen herausgegebenen hotanischen Jahresbe- 
„richte, so wie über seine Uebersetzung von Wat- 
‚som’s neuestem phytogeögraphischen Werke. Die 
" Botaniker Italiens, Frankreichs, Spaniens, Eng- 
lands und Dänemarks "bittet B., ihın solehe Disser- 
tationen, die nicht in den Buchhandel kommen, 
wo möglich .auf dem Buchhändlerwege mitzuiheilen; 
sie sollen auf Verlangen nach Durchsicht remittirt 
werden. Göppert bemerkte, dass Beilschmied’s 

. Vebersetzung dieser Jahresberichte mehr eine Ueber- 
sicht der ganzen Literatur, als eine blosse Ueber- 
setzung sey. — B. gedachte. eines Umstandes, der 
ihn oft in Verlegenheit gebracht, nämlich der Frage: 

ob .bei Uehertragung. und Weiterverbreitung von 
Namen, welche besonders ‚von Ausländern @Pranzo- 
sen -eie.) grammatiseh falsch gebildet worden, einige 
" Besserung "derselben erlaubt sey.' Bessere - man 
nicht, so komme man in- Verdacht, es nicht besser 
"zu wissen; Ü, Sprengel besserte alles Falsche. 
Respect vor den Autoren könne vielleicht daven 
abhalten; nicht jeder. Autor habe Zeit und Gelegen- 
heit gehäbt, die Grammatik und das Lexikon ‚nach- 
zuschlagen, oder einen Philologen zu befragen, doch 
wäre solches Fragen sehr wünschenswerth.— Manche | 
Namen seyen gar nicht zu entziffern, und ‚unver- 


436 


besserlich. ° Indess 'sey es in der Botanik doch 
noch nicht ‚so. schlimm, wie in der Chemie; s, dem 
Botaniker sey es aber eben so wenig wie andern 
zuzumuthen, falsche Namen nachzubeten. Göppert 
: bemerkte: schon Linn€ habe manche fälsche Na- 
men gegeben; möchte. man die unrichtig: eingeführ- 
ten. Namen ‘verbessern, so müsste die philologische 
Synonymie die Namen. nur noch vermehren. — 
Waitz meinte jedoch, man. ‚müsse Linne 's Lehren 
‚mehr, als seinem Beispiele folgen. 

#8, Welwitsch. besprach Unger's Aufsatz: 
„Ueber geographische Verbreitung der Pflanzen 
auf Kalk-, dann Granitgebirgszügen.” Es sey ihm 
der‘ Vorwurf gemacht worden, er habe ‚Pflanzen 
als einem, oder. dem andern Gebirgszuge ange- 
‘' 'hörend angeführt, die auch auf beiden Gebirgs- 
'zügen vorkommen. Unger habe aber schon bei 
Grätz’ ‚gefunden, däss sich in .den. Hanptgebirgs- 
Zügen. oft gewisse Einlagerungen’ von. Kalk in Granit 
und umgekehrt fänden } welche dieses plötzliche 
Erscheinen der Kalkflora veranlassten; auch könne 
. ja die Auflösung des Erdreichs von einer andern 
Gebirgsart hieran Antheil haben. Er führte mehrere 
-Gewächse an, "die er der weitern Beobachtung zu 
unterziehen ersuchte, ‚die nicht auf Kalk. vorkom- 
"men: Prunella vulgaris, Cistus Helianthemum, Daphne 


Mezereum;' Euphorbia Cyparissias; Orobus vernus, | 


.Fagus sylwalica, Pinus. — Die auf Kalk - vorkom- 


men: - Aster: Amellus,- Coronilla ıminima, Seseli 


glanoum, Serapias r rubra, Enieus Erysithales, Daphne 


es 
y n 


& 


Cneorum,  Alyssum sazatile, Geranium sanguineum. 
Das Gedeihen ‚der kultiyieten Pflanzen in einer - 
‘Erde von nicht entsprechender : Gebirgsärt könne R 


nicht als Norm „angenommen werden, weil hier die 


' Pflege des Cultivatenrs ihren nöthigen Einfluss übe,, 


"bei wildgewachsenen Pflanzen sey es etwas Anderes, 
Am. beständigsten seyen die Lichenen den verschie- 
denen Gebirgsarten. Zwischen Budweis und Gmür- 


den habe er Erica vulgaris. und Ledum palustre' 


in Torfmooren. gefunden, und zwar‘ von; der erstern 


eine varietas villosa. Die Ursache dieser Behaarung. ' 


leitete derselbe davon 'ab, weil. am Ufer der Boden 
sandig und trocken war. - 


49. . Biasoletto legte noch mehrere neue 


Algen vor, als: Alimeda multicaulis und tuberosa, 


: welche man sonst zu den Zoophyten rechnete, die 
er jedoch. in. das Pflanzenreich zu reihen glaubt,- 
 Zonaria aureolata vor. und Hydrodiction granulatum. 

50. Es ‘wurde sodann die gemeinschaftliche 


hotanische Exenrsion in den fürstl, Lobkowiz’schen 
Garten, um die Alpenflor des. Gartendireetors 


Skalnjk zu besehen, dann auf den Laurenzberg 


unfernommen; Br -(Schluss folgt.) 
"mM. Gorrespondenn 


Im Sommer 1819 fand ich in der Gegend: um 

\ Lobositz, auf nassen Wiesen Torazacım lepioce- 

. phalum Reichb. und nännte diese ‘Pflanze in mei- . 
"nem Herbarium Leontoden parviflorus, ‚da ich eine 


dazu passende‘ Beschreibung nirgends fand; er- 


"wartete aber aus. den neuesten botanischen Schrei 


8 


438 


ten, die mie noch unbekannt waren, bald etwas 
darüber zu erfahren, in der Meinung, dass dieser 
Leontoden gewiss schon anderwärts aufgefunden sey. 
Im Jahre 1825 sah ich denselben Leontoden 
im Herbarium meines thenern Freundes Franz 
Alois Fischer in Nixdorf als Eeontoden Tiridus 
IF. K, vom Meren Professor Hochstetter heim 
‘Mönftzer-See in Mähren gesammelt, und nahm ihn 
nun als eine Varietät vom Z. Hridus, olmwahl mir 
: immer auffallend waren der kleine Blüthenkopf, 
die eigene Gestalt der Blätter, ‚und dass derselbe 
in Gesellschaft von Z. liridus, der doch immer grüs- 
ser und anders geformt erschien, in zahlreichen, 
gedrängt stehenden Exemplaren vorkam, während 
Z. lividus immer nur in einzelnen, stets entfernt von 
einander wachsenden Exemplaren sich sehen Bess, 
Ich wollte mieh min überzeugen, ob dieser 
Leontoden sieh durch (alter verändern würde md 
‚säete ihn Im Jahre 1826 aus, %u meiner Ver- 
wunderung sah ich, dass diese vermeintliche Varie- 
tät in "allen ihren unterscheidenden Kennzeichen 
unverändert blieb; üppiger waren die Exemplare 
geworden, das ganze Verhäliniss der Form aber 
war. standhaft. Noch nicht damit zufrieden, sam- 
melte ich von den kultivirten Pflänzchen Samen 
und säüete denselben nochmals aus, und abermals 
erhielt ich dasselbe Ergebniss. . 
Vehrigens fand ich die erste Beschreibung die- 
ser Art ia der botanischen Zeitung, Jahrgang 1829, 
3. Band, Ergäuzungsblätter Seite 35, wo Herr 


#. 


4349 

Professor Tausch ihn als Leontodon pareiflorus 

anfstellt; Exemplare des von mir gefundenen, die 

ich an Herrn Dr, Tausch sendete, wurden von 
‘ihm als richtig bestätiget, 

Bewmerken muss ich noch, dass in unserer Ge- 


gend (dem nördliehsten Theile Böhmens) nur Ta- 


raxacum offieinale Mnch. und T, glaucescens Kit. 
vorkommen. An einem und demselben Standorte 
wachsen beide Arten. Zuerst blüht T\ offieinale, 
und erst 14 Tage. wenigstens . später erscheint T. 
 glaucescens in der Blüthe; doch nirgends, so fleis- 
sig ich ‘auch darnach geforscht habe,. ist mir in 
z unserer Gegend Taramacım palustre vorgekommen. 
Vor..2 Jahren fand ich an einem .Wasser- 
graben: bei: Königswalde hier in‘ unserer Gegend 
mehrere‘ Exeinplare von Spirea „Ulmaria L., an 
denen die untersten Blä itter auf beiden Seiten’ ganz 


‚kahl, die zunächst höheren auf. der untern Seite. 
„ein wenig filzig; die noch höheren etwa zur Hälfte 


und die "obersten endlich ganz filzig waren. 


‚Androgyne Blüthenkätzchen” scheinen vorzüg- 


lich den Weiden eigen zu seyn; doch nicht aus- 
schliesslich, ich habe” sie auch, doch nur ein einzi- 
ges Mal, an „Betula- nigra L. gefunden. 
Nixdorf. Jch. Christian Neumann. 
IL. Botanische Notizen. 
1. In der Linnäischen Societät zu London ward 


den 25. Nov. 1836. eine durch Schomburgk ge-. 


sandte Orchidee vorgezeigt, die an einer und der- 
selbeu Aehre Blüthen von Myanthus barbatus und 


g 


440 


von Monachanflıus viridis Lindl, twug, welche nur 
durch Geschlechtsrerschiedenheit bedingte Zustände 
derselben Species zu seyn scheinen. Die Achrs 
hat fünf Blüthen des letztern und zwei von Myan- 
ihus. Die nümliche Pflanze trug einen zweiten 
Schaft mit lauter Blüthen von Hyanfkus barbalus 
allen. Schomburgk erwähnt brieflich noch 
eines andern Beispiels der Art, das ey kennen se- 
lernt, und zwar dass eine kräftige Pflanze, die zu 
einer Zeit Blöthen von Monachanthus viridis tung, 
zwei Monate vor seinem Schreiben einen Schaft 
mit Blüthen des Eziaselum tridentatum erzeugt habe, 
welches er für einen dritten Zustand derselben 
Species ansieht, Cafasefum tridentatum hatte er nie, 
wohl aber Moneckantkus virklis in Menge Samen 
bringen sehen. Letzterer schiene die Zwitterpflanze, 
Myanthus berbatus die männliche und (Cafasetum 
tridentatum die weibliche Pflanze zu seyn. Diese 
Thatsachen werfen ein nenes Lieht auf die Lebens- 

weise der Orchideen. (Philos. Magaz. Jan. 13373 


2. Das Wonrary- oder Urary-Gift der Indier 

am Orinoko kommt nach B.H. Schombunrgk von 

, der neuen Sirgchnos toxifera Schomb. follis ovato-Ian- 

ceolatis acuminatis 3 — 5-nerviis utringne ramulisque 
ferrugineo-tomentosis, bacca polysperma. (ebend.) 


3. Pinus brulia Ten. Ihr Char, ist nach Prof. Don _ 
@Bibl. d. Linn. Soc) P. foliis geminis prielongis te- 
auissimis undulatis, strobilis sessilibus conglonera- 
tis ovatis keribus, squamis apice truncatis planius- | 
eulis umbilicatis, In Neapel, (ebeudas,} 


— 


£Hiezu Beiblatt 5, zum 1, Band.) 


Allgemeine 
botanis che Zeitung. 

















'Nro. 28. Regensburg, am 28. Juli 1838, 





ü 





nn 


L Original- Abhandlungen. 
Protokolle der botanischen Section bei der Versamm- 
lung deuischer Naturforscher und Aerzte zu 
Prag, im Herbst 1837. (Schluss.) 
Sitzung am 25. September. 
Präsident: .Bentham, Hofr, Reichenbach und Nees 
von Esenbeck; Sekretäre wie früher. 


Beniham eröffnete die Sitzung mit einer 
Dankrede für die Erwählung zum Präsidenten. 
52, Lang zeigte der Section an, dass er noch _ 
einige Exemplare. des yon ihm und Szovits her- 
„ ausgegebenen Herbarium for zuthenie@ vorräthig 
und diese bei der k. botan. Gesellschaft zu Regens- 
burg deponirt habe. - Zugleich machte er allen’ 
Freunden der Flora bekannt, dass er für Jeden 
bereit sey, aus seiner, bei 2500 Arten, rein aus 
‘der ungarischen Flora enthaltenden, sehr reichen 
"Doubletten . Sammlung das abzugeben, was die Bo- 
taniker wünschen, und erbat sich desshalb die Ein- 
sendung der Desideratverzeichnisse. — 
53. Corda setzte hierauf die vollständige 
-Darstellung seines Pilzsystems, welches durch Com- 
bination der verschiedenen einfachen Formen, bei-_ 
Flora 1838, 28. Ee 


EV 


nen bisher noch keine Gattun 


nahe ein’ mathematisches. ‚genannt werden könnte, 


mit der Kreide, in der Hand fort, und wies sehr 
umständlich nach, wie sowohl die Pilzgattungen 
als auch die Familien der Kryptogamen gegliedert 
sind, und indem er. die Formen der Sporen und 


‚des Trägers den algebraischen Zeichen ‘einer ge- 
: ‚gebenen Combinatiousreihe ‚interponirte, zeigte en 
- die schematischen‘ Entwicklungen ‚der, Gattangen, 


und bezeichnete diejenigen Combinationsglieder, de- 
g entspricht, 'als die 
noch auszufüllenden Lücken. Er: wendete dieselben 
mathematischen Formeln‘ gleich noch auf die Liche- 


nen und Algen an, Derselbe bemerkte,’ dass die 


Organagenesis mehr in ;die systematische Botanik 


als in die Pflanzenphysiologie. gehöre; und dass die 


: Entstehung ‘der Spore bei allen Familien in. Betracht 


zu ziehen sey;. und daher ‚künftig kein Pilz, bei 


- welchem sich. die Sporenbildang . nicht nachweisen 


a 


lassei aufgenommen werden. solle. 
2 D Tausch legte die ' genane Beschreibung 
einer ‚neuen Pflanzengattung nebst Abbildung, vor, 
welche Sieber unter. der Draba siellata aus den 


: Alpen mitbrachte, die mit Eudema verwandt ist, 


und sich. durch ihre ‚Samenbildung: unterscheidet, 
indem sie eine radieula lateralis besitzt; er nannte 


"sie Rtizoboin ya, die. Species’ aber .R. .alpina. 


. Hierauf theilte- derselbe noch seine, in der 


Flora ireiin ersehienene neue Gliederung der Gat-, 


e tung Erica mit.: 
Br Reum ‚gab. sein  Roferat üher die Frage 


B 


ws 


& \ x 


0... 448 


Re a e 


des Obergärtners Bosch ab: „Ob der Mutterstamm 
einen Einflüss. auf das Edelreis ausübe ?” welches 
“er insofern zugab; als die Erfahrung dafür spreche; 
- doch glaubte derselbe, dass eine;Cirkulation der. 
Säfte nicht stattfinde, und. dass fein £ Gefäss für‘ 
"sich ‘die Säfte bereite. 

5%. Corda suchte sodann’ mit ‚ Hülfe derKiei. 
denzeichnung insbesondere den Umstand genau zu 
erklären, dass wirklich, eine Cirkulation der. Säfte, 

- bei ‘den Pflanzen | auf ähnliche. Art. wie bei den 
Thieren. stattfinde. Zu j 
B- 58: Mikan zeigte Meerhälle,  (Pile marine), 
die er‘an der Küste des Golfs von Neapel ’gesam- 
melt hatte, und ‚erklärte ihre ‚Entstehung aus den 
Wurzeln, Stengeln und -Blä ittern der Zostera me- 
zing, welche, im ‚Meere macerirt, durch das Rollen 
= seiner Wellen nach und nach eine Kugelform . er 
halten, was auch durch, das Vorzeigen der Ueber- 
‚gänge erläutert wurde. Er legte zugleich, Klein’s _ 


‚Abhandlung - über diesen Gegenstand: ‚vor, um zu" 


zeigen, dass dieser aufzierksame Beobachter schon 
vor mehr ‚als-100 Jahren ‚die .riehtige Ansicht von 
der Entstehung dieser Meerbälle aus Zosiera marine, . 
* hatte. Er bemerkte schliesslich, der Gruud, warum 
- diese Meerbälle nach irgend einer neuen Augabe, 
von einer Art Caulinia hexzuleiten seyen, mag wohl 
in der Veränderung der generischen. Namen von’ 
‚Zostera und. Caulinia liegen, wobei jedoch immer | 
dieselbe Pflanze verstanden wird. 
© -E e E7 B 





1A 


y, 


[N 


tr 


:0, Fi ieber "legte sowohl die Beschreibungen. als 


9 Abbildungen von I. öohemica, I. Fieberi and hun- 
.garich vor, mit Auseinandersetzung der- vorzüglich- 
\ sten ‚Kennzeichen, sowie ‚Exemplare der 2. squalens. 


„Sitzung am '26. .Sepiember. N 


Präsident : : Hofe. Bei chenbach und Prof, Ne es von 
Es enb eck; ‚Sekretäre wie früher. 


- Opiz legte vor: a) das, erste Heft s seines 


E when Nomenclator bolanicus, welcher die Ab. 
. sicht hat, nur aus den Onellen zu ‚schöpfen, . die 
Priorität des ersten Eintdeckers zu siehern, die älten 


und neuen’ Synonyme, sowie die kryptogamischen 


‚und phanerogamischen Gewächse in einer alphabe. 


- tischen Reihe‘ folgen zulassen, und gleichzeitig die 


neuen Entdeckungen” zu pablieiven.. 5). Die ökono- 


misch - technische. Flora Böhmens, nach’ ‚einem äus- 


gedehnten Plane bearbeitet, "yom "Grafen wBerch 


told; im Botanischen vonSeidE später von Opi z, 


61. Reichenbach sprach über die Wichtig. 
keit des von Richter ‚herausgegebenen „Codes 
Linneanus,” “und wie nochwendig es Sy Linnes 


an Arleien zu kennen. 


Hierauf ging Hofe. ‘ Reichen ib a ich zu 


. seinen.  Kinternalinn een : „Gattungen krypiogami- 


scher Gewächse Deutschlands als Kupfersammlang 
für Botaniker” und - „Wandtafeln ‚des. Pflanzen- 


reiche” “über! zu ‚diesen wurden: "ein. paar Hefte 


ungen gegeben. „Handbuch des. natürlichen 
‚ ‚Pflanzenzystens . yach, allen seinen Familien,” . ‚das 





eine vollständige Auseinanderseizung der Verwandt, 
schaften der Pflanzen enthält, _ 

6. Opiz las Einiges ‘über. die Vegetatiöns- 
. yerhältuisse Böhniens, welcher Aufsatz mit -. ‚drei 
pyramidenartigen Tabellen versehen war, in wel- 
.ehen 1. die -Vertheilung der Pflanzengattangen auf 
den verschiedenen natürlichen Standerien, 2, die 
"Darstellung. der- Verhältnisse ‘der natürlichen Fami-: 
kien nach Hrn..Hofr, Reichenbach’s System, end- 


lieh 8, die Verhältnisszahlen der Pflanzen- -Gattungen = 


“ Böhmens hervorgehoben wären. Derselbe beierkte, 


dass, wenn Böhmen auch. keine Alpen aufzuweisen 


. vermöge: so erhebe sich dennoch der. "höchste &e- 
birgszug des Riesengebirges zu einer Höhe von s11 


- Klafter über die Meeeresflächs bei: Hamburg, Da 


Böhmen noch immer einen bedeutenderen "Wald. 
stand als die Nachbarländer besitzt, so zähle die . 
Waldflora 111 phän. Pflanzengattungen, die '&e- 

wässer 83, die Hügel und Berge 73, die Aecker 43, 
die Wiesen 59, das Hochgebirge 35 Gattungen, 
»  Die’einzige, Böhmen eigenthümliche Pflanzengattung 
sey Coleanthus Seidl; die in seinen Materjalien zur 


‚ Flora Böhmens aufgenommenen. Pflanzen betragen 


3645 Arten; hievon die Krypiogamen. mit. 1447, so 
ergebe sich für die Phanerogamen. die‘ Sınme von 
2198... Ausgezeichnet ‚sind im : Riesengebirge. die 
nordischen Pflanzen, Rubus Chamemor us und Sasi- 
fraga nivalis.. Die Kryptogamie erwarte noch täg- 
lich durch die unermüdlichen Forschungen des Hen. 
. Prof. Edlen Y ‚Krambholz und. 4 Hon, Eust. ‚ Corda 


EZ 


446, . 
= Bereicherung. "Das Verhältnis der Phanerogamen 
zu den Kryptogamen werde wohl aller Wahrschein- 
. lichkeit nach wie 1:2 erscheinen, ‘Der grösste 
: Artenreichthum- finde- sich in: der Schwammwelt; 
"Manws 'Lichenologia bohemica zähle 362 Lichenen 
auf, Die Moose zählen’ 313 Arten. Composite. zäh- 
"len 220 Arten, mächen ‚& der Gesämmtvegeiation, _ 
in "ganz Dentschland 3 2. —— Die Papilionaceen 170 

‚Arten, machen „,, in Schlesien bloss „4. ‚Die Gra- 

'mineen 168 Arten, daher „, in Deutschland. gleich- 
ur falls ‚Die- Rosaceen 146, mithin Fe Die Zabie. 
ten 138, mithin. Fr ‚Ameniaceen und. Personate 19 
Arten, mithin ; ee "Die ‚Teiradynama 91 Spee., da- 
her „5, in Lappland auch 2% Cyperoidew 86 Ar- 
‘ten, 75, in Frankreich sr. Umbellifere 76 Arten, zz 
in. Schlesien „u. Orchidee 61 ‚Arten, 3a in Schle- 
sien gg. Caryophyllaces 58 Arten, 3.— Capri- 
 foliacee 50" Arten, %- Die Phanerogamen Böhmens 
"zeigen nach Reichenbäch's ‚System das folgende 


 ‚Verhältniss: 


\ Rhixo-aeroblaste. 46. Spee. Wh aulo-aor oblaste 371 

Spec., Phylio-acroblasi® 138. Spee,, Synpetale 694 

Spee., Phyllo-blaste 161 Spee., Calycanthe 492 Spec., 

: Thalamanthe 396, Spee. . "Zusammen obige 2198, 

Die. Gattung -Salix zählt 72, Mentka 50,  Hiera- 

Chu: 44,,:Carew. 37 Arten. ” = 
"64: ‚Hofe: Reichenbach nahm hiey. ron Anlass, 

- „Ueber. die Nothwendigkeit der Beobachtung der 

u geographischen Verbreitung von Pflanzen” zu spre- 
ehen.: ‚Bine ‚gleiche Behandlung der ‚einzelnen Fa- ' 


nn 0 447 
milien sey nur nach - einem genetischen Peindp 


a 


möglich. 


Isop der Bibel”. 0... 00 


66.: F ieber. legte nun die 15 Formen von: 


 Echium aus der Umgegend Prags.vor, die-er, durch 
die, Auffindung von ‚Echirum ‚Wierzbiekü veranlasst, 


im Taufe des letzten Sommers sammelte. Tausch. 


bemerkte hiehei, Echium Wierzbickii wäre zu Echium 
.. dalmaticum zu ziehen, und hält es für eine blosse 
E Varietät® on Echium vulgare,‘ "Fieber äusserte 
Sich): eg‘ stehe dem Echium rubrum nahe; er .er- 








suehte um’ ‚genauere "Beobachtung von Kohium auch: 


in andern Gegenden, und erbot sieh, in diesem 


Jahre vollständige Exemplare von‘ diesen verschie- ; 
denen Formen, deren Unterschiede derselbe bereits 


in skizzirten Handzeichnungen aufgefasst hakte, mit- 
zufheilen, nz 


67. Reichenbach bewies‘ hierauf, wie diese 
Auflösung der ‚Species in Formen, ‚und. die Beach- 


tung. dieser ‘Entwicklung des Urtypus Demjenigen 


‚gleichzustellen wäre, was Brehm bei den Vögeln. 


beobachtet: habe, wo zwischen‘ den Urtypen- die 


Formen beinahe ununterbrochen ‚vorkommen, "und. 


65. Landau las einen’ Autsatz „Ueber den 


eine scharfe Begrenzung nicht gefunden. werde. In 


der Naturanschauung milsse- man ganze "Siüiten -be- 
obaehten, — alle Grenzen‘ würden hiedurch auf: 


gehoben, die Typen würden sich alle untereinander ' 


verbinden, wenn von 'allen Seiten die Gliederungs- 
reihen verfolgt würden. Die Kultur gebe Aufschluss 


a. 


Fa 


N 


| *Hinsicht gearbeitet, und schon zeit dem Jahr 1895 


48° 


über die strithlenförmige Ausbreitung der Reihen, 
Diesen Weg zu verfolgen, sey notlwendig, um die 
Natur in ihren Schritten zu belauschem. 

68. Welwitsch sprach über die Fortsetzung 
der kryptogamischen Flora des österreichischen Rai. 
serstaates, Die Phanerogamen desselben seyen schon 
genau bekannt, eine gleich günstige Behandlung 
fordere daher auch die Kryptogamie, Seit sechs 
Jahren habe er vorzugsweise in kryptogamischer 


be 


die Synopsis der kryptogamischen österreichischen 
Flora bearbeitet. In Auflorderung des Präsidenten 
Nees von Esenbeck und von Martius habe 
derselbe in einer Zeitschrift Farren, Moose und 
Lebermoose geliefert. Von seiner „Synopsis Nosto- 
 chinearum Austriee inferioris” vertheilte derselbe 
. Exemplare untge die anwesenden Mitglieder, Die 
Süsswasseralgen würden demnächst die Presse 


‚ verlassen, 


69. &öppert „Ueber Pflanzenskelete,” Strure 
‚habe eine Abhandlung „de silieia in plantis” gelie- 
fert, Die Eyuisefaceen hätten einen grossen Antheil 
Rieselerde; nach dem Verbrennen der Pflanze bleibe 
ein Skelet derselben zurück, Durch Abbildungen 
werde dieses nachgewiesen; diese Angaben seyen 
vollkommen gegründet, auch ‘die Blüthentheile lies- 
sen sich durch das Glühen auf dieselbe Art erhal- 
‘ten. Auf diese Art habe er auch andere Pflanzen, 
selbst die zartesten Theile derselben, untersucht, 
Selbst die Schlenderer hätten durch ‚Jas Glühen 


3 
© 


449 


x 


ihrg ‚Äugsere Form zum ,Skelet verwandelt gezeigt; 
das Skelet bestelle aus Kali, Kalkerde, Kinselerde, 
Diess führe zur Entscheidung der Frage: ‚ob sie 
diese ‘Stoffe erzeugen oder aufnehmen? Ui .die 
angrganjschen Theile in den organischen. ‚aufzufin- 
‘den, untersuchte er dieselben, indem er sie in einen 
Mörser warf ‚und zerstiess, Die verschiedenen 
Theile; den: Pflanzen enthalten. auch "verschiedene 
Bestandtheilg ‚in den ‘verschiedenen Lebensepachen, 
Jene. Theile, welche sich im Wasser auflösen, ent- 
hielten. Kali; bleibe ein Rückstand, so - sey;..diess . 
Kalle; oder, Kioselerde. Diesen Rückstand, ‚prüfe 
“ man mit, Salzsäure, — Kalk. werde aufgelöstz — 
bleibe noch pin Rückstand, so sey diess Kieselerde. 
Selbst Secretions- und Assimilationsorgane. könnten 
gezeigt werden. : Sykora bemerkte, dieselben Be- 
obachtungen auch an der Kohle von Pinus .Abies 
gemacht zu haben. &öppert fügte bei, auf die- 
sem Wege liessen sich die Mono-, dann .Dicotyle- 
 \donen am besten unterscheiden. — Grabowsky 
meinte, wenn die Epidermis" der Pflanzen bless aus 
Kali bestände,. wäre die Ausbeute an Kali sehr gering. 
70. Boriwog Presl verlas Dr. Meneghi. 


nvs '„Conspeetus algologiee euganeı ,” “welcher wi; 


Abbildungen der neuen. Arten versehen ist, und 
in welchem’ eine neue Gliederung dieser. interes- 
, .‚santen Familie versucht wird, 
71. Reichenbach theilie Nachricht von sei- 
ner „Plora germanica exsicenta” mit., : - 
72. Schliesslich folgten Worte des Abschieds, 


450 nl 


' gegenwärtigen. 


r 


gesprochen” von: deni: iAsaiigen Präsidnten' N 8; 





von Esenbeck, in- welchen‘ sich’’derselbe"dahin 
aussprach; dass noch 'ih.kötner Verkanimlung” der 
Nätürförscher i Jan der botanischen. Section. «oviel ‚des 
Interessänten verhandelt worden sy; asia. der 





ERIOR 








m :Correspondenw 





. E sa gereicht. mir zum Vergnügen, Ihreb freünd- 
"schaftlichen: "Auıfforderi ing‘; Dia Bestihmtaliß" der Sy. 


BETY 


Aonymie' -der ' ii hiesigen ‚Gegend vorkommenden 
Grödus, Arten zu‘ “entsprechen. Allerdings ’hedürfen 
die‘ dafüber in- der‘ Anmerkung: zu: Nr ES 32 


u 


und‘ 'ain:Schlusse - der- Nr. 5.8. 80:7 der öisjährt - 


. gen botanischen Zeitung: "enthaltenen Bemerkungen 


einiger Aüfklärung; dem so leicht‘ auch ı eine Wen 
wechslung‘ zwischen Orobüs versicölor" und’ älbus, 
der nahen Verwandtschaft und Achnilichkeit dieser 


Arten wegen, stattfinden kann, so iesse sich das 
Gleiche von einer oder der. andern derselben in 


Bezug auf ©, variegabus Ten,- ‚oder 0. tuberosus L. 
doch "schwerlich vermuthen. 


"Anm einfachsten’ dürfte | 'sich‘ ae. Sache ch 
Anfzählting der bei- uns eiüheimischeh Arten dieser 


der Zeit ihres Vorkommens aufhellen lassen. 


schönen Gattung | und Bezeichnung des. Ortes und 


'1. Zuerst ‚erscheint. Orobus vernus EZ. in lich- ' 
ten Laubgehölzen, in Gebüsch' und: Hecken., gar ' 
“ nicht selten 2. B. ‘im. Boschetto Farnedo, wo Sie ; 
' jhn auch sahen, i in den: waldigen Thälern von Rojano 5 
und i in- andern mit Wald bewachsenen Gegenden), 


& 


ee 77 


Seine. Blüthezeit fällt in die Mitte April und: danert 
bis Anfang Mars. Er. koinmt sowohl ;auf "Thon- 
schiefer. als auf Kalkboden vor, liebt den. Jetzten 
jedoch weniger als’ "den ersteren, *) rn 

"2%. Orobus variegatus Ten. El. neap: co. pyre- 
 naieus.:'Scop. Fl. car. p- 59. nach Standort: und 
 Beschreibung.. 0. venelus :Dts: ‘rar. .pl.:hist.. ihb.«VA 
pag. COXXX. mit sehr kennbarer Abbildung. : 0. 


_ mültiflorus Sieb) kommt hin. und wieder im Laub-: ; 


 _gehölze ,: jedoch viel seltener "als. die Vorige! Ant- 
vor, und..sucht Standorte, die‘ mehr‘. gegen :die 
‚heftigen ‚Nordostwinde geschützt: sind ‚daher Heifft 
man ihn im Boschetto, ‘wo die Bora ziemlich. hauset, 
“ nicht an... Seine nächsten Standorte bei’Triest sind 
ein’ Wäldchen in Rojano, und der mit:Wald be- 
wachsene’ Theil’;des ‚grosseu Karst- Kessels Draga 
‚bei dem Dorfe Orleg Ginder bot. Zeit.‘ Jahng. XI. 


1. Bd, 8. 154 Valle. Rutte benannt). An beiden 
Standorten kommt er mit Medicago earstiensis, und ‘ 


\ im zweiten: besonders häufig und in Prachtexempla- 





“ *) Anmerkung. Einzelne, aus sche. beschatteten umd 


feuchten Standorten stauımende Exempläre des Ö. ver* 


aus, Bait besonders schmalen , langen und sehr züge- 

apitzfen Blättchen, wie ich deren aus, der Gegend des 

sogenannten finstern Sex!s. bei ‚Idria besitze, stellen 
..den.O. ‚Maccidus. nach den; in. Reichenhach" s Flora‘ 
 excursoria Nr.’ 3462. vorkommenden Angaben recht 

gut dar; ich wage doch. nicht zu entscheiden, ob es 

die ächte Art dieses Namens sey, halte viemehr‘ meine 

Exemplare. für eine dureh‘ die ‚Eigenthündlichkeit des 
ı Standortes erzeugte zulalige Abmormität, 


% 


2 


ö 


Fe | . 


ven: von 1£ bis 2 Fuss Höhe vor, Zum Unterschiede 
von :der ‘vorigen Artiliebt diese mehr den Kalk. 


boden, '‚verschmähet aber auch “den Thonschiefer 


‚nicht, wie es das Vorkommen im erstgenannten 
Standorte beweiset,. Sie blüht um einen vollen 
"Monat später, und.entfaltet die ersten Blumen, wenn 
‚die. Schoten “des Orobus "vernus sich bereits der 
- Reife nähern, "Nebstdem ‘ist O. variegatus an dem 


. gedrängteren Stande: seiner kleineren, zahlreichen 
8 be) b 2 } 


"dachziegelförmig. über einander stehenden Blumen, 


— die auf lichtem Grunde dunkelrothe Streifen tragen, 


"and an der ‚festeren Substanz der breiteren, wenl- 
‚ger dank: 'Zugespitzten 'Blättehen kennbar. :Da, wo 


beide Arten miteinander vorkommen, wie.z. B. in 


der! Orleger- Draga, ist es nach der Blüthe schwie- 
vig,, ‚sie zu-unterscheiden, denn da hei 0, variega- 


Zus. die: neisten. Blumen abortiren, und nur wenige ® 


davon Früchte ansetzen,!sa erscheinen. die Schoten 
‚eben so vön einander entfernt als jene des O. vernus, 


“und ' bieten. sonst ‚auch keine "Verschiedenheit dar, : 
während andererseits. die Blätter des 0. vernus ! 


„mit dem Vorrücken- der Jahreszeit grüssere Festig- . 


‚keit erlangen. % ö 


. O..variögatus ist in ‚dem wärmeren Theile des 
" Küstenlandes durchgehönds, jedoeh nur stellenweise ° 


“anzutreffen! Bei Görz traf ich.ihn unweit des "Dor- 
des "Saleano; in einer Schluekt rechts am Wege 


7 zum Montesanto‘, anf 3 Höhe ungefähr — dann 
"jenseits. des Isonzo im Parka von $. Mauro’ häufiger. ' 
‚Ferner kam er mir. auf. der Vremschza ‚Gora zwi. 


. 
} 


458 : % 


schen Senoschetz und Vrem in Innerkrain ‚vor; "und 


diess: wäre die mir bisher ‚bekannte "Bördlichste. 


Gränze . Seines Vorkommens. ‚In, Istrien traf ich 


‚ihn zwischen. Albona und Barbana im Thale del‘ 


nepans; am‘ südwestlichen Abfalle. des - Slavnig- 


Berges, dafın im. Gebüsche, vor‘ dem Eingänge. zu 


der sehenswerthen Grotte von Ospo und anderweg. 
> 


Weiter im Süden sah ich ihn im Gebirge von Eri« 
voscie im Kreise von Cattaro, und zweifle nicht, : 


. dass er längs. des ganzen ‚dalmatinischen Festlandes u 


anzutreffen sey. " 
ee u 1} Auiberogus L. and: zwar. die. Form mit 


niederliegendem Stengel, dieHos t.CRl. Austr; Vok ll: 


“pag. 322.) als_O. prostratus von’ der mit:aufrecht- 
' stehendein, unterscheidet, ob mit Recht, könnte. ich 


nicht: 'sagen, da mir diese “letzte. nieht bekannt ist, 
Unsere, durch ganz Krain. gemeine Art ist, hinge-. 


gen ‘bei Triest die selteriste uriter allen. . Mir kam. Be 


: sie erst voriges Jahr in einem der innersten Thä-' 
‚ler von Rojano, mit Orchis' maculata "und, ‚andergi - 


- ‚Pflanzen, die sehr ‚sehaftige, kühle Lage. erfordern, 


zu Gesichte. Da sie hier’ anf diesen. einzigen, "ver- 
“ borgenen - und sonst ‘wenig 'Auziehendes darbieten- 


den Standpunkt beschränkt. ist, so wird 83 begreif- 5 
‚lich, wie sie, bisher der ‚Aufmetksämkeit der Pflan- _ 
„zenforscher in. unserer. Gegend „entgehen konnte, 


" und ihr Vorkommen : daher als. zweifelhaft angege- 


ben -wurde. — In der Umgegend von Görz ist Or. 


. prosirabus auf:den waldigen. Hügeln yon Castagna- 


vizza , Pancwitz; Tusculano und. gegen Rrebaeino, 


8 
x 





e, 


2354 


wo der Boden durchaus thonig ist, gemein, Ebenso 
teifft man ihn auf den mit dichtem Walde bewach- 
senen Hügeln, die von St, Veit bei Wippach sich 
gegen Prevald zichen und von da an gosen Schloss 
Lueg einen Halbkreis um den Nanas "Pilden. Auf 
\ diesem Berge hingegen, sowie überhaupt auf Kalk, 
% - habe ich ©, prostrafus niemals gefunden. 
5 So beständig nun derselbe dem ’Thonhoden folgt, 
ebenso treu bleibt Im Gegentheile dem Kalkboden 
4, - Orobus versicolor. Gmel. (nach Reichen, 
FI. exeurs. Nr. 3470. und Koch’s Syn, pag. 20%. 
beide nach Exemplaren aus unseren Gegenden). Un- 
streitig ist diess die zierliehste der bei uns var. 
kommenden Arten; sie fehlt auf keiner nur milssig 
fruchtbaren Wiese des Karstes nach seiner ganzen 
Länge von Materia und Basorizza bis Duino, und 
Breite von Opchina bis jenseits Sessana ; Ihre Blüthe- 
zeit fällt in.die zweite Hälfte des Mai und währt 
bis zur Hälfte des Juni, Auf besserem und ge- 
‚düngtem Boden, wie im Lippizer Gestüts-Walde, | 
prangen die Blumen mit lebhaften Farben, das Vexil. 
lum ist karminroth, Flügel und Schifichen schwefel- 
gelb: auf magerem steinigem Boden bleiben diese _ 
Farbenschattirungen schwächer, oder verlieren sich, 
so dass die Binmen kaum einen gelblichen Anstrich 
haben, oder ganz weiss erscheinen; und da zu. 
gleich die auf solchen Standorten wachsenden Pflan- 
zen schwächer bleiben, und die Verästung weniger 
merkbar sich ausspricht, so tritt bei denselben sehr 
grosse Aehnlichkeit mit O, alöus ein; daher es ge- 


= 


kommen seyn mag, dass ‚unser Orobus für O, albus 
gehalten wurde. Die, ächte,. in Niederösterreich 
vorkommende Pflanze dieses, Namens hasitzen wir 
hier nicht. -Uebrigens ist O. versicolor meines Wis- 
sens, in. unseren Gegenden ‚auf die Bergfläche des 
Karstes beschränkt. Weder am diessseitigen Ab- 
hange gegen das Meer, noch am jenseitigen seen 
Krain babe ich ihn jemals gesehen, | 
So schön sieh 0, zersieolor einlegt,, und, die 
“Färbung der Blumen nieht minder als das frische 
Grün der Blätter bewahrt, daher dem Botaniker 
‘doppelte Freude verschafft, ebenso sehr findet. das 
Gegentheil bei dem in lebendem Zustande‘ blaulich- 
grünen, getroeknet stets schwarz werdenden 
5. Orobus niger statt. Er schliesst die Reihe 
der Triester Orobus-Arten, sowohl in’ Bezug auf 
‘die Zeit seines Erscheinens, als hinsichtlich der 
‚Schönheit und Seltenheit: Man triff ihn “in, allen 
unseren Laubgehölzen . an: auf Thon- ebenso, wie 
auf Kalkboden, doch "vorzugsweise und üppiger 
auf ersterem. ! : - : 
. Will man zu dem Gebiete der Hiyeheeikünten- 
.. ländischen Flora, nach. den von der Natır vorge- 
zeichneten Grenzen, den Wasserbecken des Isonzo 
in semer ganzen Ausdehnung mit allen sich in den- 
selben ergiessenden Bergwässern und den Gebirgs- 
abhängen, woher diese kommen, ziehen, so ergeben 
sich dadurch noch folgende’ schöne Orobus - Arten \ 
- für diese Flora: . u 
6. Orobus Iuleus (0. montanus Scop, Fl. carn TI. 


# 


en 


\ page. 60. “Tah. ai, sehe ittelmäsig, 0: Lestgatus 


Waldst. & Kit.) kommt auf‘ der Höhe des. Nanas- 
Berges . oberhalb. der. St; Hieronymus - Kapelle und 


\ ‚weiterhin. im Buchenwalde häufig ' vor, und auf‘ an- 


: deren Gebirgen mittlerer‘ Höhe; ich, habe ihn - ‚auch 
aus ‚der. Kobila beildiia. Val 
m Orobus Clusü Spreng. -sysl. ( Vieia oroboides 
Wulff. in‘ Taca. Collect. , Waläst. & Kit. und 
‚Koch’s. Sm) ebenfalls in der ‚Hochwaldung des 


- Nanas, jedoch ziemlich selten, häufiger anf der 


Nordseite des Vremschza Gora und anderwärts in 
waldigen Berggegenden.. j 0 
'Ich benütze diese Gelegenheit, um, Ihnen ein 
Exemplar. Yen Galeopsis “anyustifolia mitzutheilen, 
welches eine merkwürdige ‘und "wie. mir scheint 
seltene Anomalie: därbietet.. Sie sehen ‘nämlich. die 
an dem .obern Zweige. öhtfaltete Blame: regelmässig, 
 Zünftheilig, und mit fünf. vollkommenen’ Staubfäden 
. versehen ‘(eorolla regulariter hypocräteriformis, Aubo 


\ eylindrico, elongato, imbo qüinquefido, lacinlis ovatd- 


‚'oblongis, in vivo „concavis); die inneren. Blumen- ' 


theile wolite ich nicht untersuchen , um dieses ein- 
zige Exemplar zu schonen. Zwei an dem’ untern 
Zweige befindliche Blumen haben ganz den gewähn- 


lichen Bau der Labiate dieser Art, die übrigen ' 


sind noch unentwickelt. - Ich fand die Pflanze in 
der Nähe von. Görz, wo diese Art auf Kiesgrund 
an: Wegen; "Ackerrändern n. s. w.. Ausserst gemein 


“ist, :So sehr ich später nach. Ähnliehen Abweichun- 


gen ‚suchte, konnte ich keine derlei melir antreffen. 
Triest, ur 0 Tommassini. 


Alle geheine 


botanische Zeitung. | 








Nro.. 29. Regensburg, am %. August 1838, 





I; Original - Abhandlungen. | 
Beobachtungen über die Gattung Erysiphe .DetC,, 
„Alphitomorpha Wealir. ; ‚von Obersibergrath. und 
Gewehrfabrikdirector von Veith, 


Hiezu die Steintafel I) 


"Auf inelier mit, jedem Spätsommer beginnenden. 
Jagd nach mir noch fehlenden Arten der alten Gat-, 
"tung Erysiphe oder der neuen Alphitomorplia, welcher 
', ich seit dem Jahre 1808 mit besonderer Vorliebe 
und nicht olne Glück mich, widme, hatte ich in den ° 
letzten Tagen des Septembers 1832 auf den Blät- 
tern der Prunus: domeslica ‘einen Pilz “entdeckt, 
welchen ich nach einer :an Ort und Stelle 'vorge-. 
"nommenen Untersuchung, ungeachtet einiger nicht 
unbedeutenden Abweichungen, . : für eine ‚bis jetzt 
unbekannte Art jener Gattung erklären zu müssen 
"glaubte. Das Zusammentreffen ‚seiner Entdeckung 
mit dem unseligen Zeitpankte, wo unsere botan, ” 
Gesellschaft ihren unvergesslichen Präsidenten, den 
allverehrten Grafen von Bray, verlor, schien mir 
eine Aufforderung, durch die Bekanntmachung die- 
ser Pflanze an dem Tage seiner Todesfeier in un- _ 
serer Mitte (den 24. Oct.) meinem vjeljährigen Gön- . 
Flora 1838. 2. .  _ P£' 


x 


Bi 


| ” @ 
ner und, ‘ich darf sagen, Freunde meine © Ehrfurcht 
zu bezeugen, und ikm. durch ihre Benennung nach 
"seinem gefeierten Namen. ein ‚neues ‘Denkmal: zu 
‚stiften. 5 
"Wenige Tage schon nach dem Vortrage mei 
‚nes zu diesem Zwecke darüber verfassten Äufsatzes 
erhoben sich über die Versetzung jenes Pilzes zur 
Gattung Erysiple,, besonders von Seite unseres so 
"scharf in die Natur blickenden Hrn. Directors Ho ppe 
Bedenklichkeiten: Um klar zu werden; wurde der- 
selbe samnıt Zeichnung. und getrockneten: Exemplaren 
‘dem später hieher- gekommenen. tiefen Naturforscher 
Ritter v. Martius um gefälliges Gutachten zuge- 
stellt, .. Dieser äusserte, sich, unterm 14. Nov. „aus 
; Mangel an Zeit und an literarischen Hülfsmitteln" 
über. meine Ansicht i im Kurzen dahin: „Die Gat- 
tung Erysibe, wie sie in neuerer Zeit ‚festgestellt 
worden, und wie:sie‘ "namentlich Greville in‘sei- 
ner FI. scotica erypti- mit trefflichen analytischen 
Zeichnungen: erläutert hat, isst sich durch ein Spo- 
rangium globosum doriaceo-membranacenm, sporan- 
giola plura continens atque filis periphericis ‚yaria 
forma horizontalibus radieatum eharakterisiren.. Sie. 
gehört eigentlich zu ‚den einfachsten - Formen der 
Bauelipilze: Gasteromycetes us. w.— Jene Pflanze 
. scheint mir zu den Hyphomycetibus : : solidis opucis, 
oder ‚zu den Byssis. zu gehören, "Eine genauere ; 
Untersuchung,” nicht des grumösen, gleichartigen 


x und ohne Zweifel keine Sporidia enthaltenden Stro- 


ma — sondern der Enden. .der Floccorum, welche 


hier so Kusserst- elegant gestaltet. sind, wird ‚nach- 
weisen, ob Sporidia inspersa siinplicia öder, septata - 
vorhanden .‚seyen ‘oder nicht.” 
"Zu .:dieser: Aeusserung mochte, "wie, ihr. Jnhalt, 
nicht undentlich..zeigt,. nicht nur. die in einem we- 
- sentlichen 'Kenhzeichen abweichende Gestalt des 
‚Pilzes, sondern auch, ‘und vielleicht noch mehr, . 
‘s meine frühere Angabe. veranlasst haben, dass ich 
bei deibselben . weder ein. Siroma bemerken, noch - 
- - Sporangiola entwickeln konnte. . So hohe’ Achtung. ° 
ich Laie für ‚alle. Priester. der. Natur überhaupt 
und: ‚für: Hrn. Hofr.. Ritter. v.' Märtius persönlich. 
 hege, so schien mir. doch dureh. seine Gegengründe 
" mieine Ansicht : noch. keineswegs als irrig erwiesen. 
; Am: wenigsten kannte ich aus Erfahrung in den 
Einden- der. Floecorum das.zu ‚finden hoffen, was 
Hr. y. Martius darin vermuthete. . 
Allein misstränisch auf meine Fähigkeit in solch 
„schwierigen «Analysen, aber auch. begierig .nach 
Belehrung, ersnehte, ich die botanische Gesellschaft, 
- einen.-in dieser Abtheilung der Pflanzenkunde be- 
 währten.. Botaniker, als Schiedsrichter zu erbitten. 
Es wurde hiezu der in dergleichen Untersuchungen 
so vorzüglich geübte Hr. P Prof, Dr. Kunze in Leip- 
zig 'auserschen. Dieser antwortete unterm 22. Octo- 
ber 1833 mit den wenigen Worten: - „Ich sehe 
wohl den. Hypothallas einer, Alphitomorpha., ‚aber- - 
keine Früchte. » : 
Zugleich theilte ich, um nach der Rechtsregel 
auch meinerseits "einen. Schiedsrichter zu erbitten, 


«“ 


A460 


Hrn. Dr. Unger in Kitzbühl einige mis dem zwei- 
felhaften Pilze reichlich bedeckte Blätter mit, um 
auch von diesem erfahrnen und scharfsichtigen My- 
kologen ein Urtheil zu erholen. Von ihm erhielt : 
ich schon den 3. April 1833.die Antwort: 

„Auf den ersten Blick blieb mir kein Zweifel, 
dass dieser Pilz eine Erysiphe aus der Verwandt- 
schaft von E. penicillata sey. — — Das Peridium 
ist diek-fleischigzellig. Das Peridiolum wenig: klei- 
ner und zur ein einziges, welches .acht zusammen- 
gehäufte Sporen enthält. Ich. glaube nicht, wie 

.H. Mohl, dass die in den Sporen deutlich erkenn- 
baren Zwillings- Kügelchen Oeltröpfchen seyen, — 
Die Haut des Peridiolams ist einfach und zart und 
‘die Sporen sind Bildungen seines anfänglich gru- 
mösen Inhaltes, Diese Art. von Erysiphe ist aus- 
gezeichnet und schön zu nennen. Da’ noch keine 
Abbildung davon existirt, so babe ich zu Ihrem 
beliebigen Gebrauche beiliegende Zeichnung ent- 
worfen.” , 

Diese. Verschiedenheit der Resultate aus den, 
Untersuchungen zweier gleich geübter Analytiker . 
erklärt sich, meinen späteren Erfahrungen zufolge, 
dadurch, dass Hr. Dr. Kunze, sowie früher ich, 
unreife, Hr. Dr. Unger reife Sporangien zufällig 

. der Prüfung unterwarf. 

Was Hr. Hofr. Ritter v. Martius anstössig. 
gefunden, wäre sonach beseitigt; was .er zur Auf 
klärung gefordert, nunmehr gegeben. Ich könnte ' 

“also auch als ausgemacht annehmen, dass der im’ 


461 


Sireite befangene Pilz, wenn nicht zur Gattung 
Erysiphe oder Alphitomorphe, auch nicht zu einer 
der von ihm bezeichneten Gattungen gehöre. Allein 
ich betrachte mich als zu wenig unterrichtet und 
als Botaniker zu tief stehend, um mich der Ent- 
scheidung anzumassen, und äppellire hiemit, da die 
Sache nun einmal se weit gediehen ist, um stren- 
gere Untersuehung an das botanische Publikum. 
Es gilt ja die Wahrheit; und: Wahrheit, auch in 
den kleinsten Dingen, ist heilig. Deu Richtern den 
Spruch zu erleichtern, will ich ein möglichst ge- 
naues Bild des sireitigen Gegenstandes nach dem 
‚dermaligen Befunde entwerfen, und meine Bedenk- 
lichkeiten gegen die bisherigen Einwürfe vorlegen. 
Es wird mir gütigst nachgesehen werden, wenn 
ich dabei zuweilen vom Besondern ins Allgemeine 
hinüberschweife. 
Um meinem Pilze den ihm von mir angewie- 
“ senen Platz zu vindieiren, muss ich meine Dar- 
stellung notbwendig bei dem Character genericus 
der Gattung selbst beginnen, — Sowohl &reville 
als W.allroth gründen ein vorzügliches Merkmal 
der Gattung Erysiphe oder Alpkitomorpha auf das 
Sporangium filis peripherieis horizontalibus radica- 
tum oder das Pyrenium capillitio peripherico - ra- 
diante suffultum. Wenn man das Wachsthum aller 
‚Arten dieser Gattung von ihrer Entstehung bis zu 
ihrer Vollendung durch alle Stufen becbachtet, so 
wird man durchgängig finden, dass die Theile.der- 
selben, welche bald fila, bald fulera, bald capilli- 


mn . u. 


tum u. 5 w. genannt werden, sich erst "ziemlich 
spät entwickeln, und. vom ersten‘Momente an bei. 
nahe bis zur erreichten Ausbildung: mehr ‚oder we. 


u niger ‘gegen den Scheitel des Sporangiums oder 


.. Pyreniums empor gekehrt sind,’ Sehr- viele. Arten 
‘senken sie dann, ‘andere .(z. B. Alph.bicernis, und 
Alph. tortilis W.) 'behalten.-ihre Richtung nach 'auf- 
‚wärts fast unverändert hei, und noch andere (z.B, 
A. gutiata und, besonders, A. iridaetyla W.) heigen 


> oder ‚drücken! sie so tief und gewaltsam gegen ihre 


Basis, dass sie das Sporangjum oder Pyrenium vom 
Stroma losreissen und also, wie:die ersten, nichts 
» weniger als horizontal ausgestreckt: sind. Die Ans- 
‚drücke; . Sporangium.filis ‚harizontalibus. radicatum 
„and. Pyrenium: capillitie suffultum., sind also, wenn 
ja; wenigstens nieht durchaus: richtig. - . 
‘Anders verhält es sich freilich mit dem Ansitz. 
Pinkte jener "Theile. :Bei: den meisten Arten kom- 
mei sie'zwar in der. N& ähe'.des grössten horizonta- 
‚Sen Durchmessers Ües.Sporangiüms .oder. Pyreniums . 
hervor; an der meinigen ‚hingegen 'sitzenssie dicht 


am Scheitel. ‚Allein schon kann mail. bei A. bicar- 
nis und ‘A, fortilis W., wo sie in "mehreren Reihen 


übereinander steken, eine- ‚Annähefung der obern 
"Reihen. gegen den ‚Scheitel ‚bemerken; Ja 5: bei A. 

 tridaotyla W. ‚findet «man :nicht‘ selten “einen und . 
„auch zwei ‚dieser Strahlenfäden (Becker’s) beden- 
tend gegen’ denselben vorgerückt, wie sich’ im Ge- 
. gentheile bei: meinem Pilze ebenso oft einer.oder 
‚zwei. ‚davon Bienlich v weit, entfernen. Und hat man 


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* in.der Folge "strablenlose Pilze‘ wegen der’ Gleich- 
förmigkeit. "ihres innen Baues, mit der Gattung 


‚Erysiphe "oder ‚Alphitomorpha- zu’ vereinigen und. 
hiernach (Walle. comp. Fl. germ. T. IV: p: 7533 ° 


‚den ursprüglichen Character genericus abzuändern 


keinen Anstand genommen ; 'warumksollte es Schwie- 
-, vigkeiten haben, jetzt auch- nöch einen neuaufge- 


‚fandenen, mit Strablenfäden‘ begabten Pilz von der 


“ nämlichen ‚Janern Beschaffenheit, "bloss weil diese 


nicht an der sonst. gewöhnlichen Stelle aufsitzen, 


in jene Gattung aufzunehmen ‘und die Merkmale 
auch auf ihn passend festzustellen? Die Klassifika- 
 Hionen and ‚Diagnosen haben im Verlaufe der Zeit 
schon so viele Abänderungen erlitten, und. sich. 


- wahrlich "im ganzen Gebiete der ‚Naturgeschichte. 


‚noch‘ nicht. zu der Evidenz der mathematischen 
" ‚Sätze "erhoben... - 4 
Man hat: auch eingewendet, ‚dass man wegen 
des so abnorm veränderten Sianitpunktes der Strah- 
‚lenfäden ‚notkwendig eine "andere: Beschaffenheit im 
Wesen der Organisation voraussetzen: müsse. Hrn. 
Dr. Unger’s Zergliederung‘ hat diese’ Voraussetzung 
nicht, "wohl aber das Gegenfheil‘ bestätigt. Es war 
"auch ‚kaum ätders zu erwarten, da; was zu selber 


"ungleich mehr 'bereohtigen konnte, -sirahlenlose Pilze- 
” sich früher . schon ‘als nach ihrer Innern. Organisn- i 


tion hicher: ‚gehörig erwiesen‘ “hatten. 


Die‘ Anwesenheit eines, - obgleich Eusserst. Zar- 


ten, aus’ wenigen. kurzen durchsichtigen Zaserchen 
“ ‚bestehenden Stroms, welches man nur durch einen 


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günstigen Zufall. "zwischen: der "noch nieht so sehr 
‚vorgeschrittenen , allem. Anscheine, näch.’ von. der 
‚ Einwirkung, des: „Bilzes: ‚auf die Orgänisation des 
“ Blättes veranlässten. "Hivsuties deäselben zu ent 
'.deöken: vermag‘, ‚dürfte vollends‘ die letzte Bedenk. 
"lichkeit über: die, Stelle: des: Pilzes: ‚im Systeme, be. 
sehwichtigen. Die. mannigfaltigsten ‚Abstufungen 
:der Dichtheit . des Stroma bis beinahe zum Vers 
‘‚sehwiniden ‚bei den verschiedenen Arten sind übri- 
„„.gens, zus ‚auffallend, . als dass sie’dem mehrere Arten 
dieser Gattung’ "aufmerksam ‚untersuchenden Myko- 
Den ‚unbekannt geblieben. seyn ‚können‘: 


. Bevor ich hierauf eingehe, muss ich noch Ei- 


niges über ‚den. innern ‚Bau der Gättung Erysiphe 


.oder Alpkitomor, pha vorausschicken, was’ ‚den: ‘Natur. 
forsehern bei.der gewöhnlichen: Art ihn aufzuschlies- 
- sen, entgangen zu seyn. scheint. Um diesen. kemien 
"zu lernen ; pflegt, wian- das Sporangium. oder Peri- 
‚dium, zwischen -zwei ‚Glasplatten - -behuisam zu zer- 
'.quetschen. Diese; Methode: ist: zwar. ‚bequem und 
Jeicht _ ausführbar,. ‚belehrt aber nur, im besten Falle, 


% über. dessen. Inhalt, keineswegs über die. Construe- 


tion des Innern. ‚Baues..: Zu. ‚diesem Behufe wählte : 


ich einen andern, freilich ungleich. mühsamern aber, 
wie: “ich glaube, anch ’ weit; 'sicherern Weg: ich 


sehliff eine feine zweischneidige Nähnadel möglichst 
"scharf, und versuchte damit ein Peridium‘ von Ery- : 


siphe. guttata Waltr.,: ‘das. ich "der beträchtlichen 


. Grösse wegeit: vorzog, von Oben nach Unten, d. i. ' 


‚senkrecht divch den Mittelpunkt:durchzuschneiden. 


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" Freilich ist es, mir nur.nach vielen: fruchtlösen Be- 
‚mühongen ‚gelungen , : meinen; Zweck zu Erreichen, 
‚aber desto vollständiger. ‚und. überraschenden. „wär 
der Erfolg.:.' un le Be u 
“ Burch' einen verunglückten Schnitt £.deckte sich \ 
„zuerst: auf, ‚dass das Peridium aus drei dicht anein-: 
ander geschlossenen Häuten besteht, : Die äusserste 
ist runzlig, vielleicht geadert, ‚sehwärzlich- braun 
und fleisehig- lederartig, dig. 1: aa)r- die; nächste 
‚daran dunkel-rostbraun und zähe- fleischig tFig.1:bb.); 
: die innerste) 'unrein-gelb', söhr’zart iind. wie: perga-. 
mentartig . Fig ed Eis; stimmt. -also- in: dieser 
Hinsicht mit, den Samenlickleidungen. den, meisten 
en überein, - 
‚Nach mehreren vergeblichen Versuchen erschloss 
:talr, endlich ein. Durchschnätt. dicht. an der. senk- 
‚Yachten Achse auch den inhern Bau eines solchen 
-Peridiums in seinem natürlichen Zustande;;. In dies’ 
:sem ‚sind die. Peridiola:'oder.Sporangiola, ziemlich. 
. grOSse.,. Jänglich - biraförnige,. brämnlich.--gelbliche 
Bentelchen, welche am -dünnern Ende: ‚plötzlich in 
© „einen. kurzen: etwas gekrümmten Stiel .oder vielmehr 
 Fortsatz auslaufen (Fi ig. 2)... Mit: ‚diesem. ‚Stiele sind 
‚sie am. Umfange: des Sporangiums "oder ‚Peridiums 
"rund ‘herum; befestigt, "und, mit. der stärksten Ver- 
"diekung: des. ‚birnförmigen Theiles sich ‚gedrängt be- 
‚ ‚rührend, ’dergestalt gereiht, dass das gerundete Ende | 
‚ desselben - ‚gegen die‘ Achse‘, ;gekehrt” ist (Fig: 3). 
' Die -Sporangiola liegen: also. im Sporangium. dia. 
‚metral. gegenüber. Im “Mittelpunkte bleibt. dazwi- . 


408 


schen ein nicht unbelrlichtlicher freier Raum (Fig. 4.) 
Gewöhnlich enthält jedes derselben sechs sogenannte 
Sporen, ‚welehe verhältnissmässig eine ziemliche 
Grüsse haben, einer Iangzestreckten stark gedrück- 
ten Ellipse ähneln, und mit einer gelblich-braunen 
dicklichen Feuchtigkeit erfüllt scheinen ig. 2 
übrigens anduwehsichtig sind, Den aus dem Innern 
des Sporangiums anf dessen Scheitel hervortreten. 
den Utrieulus hyalintes (m. s. Naturgesch. des Hucor 
Erysiphe L. Wallrotk, in den Verhandlungen der 
naturforschend, Fr. in Berlin, Bd. LH. 1.8.22, 
u. 43) beobachtete ich zuerst im Spätsommer 1308 . 
und dena ‚unzählige Male durch alle Alterssinfen, 
Er erscheint schon um die Zeit, wo sich. die Strah. 
ienfiden zu entwickeln beginnen, ähnelt in der 
äussern Überfläche Anfangs der Frucht des Rulm 
‚eesius oder ideus. (ag: 6), wird dann allmählig 
glatt, und bleibt vom Anfange bis zu seinem Zer. 
platzen und Einsinken” durchsichtig. Sein Inhalt. 
besteht ganz aus einer dünnen, schleimigen, farb- . 
lösen Flüssigkeit, 

Was bisher alle Mykologen unbezweifelt al 
Sporen erklärten, wage ich Uneingeweihter als so- 
genannt anzusprechen und daher in Zweifel zu 
ziehen. Dazu bewegt mich folgender Versuch. Um 
zu erfahren, ob das Sporangiom dureh wiederholte. 
Vertroeknung an Sonne und Luft und Wieder- 
anguellung bei Regen und 'Thau sich, wie immer, 
‚zu Öffnen vermöge, setzte ich ein vollkommen reifes 
Sporangium eben dieser E, gullata unter abwech-, 


467. 


selnden Benotzungen der heftigsten Bonnenhitze aus. 
Am zweiten Tage barst dasselbe am Bande, und 
ergoss mit grosser Heftigkeit und Schnelligkeit in _ 
Gestalt einer Thräne in das umgebende Wusser " 
eine, schwärzlich - graue sehleimige Flüssigkeit, wel- 
ehe: mit unzähligen schwarzen, äusserst zarten, un- 
durchsichtigen runden Körnern gemengt war (Fig.5.). 
Bei den Untersuchung dieses Sporangiums zeigten 
sich. die Sporangiola und die vermeintlichen Sporen 
verschieden zerschlitzt und die “letztern entl&ert, 
durchsichtig, licht - gelblichbraun und ‘nur durch 
ihre Farbe und den Umrviss noch erkennbar. ' Soll- 
ten nicht vielmehr diese Körner die eigentlichen 
Sporen; d. i. die keimungsfä ihigen Theile des Pil- 
zes, und: in. den sogenannten Sporen von einer be- 
‚sondern häutigen Umgebung eingeschlossen seyn? 
— Die ‚Bestätigung dieser Beobachtung und daraus . 
abgeleiteten Ansicht würde offenbar zu. manchen 


bisher vermissten.Aufschlüssen über die Währschein- 


‚lichkeit. und Art ihrer Fortpflanzung führen; sie - 
hier weiter zu verfolgen, liegt ausser dem Bereiche 
meines Vorhabens. ‚Dieser Versuch widerspricht 
freilich der Angabe des Hin. Dr. Wallroth cm. s. 
u Compendium Flor. german. Sect. H. T. IV. S. 753 > 
welcher ‚den. Inhalt ex vertice dimoto hervorbrechen 
"lässt. Allein alle meine Bestrebungen, die Eintlee- 
zung der Sporen in,der Natar zu "beobachten, ‚wa- 
‚ren in 30 Jahren finchtlos. Im- Gegentheile "sah. 
ich, ‚dass die Sporangien bei starkem Begen, ‚nach 
nächtlichem Froste u. s, w. grössientheils verschwun- 


v 


den: Ayiren u aber: aueh, ‚dass sie bei anhaltender 
Kwarmer Witterung" in Heöken "auf der Oberfläche 
der‘ Blätter des‘ "zwrischen Haselstauden (Corylus 
arellana); stehenden ‘schwarzen Hollunders (Samt. 
nigra) “ünd des gemeinen Hartriegels (Ligustr. vu. 
:gare)) ‚ohne. mindeste Spur von Stroma sich ange 
‚ siedelt und mit den ‚Spitzen der steif ausgebreit«. .- 
'ten 'Strahlenfäden’ in selbe eingesenkt und befestigt 
hätten! "Dasselbe gewahrt‘ man "sogar, wenn nicht 
‚bei ‚allen, doch.den meisten Arten, sobald sie sich 
von dei. durch: die Natur ihnen angewiesenen Seite 
des ‚Blattes auf die entgegengesetzte ausdehrien 
.@. B. auf: Lönicera. Tartarica). . 
-Beyor ich zu meinem: Pilze zurücklichre, muss 
. ich nach die Aufmerksamkeit. auf eine Entdeckung 
lenken, welche ganz‘ in Vergessenheit gekommen | 
zu seyn. 'seheint, und deeh für meinen Gegenstand 
“ von der.höchsten Wichtigkeit ist, Er.Dr v’Scchlech- 
tendal. hat: m dem Anhange zu der vortrefflichen 
.Abkändläng‘ des Hmm. Dr. Wallroth über. das 
Genus Alphitomer; pha (m. s. Verhandl. ‘der. Gesellsch. 
naturforsch, Freunde in Berlin, Bd.L HR. 18.49 
‚auf die Verschiedenheit‘ ‘des Sporangiolums in. den 
bisher‘ bekaunten’Arten dieser Gattung ‚aufmerksam 
. ‚gemacht, und gezeigt, dass D) selbes bald- als einem 
„einzigen, meist ovalen, zuweilen etwas birhförmigen, 
wasserhellen. Sacke, bald 9 aus mehreren‘ kleinen, 
ovalen ‚oder. birnförmigen; meist hellbrännlichen 
+ „seltner wasserhellen Beütelchen bestehe, in deren. 
8 Jeden 4 die Sporen (dort meist 8, doch auch 6 oder 1, 









469 | 


- bier - gewöhnlich 4) liegen. Diese Schrift wurde 
_ mie leider zu:spät bekannt, um. auch‘ ein Sporidium - 
‚oder. Pjrenium: aus ‘der ersten ‚Abtheilung ‚nach. 
meiner Weise zu untersuchen — und jetzt: versagen 
mir. meine geschwächten. und leidenden ‚Augen. dazu. 
ihre Dienste. Es war vielleicht nicht! ganz wohl 
gethan,. dass man, nächdem der unterscheidenden 


‚Merkmale. bei dieser Pilzgattung ohnehin- so ‚wenige 


sind, und bei mancher andern: Alles, oft bis in das 
_Kleinliche. berücksichtigt, wird, auch noch dessen 
Vorsehlag, die Arten hiernäch ‚in Abtheilungen zu, 
bringen ;:vernachlässigt. hat, „Meine Pflanze dürfte 
neuerdings zu desselben Beachtung, und dringend 


- auffordern... "Ich ‚lenke nun anf meine, Pflanze ein... 
12 . 


5. WBSchluss folgt.) 
. "aL. Anzeigen 

ezsiceata ist leider nach Erscheinung der ersten 
Centmwie ‚oline Fortsetzung 'geblieben, theils weil 


‚Hr, Hofrath Reichenbach, mit andern Arbeiten ’ 


überladen ist, und. dann’ auch, .weil diese erste, 
Centurie nicht die ‚gehörige Abnahme gefunden hat. 
“Der :dringende Wunsch, ein. so schönes Unterneh-- 
men nicht ins Stoeken gerathen zulassen, hat mich’ 


veranlasst, der ehrenvollen Einladung an demselben 


Theil zu nehmen, zu folgen, und ich bin der ge- 
wissen "Hoffnung, dass auch. andere Freunde der 
Kryptogamie dieses Gefühl theilen und uns nach 

besten Kräften unterstützen wollen. ' 


Ich. betrachte dieses Unternehmen als ein rein 


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* 


1... Die zweite Abtheilung der Flora germanicn \ 


E 


40 5 


ir 


aus wissenschaftlichem Interesse hervorgehendes und 
als einen Verein von Freunden der Botanik, dis 
auf eine möglichst leichte Weise ihre Vorrfithe und 


Beobachtungen gegenseitig austauschen wollen." Auf 


diesem Wege kann das Unternehmen fortgehen, 
wenn nur die Auslagen für Druck, Papier u, ». w. 
durch Verkauf gedeckt werden. Kommt dasselbe 
zu Kräften, sa lassen sich dann „uch baare Aus 
Iagen für besonders schöne und wünschenswerthe 
Arten machen. Die Anzahl der einzusendenden 
Portionen von jeder Species sind auf 100 (statt 
früher 150) fesigesetzt. Da wir die Centurien mög. 
"Hichst reichlieh und mit vollkommenen Exemplaren 
auszustatten wünschen, so bitten wir darauf Rück- 
sicht zu nehmen, dass die Früchte vollständig sind 
und besonders keine unterscheidenden Theile man- 
geln. Die Einsendungen und Versendungen werden 
. am leichtesten und wohlleilsten durch "en +Buch. 
handel gehen und von dem Hrn, Friedrich Hof 
meisier in Leipzig besorgt werden. _ Alles was 
auf anderm Wege an uns kommt, müssen wir uns 
portofrei erbitten. Die Vergütungen durch Uente- 
rien riehten sich nach der Seltenheit der Arten, 
‚so dass für eine seltene Art & 100 Portionen eine 
Ceniurie gegeben, für minder seltene oder auch 
gemeinere Arten aber 2—4 Arten erwartet wer- 
den. Das Einlegen kleiner Formen geschieht am 
geschwindesten und sichersten in Papierkapseln. 
Die Freunde und Sammler von Kryptogamen ersu- : 
che ich, auf dem oben angezeigten Wege oder auch } 


s 


. 471 
-in frankirten Briefen ein Verzetchniss der. Arten 
einzusenden, welche dieselben liefern können, aus 
denen dann ‚eine Auswahl getroffen und dabei auch 
das Verhältniss der Vergütung bestimmt werden soll, 


In die Centurien wünschen wir soviel, als mög- ' 


Jich seltene oder kritische Arten aufzunehmen und 
"an diese nur die gemeineren nach und nach anzu- 
reihen, wo es.die Zusammsnstellung der Arten- 
gruppen erfordert, Bei variablen Arten wünschen 
wir immer die ausgezeichneten Formen zu geben, 


es sollen aber dabei nur die in der Nummer weiter - 


zählen, die von Antoren als Arten aufgestellt wor- 
den sind. Hinsichtlich der Artenbestimmungen bal- 
ten wir dafür, dass sowohl eine zu weit gehende. 
Sonderung, als auch ein zu starkes Zusammen-, 
ziehen, "aus Mangel an. gründlicher Beobachtung. 
‚ entstehen kann, Die Natur will sorgfältig und ohne 
vorgefasste Meinung betrachtet seyn; manchen ihrer 
Formen ist ein weiter Spielraum gelassen, andere 


sind auf sehr enge Grenzen beschränkt. Unserm 


Zweck wird es aber am besten’ entsprechen, für 
genaue und richtige Bestimmungen zu sorgen und 
es einem jeden Forscher selbst zu überlassen, was 
er von so. manchen zweifelhaften Arten zu halten 


geneigt ist. Dabei bitten wir um die genauesten \ 
Beobachtungen im Freien und um Mittheilung der-- 


selben, . welche, wenn sie gediegener Art sind, 
jedesmal beigefügt werden sollen auf den Etiquetten, 
‘Mit dem Wunsche, dass eine recht allgemeine 


'Theilnahme eine baldige und ununterbrochene Fort- 


472 


‚ setzung des kryptogamischen Theiles der Flora germ, 
exsice. möglich machen möchte, verbinde ich noch 
die Bemerkung, dass Sch auch bereit bin, die ein. 
gesendeten Beitri ge zum Wheil durch Pflanzen aus 
Grünland und Labrador zu honoriren, 

Herrahut in Sachsen, 3.6, Breutel, 

2, Ber zweite Band von Reichenbach 
Ieones Flove germaniere ist an Östern a, ©. im Ver- 
lage von Unterzeichnetem vollendet und an die 
Theilnehmer des Werkes versendet worden. Er 
enthält auf 102 Kupfertafeln und einer Titelrignette 
sämmtliche deutsche, wildwachsende Kreuzblüthen, 
an der Zahl 331. Diese natürliche Familie hat anch 
den besondeen Titel: Teiradynamme seu Crucilere 

cum Resedeis in Flora germaniea exemvs, recens, 
auch, Lud, Reichenbach. Der Preis ist, mit 
schwarzen Kupfern, $ Thlr. 8 gr. (15 Gulden); 
eolerirt 15 Thir, 27 Gulden). 

Der dritte Band wird noch im Laufe des Jah- 
ves 1838 ausgegeben werden, Er enthält die natür- | 

‘ Beken Familien der Papureraceen, Violaceen, Cisteen - 
u. s. w. anf 100 Tafeln. Die Reihenfolge der Fa- 
milien wird nach der Anordnung in der Flora excur- 
soria mit derselben Numerirnng der Pflanzen fort- 

gesetzt werden und vom Ende nach dem Anfange 
zurückkehren, so dass zuleizt die ganze deutsche 
Flora in einem Kupferwerke dargestellt seyn wird; 
ein Unternehmen, vwreiches in seiner Art einzig ge 
naunt werden muss, 

Leipzig. Fr. Hofmeister. 

{Hieza eine Steintafel) 


Allgemeine 
botanische Zeitung. 


nn ———— 











Nro. 30, Regensbirg, am 14. August 1838. 








I. Original - Abhandlungen. 


Beobachtungen _ über die Gattung Erysiphe Det, _ 
 Alphitomgr, pha ‚Wallr.;. von Obersibergrath und 
Gewehrfabrikdirector von Voith. : 


a (Schluss). 


Nas Dr. Un ger s Zergliederung meiner Ery- 
Siphe' oder Alphitomor pha geht‘; hervor, dass sie zur 
ersten "Abtheilung Schleehtendal's gehört. Es 
ist daher’ nach Wallroth, wenn dessen Character . 
genericus, was schon zum Theil wegen dessen - 
A bicornis, noch mehr aber wegen A. tortiilis noth- 
wendig seyn dürfte, in Beziehung auf das Capilli-" 
' tium gehörig abgeändert, ‚und dabei auf die innere . 
„Beschaffenheit Rücksicht genommen wird, ihr 


CHARACTER SPECIFICUS ig. Ta. b3: 
L. Sporangiolo unieo. ° 
a) Sporangiis (Pyreniis) capillitio einctis (capil- 
htio distineto suflultis?), 
* Radis capilliti apice figurgtis. 
“A. eu E) sporanglis (pyrenüs) minutis spar- 
sis, plerumgue hypo-rarissime epiphyllis, globosis, 


'coriaceo-membranaceis, serius fuseo-nigris, nitidu- 
Flora 1838. 30. Gg 


474 


is, demum sponte ı desilientibus; capillitii elengati 
rodiis 3-—4, raro 5 verficem coneavinsculum spo- 
vangli eireumsedentibus, supins longitadine inzequa- 
libus, rigidis, eonstanter vectis strietie, subeylindri- 
eis, nune hyalinis nune aut ex parte aut omnino 
Iatice vufescente faretis, In apleem primo diseoideum 
margine alternatim latius aut profundias emargina- 
tum, sensim (ad inelsurss latiores aut profundiores) 
in 2— 4, rare 5 repetitas furcas (dichotemias) abeun- 
tem terminatis; spoxis @, speridiolis?} S ellipti- 
eis biecellatis,*) stromate tenuissiine vix gonspiene, va- 
dienlis fibrillesis pareis brevissimis hyalino-diaphanis, 
Da A. iridactyla VWrth. nicht, wie die Diagnose 
besagt, ausschliesslich zur mit drei, sondern, we 
nigstens in den um München und an andern Orten 
Bayerns zahlreich gesammelten Exemplaren, ebenso 
oft und vielleicht noch öfter mit fünf, meist mit vier 
Sirahlenfäden'* umgeben ist (Fig. 8.3, und diess 
‚an der Spitze 1 in beiden Arten genau gleich gestaltet 
sind, so hat. sie in Hinsicht dieses Theiles mit meiner 
neuen Art eine solch auifallende Verwandtschaft, 
- dass man, gestützt anf dieErscheinung, die nümliche 
Art der Alphitomerpha auf allen Mutterpllanzen aus 
der nämlichen natürlichen Familie, wenigstens nach 
_ den Angaben der berühmtesten Mykologen, beinahe 
standhaft wiederkehren zu schen, beide als Eine 





*) Die Speeies Erysibe bioeellata Ehrenb. kann also 
richt mehr bestehen. 


=. 


” Yon der Anzahl der Strahlen den Namen einer Art m 


"entnehmen, scheint überhaupt nicht zulässig. 


nn 


4753 

Species gleichsam für erwiesen voraussetzen. ‚müchte. 

Dr. Unger erklärt meinen Pilz in dem angezage- 

'nen Briefe geradezu als A. tridaciyla W. Allein 

der verschiedene Standort der Strahlenfäden und 

der Umstand, dass sie bei der neuen Art standhaft 

yon ihrer. Entwieklung an bis zum Abfallen des 
 Sporangiums gexade ‚ausgestreckt sich über dessen 

Scheitel erheben, bei A. tridaclyla hingegen all- 
mählig gegen. dessen Basis hkerabbiegen, unterschei- 
den beide uıibestreitbar als eigene gute Arten, mö- 
gen sie im’ innern Baue (von A. tridactyjla ist er 
noch unbekannt) übereinstimmen oder nicht. Und, 
‚dä die eben beschriebene mit keiner der bis jetzt 

in den mir zu Gesicht gekommenen Schriften. ver- 
zeichneten ‘Species auch nur. von Ferne, eine. 
Vergleichung zulässt, so’ ist sie wohl auch eine 
neue Art. Ihr den Namen zu schöpfen, üherlasse 
ich den geweilten: Priestern. der Flora; ieh-erlaube 
„ mir_nur den ‘Wunsch, dass..sie,'"'wie ich sie ur- 
E spünglich nannte, Alphitomorpha (Exysiphe). Braygna 
benannt bleiben ‚möchte.. 

Dem vorausgeschickten Character speeifiens er- 
achte ich für angemessen, einige Erläuterungen | und - 
Zusätze, theils in Beziehung auf diese Pflanze selbst, 
theils- auf die Gattung überhaupt. beizufügen. ” 

Wenn man bei der Reihung der Species unier 
sich einen. grössern Werih. auf. die Beschaffenheit 
des innern Baues als auf die &estalt ihrer Strahlen- 

‚ fäden legt, so treten freilich, in Hinsicht auf die‘ 
letzten unnatürlich erscheinende Trennungen. ein, 


Gg2 


ATG 


indem nicht nor aus der Grappe: radiis apiee sim- 
plieibus, sondern auch aus jener: radiis apice Agu- 
ratis, und sogar ans den Unterabtheilungen: radiie 
penicillatis und r. diyaricatis, ja selbst aus jener: 
sporanglis capillitio destitutis, wie bereits die von 
Dr, v. Schlechtendal untersuchten wenigen Ar- 
ten bezeugen, eine Auzahl Arten in der ersien 
(sporangiolo unieo) und eine andere in der zweiten 
Abtheilung (sporangivlis plnribus) zu stehen komnt, 
Allein wollte man auch dieser anscheinenden Ano- 
malie, bloss wegen der schwerern oder leichtern 
Auffndung der Arten in den Systemen, eine hühere 
Bedeutung heilegen, als sie heut zu Tage, so vie- 
len analogen Beispielen gegenüber, verdient, so 
könnte dem Vebelstande ahne Schwierigkeit und 
ohne den Forderungen der Wissenschaft im Wesent- 
lichen etwas zu vergeben, dadurch abgeholfen wer- 
dei, dass man als Grandsatz der Eintheilung die 
Gestalt des Capillitinns voran- und die Beschaffen- 
heit des Innern Bauss ‚nachsetzte, und somit die 
Abtheilungen also stellte: 1 Speranglüis (Pyreniis) 
capilitio einetis. a) Radiüs capillitü figuratis. * Spo- 
vangiolo unleo u. 8. wm. 

"Yon den Species radiis capilliti figuratis Walle. 
verdienen jene, deren figurirte Strahlenfüden an 
der Spitze sich theilen, vorzüglich eine nähere Be- 
sehreibung ihrer Entwicklung, da sie gan zu leicht 


täuschen können, und vielleicht schon getäuscht 


haben, Die Thelling selbst findet hei alleı Species 
erst mit dem Binritte einer bei den verschiedenen 


nn 


' 477 
Arten verschiedenen ‚Stufe des Wachsthumes und 
wahrscheinlich auch des Alters statt; bis dahin 
sind die Strahlenfäden im Allgemeinen eylindrisch, 
oder, wiewohl seltener, gegen die Spitze hin etwas 
keulenförmig verdickt, und die Spitzen einfach und 
gerundet, Sie gebt nach vier unter sich wesentlich 
verschiedenen Weisen vor sich. Die Spitze des 
Strahlenfadens . 
a. spaltet sich entweder, eine schwache Ver- 
diekung in einigen Species ausgenommen, ohne alle- - 
vorbereitende Andentung in eine Gabel, deren jede. 
Zänke je nach Beschaffenheit der’ Art dieselbe ver- 
schiedene (1 bis 4) Male wiederholt, An nicht voll- 
ständig ausgebildeten Exemplaren (und diese sind ° 
gerade die häufigsten) enden die Zinken der letzten 
Gabeln mit mehr oder weniger vorgerückter, manch- 
mal kaum angedeuteter Gabelung. : Die Endspitzen 
der vollendeten (und gewöhnlich auch der unvollen- - 
‚deten) sind bei den einen Arten spitzig gerundet 


(auf Viburnum Opulus, Rhamnus Frangula) ,. bei 


andern schief abgestumpft (auf Hvonymus europ@us). ' 
Oder 8. die Spitze. breitet sich in eine ei 
förmige, verschieden tief und oft (immer wechsel-' 
weise von der Mitte aus tiefer oder breiter, seich- 
‘ter oder enger) ausgerandete Platte aus, welche 
sich an der mitilern tiefsten oder - weitesten Aus- 
vandung von oben herein in zwei bald gleiche, 
bald_ungleichetStücke trennt (Fig. 9). Eine ga- 
“ belige Verlängenung des Strahlenfadens schiebt diese 
“sich zugleich mehr ausdehnenden Stücke vorwärts, 


478 


‚welche sich sodann abermal und zo oft (2 bis 4 Mal) 
wieder gabelig theilen, bis die sämmtlichen Aus. 
randungen sich aufgelöst haben (auf Prunzs Padus, 
Pr. domestien). Allein in solehem Zustande findet 
. man diesen Strahlenfaden nur als seltene Ausnahme; 
In der Regel erscheint seine Spitze, je nach der 
. Stufe ihrer Ausbildane g, in eine mannigfach aus- 
gerandete oder eingeschnittene Platte endend, So 
wird sie anch ausschliesslich in den Diagnosen an, 
gegeben. — Vollständig entwickelte Strahlenfäden 
‚dieser Abtheilung unterscheiden sich dann von denen 
‘der vorhergehenden durch die stumpfen abgerunde- 
ten Endspitzen nud die beirächtlichere Grösse des 
von der eorrespondirenden Gabel eingeschlossenen 
Winkels, 
"0% Oder die Spitze des Sirahlenfadens ver- 
diekt sich in zurei Knoten, von denen der eine 
vielfältig ganz verkümmert, immer im Wachsthume 
zurückbleibt; der andere aber, die nämliche Miss- 
bildung verschieden wiederholend, sich verlängert, 
Nur seine letzten zwei Theilungen gedeihen meist, 
doch immer mitsichtbarer Neigung zu seiner Haupt- 
form, bis zu einer hbeilänfigen, der strengen Be- 
“. deutung des Kupstausdrackes jedoch nicht entspre- 
‚chenden, Gabelform (auf Pisum satirum). Da er 
. an den Punkten der Gabelung fast immer gekniel 
genienlafus) und in den Zwischenriumen gekrümmt 
ist, so nähert er sich dadurch ungemein der Ge! 
‚stalt des Aestigen (ramosus). ‘ 
& Oder die pie zerschlitzt (gleich den ge. 


- 479 


ö fingerten Bike ittern) in mehrere (6 bis 9 Stücke, 


welche sich wieder verschieden und verschiedene 
Male theilen, und dadurch” pinselförmig erscheinen 
(auf Ribes Grossularia). In dieser Theilungsform 
herrscht übrigens eine solche Regellosigkeit, dass’ 


‚an dem nämlichen Sporangium nicht Ein Strahlen- 


fäden mit irgend einem andern, selbst in der Haupt- 


'spaltung der Spitze, übereinstimmt. 0. 


Dass ich mich in der: Behandlung eines Gegen- 


‚standes, welcher nicht nur hinsichtlich der Anord- 


nung, sondern auch der Ausscheidung und festern 


"Bestimmung der Species in dieser Gattung der Pilze 


von so grosser Wichtigkeit ist, vielleicht kürzer 
gefasst habe, als er verdient oder wohl gar erheischt, 
bitte ich meiner Verhältnisse wegen mir nachzu- 
sehen. ‚Ich erlaube mir nur’eine einzige Bemerkung 


üioch zur Erwägung vorzulegen. Wenn man-auch 


zugestehen wollte, dass auf allen ‚Arten und Gat- 
tungen. der Mutterpflanzen, welche” zu Einer .natür- 


‘liehen. Familie gehören, nur eine und dieselbe Axt 


Erysiphe oder Alphitomerpha wöhne, wie mehrere 
eingeführte 'Trivialnamen anzudenten “scheinen, ' so. 
dünkt es mir doch einer gründlichern Untersuchung . 

würdig, ob: 'deun anf Mnotterpflanzen so sehr ver- _ 


schiedener Gattungen aus so weit unter sich ent 


fernten Familien, wie sie in den botanischen Schrif- 
ten (m. s. Wallr. FL germ. T. IV: S, 754— 759) 
aufgezählt sind, nor eine und die nämliche Art 
dieses Pilzes sich angesiedelt habe. 

Wie wenig Wieses Gesetz, welches die Natur 


w 


480 


% 


allerdings hie und da durchgeführt hat, als allge. 
mein geltend ausgesprochen werden darf, beweisen 
die nämlichen Schriften an mehreren Stellen, und 
nenerlich die Gattung Prunus, in welcher his jetzt 
Pr. spinosa, Pr, insititia und Pr. domestiea, selbst 
nachdem Pr. Padus mit ihrer eigenen Erysiphe 
daraus geschieden worden, noch drei ganz ver- 
schiedene Erysiphen beherbergen. Ob man, umge- 
kehrt, daraus eine Veranlassung herholen wolle 


oder könne, in der Gattung Prunus eine fernere 


Trennung zu versuchen, und dadurch jenes Gesetz 
zu veiten, gehört vor einen hühern Richterstuhl 
Weit, sehr weit würde diess führen, 

Ein sehr irifiiger Beweggrund zu einer um- 
fassendern Untersuchung dieser Pilzgattung möchte 
noch in dem Umstande liegen, dass ich auf man- 
cher meiner von den bayerischen und tyrolischen 
Alpen an bis zum Fichtelgebirge gesammelten Mut- 
terpflanzen noch keine jener Erysiphen oder Alphi- 
tomorphen, welche, als darauf zu Hause, Hr. Dr. 
Wallreth @. a. 03 bezeichnet, dagegen aber 
ganz andere, von ihm nicht angegebene gefunden 
habe, Se z.B. gehört die auf den Blättern meiner 
Sammlung vorkommende A. peniciliat« 8. Capri. 
foliacearum W., Lonicere und y. Berberiäis zu 
meiner Abiheilung x. 

Dagegen die A. penieillata ß. Caprifol. Eirys. 
"Visurni Opuli Moug. zu meiner Abtheilung £. 

"Ferner A. communisv. Leguminosarum zu mel- 

ner Abtheilung 7, 


en 


481 
“ 

A. clandestinaW., A, adunca d. Ligustri, A:pe- 
nieillata &. Ami zu A. lentieularis und A. gutlata 
Wrih, u, s. w.; den innern Ban dabei nicht in An- 
schlag gebracht, 

Oder sollten vielleicht in andern Gegenden AN- 
dere Arten der Alphitomorpha auf diesen Mutter- 
pflanzen vorkommen? Um so nothwendiger und ge- 
winnreicher wäre alsdann eine solche Untersuehung, 

Ohne meine Erinnerung wird, wie ich’gläaube, 
die Natur dahin führen, wie nothwendig es sey, 
bisher übersehene oder als ‚unbedeutend vernach- 
lässigte Merkmale, welche der innere. Bau des Spo- 
rangiums und die Gestalt seiner Strahlenfäden, :wie 
mir scheint, in ziemlich reichlichem Maasse dar- 
„bietet, dabei schärfer zu berücksichtigen. Mit Ver- 
gnügen, erbiete ich mich, zum Behufe einer solchen 
Untersuchung meine. Sammlung von Erysiphen zu 


„überlassen, 


Ich darf, nachdem ich ı nun einmal in das Ge- 
biet des Allgemeinen mich gewagt habe, nicht un- 
bemerkt lassen, dass meine Erysiphe Brayana eine 
jener. Arten ist, auf‘ welche, rücksichtlich der da- j 
mit bezweekten Bezeichnung, der Gattungsname 
; Alphitomorpha (Mehlkeimer W.) ebenso wenig als 
Erysibe (Schmutzbrand W.) auf die ganze Gattung 
angewandt werden kann, und dass sich hier der: 
Linne'sche Ausspruch abermal bestätigt: Jene 
Gattungsnamen sind. die besten, welche gar nichts 
_ ‚bedeuten. - ‚Verstösse man denn so ‘gar gegen alle 
Wahrscheinlichkeit,; wenn man. annähme, Linne, 


E 


23 


48% 


der wohl auch des Griechischen kundig wer, Iabe 
eben darum das Erysibe in Erysiphe verwandelt: 
Eben darum d’e ganze Reihe seiner Nachfolger, 
deren gewiss mehrere Ansselbe gründlich verstan. 
den, diese bedeutungslose Benennung fortgepflanzt? 
Eine in Bezug auf den letzten Namen nicht uninte. 
vessante, vielleicht bishey noch nicht beobachtete 
Erscheinung dünkt mir, dass im Spätherbäte ab. 
. gefallene Blätter (wenigstens von Acer Premtoplatann 
und Corylus arellana, auf welche sieh meine Be. 
ebachtung bisher beschränkt), wenn sie in Wasser 
oder auch nur auf feuchte Plätze zu liegen kom. 
men, an jenen Stellen, wo sich Eirysiphe noch an 
gehäuft üindet, ihre ursprüngliche grüne Farbe hei 
behalten, während der übrige Theil derselben be- 
reits entfärbt ist und in Verwesung i übergeht, 


ü 





Von den Alphitomorphen oder Evysiphen, wel 
che ich auf Blättern (und Stengeln) bisher noch 
nicht genannter Pflanzen beobachtet habe, will ic 
wegen Mangels an gehörigen Untersuchungen nur 
jene, welche ich gegen Ende des Angust i, J. 1818 
zu Neunburg vor. dem Walde unter einer yerwahr. 
‚ losten Garterihecke auf Achilles Plarmica einzel 
zerstreut gefunden hatte, wegen ihrer auf krast. 
artigen Pflanzen ganz ungewöhnlichen äussern Ge 
stali hier noch anführen. Da mir auch nur dies 
äussere Gestalt zu untersuchen von nun an Muss ! 
gegönnt war und das allmählig abnehmende Augen | 
licht erlaubte, «0 bin ich leider ansfer Stand, der 


483 


nenen Species oder Form den geeigneten Platz nach : 


Schlechtendal anzuweisen, und überhaupt ihren 


Character generiens vollständig zu entwerfen; doch 


geht aus der äussern Beschaffenbeit hervor, dass 
sie in der einen wie in der andern Hauptabthei: 
lung nach Wallroth zu denen mit 

a) Sporangiis (Pyreniis) capillitio cinctis, 

* Radiis capillitii apice simplieibus 
gehöre. Mit Umgehung ihres innern Baues ist so- 
dann ihr . . 
 ÜÜHARACTER SPECIFICUS (fig. 109° 
A. eu E) sporangüs (pyrenüs) minutis spar- 

sis epiphyllis, globosis, coriaceo-membranaceis, de- 
mum fusco-nigrieantibus, nitidulis, persistentibus (P); 
E capilliti elongati radiis 6— 8, rectis, strietis solu- 
tis, basin versus bulbosis, apicem versus clavato- 
incrassatis. apice rotundatis; sporis — — (Gadhucdum 
‚ignotis) ; stromate 'pertenuf, radieulis fibrillosis, par- 
eis, albicantibus. ; 
& Diese Form mit der ihr allerdings sche ähn- 
lichen Alphitamorpha lentieularis Wallr. als Unter- 
art oder Varietät zu vereinigen, dürfte, abgesehen 
- von der ganz verschiedenen Beschaffenheit der Mnt- 
terpflanze — ein Umstand, der gewiss hohe Be- 


‚rücksiehtigung verdient — auch darum nicht. wohl. 
‚zulässig seyn, weil ihre Sporangien sich ‚in keiner 


Altersstufe auf dem Scheitel merklich vertiefen, 
ihre Strahlenfäden (Gadii) sich niemals zurückbiegen, 
. gegen. die Spitze ‚sich keulenfärmig. verdieken. und 


:au ‚derselben gelöst sind, und die kugelige Erwei- 
& 


ü 


* 


484 


terung derselben an der Basis viel weiter vom 
Bande des Sporangiums absteht, Ihr, wenn sie 
als gute Speeies anerkannt wird, einen Namen zu 
schöpfen, überlasse ich dem Gutbefinden der ver. 
ehrlichen Gesellschaft. Nur erlaube ich mir m 
bemerken, dass er yon der bisher noch bei keiner 
‚Art angegebenen keulenfürmigen Bildung der Strah. 
Ienfäden, and überhaupt, wie ich sebon oben erin- 
nert habe, von der Gestalt oder Zahl derselben 
nicht genommen werden dürfe; denn auch an Alph, 
macularis &. Humuli laufen sie, wenigstens hier zu 
Lande, keulenförmig verdickt mit gerundeter ge 
löster Spitze aus, und sind an dieser gelöst, 
MM Correspondenz. 

Zur Erläuterung des Zusatzes p. SO, und der 
Anmerkung p. 32. dieses Jabrganges muss ich hin- 
zufügen, dass ich in meiner Synopsis drei über 
‚den Alpen wachsende Orobi aufgeführt habe, unter 
weiche die daselbst aufgezeichneten Namen zu ver- 
theilen sind, worun aber eine Art vielleicht al 


blosse Varietät von P. albus eingezogen werden . 


mag; nämlich: 

1. Orobus varlegatus Tenare. Dieser ist dem 
O. vernus sehr ähnlich, hat aber nur halb so grosse 
Blüthen und mit drüsigen Punkten beseizte jüngere 
Schoten. Als Synonyme gehören dazu O0. mulli 
florus Sieber, O. rigidus Lang, 0. vernus var. 


Zatifoltus Rochel,, O. venelus Miller Diet. u, Reichb, : 
O. pyrenaieus Scop. (die Beschreibung von See . 


‚poli passt gu) und nach Gussone in Briefen an . 


Zu 85 


DeCandolle O. serotinus Presl, — Aber der siki- 
vische Orobus venosus gehört, wenigstens nach‘ der 
Abbildung in -&melin’s Fl. sibirica vol. 4b u 
$. 1. nicht dazu, B : 
. 2. Orobus albus L. A Dieser ist- dem. 0. tu. 
berosus, nicht dem O. vernus ähnlich, hat.aber weisse 
Blüthen, zuweilen mit einer auf dem Rücken. rosen- 
roth angelaufenen Fahne. Dazu gehört Orobus pan- 
' nonicus Kramer elench. Jaeg, austr, t. 39, :O. au- 
striacus Crantz., O. asphodeloides Gouan., O.--mon- 
tanus Hoppe $ Hornsch., welches Synonym.ih der 
Synopsis anzuführen vergessen wurde. aber"nicht. 
0. montanus Scopoli carn. % p. 60., wö.anter die- 
sem Namen der 0. luteus- beschrieben. ist. Seo- 
poli sagt: „pinnarum paria 4—3, ‚eaeque similes 
foltis Parietarize offieinalis; ‚Costa folii i fere seihipeda- 
. Es.  .Corolle. albo-Iutere, Habitat‘ in eylvis Car- 
‘ nielise montanz et: frigidioris.” Das passt durchaus. 


nieht auf O, albus, aber recht ‚gut auf 0, Tüteis.— 


Den ©. tuberosus-Scopöli, halte ich für die gewöhn- 
liche Pflanze dieses Namens; es ist’ nichts.in Sco- 
polf’'s Flora gesagt, was dagegen stritte; ‘die flores 
nennt ‘er. rubros. Host’s ©. prostratus, zu welchem. 
dieser. Autor.-den O. iuberosus Scopoli zieht,- dem: 
“ich von Laibach durch die Herren Hladnick und 
‚Graf besitze, ist gar nichts anders als der ‚ge- 
meine: O. tuberosus. u 
8% Orobus versicolor Gmel. eyet, nat. Es ist 
möglich, dass ich die ächte Pflanze dieses Namens 
nicht vor mir habe, sondern nur eine Varietät von’ 


.: 


486 


O,altus. Denn ich sah bisher nur ein Exemplar, 
welches Hr. Kützing bei Triest sammelte und 
wir als ®, rariegatus schickte, das ich als O, rer. 
sicoler Bestimmte. Die Farbe der Blume lässt sich 
an dem getrockneten Exemplare nieht mehr gut 
erkennen, aber ich fand, dass der Griflel breiter, 
- fast Ianzettlich ist, der an O. albıre genau linealisch 


. erscheint. Ob ieh mich hier geirrt und eine Ant 


zu viel aufgeführt habe, oder ob zwei ähnliche 
Pflanzen bei Triest wachsen, werden die 'Triester 


Botaniker ermitteln, Ein üchtes Exemplar des O. rer. \ 


sitolor.hahe ich noch nicht gesehen. 

Erlangen. - Koch 
SIH- Literarische Notizen, 
Recensienen. 

' Von Sanguinetti, Centuriae tres Prodrom 
Flore roman’ addende in Münchn, gel, Anzeig 
Nr..77. p- 623. — Von Alph. Delandolles 
Anleitung zum Siudium der Botanik, übersett 
von Bunge, das. Nr. $1. p. 656. — Von Hügels 
botanischem Archiv für die Gartenbangesellschat 
des österreichischen Kaiserstaates! Nr. 2, in Bersl, 
Repertor, Nr. 6. p. 541. — Yon Ern, Merer Com- 
‘mentar. de plant. Afrie. austral, Fase, H, das. — 


= 


Vor Bcklon und Zeyher Enumeratio plantar 


Afeie. austral, extratropie» V. IE das. p. 542. — 
Von Bruch u. Schimp. Bryolog. europ. Fase. I. 


et IL das. — Von Hayne, Brandt und Ratze 


burg, Darstellung und Beschreibung der Arznei- 


gewächse, 20 Liefer. das, p. 544. — Von Guim 


pr. 


487° 


- pelw, Schlechtendal, Abbildung und Beschrei- 


bung aller in der Pbarmacopoea Borussica  aufge- 
führten’ Gewächse,-. IL, B. 17; u. 18. ft. das. >- 
Von Miquel, disquisitio de plantarum vegni hatavi. 
distributione In Jahrb, £ wiss! Kritik, Nr. 69-71 
(Verf. Beilsch mied) _ Von Mohrs Untersu: 


ent 


Chloxaphylia, in v, A. Hoevens u Vrieseis Tijd: 


- schrift, ver Naturl, Geschied: 4 Th. 3 St. p- 69. = 


Von Brongniart, histeire des vegetaux fossikes;, 
in Gött, gel. Anz. Nr. 78, 79. — Von A. DeCan- 
dolles: Anstruction a Ainde, botanigue, . ‚ebendms, 
Nr. Fan os i 

u nenne Towrnalistik. : Re 2 

- Münchn. 2. Anzeig, 1835: v.M artins, über 
die: geögraphischen Verkältnisse der Palmen. mit be- 





- sonderer Berücksichtigung -der Hauptflorenreiche, 


an. 78.114. 150 p.62%, de) 0 une. 


„Van der: Hoeven en-de Vriese, Wijdschrift 
voor natunrlijke ‚Geschiedenis en Physiologie 1838. 
@ Th. 3°Si): FA, Ww "Miquel, de Noord- 
Nederlandsche Vegetatie. in "bare hoofdtrekken ver 
geleken met; die: der: Pruissische Rijn - Previneie 


PM I: FÜ Hoffmann, Bijdragen-ter öplos-, __ 


sing der .vraag: isLemna arshiza Auct. eene stand- 


vastige,- onderscheidene soort, dan wel een ontwik- 


kelingsvorm van eenige andere van hetzelfde 'ge- 


- slacht?. p. 282. — P. W.Korthals, over hetom- 


halsel van het stigma der Sewvolacese en Goodenia- 
eee p. 370 — W.H. de Vriese, de Biforines 


488 


van Turpin, eene nieuwo ontdekking in de Kıy. 
stallograpkie van het Plantenrijk p. 38%, — W.H, 
. de. Vriese, nevie speeies Öyendenrum Afriee au- 
stealis, deseriptionibus et figuris Hlustrate p. 469, 
F. A. W. Miguel, &. J. Mulder et W. 
Menckebach, Bulletin des selenees plysiques et 
naturelles en Nderlande ann. 1838: W.H. de Vriese, 
Notice &ur ıme. espdce peu eommue d’Eneephalarios 
p. 10. — .F. A. W. Niquel, ‚Note additionelle 
sur une autre espdce ‘du meme genre p. 11. Sur 
une nonvelle espdce de Drapanaldia p. 18. -Notiee 
sur le Sargasse de locden p. 19, Observation sur 
le canal medullaire et les diaphragmes du trone de 
Ceeropia palmata L., suivie' de eonsiderations gene. 
rales sur les diaphragmes medullaires p. 20. 
-.u F.:Qtto u. A. Dietrich, allgemeine Garten. 
zeiting, 1835.: Nr. 3, Schleiden, Bemerkungen 
über die Species von Pistia p. 17. — Nr. 4, Otto 
u. Dietrich, Beschreibung einiger neben oder we 
niger bekannten Cacteen p. %5. — Nr. 7. Wend. 
land, Beschreibung einer neuen Zierpflauze, Ger 
nera Merekii Wendi. p. 49. — Uebersicht der Pflan- 
zen, weiche auf Guatemala anzutreffen sind, p. 58, 
— Nr. 9, Pfeiffer, über die Kultur der Caeteen, 
p. 65. — Wenderoth, eine neue Tulpe? (T. in- 
termedia) p. #1. — Nr. 10. Neumann, Nachricht 
über eine neue Art, lebende Pflanzen ohne beson- 
dere Aufsicht auf langen Seereisen zu” transporti- 
ren, p. 77.— Nr. 15. Klotzsch, Beschreibung der 
Protes Mundi Kl., einer neuen kapischen Species, 
pP. 113. — Seitz, der Winter 1935 um München 
und dessen Einfuss auf die Pfanzen, p. 115, 


(Biera Literatber, 7) 


Allgemein e, 
botanische Zeitung. 


mine 











\ 


° Nro. 31. Regensburg, am 21, August 1838, 





41 Original - Abhandlungen. 


1 Einige Worte über die Einrichtung von Lokalfloren. 
(Eingesendet) j 


Den Lesern. der Flora ist bekannt, dass schon 


ı wor langer Zeit *) Hr. Professor Zueearini den 
Vorschlag gemacht hat, es möchten die Verfasser 
vön Lokalflören, um’ dieselben in wissenschaftlicher 


Hinsicht vergleichbarer und wohlfeiler zu machen, 


sich damit begnügen, Pilanzenverzeichnisse mit Än- 
gäbe des Standortes u. =.’ w. heräuszugeben, da- 


gegen die Beschreibungen’ und Definitionen als einen 


unnöthigen Ballast "weglassen, und diesen Verzeich- . 


“ 


nissen die Synopsis von Koch zu Grunde legen, _ 


„mit Ausnahrme- streitiger Arten, über welche kriti- u 


sche Untersuchungen "beigefügt werden könnten. 
Das gleiche Uebel, unzweckmässig. bearbeitete 

und kostspielige Speeialfloren, welches zu dem eben 

berührten Vorschlage Veranlassung ‘gab, bat auch 


in. England ähnliche Vorschläge von Seiten H. Cot- - 


terel Watson’s’ hervorgerufen. wz Da dieselben 





” Flora 1835. I. 193. 


*#) Observations on the constnetion of a Local Flora. u 
By H. Gotterel Watson. In: Magazine of zoo- 


“ Flora 1838. 31. Hh 


490 
in einem Journale enthalten sind, von welchem sich 
voraussehen isst, dass dasselbe unter den deutschen 
Botaniker wohl keiner grossen Verbreitung sich 
zu erfreuen haben wird, so mag es wohl. nicht un. 
angemessen seyn, wenn hier ein kurzer Anseng 
aus jenem Aufsatze mitgetheilt wird, da die Kiaren 
über die unzweckmässige Einrichtung der britischen 
Lokallleren in vielfacher Weise auch auf nusere 
deutschen passen. 
Watson hemerkf, wenn man den öffentlichen 
Nutzen der Specialfloren und ihre Tanglichkeit zu 
den allgemeinen Zwecken der Wissenschaft ins 
Auge fasse, so hätte man zu bedanern, dass ihre 
. Verfasser gewöhnlich. diesen Nutzen auf ein Mini. 
mum vedueliren, indem sie dureh den lächerlich 
‚hohen Preis die Verbreitung derselben beschränken, 
Die Lokalfloven seyen- in, einer viel zu kostbaren 
_ Form geschrieben. Eine halbe Krone (etwa 126ul 
den) halte.er für einen sehr schünen Preis für ein 
solehes Werk, und es sey kaum ein Fall denkbar, 
in welchem derselbe verdoppelt werden müsste. 
- Die Verfasser schyellen hingegen ihre Bücher zu 
einer solchen Grüsse an, dass sie vier. und sech- 
mal se viel kosten, was dann sichern Verlust von 
Seiten der Herausgeber zur Folge habe. Dies 
Vermehrung der Grösse dieser Bücher rühre nn 
meistens von den langen Beschreibungen der Spe 











logy and hotany; comdacted hy Sir W. Jardin 
- Bar, — P. d. Selhy, Esg. and Dr. Johnston. 
Vol L_ 1887. p. 224. ° 


AI - 


cies, den Citaten’von Abbildungen und andern Bü- 
-chern her, ‚was Alles ebenso gut, wenn nicht bes- 
ser, in allgemeinen Floren gefuriden werde, aus 
welchen auch, mit Ausnahme von zwei oder drei : 
Fällen, Alles. abgeschrieben oder‘ Karameg mit der* 
Scheere ausgeschnitten sey. 

-In der "Hoffnung, die Verfasser von Lokal- 
-floren za bewegen, ihre Bemü ihungen für die Wis- 
sensehaft- nützlicher zu machen, gibt nun’W atson 
Sinige “Winke über :die! Einrichtung -dexselben, wel- 
che wir im Folgenden wiedergeben, . 

' „Eine lokale Flora soll sieh 'auf eine fest - 
.. bognenate Landstreeke beziehen, und nicht ‚vor- 
geben einen grösseren Raum zu umfassen, als wirk- 
lich und gut dürchforscht wurde. “Bei Vernach- 
lässigung des lefztern: Theiles ‚dieser. Regel wird. 
| jedes negative Zeugnis, "welches’sich auf das Feh- 
‚len einer Species’ ‚bezieht, "werthlos’ und" in vielen. 


- Fällen weniger als wertblos, : :indem dadurch der 


Botaniker. zu der, Annahnie, es Tehle!ieine ‘besondere 
Art in dem: angegebenen "Raume ," im Gegensatze 
zu dem,: was: wirklich. stattfindet, “verleitet "werden 
kann. Wenn keine bestimmten Grenzen angegeben 
sind, so verlieren die: positiven-tind negativen An- : 
gaben viel an ihrem Werthe‘; ‚uhd die vorgebliche 
Lokalfiora ist wenig\ besser als ein unvollkommenes 
u Fragment einer allgemeinen Flor.? ; 
2) „Man soll ein vollstär ndiges "Verzeichniss 

der Arten und ‘merkwürdigen Äbarteu- erhalten; 
die--Nomenclätim soll der ia den allgemein britani- 

- : -4h2 


49% 
schen Musterfloren angenommenen angepasst seyn; 
generische und speeifische Charaktere, Beschrei- 
bungen und Citate sollen weggelassen werden. Die 
Nothwendigkeit einer möglichst vollständigen Auf 
zählung der Arten beruht auf der Wichtigkeit, aut 
diese Weise ebensowehl die ichlenden als die auf 
dem Gebiete der Flora wachsenden Arten bezeich- 
nen zu künnen. Die Bequemlichkeit fürdert Veber- 
einstionmung der Nomenclatnr mit der in den all 
gemeinen Floren angewendeten; die Synonyme ron 
zxyei oder drei Musterfioren können. bei den unter 
verschiedenen ‚ Namen beschriebenen Gewächsen 
‚angegeben werden. Der häufige Gebrauch, die Ab- 
bildungen ‚der English Botany zu citiren, ist ganz 
unnöthig. Nur derjenige, welcher die lokale Flor 
untersücht, kann solche Citate nüthig haben, und 
er findet sie alle in den allgemeinen Floren; hänfig 
sind ihm aber alle’diese Citate nutzlos, weil er die 
‚ eitirten Abbildungen nicht benützen kann. Alle 
Beschreibungen der Pflanzen, mügen sie anf gene- 
vische und speeilische Charaktere beschränkt "oder 
von ausgedehnterer Art seyn, wünschen wir durch 
aus entfernt, ‚weil darch dieselben das Buch noth- 

wendigerweise sehr veriheuert wird, ohne das 

ein entsprechender Vortheil dadurch erlangt wird, 

Für solche, ‚welche die Pflanzen schon kennen, 

sind solche Beschreibungen durchaus unnöthig, und 

heinahe jeder Anfinger in der Botanik wird eine 

allgemeine Flora besitzen, in welcher vollständige 

Beschreibungen gefunden werden können, Solche 


on % 


' 493 
Beschreibungen sind auch, wie. sehon angegeben, 
gewöhnlich. von den allgemeinen in die Lokalfloren 
abgeschrieben, und das Publikum muss auf diese 
‚ Weise dieselbe Sache unter verschiedenen Namen 
immer wieder aufs Neue kaufen. Ausnahmen hie- 
you sind in solehen Fällen erlaubt, wenn besondere 
Arten oder Varietäten früher ungenau oder nnzu- 
veichend beschrieben waren.- Wenn :aber schen 
solche Beschreibungen und Citate in einer lokalen 
Flora unnöthig sind und nur zu. ihrer bedeutenden‘ 
. Vertheuerung beitragen, und dabei ‘den Werth des * 
Buches gar nicht ‘oder nur wenig erhöhen, 'so ist 
es ein durchaus nicht zu entschuldigendes und ab- 
surdes Mittel, eine Lokalflora aufzuschwellen, wenn 
man Anleitungen ‘zur Botanik hineinsetzt; ausser- 
dem ist es ein unkluges Verfahren, ‚weil jede’ un- 
nöthige Vermehrung der Kosten eine entsprechende 
Verminderung des Versehlusses zur Folge hat. Noch 
. absurder ist es, die generischen und: speeifischen ° 
Charaktere zweimal zu wiederholen, um zwei An- 
j ordnungen, die Linn@sche und Jussier sche, 
darzubieten, als ob ein -blosses 'Verzeichniss der 
"Gattungen für diesen Zweck nicht vollkommen bin- 
reichend wäre!" et, 
35 „Müssen wir wünschen, den Grad des 
seltenen oder. häufigen Vorkommens einer jeden 
Art,. so genau als möglich in: Vebereinstimmung 
mit einer festbestimmien Seal erwälnt zu sehen. 
Dass Seltenheit ‚oder Häufigkeit der Art in dem in- 
Rede stehenden. "Gebiete gemeint sey, "wenn der 


+ 


494 


Schriftsteller über eine bestimnite Gegend eine 
Pflanze selten oder gemein nennt, kann jeder Leser 
vernünftigerweise erwarten; allein es ist unglück. 
ficherweise wahr, dass diese und andere ähnliche 
Beiwörter in verschiedenen Fällen aus allgemeinen 
Floren abgeschrieben und auf dje Arten eines be- 
schränkten Gebietes im völligen Widerspruche mit 
dem thatsichlichen Verhältnisse angewendet wurden. 
&% „Die Zeit des Blühens, der Boden und 
der Standort einer jeden Art sollte nach wirklicher 
Beobachiung angegeben werden. Hätten wir nicht 
unwiderlegliche Beweise dafür, dass die Angaben 
dieser Verhältnisse häufig aus den sflgemeinen Flo. 
ren abgeschrieben sind, so hätten wir gezweifelt, 
ob Schriftsteller fähig seyen, auf eine so nachlässige, 
um nieht zu sagen unredliche Weise die Angaben 
lokaler Eigenthümlichkeiten aus Werken abzuschrei- 
ben, welche entweder: nicht ausschliesslich oder 
auch gar nicht auf die Gegend Bezug haben, auf 
welche diese abgeschriebenen Kigenthi ümlichkeiten 
„angewendet werden; dieses ist aber ohne Umsicht 
und nähere Angaben geschehen. Durch ein solehes 
Verfahren müssen die Abschreiber beinahe gezwun- 
gen werden, ihre gedankenlosen falschen Angaben 
für wirkliche. Thatsachen auszugeben und andere 
irre zu führen, wenn ihre Verstösse weniger grell 
in die Augen fallen, Was kann alberner und trü- 
gerischer, seyn, als solche Angaben wie: auf vielen 
Mooren im Norden, welches’in einer Flora vor- 
kommt, die eine Strecke des südlichen Englands 


495 
betrifit, oder: häufig auf Bergen, was. als Standort 
“ einer Species angegeben ist, welche ganz lokal in 
einer von Bergen völlig entblössten Gegend vor- 

kommt, ‚oder: vorzugsiveise auf Kreideboden, als 
Angabe für eine andere Art in. einer Gegend, in 
welcher ‚keine Elle Kreideboden zu finden ist! Sol- 
ehe Irrthümer finden sich in einigen Werken und 
rühren :yon dem -wörtlichen Abschreiben des ge- 
wöhnlichen Standortes und der Häufigkeit aus einer 


“ allgemeinen Flora und dem sorglosen Vebertragen. ” 


der Angabe in eine Lokalflora mit gänzlicher Nicht- 
achtung des Thatsächlichen her. Dieselben Irrthü- 
ıner kommen. in Beziehung auf die. Blüthezeit vor, 
indem die Schriftsteller diese Angaben aus "andern 

Büchern abschreiben und sie für das Tirgebniss 
Ihrer Beobachtungen ‘ausgeben. 

j 5 „Die allgemeine Verbreitung jeder Art und 
die Standötter der selteneren: sind genau.anzugeben. 


Diese Angaben sind in unseren Lokalflören gewühn- 


lich sorgfältiger. und gönauer, als ‚die übrigen; 
doch anch hier findet sich ein weites Feld für Ver- 


besserungen. Als. Zusatz zu. den ‚bekannten Stand= - 


‚orten der selteneren Arten sollten die Schriftsteller 


solche Plätze "bestimmt * ‚auszeichnen ,- anf welchen 


sie selbst die: Pflanzen fanden, ebenso diejenigen, 
"weiche als’ zweifelhaft verdächtig sind oder wo die 
Art ausgegangen ist, Die Leichtigkeit, sich Exem- 
plare verschaffen zu können, ist einer .der haupt- 


 ‚sächliehsten Vortheile,. welche; aus genauer Angabe 
des Standortes. gezogen werden ‘können, Dieser _ 


4% 


Zweck wird aber wenig gefürdert durch die un. 
bestimmte Angabe, es wachse eine Art bei einer 
gewissen Stadt oder einem Dorfe, sie müsste denn 
so häufig seyn, dass man sicher wäre, sie zu tref. 
fen, wenn man in der Stadt ankäme. Um zu 
einer sehr speciellen Lokalität hinzuweisen, sollte 
ein bestimmter, in der Nähe liegender Punkt und 
die Lage und Entfernung dieses Punktes von dem 
Standorte angegeben seyn. Wir wissen, dass zu. 
weilen falsche Angaben gemacht: werden, um zu 
bewirken, dass man beim Aufsuchen der Pflanzen 


unglücklich sey, aus vorgeblicher — oder einfälti- 


ger Weise aus nicht vorgeblicher — Furcht, es 


möchte die Art ausgerottet werden. Es ist ebenso 


gut, es wird eine Art ausgerotiet, als sie wird 
nicht gefunden; was schadet es endlich, wenn eine 
Art bei uns ausgerottet wird? Es ist das selbst. 
süchtige kindische Wesen des alten Raritätensamm- 
iers, nicht die freie Ansicht des wissenschaftlichen 
Mannes oder der Ausspruch eines offenen und edel- 
denkenden Gemüthes, welches eine so schimpfliche 
Entschuldigung für ein absichtliches Verhehlen her- 
vorstammeit.” 


6 „Wir empfehlen der Geschichte der ein- 


zelnen Art Aufmerksamkeit zu widmen. Bei dieser 
Gelegenheit sollte die Möglichkeit oder Wahrschein- 


‚lichkeit der Einführung einer Art in den betrach- 


teten Bezirk nntersucht werden; die Verlinderun- 
gen, welche in Beziehung auf. verhältnissmässige 
Seltenheit oder Häufigkeit stattfanden; Verändernn- 


It a? 


gen im Charakter, der Grüsse, dem allgemeinen 
Habitus, in Verbindung mit den Verschiedenheiten 
des Standortes und der Jahreszeit, Wir bedauern, 
sagen zu müssen, dass der Grad der Wahrschein- ' 
lichkeit, es möchte eine Art, -besonders eine | der 
selteneren, ursprünglich durch ‚menschliches Hinza- 
thun eingeführt worden seyn, Zuweilen von Ver-, 
fassern der ‘Lokalfloren falsch dargestellt wurde, 
Botanische Schriftsteller sind noeh überdies sehr ° 


geneigt, die Verzeichnisse um jeden Preis auszun-: 


debnen und sich bei ihren Freunden als Entdecker 
feuer Arten und Standörter geltend zu machen, 


Strenge Unparteilichkeit ist mit solchen Wünschen 
kaum verträglich, desshalb "nehmen wir auch im- 


mer die- Zeugnisse, dass eine Art wirklich einhei- 


j misch, unzweifelhaft wild, in der Entfernung von 


Häusern. no: s. w. wachse, mit einigem- Vorbehalte 


und mit Einsebränkung auf”. - B 


. Dass alle Botaniker, fährt Watson fort, mit 
diesen Ansichten übereinstimmen werden, habe er 
nicht das Zutrauen zu hoffen, auch sey er nicht- 
unwissend genug, um: e5-zu erwarten. Die bisher- 


püblieirten Lokalflsren bieten’ hinreichende Beweise _. 


von der auffallenden Abweichung i in den Änsichten 
ihrer: Verfasser dar. ‚Nachdem Watson sein Ur- 

theil über einige englische Specialfloren abgegeben, 
schliesst er seinen Aufsatz damit, dass er den Um- - 
fang soleher Werke auf höchstens 50” Seiten be- 
schränken würde und dass gewöhnlich die Hälfıe 


‚davon hinreichen werde; er spreche jedoch nur 


» . 5 a 


498 


von dem allgemeinen Nutzen soleher Schriften; wen 
dieselben hauptsächlich für den Gebrauch einer 
beschränkten Gegend, für Sehnlawveeke n, dgl, be. 
stimmt seyen,: so könne allerdings eine Acnderung 
des Planes nothwendig werden. 

Wenn, wie aus dem Obigen erhellt, die Vor 
sehläge Watson's im Wesentlichen mit denen des 
Hrn. Prof. Zueearini übereinstimmen, sq spricht 
dagegen Hr, Prof. v. Schlechtendal* eine en. 
gegengeseizte Ansicht für den Fall aus, dass eine 
Flora nicht bloss den Zweck habe, in pflanzen. 
geographiseker Hinsicht Aufschluss zu gewähren, 
sondern dass. sie für Studirende geschrieben sey; 
in diesem Falle müsse dieselbe Definitionen enihal 
ten, da sonst der Schüler genöthigt sey, sich zwei 
Bücher anstatt eines einzigen anzuschaffen. 

Dieser Grund scheint nnn besonders in Deutsch- 
land bei der grossen Anzahl von Universitäten, 
Lyceen, Gymnasien u. dgl, auf welchen in der 
Botanik Unterricht .ertheilt wird, von Gewicht zu || 


"seyn; allein. bei näherer Betrachtung müchte es 


dennoch zweifelhaft. seyn,. ob derselbe mit Recht | 
für die Beibehaltung unserer jetzigen Art, Floren 
zu schreiben, angeführt werden kann. 2 
Vorausgeeetzt, es wäre über die Flora. einer 
jeden Universitäts- und Gymmnasialstadt ein Werk 
von sglehem wissenschaftlichen Werthe erschienen, 
wie z. B. Spenner’s Flora friburgensis ist, sw 





#5) Flora 1830. p. 78. . 


499 
wäre allerdings für das Bedürfniss des Schülers 
hinreichend gesorgt; es- hätte derselbe ein Werk, 


in welchem er niebt nur die Standörter der in sei- 


ner Umgegend wachsenden Pflanzen finden würde, 
‘sondern er wäre auch in‘ den Stand gesetzt, mit 
’ Hülfe desselben die auf Exeursionen gefundenen 
Pflanzen sicher bestimmen zu können. . Allein wie 
viele Lokalflören ‚besitzen wir in Deutschland, wel- 
che diese. Bedürfnisse’ auf eine dem jetzigen Zu- 
stande ‘der Wissenschaft angemessene Weise. be- 
‚friedigen, oder ist nicht vielmehr ein grosser Theil 
derselben so mafıg&haft, dass sie über einen nicht, 
unbeträchtliehen Theil der Pflanzen, welehe in dem 
"yon ihnen behandelten Gebiete zu Hause sind, ent- . 
weder keinen, oder wenigsiens keinen hinreichend 
sichern“ Aufschluss gewähren? Zeigt. ferner nicht 
‚ die tägliche Erfahrung, dass selbst in denjenigen 
Gegenden unseres Vaterlandes, welche in. botani- 
scher Hinsicht am besten untersucht sind, immer | 
noeh Pflanzen gefunden werden, welche früher ° 
überschen warden? u (Schluss folgt.) 


8: Ueber die Präfoliation der Cycadeen; „von Dr. 
F. A. W. Miguel in Rotterdam. 


Als eine unbezweifelte Thatsache findet man. 
in allen botanischen Sehriften, von Linne bis auf 
j unsere, Tage, vermeldet, dass die Kaaspe. der. 
Cycadeen eine. eireinale Präfoliation besitze, nnd 
‚sich auch dadurch die Uycadeen ‚den Farnen nähern. 
Dürch fortgesetzte Untersuehungen in dieser Fami-. 


5300 


lie bin ich überzengt worden, dass diese Kuospung im 
eigentlichen Sinne des Wortes allen Cyendeen nicht 
zukommt. Die Sache verhält sich folgendermassen, 

Im Genus Encephalartos Lehm. bilden sich nach 
Zeiträumen von einigen (öfters zwei) Jahren am 
‘der Endknospe neue Blüten, Wenn die Kos 
anfängt "zu schwellen, kann man Ihre Prüfeliatin 
sehr leicht erkennen. Sie besteht aus einem Kreis 
sehr abgekürzter Blätter, die aufrecht stehen und 


mit ihren Spitzen convergiren, so dass das Ganz: 


die Kegelform annimmt. In der Spitze der Knospe 
sieht man ganz deutlich die Spitzen der Blätter, 
und die Rhachides sind durchaus gerade, Die 
Blättehen an denselben liegen zu jeder Seite, zumal 
nach eben hin, dachziegelfürmig übereinander, da 
die Rhachis noch sehr abgekürzt ist, Die zwei 
Reihen zu jeder Seite der Rhachis eonvergiren nacı 
vorne und liegen mit ihrer innern Fläche genan 
. gegen einander an, und mit ihren Rändern gegen 
die Ränder der Blättchenreihen der übrigen Blät: 


ier. Der untere Aussere Rand und ein "Theil der | 


Hinterfläche der Blättehen ist ia der Knospe lang 


behaart, so dass die Knospe von einem dicken 
Filz umgeben ist, Die Entwicklung der Kuospe 


findet bloss durch die Verlängerung der Rhachis 
statt, welche, wie Messungen mich überzeugten, 
zumal am oberen Theile durch Extension stattfindet, 


- wodurch dann auch die anfänglich dachziegelfürnig 


auf einander liegenden Blättchen von- einander ent- 
fernt werden, Die Blätichen wachsen in allen Bich- 


: 


. | 00501 


ungen, zumal in die Länge, — An E. caffer’Lehm., 
E. Altensteinü Lehm,, E. spiralis Lehm und B, 
horridus ‚Lehm, var, *j habe ich diese. Thatsachen 
; ‚beobachtet, 


Bei Zamia Lehm, dagegen ist die Rhachis 
der Knospe aufgerollt Ceireinalis), bei den Bintchen ' 
findet jedoch das nämliche'Verhalten statt, wie bei 
Eincephalartos, mit dem-- Unterschiede, dass: ihre 
‚ Richtung in der. Knospe durch die Cireination ‚der 
* Rhachis abgeändert ist. — Bei den jungen Blättern 
sieht man--noch lange: -die Cireination - der Rhachis. , 
Ich. beobachtete 2. media und Z. „pumila,. ee 


& 


" Oyeas besitzt eine ächt cireinale Knospung. Es 
sind nämlich nicht bloss die Rhachides aufgerollt, 
sondern: auch die Blätichen selbst, wie ich an den 
in der ‚Entwieklung, begriffenen Blättern der Ö eir- 
einalis‘ E. und C reroluta Thunb. wahrgönoni- 
. men habe. ' " 


a ar nen 2 an B ES 





er Die Pflanze war ‚eigentlich der E. Latifions Lehm, 
welchen ‘de Vriese in.der Tydse. voor. Natuurt.. 
"Gesch. en Plys. T. 10. neulich. beschrieb. Die Ver- 

"gleichung einer brossen Menge Oxiginal- Exemplare 


des E. korridug hat mich jedoch überzengt, dass der. \.: 


E, Tatifrens nur, als eine Variefät desselben kann | 
betrachtet werden, wenn nämlich Hr. Lehmann unter : 
E. latifrons die Pflanze versteht, welche Er. de 
Vriese beschrieb md. abbildete. Dass auch der 
E. van HaWü de Vr. di. e) zur eine Formjerände- 
xung des E. korridus ist, hoffe ich an einem andern 
Orte nächsfens zu zeigen. 


3 


BR N 
- Die Knospung. bestimmt also sehr gut die Ge. 
nera der ‚Eycadeen und bestätigt nal die Tren- ' 
nung. des’ Linne schen Genus Zamia, welche mein 
verehrter Freund Lehmaun, auf die "Ditferenzen 
des Blüthenbaues sich stützend, ins Werk setzte, 
„| Jeh hatte früher ‚Gelegenheit, die.Bildung der 
- yehelennepen. an ‚dem, unter ‚der, Erde befindlichen 


nu Theil ‚des Stammes. bei..E...horridus zu beobachten, = 
Diese Knospen entstehen aus der Axille der. brei. 





ten. Schuppen, welche diesen. Theil. des Stammes 
'bekleiden: ‚Sie scheinen sich sehr bäld vom Stamme 
‚zu trennen.,; u und bilden dann “fehrere Fuss lange 
holzige, mit, einer glatten. ‚glänzenden Rinde .beklei- 
-.dete.. ä stige, Starke Wurzeln. ‚Diese Knaspe | kann 
durchaus als ‚eine ‚Zwiebel. betrachtet werden und 
Er ein schönes. Bild - "von der Ausieht des, Hrn, 
Link \ über die Bildung. des Farnstammes. . ‚Ein 
"solcher, janger Cycadeensiamm ist. eine, „Zwiebel, 
‚welche aus dicken, breiten, an der Basis Verwach- 








senen, fleischigen und von aussen filzigen Schup- 
pen: "besteht,, durch deren Verwachsung. ‚ein flei- 
‚schiger Mittelkörper gebildet wird, aus dessen, un- 


terem Ende gie Wurzeln entstehen: ‚Die Hauptmasse j 


besteht. aus: «Zellgewebe, . welches "aus. sphärischen 
oder hexaßdrischeir ‚Zellen besteht, zwischen wel- 
che sehr geräumige Intercellulärgänge vorhanden 
„sind. . Von den Wurzeln aus verbreiten sich sehr 
. dünite, vereinzelt. stehende Gefässbündel nach den 


Schuppen - .hin, Sie. scheinen - aus gestweiften Ge: 


; Fsson zu besichen, welche e jelloch Aurch eine leichte 


DE EEE 0 
ü - ” | Zu a 

" Zerrung”; ‚abgerolit. erden. köriien : und dann. als, 
' Bündel yon. ‚bandförmigen' Spiralgefässen erscheinen. 
‚„— Eine! solche Zwiebel bildet. erst: nach- mehreren ' 
: Jahren'»ein.! \eigentliches, "Blätto.e-. Poröse..Gefässe, - 


: welche‘ Hr, Link: vom .Stamime::des E:"Altensieinii‘ 


besbachtöte (Icon! “Andtom;” Bötän. Faseieul. II. | 
RE, 4-33 , habe ich in den ‚ Zwiebelknospen 
durchaus "nieht beobachtet. 
‘chis von E. horridug fand. ich sehr 


ige: :Spicalgefüäse-ioiie 









er gungen. Bbn- . 









ie ‚Schuppen; ’aus di 1 Asille, diese Trondes ent- 
stehen, sind ‚hierbei | gewiss von. vieler Bedeutung: 
Ich möchte‘ ; 
als Blätter 
schieht: ‚dureh, Extönsion- des bern Theiles... 

W’ Notizen ‚zur Zeitgeschichte. zu 

| Hai Eee „starb ‘zu. London der Grün- 
Ä ident der- Gartenbaugesellschaft IA. 











der. und 





"unählen. , Auch. das Wachsthum ; ge- u 


Knight, ‚der als eifriger Förderer ‚der Hortikultur. 


dureh! Beispiel, und’ Schriften bekannt ; ist, in einem 
Alter von. 79 Jahren... cu 0.0 
"An die Stelle. des verstörbenen Badearztes De 
‚Storch zu‘ Gastein - ist. der dortige Physikus Dr. 
-d. Kieie' ernannt worden. Bu R , 
:. Ein ‚anohymer Freund der Wissenscaft. hat einen 
- ‚Preis von "380: Pistolen ausgesetzt für eine auf ge- 
nane Versuehe sich stützende ‚Beantwortung‘ der 
Frage: ‚ob die sogenannten. unorganischen I Elemente 


504 


Kaltund, Eisen, Sikefum) auch daumin den Pflan- 


Baur 


-Wöhler’zu‘ Göttingen ‚eingesandt seyn, 


&en sich finden, wenn sie deuselbeii nach Aussen 
nicht "dargeboten werden, 'und :ob jene Elemente 
. 80. wesentliche Bestandtheile: des 'vegetabilischen Or- 


“gahisınus sind, dass‘ dieser sie. zu seiner. vollständi- 


gen Ausbildung durchans.bedarf?. — Die Conem- 
renzschriften müssen bis zum 1. Januar 1840 an 
einen der Professoren Bartling, Berthold oder 
os: SLR Anzrei ge 

Die reichhaltige Bibliothek ' des verstorbenen 
Professors Dr. Neesr yon Esenbeck zw Bonn, 
sowie, dessen Herbarium und pharmacologische Waa- 
vensäminlung sollem zu Ende August d. J. öffentlich 
verkatiit werden. : "Der. .gedruckte Katalog -enthält 





 611-.Nummern auserleseiter. Werke; "welche gröss- 


tentheils der neueren botanischen und pharmaceuti- 


"schen Literatur angehören.’ Däs-Herbarium besteht 
“Aus einer fast voliständigen Sammlung öfheineller 


Pflanzen, worunter.;auch. diejenigen ‚wonach der 


“ Verstorbene ‚seine. Plantse..ofieinales bearbeitet hat, 
“einer Sammlung genau. bestimmter. enropäischer 


8 En 
Pflanzen; ausgezeichnet durch Vollständigkeit der 


. Exemplare und. Zahl der: Arten, die’dem Verlebten 


bei der Bearbeitung der Genera plantarıum "zur 
„Vorlage dienten, und einer sehätzbaren Sammlung 
Kryptogamischer Gewächse, die’ grösstentheils von 
den klassischen Autoren stammen. Die pharmaco- 
logische Waarensammlung umfasst das ganze Ge- 
biet der aus dem Pflanzenreiche entnommenen Arz- 
‚neimittel älterer und neuerer Zeit und ist die Frucht 
“eines 20jährigen Sammelne.. Denjenigen, welche 
diese Sammlungen zu kaufen- beabsichtigen, ist Hr. 
"Garteninspeetor Sinning in Pappelsdorf bei Bonn, 
als, Beyollmächtigter ‚der Erben des Prof. Nees 
vonEsenbeck, erbötig, auf Ersuchen nähere Aus- 
kunft. darüber mitzutheilen. _ wu 


Eu F 
# - 


5 


| Allgemeine | 
botanische Zeitung. 








_Nro. 32. . Regensbiig, am 28. August 1838, 








E 


1 Original - Abhandlungen. 
_ Einige Worte über ‚die Einrichtung‘ von Lakalfloren.. 
. (Schlass.) | 


Wi. wöllen nun zwar gerne zugeben, dass . 
es der Brauchbarkeit einer Lokalflora ‚eben keinen 
bedeutenden Eintrag thut, wenn auch eine und. die 

"ändere in der Gegend. wachsende Pflanze in. der- 
selben ‘nieht aufgeführt ist und dass sich diesem 
Mangel dureh Supplemente, welche von Zeit: zu. 
Zeit "geliefert, werden können, genügend abhelfen , 
lässt, dass daher 'der Mangel absoluter Vollständig- 
‚keit kein. hinreichender Grund ist, um dem Schüler 
für das Bestimmen. nicht die. Lokalflora seiner Ge- - 
„gend -in. die Hand zu geben. Allein ein: zweiter, 
mit dem Gebrauche der meisten Lokalfloren ver- 
bundener Nachtheil, welcher sich . nicht so. leicht 
'entfernen lässt, besteht darin, dass diese Floren 
"gewöhnlich die Pflanzen eines zu kleinen Gebietes, 
enthalten. : Macht der Studirende eine Ferienreise 
von auch nur wenigen Tagen, "besucht ‚er eine in 
der Nähe gelegene Gebirgsgegend :u. s._w.;, so. stas- 
.. sen, ihm sogleich manche Pflanzen auf, über welche 
ihm seine Flora. ‚keinen Aufschluss gewährt. wi 


Flora 1838. 32. ”. , Ai. 


506 


sich daher derselbe nicht ganz auf das Gebiet seiner 
Eokalflora einschränken, ‘oder will er auch nur 
bei Bestimmung der Pflanzen dieses Gebietes ganz 
sicher‘ gehen indem, hiezu sehr viele Lokalfloren 


nicht: hinreichen), so ınuss er neben der Lokalilora 


‚noch -Koch’s oder Retchenbach’s deutsche Flora 
besitzen. Gesetzt nun, er erhielte schon auf dem 
- Gymnasiam Unterricht in der Botanik, und es wird 


jeder akademische, Lehrer mit mir darin überein. 


. stimmen, "dass es sehr zu wünschen wäre, dass 


dieses allgemeiner und ’grün ndlicher geschehen möchte 
als.’ös. meistens der ‚Fall ist, so hat. er sieh. die 


. Flora der Gymnasialstadt zu kaufen, später die der 


‚Universitätsstadt oder, wenn. er mehrere Uniyersi- 
täten. besucht und sich nieht nur auf. der einen mit 
Botanik beschäftigt, die: Floren mehrerer Uniyersi- 
tätsstädte. Dass aber hierbei in. 'pekuniärer Hin. 
sicht für- ihn niehts gewonnen wird, liegt am Tage, 
« Db’ es in: wissenschaftlicher Hinsicht für den 
Schüler ein Vörtheil ist, wenn ihm eine, oder nach 


“ einander mehrere Lokalflaren i in. die Hände gegeben 


werden, anstatt dass er gleich von Anfang an eine 


= 'zellständige dentsche Flor gebraucht, möchte ich 


ebenfills bezweifeln. Dass es dem’ Anfänger weit u 
leichter #öllt, mittelst. einer Lokalfiora zu bestim- ' 


« meır,. als mittelst einer. allgemeinen denischen Flora, . 


schlagen, wie ‚frü vüher‘; seitdem wir an Bach E) Sr 


da ‚er. beim Gebrauch-der erstern unter wenigeren 
Pflanzen zu suchen hat, ist zwar nicht zu. längnen; 
allein Hieser Vortheil ist. nieht mehr so hoch anzu 


% 


h 


. .nopsis ein Werk besitzen, in-welchem die diagno- 


stischen Merkmale mit. einer Schärfe und Deutlich». - 


keit hervorgehoben. sind, gegen welche jede andere 
'“ Flor in ‘den Hintergrund tritt und: welches Werk 


. das Bestimmen mehr erleichtert, als jede Lokalflora, . 


"Es ist meiner Ansieht nach sogar ein besönderer 
‘Werth darauf zu legen, dass man den Schüler ge- 


wöhnt, mittelst eines Werkes, zu bestimmen, wel 


‚ ches bloss kurze, aber gut ausgearbeitete Diagno- 
‘sen enthält, und. weiches‘ „wicht, wie so . manche 
Liokalfloren oder andere in. usum Delphini geschrie- 
- bene. Bücher, nebenbei . ‚noch kurze Deseriptionen 
'enthäkt,. in welchen minder wichtige Punkte, wie 


Blüthenfarbe ;- Grösse u. s. w] hervorgehoben sind, 


denn'es’wird wohl Mancher mit mir bemerkt haben, 
dass. der. Schüler, welcher in dem. Gebrauch einer 


. präcisen Terminologie noch nicht hinreichend geübt : 


"ist, ‚auf.die..Diagnosen nicht. viel achtet, sondern 


sich ..der: in. den Deseripfioneh angegebenen, oft - 


sehr‘ unwesentlichen Merkmale, als Eselsbrücke he- 


dient,..um zur Bestimmung zu gelangen, und auf, 


- „diese "Weise nie im Bestimmen’ sich Vebung er- 
wirbt, besonders wenn: die ‚Diagnosen Iateinisch 


‚und die Descriptionen deutsch gegeben sind. > 


. Auch der Vortheil möchte nieht nieder anzu 


. schlägen seyn,“ ‚dass der. Schüler beim Gebräuche 
einer denischen Flora sich unwillkührlich eine Veber- 


sicht über den Pflanzenreichthum und, die: Verthei; = 


Se 


 Aungsweise ‚der- Vegetation eines grossen: "Landes 


N 


508 un u u. 


“a 


erwirbt, ‚ein Vortheil, welcher bei der Benützung‘ 


‚von Lokalfloren ihm. nicht zu Theil wird. 
‚Aus diesen ‘Gründen wird, wie ich glaube, 


"ein Schüler ‚besser berathen seyn, wenn ihm sein, 
Lehrer gleich anfangs eine vollständige deutsche. 


Flora in .die-Hand gibt, welche für ihn im: ganzen 
Vaterlande ein treuer Begleiter bleibt, als: wenn 
ihm eine oder nach. und nach. mehrere Lokalfloren 
‚angerathen ‚werden. Auch in ökonomischer Hin- 
. sicht wird ‘er eher- gewinnen, wenn er im Besitze 


“ seiner deutschen Flora, an jedem Orte, in welchem 


‘er Studien halber sich aufhält, ein, Verzeichniss 
‘der in der Umgegend wachsenden Pflanzen sich 
‚ kaufen kann, denn ein: solches Verzeichniss, . wenn 
‘es. zweckmässig bearbeitet ist, kann um ein billiges 
geliefert werden. Eine’kleine Ausgabe würde auch 


. wohl ‚der Sindirende nicht, scheuen; soll er’ sich 


- freilich .die jetzigen theuren Lokalfloren. kaufen, so 
unterlässt er entweder sich eine deutsche Flora .an- 

auichifien,. oder wenn er diese benützt, ‚so. wird 
». die Lokalfloren‘ nicht kaufen, wie dieses. Hr. 

vi . Sehlechtend al mit Recht bemerkt. Auf diese 

Weise wird. er aber des Nutzens verlastig, wel- 

chen ihm der Gebrauch dieser Bücher ‘gewähren 

. könnte; desshalb fordert, wie ich glaube, die Rück- 
. sicht auf den Studirenden eher eine Umänderung 
in der Bearbeitung, unserer  bokalforen, als eine 
Beibehaltung. derselben. ;: i 
j ‚Einen ‚weiteren Vortheil, welcher allerdings 
"Beachtung verdient, können Lokalfloren eher, als 


B 


allgemeine deutsche Floren gewähren, nämlich die 


Möglichkeit, dieselben, wegen eines kleineren Volu- 


ee er 77 5 


mens leicht auf Excursionen in. der. Tasche..mit-. 
' führen und sogleich im Freien ‘Bestimmungen vor- 
nehmen zu können, Leider haben. diesen :Vortheil _ 


‘die Bearbeiter von manchen Lokalfloren, bei wel- 


“chen ‘er "häufig 'sehr leicht zu errathen gewesen 
wäre, ungeschickterweise ganz "ausser ‚Augen ge-. 
"setzt: und: "dürch ein grosses Format; weitläufigen . 


’ Druck, Aufnahme von - langen: Deseriptionen und “ 


vielfachen Citaten das’ Buch“ auf ein, zu: solchem’ 


'Gebrauche viel ‘zu. grosses Volumen angeschwellt- 


Dieser Vortheil geht nun auch, wenn statt der Lokal- 


floren 'blosse _Namensverzeichnisse herausgegeben 


oe: 


würden, allerdings verloren, er scheint mir jedoch . 


nicht bedeutend . ‚genüg zu seyn, um die Beibehal- 


tung der jetzigen Lokalioren zu rechtfertigen, . be- 


sonders da Reichenbach’ s Flora exeursoria be- 
weist, . dass nicht ‚bloss eine deutsche Florä, son- 


dern selbst die . ‚eines weit grösseren Gebietes dureh i 
passende Beni üzung des Raumes in. ein leicht trag- " 


“bares Büchlein gebracht werden kann und wi», viel-, 


leicht hoffen dürfen: mit der Zeit auch die K 6 ch’sche 


Synopsis in eitem ähnlichen kleinen Vohrmen zu erhal- 
“ten. Legt man auf den Vortheil,; auf den Excursionen 
‘sogleich, Bestimmungen vornehmen zu können, | einen: 


hohen Werth, so kann man ja für solche Städte, in 
welchen’ der Botanisirenden eine ‚grosse Anzahl ist, 


wie für grössere. Universitätsstä idte, in welchen der . 
lokale Abentz ‚die Konten der Herausgabe decken 


Es 


” 


>10. 


könnte; eine eigene Flora eweursoria bearbeiten, 
Eine solche Flora dürfte aber. nur diesem Zwecke 
gemäss’ ausgearbeitet seyn, d.h. sie. müsste mög- 
lichst- kurze. und genaue Diagnosen, dagegen keine 


. Citaie enthalten und ius möglichst kleine Volumen 


gebracht ‚werden. : Schabelis Flora elvacensis, ' 
an weleher freilich senst nieht viel zu rühmen ist, 
könnte als -ein Muster der Anordnung ‚und. des - 
Druckes gelten. Eine solche Flora würde: jedoch die 
Herausgabe eines für fremde Botaniker, besonders 
für pflanzengeographische Zwecke bestimmten Na. 
mensverzeichnisses nicht überflüssig ‘machen, sie 


>: ‚hätte: nur. einen. lokalen Tweck, ‚wäre. .eigentliches 


Schulbuch, ei 


Fassen wir nun, nachdem wir die Zwecke, 


"welche eine Lokalfiora für den Schüler erfüllt, be- 
- trachtet haben, als wiehtigeren Punkt‘ den Nutzen 


ins Auge, "welchen eine solche dem entfernt woh- 
nenden Botaniker gewährt, so kommt sowohl die 
pflanzengeographische als. systematische Seite einer 
Flora in Betracht. 


Nehmen wir zuerst Rücksicht anf den Pfan- 


zengeögraphen, so kann wohl die Frage, ob für 


: . ihn ein blosses Namensverzeichniss eine vollständig 


ausgeführte Flora erseize, unbedingt bejaht wer- 
den, dem er bekümmert sieh ‚nicht um den bota- 


.. nischet Charakter der Pflanze, sondern nur um 
. ihr Vorkommen, und dieses wird dureh den blos- 


, 'sen Nanlen ebensowohl angegeben, als durch ‚eine 


# 


“er 


we. SU 


"Beschreibung: .- Für den Pflanzengeograpkeii ind 


Laokalfloren. desto bequemer und: brauchbaren; ji 
übersichtlicher sie angeordnet sind, je mehr’ sieäin _ 
Beziehung auf die Annahme bestimmter+Formen z 
als eigener Species: oder als Varietäten. übereinstim- » 
men, je, mehr sie” ‘in der Nomenclatur überginkom. 
men, je. ‚mehr. ‚Sorgfalt auf Ängabe, ‚des ‚Ständortes, 
des. Bodens, , der Höhe, in welcher ‚eine, Pflanze 


aa vr 








ze wächst u. dgl.,. verwendet, ist. .. In dieser Beziehung . 


EN 
‚allgemeineren Beitfal 


werden. also deutsche Lekallloren” sich inet desto 
en Beifülles zu .e freuen haben,; je mehr - 

m Ei en. auglichen, allge- 
en der Pflanzen. 
steme geordnet 
‚die Annahme“ 
sich der allgemeiner verbreiteten 


usT 
„Sie werden- also, willkomme- 


allgemeiner. 


















ner ‚seyn, ‚wenn. sie nach. Familien, .. als weni sie 


nach dem Sexualsysteme ‚geordnet ‚sind,ysie werden 
H finden, wenn hnen die Synop- 
sis: von Ko ch zu ‚Grande liegt, ‚als wenn. ‚sie anf , 
der ‚Basis der. Reichenbach’ schen. Flora exgurgo- - 











"ria Tuben, indem "die. erstere. nach “dem DeCan-. 


dolle’schen Systeme abgefasst ist und die, ‚botani-, 
que frangoise eine grössere Anzahl von’ ‘Anhängern 
zählt, als das Reichenbach”. sche Pflanzensystein; 
indem ferner die ‚Anzahl ‚der Beduetoren wohl grös-. + 
serist als-die der Artenzersplitterer‘ ‘oder vielinehr 


‚derjenigen, welche der‘ Meinung sind, dasi es gar 


keine Arten‘ ai Insöfeine wird der von Hm 
\, . 





Prof. Zuvea rini gemachte Vorschlag, dieK.o eh'sche 





512 


Synopsis zur deutschen Standard Flora zu erheben, 
wohl. wenigen Widerspruch im deutschen Lande 


‚erfahren. lan en an 





"Ob freilich dieser Vorschlag schon in kurzer 
Zeit von "verschiedenen "Seiten her ‘solche Verzeich. 


‚nisse hervörrufen wird, muss die Zeit lehren. Bei- 
"nahe möchte zu befürchten seyn, 'es ‚werde, die 
Herausgabe derselben der schriftstellerischen Bitel- 


keit nicht schr 'schmeicheln. ° Dass” ein solches Ver- 
zeichniss,_ wenn es ‚gewissenhaft und kritisch aus- 


"gearbeitet seyn soll‘, dieselbe Mühe, "dieselben -viel- 


fachen Untersuchungen, die ‚gleiche . ‚sörgsame "Ab. 
wägung, ob eine Form eine gute Art oder eine 
Abart ist, erfordert, ‘wie eine vollständig ausgear- 


. beiteie „Flora; ‘versteht sich von selbst; und: nun 


soll das’ ganze Resultat einer ‚solchen vieljährigen 
Arbeit nieht‘ uhter ‘der Form eines: ‘oder "mehrerer 
stattlicher Bände, "nicht in einem mit Citaten über 
Citafen steahleiiden‘ 'gelehrten Glanze, sondern im 


“ inspruchlogen Gewände eines wenige Blätter fül- _ 


lenden' Verzeichnisses erscheinen, dazu gehört. wohl 
in ‚manchen ‚Fällen. „einige Selbstüberwindung! 


Was nun; ober. diese Verzeichnisse: selbst be- 
wwiffe, so lassen sie sich freilich nicht, wie Wat- 


Eon, glaubt, auf.50 Seiten, oder gar auf die Hälfte 


davon zusammendrängen, wenn sie die nöthigen 
Nachweisungen geben, oder wenn; nicht die meisten 


Augaben, anstatt mit Worten, mit" Zeichen angege- 


En 2 


r 


513 
ben werden sollen, welche unstreitig das schlimmste 
"Auskunftsmittel sind, um’ Raum zu ersparen, zw 
nichts äls zu Verwirrung. führen, und :deren Ver- 
miehrang in der Botanik’ um‘ jeden: Preis‘ vermieden 
. werden sollte, ei. "ar 2 

3'Wenun solche Verzeichnisse für deii“ hassen 
geogtaphen von Nützen seyn 'sölleh, so inush‘ ilihen: 
‚ : eine Einleitung: vorausgeschickt‘ werden, in welcher 
eine. geographisch - geogtiostische Beschreibung des 

° Gebietes! der Flora, ‚eine Darstellung‘ der’ meteoro- 
" logischen: Verhältnisde der‘ Gegend, eine Uebersicht 
über: die ' verschiedenen Regionen der- ‚Vegetation, 
über »die ‚Abhängigkeit derselben von den Gebirgs- 
Wis.uWi® enthalten’istz''dieses’ Alles lässt’s ich 
auf. wenigen Blättern ‚geben; uhd'es wird‘ erspriess- 2 
- Jieher seyn, "wenn der: Verfasser: diese Punkte.: ‘in 
kurzer Uebersicht erläutert und-sich auf die’ haupt- 
-sächlichsten Momente‘ ‚beschränkt, "als- weni er, wie, E 
Lachmann, einen 'gahzen Band darüben schreibt. 





‚ „Deii:einzelnaufgezählten: Pflanzen müssen: Notizen 


über"ihre'Verbreitung, ihre ‚Abhängigkeit‘ von ‘dee 
"Beschaffenheit des ‘Bodens;'"der. Höhe ‘über dem 
Meere‘ u. .. w.. beigefügt werden, und zwar in all-- 
gemeinen übersichtlichen Zügen, nicht mit blösser 
Nennung von einem.hälben Dutzend: isolirter‘ ‚Stand- 
orte, ohne Angabe des :gemeinschaftlichen Zusam- 
ienhanges und der: Bigentkümliebkeit ‚derselben: 
Erst‘ wenn: diese Forderungen erfüllt sind, leistet 
‚ein ‚solches Verzeichniss, was es soll. Dass es \ 
keine ‘Jeichte Aufgabeist; eine solche ‚Schrift in j 





1 


‘allen Beziehungen genau wid: riehtig auszuarbeiten, 


dass sie grössere Mühe, vielfachere Beobachtungen, 
mannigfachere Kenntnisse erfordert, als die Ent- 
werfuug von Diagnosen „and: Aufstellung von ein 
paar Dutzend Arten und Varietäten liegt am. Tage; 
wenn. aber solche Nachweisw.gen gegeben ’sind, 


‚so, wird. auch ein solches. Verzeichniss schätzbaren 


seyn;. als.die. meisten’ unserer: ‚Floren, welche von _ 
. dein Charakter der Vegetation einer "Gegend kein 
 dontiche. Bild geben, 0. » 

- Andere Forderungen .als der Pflanzengeogräph 
wird der ‚Systematiker. an. eine Lokalflora stellen, 
Er wird eher einen Mangel au Vollständigkeit ent- 
scheldigen, dagegen legt'er..den hanptsächlichsten 
Worth ‚auf Umgrenzung -der einzelnen Arten, :Gat- 
tungen und Familien. "Autch-für ihn-wird , sobäll 
wicht. ‚neue Arten und Gattungen aufgestellt werden, 
“ein.blosses Namehsverzeichniss: genügen, wenn dem 
"Namen, eine ‘sichere, -Auiprität, beigefügt ist: ‚und ij in 


“ zweifelhaften Fällen kritische Erläuterungen. 'beige- 


"geben. werden. Gegen eihe solche; ‚Einrichtung‘ der 
Lokalflorei kann eiügewendet” ‚werden‘; es "komme 
nicht selten vor, dass, eine Pflanze ‚vom: Verfasser 
‘der Plora falsch bestimmt werde, und dass dieser 


* Irethom. nicht auszumiiteln sey, wenn- die Lokal. 


Aora bloss einen Namen, -aber Keine. nach. der 
Pflanze entworfene Beschreibung enthalte, : Dieses 
ist zwar zuzugeben; auf der andern Seite. kann 
“man aber auch in der neueren Zeit, in welcher 


dem’ deutschen Botaniker so viele Hülfsmittel zum 


N ee 31 


‚sichern ‚Bestimmen zu Behote. ‚stehen, mit Becht 

* an den Verfasser einer "Lokalflora die Forderung 
stellen, dass. seine Bestimmungen. richtig sind. Wer 
sich keine. hinlängliche Kenntniss der. ‚deutschen 

‚‚ Pflanzen erworben hat,. wer sich nicht die Mühe: = 
‚gibt; durch Vergleichung der Pflanzen seiner Ge-. 
gend mit denen anderer ‚Gegenden, durch: Verschi- 


= - eken seiner.Pflanzen an- andere, ‚nit der deutschen _ “ 


‚ Flor. vertraute Botaniker. u. dgl. sich‘. in zweifelhaf- 
ten Fällen einer. genauen Bestimmung zu versichern; 
der soll 'überhanpt: das'Pablikum. mit einer Flora 
seiner Gegend. verschonen,, denn er wird, wenn ' 
er. ach; die Pflanzen nach dem. Leben beschreibt, 
» dennoch ; "genüg Fehler. ; begehen: und. Verwirrung 
veranlasser ‚Bleibt. dagegen in’ einem oder andern 
Falle.ein’für den Verfasser nicht zu lösender Zwei: 
se übrig, ‚oder ‚hat ‚er. neue Beobachtungen über 
‚eine, Pflanze. nitzutheilen, se kann, er. sich hierüber 
"in eiber Anmerkung ausspr chen, und:er „wird.-da- 
bei den. Vortheil erreichen ‚.. dass: solche ‚kritische 
‘ . Bernerkungen. «mehr ins Auge fallen und’allgemeiner 
. bekannt werden, als wenn sie- von ‚dem -Sehwalle . 
„der, ‚Deseriptionen gemeiner Pflanzen eingehüllt sind; 





. Wie werthyoll in systematischer Hinsicht. ein .- 


 blosses Namensverzeichniss Beyn’kann, davon- ‚haben, 
wir an Meyer’s Chloris hannoverana ein glänzen: 
.des Beispiel. ‚Dieses Werk kann’ nun freikeli nicht 
als Beweis dafür angeführt werden, dass: dureh 
die Herausgabe von Namensverzeichnissen in Bin- - 
. : sicht auf Umfang und “Preis des literarischen Ap- 


* 


© ” R nn es . - Eo.® 


3, 


‚s16: , 


parates etwas gewonnen werde, allein. die nähere 
Betrachtung - ‚des . wohlbeleibten Quartanten beweist 
auch hinreichend; : dass ohne dem Werthe desselben 
etwas zu sehaden, wohl drei Viertheile des Raumes 
. ‚hätten erspart werden können. ee 
= WI. Herbarien 
"- Aprostotheca Tungarica complectens plantas sie- 
ntäs. gramineas ;'cyperaceas et junceas 'Hungarie, 
Oroktiss et Dalmätiee, „Die Gräser Ungarns, gesam- 
melt "und. für Bütaniker "und Oekohomen- heraus- 
gegeben von Joseph SadiexE Professor der Bo- 
" hass zu Pesth” 0 . Br ne 


"Diese Gräser-Sammlang des für die Eiforschung u 


des Pflanzenreichthums.: Ungarns, "Croatiens‘ und 
Dalmatiens unermüdet und mit seltener Aufopferung 
thätigeit Prof Dr. Sadler,-der die klassische Ge- 
‚gend. von Fiume selbst dreimalbereisie, seit 18% 
dort :unausgesetzt, ohne’ selbst begütert zu. seyn, 
einen Bestellten für sich sainmeln liess ‚und durch 
- No& aus dem übrigen: Littorale vieles durch Kauf 
aequirirte,. entspricht allen Anforderungen, indem 
sie sämtliche Gräser ‘der. genannten: Provinzen 
..in’seltener Vollständigkeit, "fast in jedem Alter, in 
- schr gut und naturgemäss präparirten, mässig ge- 
pressien Exemplaren, in gross Folio auf weissem 
Papier liefert, wobei die verwandten Arten und 
- Gattungen thunlichst zusammen ausgegeben werden, 

und.zwar zu dem. geringen Preise von 2 |. e.M. 
für. ein Heft von 25 Arten. Die bisher erschiene- 
“nen drei Hefte enthalten Sp Cyperacen, darunter 


a 


“ “; 


28 Caricce, 38 Graminee und 8: Juncea und. fol, 
gende seltnere Arten: ‚Carem. alpestris Au., atrata &E., 


dieica Huds: PB. rivularis' Kit, von Pesth,, C. ewtensa 
Good. von:Finme, ferr ıginea.. ‚Schk., Michel ‚Hst., 


nutans Hst., Sehreberi W., stenophylla' Wahl., verna. 


 Schk. ß." conglobata Kit., ‚Cyperus Michelianus Sk. | 
von der Theiss, Tongus,. ylomeratus L, Aegylops 


caudala L. ‘ß. eylindrica H.,. Ayrostis interrupta L., 


Ara. capillaris. Host von Fiume, Anäropogon. ha- | 


. lepensis Sibik,,, ‚Grylus L., ‘Arundo Donas; L, 
. Avena. versicolor KU., Beckmannia eruceformis Hat, . 


Briza. mawima L:, Br omus squarrosus L., Crypsis 


sch@noides ‚Lam., Erianthus Ravenne PB., Festuca: 
..Hostii. Ein. ,„ovina 9. fluminensis;, Myurus,. rigide, 
Kieleria phieoides Pers., Lepturus incurvalus' Trin; 


Phleum. tenue Schr. ad., Poa pilosa L., Lappags ra- 


comosa.W., Secale fragile MB., Sesleria elongata Hst., : 


 ‚Trisetum.tenue .B. Sch. von: Gedella,. Triticum eri-: : 


" statum - Schreb.,; Juncus ‚aculus L.; Hoppii Nod“ 


vog Flame... „ui. Be 
u : . Dr. Sauter. 
: UL, Literarische Notizen. 


‘ia. Neueste : Schriften. . . = 2. 


Di ietrich, Flora universalis in kolor. Abbil- 


theil. 2, Frankfart, Wilmans. 8. 12 Thl. — 
Römer, Handbuch der’ allgem. Botanik. Hft.. 12. 


dungen, Abth. IL 64 + 6%. u. Abth. M2—9. 
_ Jena, Schmid. Fol. 28 Thl. —.W; V. J..Koch,. 
Synopsis der dentsehen und Schweizer Flora. Ab-- 


‘München, Fleischmann. 8. 2 ThlL — Peter- 


518 


mann, das Pflanzehreich, oder die für Medieiner, 
_Pharmacenten ete, interess. Gewächse, Liefer, 1. 
' Leipzig, ‚Eisenach. 8.2 Thl — Reichenbach, 

Naturgesch. des. Pflanzenreichs. Hit. 7. u. S., jedes 
m. 4 Taf. Abbild, Leipz. Franke 4 5 Ph. - 
Schneider, Beiträge zur. schlesischen : Pflanzen- 
kunde 1. Zur schlesischen Pflanzengeographie; 

a. zur Kunde der örtlichen Verhältnisse. Breslau, - 
Gross, B. u. Co. 12, & Thbl. — Sturm, Deutschl. 
. Flora in Abbild. nach.der Natur mit Beschreib. I, 


. 73.74. Nürnberg, Leipzig, Hinrichs. 16. 12 Thl. _ 


"IB! Noulet, Flore du. bassin ‚Sons = pyränden, 
Toulouse, 8. 8. fr. —. Dietrich, „erminologi 


s “der phanerogamischen P Pilanzen. : Aufl. 2... Mit.24 lich. Ei | 


"Taf. Berlin, Enslin. 8.2 Th — Hoöken, 


. British Flora. ‘4. ed; 8. :1%sh. col.: 16 sh.—: Lööhr, 


" ‚Floisi von‘ Koblenz. Köln, Dü Mont-Schauberg. 
8.12. Til — Cordier, Beschreib:' u, Abbild. 
. Zen essbaren und- giftigen Schwämme. Nach dem. 
- Französ. Mit 11 illum. Abbild, Quedlinburg, Basse, 
8. % Thl’ — Dietrich, Forstflora. Aufl. 2. Heft 
1-3. Jena, Schmid. 4. 2 Thl. — A. Richard, 
Nonveaux elemens de botanique et de physiologie 
vegetale. 6 Ed. Paris, 89 fr. —. Londons 


u "Eneyklöp. der Pflanzen. Frein. d. Engl. bearb. 


‚von Dr. Dietrich. Lief. 9. 10. Jena, Schmid. 4. 
2 Thl. Gllum: 4. Thl) — Nees von Esenbeck, 
‚Naturgeschichte der europ. Lebermoose‘,. od: Erin- 
' nerungen aus dem Riesengebirge.. Bndeh. 3. Bres- 
u lau, Grass, B.u.6. 22.2 Th. — Spring, über nn 


. 


. 


die haturkiston, Begriffe von "Gattung, Art und Ab: 
a eie. ‚Eine Preiaschrift,. Leipzig, Fr. Fleischer. 


.1 Thl. — Endlicher; Iconogr arhia. geilierum” 


“ lantamam Si. IV.- Vindobena, Beck. -4.-1HThL 
—- Hübewer und Genth, Deutschl. Lebermeöse 
in ;getrockn. Exemplar. Lief: 3.4. Mainz, Kupter: 


berg. ‘8. % Thl. -— Meyen, neues System: der 
Pilanzen- Physiologie. ‚Bd. 2. Berlin, -Haude'a; SH 
8., 24 Thl. —: Reichenbach, Icones Fiore ger- 


manicee. Cent, IL. Decas 9 et10. Lips. Hofmeisten 
4. 32 Thl (edler. 3 Th), —: Sch wabe,. Flora 

.: ‚Anhaltina. Tom. I. Berl, Reimer. 8. 2 Thl. — 
De sportes, Flore:de la ‘Sarthe et de la Mayenne. 


Paris. 8.64 Er. Guimpel u. Klotzsch, Pflan- 
»en-Abbild. n. Beschreib. zur. Kenntnis. ‚offieineller 


u Gewächse: I. 1. Berl.;- ‚Hayn. 4 2 ThL-— The 
"ehild’s ‚Botany. 16...-2-sh.. — The Botanist.-VoLT. 


0. sh. ‘==. Endlicher;‘.Genera plantarum se- 


eundum ordines 'naturales disposita. Nr. VI. et VIE 


Wien, Beck.: 4, ‚2 Thl..— Hegetschweiler, 


- Flora der Schweiz. Lief 1. "Zürich, Schulthess. 
12. compl. 35° Thl. — Lehmann, noyvarum et mi- 

‚ nuS. eognitarum stirpium pugillus vH. Hamb., Per- : 
thes. 4... 15 Thl. — Maly, Flora Styriaen, Grätz 


(Leipz.. Mag. £ Ind) 1%. & Th’ Robert, 


‚Plantes. phandrogames gui ‚eroissent ‘naturellement 


aux enyirons de Toulon. . Brignoles. 8. 
bh: Recensionen. 
‚Von A; Dietrich’s Botanik für Gärtner ind. 


= Gartenfrennde, 1. Thl., und desselben Terminologie 


a 


wos sı 


E 


+ 


520 


der phanexogam. Pflanzen in E, Meyen’s. Iiterar. 
Zeit, Nr! 26. p. 485. — Von Alph. DeCandoiles 
Anleitung zum Studium. der Botanik, übersetzt von 
Bunge, das. Nr.27. p. 504, — Von Löhr’s Flora 
von Coblenz, das. Nr, 28. p. 521. (Verf, Schulz), 
. — "Von '@uimpel's. und‘ Klotzsch’s Pflanzen- 
‚Abbildungen u. Beschreibungen zur Erkenntniss ofli- 
“ eiüeller Gewächse, das. Nr. 29. p. 536, Verf, 
Schulz). — Von P erle b’s Clavis elassium, oxdi- 
zum et familiarum atque index ‚generum vegui v vege- 
abi. das. Nr. 30. p. 555. 
; j ..e, Journalistik. . 

"Fr. ‚Otto und A..Dietrich, allgemeine "Gar- 
Tenzeitung, 1838. ‘Nr. 16... Veber Kälte, ihre Wir- 
‚kungen auf Pflanzen und die Mittel, ‚sie zu verhüten 
oder unschädlich zu, machen, . 'P 123, Nr.-18, Wir- 
kung: ’der: vorjährigen Winterwitterung auf die. im - 
‚ .Freien- stehenden’ Bänme und’ Sträucher im botani- 

schen. Garten zu Berlin, p. 187. — Loudon, Na- 
turgeschichte der Abios cephalonica, p. 139. ° 
- Pfeiffer, über Lemaire’s Beschreibung einiger 
. neuen Cacteen, p. 141. — Nr. 21. Otto wd 


Dietrich, Beschreibung, und. Kultur‘ des Cereus ’ 


Moertianus., ‚Zuocar. p- 161. — Otto,: Nachrieht 
über ‘die neuentdeckte Pflanze Victoria regia, p. 164. 
.. Fürst, Obstbaumfreund, 1838. Nr. 27. _Dr. 
-&. Lie gel, fünfte Pflaumen - Classification, pP 209. 
(Ist auch als Nachtrag zur Flora 1836 p. 574. und 
1837 p- 471. zu betrachten und : gibt DeCandol- 
ie s Eintheilung. in Prodram. a P- 532. in dentscher 


Sprache, wieder.) 
. , 
# 


& 


Allg gemein. 


2er 


botanische Leitüng, 


5 


mn 35, Regen, am, 7. Seplenber 1838, 


Eu 














Var BE 





Dur} 


‚ Berietigung. eines. Irrthums. in; Betreff‘, der, Säfte- 
...eyelose in. den Haaren heterorganischer Pflanzen; .: 


von: ‚Broß.; Dr..C. H, Sch ultz in. Berlin... 






im Pilänzenreich unterscheiden lernte; die 'eine in 
‘den Ans 'eilem ganz, ‚ gleichartigen Schlauchgeweb 


i bestehenden niederen, homorganischen Pflanzen, wei 
che wir „wegen ‘der drehenden kreisförmig in’sich 


zurückkehrenden ‘Bewegung des Säftes mit‘ "döm 


Namen der Rotation belegt Babe; die anderd'bei " 
den anik ‚einem „doppelten sfiis: und | eiliem  Zellön- 





“den Sachkundigen nicht unbekannt, 
dass man in neuerer Zeit: ‚zwei Cirkulationsförnlen 


FE Örfärnat - Abhandlungen. . 


dürch den Namen Cyclose bezeichnen. Nu uir i Hatten vn 
einige Botaniker (Amiei in Italien und R. BFöv wu Ze 


‘und Släck in England), die. mit. den neueren Be: 
“ obachtungen - ‚der Deutschen’ noch. weniger vertrauf 
, waren, inzwischen in den durchsichtigen, nur ans 
Zellgewebe gebildeten Haaren der höheren, mit Ge: 


 Tässen begabten ‚(heterorganischen) Pflanzen eine . 
' Säftebewegung "beschrieben, die die‘ ‚genannten Be- . 
obachter, ohne Rücksicht auf die Cyelose, mit der 


Flora 1838. 33. Ber “ "OO Kk 


522 nn = 
Rotation in den homorganischen‘ Pflanzen „zusam. 
_ ‚Mmenstellten, -iüdem sie stillschweigend voratssetzten, 
dass es nur eine Art der Säftebewegung im Pflan- 
zenreich gebe, oder doch keine hinreichend genaue 
Kenntniss: der Cyelose hatten, um einen näheren 
Vergleich zwischen beiden Bewegungen anzustellen. 
Indessen hatte besonders Slack, der die genannte 
‚Beobachtung‘ von R, Brown in den Haaren meh- 
rerer ‚heterorganischen Pflanzen wiederholte, durch. 
aus‘ naturgetreue Abbildungen derselben von einer 
Tradescäntia ud "einem Pentstemon- gegeben; : die 
. für, den. Bingeweihten ‚keinen Zweifel darüber las. 
sen ‚konnten, ‚dass. diese nemeswng, ‚keine Rotation, 


a 






1 u nd Frankreich "bereits, bekannt war. Insbe- 
n “ sondere hatte, Slack sehr. richtig. gezeigt, dass die 
. Haare der Tradescantia keine einfachen Zellenreihen 
j seyen, wie man früher wohl vorausgesetzt, hatte, 
sondern. dass die Haare vielmehr. eine Zusammen- 
‚gesetzte. ‚Bildung "haben und: aus einer epidermati- 
schen Haut, welche noeh eine innere Zeltenmembran 
nmschliesst ; ‚bestehen. ‚Slack beschrieb nun die 
Cirkulation als, zwischen beiden Häuten,.. also. aus- 
serhalb. der Wand der. inneren Zelle vorgehend, 
f und zwar in ‚netzförmig anastomosirenden Strömen, 
die. freilich auf-- und. absteigen, aberi in so vielfachen 
‚ Verzweigungen und Verbindungen und. du so durch- 
- krenzenden "Riehtungen, dass in der That bei den- 
jenigen, welche die wahre Nator der Rotation und 


R 


” 


og 


. 525. 
- dehen'- Untörschied "von ’der .Eyelose Kkönten;rsich 
“ aufıdenuexstönzBliekidieVeberzrugunglaufdringen 
musst&,.t.dass "diöse" Erscheinung: mit'"der: Rotation 
nieht./die.mindeste! Aehnlichkeit hat; im |&egentkeik 
ganz mit ‚der! Gyelose :übereinstinnnt, da: die Sdröne. 
in :gefässartigen |Kanälen! eingeschlossen’ sind; wähs 
rend :sie: sich: bei‘.der:. Retation’; frei: im Innern’ der 
Schlauchliöhle drehen: He PoöfsRl: eyar hatin dene 
eben: enrsghienenen:: 2; Band.sBeinds!inenen "Systäme 
der: Pflanzenpliykiologie : ‚mim!cherBeobiehtangudiel 
. ser. Cirkmlation? in- den Häaareib aüch (an ianderen _ 
. als den:gbnanniten Pflanzen Aviedeblrolt und beschrie- “ 
ben, :it!jedöch merkwürdiger- "Weise sderkchals bei 
der Talschen‘/Analogie: mit der ‚Rotatiöh “stehen. gen ” 
‚klieben; !wässcw der‘ Thaf“ yon: »Femänd;s dendie 
‚Enscheiriungen.: der - Cyelöse.: ‚:geriahi »bekannti sid, 
. kaum:sollte:serwartet, werden können. Ja Hr; 
: dem «dei; W; idersprubhij. dass. »eine:»Rotatlon::döch 
"unmöglich s2wischen ! zwei Zellänwändei® vor'sich 
+ gehen könnte ‚nieht 'entgehenckeishtez gehtisgiweit; | 
die. ainbestreithai richtigen: Beobachtungerrnäles: bei 












zähmtenpilnd än:idiesem KaltgahaTunpartheiisch:ge- B= 


- ‚nauen’senglischen Beöhaehters;: dass nämlich :die_ 
‚ Haare der "Tradeseantien: äus Hoppelten: Zellenwän- 
. ‚den‘ gusaminengesetzb‘ 'seyen; gerkäezu Zip Iöugnen; . 
bloss»weik'ib diesem 'Falkzdeif ö De . 
‚ Rotätjon: nafürlieh'nicht> gepasst tte;' deren ganze; 
von uns ausführlich gegebene Entwieklungsgesehichte 
- übrigens‘ auch sonst: so ‚bimmelweit' vom dei: Bewe- _ 
gungen ‚ü: den: Haaren“ der heterorganischen-: Plaiz . 
K k 2 








Es - 


“ gen «abweicht, dass ich nicht wüsste) ‚wiössich: den 
“Vergleich beider" ;nollte \rechtfertigentlässeny;- auch 
wenn; die Strönie: sickniu innarhalbieiner einfachen 


Tellenwand :bewegten. Die yoh Hrn: Ma :gegäbenen 
Abbikkınjen der. Stromheta&'sind'aneh 'beiiweiten 
wenigen taturgettdusaistidievön« Slack' gegebenen! 
 Be:M. ‚kommt: nur! dunch;iseine Alles‘ vergleichende, 


 aher nicht! untersdkeidenlda"Methöde: 2ir dein" wan- 


: derkaneh «Besultet,!.dass::.itl denicheterörganisehen 
Pflanzem: aynek- Versihiedene  Cirkülatignent: woiihan- 
den-keyn müssen; dieeiat in den! Zeilen ;uhd Haa- 


ren, ‚welche:dersklblesals Rofation inehen:der:;Rota- 


" Soh «der. ‚hobnengaiiischen’: ‚Pflasizen sbhangdeli;. die 
zweite.’eine Üyelose, die als eins, paytikulävef: 'gauz 
\ vehsghiedenk, Erscheinung und abgesondert yon.der 
eisieren:. betrachtet.: äst. smdDiese.: mbnatürliches Dar. 


. stellung; könntes: an! zu bunsägliehen- Irrnissen« Au. 





läss'gebeit, wenn. "man icht‘ 'bald»ein&. Aufklärung 
darüber; erhielte:, Dei natürlichiimüsste anal wei- 
ter fragen, in welchen Zisammenhäng.demi zweier 
lei: Cirkulationen: ins einer ‚and. „derselben: Pflanze . 
stehen ,.igrielche. Bedeuikog sie..liaben isollten;,;. wa 
aber:H..M. garı njeks:berührt. ‚Diese! Irrthüämer 


sind. nuw,dadurch: geiiklärlich,. dass. Hrn. ’M...die Ext- 


 wisklungsgesebichte..des. ‚hebensgefässeystams. gänz- 
- Koh wnbekanat- geblieben‘: it, und. däsdi.derselbe 
Ramentlich: die unenfllieh.zarten und feinen: Gefäs- 
‚ meta isler, jegentlichen. asa: latieis‘; ; At. Born: der 
vasa; Iatiris epnirgeta; welche wir in unserer-fran- 


- ‚ ehslschenPröinghrifisdurch so. ‚viele: Abbildungen 


Da ee 


# 


525 
in fast allent!heterorganischen: Familien” erläutert . 
haben, garühicht- zur. ‘kennen: schen; ‚Insbesotidere -, 
sind’ es. die Pflanzen, ‚deren Lebenssäft nichtmil: : 
chig: ist, wo.:die'wasa- latieis eontrheta" Kusserst'Sart 
" erscheihen,\und:deren. Darstelling‘ ‘die’ französische. 
Akademie’ inzderPreistvap&tausdrücklich wünschtey 
um- die ‚Allgenieinheit! des Hiebensgefässsystems er: 
wiesen. Zu. scheh.." "Er Mi kingnet: !die: Existenz’ der 
- vasa Tatichs eohtradta. in "seiner Schrift 'aberkurz: \ 
weg, ‚weil .!deönie: habe so. etwas: finden’ ‘können. 
- Wunderlich ‚genug: aber: hat 'er- sie-überall i in: den 
feinen: Stfomnetzen;' worin- der“ ‚Saft ini die Zellen 
‚Ärkulirt; wor Augen gehabt, oline sie-zu ‚erkennen; x 
. Diese. "Gefässe "durchziehen und; ningebey" die! Yer: 
= schiedemän! ‚Obgane, : :besonders 'die - Bellen um die 
: Bekrätionsergäne”"wie‘ ein : ‚feines: Spinngewrebehetz 
und" sind: bei’ manchen Pflänzen,'w. :E. "bei: denen? 
ladium-. und. Arum: Arten..selbst nach: der Macera- 
tion. nöchndarzustellen und “in: ineinem.-Memeir äb- 
gebildet... Die! Kenntriiss' dieser "Gefässnetze hätte - 
- , Hrn .Mi alle die: "Wünderdinge‘,;: welche‘ veW: über. ' 
die Stromnetze der. Zellen: erzählt; leicht: ‚aufgeklärt, 
Leider ‚weiss‘ ich‘ nicht,‘ -öb nieht gerade: sinchrere 
dieser: Figuren‘ in; :der.: französischen: Ausgabe‘ mei- 
- nes‘;Memoirs unter anderen: weggelassen sind, ‚sie 
werden aber in der unter der. Presse. befindlichen 
deutschen‘ Ausgabe; ‚mitgegeben ‚werden. He: Mi} 
aber läagniet nicht: bloss: die: jungen vasa"latieig eo 
 tracta, ‚sondern. äuch die Ahastomasen der Lebeiis“ 
" . gefässe. überhanpt: und „berufs:sich;- dabei zugleich 


» 


PS 


520 


auf.eine, von: Hra; G,M..R. Link in: den Grond- 
lehsan, der Rräntackunde gegebene Abbildung, wel- 
chem ıder. Verf. dabei die Entdeckung. der Veräste. 
‚Iungen..der yasa.jefieis der Bupbor bien: »nschreibt; 
eine Ehre, die Heu @.M, Ru, Link. wohl edölehnen 
möchte. Ich glaube, nämlich hierbei sur'Anfklärung 


 eines...doppelten Misqverständnisseg die Erklärung 


. michen zu dürfen, dass Kh.Ern.0.M. BR Lhik 
auf, fie. sghöne, Gefüsebikdung: in den fleischigen 
Eunphorbien' mierst ‚aufınerksum' gemacht, \üemselben 

die, ‚Präparationsggt- und. auch zugleich ein vollstän- 

. gps , Brüpawat: Jan. Anferligung: einer Zeichnung 
mitgetheilt ‚habe, und. dass. es- nor. dnreh ‚einen mie 
unbeksanten: Zufall: ‘geschehen’ seyn kenn, dass Hr. 
6. MuB.: ‚Link kei Pehlikation der Abbildung die- 
ser. Gefässe,. ‚deren. ‚Zeichnung ich... übrigens lange 

„vonhee:, meinem ‚ Sraezösischen Memoir einverleiht 
haste , "meiıfen Namen’ nicht genannt hat... Sonder- 
har genug’hat aber. der Zeichner der von: Hrn. 6. 
M, R. Link gegebenen Abbildung die Verzweigun- 
gen wwar. dargestellt, Aber nicht die Ahastömosen, 

obgleich sie in keinem -guf „bereiteten Präparat zu 
verk&nnen-sind, und se ist denn nach dieser Ab- 
bildang.; nachdem man mir des geringe Verdienst, 
die VWerästelungen gefunden zu haben, abgespre- 
chan „iger noch gegen mich die Existenz der Am- 
stomesen gelängnet worden, bloss weil der Zeichner 
die wen! min. präparirien Anastomosen nicht abge- 

‚ bildet ‚hat. In der That aber sind Anastomosen 

ung Verzweigungen da’'nad zwar: so gut im Zustande 


® 


5 527 
der Expansion. als der‘ jugendlichen Contraktion 
und nür die’ günzliche Unbekanntschaft mit "diesen 
Organisationsverhältnissen konnte Hrn, M. so weit 
abführen,. dass er das vollkommenste Bild einer 
‚wahren Cyclose in den, contrabirten zarten Lebens- - 
gefässen der heterorganischen Pflanzen verläugnet 
‘hat, um. es zu einer Rotation zu machen, Die Haare 
sehr vieler Pflanzen, mit Milchsaft sowohl als farb- 
losem. Lebenssäft, ‚sind ähnlich wie auch. die Zellen 
mit ıimendlich ‚feinen Netzen von’ Lebeiisgefässen 
umschlungen and' durchzogen, und wem noch der 
mindesie‘ Ziwieifel übrig. ‚bleibt, dass die genannten 
Strömungen in: diesen 'Theilen wirklich zur Cyclose _ 
‚gehören; der kann sich von- der‘ Wahrheit augen- 
blicklich" an dem Haar der ersten besten milchenden 


e Pflanze, 2. E. yon den Blumen einer‘ Campanula- 


Art überzeugen: . Aus den Haaren der Campantle 
rapunculoides öder Trachelium sieht‘ man den Milch- 


. säft beim: Dürchschneiden wie‘ aus‘ ‚allen anderen 
Theilen” ausfliessen.. Beobachtet ° man dieses‘ Haar 


. durchs‘ ‘Mikroskop, so siebt ‘man diesen Milöhsaft 
"darin ähnlich "wie in "allen ‚anderen Pflanzentheilen 
. eirkuliren; hur mit dem Unterschiede, dass die 


Stromkanä ile unendlich fein’ in den Haaren erschei- 
nen, Aber ‚keineswegs sind die’ Strömungen” in 


den Zellen’ abgeschlossen, sondern durch die Äna-'. 


stomöseni. sind "Verbindungen . der Netze in allen 
.Theilen, .so dass auch: die Ströme in den Haaren 
init dem Stromiietze des’ Innern der Pflanze zusam-:! 
imenhängen, Schon. in meiner ersten Schrift über 


w 


r 
s 


2 nn . 


‚den. Kreislauf des Saftesi im Schölkraut i im Jahre 1824, 
"hahe,ich diese Stromnetze und ihre auf- und: ab- 
steigenden, und- in einander rückkehrenden Rich- 
tungen. abgebildet und: beschrieben, und „diese Be- 
‚schreibung passt so gut auf die, Stromnetze in den 
‚Haaren‘ der Campanuls - Arten. und der, ‚übrigen 
Pflanzen als auf die Cyelose. in allen sonstigen 'Thei- 
len :dei® heterorganischen . Pflanzen. . Durch. diese 
‚vorläufigen Bemerkungen.'glaube ich .der Verbrei- 
tung der besprochenen Irrthümer und Missverständ- 
‚nisse.am besten vorbengen zu können, indem: Jeder, 
‚welcher dem Gegenstande einiges Interesse. widmet, 
sich dureh ‚die ‚einfache Beobachtung des Haares 
_ einer Glockenblume- das klarste-Bild desselben ‚ver- 
schaffen kann, Man wird also durch. eine. ‚wichtige 
 Erkemitniss jener Erscheinungen ‚Anden, dass, die 
‚Gesetzlosigkeit,.. ‚welche ‚daraus folgen..würde,, dass 
. bei. mehreren ‚heterorganischen Pflanzen‘ sich . eine 
Säfterotation ‚wie..bei den, homorganischen, | Pflanzen 
Anden: sollte, durchaus. nur scheinbar'ist, und viel- 
.. mehr derselbe zusammengesetzte Verlauf, des Lebens- 
“ prozesses dureh. die verschiedenen. organischen Sy- 
..„stemge. sich auch, bei: allen. denjenigen heterorgani- 
‚schen Pflanzen findet,; bei ‚denen der Verfasser die 
 Cyelose ‚mit der Botation- verwechselt hat. Noch 
ärrthünlicher wäre die aus. jener Missdeutung der 
: Erscheinungen hergeleitete. Vorstellmg, dass die 
"COyelose mit dem ihr angehörigen Gefässsystem nur 
‚eine. vereinzelte, nicht allen ‚heterorganischen Pflan- 
‚Zen. zukommende-Erscheinyng say.) ‚woraus. ‚zigh die 


329. 
Ansicht bilden könnte, dass das System der. Lebens- 
' . geflisse. entweder überhaupt nieht. ‚allgemein .sey; ' 
oder:.dach. denjenigen Pflanzen ‚nicht zukomme ,: in 
’deren-Haarzellen, die feinen Ströme der: Säfteeyclosg ” 
bemerkt sind, . welche der Verfasser fälschlich. für 
eine Rotation ‚gehalten. : : He: M. ‚scheint: diese, An.‘ 
sicht zu: haben,. weil. ‚es ihm nie gelungen. ist; die 
Tage, und..den Bau der: ‚Lebensgefässe auf. den ‚Quer; 
durchschnitten. ‚zu. erkennen, daher denn, die’wahre . 
Organisation ‚der Gefässhündel in, dieser. ‚Beziehung " 
- von ihm überall “unrichtig oder. mangelhaft, darge 
stellt ist, . Indessen ergibt sich "aus Obigem, dass. 
gerade. umgekehrt die" ‘yorbin :genannteri Erschei-' 
nungen.'den:: :sehönsten- Beiveis: für . die. wirkliche 
Esistenz- der: Öyclose und des: ‚Lebensgefässsystems 
in allen: -heterorganischen. Pflanzen, wie verschieden 
. aneh:die Säffefärbung seyn: mag, bilden:: Im Uebri- 
gen. ‚zeigt sich. auch, ausser ‚dem. unmittelbaren Zu- 
x sammenhang- der Säftebewegung } in den Haaren mit 
. der. Cyelose, im- ‚Innern, ‚den‘ ‚mit: Milchsaft ver- 
sehenen Pflanzen, ‚der Unt rschied dieser ‚Bewegung. 
in. den-Haarem, von: «der Rotation bei ‚homorganischen. 
" Pflanzen. .noch- ‚augenblicklich, ;.der durch unsere - 
„Versuche bekannten. ‚Einsaugung. ‚gefärhter. Flüssig- 
keiten. dureh den rotirenden-- Saft homorganischer 
, Pflanzen ,; während die Trebeyssaftgefüsse. überall . 
entweder ‚gar, keine gefärbte Flüssigkeiten ‚aufneh- 
men.oder solche doch erst verändert, von dem Spi- 
valgefüsssystem. aus ‚empfangen,, „. Die Natar ; zeigt 
also wie, ‚Im Inieryeich, &0 ‚auch. im ‚Pflanzenreich 











% 
a: 


530 


ehe‘ (äurchgreifende Gesetzmässigkeit in der Bildung 
ihrer 'organischen Systeme und man wird die Gross- 
artigkeit. der dadurch begründeten Unterschiede 
immer mehr erkemien, je. näher man den Zusam. 
inenhaug des Lebensgefisssystems nach allen Seiten 
würdigen lernt, ja'selbst Diejenigen, welche sich 
die Allgemeinheit dieses Systems zur widerlegen be- 
“ mmühen,,. "werden unwillkührlich und unyermerkt die 
Gründe, wodurch sie es zu widerlegen glauben, 
ih schiagende Beweise für die Währkeit derselben 
sich umkehren sehen, , : ' 


Be 


u Zusätze zu den Bemerkungen des Hrn. Ansthe- 
Ber GUTERICK. in‘ der allgemeinen. balanischen 

iu. Zeitung 1837 9.177. über Erysimum lanceolatun 

' Rob. Brown, E. ochroleucum De(., rketiceum Det. 
und munilum Gaud.; von Dr. Koch in Erlangen, 
"Seit ein paar Jahren war ieh so nit Arbeiten 
überhäuft, dass-.nir es, was ich sehr bedauere, 
nicht vergönnt war, die Zuschriften von Freunden 
und Gönnern rechtzeitig. zu beantworten, für Zu- 
sendungen zu danken und meine daraus hervor- 
. gehenden Beobachtüngen in diesen Blättern nieder- 
" zülegen. Allmählig wird mir ‘mehr Musse zu Theil, 
die ich dazu verwende, das Versäumte nachzubolen. 
Im verfiossenen Jahre schon erhielt ich von 
Hrn. Apotheker Guthnick in Ben nebst dem 
“oben bemerkten Blatte der allg. bot. Zeitang ein 
Fruchtexemplar von Erysimum ochroleucum, wofür 
: Ich hier, etwas spät, aber von Herzen danke. Die- 


es 


ses Exemplar belebrte mich, dass das E. ochroleu: 
"cum eine ‚von .E, helvelicim DeÜ. (RB. pallens’ Hall. 
” &1) allerdings dentlich verschiedene Art bildet; Bis- 
hev: besass ich‘ von dieser. Pllanze noch kein’Exem- 
.  plar nit ausgebildeter Frucht und die Pflanze selbst 
"habe ich niemals lebend zu.sehen Gelegenheit: 'ge- 


habt. Während zehn ‚Jahren habe ich von’Zeit _ 


‚du Zeit an die vorzüglichsten‘ botanischen Gärten 
"Deutschlands um.Samen'dieser Pflanze geschrieben, 
» aber. bis; auf . diese: Stunde noch. keinen. "erhalten 
können. "Als.ich: nun ‘die Erysima für die-Dentsch- 
lands. Florä’ bearbeitete 'und die Arten dieser sehr 


schwierigen. Gattung auseinander zu :seizen mich, 
bemühte ; : da‘-Konnte mir dieses: mit allen gelingen, 
die ich lebend. vor mir hatte; aber von vier Arten ' 


oder Abarten:, dem’ Erysimum öchröleucum, helveti- 
cum, rheticum und- pumilum konnte ich bloss -ge- 
trockneie: Exemplare und. 'nur von’ einer Art, dem 
8: ‚helvelicum, ausgebildete Frucht vergleichen. "Die- 


ser "Mangel an dem. nöfhigsten : Materiale: zür Fest: 


stellung von Diagnosen, ‚nach. "welehen “man: die 


‚Pflanzen auch wirklich. erkennen kann, während.” 


inich die "zuihr. ausführlichen, aber nicht’ verglei- 
chenden "Beschreibungen :Gaudin's. ebenfalls im 


‚Stiche. liessen, war Ursache, "dass :ich Erysimum 


behroleucum; helveficum und rhelicum‘ zusämmen- 
"zog-und durch. einen . verlängerten Griffel von Es 
lanceolatum unterschied, in der Voraussetzung, dass 
"man. sich dieser bisher‘ ziemlich verlassenen Kinder 


‚in der..Eölge weiter. annehyen Herde, was nun | 


» 


581 


we 


& 


532. ® 


’ » oo. 


auch., in .der That. geschölten - ist. In der Synopsis 
zog. ich zu dem ‚BE, Ianceolatum dus...E. pumilum 
Gaudin’s, wegen.des in, der Diagnöse "erwähnten 


"styli brevissimi, und: ein Fruchtesemplat dieses letz. 


tern, welches ich, in. diesen. Tagen. von Emanuel 
Thomas.erhielt, zeigt-mir,auch,, dass.ich :hierin 


„ohne ‚Zweifel richtig. genrtheilt habe. 





„un Man. würde. aber. das ‚bisher Gesagte ganz un- 
verständlich finden, wenn ich nieht-sogleich' darauf 
aufmgeksam: machte, dass Hr: ‚Apotheker, Guthnick 
in, ‚dem angeführten. Aufsatze ‚unter Erysimum.lan- 


\ ceolatum ‚sicht. den Cheiranthus erysimoides. ‚Jacguin, 
- den,Robert Brown. mit,.dem. Namen. ‚Erysimun 
-Tanceolatum belegt. hat, und: welcher in.:der Deutsch 


lands Flora und in.der Synopsis Fler. gerni, et.helvet, 


” gemeint und- beschrieben ist, ‚sondern das-Eirysimum 


Tieracifolium Jacg.,: welches; dieselbe; Pflanze mit 


Erysimum , odoratum Ehrhart ist, versteht. Diese 
v.. Ansicht ist: dureh: Schleicher verbneitet. worden, 
-, welcher in 'der letztern Zeit seines Pflanzenverkau- 


fes unter dem Namen _Cheiranikus firmus, den:De- 


. Landells.unter Erysinum'lanceolatum. eitivt, das 
Erysimum odoratum verschiekte. . Früher -äber er- 


bäelt ieh. .als Cheiranthus firmus‘ von. Schleicher 


- selbst, ein, sıehr: als einen Fuss- ‚hohes, ohne Zweifel 


kultisirtes, Exemplar, von Cheirantkus pumilus and 
Siess, kapıy ;nur ‚derjenige ‚Cheiranthus firmus .sey», 


er: schon. einmahanfgefhrt, und dann konnte. er dieses 


- den Debandolls’zu dem Cheiranthus vergsimoides 
 Jagguin ,eiäniej. denn’ das Brysinum -odoratum bat 


doch’ unmöglich mitdent'Cheiraniius' 'erystmlöides 






Jacy.- verbinden und'als! yankekas u. zu: ‚Chetranthas . 


pumilts bringen auch’ “hät "mir Seringe; Äls: er 
sich nöch- bei"D’e Can’ dolle"befäud‘ 'ein? äh Hahrt 
gesandteß, auf der’ Pakterze” von: Hoppe gösänniel; " 
. tes ’Exemplär -des Cheitanthus‘; Örgeimöidis” Jaciin: 
- als Erysimam : laniceolatum- #DeCandolle‘ bist, 
Auch:bei Beichenbacks Teonogi’ böt. &#p.38,: 
5 gehöktsdie, Vanietät >) riim- -des' Erysihum Ehei: 
ranihus' “Persöbn‘: ‘aus der Flörk' von- ‚Jen Tnilechitghr 
dieser: ‚Species, welche ' 'synoi fi? ie. Tanieeohätkım 
RR: Brownäst, "Redtit: der’Cheiran? 
this: puniilus als“ Narietkt' "rügegeben ' St," sondem: 
zu: Es ödorafüim, „welches In“ Whüringe in Menge” 
vorkommt. Der "Cheikanthus‘ erysundides‘ Jaeg: "3 se 
ausser den; Alpen‘ 'und dereh® fiächsten" Buigebung - 





















im: Gebiete: der‘ deutschen Plora- nöch nicht gefant 


“ den:wordemizt Das Erysimitm odoratıim Röthenb: 
Tconogr. „bot. %.: 165; "gehört "zii | carniohehin 
Dotiner; ‚oder 2 ‚zu "einer-Vi jet. ‚des‘ E "ödorahmi 








En yeimams ‚lancdolitum Re Brot’ zu Veistehlit sey; 
muss man zur Quelle, - "za Höptus kewensis- Zurtiek® . 
gehen. Die: ‚dert aufgeführten Arten sind wicht zir 
verkennen; weil gerade" bei’ den’ schwierigen“ ‚der 
selben die; aegu uin’schen Abbildangen- und’ auch 
‚bloss. diese: eier sind. :Rob. ‚Brown führt in: ie 
Sen Buche zehn” "Erysima' auf, - wovon, ‚E. 'chettan- _ 
‚holen, ‚ropandum, angustfoltum, sessililorum, Allid- 


y . a IR 


- 


via: ‚und: orientale ‚bier -zu... vergleichen" ganz; über. 
- Hüssig. wäre... Es ‚bleiben, demnach noeh’ vier Arten 


# yon. den im Hortus kewensis aufgeführten,' bei wel. 


ghen B.gb. Brown die Iarequin’schen Abbild. 
. gen eitiet, zu betrachten übrig, nänligh,; ‚13 Erysi. 
MUM.. ‚odoratum- Ehrhart;. „wobei -E; hieraciföhum 
 Jacaı:. eitirt wird... ‚Diese. Abbildung, stellt ein Exem- 
' plar dar, an welcheg die: Sehoten, „mehr :aufrecht 
sind, als gewöhnlich ,. aber:,solche. Exemplare. koin- 
‚en, auch in dem, Bairepther oder. vielmehr. :Mng- 
genderfer.. ‚Gebirge, unter.den.. ‚andern. wiewohl..sel- 
tener, ‚van; ‚übrigens‘ bezeichnet‘ die ‚Abkildung. und 
die, ‚gegebene Beschreibung; ‚das! ‚pdoratum- sehr 
- deutlich, -Djess jst; nun,.die.Pilanze,. welehe‘S chlei- 
ch: er spä äter als. ‚Cheiranihug.firmus ‚verschickt hat. 
2. Erysimum, Vanoealagum; Daatı; ‚wird Oheiroe anihus 








bildeng- unverkennbar. diejenige, Phanze : Norstell, 


"welche-.in...den österreichischen, ‚Krainer, ‚Steyer- 


‚irkee.nud | Kärpihe en aaehEme anne 






ist,,. , wie. sie I aeguin angibt und. wie..sie: «sich 
auch. seit Jahren. 1. anserm Garten ‘erwiesen hat; 
„sie unterscheidet‘ sich von .dem Fruchtexemplare-.des 
-Cheiyantluus. ‚pumilus,’. ‚welches. ich in. diesen;! Fagen 


von., Emanuel Thomas erhalten. habe,, ntir dwich 


"einen. ‚etwas kürzerw Griffel, was ührigeus‘ wenig 
 bedenten will, .da.der Griffel im: der "Gattung Ery- 
simum „bei ‚vielen. ‚Arten; etwas- ‚länger. und etwas 


Ne 





"fe 


- Kürzer vorkom mt.. 









eitirt wird, 
dargestellt, it, 





i. 9 Ist. bekanntlich Erysimum suffruiieosnem, Sm: en 
gel und nicht ‚Erysimum ‚helvelicum DeCanaolie,. ei. 
Das  Eryaimum lanceolatım hat ‚einen. mehr; ‚oder 


Br niger_ kurzen, „zuweilen "fast. ‚fehlenden ‚Griffel 






zwei: blühenden Prächtexemplaren, y einem: ‚des: Re OF 
schroleugum ‚yon. Em anu el. ‚[ho Omas; im u ‚Jara; 


Pasterze. gesammelt, Aurchaus: keinen 
Anden kann, wenn jeh den Gri er nicht 








ders die untern, gar. nicht selten ebenfalls denticulatz' 
und; auch sinuato- dentieulata, wie, ‚bei Erysis mm. 
E erepidifolium, was die ’Ansaaten in’ "unserm ( 
zeigen, und. die Blüthen desselben sind oft so gross 
und. auch grösser als an aehraleucum.,, kommen 
5 aber‘ äuch. um. die Hälfie kleiner vor. Die, ‚Schote:. 
Bu: viereckig, zwar zuweilen \ ein wenig, vom. "Rücken 
üsammengedrückt, aber nicht so stark. wie ‚bei 





* 





* 


Ds 


536 


E: 'ochroleueinm, went das Einlegen : an dem Bönanı- 


ten Exemplare," dessen Söhoten‘ döch nicht‘ ganz 


Rt 


veif‘ sind, nicht auch "eiwäs gethän hat, 
le inlsähen” Erı jsimum. ochro. 





 Teusien und E. pällens Haut fil.. sind von 'dem' Hrn, 


Güihnick und dein Hin.Shuttleworth, an ‚der 
angtführien Stelle treffend ‚äugegeben. 
Das‘ 'E. shieiidumi, ches Schleicher mir 
inttgetheilt‘ hat, “unterscheidet sich, .s0 viel‘ ich an 
den "getrockneten Hixemplaren bemerken kann, von - 
dem E. pällens . Hall. fl. E. heietieum Dec: dureh ' - 





i kbstähende; "zuweilen weit “äbstehende Schoten; rel. 
“che bei: dem‘ Exemplare des Cheiranthus heldetieus 


Schleich. (Evysimum pallens Hall. GL), welches mir 


"Schleicher geschickt hat, auf den. aufsteigenden 





henstielen "gerade aufrecht ‚stehen. Dass dieses 


. Kennzeichen keine Species "begründen kann; davon 


überzeugen--uns ähnliche: Eischeinungen“ bei iden 


- verwandten Arten; 


wer and 


"Aus dem "bisher Gesagten‘ ersieht® man, dass 
bier. "doch .noch’ allerlei "zu "Beobächten' ist. Dess- 
wegen’ stelle ich die Bitte än die Schweizer Bota- 
niker,. dass 'sie fir'mieh, wenn sich die Gelegenheit 
ergeben sollte, ein wenig Same.von Erysimum ochro- 
leueum ; pallens , rhielicum und pumilum sammeln 
und inir in einem Briefe 5eflligst zusenden wollen. 


BDie.Zucht aus dem Samen und. die Vergleichung 
‚der. ‚lebenden Pflanzen wird wohl alle Zweifel lösen. 


Schliesslich bemerke ieh mar noch, dass ich 
den Namen’ Erysimum pallens dem von E helxelicun 
desswegen vorgezogen’ habe,: weil’ der 'Cheiranthus 


‚helvelieus: Jacq.,: woraus: das Erysimum helveticun 
‘ entstanden ist,. eine „ganz - ‚andere. Pflanze darstellt, 


welche in der Schweiz, nicht, wächst, , 
—_ ‚len Literber; Nr. 8) 


Allgemeine 


‚betanische Leitung. \ 








£ 


Nro. 34. . Regensburg, am. 14. September 1838. 








1 Original’ >Abhandlungen. 


. Phytogeographische Bemerkungen; , von, ‚De C. T. i 
Beilschmied in Ohlau. 
cHiezu die phytogeographischen Tabellen 1. u. IL) 


IL Die sogenannte Bodenstetigkeit der Pfianzen berr..- 


Die geehrten Leser von Watson’s „Bemer- w 


kungen über die geographische Verbreitung der@e-  : 
wächse ‚Grossbritanniens” ete. bitte ich, Folgendes. _ 


als Ergänzung der ‚vom Ueberseizer hinzügefügten 
dritten Beilage (8. 240 — 251.) autzüsehen,*) 


*) Als ich zur Uebersetzung von Watson’s Buche die. 
3. Beilage; über die Beziehungen zwischen. Pflauzex 
und ihrem. Boden,- zum Drucke besor oie, und, dabei ° 
auch bald nach Unger’& so eben angelangtem Werke 


- „über den: Einfluss des Bodens. ete.” ‘der im nordöst- 


lichen Tirol gesaminelten Erfahrnügen dieses Autors 
darüber erwähnte, hätte ich die nothwendig damit zu, 
vergleichenden „Beiträge\aur Pflanzengeographie” von 
Osw. Heer gerade ausgelieben und konnte darum’ 
, damals nicht vergleichend nachsehen und nicht bemer- 
ken, wie so viele Pflanzen im Kanten Glarus auf ginz 
-anderz Unterlagen vorkommen. Unter Vergleichung 
dieser beiden Werke mit-einander gewimen beide an ' 
"Wichtigkeit für die‘ Wissenschaft: Deswegen. finde 
ich diesen Nachtrag nöthig. " - 3 
_ Elora Ei:: 7 ur Bl 


008 


B 


& 


538 Eu Bu 
Die schätzbaren Arbeiten vo Heer (Beite, 
‚zur Pflanzengeogr.) und von Unger (über den 
Einfluss des Bodens auf die Vertheilung der Ge-. 
wächse etc.) dienen einander gegenseitig zur.Er. 
gänzung, theils auch als Einschränkung, anderntheils 
resp. als Bestätigung; beide sind mit Liebe zu Stande 
gebracht und geben Wirklich - Beobachtetes; den- 
noch sind die Resultate, so weit sie die von Pflan- 
zen vorzugsweise ‚geliebten Gebirgsarten betreffen, 
theilweise einander widersprechend. Die Abwei- 
chungen müssen ihren Grand in, örtlichen Umstän- 
den ausser dem Boden haben. Bier so viel: 
Unter den Pflanzen, welche Prof. Unger um 
Kitzbühel im nordöstlichen Tyrol zur auf Kalk 


boden fand und „kalkstet” nennt, sind 112 Phane- 


"rogamen; nan findet man aber durch Nachzäblen 
in Heer's „Beiträgen ‚” dass Prof. Hi ger in den 
Gebirgen- von Glarus von jenen 112° Arten 4 auch 
‚auf Schiefer und 55 andere nur auf Schiefer an- 
‚getroffen hat, dass Heer nur 4 Crucifere (wovon 


+» Unger 3 nicht hat und die vierte auf Schiefer 


wachsend nennt) und Sazifraga eesia als auf Kalk 
“allein "wachsend anzeigt; — dann finden wir in 
Wirtg en’s phytogeographischer Abhandlung über 
„Rheinpreussen (in: Erster Jahresbericht des bot. 
Vereins am Mittel- und Niederrhein, 8. 125. Sf), 
‚dass Yon 45 Arten jener Unger’schen „kalksteten,’ 
die jene Rheingegend besitzt, 33 dort auf Schiefer 
wachsen, und nur 12 oder & aller nicht auf Schie- 
ferboden ; unter jenen 33 sind wieder 9, die nicht 


EEE 5 


mit obigen 4 und 58 Arten Heer's zusainmenfal- 
Jen; demnach. bleiben. von. Ungers „kalksteten” ; 
Pflanzen Kitzbühels nach Heer s Aufzeichnungen‘ 
nur 50 und von diesen laut Wirtgen’s Verzeich- 
 niss nur Al als „kalkstete” übrig, und. selbst. von 
diesen. dürften noch .Streptopus amplexifolius, Al-- 
um Vietoralis u.a. abgehen; während dagegen 
nach Dr. Sauter Gentiana utrieulosa. und angusti- 

: folia und Helleborus 'niger hinzukommen. Von. 31 
„schiefersteten” Phanerogamen bei ‚Unger. gehen 
“nach Heer $ Ärten'.ab und nach-Sauter'noch 
7.andere; dagegen fügt Sauter $ von neuem 
‚hinzu: Bot. Zeit. 1837: Lic-Ber, 8. 51, 53. % 


£ 





*) Aus Unger’s Verzeichnisse kalksteter Pflanzen . 
{über d. Einf. d. Bodens, 8. 172. £5 WatsowsBe- 
merk. 3. Beili-8. 246. f) blieben nach Ausscheidung - 
jener 4, 58, 9 und 2 Arten an Phanerogamen als bie 
‚jetzt unbestrittene: Phleum Michelü, Carem alba, - \ 
‚mucronata, firma; Juncus monanthos, Gymnadenia ' 
suaveolens,. Allium montanum, Salie Wulfeniana, 
Hyoseris foetida, Erepis alpestris, Hiereeium suc- 
eisifoliuin , cehondrilloides, sasatile,_ ‚pallescens,' 

Jacgwini, Achillea Clavene, Buphthalmum salici- , 
folium, Seneeio abrotenifolius, Valeriana samati- 

"| ls & supina, Androsace Jactea, Pelicularis Jae- : 
Yuini, Arctostaphylos alpine, Ehodod. Chameeistus, 

. Heracleum austriaenm, Bhamnus sazanlis, Sari- 

frage apkylia, ‚Burseriana, mutata & ewsia, Pa- . ; 

. paper Burseri, Hutchinsia alpina, Kernera säazat., 

. Petrocallis pyrenaisa, Coronilla vaginalis, Renine. 
. Aubridus, Aquitegia atrate; Potentilte, caulescens, . 
\ otoneaster ‚tomentosus... Dazu kommen nach Heer: 


u. Bl 





540 . u ” 

Während wir daraus lernen, dass eine Pflanze, 
die hier. nur auf Kalk wächst, dort nur auf Schie. 
fer und nicht auf Kalk vorkommt und. der-Einfuss 
der Gebirgsart allein nicht so erheblich ist, was 
schon Schouw und neuerdings Watson ausge- 


sprochen haben, so entsteht die durch weitere Un- . ; 


"tersnchungen zu lösende Frage: warum, wenn nun 


dieselbe Pflanze auf beiderlei Formationen gedeihen 
kann, sie in Glarus ete, nur auf der. einen ander. 
wärts nur auf’der andern vorkomme, was das Me- 
chanisch- oder Physikalisch- oder in beider Art 
Wirksame sey, was den Boden. bier derselben Pflanze 
zusagend mache und dort nicht, dessen Vehikel der 
"Boden nur. ‚abgebe, und ob die Gebirgsart allein 
gleichgü iitig sey, sobald der Boden nur irgendwoher 





Arabis cerulea Cmd beilidifolia, die aber Unger 
auf Schiefer bat), Draba nivalis, und aizeides; wid 

- nach Sauter: Gentiuna utriculosa & angustifolia; 
Helleborus niger (nebst andern, die aber in Glarus 
uf Schiefer wachsen). : 5 


Von Ungers schiefersteien Phanerogamen. @ 


2.08. 181., Watson 8. 227. f) bleiben. nach den 
Ahzügen: ' Sesleria disticha, Alva subspicata, 
Junzus triglumis $° erifidus , Oxyria renif., Crepis 
grandifl.,. Hieractum iniybuc. & angustifot:, Ver«- 
nica bellidioides, Primula glutinosa, Sedum un 
nuum, Bhodiola rosea, Sempero. aracknoid., Ar 

‚ drosace obtusifelia, Hutehinsin brevicaulis wi 
"Asitragalus uralensis. Sauter fügt zu diesen hinzu: 
Earez eurvula & frigids, Artemisia spieata, Are 

te glacialis, Ligustieum simples, Arenaria eiliate 

a Polygonoides und Runıneulas- glacialis, 


x 


H 


a oe 


die nöthigen mitconstituirenden Anorgrnischeg Be-- 
. stähdtheile der Pflanze (Kali ete.) „enthält. .oder. em- 
pfängt. »_- Dr. Schleiden drückt sich in Wieg- 
manı's Archiv, 1838, 1. 49.,. nachdem er erzäblt, 
wie die. von Unger kalkstet genannte Euphorbia j 
Cyparissias_ auf Göttingens Muschelkalke fehle, ‚aber ‚ 
“da, wo dieser aufhöre, bei Wutzenhausen, auf dem’ 
"bunten ‚Sandsteine sogleich erscheine, so.darüber ° 
aus: „diese Pflanze ist, also, bald. kalkstet, bald 
„sandstet, . ‚was darauf, hinzudeuten scheint,. dass 
„zwar allerdings, der ‚Boden „einen . wesentlichen 
sinfines auf das, Vorkommen 4 Pflanzen ausübt, 


E) 





“ „wirksamen Ursache, ‚die vielleicht klimatisch , auf 
„jeden Fall bis „jetzt. von “uns. nicht einmal erkannt, 3 
„noch weniger „aber als Gesetz ‚aufgefasst ist?” = 





i Ursachen, davon für die einzelnen, Pflanzen ver- - 
schieden. und: der Boden nur mehr oder. weniger 
. ‘oder gar, nicht Träger der ‚Ursachen; ‚für manche 
Pflanze wäre, ‚mehr "die, ‚Lage. hinsichtlich der ‚käl- 
tern oder wärmern, trocknen oder fenchteren. Winde 
yon Einfuss, für andere die Tage. in Bezug. auf} 


Zum 











Be Wahrscheinlich nehmen auch davon die Pflanzen nach 
Uniständen nit ‚kleinerem ? Maasse vorlieb; wie. nach 
Boussin, ga ult Getreide noch ‘wachsen kant, "wenn . 
es’ auch nur. so viel. Stickstoff aufnimmt, dass damit 
nur 1/4 soviel Kleber im Samen sich- bilden kann als 
anderwärts. ar ‚Ber £ Pharm. N. R. Ns ze 


Eu 5 Ba 








“ von "einande £ 
A v Humb, etc. 8 8.135. £ lch 'ersnchte deshalb 


re 


Tr re 

. 1 . 
das Licht; für ändere wegen des Regens oder Be- 
Wässerting von unten bei Schnee- und Gletscher. 
ahe, für manche die Beschädigung. oder. die Dün- 


gung‘ ‘dureh: Viehheerden n. s. w. 


3 Pianzen-Verhältnisse in verschiedenen Gebirgehöhen, 
„Als die Abhandlung von Ringier über die 
Verhältnisse der einzelnen Pflanzenfamilien auf ver- 


schiedenen Höhen in der Schweiz G. J. 1823) und 


die Deutschland “und seine Gebirge betreffende von 
Wiest {1827) erschienen waren, "Nel_mir bei eini- 
gen "Fähilien, am meisten bei den‘ Gräßern, ihre in 
den Tabellen jener "Darstellungen ausgedrtickte an- 
gebliche. grösse reldüive 'Speciesarmuth "auf bestimm-: 
‚ten Höhen, besonders’ i in’ der’ montaneh ‚Region, auf, 
über ‚deren Zählenwerth® "beide Autoren wiederum 
biweichen: vergl. Pflanzengeogr. n 





Freunde am schlesischen Gebirge um ‚Anfertigung 
von Eisten der Dilanzen ihrer Unigegenden, deren 
höchste zwär nicht Viel i über 2000 Fuss Höhe. er- 
chi, + Minteist söldher, durch die Apotheker Bei- 
He et zu Chärlottenbrünfi,” "Grossmä nn zu Kupfer- 
berz' uid Neumann zu Wü ünschelburg nie nun 
immehr mitgetheilten Verzeichnisse, obgleich sie nur 





dürchsehnittlich die Höhe von 15007 ü.d. M. be 


treffen, ergab sich beim Berechnen, dass das Ver- 
hältniss‘ der Gräser für jene Höhe in Schlesien von 
dem in der ‚Eibene. bestehenden nicht abweicht * 





= Nach ebendenselben Listen und "nach solchen von 
sindern Bezirken i in ı Schlesien „ 50 weit diese bis jetzt 


in. 543 | 
' (obgleich einige andere” Species aufireten), und so 
ward wenigstens für diese montane oder submon- 
"zane "Region meine Vermathung bestätigt: dass 
Ringier und Wiest. nur wegen: Benutzung zü 
au irftiger Materialien (weil bis. dahin gar keine ge- 
nügenden vorhanden} die Gräser für die Bergregion 
so. auffallend viel zu gering angegeben haben, wel-‘ 
che Unzulänglichkeit des Materials; mithin Unzu- 
verlässigkeit ; des Ergebnisses , denn auch andere _ 
“Familien ‚bei R. und. W. ireffen möge, Da die‘ 
meisten und die grössten (doch nicht alle) Familien 
auf den Berighöhen: ziemlich ebenso zu- oder abneh- 
‚men, wie in grösserer Nähe der Pole, so wurden 
die den: polaren’ Verhältnissen: zu wenig entspre- 
"chenden Angaben ‚der Gebirgsverhältnisse mancher 
Familien um so ‚Verdächtige. ö 
Abgerechnet die offenbar auf- Gebirgen. wie 
gegen, den. Pol hin gegen’ andere Pflanzen zuneh- 





durchsucht sind, hat Dr. BR. Schneider zu Bunzlau 
den relativen Reichthum ‘ aller "bedeutendern Pflanzen- 


familien Schlesiens berechnet in’seinen „Beiträgen zur: 


‘schlesischen: Pflanzenkunde: - 1. "Die Veriheilung und 
Verbreitung der schles: Pflanzen” (Breslau. 1838), Tab. b. 

- zu 82244. u. 246. Einige Verhältnisse weichen danach 
.. =, em wenig von den näch Heer für die montane Regien. ° 
‚sich ergebenden. ab, was theils im Oertlichen liegen, 
theils daher kommen ‚mag, däss vielleicht nock nicht . 

- ‚alle Listen durch vieljähriges Suchen. vollständig ge- 
worden sind, ‚endlich sie dech nur Bezirke betreffen, 
die meistens weit. unter Heer's montaner Region‘ 
liegen: und den meisten Pflanzen nach fast ebenss gut 
zur Ebene ‚gehören. . > 





menden Sazifragew und andere alpine Familien, 
so zeigten für die Gräser und andere Familien nun 


schon: W atson’s für Schottlands Hochlande (Be.. 


merk. 8, 64.— 70.) angegebene Verhältnisse weit 


geringere Differenzen zwischen. = verschiedenen 


Höhen: die Gräser betragen z. B. in der Berz- 


ien Winter erhielt ich aber bei Gelegenheit einer 
Anzeige von Dr. Miquel’s Disguis. geogr. bot. de 
plantorum vegmi balavi distrib. (Lugd. Bat. 1837) 


-für die Berl. Jahrb. £ w. Krit, (1838) dadurch, 
dass Miguel die von: Meyen (Pflanzengeoge, 


336. £) nach De Candolle s Daten berechneten 


“ Verhältnisse für die, Regionen der Pyrenäen unge- 


prüft eopirt und Folgerungen anreihet, - Veranlassung 
und Nöthigung, noch . andere’ Gewährsmänner zu 


. vergleichen ,_ denn - auch die. Berechnungen nach. 


DeCandolle’s Verzeichnissen in. Mem. @ Arcueil.IIl, 
schienen mir nicht ganz der Natnf zu entsprechen; 


‚in der That hat DeC. seine Listen nicht ‚für voll 
" ständig ausgegeben, auch sind sie zu anderem Zwecke 


entworfen, als als vollständige Floren der :einzelnen 


Regionen oder genau awischen der uud jener Höhe 
zu dienen, 


Die meiste ‚und sicherste Beichrung. war nm 


"hierbei aus Heer's „Beitr. zur- Pflanzengöogr. zu 


erhoffen, indem in der Aufzählung aller Pflanzen 


‘Cand der Hauptyarietäten) bei. einer jeden .angege- 
ben ist, in welchen einzelnen Regionen sie vor- 
kommt, (wobei sogar. auf rühmenswerthe Art für 


0 
Bu 


» region 2%, höher 3, zu oberst 1: 11,4. — Im letz. 


er 


oo. 4 


die botanische Physiognomik jeder Region die rela- 
tive Menge der Standörter und die relative Individuen- . 
‘ menge notirt sind), wonach ‚die Pflanzen jener ein- 
zelnen Regiönen nur für jede Familie summirt wer- 

. den ‚dürfen, diess natürlich unter Rücksichtnahme 
nuf gleiche Umgrenzung der Familien und der Spe- 
‘cies bei diesen Listen und allen. in Vergleichung 
“20° ziehenden Floren. Dann aus Unger's Ver- 
zeichnisse.. aller ‚Gewäthse Kitzbühels von . 2350’ 
bis gegen 8000’ Höhs (in: üb. d. Einf. d. Bodens), 

- worin aber die Pflanzen aller Regionen, von der 
‚ montanen. an anfwärts, zusammengefasst sind ohnd 
“ Scheidung. der Regionen. ‘»Endlich aus Watson’s 
Es Listen. und Tabellen für: 3 Regionen der schotti- <° 
: schen Hochlande yon der. montänen aufwärts. Gn: 
„Bemerkungen ete.") und eine e Vergleichung dieser. 

3 Autoren, on ° 

“Darum berechnete ich nach, Heer 2 Angaben. 

"- die Verhältnisse für alle Regionen und kam unter 
Vergleichung dieser Verhältnisse mit denen deisel- : 
ben Familien gegen Norden und unter Beachtung 
der: bis jetzt bekannten Bedürfnisse mancher Fami- 
lien oder ‚einzelner Pflanzen (feuchter Luft: ete.) 
wenigstens für imieh- zu einer bestimmten Veber-_ 
> zeugung. ‚Das‘ in Betreff. des Geschichtlichen leider. 
nur negative Resultat, das ich (a. a, 0.) ausspre- 
“chen konnte, war: „dass vor Heer’s Arbeiten 
„nicht eine vollständige und’ zuverlässige. Flora. vie- 
„ber einzelnen. Regiönen eines Gebirges. existirte ;” 
"8chübler hatte‘ Anstalten "zu: solchen ‚getroffen, 


« 


546 E ne 


% 


sein Tod verhinderte die Ausfü ührang). Da ich 


I: 


auch Ungers, freilich nur dem Ganzen aller Re- 
gionen geltendes Pflanzenverzeichniss von Ritzbühel 
berechniet. hatte und die Verhältnisse mit den nach 
Heer für alle glarus’'schen Regionen im Ganzen 
genommen sich ergebenden und mit den in Heers 
Bergregion herrschenden übereinstimmend fand (weil 


‚doch bei Unger die Mehrzahl der Pflanzen der 


untern .oder Berg-Begion angehört), oder, noch 
genauer ;. die Kitzbüheler Verhältnisse zwischen 
denen von Glarus im Ganzen und denen der mon- 


. ‚tanen Region von Glarus die Mitte hielten, wie zu 
erwarten war: so: ward dadurch, sowie durch 


Watsows Tabelle für die nur’ 9 Regionen der 


.  schottischeHochlande, die & kenauigkeit von Heer's 
“Daten bestätigt; zu solcher. Bestätigung diente so- 


gar das scheinbar Widersprechende‘ mancher Ver- 
hälinisse in den Hochlanden, wie z. B. der ‚Jun- 
dem = 5 bis 3 4, der Cyperacew (von „5 bis 
zu 5-und 5; nach oben zunehmend), deren Beich- 
ihnm bier durch Caledoniens Laft- und Boden- 
Feuchte, die in der Schweiz bergaufwä ärts eher ab- 
nehmen, bedingt wird. - 
Demnach kann man sich nur darüber freuen, 
und muss_.es als einen wesentliehen Fortschritt und 


“vielleicht epochemachend für.die Wissenschaft be- 


trachten, dass jetzt durch jene Arbeiten, vorzüglich 
durch Heer’s Listen für die einzelnen Regionen, 


- auch in den Gebirgen die Regel- und Gesetzmäs- 


Ssigkeit dargeihan und ‚endlich ein fester Anhalts-. 


v 


. 87. 


“und Ausgangspmikt g gewohnen ist, von wo aus s0- 


wohl abweichende Angaben Anderer, zu prüfen sind; ; u 


“als ach —: was das Wichtigste ist — vergleichende 
Blieke auf gleiches oder entgegengesetztes ‚Verhalten 
der Pflanzenlamilien zwischen Gebirgshöhe und 
Polnähe sich thun lassen, und. endlich den Gründen 
des abweichenden Verhältnisses zwischen: beiden . 
bei den einzelnen Pflanzengrnppen nachgespürt wer- 
den kain (wie 2: B: Ad, Erman diess im nord- 
östlichen Asien für Pinus-Arten, gethan hats's. Lin- 
‚isa, VI, 528. fx P. Larie. fordert troekne Luft: 
“ das. S. 5313. ‚Wie viel-ist hier zu thun! Man- . 
‚che Gevrächse:scheuen mehr die Winterkälte, 'blei- 
ben darum vom höhern Norden entfernt, gehen aber 
"ih Gebirgen, auch wo ‘die ‚jährliche Mitteltempera- 
tur nar seiwacdieselbe ist, hoch ‚hinauf, ‘weil die 
u Extreme der Temperatur: hier minder gross aus- 
“allen ‘66. 'a.. Taf. 2. im bot.. Jahtesber. üb. 1832); 
 andöre- dagegen, minder: empfindlich gegen Kälte, 
fordert nur, die Sömmerwärme,, die im’ Norden aus 
gleichem‘ ‘Grunde "höher ist; . ‚andere fordern vor 
" Allem Nässe‘ des,Bodeiis, andere auch’ die der'Luft 
us ww... "Diess sind: bekannte: Sätze, auch kennt ' 
man die Reguisite vieler Pilanzen und ganzer Fa-. 
milien (Filiees ee) ‚schon; ‚aber wie. vieler noch . 
nicht genug! Und für die Thatsache. solches ver- 
schiedenen Verhaltens ‘auch bei den einzelnen Pflan- 
zen und Gruppen die:anatomischen und physiolo- ' 
gischen Gründe zu finden: diess lässt sich wehl 
‚auch. einigermassen erhoffen‘ und ist ja schon ‚für; 


w 


\ % 


Kryptogamen ‚und schnell austroeknende Gewi fchse 
"meistens erreicht, " : 
oo Die Benntzbarkeit jener "neuesten Regionen. 


Floren und die mögliche Ergiebigkeit an Polgerun- 


gen daraus kann vielleicht durch weiteres Veryoll 
ständigen. oder Modificiren derselben, wie auch 
durch Auftreten vergleichbarer anderer ähnlicher 


Arbeiten, noch erhöht werden, Das obige Resultat 


®. 545.) aber durch Darlegung meiner gemachten 


. Berechnungen zu beweisen, musste ich wegen 


Mangels an Raume a..n.. O. schuldig bleiben; ich 
"wollte die Data anderwärts bringen. ‚Sie sind zun 
in'.den hier beifolgenden. Tabellen enthalten.. Auf 
diesen sind die Zahlenrerhältuisse für die „wichtigsten 
‚oder arienwreichsten. Familien einerseits von Deutsch 
land .anbis zum hohen‘ Norden, andererseits von der 


Ebene.der gemässigten Zone an (Holland dte.)- "bis zur 


Eisregion.der.Gebirge dargestellt... Für unsere. Gebirge 


. ist Heer's geordiefes Material'das wichtigste, dam 


"zunächst Un ger's, als jenes bestätigend für die 
‚wontaue Region und in Dürchschnitte; endlich Wat- 
son. Dr.’ Santers Flora ‘von Bregenz in: Bet. 


 2Zeit./1887: ward nicht mit aufgeführt, theils weil 
sie, alle Regionen ungeirennt umfassend, wie Un - 


gers. Nerzeichniss, ' auch noch 'niedrigeres Land, 


Umgebung. ‚des;Bodenäge’s, mit einschliesst und so 
nicht reine Gebirgsflora ist, theils..weil sie in den 
‚Verhältnissen der. Familien mit denen nach Unger 
im Ganzen “übereinstimmt, mur mehr Ebene anden- 


tend.. Krain sach Dr. Graf’s Abhandlung in.Lir 


8 sr 
















































































. Rs ya0seosTagmische AKAD 
nn | on. (Zu Seite 548) 
mean - 0 
Ye \ j Glarus, nach’ 0. Heen 3 on 
Schwe pr . “ ae : . Schott. . j Met- 
eiz, | Kitzbühel, | __._| Hoch- | Lappland. | ville- 
j ı nach Kock’s bi . & Verh a . hied R Iande, . = Al ' 
ll R 2300° is 700 im Ganzen: erhältniss in den verschiedenen Regionen : nach “Pi. ‚| Insel 
Natürliche Familien oder Gruppen. Synopsis Flora RER, ‚m Gen BErSeHEe go wuach „| Ware Fl. app. | Bel. 
| || germ. & helv üd. M |] 2400° bis 10000° | bal “ In d.Höhe || 64° — 71° Br. rn 
N. “ a a ü.d.M. montane ine Be “ alpine subni- nivale von 30600° Br. 
| - . el ol ° , - “ Region pine Re2. Region | valeReg.| Region bi . 
|-  E = 102 02000021 20008 2 | 20007 | 5000 — | 000° —| 85007 | Wine | - 
- : . FRE " " . eng - 7 
R 2 , Spee. | Verhältn. || Spee. ]-Verhiltn.| Spec. | Vernätm.|] 4000° b. | #99,“ | 700° h. |8500° I. | 10000: |, °F Spec. | Verhältn. .| Verhältn. 
Anzahl aller Phanerogamen | 220 922 Nr | 850 | ui. 80 Sp. | 495 67 
Banuneulacen , .°. . | ö nun j | mm u . - 
Crueifere oe . a 78 1: 29,4 35 1:36. ‚30 1:98 1: 65 ]1: Ws |1l: 19.11: 27 11712 1:27, 20, 1: 2 1:14 
zueifer BE SE i19 1: 1%3 || 37 1:24. |:25 12:27 | 1: 3%8 J18s. 5 11: 30. |1: 3 |0 1:16; a 11:5 | 1:04 
I EEE En Er 19° [1:21 7 1:18% 7 1: 98. | 1:12. |1: 90. JLra01. J1:10%. 0 - - || 1. Sper. 5 1:9. 0 
elvacee a 9 1: 24,5 3 | 1:25; | ,30 12:2: | 1: MB. J1: 24 295 |1: 166 | 1: 6 1:9 28 1: 197. 1 1:154 
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° cl : j nach Koew’s. Syn. . Maaust Honwem. || (nach Warson.) | 514° — 552°. 350 — 69° Br. ast 60 D n 
B 2 ERS u ı . } 4 Mi n Tr - £ { 
Spec. } Verhältn. Spee.‘ | Verhältn. || Verhältn, Spec. |-Verhältn,|} Spec. |Verhältn. | Spee. |-Verhältn. |] Spee-. Verhältn. || Spee. | Verhältn. 
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Cracifer® . Be FE 1356- |1: 186 "0... 1: De 1: 9. 68. 113 2%. a7 ea 8 1:25 | 
Violarie . eat Fe © 21.413138. Be | ee DER  £ c)s. |1:170. 7. j1:ı834. || 10 1:116. 6°.) 1:107 5 | 
Caryophjliea Fe ma 11: ala. 51. |i: 9 1: 3 59.1: 1837 -j1: 4 | 55 1: 2,2 1 % 1:97 18 |: 1m; 
Mabvacem. » 14 1:208. 2. 1:195 1:19 -6...11:227. -5, 112:180% | 4l5l ‚1:233 4 2 1:321, 0 | 
Geraniacem . . =» N, nen en 2 1:132. 13 1: 90... B N 18: -l1: 090° | ie 177 | aa 1:88: | 8 1: 80. a 
Leguminse . . . en 177 1: 164° 57..)12.206 |1:M. 69 1: 19: | 1:25 j.58 ° |1 2,5 | 28 |1°28: 5 1: A | 
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Crassulacee . . Pe . 29 1,190 N) 12130. 12 1:344. 8 1:117 ıt 1:106 6 1: 107: 1 1:220. 
Sazxifragew inel.: Adora ee 2e nn 44 1:66 . 5 1:235 ® 17 1:80 | 14 1: 67. 13 1: 90. 3 1: 21a, 7 8 Er Bi 
Umbellifer@  . . ln Eee 141 | 12 20,6 43 1: 27,3 112.9 _ 61 1: 99,4 | 42. 2° 224 || 38 1:306.| 20° |1: 3% 3 |1:73 4 
Rubiacew. (Steifate) Pa u . 36 - [1:80 1a 11 8. : en 19 1: 72. 13 11:7 15 1:77,68 | 8 i: 80, 0 re 
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Campanularea . . ar 1: 66. Jr 11238 1:195. 52: 11:180. 11 1:106 6 1: 107. 1..11:220. 
Erieweea (mel. Vicein, et Honotr.; exel=Empetr) . A 25 1,116. aaa 11° 84 un 1: 68. 16 1: 587 1 22 1: 5% 15 17.45 | 2 1: 11. { 
Gentianee 202. a 36 1:80. |... 1°.98. 32 1: 114. 9 17108 10; 1116 3 1:21& 3 1: Nr | 
Borraginew . ...  . . ein . Fa 45 1: 64. 17 I” 69. Pi) 1: 68%. 15 1: 68 18° 1:68 13 1:49. 0 . ii 
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Bhinanth.& Serofi ulartn. ind. Veron. Er: gen. Serof., excl. Verbaseo 195 1: 99,7 40 1: 29,4 B 41 1:31. || 3 1: 31,3 a 1:.28,5 |. 27 1:24. 9 1: aba. 
Srimulacee mit Glaüx).. ee 5 A: 6 15 1:78 9.1: | m je | 18 -]1: M. sage B Eu Rue Bay Se 6 Sur u Be 
Chenopodiucee , : . noeh NT nl aa® Ihr 66 a 1°.88 22 1: a7 j1: 553 | 19. .]1: Bl 9 1:71. 10 ' 
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|  Amentace® e, Una. 3 Ce 127 72 12.4054: 39. 17 30 1: 36 45 1:30. 33 12.285 1 40. 2.29 16 I: 40. a u 146 W 
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-Conifera Cincl. Taxo). . Fe BAEREEER 13 1:19. a: |12294. 3. 1:0. 3 1318 4. 11:29. 3 Jtme |, Je | 
Potamogeionew & Najadew . . 2 nm. 2 27. |1:107. 19. 11: 6 ss |: 135. | 6 16. [ma m 1:58 1°0 i 
Orchiiew . en 56 |1: 3% Pe EEE u D ou ee 35 1238| m rem | 32 o Jean) a Je | 2 Jen 
Asparagew (Smilae., Tamew‘ete.) . Fe „16,2 | 17182 u EEE BER Tu s-jızıe. |te lı:amı! s. Jr:ı94 5..j2:198, |. 2 1:10.05 
Liliacee uipae:; Asphod. etc, mit Nartkee: 5 "ohne "Nare HSseE ‚2. Ir AR 15: 11° 78: : j 2.39 1: m.) 17 i:134.} 14 4: 83. 5 1:128.| 0 ge || 
Juncee (chne Yurthee., gegen Det) . 20. F . 3 41. ir ml 9 1° on 4 25 1: She 15 11: 646 25 1: 47 13 1: 58. 8 “ 1: 255 | 
Cyverace®  . - FE 150 |1: 195° Ce EUER En We Dee ELSE Ct Dr 7 usa EERE Ca Bar Daum EHE ol ae EEE Be Fre 
ruminee . a 905 ir ısa |. 108 FEST ENETTE 113 4 [1:39 || 77: 11: ma | 96 Jr 1 | © 1: abz | 47 En 
= Blümasen oder die. 3 vorigen : zusammen Fu 396 - Jar 93 9 Fir Kohl 6 I: Bro 157 1 60) 218 2 55 1119 1: 54 1,88 | 
Verhältis der Monoeotytedonen zu den Dieotyledenen 281 M|ı1ı Bro 389M. 1: Sorli: 37 (9. 30M. jı:)3 128 M.i1: Zi) SM 1: 97 m3M}t: 37 | 40 M. | 











549. 


= = 
D 


na 1887. blieb ausgeschlossen, weil: darin, wie 
schon die ‚Menge der Pflanzen (1641 Phanerog.) 
zeigt, Ebenenflora mitinbegriffen ist, auch die Spe- 
eies nicht genannt sind, dass man sie nach Fami- 
lien und Species den üßrigen gleich umgrenzen., 
- könnte. *%) Aus der Tabelle für verschiedene Höhen 


= der schottischen Hochlande bei Watson S. 64. f. 


69. £ ward des Raums wegen nur die grösste Höhe 
hier ‚aufgeführt zur Vergleichung mit den höheren 


Regiouen von Glarus **) und mit dem höhern Nor- - 


den, weil Watson’s Listen für die Regionen’ der 
. Hochlande noch nicht ganz vollständig sind, theils 
dennoch die Verhältnisse der 'zwei unteren’ von 
W. aufgeführten Regionen (10090 — 3009° bh) sehr 
mit Heers Verhältnissen übereinstimmen und grös- 
sere Regelmässigkejt erblicken lassen, _ als die Höhen- 
tabellen von Ringier und von Wiest, woraus 
zugleich zu‘ sehliessen ist, dass die dort für jede 
‚Begion erst festzustellenden Pflanzen ohngefähr in 
denselben relativen systematischen Verbältnissen zu. 

. einander stehen, wie die. bereits notirten und be- 


rechneten. wer) __ Der Columne für Labrador liegt . 





” Ungemein viel betragen iu, ‚.Krain die Umbetifera: 
86 Sp. = t/ı 9 2 

”) Da die. grösste Höhe in Schottland, 43207, dort um und 
jenseits 57° n. Br., der jährlichen Mittel- Temperatur 
nach schon einer Höhe von 7000. in. Glarus (47° Br)’ 


annähernd entspricht, der mitilern Sommerwärme nach ' 


.  „2üter vielleicht nicht viel niedrigeren. : 
. #9 Hier muss ich einen Druck- oder Schreibfehler in 


" Watsen’s Bemerk; in der Tabellen’- Columne für, 


2 


ne 


550, 


E, Meyen s de pl. labr. zum Grunde, doch ver- 

" mehrt mit v. 'Schlechtendal's Nachtrage in Lin- 
‚nma.N. H. 1.,. wozu ich ‚noch die derch Dier. 
bach im Arch. d, Pharm. IX. H. 2. nach Zeyhers 
"Herbar neu eingeschalteten. & a bot. Jahresb, üb. 
71885, 'S. 249° hinzufügte, Für die. Melville- Insel 
R.. Brown in ’Verm. bot. Schr. L. Für ‚Holland 
Mm iquebs. ‚Disquis. 'ete;, welches Buch am Schlusse 

‘eine vollständig systematisch. geordnete Flora ent-. 

‚ bält, worin musterhaft dureh den Druck und einige 

_ Zeichen angedentet ist, ‚welche Pfanzen Holland 

> mit dem ‚und jenem andern Lande gemein oder 
Br ® nieht gemein hat u. dgl. Die Columne für Däne- 
mark konnte ich nieht ausfüllen; sie gründet sich 

auf eine Abhandlung Hornem ann s über die Pflan- 

zen ‚Dänemarks, doch mit Einschluss Holsteins (in: 
 Verh. der- dän. . pbilos. ‚Ges. .1821; Edinb. n. phil, 

‚ Journ. 1824; "bot; Z. 1825, 13; nach Schoun 


& 





"3000° — 3000. . Höhe berichtigen, der auch in die 
‘ ‚Üebersetzung und beiläuig in meine. Anzeige von Dr, 
© Miquel's Buche übergegangen ist. Nämlich: dort 
stehen die Graminee für jene Höhe als =.1/g 1 allr 
‚.' „ Phanerogamen angegeben,‘ was zwar viel glab- 
i licher wäre als Wiest's Verhältniss (1/43!) und ak 
0, das von Mey. en hach DeCandelle’s Daten gefun- 
;, dene (*/2s bis 1:23,98); sie machen aber nach. Wat- 
son dort 13 Artep, also 13/193 aus, di i. Y/aa!, was 
ganz mit Heer’s Angaben, übereinstimmt, woriach die 
verschiedenen Höhen das relative Verhältuiss der Geb 
ser nicht sehr ändern; so’ dass das Vertrauen zu den 
“ ‚Angaben Beider verstärkt. wird! 


# 


551 


hätte das eigentliche Dänemark allein 'nür 1034 
Species. Für ‚Grossbritannien diente: Watsons 


j Bemerk,, Tab. L., doch die Species (und Familien) 
_ theilweise anders umgrenzt. Für Irland IT. Ma- 
3 ckay’ s Flora hibernica comprising the Flowering 
plants Ferns Characee  Musei Hepatice Lichens 
and Alge of Ireland (Bublin, 1836) : die „Janach 
sich ergebenden Verhältnisse dienen bei der mari- 


timen Lage ‚dieses Landes und zugleich als Zwi- 


schenglied zwischen Deutschland, Holland und nörd- 
liehern Ländern ganz besonders, Vieles zu bestäti- 
gen, sicherer erscheinen zu- lassen, ‚andererseits 
wird durch sein Seeklima manche Anomalie erklärt. 
Für Schweden, Upsala und Lappland dienten Wah- 
lenber vg s Floren derselben. , 
, (Fortsetzung folgt.) 

in. Botanische Notizen. 
1, Den in der Flora von 1832 S. 400. nach- 
getragenen Wohnörtern der Carew vaginata Tausch 


* 


äuf. dem Brocken und in der Schweiz ist auch 


‚Schlesien beizufügen, indem Br. Fincke diese Pflanze 


neuerliehst auf dem Köpernick und dem Kessel i im . 
Gesenke entdeckt hat. Die allererste Entdeckung. 
dieser Segge dürfte in Schweden stattgefunden ha- 


' ben, indem die von Wahlenberg in Fl. lappo- 


nica p. 236. aufgestellte Oarex panicea ß, sparsi-. 


folia sowohl nach Beschreibung "als nach wohl ge- 
trockneten Exemplaren von der Karesuvando die 
Identität ausser allen Zweifel: setzen. 

:% Wenn Hoppe in einer Sitzung der botan. 


& 


5 


El 


“ 


; 


P 


7 Be 


3 


. " 
Gesellschaft cvrgl.. Flora 1836, 'S. 764). natürliche 


“ Exemplare mit reifen schwarzblauen. Früchten von 
Convallaria, multiflora vorzeigte, sO ist es dagegen 
merkwürdig‘, dass in DeC. Synopsis fl. gall. die 
Früchte dieser Pflanze nicht nur roth angegeben 
und sogar. in .die Diagnose: gebracht werden, son- 
dern dass‘ diess auch eine: Verschiedenheit - von 


: €. latifolia abgeben soll, der schwarze Beeren u- 


"geschrieben werden. Wäre etwa die C. latifolia 
‚der Gallier von- der C. mulüflora. nicht wesentlich 


verschieden ? & 


Ir eben‘. dieser Synopsis werden quisetum 
Telmaleja, flüueiatile und limösum aufgeführt, wovon 
eine überflüssig seyn dürfte. 


3. Zu den Synonymis. der Honchia quater- ; 


nella Ehrh., gehört auch nech jenes von Dörriena 
ereeta- Borkh. in der Flora. der: obern Gvafschaft 
Katzenellenbogen, welches unsere Florenschreiber 
bis jetzt übersehen. haben. + 
4. Doronicum Par: dalianches L. zeichnet Rei: 
chenbach als „maxima' species” aus... Ohne dies 
zu ‚bezweifeln, wollen wir doch anmerken ,- dass 


"im Salzburgischen am Wege ins Nassfeld D. austria- 
"cum eine Höhe: von. 9% erreicht: Schon Bauhin 


nannte diese letztere Art D. masckmüum. 

"Weissia .Martiana, und Catoscopium nigrt- 
tum hefern einen Beweis, dass auch Moose ein hohes 
Alter erreichen können... Wie an Funek’schen 
Exemplaren zu sehen ist, kann man:an ersterem 0 
Jahrgänge und _an letzterem 25 zählen; an einem 
Exemplar von Mielichhoferia . elongatiı findet man 
deren 86 und ‚wie tief mag der Rasen noch hin- 
. eingegangen seyn! 
ie Taballe, 1. u. 1 


e 


ur 


Allgemeine 


bo tanische: Zeitung. 








Neo. 35. Regensbun. urg, am 21. September 1838. 








L Original: - Abhandlungen nn. 


. Phytogeographische Bemerkungen; von Dr. C T 
Beilsch miedi in Oblau. - Fortsetzung.) 


Die :Columne. für ' Upsala (Ebene) gewährt 
‚zwar bei Familien, deren ‚Pflanzen Verbreitungs- ö 
bezirke durchschnitilich mittlerer Grösse’haben und 


die nieht an eigenthümliche Bedingungen gebunden Be 


sind, Bestätigung. ihrer anderweitig. ausgesproche-, 
nen: Zu- oder Abnahme ‚gegen Norden zu; ich 
fügte sie aber hier vielmehr warnunyshalber bei, 
nämlich zum Beweise; dass man: kleine Bezirke 
nicht mit grossen Ländern vergleichen darf; bei 
allgemein verbreiteten & Pflanzen, die überall wieder-. 
kehren, im ganzen Lande aber, auch nor einmal“ 
gezählt werden. zwischen viel 'mehr andern, bilden 
deshalb die Familien, denen sie angehören, im 
kleinen Bezirke einen grösseren Antheil aller Pflau- 
zen als,im grossen Lande; ‚so bei Upsala am auf- 
fallendsten die Potamogelonee in Vergleichung mit, ' 
ganz Schweden, dann Borraginee, Primulacee, Rhi- 
nanihace® wegen Veronica; der relative Reichthum‘ 
an Ericine hat ‘theils ebendarin, ‘theils in- der ziem- 
lich nördlichen Lage seinen Grund; für Sarifragee 

.Plora- 1838. 35. - . M m " 


554 


dagegen fehlen dort die Hochgebirge. Solche Ver. 
hältnissä inderung zwischen Land und kleinem Be- 
"zirke kann daher auch einen Maassstahb für die 
Grösse. der Verbreitungsbezirke der Pflanzen ge- 
wisser Familien oder für ihre Fügsamkeit in äus- 
sere Umstände abgeben. *) 

Die Pflanzen aller. dieser Floren musste ich 
durch gleiche Umgrenzung der Species gleichwer- 
ihig zu machen ‚suchen, und zwar vedueirte (oder 
resp. yermehrte) ich sie auf solche, wie sie in’ 
Koch’s Synops. Fl. germ. & .helo, umgrenzt sind, | 
welche den Columnen für Deutschland (dieses mit 





*), Vielleicht ist bei der hochnordischen Melville- Insel 
. na N. Br.) die Kleinheit des Bezirks,. wo üe Pimn- 
zen gesammelt worden sind, weniger von Einfluss auf 
Vergrösserung des Verhälfnisses einzelner Familien: 
vielleicht würden die bis jetzt. bekannten dert zeprä- 
sentirten Familien bei Durchsuchung alles Polarlandes 
durch Hinzu- und Dazwischenireten anderer Gewächse 
nicht‘ um Vieles velativ ärmer ausfallen. Aber wir 

“ können diess nicht prüfen, da noch keine. grössere 
„reine Polarflora bekannt ist. * Indess ‘dürfen wir, da 
- "auf jener Insel noch zu‘ wenig botanisirt worden ist, 
irohl nur auf die Hauptthatsachen ganz sicher bauen, 
z. B. ausserordentliches YVorherrschen der Graminee 
und Saxifragee, relativen Species -‚Reichthum an 
: Ronuneulacee und: "Caryophyliee in Vergleichung 
mit allen andern Ländern und Regime, ua.w. 
Die Pflanzenverhältnisse der Färöer (zw. 62° und 
68° n. Br.)-s. im bot. Jahresber. üb. 1834, 8. 138. f, 
kürzer bei Miquel-p. 42; ausführlich in Bainb. n. 
Phil. Journ. Oct. 1834. Gramin.. machen dort wire 
Gr. Cor. und Juncem zus. 1/4. 


2 . " . " ERS 


u, 


Ausschluss Istriens) und die Schweiz zum Grunde 
liegen; besonders um Vieles waren bei Grossbritau- _ 
‚nien die Salices zu redueiren, auch Sawifragee u, a., 


‚bei Irland dieselben und Rosacer, bei Holland Gra- 


minee und Poiamogelones etc.; bei Holland waren 


auch, manche nach M. selbst ‚nicht einheimische. 


‚Arten auszuscheiden; bei Schweden waren Myoso- 
tides und Maloe zu vermehren, anders umgekehrt, 
u. s, w.; und damit der Leser sehe, wie ich überall 


"die Species. genommen, ist deren Anzahl in der 


Tabelle den Verhältnisszahlen fast überall voran- 
gestellt, damit bei andern Änsichten geändert wer- _ 
den könne, was .dann aber auch durchgängig für 
alle Columnen geschehen müsste. Alles, auch früher 
schon, Berechnetes,, habe ich also neu berechnet; 


die vesultirenden. Verhältnisszahlen stimmen theils. 


mit früher publieirten ganz überein, am meisten 


-.bei Lappland, *%) theils weiehen sie in manchem - 


Einzelnen bedentend‘ ab, wie bei Holland, Gross- | , 


britannien , Labrador. Die“ Familien sind, wegen. 


„grösserer Conforinität mit ‚ältern ähnlichen Berech- . 
nungen, 81 grösstentheils nach DeCandolle genom- . 


men, daher auch Verbascum nicht bei den Scrofu- 
“ os Er 


FR 


*) Miguel gibt (Disguis. p: 40.), die Leguminose in j 


Lappland (wohl wegen einiger Unbestimmtheit in 
Wahlenb erg’s Inteod, der Fl. Iapp. p. LXIL 7 als 
nur 10 Sp. 1:49,65 an; es- sind aber dort nach . 
Wahlenb. Texte der Flora selbst 15 "Species — 1/33 
aller Phanerogamen, wovon 10 im. nielrigern Lande 
wachsen, : 


Mm2 


Me 
lariıne' mitgerechnet,, Ulmacee "aber zu den. Amen- 
tacee wie bei Det; ‚doch. wich ich ‚hin und wie. 
der.davon ab; so ist z. B. von. Erieine Empetrum 
ausgeschlossen, Nartheeium von den ‚Junceis hin- 
weg zu Liliace® ‚gebracht, wo es auch. Watson 
and’Koch haben..-— Die unterste "Zeile jeder Ta- 
- bellenhälfte gibt das: Verhäliniss der ‚Monocoiyledo. 
nen zu. den Dieatyledonen an. (nicht ‚das: zu 'allen 
Phanerogamen,, wie. solches in der ganzen übrigen 
Tabelle für die - einzelnen Familien der, Fall. ist), 
Aus W.ahlenb. Fl. Inpp, zähle ich 157 Mönoeo- 
""tyledonen (hicht. 156., wie DeCandolle j., und 
“ nieht 166. , wie Miquell. e. Pr 423 und ‚338 Di. 
‚ eotgledenen heraus, j 


: Aus der : "Tabelle ersicht | man hauptsjichlich, 
"dass iin relativen Zu- oder Abnehmen. der Pflan- 
zen einzelner Familien beim Aufsteigen auf Ge 
“ birge ebenso. @ine gewisse Regelmässigkeit stait- 
 fiidet, wie gegen die Pole hin, nicht aber grosse 
Sprünge gemacht werden oder bald Vor- bald Rück- 
schreiten ‚eintritt, wie'es nach frühern :Darstellun- 
gen für manche Familien scheinen ‚könnte; *) ‚auch 
geschieht das Zu- oder Abnehmen nur ‘bei einigen 
F amilien , 2 Be den offenbar alpinen, in stärkeren 





m Das. in der Tabelle hinsichtlich Glarus hier und da 
nöch. bemerkbare  Unregelmässire mag im Oertlichen 

der gerade besuchten Berge...seinen. Grund haben. 
Achnliche‘ Behandimg anderer Berge und Gebirge 
wärd diess wohl später ausgleichen. ’ 


= „37 


Schritten :bis zum Mehrfachen - ihres anderortigen , 
Verhältnisses. Im-Einzelnen aber übersicht i inan z.B.: 


‚welche Pflanzenfamilien gleich - sehr auf Ge “. 


birgshöhen wie gegen ‚Norden relativ zunehmen 
(wie Saxifragee) — oder abnehmen: Chenopodier, 
‘doch letztere erst im höhern Norden, auf Gehirgen 
‚schon früher abnehmend; ... 

welche nur auf Höhen. oder doch dort mehr 
"als nordwärts zunehmen: Sarifragem, Primulacee — 
: beide wiederum darin verschieden, dass. .Sawifr. 
‚auch auf der hochnordischen Melville-Insel äusserst 


. reich sind, Primulacee dagegen dort: fehlen!: was 


theils. die ‚grössere Gleichförmigkeit der: Tempera- 

“tur auf den.Höhen, theils ‚grössere Trockne zum 
Grunde haben kann. Ist vielleicht diese: Verschie- 
deniheit theilweise im Baue dieser Gewächse be- 
gründet? ’— ist dann vielleicht auch dadurch einst 
zu beantworten: ‚warum Geraniacew erst im hohen 
Norden plötzlich 'abnehmen, während ‚die Euphor- 

. biace@ .diess schon früher und vegelmässig thun? — 
— Ferner ; : : 


welche ‚Familien: nordwärts. "mehr "relativ 2u- “ 


nehmen: Amentace , besonders ‘durch die Salices; 
welche ' auf Gebirgen zu-;,. gegen Norden ab- 
nehmen: ° Composite, Cuinpanulacen (und Gen- 


Tianea >; oo: 
- auf Gebirgen - abnehmend, gegen Norden. Hast. 
. gleichbleibend. (oder fast: zunehmend): sehr auflal- . 


lend die Borraginew, die nur“ erst im: höchsten Nor- 
den auch zu fehlen’ scheinen. 


ir 


858 


Leguminese nehmen nordwärts mehr ab als in 
der Höhe; 

Rubiace@ nehmen umgekehrt nach oben mehr; ab; 

Eabiete und Geraniacee nehmen im Röhern 
Norden plötzlich ab, wie erst in grössern Höhen; 

Potamogelone, von grosser Verbreitung (soweit 
die Gewässer nicht zu lange gefroren sind, weg 
halb sie im hohen Norden fehlen), machen nur we- 
gen der Grösse ihrer Verbreitung (die daher kommt, 
‚dass ihr Medium, das Wasser, mehr gleichbleibende 


. Temperatur behält als die Luft, was’allen Wasser- 


pflanzen zu Gunsten kommt) um Upsala einen grös : 
sern Antheil ans, als in ganz Schweden zwischen 
mehr andern Pflanzen; letzteres gilt auch von den . 
Borraginee wegen der Grösse ihrer Verbreitungs 
bezieke, wie schon gesagt; 
Composite, auf Gebirgen zunehmend, nehmen 
nordwärts schon in England ab; sie scheinen (auf 


"Kiebirgen) den Kalk weniger zu lieben, 


 »Primulacer, nach ‘oben zu-, hordwärts fast, 
abuehmend und auf Melville-Insel fehlend, seheinen 
in den Alpen Schiefer oder. granitisches Gebirge 
vorzuziehen Gwie auch Gentianee >. 

Crueifer@ lieben Kalk vorzugsweise; 

Ranunculacee bleiben nordwärts in 'gleichen 
Verhältnisse; 

Sazifragee, nach oben und nordwärts zuneh- 


‚mend, sind um Upsala arm, weil dort kaltes Hoch- 


'gebirge fehlt; sa fehlen dort auch die alpinen Sa- 
lices; dagegen ist es den: Euphorbiaceen dort schon 
fast zu kalt; 


559 - 
"  Eiliace® nelimen nach beiden Richtungen gleich- 
mässig ab; 
an Gramine® ist Holland, bei seiner noch nicht 
nordischen Lage, relativ am reichsten, dann Däne- 
. mark, Grossbritannien ete.; weiter nordwärts folgt 
der noch grössere Reichthüm aus der ‚Lage; da, 
wo sie zunehmen, geschieht diess grossentheils 
‘wegen des Zarücktretens höberer ‚Gewächse, und 


umgekehrt. - an 5 2 
Woher die Armuth der Unbeihfere ‚um Kitz-, 
bühel? — in Krain ist ihre“ selative Menge am 


\ "grössten, Pi 2 

Doch kaum bedarf die Tabelle einer Hinwei- 
‚süng und Erläuterung. Die Zablenyerhältnisse spre- - 
chen für sich sbseh man vergleiche 2 B. Euphor- “. 
“biacee, welche. bei Ländern unter) ‚ ohngefähr glei- 
chier Breite gleichen Antheil ausmachen bei’ aller ' 
Verschiedenheit der Specieszahl;“hordwärts neh- _ - 
men sie stark ab. “ 

Die Verhältnisse der subnivalen Region Heers 
“amd die; des 9090" hohen Pie’ du Midi i in den südli! 
- ‚cher liegenden Pyrenäen nächRamond (Eschweil 

bot; Lie-BLT. 48.8; Meyen Pflanzengeogr. 8.337, 
wo, beilänfig gesagt, in der Columne für die- Mel. 
ville-Insel für: die’ Campanulacee 1:67. zu ‚lesen 
‘ist, nich 1: 6,73 stimmen sehr nahe mit: einander 
überein, auffallend bei den Leguminose; Rosacee, 
= Sazifrager, Composite und Primulacew; die ge- 
ringen Differenzen dabei, kommen daher, ‚dass der 
Gipfel des Pie du Midi bei Ramond nicht ganz 


% s 


> 


560 


der subnivalen Region Heer's entspricht, oder zum 
"Theil aus lokalen Umständen, wodurch der Pie du 
Midi die Orassulacee —= 5, hat, s0 reich wie die, 


Sazxifragew, und die Crueifere == „y. 


Es bedarf wohl nicht der Erinnerung, wie die 
Gleichstellung. höherer Breiten. mit grössern Ge- 


" birgshöhen ihre Modifieationen erleidet, z. B. durch 


‘grössere Trockne unserer Gebirge als der. Gebirge 
und Ebenen höherer Breiten u. s. w., am meisten 
dadurch, dass im höhern Norden mehr ‚als 2 Brei. 


‚tengrade nöthig sind, um :600 Fuss grösserer Ge. 


birgshöhe zu entsprechen, weil im Norden die Brei- 
tenzonen der Vegetation gleichsam (nordwärts) ei- 
tergedehnt werden durch die grössere Erhöhung 
der Sommerwärme über die jährliche ‚Mitteltempe- 
„ratur - (die ‚verschiedene Sommerwärmelinien und. 
_  Vegetationszonen gleichsam, ‚einander der Schnee- 
äinie näher. drängen als ‚bei uni), daher (die Ge 
wächse in der Ebene und auf Gebirgen des Nor- 
‚deng höher hinauf gehen, als nach. der Mittel. 
. Temperatur möglich wäre, daher auch die Baum- 
‚grenzen *) so- weit nordwärts und aufwärts gehen, 
dass sie endlich auf, nordischen Gebirgen gegen die 





7 Weiche Bäume hier oder. . dort. die letzten sind, wird 
. „dureh Speeielleres bedingt, z. B. dass Pinus Abies L, 
‚die i in der Schweiz die Baumgrenze bildet, in Lapp. 
Jands Alpen der sirengeren Winter wegen unter der 
Birke zurückbleibt, welche, weniger durch Kälte af- 
-"eirt, durch die Sommerwärme höher hinaufgelockt 
wird und bleibt. - 


‚561 
‚Schneegrenze eonvergiren, d. h. der ‚Schneegrenze 
und. sich unter einander näher t treten, als bei uns: 
was denn auch mit sich bringt, dass für Schweden ' 
von 58° an bis 66° Br. (5. Meyen’s Pflanzengeogr. 
265.) nicht bloss $ — und für Lappland nicht 
os 2 Pflanzenregionen, söndern eine’ mehr anzu- 
nehmen seyn möchten; (a. a, ©. sind nämlich für 
‚Lappland nur Meyen’s sogen, Zone der Alpen- . 
‚rosen und die der Alpenkränter durch das Schema 
angegeben und bei. jenem. Schema auch nur’ mög- 
lich);: denn es reielit auch die Zone der Nadel- - 
'hölzer entschieden bis in ‚Lappland — und die der 
Laubhölzen‘ 'bis weit Jenseit 5 55° ‚In Schweden, ‚selbst 
-in Lappland. hinein. ; en a 
"Wie Watson. als‘ zweckmässiger. "Yorschlägt, 
die: Pflanzenregionen ' nach dem. Vorkommen 'be- 
stimmter. Gewächse abzugrenzen, statt. nach abso- 
‚ Auten Höhen, und wie. er diess für. sein Gebiet selbst 
ausgeführt‘ hat, ist. in. seinen „Bemerkungen üb. die 
A -Verbr.” ete. bei den. Regionen und an der u 
1nege dazu ausführlich vorgetragen. .: Zu 
| . Es bleibt noch zu erwähnen,“ dass Philippi 
in seiner “Abhandlung: „üb. die’ Flora Sieiliens in 
Vergl. zu den Floren and. Länder” Gin Wiegm. 
Arch. 9.9. 1. Bd. S 337 — 366. mit e. Charte), 
worin er viele Länder von Arabien bis Lappland 
nach den Verhältnissen der Familien mit einander 
vergleicht und das Zu- und Abnehnien ihres Reich- 
thums auf einer, Tafel durch sich hebende oder _ 
u "senkende . Linien schön  versinnlicht, das Beispiel 


“ “ 


562 


gegeben hat, die Verhältnisse statt in gemeinen 


Brüchen lieber in Procenten auszudrücken (oder 
zu grösserer Schärfe in pro-Millet. So wird die 
Zahl grösser, je reicher die Familie ist: Gräser 


‚und Juncee, in ganz Deutschland gegen „%; und „x, 
‚lauten dann — 71 p. M. und 14 p. M. 


"Zuletzt auf die hier beifolgende Tabelle zurück- 


zukommen, so zeigt diese abermals, wie nicht in 


den absoluten Speciesmengen, sondern iu ihrem 
Verhältnisse zur Gesammizahl der Pflanzen der 
Vegetations-, und der klimatische Charakter einer 
Gegend im Vergleichung mit andern ausgedrückt 
wird und sogleich in .die. Augen fällt; "man sehe 


„die ' auffallende Gleichheit des "Verhältnisses der 


Umbellife we, Rublacee, Sulicineete. zwischen Gross- 


-beitanaien und Irland bei. aller Verschiedenheit der 
-Speeids- Anzahl, andererseits den von’ selbst er- 
"klärlicken Reichthum an Glumacee und Potamage- 


toner in Holland- u..s. w. — Mögen die Zahlen er- 


„scheinen:.nur durch sie sprechen die Gesetze sich 


erkennbar. aus, sogar nur. durch sie wurde diese 


Gesctzmässigkeit: entdeckt. _.: . (Schluss. folgt) 


I. Gesellschafts- Versammlungen. 


Sitzungen der. k. botan. Gesellschaft am 3. Pebrusr, 


5. März, 2 April, 7. Mai, 11. Juni und 2 Juli &. J. 
Es wurden folgende Gegenstände. als eingegan- 


. gen vorgelegt: : 


. 


A. Beiträge zur Bibliothek. 


: D A. ‚Bertolonii Flora Italica. Tom. De U, 


[3 


Pu 


563 


fase. 1. et 2. Gesch, d. Hrn. Magistrats-Assessor 

- Tommassini in Triest. 

2) &. Lorinser, dissertatio inauguralis medico- 
botanica sistens, eonspectum Stachyopteridum 
(sensu latiore) in Bohemia sponte nascentium. 
Prag, 1837. Gesch. d. Verf. 

3 Naturgeschichte der drei Reiche, herausgegeben ° 
von den Professoren in Heidelberg und Jena. 
36. 37. u. 38. Lieferung. _ Gesch. d. Verlags- 
handlung Schweizer barth in Stuttgart. 

4) Nova acta physico - medica Academiz'- Ciesa- 
: rexe  Leopoldino- Carolinze nature euriösorum. 
Tom. XVII, P. I Bonn 1837. Von’ Hrn. 
‚Präsid, Nees v. Esenbeck in Breslau:  _ 

5MJ. "Löhr, Flora von Coblenz. Cöh, 1538. 
Geseh. d. Verf. _ : Be 

6 Fr. J. Graf v, Hochenwart, die Eröffnung - 
“des Landes-Museums i in Laibach, Laibach, ‚1832. . 
- Gesch, d, Verf. = 

7) ılesselben, Jahresfoier der röinung d dös Landes. - 
Musenms i im Herzogthum Krain, am 4. Vet. 1832. 
: Laibach, 1832, Gesch. d. Verf 00% 

8% desselben, Leitfaden für die das Landes-Musenm 
in Laibach Besuchehden. ‚Laibach, ‚1836. Gesch. 

däVelıl 00. , 

9) desselben, Landes - "Muse 1 im ı Herzogthume 
Krain 1836 —— 1887. Laibach, 1538. Gesch. _ 
'd. Verf : " 

19) desselben, Beiträge zur Naturgeschichte, Land- 
wirthschaft und Topographie des Herzogthums 


564 


31} 


Krain. UÜrstes und zweites Heft, Laibach, 1838, 
Gesch. d. Verf. 

J.6. Zuecarini, plantarum novaram vel mi- 
nus cognitarum, quoe in horto botanico herbario- 
que vegio monacensi seryantur faseiculus ter- 
tius, Üaetew. Gesch. d, Verf. 

A. E, Lindblom, Fragmenter of en vese i 
Norge aor 1837. Lund. 1838. Gesch, d. Verf, 
Physiogr alıska Sellkapets  Tidskrift. Wörsta- 


‚tredje Hättet. 1837 — 38. Gesch, d. Hın, Dr, 
Lindblom. 


‚3 


A. F, Spring, über die naturkistorischen Be- 
griffe von Gattung, Art und Abart und über 
die Ursachen‘ der. Abartungen in den organi- 


schen Reiche, Eine Preisschrift, reipeig, 1838, 


. 15) 


Gesch. d. Verf, 


Al .enltori delle seienze naturali ed: ä chiunque 


- brama avere nozioni esatte concernenti la eom-- 


petenza del Prof. G. Jan sopra {I museo di 


‚storia naturale eie, Parma, 1838, ‚ Gesch. d. 


ie 


19 


‚Hrn. Prof. Janin: Parma. 


van der Hooven en de Vriese, Wijdschrif 
voor. Natuurlijke Geschiedenis en Physiologie. 
Vierde Deel. 1—4. Stuk. Leiden, 1837 — 3. 
Gesch. d. Hra. Prof. Vriese in "Amsterdam. 
K. Graf von Sternberg und J. V. Eller 
von Krombholz, Bericht über die Versamm- 
lung deutscher Naturforscher und Aerzte in 


Prag im September 1837, Prag, 1838. Gesch. 


der Verf. 


3: 


ee 7 


18) Perleb,  Clavis elassium, ordinum et familia- 
rum, atque index generum reg vegetabilis. 
Friburgi, 1838. , Gesch. d. Verf, 

19) Dietrich, neuentdeckte Pflanzen, ihre Cha- 
vakteristik, Benützung und Behandlung, hin- 
sichtlich der Standörter, Fortpflanzung und _ 
‚Vermehrung. Auch unter dem’ Titel: Neuer 
Nachtr ag zum vollständigen Lexikon der Gärt- 


 nerei und Botanik ete, 6. u. %. Band.’ Uln, 1837. . 


Geseh._d. Verf. 

30) Liegel, systematische Anletiung zur Kennt- 
niss der Pflaumen.  Passau,- '1838. Gesch, 
ed. Verf. 

21) Koch, Synopsis der deutschen und Sehweizer , 

Flora. Zweite Abtheilung. Frankfurt am Man 

1838. Gesch. d. Verf. wu 
Bruch et W,D. Schimper,. Bryologia euro- 

' pwa seu genera muscorum europxorum mono- _ 

u graphice illustrata. .Fase, L' ‚Stuttgart, 1837. 

" Gesch. 'd. Verlagshandlung Schweizerbarth. 

in Stuttgart. oo“ 


9 
- 
w 


98) Verhandlungen des Vereins zur: ‚ Beförderung 


- des Garienbaues in den k. preussischen Stan. 
ten. 27. Lief. Berlin, 1835. Gesch. d. Vereins. 

24) F. A. W. Miquel, de Noord-Nederlandsche 
vegetatie, in hare hoofdtrekken vergeleken met 


die der Pruissische Rijn-Provincie. ‚Rotterdam. 
Gesch. d. Verf. - 


2 desselben, &. J. Mulder et W. Wende 
; bach, Bulletin des seiences physiques et natu- 


# 


566 . 


valles en Neerlande, Aunde 1838, Leyde. Gesch, 
d. Hin. Dr. Miqnel, 

29) A. Steinheil, sur lindividualit@ dans le vegne 

vegdtale. Gesch, d. Verf. u 
B, Für das Herbarium. , 

3 Von Hrn. Apotheker Dr. Schultz in Bitsch: 
die erste Centurie seiner Flora Gallie et Ger 
manie exsiccata, 

‘2 Von Hen. ‚Dr. Ludwig Küchel zu Wien: . 
über zwei 'Centurien derjenigen getrockneten 
Pflanzen, welche Hr. Kotschy in Griechen. 
land, Aegypten, Syrien und auf dem Gebirge 
Taurus gesammelt hat, 

3) Von Hrn. Apotheker Bökeler in Varel: eine 
sehr interessante Sammlung getrockneter Ge-' 
‚wächse seiner Gegend, worunter besonders 

- yiele See- und Strandgewächse. 

. % Von dem Würtembergischen naturhistorischen 

Reiseverein: die ägyptisch - arabischen Pflanzen 
. von Dr. Schimper. 

” Von Hrn. Prof, P. Joannes Gries in, Salz- 
“burg: 7 Dekaden seltener Pflanzen vom Radti- 
"stadter Tanern, dem Gasteiner Thale und Rau- 
riser berg " j 

6 Von Hrn. P. Meritz Angelis in Admont: 
eine ansehnliche Anzahl seltener Pflanzen der 
dortigen Gegend. \ . 

7) Von Hen, Apotheker Löhr in Trier: mehrere 
seltene Gewächse der dortigen Gegend. 

-,83-Von Hrn. Dr. Hübener auf der Platte bei 


% 
3), 
4 N 
Gartens in St, Petersburg: eine ansehnliche 
- Sendung frischer Samen des dörtigen‘ Gartens. 


‚die 


567 


Wiesbaden: . Deutschlands Lebermoose in ge- 
trockneten Exemplaren. 3. u. 4. Lieferung.  _ 
Von Hın. P, Wierzbicki, Bergwundarzte 
in Orawieza: eine Centurie Banater Pflanzen, 
Von Hrn. Prof. Brassai in Klausenburg: 
mehrere seltene Gewächse aus Siebenbürgen. 
Von Hin. Prof. Dr. Braun in Karlsruhe: meh- 
rere Algen und andere seltene Gewächse der’ 


"badischen Flora, dann eine vollständige Suite 


der dortigen Tilien. 


Von Hrn, Director v. Voith: die Sammlung 


seiner Erysiphen. 

.. 0% Für den botanischen Garten.” _ 
Sämenverzeichnisse von ‚den Vorständen der 
botanischen Gärten in Bonn, Breslau, Karls-. 


‘ruhe, Darmstadt, Erfurt, Erlangen, Freiburg, 


Greifswald, Halle, Kiel, München und Prag. 
Von Hrn. Prof.: Ber nhardi in Erfurt: eine 
Parthie frischer Sämereien. - 

Von Hrn. Dr: Graf in Laibach: seltene Säme- 
reien der dortigen Gegend. 

Von der, ‚Inspeetion des: kaiserl. botanischen j 


Schriftliche wissenschaftliche Mittheilüngen an 
Gesellschaft machten die Herren Dr. Beil. 


schmied in Ohlau; ‚Prof. BrassaiinKlausenburg, 
Kustos Freyer in Laibach, Rainer Graf da- 
selbst, Prof. Dr. Hornschuch in Greifswalde, Hof- 
vath Dr. Koch in Erlangen, Dr. Klotzsch in Ber- 


568 “. 


lin, Apotheker Löhr in Trier, Hofe, Dr. v. Mar. 
tius in München, Prof. Mohl in Tübingen, Apo- 
iheker Müller in Medebach, Prof. Petter in Spa- 
latre, Dr. Pfeiffer in Kassel, Moritz von Rai. 
ner zu Haarbach in Mailand, Apotheker Raben. 
herst in Luckau, Dr. Sauter in Mittersill, Dr, 
Spring in München, Geh. Hofrath und Prof. Vo igt 
in Jena, Sindies. Walpers in Greiiswald. Diese 
durchaus sehr schätzenswerthen, Mittheilimgen sind 
theils schon durch gegenwärtiges Organ zur Oeffent- 
"lichkeit gebracht worden, theils wird dieses dem. 
nächst geschehen, ; 
Zu correspondirenden Mitgliedern der Gesell 
schaft wurden aufgenommen: u 
Hr. Prof. Brassai in Klausenburg, 
„ Pr. L, Köchel in Wien, 
.» Dr. 6. Lorinser in Prag, . 
„» Moritz v. Rainer zu Haarbach. in Mailand, 
„ Dr. Schnizlein jun. in Windsheim. 
» Dr, Spring, prakt. Arzt in München. 
‚„ Bergwundarzt Wierzbicki in Orawieza. 
„ Zum Ebhrenmitgliede: 
Hr. D. F. 6, v. Schlechtendal, Präsident ds | 
k. preuss. Ober-Landesgerichts zu Paderborm. ' 
Allen grossmütbigen Gönnern und vershrien 
Freunden der Gesellschaft, welche ihre Theilnahme 
an der Förderung unserer Institute aufs Nene so 
lebhaft beihätigt haben, sey hiemit noch der in- 
nigste, herzlichste Dank ausgedrückt ! 
I Todesfälle 
Die k. Gesellschaft hat: neuerdings den Verlust 
von zwei ausgezeichneten Mitgliedern zu betrauern. 
Am 24. August starb zu Berlin Dr. Adalbert 
von Chamisso (eigentlich L. Ch. Adelaide 
d. Ch, de Bonconrt), Inspeetor des k. Herba- 
riums ete. daselbst, im- 58. Lebensjahre; am &. 
desselb. Monats zu Laibach Dr. Sigmund Graf, 
Apotheker daselbst, nach. kurzem Krankenlager, 
‚am Scharlach. Friede sey ihrer Asche! 


Alle vemeine 


botanische Leitung. 


mans 








Nro..36. Regensburg, am 28. Soptemher 1838. 


n 








I. Original -Abhaudlungen. 


Phytogeographische - Bemerkungen; von Dr..C. T. 
Beilschmied in Ohlan. ...  (Sehluss.) 


Die Rücksicht, dass man bei phytostatistischen 


Zahlenvergleichung gen nicht grosse Länder- und kleine 


Städte-Floren zusammenhalten dürfe, kann ich nicht 


aufhören für nöthig zu ln obschon Hr, Dr. 


Grisebach Linnza 1838, H.2,.8..162. £) einen. 


| _ Irrthum darin zu finden glauht. D.6 r. unternimmt 
es nämlich, ausgerüstet mit Kenntniss der Resultate 


“der meteorolegischen Forschungen‘ von Kämtz und 


Dove ete, und als Botaniker in einer:vielfach lehr- 


:” zeichen und auf die sichtigern Wege hinweisenden - 
Abhandlung " woron wir Fortsetzungen! wünschen 





u) In Linnea 1838, 8. 159-- 900: Ueber den Einfinss % 


des Klimw’s auf die Begrenzung der natürlichen Flöten. 


Anm. "Anfänger könnten Einiges darin missverstehen, 


"zB. die Worte $. 188: „dass die Vertheilung der “ 


Von Dr. A. Grisebach, Privatdocent in Göttingen. — 


‘ Wärme.in der Jahreseinve und "der Eintritt der Wende- j 


punkte auf der ganzen Erde gleichförmig” seyn dürfte, 


nach Känitz Meteor. I, 197°£., beide. Antoren meinen 

hier nur besonders die Gleichheit der Monate und 

Tage, wo die grösste Wärme und wo die Mitteltempe- 
Flora 1838... 36. Nu, 


” 


" müssen, mit weitem Umblicke das Bestehen solcher 
unterschiedenen pflanzengeographischen Reiche oder . 
„natürlichen Floren” auch physikalisch- geographisch, 
: besonders meteorologisch zu begründen und ihre 
. deutliche Abgrenzbarkeit darzuthun, — natürliche . 
Floren, wie deren, nachdem Al: v. Humboldt 
schon Haupt- Gruppirungs- Systeme angegeben, zu- 


erst DeCandolle als „regions bofaniques® aufze- 


‘stellen versuchte, dann Schouw in seiner Pflanzen- 


geographie und (verbessert) in ‚der Linnaa als 





Tatur stattfindet [obschon nach Meyen Ga Art. Ar, 
. Nat. Cür. XV Taf. zu 8. 859) Calcutta. dureh frühe- 
res Maximum eine Ausnahme macht], keineswegs aber 
ie Grösse der Oseillationen oder der (Differenzen 
= zwischen den Temperatur Extremen. —."Nach S. 180. 
hätte‘ Süd-Europa wenigstens ‚keinen dürch 'Trocken- 
‘heit bedingten Winterschlaf; der Leser darf aber die 
- wohl beigeseizten Worte „abgesehen. von der Wärme” 
nicht. übersehen, vgl. S: 187., $- 5, wo dörtigen Win- 
terschlafes durch Sinken ' der Temperatur gedacht it, 
— Beiläufig: zu Linnza 8. 188. u. 196.7" Boussin- 
gzults Theorie, dass. fehlende höhere Wärme für 
Pflanzen nur durch berechenbare längere. Zeitdaur 
niedrigerer Grade compensirt_wird:]s. Fror.. Nene Not, 
Nr. 28], ‚betrifft wohl. hauptsächlich Külturgewächse 
und namentlich nur ihr. Vegetiren bis zur Fruchtreift, 
und widerspricht keineswegs Dr, Gr. Angaben; die 
Frucht der einzelnen Pflanze vollendet sich bei höhtrer 
Temperatur früher, ‚wenn gleich. das Laubabfallen in 
den südlichen. Theilen unserer mittelenropäischen Plera 
später als nordwärts erfolgt, ‚also. die grüne Zeit süd- 
: >. Heh im Ganzen länger währt, als. bein kürzern nörd 
‚lichen Vegetationsey vehns. “ 


; 


SL. 


„pilanzengeögraphische Reiche” vortrug, woran sich 
yon Roon auschliesst, welcher in seinen Grund- 
zügen der Ürd-, Völker- und Staatenkunde die 
Erde hauptsächlich nagk der Art der wässerigem - 
. Niederschläge (ob Schnee ete.) mit besonderer Rück- 
"sicht auf die Vegetation in viele „Klimata* theilt. 
Zum Abgrenzen aller natürlichen Floren fehlt es 
zwar jetzt noch an den: grenzenden Materialien, 
daher Dr. Gr, denn auch vorläufig nur die. mittel- - 
europäische Flora specieller betrachiet, ausser ‚wel- 
“cher in Europa noch zwei'andere zu unterscheiden’ 
sind: die südeuropäische und die alpine, sammt..- 
der börealen, die alpine mit der untern Rhododen- 

. dron- Grenze beginnend. — Vorzüglich bestimmend - 
für jene Floren auf. der ganzen Erde ist der Um- 
„stand, ob, vermittelt durch immer” vorkommende 
Regen nie ein Stillstand. der Vegetation eintritt, 
oder ob ein solcher durch. periodische Regenlosig- 
keit veranlasst wird, ob endlich durch Kälte; an- 
dere, zum Theil noch unergründete, “Umstände, 
besonders die Temperatur, bedingen die weitern 
‚Verschiedenheiten und danach die Eintheilang der 
Floren. Jede natürliche Flora soll nach dem Verf. 
‚hauptsächlich durch überäll gleiche *) Aufeinander- 
folge bestimmter, in ihr besonders reicher Familien, 
wenn man sie dem relativen Speciesreiehthume nach 
reihet, bestimmt werden, dann durch gewisser Spe- 
eies vorzügliche Individuenmenge, bei uns z.B. 
‚Caltıma , Pini: (am Altai Pinus Cembro). 


3) Vel. dagegen weiter unten. . 
, ” Nn 2 


a in .. 


x 


72. 


Wo es nun, wenn es sich nur um ‚grosse Um- 


Bas händelt, nur auf die reichsten ‚oder auf. eigen- 


hümliche Pflanzenfamilien ankommt; da wird frei. 
ch an diesen Eigenthünlichkeiten auch der kleinere 
Bezirk im Ganzen Theil haben; wo man aber 


innerhalb einer uatürlichen Flora (z. B. der mittel. 


“ europäischen, d. i der Flora von ‚Mitteleuropa nebst 
England ete. und Schweden) die Verschiedenheiten 
der einzelner Theile derselben betrachtet und NB, 


> aus. den verschiedenen Verhältnisszablen der Fani- 


lien, den Familien- Quotienten, die dann nicht über- 
all gleich ausfallen ,- Schlüsse auf die Beschaffenheit 
der einzelnen Länder -und Provinzen‘ ziehen. will, 
‚da kann nicht aus den Verhältnissen: in 'einem klei- 
nön Stadibezir 'ke auf. ganze Länder: geschlossen und 


j nicht. beiderlei a Vergleiehung zusammen gebracht 


werden: ‚die Familien- Quotienten ändern sich dann 
zum Theil, nämlich bei Pflanzen grosser" Verbrei- 


ö tungsbezirke- aus dem oben {8.5533 ° berührten 


Grunde, wozu für. viele Familien auch nech das 
Specielle des Bodens verhältnissändernd anitwirkt, 
nachdem’ z. B, Sand--oder Sumpf vorherrscht, was 
im. ‚ganzen, "Lande durch andere Lokalitäten sich 
ausgleicht, Der ‚Charakter des ganzen pflanzen- 
geographischen Reichs wird sieh’ freilich nirgends _ 


ganz verläugnen, ’die Hauptfamilien werden überall 


vorhorrschen ; aber doeh in ‚abweichenden Ver. 
hältnissen, . u 
-Zu Linnza 8, 163.: Das Vorhandenseya ui. 


. terschiedener natürlicher Floren oder phytogeogt- 


et 


en nn 573 
phischer Reiche ist wohl, ‚nicht. bestritten : "worden, ; 
“auch mag an ihren Grenzen. eine raschere Aende- 
“rung der Familien- Qustienten eintreten, wie:’auch- 
. mehr: neue Förmen hinzukommen (über das Klima- 
tische ‚vgl. Kämtz Meteor. 1.481. f. u. ‚509. Bot, 
Jahresb. üb. 1831, 8. 107. £); aber: dass innerhalb 
wenigsteus ‚der. 'miitelenropäischen Flora in. ihren 
Teilen: nicht unbedeutende. Verschiedenheiten‘ statb- 
finden , selbst .mit "Aenderang der: Reihenfolge der 
Familien! dem!’ ‚Reichthume: nach; üund:-einiges: Hin-. 
“ neigen’ zu’ :dem' und jenem - angrenzänden' pliytogeo- 
graphischen. Reiche; zeigt wohl: ‚abermals mieihe'sben 
beigegebene Tabelle; wie die, früheste von Phi ppi 
in"Wiegm. Arch. 1836 ‚klimatische Gründe noch 
ausser der verschiedenen Differenz zwischen Som- ' 
, mer- und. Winteriermperatum ; s-bei Kämtz I: 508, £: 
bot, Jahresb...üb.:.1832, 122. #.)5\ eines schliesst das 
andere: nicht aus. Möge..auch ‚die Mitteltemperatur 
der Vegetationszeit in "der ganzen mittelenropäischen 
Flora überall. 13°.C, betragen, ) #0. ieh Önbei doch 





*) Da es bei Hım. Grisebach nur - Hauptumrissen g eilt, 
so ‘schadet’ es vielleicht.nicht viel," däss in‘ Gr’s Ta- 
belle zur Feststellung dieser : mitteleuropäischen „Phy> 

. teisoiherme?' "die Blüthezeit der Primulo elatior für. 

"einige Orte nur nach Analogie i durch Berechnung nach 
-Schübler’s Daten ermittelt. wurde und dass Dr. Gr 
(nach Sch übler's, Durchsehnittszahl).- 4 Tage Ver; 
spätüng der'Blüthe auf 1 Grad hölierer Breite’ annimmt, 

 obschon streng genommen Schübler für Prim. ela- 
tior speciell"„,A,g”. Tage Verspätung angibt, was die 
Zeit- und Temperatur “Bestimmung . etwas. ‚doeh: „PuE, i 
wenig,. ändern köunte, 


574. 


Br zn 


die Dauer verschiellen, wodurch, wie durch Lage ete., 
sich die Verschiedenheiten innerbalb. der grossen 
“ Flora.erklären, Denn gewiss komint: es für viele 
Pilaugen: äuch auf die Zeit des möglichen Grünens | 
an (wovon auch Linnza 8, 289.- die Rede), ob . 

nämlich. jene, Mitteliemperatar. oder dis. 'Stelien der 


-. Temperatur über dem: jährlichen Mittel . viele ‘oder 


wenige. Monäte dauert, (was mit Adausen’s Mei- 
zung: und: Boussingault's stimmt, ‚auch von Dr, 
x; nieht gerade geläugnet, aber. nieht: hervorge- 
hehay ‚wird), ebenso auf-die, in. höhern: Breiten be- 
Jdentendere Grösse der-Differenz zwisehen Sommer- 
wärnie and Winterkälte, welche‘ Kälte. wohl nicht 
durchgängig, ausser Binifluss auf Pflanzenverbreitung 
“bleibt; m. ‚vgl; Birke und: Rethtanne,,: die; in der 
"Schweiz" und -in Lappland. der Höhe: siach. sich ent- 
gegengesetzt; verhalten; „und ‚warum. hat. Schweden 
acht alle. deufscher Ebenen: find mentänen- Pfan- 
. zen? ‘Der: auf der Insel Gotiland 'reisende Schwede 
bekommt - erst: dort. einen. Vorschmäck: ‚der ihm er- 


. sehnten ‚deutschen Flora. 


Dass auch. ‚die ‚südenropäische Flora nicht zu 
plötzlich. als eine-ganz andere sich darbietet, möchte 
scan ans Carns’s Darstellung in. seinen. Analecten 
gur Naturwissenschaft eie. (Dresd. 1829; s. a. Göf. 
ge, Anz. 1832 ,.Nr. 40.) schliessen: dort bezeichnet 
‚ce. .S- ‚Eingänge, hinter deren‘ ‚jedem eine wesentliche 
“ Veränderung des Bodens, Klima’s und der Erzeug- 
‚nisse. anhebe: 1. über die Alpen der Eintritt in die 
‚ ‚bombardei,. 2..über die Apenninen jenseit Bologna 


B x “ 
2, 


j Hi 575 “ 


ä 
© 


und um Florenz, 3. der Pass’ zwischen Rom und 
Neapel: bei Terracina beginne erst das rechte Ita- 
lien; C. nennt dabei die wichtigern Gewächse, auch 
kultivirte. 

Wenn man, um einige der Verschiedenheiten 
innerhalb eines und desselben phytogeographischen 
“Reichs, und zwar hier der mittelenropäischen Flora, 
“zu betrachten, nach meiner ‘obigen Tabelle, d. i. 
nach Angabe der Länderfloren, wonäch sie {mif 
einigen Cautelen) entworfen worden, die nach dem 
‚relativen Speeiesreichthume sich "ergebende Reihen- 


® 


folge der reichsten oder wichtigeren Familien in 


zer 


verschiedenen’ “mitteleuropälschen | Ländetn neben 
einander stellt, » so’ findet man wirklich diese Auf- 
einanderfolge in der lappländisehen Flora viel mehr 


von den einzelnen der mitteleuropä äischen Floren | 


“ verschieden, als letztere unter einander und so er- 
stere (ih. Vebereinstimmung mit Schouw’ s- und 
mit Dr. Er.’s Darstellung) einem. ‚eigenen. borealen 
Reiche angehörend; aber zwischen Lappland und‘ 
der damit gewöhnlich und. mit Recht zusammen- 
. gehaltenen, auch von Gr. damit verbundenen, Alpen- 


flora, des inittlern Europas . bestehen viel grössere | 


Unterschiede, als zwischen den einzelnen Ländern’ 
der mitteleuropäischen (Eibenen ) Flora unter sich, 
. selbst nel. ‚des 'südlichern Schwedens; wie sie denn 


x 





‚9 Ic würde niein danach ausgezogenes Schema hier 


beigelegt haben, wenn es mit. den sich durchkreuzenden ° 


Hinweisungsstrichen und Punktirungen in gewöhnlicher 
Schrift druckbar wäre.’ . Bd. 


x 


376 n 


> 


“ach Schouw als Unterabtheilungen, unterscheidet, 


— Man. findet nach der Tabelle unter andern 


Folgendes: ı wi i 
Die Leguminosae, in | Deutschland und der Schw eiz 


bald nach Compositae und Graminene folgend, treten | 


in Holland und Grossbritannien bis unter Üypera- 


i ceae und Cruciferae, in. Irland dazu noch binter 


Umbeihifeiwe und. Rosaceae, zurück. Cyperaceae 
dagegen steigen in Holland, Grossbritannien und 


‚ Ieland; in Schweden sogar . fast über .Gramineae, 
3 Labiaiae sind reich in Schweden, anch in Holland; 


. Salieinae in Grossbritannien und Irland. Camps. 


nulaceae , in Küstenländern ebnehmend;, verhalten 
sich aber zufällig, ‚zwischen Grossbritannien und 


Irland. gerade so, wie zwischen Schweden und 


= Lappland. Liliaceae: treteu in Grossbritannien und, 





Holland: zurück, mehr noch in Schweden, noch. . 
mehr in Irland. Chenopodiaceae stehen in. Holland. 
sehr hoch. Orchideae steigen in England und Irland, u 
Geraniaceae stehen in. Trland und Schweden. nicht, 
30 gar niedrig. Caryophylieae, in Irland nicht hoch, 


“steigen in Schweden. Umbelliferae, in Holland schon, 
"ärmer, stehen in Schweden noch‚niedriger (1: 30,6). 


indem Lappland ‚sie nur == 1:55. hat: Junceae: 
stehen i in- Grossbritannien und Schweden fast gleich. 


: hoch, in Holland und Irland niedriger; Campanula.. 


Pr 


cege und Liliaceae in Irland noch“ niedriger als in 


"Schweden, Lilinceae fast so niedrig wie in Lapp- 


land, Campanulaceae noch. ärmer als in Lappland! 
In Lappland fehlen Euphorbidceae; am niedrig- 





577° 


e 


"sten stehen. von den in der Tabelle genannten Wa- | 


milien: Geraniacese, Chenopodiaceae, Campanula- 


cene, Liliaceae; sehr niedrig auch Labiatae, Umbelli- 


ferae ; niedrig auch Leguminosae; ‚sehr hoch: .Oy- 


: peracene, ‚Junceae, Erieinae, Salicinae und durch 


diese die Amentaceae u, s. w. a 
Dagegen ist die alpine Region von Glarus und 
alle Alpen und: Alpenregionen vorzugsweise. und 
ausserordentlich reich an Compositae, die in Lapp- 
land erst als deittes Glied kommen (Cyperaceae 


. sind weniger als in Lappland); reich sind in. der 


Alpenregion auch (als viertes Glied) Personatae; . 
und verhältnissmässig weit oben.stehen Saxifrägeae, 
Primsulacene, Campanulaceae, aueh Gentianeae ; aber 
sehr niedrig Borragineae und Rubiaceae.‘— In, der . 
subnivalen Region ‚steigen sehr: Caryophylieae, Les 
guminosae (als. drittes und ‚viertes Glied}... auch 
Sazifrageae-,. Primulaceae und Dryadeae; alle.noch . 


‚höher als in der alpinen Begion; Uyperaceae.stehen‘, 


viel niedriger als in der letztern:; Täbiatae,, Borta- 


gineae und Liliacene äusserst niedrig. — Demnach, . : 
herrscht ‚auch selbst unter‘, ‚den. reichsten Familien. 


zwischen den verschiedenen Theilen der gösamm- 
ten Alpenflora. ebenso wenig ‚völlige Gleichheit der - 
Reihenfolge, als- zwischen den verschiedenen Län-, 
dern der mittelenropäischen Florä; Boden, Bewäs: 
serung und Temperatur erklären, es genug. \ 
In der alpinen Region stehen Oruciferae, Drya- 
deqe, Sawifragene, Umbelliferae und- Primulaecese 
gleich hoch, alle = For in‘ Lappland sehr vergehie- 


578 


Yen hoch; In der subnivalen folgen Caryaphyl. 
Tene und Leguminosae bald nach Composite und. 
: Gramineae; ; aber Personatae stehen niedriger. als 
in der. alpinen; die Legiminosae kommen dort 
‚dem. südeuropäi äischen Verhältniss näher, ner in an- 
dern Species; in Lappland ganz, ‚anders, — In der 
subalpinen Region, die der alpinen nahe kommt, 
Stehen wie in dieser die Compositae,, Gramineae, 
Cyperacege, Personatae, Rosacene und Ranuneula- 
. kene zu oherst, — 1: 6,9 bis 1:22, :Die ersten 
& dieser: 6 Familien bleiben auch die höchsten, 
wehn” män ‚alpine und subalpine Region zusammen 
berechnet ‚(mit zusammen 471 Species). 
© "sRechniet man endlich, weil bei Lappland auch 
‚das (hördliche) niedrige‘ Länd. mit- eingerechnet ist, 
und: ändererseits (auch nach. Dr. Er) die Alpen- 
Aora mit der ‚untern’ Rhododendron-Grenze "änheht,. 
bei Glarus mit den Pflanzen der alpinen Region 
Heer stauch die der "subalpinen- damit’ zusammen, 
2:3 nähert: 'sieh die Verhältnisse zwar "etwas mehr. 
. den ‚Tappländischen,, ebenso, wenn man alle Alpen- 
vegiolen: von 4000‘ Anfwirts sammt der nivalen 
"zusammenfasst (wo 295 Species heraus’ kommen); j 
doch immer bleiben in den ‚Alpen die: Compo- 
sitae bei weiten zu: oberst, = 1:6,55 ... auch 
die Personatae, Leguminosae, Primulaceae, Gentia- 
..Meue, Campanulaceae ete. höher in der Reihe als 
‚in "Lappland; und weiter zurück als in Lappland 
bleiben: Örueiferae (etwas), Ericaceae,, Junceae, 
Saliöinae, Die Reihenfolge in allen Alpenregionen 


379 


E3 


von Glarus (älso_ ohne die montane Region) fällt 
nämlich so aus, wie ich sie hier (weil die Berech: 
mung derselben in der. Tabelle fehlt) folgen lasse: - 
Compositae.» == 1::6,,| Primulaceae . 1: 4, 
(näml. 77. unter 495 ' |Campanulaceae ) 1: 49, 
.. Specl Amenlaceae 1: 9, 


Graminene . . 1:15, | Ericinae „ 1:2.38. 
Cyperacene . ., 1:15. | Juncene _ | . 1: 58. 
Caryophylieae . 1:37,7\ 8alieinae .... 1: 62: 
Personatne . » 1:20,4| Rübiaceae 1:82. 
 Rosaceae „ '. . Ex21,;| Crassulaceae |--. 2: 82., 
Ranmeulaceae . 1:22,,| Violariae ‚1: 82: 
Leguminosae 2 „; 1:37,53, Liliaceae : 1» 82 


Dryadeae - .. 1:31. .| Borragineae 1:168. 
Umbelliferae.. .. 1:33. !Geraniacene .') 1:168. 
Labiatae Se. 1:35,53) Euphorbiaceae. 1:495.: 
Sazifragene | + 2:38: |. Gau Lappl. == 0). 


rn et 1:31: Auer ‚1:165. . - 


Gentianene: 4 .. 1:38, | Potamogeloneae: 0, =, - 
"Orchideae... )... 1:38..5- (in Lappk 1: 99): 

_ Biernach. weicht Lappland in- der Reihenfolge der 
neisten zeichsten Familien (Uyperaceae, Compositae, 
Amentäcene, Salicinae) und in der Armuth an.Cam- 
‚panulacede (auch Umbelliferae, Labiatae) weit mehr 
Fon unsern. mitieleuropäischen Floren (diese freilich 
weist. mif ‚Rinschluss von ’Gebirgen, nur Holland 
ganz. ohne’ solche, unter denen der Tabelle) ab, als 
‚die Alpen der: letzteren abweichen; während in 
den Alpen minder reiche Familien (Gentianeae, Pri- 
mulsceae) höher stehen, mehr von unseren Ebenen- 


Ö 





« ‚580° u ” i Fa: 


Floren äbweichend, Dagegen weichen die Alpen, 
‚im Webermaasse ‚der Compositae, ‚auch in Abnahme 
der Crueiferae, noch mehr von Lappland ab als sie. 
von den mittelenropäischen Ebenen sich entfernen. In 


den Erieinae halten die Alpen die Mitte zwischen, u 


beiden. ‚Asparageae.hat Lappland im. mitteleuropäi-. 
schen: Verhältnisse; ‘die Alpen keine, — Am ge: 
* näuesten stimmen Lappland und die Alpen im Reich. 
thume: an. Caryophylieae (1:17. und‘1:17,7), an 
Sozifrageae (Z; i% beiden) im Mangel an Euphor- 
biacene und in der. Einerleiheil so vieler alpinen 
Species. mit lappländischen überein. - In "manchen 
- niedrigen Familien (Cyperaceae und den in Alpel 
fehlenden Potamogetoneae ete.) weichen nach Lapp- 
land möhr Arte unserer Ebenenflora, als in die Alpen. 
"Endlich im -Ganzen 'macht das einen. "Hanpt- 
‚unterschied . zwischen Lappland, und. den Alpen, 
dass Lappland nur zweimal, die Alpen aber 'vier- 
"mal soviel Dicotyledonen haben als Monocotyjledo-. 
neh, daher die Alpen blühenderes ’und: ‚bimteres. An- 
sehen haben müssen. . Vgl: a: Heer in Fröb. und 
'Heer’s Mitth..a. d. Gebiete der theor. Erdk. 1.1. 
 Fände- gänzliche. Gleichheit der. Verhältnisse 
der. Familien‘ und ihrer Reilienfolge in allen Thei- 
lei eines pflanzengeographischen Reiches, z. DB: des 
mitteleuropäischen, statt, welche Gleichheit im Obi- 
Eu gen als.nicht vorhanden nachgewiesen ist; so- dürf- _ 
ten wir, statt zu ‚sagen: die'und die Familie Che 
"guminosae, Euphorbiaceae) nimmt gegen den Aequa- 
„tor zu, uns nur so aisdrücken : jene Familien. Ma- 


Pr 
S 


531 


chen in der südeuropäischen Flora (und in tropischen 
Fl) einen: grössern Theil aus, als bei uns;. und... 
vielleicht sollten wir auch so sprechen, weil die . 
Zunahme südwärts inuerhalb Mitteleuropa’s gerin- 
ger ist, als der nachherige grössere Sprung beim. 
 Eintritte in die südeuropäische Flora; -—. und wie 
uns bei dem Ausdrucke „die Sonne geht Auf” oder 
„unter” wohl gegenwärtig ist, wie es sich damit 
yerhalte, so sollen wir beim Sprechen von Zu- oder 
Abnahme einer Familie nach irgend. einer Richtung. 


eingedenk seyn, dass der Grund davon das bedeu- 


_tend veränderte Verhältniss in einem benachbarten : 


. phytogeographischenReiche („natürl, Flora” Griseb,) j 
“ist, während bei uns nur schwächere allmählige 
Hinneigung :, zu jenem stattfindet. So werden’ wir 
uns mis Dr. Grisebach’'s ‚Ansichten . am besten, 
und so viel als möglich. vereinigen. . 
Noch zu Linn»a a.'a. 0.8, 160:: Die Art E 
des Zusammengesellens verschiedener Pflanzen zia 
bestimmten „Pflanzenformationen” {Sieflens) [,, ‚pflan- 
zengeograph. Form.’ Grisch.] empfahl sehon früher 
Steffens der Beachtung ef. S6. "Bullet. ‘d. naturw.. 
a bot. Sect. d. schles. Gesellsch. £. vater. Kult., ins. 
« Ausserord. Beil. zu Nr. 193. der, Neuen Breslauer, 
, Zeitung 18373 ;. auch Watson achtet. darauf. 


1. Correspondenz. 

1. Meine diesjährigen Ferien widmete ich 
ausschliessend botanischen Exeursionen in meinem 
Vaterlande Krain. Ich bereiste das noch von Nie-, 


582. 
manden untersuchte Uskoken-Gebirge, ferner die 
heilige‘ Alpe bei Sager und den Kumberg in Unter- 
- krain,, wandte mich dann nach Oberkrain in die 
- Steiner und Kreuzer Alpen, sammelte auf letzteren, 
namentlich. anf dem. Berg Kervaoz den von Hrn. 
Hladnik allda, zuerst beobachteten. und ihm zu 
"Ehren von mir benannten Ribes Hladnikü in Frücgh- 
-ten;, widmete. sodann etliche Tage meiner Vater. 
stadt Idria und beschloss mit einem Besuch .deg 
“ -Nanas meine Ausflüge. Reiche Ausbeute und man- 
ches Neue für Krain’s Flora erfreute 'und- lohnte 
meine Bemühungen. Der deutschen Flora "habe ich 
-atich in diesem Jahre zwei neue Bürger zugeführt, 
nämlich den schon angeführten Rides Hladnikü und 
" Bupleurum'rigidum, welches letztere ieh schon 1836 
auf dem Nanas und bei Raunach  auf- dem Karst 
„. gesammelt hatte. Beide‘ wörden in der nächsten 
- Centurie des von Hrn, Hofrath Reichenbach be- 
sorgten Normal- Herbars ausgegeben. 
: Laibach. - Fre ye er. 
Be -Hübener sagt in seiner - Muscologie : „die 
Phascen - ‚gehören dem Flachlande an” Es fehlte 
"jedoch bisher nur an Botanikern, die, in den Alpen 
selbst wohnend, diesen winzigen Moosen nachspür- 
‚ten. Unterzeichneter fand das Phascum nitidum Ha, 
an Wegrändern .bei Kitzbühel, sowie durch das 
ganze SNalzburgische Pinzgau nicht selten, ebensa: 
Phascum serratum Schr. sowohl äuf Aeckern, als 
anf Sümpfmodererde- am Zeller See, am letzteren 
‚Standorte in giösserer'Statur und mit schmälern ° 


+ 


588 


Blättern, welches er Hrn. Prof. Un ger mittheilte, fer- 
ner das etwas seltnere Phascum euspidatum, jedoch 
nicht; in (der Form piliferum, und das noch seltnere' 

» Ph. patens in der kleinern Form. Am häufigsten 
kommt jedoch "Ph. palustre Br. an den Rändern. 
der durch die, Sümpfe Pinzgau’s gezogenen Kanäle 
und auf Aufwürfen von Sumpfwiesen- Gräben vor, 
. wo, es ganze Flecken in Gesellschaft von Tremato- 
don vulgaris überzieht; seltner erscheint an ähn- 
lichen Standorten Ph. alternifolium und noch seltner 
Ph. subulatum.. Ausser diesen fand er auf Acker- 
land bei Mittersill, jedoch nur in ein paar Exem- 
plaren, eine durch sehr lang zugespitzte, im trock- 
nen Zustande, spiralförmig eingekrümmte, Blätter, 
und eiförmige Kapsel von Ph. euspidatum sich aus-, 
'zeichnende Art, die er jedoch noeh näher beob- 


‚ achten will. Gewiss beherbergt Pinzgau, vorzüg-  - 


‘, ich in dessen tiefer gelegenem und wärmerem Kalk- 
gebiete, auch noch andere Arten. en 
, Diese sämmtlichen Phascen kommen jedoch 
‚nur in. der Region. des 'kultivirten Landes, vom 
Thale (2000°% bis 3500° vor und_sind schen -üher- _ 
3000 selten. Die Angabe von 4500° Seehöhe für 
das von Hornschuch bei Heiligenblut än Mauern 

gefundene Ph, curvicollum in Hübener’s Museo- 
Jogie dürfte um 500 Fuss zu hoch seyn, und über- 
diess steigt bekanntlich die Kultur auf der Südseite 
der Alpen höher hinauf als auf.der Nordseite. Dem- | 
nach wären die Phascen als der kultiyirten Region 
eigenthümlich zu bezeichnen. - 

. Nach diesen Bemerkungen wären die mehreren. 
irrigen Angaben über die im. Pinzgau vorkommen- 


den Phascen in Bruch und Schimper’s vortrefl- 


lieber Bryologia europea zu berichtigen, sowie, 
dass Zell'am See im SNalzburgischen und nicht in 
Tyrol liegt. : u 

Mittersill. Dr. Sauter: = 


584, : 
Be " 

U ME Literarische Notizen. . 
. Neueste Sehriften.. Bischoff, Handbuch der 
- botan. Terminologie und ‚Systemkunde. 2. Hälfte, 

- Abth. 3. Nürnb., Schrag. 4 2 Thl — Reichen- 
bach, :Naturg. d. Pflanzenreichs. Hft. 9. Leipzig, 

Franke. 4. x Thl, color. 3 Tbl, — L eighton, 
Flora ot Shropsbire. Part. 1. 8. 4 sh. — N.Lilja, 
"Skaones Flora. Lund. 8. 3 R: dr..— Wikström, 
. Aorsberättelse om Botaniska Arbeten och Üpptäckter. 
för Aor 1836. Stockh, & WR: dr — Corda, 
Icones fangorum hucusque sognitorum, Tem. II. Ab- 


- - bild. .d. Pilze u. -Schwämme. Bd. 2, mit S Tafeln, ° | 
Prag, Calve. Roy.Fol, 5,5 Thl. — Sturm, Deutschl. - ": 


Flora. Abih. 3. Die Pilze. Bearb. v. Rostkovius, 
-Bdeh. 17. Nürnb, tLpz. Hinrichs). 16: 3 Til 
— "Wikström’s bot. Jahresber. üb. 1835; übers, 
u. mit Zusätzen von Beilschmied. .Bresl., Max. - 
8. 5 Thl. — Petermann, das Pflanzenreich. L£. 2 
Lpz., Eisenach. 8. 2 Th — Dietrich, Flora uni- 
“ versalis IE. 6. 12. Jena, Schmid, fol. 4 Thl — 
Flora von Thüringen. Hit. 18, Jena,-Niederl, Bachh. 
16, 2 Thl. — Meigen, 'Dentschl. Flora Bd.2. H.3.. 
Essen, Bädeker. 8 & Thl-— Comte,. Cahiers 
ühisteire naturelle. 2de edit. Cah. 6. Botanique. 14 fr. 
— Analyse des plantes. vaseulaires du Lyonnais et 
du mont Pilate, Lyon. 18. — Lindley, Botanik 
für Damen. Mit 25 color. ithogr. Taf. Bonn, Henry, 
8.3 Thl. — Dickie, Flora Abredonensis., 12. 22 Sh. 
— Drejer, Flora exeursoria Hafniensis. "Kopen- 
hagen, Schubothe, :12. 12 Thi. — L. Reichen- 
bach,. Flora‘ germaniea exsiccata. .Phanerogamia. 
-  Centur. XV. Leipzig, Hofmeister. Fol. in 1Mappe. 
-:6 Th. — Berlese, Beschreibung und Kultur der 
: "Camellia. Quedlinburg, Basse. S. 3 Thl. — Non- 
. velle flore du P&oponnese :es des Cyclades, entiere- _ 
ment revne.eic. p. Chaubard pour les phandro- 
games, par Bory-de St, Vincent pour les eryp- 
 tegames, les agames etc. Bearb. Fol. (mit 42 Kpf) 


72 fr; ' 


Allgemeine 


b otanische Z eitung. 








Nro. 37. Regensburg, am 7. October 1838. 


Te Eon 








1. Original - Abhandlungen. 
Bemerkungen über die Frage: welche Autorität, soll 


den Galtungsnamen der Pflanzen beigegeben wer- 
den? - Von Dr. Pfe eiffer in Kassel, BR 


u 8 


Nachdem. die hier gestellte Frage yon Hrn. 
Prof. Mohl in einer in der Flora vom. 14: Nov..1836 


-mitgetheilten Inaugural : Dissertation aufs. Gründ- 


lichste erörtert und: beantwortet ist, "sollte man 
kaum denken...dass noch etwas Weiteres darüber : 
zu sagen. wäre. “Anech kann. es nicht meine" Ah- 
sicht seyn; die. Frage im Allgemeinen einer neuen 
Untersuchung zu unterwerfen, söndern ich möchte 


mir die Anwendung der festgestellten Grundsätze 


auf eine einzelne Pflanzenfamilie, .nämlich.:die der _ 
Caeteen, bei deren Bearbeitung sich. mir öfters . 
Zweifel über diesen. Punkt darheten, versnehen.... 

Zunächst stimme ich unbedingt: mit der Ansicht _ 
des Hen, Prof Mohl überein, dass die einer Gat- 


“ ‚tung beizufügende Autorität durchaus nicht auf den 


blossen Namen’ sich. beziehen darf, sondern nur 
dann einen praktischen Werth hat, wenn. dieselbe 


‘den Charakter der Gattung bestimmt bezeichnet; 


Es sollte. daher eigentlich keine Autorität angeführt _ 
Flora 1838. 37. - 00 


566 


werden, welche älter ist als unsere systematische 
Botanik, d. h. die auf feststehende Charaktere ge- 
gründete Eintheilung der Pflanzen in Klassen oder | 
Familien, Gattungen und Arten; und wenn gleich 
schon vor: ‚Linne einige Botaniker, 2 B. Tourne. 
fort, Miller, Boerhaave, Kollektirnamen für 
die Gattungen gebrauchten , und ‚die einzelnen Ar- 
“ten derselben durch kurze besehreibende Phrasen 
sonderten . — was auch Linne vor 1751 that, bis 
er in der ersten Ausgahe der Species. plantarum . 
.den Grundsatz einfübrte, ‘dass Trivialnamen -fest- 
gesatzt 'verden müssen — 's6. Inöchte:.ich..doch erst 
lesen, zuletzt. erwähnten Zeitpunkt . als ‚Ursprung . 
der. ‚systematischen Botänik ‚betrachten. - Darum 
seheint:es mir,. dass. bei’ allen von Linn« zuerst | 
wissenschaftlich zusammengestellten: Gattungen, vor- 
‚ansgesehzt, ‚dass dieselbeh noch jetzt mit :den von 
. Xbm ‚gegebenen Charakteren als Gafiwigen angenon- 
men werden, nur. seine Autorität. ‚angeführt werden 
müsse, und dass alle worlinneischen- Autoritäten 
hei: Anführung 'von ‚Gattungen zu verwerfen seyen, 
- „da. einerseits hei ‚einer einfachen Erwähnung einer 
Gattung; wo kein. anderer Zweck vorliegt, als die 
bestimmte Angabe, welche ‚allgemeine Charaktere 
* die Pflanzen besitzen sollen, von: ‚welchen ‚die Rede 
äst, die Hinweispng auf Linn. genügen. Muss,: An- 
dererseits bei einer wissenschaftlichen Züsammen- 
stellung, ‚durch Binzufügung der Synenymik und 
- Literatur ‚den ältern Schriftstellern’ die von der Pie- 
tät gebofene Anerkennung nicht vorenthalten wird. 


3 B 


3 


587 


Um nun der speciellern Untersuchung; welche _ 
ieh init für jetzt zun- Aufgabe gemacht habe, näher. 
zu kommen, ist ‘die Bemerkung‘ vorauszusehicken, 
‚dass die Anführung der Autorität bei den Gattungs- 

(freilich noch mehr bei den 'Trivial-) Namen. 'viel- 
leicht nirgends nothwendiger ist, als bei den Caeteen. 
Es herrschte bisher eine grosse Verworrenheit in 
der Nomenelatur und Synonymik dieser Familie, 
an. welcher iheilweise. Linne. selbst Schuld ist, : 

“indem- er von diesen Pflanzen. nur sehr ‘wenige 
selbst zu beobachten Gelegenheit hatte und auch 
"nicht ‚einmal an getrockneten Blumen eigene zu, 
gründlicherer Klassifieirung führende Untersuchun- 
gen and Beobachtungen. anstellen konnte, Es ist 
folglich ‚Alles, was er von ‚seiner Gatiung Cactus 
sagt, nur aus den kurzen Notizen der älteren Au- 
‚toren zusaämmengestellt, und so bildete er eine An- 

‚ zahl 'von Arten, die, soweit wir beurtheilen kön- ° 
nen, theilweise zusammenfallen,. theilweise gar nicht 
die Verwandtschaften "wit einander besifzen, die er 
bei ihnen ‘durch unmitielbares Nebeneinanderstellen 
.andeutet. - Er bildete nu,  theils nur nach. der äus- 
sern Stammform, theils den von seinen vorzüglich- 
sten Vorgängerh, Taurnefort und Miller-auf- 

“ gestellten Gattungsnamen folgend, Unterabtheilungen: , 
Eohinomelocacti,. Cerei und, ÖOpuntia, welche dann - 
später den. Gründ: zu Haworth’s Eintheilung. ia 

sieben Gattungen ‘Syn. p. 172.) legte. Durch Link 
und Otto, DeCandolle\und meine Beobachtan-, 

‚gen wurden diese Gattungen bis jetzt auf eilf ver-, 

Br ” Oo 2 


Le: 


* 


zB 


imehrt, und es scheint nieht unwiehtig, diese ein- 


, zeln aus dem Gesichtspunkte der Autoritätsfrage 


zu betrachten: Leider kommt aus den angegebenen 
‚Gründen die Linv’esche Autorität nur ‘noch in 
Beziehung auf die Synonymik in Betracht, da unter 
sämmtlichen von ihm beschriebenen Cacteen keine 


„einzige | Pflanze mehr den Namen führt, unter wel- 


"chem | sie:in seinen Schriften vorkommt, 
I. Mammillaria.- 

Hinsichtlich der. diesem Gattungsnamen «beizu-' . 
‚fügenden Antorität, kann kein Zweifel ' stattfinden, 
da das Wort nirgends. "vorkommt, bis Haworth 
die Linn&'sche Unterabtheilung: Eehinomelocacti 
nochmals -theilte, und einige derselben als bestimmte 
Gattung unter jenem Namen aufstellte, welcher offen- 
bar nach dem’ @rundsatze gebildet worden ist, bei 
‚notwendiger Trennung einer.Art von einer bisher 
vereinigten ‚Gattung "den bisherigen Trivialnamen 
zum Gättungsnamen zu. erheben, indem ‚hier Oackus 
mammillaris L. den nächsten Grund zur Trennung 
von der. Gattung Cactus lieferte. Zwar wurde Ha- 
wortb’s beschreibende Phrase schön von DeCan- 
dolle beträchtlich erweitert und modifieirt, aber 
. wir verbinden doch bis ‚auf den heutigen Tag mit 
dem Worte Mammillari« genau denselben Begriff, 
welchen Haworth, damit bezeichnete. - 

- U. Melocaetus, . 

- Tournefort war zwar der Erste, Awelcher i 
eine Charakteristik dieser Gattung, lieferte Ainstitut. 
B 658. jean dureli einen. Druckfehler. ist! die Inteini- 


589 


sche Ausgabe gerade von p.. 653. — . 657 falsch pa- 


ginirt) | und den Blüthenstand ‚eines Melocactus 


ci. 425.) "ziemlich zichtig, abbildete; er kann aber 


- dennoch nicht als Autorität für unsere Gattung be- .. 


trachfet ‚werden, da er, hauptsächlich Plumier 


nachfolgend, alle damals "bekannten cäctusartigen - 
Pflanzen mit vöhrenförmiger Blume unter dieser - _ 


Benennung zusammenfasste, und nur die Opuntien- 


als besondere Gattung davon. anschloss, da er auch 
ausdrücklich in der Charakteristik sagt: Fructus 
aufem in inultis speciebus in <apitulam quoddam 
elegans colligi solet. — Ihm folgte Miller, der 
jedoch in der ersten englischen Ausgabe des Gar- 


dener’s. dietionary (1731) ‚nur zwei Arten ‚beschrieb, 
und schon, hauptsächlich nach Boerhaave, die: 


Gattung Cereus davon sonderte. Linne nahm jene 
in seine. Unterabtheilung Echinomelocacti auf, wel- 


che dann wieder, wie oben erwähnt, von Haworth 


getrennt ‚wurde, Dieser, behielt für die nach Aus- 


scheidung sötrier Gattung Mammillaria übrig blei- 


benden Linndschen Echiniömelocacten den Gat- 


tungsnamen Cactus bei, und ‚führte. ‚Syn. p- 1733 


"sechs Arten: derselben an, welche aber bei genaue- 
funden wurden. . ‚Zum. "Theil aus diesem Grunde, 
hauptsächlich aber, um Verwechslungen zwischen 
der alten Linne@sehen und der neuen Haworth'- 
schen. Gattung Caclus. zu verhüten‘, gab DeCan- 
dolle der. letztern ‚den alten Namen ‚Melocastus 


wieder, und beschränkte sie auf de, aug einem . 


3 


Ei 


sw, 
eigenthümlichen Organe, dem Schopfe, blühenden 
Cacteen. Alle späteren, Autoren haben "diese Gat- 
4ung: Melocaclus Det: angenommen, nur dass auch 
hier, wie fast überall im Systeme der Caeteen, die 
Worte: exelusis speciebus, ihr Recht geltend ma- 
chen, weil sowohl damals, als auch noch jetzt, der 
Blüthenstand vieler Arten unbekannt. und darum 
unberücksichtigt blieb: 
IH. Diseocactus, E 

Eine neue Gattung; für welche ich ein Neues 

Wort bildete,- die daher nicht in Betrachtung kommt, 
IV ‚Eehinocnetus. 

Unter den ‘Arten der Gattung Cactus Haw. \ 
‚oder Melvcactus Det; befanden sich mehrere, wel- 
ehe durch ihren bekamıt gewordenen Blüthenstand 
za eine Trennung von dem übrigen deingend auf 
forderten, . und: da allmählig_ noch mehröre analoge 
Arten bekannt‘ geworden waren, so bildeten die 
Herren Bink und Otto für diese eine neue Gat- 
tung, welcher sie dei sehr bezeichneriden Namen 
Echinocactus gaben und sie dann in den Verhandl. 
'd. pr. 6. .B.V. Bad. IH, mit genauer Bestimmüng des 
Gattungscharakters publieirten. Zivear. wurde im 
Anfange die neue Gattung: hin und wieder iur als- 
Unterabtheiläng der folgenden betrachtet, indessen - 
ist sie- Jetzt‘ "mit" geringen Modificationen "und ‚Ex- 
weiterungen der Charäkteristik- allgemein angenom- 
men, und. däker die Autorität unzweifelhaft. 

oh V. Eereus. 
"Vieh 'sehwieriger ist die Entscheidung y der Frage, 


7) | 
welehe Antorität dieser bekannten und jetzt fest 
begrenzten Gattung zuzuweisen ‚sey. Soviel mir 
bekannt, ist das Wort zuerst yon Hermann, 
Boerhaave und Miller als Gattungsname ger 
"braucht worden; nach meinen oben entwickelten 
Ansichten aber können diese, da sie keinen bestimmt 
. abgeschlossenen Gattungseharakter damit verbanden, 
“als wissenschaftliche Begründer der jetzigen: Gat- 
tung Üereus nicht betrachtet werden, und ebenso 
wenig Linne, welcher ‘den Namen nur als Be: 
. zeichnung einer Unterabiheilung benutzte. Es scheint 
überhaupt, als ob von den ältern Botanikern sowohl . 
das Wort Cereus, als auch die Namen Melocactus 
"und Opuntia ziemlich willkührlich zur Bezeichnung 
der eaeiusartigen Pflanzen gebraucht seyen, wie 
denn z. B. Plumier sieh ohne Unterschied der 


beiden letzteren bei Pflanzen ‚bedient, die den gu- 


ten. Abbildungen nach offenbar zur. Gattung Cereus 
gehören. Der Erste, welcher die- Gattung Cereüs 
deutlich charäkterisirte, wenw aueh noch nicht ge- 
nügend.absehloss, war also’ Haworth, und: nur 


sen Name kann. als’ Autorität für die Gatiung gel- 


ten, welche wir jetzi so’ nennen. 
VI Epiphjlium.- 

Dieser Name hat mancherlei Schicksale erfah- 
ren, ehe er zur Bezeichnung einer bestimmt . ‚eha- 
vakterisirten und abgeschlossenen Gattung benutzt‘ 
wurde. Ev; wurde zuerst von Hermann für dis 
damals bekannten gefügelten Cacteen (wohl nur 
Phyllanthus) gebrauelil, ı und dem von H awort 


592 


wu 


&yn. pP: 197) als Gattungsname aufgestellt, Der’ 


Charakter dieser Gattung ist‘ aber nur nach dem 


= 


alle übrigen, theils von .andern Autoren, theils von 
Haw orth selbst in seiner ‘Gattung Epiphyltum 


" untergebrachten Arten. Aus diesem Grunde geschah 


es wohl, dass Link (Handb. z. Erk, d. Gew. II 
8.10.57 mit einiger Veränderung der Beschreibung 
statt : dieses Namens den Gattungsnamen. Phylio- 


. caclus aufstellte, welcher übrigens wenig Anklang ' 


“fand, um so, weniger, da sehr bald durch De Can- 


dolle . nachgewiesen wurde, dass 'die' Epiphylien 
mit. röhrenförmigem Kelche offenbar zü der Gat. 


tung ‚Cereus gehörten. “Es wurde, ‚daher. die Gat- 
u tung Epiphylium ganz verworfen . und. sämmtliche 
‚dahin. gerechnete Arten: zu.den Üereen . gezählt. 
Dass und warum dann wieder ein Theil dieser Ar- 


. tem ‚aus der Gruppe der Cerei‘ alati entfernt und 


zu der Gattung. Rhipsalis gerechnet wurde, ist 
wohl bekannt ‚genug, gehört auch nicht hierher; 


4 eine andere Trennung aber fand ich mich genöthigt 


E vorzunehmen hinsichtlich des. Epiph. truneatum Hau. 


Diese schöne Art kommt. in der Synopsis nock nicht ' 


vor, ‚würde aber im ‚Suppl. p- 85. der Gattung Epi- 
phyltum beigeordnet, obgleich ‚deren Char akter: 


; corolla supera polypetaloidea, rosacea, tubo longis- 


simg,, ‚fere, pedali ete, durchaus nicht darauf passt. 


Aber ‚auch die Diagnose . der Gattung Cereus, zu . 


welcher, diese Ärt. mit. den: übrigen Epipbylien zu 
verseizen ‚DeCandolle. kein: Bedenken trug, Hisst, 


einzigen Phylianthus. 'entworfen und passt nicht auf’ 


Zu "398 


sich auf jene Form. nicht anwenden, und so musste 
ich für das Epiph. truncatum nebst .der verwandten 
Art: Altensteinii in meiner Enum. p. 127. eine neue 
Gattung charakterisiren. Ich gab dieser den nun- 
mehr herrenlosen, mir sehr passend scheinenden 
Namen Epiphyllum wieder, mit welchem ich frei- 
', Jieh einen ganz andern Charakter verbinde, als 
Haworth, und insofern habe ich Unrecht gehabt, 
“bei. meiner Gattung Epiph. Haworth, wenn auch 
mit dem Zusatze: excl, spec. als Autorität anzu- 
führen. ‘Ist hingegen von der Autorität des Trivial- 
namens die Rede, so würde bei meinem Epiph: 
truncatum Haworth’s Autorität Keinem Bedenken .° 
unterliegen, wenn wir nur mit völliger Bestimmt- 
heit wüssien , welche von meinen beiden Arten er 
vor sich gehabt hat, was sich aus seiner Beschrei- 
bung “nieht bestimmen lässt. ' 
vH, Rlipsalis. j 
Obgleich Adanson wach DeCandolles 
"Angabe; ich kenne das Werk nicht }) diese Gattung 
schon gekannt und mit dem Namen Hariota bezeich- 
net hatte; ‚0 haben doch die späteren Antoren mit 
Haworth.allgemein den von@ärtner eingeführ- 
ten Rhipsalis angenommen, nur mit dem. sonder- 
. baren Unterschiede, dass Haworth dieses Wort 
als maseulinum, alle übrigen aber als foemininum 
gebrauchen. Bei Gärtner kommt nur der Trivial- 
name Cassyika vor, welcher nicht entscheiden kann, 
welches Geschlecht Gärtner selbst’ seinem Worte - 
beilegte; darun. hat_die Priorität hier keine Stimme, / . 


a 


11 


& 


sondern nur die Analogie des Wortes mit Oxalis ete, 


weiche. ‚alle weiblich gebraucht werden, 
wlan . VII. Lepismivin, 
Vergl. Discocastus. 
IX, Hariota. 
“Wie schoen erwähnt, bezeichnete Adanson 


mit diesen Namen die Gattmg Rhipsalis. Da die: 


ser ‚letztete Name: allgemein angenommen war, und 


 DeCandelle sich veranlasst sah, eine. Art davon 


. zu tremien und zur nenen Gattung zu erheben, so 


' wählte er für diese den alten Namen Hariota und 
veröah die Gattung. mit &iner riehtigen Charakieri- 


stik. Dieses ist. also: einer von den Fällen, "wo es 
vorzugsweise wichtig ist, die Gattungsautorität hin- 
zuzufügen, vwreil.man sonst nicht wüsste, ob Adan-. 


"gen’s alte, oder DeCandolles nene ‚Gattung 


gemeint sep. 
x Opuntsa. . 
Der Name Opuntia herbs kommt bekanntlich 


schon beiPlini iys (hist. natural. kb. XXr cap. XVIL). 


vor. Was er davon sagt, ist von-Theophrast 


‚hist. plant. Iib. L eap. XH. ) entlehnt, Dieser redet 


von einen in der Gogend von Opus wachsenden 


" Kräntlein (Fo@giev) von angenehmem Geschmacke, 


“ welches aus den Blättern Wurzeln herabsende, Aber 


auch abgesehen davon, dass man eine erwachsene 
Opuntia nicht wohl ein’ moagıov nennen - kann, dass 
die..Glieder derselben wohl nicht leicht als essbar 
betrachtet werden möchten und anch nar dann 


Wurzeln bilden; wenn sie von dem alten Stamie 


i 


595 


getrennt werden, ist es auch höchst wahrscheinlich, 

dass die jetzt‘ allerdings in Süditalien , Spanier 

und Griechenland häufigen Opuntien dort nicht 
einheimisch sind, sondern erst nach der Entdeckung 
von Amerika (vielleicht auch aus dem alten ver. 

Iormen Atlantis?) der Früchte wegen eingeführt‘. 
worden und in dem passenden Klima allmählig ver- 

- wildert sind. Was nun eigentlich die Alten mit 
dem Namen Opumtia‘ bezeichneten, wissen wir nicht; ,; 
ob vielleicht das Bryopkylium calyeinum, wie Einige 
vermuthet haben? Dack’daraufkommt es hier nicht 
an! . Die Botaniker strebten: stets'danach, die alteır 
klassischen: Nainen wieder herzustellen, und so be- 
nützten sie. ohrie genaue Kritik diesen 'vorgefinde- 
nen Namen, dessen Charaktere bei oberflächlicher 
Betrachtung. sieh. allenfalls auf: die platteliedrigen 
Cactusformeri amwenden liessen, für ihre neue Bat- 
tung. Auf ähnliche Weise benutzte Linie das, 
bei Theophrast sehon vorkommende Wort: Caetus, 
welches 'wolil sicher eirie artischockenärtige Pllanze 
bezeichnet, als Gattungsbezeichnung. Be Plu 

"mier (plant. amer, ed. Burm) finden wir inter 
dem Namen Opuntia sowohl Cereen als. Pereskien 
und Rhipsaliden. "Tournefort- brauchte dann 
Gnstiiut.-p. 239.) das Wort Öpunlia zuerst als Gat- 
tangsbezeichnung Em älternISinnel} und billeis 
die. Blüthe et. 123). get: ab = veird' auch - desshalb 
gewöhnlich als Autorität. angeführt. Er schloss 
aber die Gattung nochnieht. rein ab und gab dei 

‚Arten :noch keine "Trivialnamen , ‚welche. auch nöch- 


v 


in der .ersten Ausgabe von Miller fehlen. In der 
achten Ausgabe kommen diese vor; da mir aber 
die: übrigen unbekannt sind, so. weiss ich nicht, 
wann. ex dieselben zuerst ‚einführte. Doch dürfte 
. jedenfals ‚Miller.aus den mitgetheilten - Gründen 
als. der ‚eigentliche Autor ‚ipserer Gattufg Opuntia 
“zu, betrachten seyn. -. ‚ 

: XI "Poreskia, 

- Dieser Name ist in neuerer Zeit, wegen seiner . 
"Ableitung von dem Namen des berühmten Peire sk, 
von, ‚Einigen in Peireskia umgeändert worden; es 
scheint jedoch nothwendig,. hier der Priorität ‚zu 
‚tolgen, da Plumier, Miller, Dillen und Linne 
.' Pereskia- schrieben. :Die älteste „genauere Notiz 


"Yon einer hierher‘ gehörigen Pflanze wird ‚die. von - 
“ Plumier. (nev. pl.igen, 37.) seyn, wo.er sagt: 


Pereskia aculedia,- ‚Nore ‘albo, fruetu flaveseente, 
Alsdann kommt in der Ausgabe yon Burmann 
4b. 197. £.: 1) eine’ ‚Abbildung vor, mit der Bezeich-- 
nung; Opuntia arbör ‚spinosissima,. foliis- Portulaca 

eordatis, und mit Beziehung _ auf seine‘ früher er- 
wähnte ‘ Pereskia. ‘Nach diesen Notizen bildete 
Linne seinen Cactus portulacifolius und ©. Peres- 
kia, welche er in.der Unterabtheilung Opuntia ein- 


“srdnete. Miller gebrauchte dann endlich in den 
- nenssten ‚Ausgaben! (in: der. ersten kommt nichts. 


dawsn vor!) den Namen Pereskia als Gattungsnamen; 
doch war Haworth..der Erste, welcher (Syn. 
p- 197.) die Gattung genauer charakterisirte, und 


‚ihr ihren Platz im Systeme’ anivies. 


‚des Paradieses erklärt wird. - Bee 


. 2 597 


Zuia Schlusse bemerke ich’rioch, dass die Näch- 
forschungen über die Identität der’ alten klassischen \ 
Namen mit den neuen ein eben so interessantes als 
schwieriges Studium ist, und ich erwähne noch 
des mir dabei aufgefallenen Umstandes, dass. durch 
ein sonderbares Zusammentreffen beiTheophrast 
in demselben. Kapitel mit der Opuntia auch eine 
Ficus india vorkommt, welche aber, wie auch die 
weitere Beschreibung in lib. IV.. cap. V. beweist, 


. durchaus keine Verwandtsehäft weder mit jener, noch 


mit unserer Opuntia hat und vom.den Commentar 
toren nieht obne Witz für den verbotenen Bauin 
I. Botanische: Notizen. Pe 

Hr, Prof. Tre viranus hat in Nr. 10. d; Zischr. 

v. d. L. meinen Vortrag über die Beobachtung des 
Hrn. Niedermayer an.der Rinde der Ulme (Nr. 17. 
d. Ztschr. v. v. 3.) seiner Beachtung würdig &ehal- 
ten, und uns seine Ansichten über die vermuthliche 
Entstehung jener Erscheinung mitgetheilt, Bevor 
ich mir erlaube, über einige derselben meine Be: 
denklichkeiten zu äussern, muss ich die: Beobach- 
tung. selbst, durch 'einige' später gemachte ergänzen. 
* Auf der. hiesigen Schiessstätte hatten Knaben 
bei der Verfolgung eines Eichhörnchens den etwa 
20--23.F. von. der Erde entfernten morschen Ober- 


. theil einer abgekappten Linde, als ich eben vorbei- 


ging, heruntergebrochen. Wie es fast immer bei 
neuen Beobachtungen geschieht: ich wollte sehen, 
ob nicht auch diese Holzart ähnliche Erscheinungen _ 


un 


398. BE ee 


danbiete‘ Und ‚wirklich war'es der Fall; zwar 
genau dieselbe in jeder Hinsicht, ‘nur im mindern 
Grade; d. i, die Rinde: war nicht se «tief:in die, 
Holzmasse eingedrungen. ‚Ich. gerieth. dadurch auf 
den Verdacht, dass vielleicht. mehreren dickrindigen 
" Laubhölzern dieselbe eigen „seyu köntite,. und fand 
„SIR. wirklich ‚an Gemeinschaft mit Hen. Nieder. 
‚dayer bei der "Eiche" — freilich" une "im Brenn- 
hole vom. Holzmarkte, ' Be 
"+ Durch alle diese‘ Beobachtungen, nd ‚vorzüg. 
ok duseh ' jene an der Ulme,: ist freilichnoch nicht 
dargöthan, dass «die problematische Verbildung der 
Rinde und dann auch des Holzes nicht durch äus- 
sere, wenn. auch eben. nicht‘ muthwillige Verletzung 
mid: ‘Gewaltthätigkeit entstanden '&ey. "Auch ich 
habe sie unter den veranlassenden Ursachen ange: 
führt.. Allein eine andere, noch.nicht gelöste Frage 
dürite seyn: Von’ welcher Art war ‚die.Verletzung, 
dass sie’ gerade diese eönstante Missbildang und 
50 .häufig-und in so hohen Abständen vom: Boden 
hervorbringen konnte: oder vielmehr musste? Alle 
bekansiten Verletzungen. der Rinde in Verbindung 





. mit dem Holze bringen doch keine; auch nur. von 


Ferne ähnliche Gebilde hervor. Die. glatte Fläche 
der Binde und des anliegenden Holzes dünkt mich 
kaum etwas zu beweisen. Es kann ebenso leicht, 
‚das Eirgebniss des‘ natürlichen Wachsthums-Prozes- 
ses seyw, wie wir ihn immer, selbst in Masern, an 
gestörtem "und ungestörtem Verlaufe’ desselben sehen. 
Wollte man’ einen“Druck mit. einein stumpf zuge- 





599 


Apitzten Werkzeuge, worauf die standhafte: Üostalt. 
der Gebilde zu. deuten. seheint ,' als Veranlassung > 
annehmen, so trefen äusser imehrern andern Schwie: 
vigkeiten ‚die schon erwähnten: Umstände: (Meüge; 
Höhe u. s:iw.) einer solchen ‘Annahme ‚gerader 
entgegen. Aber auch dann, wenn man’ sie:einem 
knankhaften: Vegetations - Zustande 'beimessen‘ Wi, 
sehen ‘wir nicht klarer.- ‘Welcher ist dieser "Zu- 
stand ?.. Woher hat er seinen‘ Ursprung? Nur 
fortgesetzte Beobachtungen. köhnen und werden” uns 
aus diesem Babyrlüthe führen,’ und um diese: er 
suche. i&h .die.N. aturforscher, 

Rn ‚Folgende: Zugabe” istimif, dem Vorkieigehenden 
zu innig verwandt, dass ‚ich fürchten’ dürfte, "sie. 
hier am“ ungeeigneten Platze anzubringen. - “Wäh- 
rend nieines leiztew Aufenthalts in Amberg Gunge- 
fähr zwischen -18%2 ünd’1827) verderrten zwei 
oder drei Jahre hintereinander, in einem übrigens’ 
gesunden Föhrendickicht von 1%: bis 15j jährigem 
Alter -alljährlich, hie und da zerstreut‘; mehrere 
hundert Stämmehen; man beschuldigte dessen eine- 
bisher unbekannte Art‘ von Waldmänsen, ‚welche 
sieh zu dieser Zeit in grosser Anzahl dort authiel- 
“ten. Eine Maus zu Gesicht zu bekommen, gelang: 
mir nicht;  dägegen brachte mir der kön. Revier- . 
försier äinige zwanzig 12 bis 15 Zoll lange Stock- 
enden der theils sehon verdorrien, theils noch grü- 
nenden Stämmchen,_welche insgesammt unweit vom 
Boden. 13 bis 3 Zoll; wie sie nun vor inir lagen, 
entweder ganz oder ‚bis auf. einen oder ein paar .. 





4 


600°. nn Er 


schmale Verbindungsstreifen entrindet waren. "Deut- 
lich zeigte sich an, der Rinde und: am Holze, dass 
die-‚Verwundang von Nagethieren ' :berrühre, Bei 
weitem: diö.- meisten, selbst die ganz entrindeten, 
waren an :der. obein’ und untern Stelle der Ver. 
wandung: nicht nor vernarbt, sondern auch theil. 
„weise. mehr: oder weniger von feischer ‘Rinde. be- 
deekt. Dass diese am’ obern Theile vielfältig: wel- 
"ter als am untern fortgeschritten war, könnte auch 
„ darin, liegen, dass die Verwundung- von oben be- 
gann--und ‚nach abwärts fortgesetzt wurde. - Die‘ 
. Vernarbung an ganz ‚entrindeten ‚Stämmehen hat 
_ wahrscheinlich ihren Grund in dem Umstande," dass 
‚der ‚Verbindungsstreifen erst: später weggemacht 
‚ward, 0... 0, j 
‚Regensburg. er Y. Voith, 
En Literarische Notizen. 
. Journafistik.‘ % Froriep, neue Notizen aus 
"dem: Gebiete der Natur- und Heilkunde, 5:.Band: 
 Schwann, über die Analogie in der: Steustur 
, and dem- Wachsthume ‚der Thiere ‘und Pflanzen, 
8833 — Ad. Brongniart, „Betrachtungen über 
die Natur ‚der Vegetabilien, welehe" die Oberfläche 
- der Erde in ihren verschiedenen Bildungsepochen. 
bedeckt haben, 8. 113. - Boussingauült, über 
-die Entstehung des Stickstoffes in den Pllanzen, 
8.161. — Schwann, Fortsetzung der Untersuchun- 
gen über die Uebereinstimmung in der. Structar der 
Thiere ünd Pflanzen, 8.:225. — Miquel, über 
- das Sargasso ‘oder das schwimmende Meergras, 8.259. 





5 


v 











e) 
2 


r 


| Allg emeine u 


botanische Z eitung. 


ae 








Nro, 38. Regensburg, am 14. October 1838. 


2: 











L. Original - - Abhandlungen. 


-Diagnoses generum specierumgue novarum in Abyssi- 
ia a cl. Rusreeıı detectarum. Anuctore Dr. 
6. Fresenius, Professore Francofartensi, 


Novi faseiculi annaliuni nomine: Musei Sen- “ 


ckenbergiani prodeuntium,, in quibus florula, Abys- 


POSTER 


sinie specimen botanicorum oculis sübjicere i incepi,, 


publieatione preeter exspectationem' prolata, ne ante 
hos sex vel septem annos detecta, at nondam divul- 
gata, deleantur quasi vel superflua reddaniur com- 


“munieatione peregrinatorum. serins Africam pera- 


:grantium, consilium cepi.noya genera ei‘ species AM; 
manuscriptis meis fusius deseripta - breviter. heie 


enumerandi eorumgne diagnoses pabliei juris. faciendi.- 


De familiis a me non satis hnensque expleratis brevi 
tantum et quoad numerum.. specierum a ei: Rüp- 
pell lectarım- faciam mentionem. | 

Polygonem. . ::: 


Polygonum macrocheton Fresen. p. foliis lani- 


. ceolatis v. oyato-lanteolatis acuminatis euneata basi 


in petiolum breyem attenuatis margine eiliatis, supra 


‚macula lata semilunari notatis, subtus glanduloso- 


punefatis, ochreis ‚cylindrieis hirsutiasonlis truncatis 
Flora 1838. ‚38. .  Pp 


Sn 


. 
“ er. 


K | ee 
ur Er EEE N 
- longe ciliatis internodii dimidium squantibus, förali. 
"bus infundibuliformibus ‚cihatis, spieis linearibus 
elongatis subeonfertifloris, Hloribus heptandris di-aut 
trigynis, nueulis lentienlaribus. aut triquetvis. , 

Ä Polyg. Persicaria affıni differt forma folio-. 
"rum, ochreis majoribus longius eiliatis, - -spieis lon- 
‚gioribus, floribus. majoribus ete.- . Conf. deseript, 
proxime.edend.  . ; ' 

Polyganum: nepalense Meisn. 

 Polygonum avioulare Lian. et alia species p. 
avieulari aflınis. “ 

. Rumex alismefolius. Fresen.; B.-foliis oblongo- 
Ianceolatis v.. lanceolatis. integerrimis! trinervibus 
apiculatis petiolatis. glansis, Noribus panienlatis ple- 
‚xumgue monoieis, .Ideiniis perigonii: tem, internis 
„ ‚örbieularibus. basi, profunde. eordata call squamm- 
-formi: instäuetis ,; eiternis reflexis., Sea 

Be hae speeie.,: R. ner voso "Vahl. ut videtur 
‚prapingna. ‚vid.. observat. meas proxime edend.; net 
‚ach de specie «e'ssetione Lapathorum ' "valvulis un- 
‚einate-dentatis. an ! El 
Ze on Nyetagince. 

: Barkavia. spec;d BEHEeE 

». Santalaeew. 

Fusanus. dlternifolius R. Br? 

a Thymelaew. 

„Lasiosiph Eresen. gen.:noy, Klores hermapbro- 
ditz Perigonium soloratum infundibaliforme tubo 
- hasi ventrieoso, .limha guinquefide. - Faueis squa- 
anyloe petaloiden 3, eum limbi_laciniis- alternantes. 


wie 


4 


FE E =. 608 
: Stamina 10, biseriata, 5 fauei inserta Hmbi laciniis 
opposita subexserta, 5 alierna: ‚intra tubum inelusa, 
Stylus Jateralis filiformis, Stigma capitatuın.  Ova- 
rium uniloeulare, uniovulatum, ovulo lateri styligere 
prope apieem affızo, Fructos .'. . 

L. glaueus, Ärutex eirca 10- ‚pedalis, e montibus® 
ab urbe Gondar septentrionem. versus sitis; koliis 
sparsis laneeolatis glaueis,: Hloribus in capitula in-. 
voluerata congestis, extus hirsutis, 'perigoni tubo 
basi ventricoso hirsutissimo. — Congener videtur. 
Passerine: ‚involuerata, planta sapensis e eölleetione 
Zeyheri. „2.2... R | 


a 





: .. \ Proteacem. 

Protea. abyssüi lica Wild. 
„Rontaginoe. \ 

Plüntago spec. 3 \ 

oo Phimbagineg. 
Plumbago spec. 2. inter 'quas, P. erlandulasa.R.. 

‚Brown in Salt. ke. . , Stalice spee. L 
Lobeliacee. . 


Eihynohopetahum, Fresen. gen. nov. Calyx+tabo 
» obeonieo-, campanulato cum avario cohnate, limbi guin- 
quepartiti laeinüis: foljaeeis lineari- lanceolatis suhu- 
latis, Corolla summo calyeis tubo inserta, tubo su- 
perne fisso apiee acuminato incnrvo integro,  limbo 
seilieet quinqueßde nullo, idengue* petalum : unicum 
eanalieulatum rostriforme mentiens. Stamina 5, cum 
eorolla inserta, filamenta inferne libera et antherz, 
quarum die inferiores apige longe barbate,-in in- 
bum kiberum. eonnatze. Pallinis. granula sphrerien, 


ap 


2 


®. - .. Ericee, 


Övarium inferum, biloeulare, placentis dissepimento 
‘ utringue  adnatis; ovula plurima . . . Stylus füi- 
. formis inelusus, "Stigma’ bilobum , pilis ‚einetum. 
Fructus‘...o - u 
Rh. montanum; planta palmzxformis, trunco strieto 
ultra orgyali, comam foliorum - racemösque longe- 
bracteatos ‘extollente, in provincia Simen‘ in altitu- 
dine il 12.000° grescit. 
Cumpanulasen. 
 Campanula spee. 1: EEE 
Erica acrophya Fresen. - BE. foliis ternis Tinenei- 
attenuatis obfusiuseulis supra planis nervo promi- 
nulo 'notatis, subtus converiuseulis linea.tenui longi- 
u tadinali Jeviter. sulcatis, cum, petiolis brevissimis 
‚margine. glanduloso- scabriusculis, fleribus in apice 
“ yamulorum congestis breviter pedunculatis, bracteis 
Binis sub flore lanceolatis ciliatis,, calyce quadrifido 
- dimidium fere corölle »quante, laciniis ovatis acı- 
tis apice carinatis margine ‚eiliolatis, corellis breyi- 
"bus eampanulatis. glabris, laeiniis ovato-rotundatis 
ohtusis, antkeris' inelusis subgloboso- oyatis . apice 
foramine oyali hiantibus appendiculatis, appendiculi is 
"suhnlatis, stylis filiformibus ‚exsertis.. j 
Caulis 12- -pedalis‘ ramis "fusco - einereis „pilis., 
‚plumosis obsessis. Differt ab E. arborea , ni afl- 
nis, suleo in- pagina inferiore foliorum 'minus pro- 
fundo, foliorum indumento, petiolis latioribus, ealyce 
eorolla dimidio fere, nee friplo breviere, bracieis 
binis ‚Nori magis approximatis, ita. ut ‚pedimcalus 


KEue ER EEE Su 


vix in! ‚adspeetum veniat,. denique  antheris. ovato- 
subglobasis nee oblongis,. appendicnlis setaceis nec 
Iatiaserlis eiliätis. 
:  Sapotew. 
- Mimusops Kuminel Bruce. It. ed, 3, vol.“VIL 
p. 357. tab. 54. Arbor magna fruetu eduli. 


0.  Hyrsinew. 
Myrsine africana L. 
” ‚ Primnlacee.. 


'Spec. 3. inter quas, Anagallis arvensis Ceoerulea) 

et Samolus. Valerandi. 
- Scrophularine. ae 

 Spec, 16., inter quas Linarie 3. (L. hastala 
R. Brown in Salt: It. E:. propingua R. ‚Br.), Ve- 
rowic® 5, Verbasch 2, Celsie 1, Buddlem 2. Ac-. 
. eedit 1 Antirrhinea glanduloso-pilosa, habitu Zinari ie 
minor similis, 'at_genere diversa, corolla enim ecal- 
“earata, ‚fauce, aperta, et ‚capsulie valvis.4 dehiscentes. - 


Celsia. interrupta Fresen. U. foliis caulinis in-, 


. terrupte - pinnatis basi_ aurieulata amplexieaulibus, 
peduneulis bracteas lanceolato- suhulatas superanti- - 
.bus,. laeiniis calyeis lanoeolatis ‚inneronatis. änte- 
“gerrimis. . - “ " , 

‚Plauta simensis, Augusto s y. Sept. florens leeta 
et enm capsulis paene- maturis. Folia caulina inter- 
vopte-pinnata, lobo terminali ‚elongato, kaciniis lan- 
eeolatis serratis, superiora pinnatifida , omnia basi 
„lata auriculata amplexicaulia. . 

Buddlca polystachya. Fresen. B. acuminata- ®. 
Brown in Salt. It. (nomen mutandum erat ob B. 


eo 


‘ Zapania et: 


Acuminatam Poir. prius nominatam).: B. ramis tetra- 
gonis tomentosis, Tollis lanceolatis serratis acumina- 
tis subtus ochraceo-tomentösis reti nervorum äna- 
"stomosantiitn prominente Yumulorum subintegris lan- 
"eeolato »euspidätis, Spiels nümerosis in Aapice ramo- 


zum panieulatis, tubo eorollas calyce sesquilongiore, 


Arborescens. Folia sub lente supra stellato- 
pubescentia, subtus stellato:tomentosa, breviter petio- 
lata, majora ad 5% longa et 15“ lata. Spiem 4 — 6 


# 


j Long, 7 10% Tate, pseudovertieillis densis, foliis 


‘Horalibus lanceolato-cuspidatis. subulatisque suffultis. 


- Covolla, ut calys, @ extus stellato-tomentosa, tubo 2 
- longo.. Stigma capitatum. 


Budäten rufa Presen. B. ramis obsolete-tetragonis 


“: ‚toimentosis, folüis ovatis et ovato-lanceolatis acumina- 
is serwatis basi integerrimis, Supra pübescentia brevi 
"stellata, subtus tomentosis rufo-ferrügineis, reti ner- 
"yora Ahastormosantiuie parum prominulo, spieis 

“ panteuläkis, ‚psendoverticillis subremotis, tubo, corolle 


talyee Yix diplo Tongiore. a 

‚ Spies 2-6” long, 6-8 late; prendovr 
teil? mins densi - ac in specie precedente, pre- 
sertim basin versus spicam Sie. dietam interruptam 
£örmantes. Stigma eapitatum. - 

Selaginew. 
_ Hobenstreitin, spec. 1. 
0°, Verbenucew. \ 
‚Spee. 10.. Verbene plares. Stachytarpleta, 


Nuxia congesta R, Brown in ‚Salt. Kt... Flores 


B . - 


Bee 


numerosi in "eyma ‚densa, panienlieformi. Nalyeis 


"tmbus,esfus glutinosus, intus.seridens. Coroller laci- 


niae veflexae, späthulato - länteolatze, sub "apie& intus 
zibbe, e eitus subsericee; aux villo clausa. Geni- 
talia longe exserta, 


3 


Myoporine: Zr 


Avicennia alba Blum, ‚Geamduni euD ecais ne 


in Ann, des Sciences nat. pait. bot: 1835, T, IV. 
z. 79) Räck Abyssin. — Ab Avicennia tomentosa 
(plantam. Martinicensem e colleet. Sieber. ante 
veulos habeo) s) pluribus numeris. differre hae planta 
videtur; filämenta enim hostrxs mülto breviora, fauci 
inter laeinias, nee tubo insertä, lacinize, "korellse in- 


ins glabrze, extus tomentosie märgine glabro. Bracter , 
et eälyeis‘ Jäeiniee margine mibinbrahndeis eiliakze, 


‘obtusiores ac in A. tomenbosa. Folia süpta Hitöndie, 


subtus albo- 'iomentosa, 


Bignoniacee. : 


Bignonia lanata R. ‚Brom. B. follis impari- .. 


pinnatis trijagis, ‚foliolis oblongis acutis subsessilibus 


integerrimis eoriaceis, subtus albo-tomentosis, ramis. 


panieule ealyeibusque. Ianato- tomentosis. 


Arbor medie magnitndinis. ; „A B. discoloni, 
eni. aflınis, differt foliolis subsessilibus epriaceis ru- . 


gosis ,. panicule, pedunenlis "oalyeibusque lanatis.” 
R. Brown in dit, 0 w “. 
Labinte. 


Species e generibus Ocymum, Leucas , Lisio- 


eoris, Salvia, Mierormerie; Nepeta, Leondlis, wis, 


B 


607 


608 


a dl. Bentham i in “opere suo egregio jan enume-. 
rate; pluribus. exceptis, inter. quas: 

‚Pyenostachys abyssinica Fresen.: Fol, ‚Ovala; 

 deuminata, petiolata , ‚grosse -serrata; ; pubeseentia, 
hasi subeuneata integerrima. ‚Calyx - glanduloso- 
. ‚pilosus, post anthesin, valde anctus, I0- costatus, 
.neryis. 5 primariis eum. 5 intermediis, apice intra 
marginem tubi dichotomis, in dentes 5. elongatos 
subulato -spinosos subzoquales exenntibus. Antherw 
in sicco coeruleme. 
Borragine@. : 

Inter plures. etiam 4 spec. leet® sunt ‚a Rob, 
Brown in ‚Salt, It. -jam enumeratie, nempe An- 
chusa, affnis R. Br., -Cordia abyssinica,  Helioiro- 
pium gracile R. Br., et ‚Ehretia, abyssinica R. Br. 

dleliis- elliptico - ‚oblongis acuminatis v. obtusis emar- 
ginatis integerrimis - glabris prster anillas. venarum 
subtus pilosas, panicula terminali pilis sparsis oh- 
sessa, laciniis calyeis ‚iliolatis). 

j (Continuabitur hoci ipso, vel alio ioco.) 

2. Beitrag zur Pflanzen - Geographie ‚der Nieder- 
"Tausitz, mit Rücksicht auf benachbarte und an- 
dere Provinzen; von L. Röbenhorat, Apothe- 
ker in Lnekau. 

“Vor einigen Jahren ‚habe' ich. eine specielle 
Uebersicht des botanischen Gehaltes der Nieder-' 
lausitz in der Linnza. mitgetheilt. Meine Forschun- 
‚gen haben, w as die Phanerogamen betrifft, seitdem 
nichts Wesentliches ergeben. In der Kryptogamie 

aben“ die Pilze, Algen nnd Lichenen bedeutend 


vo. 







EEE - 60 


an Zahl gewonnen, Speciell werde ich hier“ kei-- 


nen. Nachweis liefern, sondern nur allein die phyto- 


graphischen Verhältnisse vergleichend mittheilen. 


Bei einer diessartigen Betrachtung ‚möchte es wohl 


nicht überflüssig seyu, zuvor über. die klimatologi- . 
schen und "geognostischen Verhältnisse zu referi- . 
ven. Allein hierüber sind unsere eigenen Erfah- 


rungen noch so sehr beschränkt, dass sie in gar 
keinen Betracht kommen können. Diessartige Beob- 
achtungen - von, Anderh, deren mir einige gütigst 
mitgetheilt wurden, wagte ich nicht zu benutzen. 


Unsichere Beobachtungen schaden. der’ Wissenschaft u 


mehr als. gar ‚keine. - ; 
Die Niederlausitz liegt unter dem 31° uud 32° 
0.L., und zwischen dem 51° 25 und 52° 1F N. ‚Br. 
" Das Areal beträgt 134,28 D] Meilen, und zwar 
habe ichhierher gerechnet die Kreise Guben, Luckau, 
Lübben, Kalau, Kotbus, Sorau und Spremberg; 
habe mich jedoch dureh politische | Grenzen. nicht . 
‚gebunden. und-bin an, einigen Pünkten. über diese 
Grenzen hinausgegangen; 2. B. habe ich die ganze’ 


Rochauer- und Kemlitzer Häide, einen ‚grossen " 


Theil der Krausniker - und Wasserburger - -Forste 
mitgerechnet; habez. B. bei Sorau. nur einen Theil 


des Kreises hineingezogen, ‚je nachdem. es “in Be- 


ziehung auf die Vegetation. mir zweckmässig schien. 


Im Allgemeinen hat diese Provinz ein mildes, - 
‚gesundes Klima.) Die Luft ist meist rein, nur 


*) Nach sechsjährigen Beobachtungen beträgt die mittlere. 
Jährliche, Temperatur 72,9 80,4 PR 


& 


} 


n 


610 


‚da, wo grosse feuchte Niederungen, wie zB. die 
" der Spree u „‚sind, ist :die- Atmosphäre: nameit. 
lich im, ‚Frühjahre mit Stoffen und Dünsten erfüäht, 
die für die’ Gesundheit nachtheilig sind, Krank- 


=. heiten: (lieber) nähren; ohne dass jedoch dieser 


 Ätmosphär en- Zustand nachtheilig auf ‚die. Vegetation 
\ einwirken. sollte. = . 

Geognostisch- unterscheidet sich. ansere » Provinz 
. vom gänzen Flachlände nicht. Wie die ganze süd- 
baltische Ebene: besteht auch sie, &0 weit. meine _ 
‚geringen, Forschungen reichen, aus aufgeschwenm- j 
ten. ud einigen abgesetzien Lagern. 

Die Gesammtzahl der bis jetzt. in. diesem Be. 
‚reiche 'aufgefündenen. Pflanzen betr. ‚äst 2739. Hier-, 
on gehören. 1129 den.L. Phanerogamen' an, und 
yon diesen 118 der Kultur (ökonomische ° nnd Kü- 

‚chöngewächse), so dass wir. also ar 1011 als zur 
‚Flora geliörende zählen können. Von diesen gehö- 


- ven 2341 den Endogenen und 770 den Exogenen an, 


Es verhalten sich Tolglich erstere -zu letzteren wie 
-41:3.19, und zu den. kämmtlichen Phaherogamen wie 
'1:4,19. Die Zahl.der Kryptogamen, ‚wenn wir die 
"Summe der Plianerögamen abziehen, ist "1610. 
"Bas Verhältiiss der Phänetogamen zu den Krypto- 
‚gamien ist sonach = 111,59... (Wir können jedoch 
- die Kryptogämen noch nicht als abgeschlossen be- 
trachfeni.). Die Zahlen der "einzelnen Hauptabthei- 
‚lungen der Kıyptogamen sind folgende: 
« . Farne wit 35. Arten; Verhältniss zu sämmtlichen 


* "Kryptogamen — 1:46 und.zur ganzen Flora 1:75,4. 


ü 


“, „ , : . 611 


" Eaubmöose mit 174 Arten == == 1: 935; zur dan 
zen Flora 1:15,45. . 
. Leberimoose mit 52 Arten — 1:30 ‚26 und zur E 

ganzen Flora = 1:52,6% 
‚Algen mit 44 Arten %). =. 1; 36,59 und zur 
ganzen Flora. —=.1:62,25. 
Lichenen mit ie7 Arten == 1:12,59 und sur 
ganzen Flora = 1:31, 56. 3 
Pilze mit 1175 Arten = = = 1:1 ‚36 und zur 
ganzen Flora 1:2,38. . 
Die Phanerogamen. wollen. wir in folgender Ta- 


. ‚belle übersichtlich zusammenstellen: 


Arithmelisches _ 
„ Artenz zahl Verhältmiss 
1: 77,76 


ar men der Familien 


> SE 


Poiamogetoneen re 23. 


Aroideen: 2 2... 6 I: 168,5 
Typhoideen.. 2. 3. 1:505,5 
Älismaceen .» .....6 1: 168,5 
Hydrocharideen . . . .4 


12,75. 


Gramineen : 2 2... 80 1: 198,68, 


EEE 


‚ Oyperoideen  . . 68. 1: 1555 
hideen... 2 2.20.20 % 1:505,5. 
Nareissen .... 2.8 1.: 337, 
Junoeen . 2... 3 1: 45,95 
Sarmentäceen PER 1:2. 

“ Coronarien . u. 2.2. 138 1: 7776 
Orchideen . 2... 17 1: 59,47 


i 





*) Ob alle cousiante Species sind, mag ich ‚nicht unfer-. 
"scheiden; es sind aber so ‘viel verschiedene Forraen. 
#*) Kann auch wohl’nur als appreximaliv gelten. , 


Fa 


cr 


-.Numen der Familien  Artenzahl 


“-Geratöphglleen. - . .. 3 


Santelaceen '. 


Stroblläceen -< 
Thymeleaoeen . 


Amenlaceen.: » 
Urtieaceen . . 
 Arislolochieen . 


2 .  Plumbagineen . '. 


Caprifoliaceen : 


: Rubiaceen .. . 
“ . Synanthereen . . 


Cueurbitaceen . 


* 


Be 


‚Cnmpanulaceen _ 
„ev. Kabialen. .. 
Asperifoliaceen 
on. Convoleulaceen’ 
Polygalaceen . 
Personüten . » 
"Solänneeen: .. = 
Piontagineen . 
Iysimachiaceen 
Ericaceen .: . 
Asclepiadeen. .: 
EConterten » .. 

Sapolaceen . . . 
Umbelliferen . 
’ Rhamneen . . 
Hederaseen . 


+ 


. 


. 


3 
4 


Ariihmetisches 
Verhältniss 
1: 3837. 

1: 357. 
1: 259,75 
1:1911. 
1: 33,7 

1: WI 
1: 505,5 
1:1011. 
1:..45,05 

‚1: 39,47 
1: 10,21 
1: 337. 

1: 1011 ° 
i: 21,9 
2 5321 


1 
ı 

1 

1 

i » 
1:02 
1: 843. 
1 

i 

i 

1 
1 


613 


4: 


Namen der Familien Artensanı atmen 
Papilionaceen. .» . .» 50 —= 1: 20, 
Cornieulaten ,... 1 == :1- 91,9% 
Riemen »... 5b 1:2%22 
Portulaceen a. 1: 98,08: 
Aizoiden . .... 19m 1:.5321 
Rosacen , =: ...833 = 1: 26,60 
Haloragen . . ..: 3 == 1: 397. 
Onagreen . . 2...» B = 1: 7% 
Igtirarin . .. 2.5 = 1: 32 
Amygdalen .. -. 6 = 1: 1685 
Telradynamen ee 1: 3159 
Papaveracen, ... 9 .1: 119,33 
WVolscen . » -s. Sm 1: 1926,57 
Cistmeen. ...... 6m. 1: 1685 
"Ranwieulaceen . 2. 3 m 1: 80,63 
‚Bufeceen - » ...:.. WW == 1: „2190 
Sapindaceen“ Soda 1 252,75 . 
Matwaceen » 0. 2... 3. 1: 202.2 
-Geraniaceen . » ... 11 = ir .91,90,. 
Oxaliden .» . ! 2m. 1: 305° 
- Car yophalicen MW 1: 24,65 
Theaen .. ... 1 1:11 
Tihascen'....... 3. ‚1: 37 
Hhypericincen 2. Be 1:16, 37 


Mit diesen Verhältnissen wollen wir man einige 
andere .Floren vergleichen, um daraus die. Eigen- 
‚‚thümlichkeiten, den Charakter unserer Flora zu finden. 

. Die Endogenen verhalten sich in unserer 


’ 


. 


re \ 


" Provinz zu den Exogenen wie 1:3,19 und zu der 
"Gesammtzahl der Phanerogamen wie 1:4,19; in 
der Obexlausitz ist diess Verhältniss = 1:4,1; in 
der Berliner Flora —= 1:38; in der Flora von 
Leipzig = 1:4,3; zu Paris = 1:4,1. Hievans er-. 
'yibt sich, dass das Verhältniss unserer Provinz 
sich. dem der Oberlausitz nnd dem von Paris am 
“ gieisten nähert und zwischen Deatschland = 1:3,98) 
“und Frankreich — 1:4,4) die Mitte hält. 
Die Composite stehen ungeachtet ihres Arten- 


reichthums gegen die Flora Deutschlands (— 1:89, 


wie anch gegen Paris &=1:9,5), zu Leipzig = 1:8,3), 
Berkin — 1:9,6) und, Oberlausitz (= 1:93) aut- 
"fallend. zurück; doch günstiger als.in der Ehene 

-  Schlesiens; = 1:12,4), wie, überhaupt zur ganzen 

. : Flora Schlesiens (1: 11,3). ’ 

@ . Die Grämineen- wit dein Verhältniss wie 1:12,63 
stehen fast ganz gleich mit Deutschland = 1:12,3; 
oder nach: Lachmann = 1:12,©9,. Braunschweig 

‚= 3:12,9; mit der.Oberlausitz (— 1:12,%; ent- 
fernen sich jedoch von Berlin 1:11,13 und Leip- 
zig 17112. 0000 0 

Das: Verhältniss der. Cyperoideen mit 1:14,55. 
ist. mit Berlin = 1:15,49) "fast ganz. gleich. Gerin- 

. ger in der Oberlausitz C— 1:17,69, zu Leipzig 
.  1:19,9 und zu Paris = 1:20,89. In Deutsch- 
land stehen sie wie 1:18,6. Der Grund dieses Miss- 
verhälinisses unserer Florä. mit Deutschland mag 
wohl allein in den bedeutenden feuchten Niederun- 
gen unserer Provinz liegen. Der Spreewald: ist 
- reich an Uyperöideen, doch’ mehr, an Masse als an 
Arten ;-besonders aber ist die Luckauer Niederung 
reich. an Arten, ausser fünf Seggen -kommen die 

‚übrigen alle hier vor. . - . 

: Die Papiliongeeen treten in dem Verhältniss 
“wie 1:20,22 hier auf. In der Oberlausitz soger 
1: 18,7; zu Berlin nur 1:21,9, fast gleich mit Leip- 
‚zig, woes 1:21,1 ist. In Deutschland ist es —1:18,% 
welches mit ‘der Oberlausitz gut übereinstimmt; 


2 


= ' 3 


nn 615 
, : 
wogegen sich das Verhältniss- unserep Flora nicht 
günstig zeigt. . 
Die Babiaten ”) und Personate n stehen hei uns 


_ sehr günstig, nämliäh == 1:21,95. Das Verhältniss. 


ist mit Leipzig = 1:21,1), Paris = 1:21,89) und 
mit der ber der Schweiz (= 1:21 ziemlich: 
gleich; ; aber bedeutend höher als beiBerlin = 1:235,5), 
als in der Oben ausitz = 1:23,6 und die Personaten - 
sogar nur '1:24,8), in Frankreich (— 1:24), in 
- Schlesien Fee 1:27) und in Deutschland: (— 1:26): 
Lappland hat.nur-%. Europa hat nach Humboldt 
in der gemässigten Zone Dur o%.  Wir.überschrei- 
ten folglich mit dieser Familie (wenn ich’se sagen 
dar) die gemässigte Zone nach Süden. 
Die Familie der Umbelliferen mit 1:25,27 stellt 
sich geringer als in Deutschland = 1: 22, 9 gerin- 
“ger als bei Paris (1:21,73 und zu- ganz. Er vankreich 
e 1:2; auch geringer als in der Oberlausitz, 
wo es — 1:24,2 ist. Woher’ diess Missyerhältniss, 
ist bei Berücksichtigung: der Lokalität nicht wohl 
einzusehen und ich" möchte sonach diese. Familie. 
für noch. nicht geschlossen. halten. , 
Die Orchideen mit 1.:5%47 und die Ros ‚een mit 
1:26.60 stehen sehr niedrig zu der Oberlausitz, wo 
das Verhältniss der. ersteren = 1:43,3: und das der 
letzteren — 1:20,2 ist. Durch diese Fanilien treten 
beide Floren auffallend anseinauder, : Niedrig ist 











"®y Man könnte mir hier leicht eine erfen, dass ich mit den 
Arten, z. B. der Gattung Mentha, Thymus w. a, nicht 
streng wenug verfahren sey; dem, will ich aber dadureh ' 
bege: gen, dass ich meine hierher gerechneten Menihen 
"und Gaymus ‚Arten tenne. . Ieli habe. nämlich berech- 

net: Mentha sylvestris L. (hierunter ‚sind begriffen 

ineana, nemorosa und. undalate Wild), aghatical., 
arvensis L., austrieeu Jacg., und Putegium L.; die 

gentilis oder rubra Smith habe ich auch nicht” ei . 

werechnet, ‚weil die hier vorkommende Form mir zweifel- 

haft scheint. - 
Von Thymus habe ich nur "Serpylium, Acinös : 

und angastifollzs bereehmät ; letzterer ist gewiss selbst- 

ständig, ich. ‚meine nicht die Varietät von Nerpyllum. 


616 EEE EZ 
das Verhältnis der Rosaceen, auch bei Paris, da- 
. gegen treten die Orchideen ‚wieder‘ ‘mächtig’ äuf und 
. gleichen . ‚das Missverhältniss ans. Die Oberlausitz 
zeigt in den Orchideen eine auffallende- und. interes- 

sante Uebereinstimmung mit Deutschland (-1.:43); 
wir entfernen uns dagegen sehr. Der Grund dieser 

Differenz ‚liegt. wohl ‚allein in‘, den geognostischen 

Verhältnissen. 

.- Die Ranumneulaceen mit, 1:30, 63 stehen weit 
.. höher als in der Oberlausitz, ‚wo sie nur — 1:38,2 
stehen,. auch höher als in Schlesien = 1:33), höher 

‚als bei Berlin 1:32,54) bei Leipzig C= 1:33,89 

und Paris (— 1:32,89. Unser Verhältniss ist fast 

ganz gleich mit Deutschland = 1:30.oder nach 

Röhling = 1: 31,7); jedoch niedriger als in der 

Schweiz & 1:26,5, aber höher als in der Ebene 

der Schweiz = 1: 33,6). - 

, Unsere Crueiferen mit: 31, 5 stehen“ unter ı unsern 
:Naecbbar-Ploren am niedrigsten. und zwar so niedrig, 
dass man schliessen muss, diese Familie sey noch 
nicht vollkommen erforscht, da in Betracht des Bo- 
dens und. der"T. diese grosse Differenz mit ‘ändern 

Filoren nicht eitizusehen ist. In der Oberlausitz ist 


nämlich dasVerhältniss 1:25,46; zu Berlin =1:27,76;. _ 


„zu Leipzig — 1:26,05. zu Paris sogar — 3.718, 75: 
in Deutschland —-1:18,2, was mitFrankreich 1:18 2) 
ganz gleich ist, Noch. wollen wir. eine ‘für- unsere 
Provinz sehr günstige Familie, ich meine die Caryo- 
phylieen mit 1:24,65, hervorheben. In der Oberlau- 
sitz stehen sie — 1:37,58; zu Leipzig = == 1:36,71; 
zu Berlin nur = 1:31, 46; zu Paris sogar nur 1:42 35. 
In Deutschland ist das "Verhältnis — — 1:35,32; in 
Schlesien = 1:237,9. In der Schweizer Ebene stehen 
sie wie 1:24,5, was. also mit der unsrigen fast ganz 
gleich ist. 

Aus diesem Vergleiche, den wir nicht weiter 

‘verfolgen wollen, ergibt sieh: 

“* dass unsere Flora sich besonders charakterisirt 
durch die Familien der Cyperoideen, der Labiaien 

- und. der Car yopkylleen. s 


w " a 


29 « 


A Ile emii ne 


botanische. Leitung. 











_Nro. 39: Regensburg, am 21: Oetöber 1858, 





: IL Original - Abhandlungen. 


Botanische Betrachtungen; vom Geheimen Hofrath 


F. S; Voigt, Professor zu Jena. 


Dass die verschiedenen Formen der Pflanzen, 


wie sie sich über den Erdball in den Hauptfamilien x 


ausprägen, “einen inneren Grund haben müssen, s sagt 
schon die Vernünft. Sey es nun, dass sie anf che- 
mischen Verbindungsverhältnissen — was jedoch 


nicht so wahrscheinlich — oder 'auf tieferen, leben-‘" 


digen beruhen — in. jedem’ Fall verdient: ‚ihnen. 
nachgeforscht zu werden. 


a 


Auf den ersten Blick scheint es, als wenn ' 


zwischen den anf einem ‚Gebiete vorkommenden 
‘ Pflanzen gar kein Gesetz herrschte. In einem Walde, 
wo Eichen, ‚Buchen, Ahorne- und andere Bäume‘ den 


- Hauptbestand ausmachen, stehen wäten: " Arum, 
Poa, Carex,; Luzula, Leueojim, Coneallarie, Gagen, 


Orchis; man begegnet Mereurialis, ‚Daphne, The- 
sim, Asarum; es erscheint Primula, Pulmonaria,, 


Ajuga, Melampyrum, Loihrea, ‘Digitalis, Veronica, 
Vaceinium, Pı yrola, Cynanchunv, Vinca , Polygala, 
Gentiana, Campanula, Phyteuma, Hieracium, Sene: 
tio, Serratule, Galium, Valeriana, Lonicera, Pim- : 


Boni 9 000000 Qq 


F2 


TE . 


„5 


- pinella - und andere Schirmpflanzen , . Dietämmus, 
Viola, Hypericuin, Arabis, eine Actea, viele Ane- 
mone und Ranunculus, ferner Trollius, ‚Eranthis, 
 Agquilegia Silene, Stellaria, ‚Geranim , Epilosium, 
: Circea, Fragaria, Potentilla; - ‚endlich viele Legwmi- 
“ nosen, wie Astragalus, Orobus, Vicia., Trifolium, 
Aber keine Salicarien, Cuctirbitaceen, Malven, 
Saftpflanzen, Nymphäen, eigentlich keine Solaneen, „ 
Verbeneen, Uonvolvuleen, Staticeen, Papavereen, 
° Amarantheen, Chenopodeen, Urticeen, keine Alis- 
wen und Typhinen. 
Anders dagegen auf dem. freien. Felde, dem 
Acker, der Wiese, im Sumpf! "Hier tritt auf was 
‚dort fehlt, und umgekehrt: statt. Mercur ialis peren- 


.„ nis-des Waldes hier M. annua; statt Anemone He. 


palica, nemorosa, ranuneuloides hier, am steinigen 
Bergrand, Anemone syWestris, Pulsatilla! 

Wie also, "wenn. jene oben aufgezählten (einer, 
zumal durch Zuziehung der Sträucher, wie Evony- 
‚mus, Viburnum ete., noch grösserer Vollstä ändigkeit 
fähigen) Genera: des Waldes wirklich-alle wesent- . 

‚ lichen Pflanzenformen repräsentirten, nur mit Aus- 
nahme der, welche in solchem Lanbgebüsch keiner 

“ Entwieklung fähig sind? dagegen andere Standörter, 
ebenfalls eine solche Totalität bezweckend, ‚nor die 
" Waldbildungen nicht aufkommen lassen, und-in 
verwandten Formen dafür hervorireten. 

Es wäre denn in der Natur wirklich überall 
das Ganze ‘vorhanden, nar im Einzelnen gehemmt, 
-unferdrückt, unvollständig. 


° 


n 


Wie? wenn aber das Erscheinen der Bella. 

. donna exst nach abgeschlagenem Holze möglich würde, 
indem, wenigstens, bei ıins, ohne selche Befreiung 
von Schatten und. Laubgebüsch. keine -Solanee anf. ° 
kommen kann? Wie? wenn nur die Nähe des 
Holzes dann eine holzige, halbstxauchige Solanee. 
" entwiekelte,.-wie es sich bei der Dulcamara: in der: 
Tiefe. des Weidengebii isches wiederholt, während 
den einjährigen übrigen freies Feld, Waldgegend 
oder Sehutthaufen. gehört. j 
Sieht man. auf die iunerstö Nator der Pflanze, . 

— und diese ist es doch, die ihr Aeusseres aus: 
drückt — so merkt matı wohl, „warum. die. eine 
hier, die andere. ‚dort sieh nicht hildet.. So. wenig, 
wie der Schmetterling im Wasser, kann sich die 
trockene,  hoehstaudige Nepeia Catario nicht, anf - 


feuchter Wiese erhalten. Soil da. eine solche er- 


"scheinen, so muss: es eine Glechoma werden.. Unter 
schattig feuchten: Sandfelsen ‘kann. sich kein Ribes 
erzeugen: es wird ein Chrysosplenium hervorkommen. 
‚Die sögenannten Stellvertreter würden demnach 
nur natürliche Anamorphosen der Grundtypen seyn, 
deren Hauptformen ‚man 'aufzusüchen und “ festzu- 
halten hätte, um daraus die ächten, ‚Ordines: natu- 
sales. der neuen Wissenschaft abzuleiten. Jene Ty- 
pen sind es, was ich vorlängst schon Klassen 
der Pianzen. ‚genannt und in der Weise, wie ich. 
glaube, am frülesten aufgestellt habe. *) „Möge*in-,. 





#) In meinen System’ ‚er Botanik 1. Aufl. 1808. S.35.uR 
Vergl. ‚such 2. Aufl, 5. 192. S. 59: - 
ag 


St 


60 


2,3 


„dess aller Prioritätsstreit bei Seite "bleiben ; dae er, 


ga doch ‚nur: mit Bedingung geführt werden kann, 
"lass nämlich jedem Nachfolgenden, der eine Idee ' 


:yollendeter ausarbeitet, auch sein ‚Antheil gebührt 
en a ist mit diesem Takt einer empirischen Klas- 


‚sifieirung. noch gar nicht‘ berührt ,. wovon hier die 


‘Rede seyn soll: die Aufsuchung' der inneren- 
Ursachen. geographischen Pflanzen- Ver. 


‚breitung. 


B 


Wenn änders die Keime. der. Pflanzen. nicht 
‚vom Himmel 'herabgestiegen sind, wofür wir keine 


‚Beweise haber, so müssen sie wohl ‘in oder -auf 


der Erde geschaffen worden seyn. :Nun finden wie 
'aber'se: unendlich wenige, und dabei so einfache 
Erden, „welche ‚die Hauptöberfläche unseres Plane- 


- ten bedecken, lass sich ans .der'blossen. chemischen 
“ :Qualität dieser ohnmöglich..die- Keime aller der be- 


reits auf 100,000 Species ‚bereehneten Pflanzen un- 
seres Erdballs, wie die Schwämme aus einem Mist-" 
beet, erzeugt haben können. Der nilde, ‚homogene 
Kalk, Sand oder Thon, ' die fast indifferente Damm- 
erde, tragen . die reichste Vegetation, und wem 
auch hie und da, doch nicht ‚durchaus, deren Cha- 


“rakten bedingend. Ja: ‚das. scharfe Salz oder die 


Heinnssäure sind. gerade der recht sehönen Vege- 
tation verderblich: im allgemeinen Boden kann also 
schwerlich der Vorrath aller dieser Keime fertig 


. gelögen haben. Auch. die zufälligen Reste animali- 


seher Düngung, die vielleicht hie und da zur Br- 


: . zeugung „einzelner Formen Anlass gegeben haben 


ee" 


« 


deutend zu. seyn. 


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g 


mögen, sind zu "vereinzelt, um für ‚das: Gänze bo- 


Ich zweifle daher nicht, dass der eigent-. 


liche, letzte Grund und die Ursache, dass _ 


sich die- feste Oberfläche unseres. Planeten’ einst: mit 


Vegetation. überzogen: hat, in. der lebendigen .. 
"Kraft des Erdballs liege, Die produetive 
Kraft dieser Erdseele selbst ist. es, wel- 
che, in tausendfaächen Radien nach'aussen- 


strebend, den. letzten ,. immateriellen. Grund die- 
ser Vegetationsformen ausmacht. 
Wir kennen das: Innere. uuseres Sterns nicht: 


‘wir wissen nur, dass er keine: kalte: Granitkugel;, . 


sondern. eine, mit innerer . Eigenwärine versehene 
ist. Dass "eine solche einer thierischen' Lebens- 


wärme analog gedacht werden könne, hat gewiss 


aichts Anstössiges - weiter geht: unsere jetzige 


. Erfahrung” nicht. 


Wer aber möchte i üherhaupt wohl die plasti-.: 


sche Kraft des Erdballes- läugnen, der die wunder- 
samen Mineralbildungen in seinem. Innern betrach: 
tet, Vor diesen ist es ja noch weniger denkbar; 
dass sie von oben herab, ‚von aussen hinein gekom- 


men seyen,’ da‘ sie vielmehr Reducte als ;Produete 
sin: Man hat immer bei der Betrachtung des ' 
Produetiven. den Blick zu viel vorwärts,..zu wenig _ 


rückwärts gewendet, immer nur nach dem: „wohin,” 

selten naeh dem: „woher.?” sich umgesehen. . 
Wenn ich dem Planeten eine Seele (LuxXn); 

d.h. ein lebendiges, .die. Masse zusammenhalten- 


Be 
=, men 


£ 


Dr > 


des und gestaltendes Einheitsprineip gelten lasse, 


so will ich damit keineswegs auf die barocken 
Phantasiespiele eines dem thierischen Leibe ver- 


' gleichbaren Organismus zurückkommen. Ich will 


"bloss zugegeben kaben, dass 'olme Annahme eines 


solchen. der Zusammenbalt und die. Bahn dieses 


Weltkörpers gar nicht ‚denkbar wäre, so wenig, 


"wie ohne diese ‘Innenkraft ein Conflikt_mit der ihr 


'entgegenstehenden Sonnenkraft stattfinden könnte, 
aus welchem Conflikt erst. alles ‚organische Beben 
und Zeugen hervorgeht. ". : 
Man hat vorlängst schon ausgesprochen : das 
Geheimniss der Zeugung kenne man nicht, nur das 
der. fortgesetzten Zeugung. . Allerdings! so lange 
wan diess Geheiimniss im Materiellen des Organi- 
schen sucht, wird inan’es nie finden: ‘man’ suche 
es nur im Leben'selbst, leite nur vorerst das 


besondere Leben aus dem Allgemeinleben ab, und 


man wird es bald ‘entdecken. ' 
Woher soll denn ‚der unerschöpfliche Reich- 


ihum, die unendliche Mannigfaltigkeit organischer 
- Gestaltung und Lebensäusserung kommen, -als von 


dem/ ‚was Wir Seelenthätigkeit nennen? es stört 


> ‚allerdings die Vorstellung, wenn man bei der Na- - 


‘turseele von einem von unten herauf: ‚spricht, 


‚ Erwägt "man! aber, dass: es im Universum eigent- 


lich gar kein oben oder ‚unten ‚gibt, so beugt 
sich dieser Anstoss leicht, : 


:, "Jedes 'Thier produeirt | mittelst- seines s Lebens- 


‚prozesses über. ‚seine Oberlläche hinaus. Aus der 


= 


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fast farblosen, gleichartigeh Haut eines Pfaws spries-“ 
‚sen prachtvolle 3 mannigfach ‚gezeichnete Federn 


hervor. Auf dem Scheitel kammartig, am: Halse : 
einfach blau, am Rücken braun gescheckt wid ge- 
bändert, weiterhin göldgrün bis zum noch mehr - 
entwiekelten Schweife. Auch das Sängthier ver- 
iheilt Färbung und Haar nach verschiedenen Re- 
gionen seiner Oberfläche, die man wohl den 'geo- 


graphischen Regionen vergleichen‘ kann. Und alles 


dieses geschieht: zwar erst, bei entwiekeltem Lebens-* 
alter, aber doch immer von innen herans, viel- 


‚leicht ‚aus dem Biute selbst, und wird nur bedingt 


durch den Einfluss der Luft, des Lichis, der Wär-. 
me, der Feuchtigkeit, oder auch anderer Elemente, 

Wenn wir nun also -durchaus keinen BeWeis 
auffinden können, dass die Vegetation, die unsern 
Erdball bedeckt; durch irgend einen Gärtner erst 
in den. Erdboden hineingepflanzt und gesäet wor- ' 
den sey, was bleibt ‘daun der Vernunft ‚anders 
übrig, als den ersten Grund ihrer Entstehung von 
innen heraus anzunehmen? 

Die Lehre von den Wänderungen der Pilan- 
zen, um die gesammie geographische, Ver _ 
breitung, zu erklären, ist jetzt. verschollen... 
Sie. war ein ‚schwaches, Mährchen, aus imechani- 
schen Ansichten hervorgegangen, ohne durchgrei- 
fende Beweise aufgestellt, und umging sogar die 
Hauptfrage des.ersten Enntstehens. Wer auch möchte 
im Ernst glanben, dass Cyelamen von Oesterreich 


bis Indien, oder u umgekehrt ' von- dort. bis hierher. 


MM u - 


gewandert ‚und unterwegs in Griechenland oder 
auf Ceylon als. andere Species stehen. geblieben sey. 
Wenn, wir aber die so charakteristisch gebildeten 


Cypripedia einmal in -Japan, einmal in Deutschland, 


und dann wieder in Canada auftreten sehen , oder 
Tradescantia. wit ihren eigenthümlichen geglieder. 
ten Staubfäden auf.den -entferntesten Punkten der 
Erde — kann man da noch zweifeln, dass sich 
der Grund zu. dieser Individualität im 
Erdball selbst vorgefunden, haben müsse, und dass 


‚es nur die Oberflächenverhältnisse sind, welche da 


oder dort die verschiedene’Species erzeugt haben ? 

Man hat neuerlich wieder die Lehre von den 
allmähligen Degenerationen - zur Sprache :gebracht, 
und ich möchte sie nicht schlechthin läugnen. Wie 


‘dem aber anch in. besondern Fällen seyn- möge, 


es lässt sich’ ebenso gut für die Mehrzahl der Pflan- 
zen ein primitives Fertige worde nseyn als 
Species deuken, nur, wie ich im Eingange bereits 
ausgesprochen, so, dass die im Erdball liegende 


. Bedingung zu einer Valeriana hier im Bergwald 


eine offieinalis anderemale, bei schiefem Rhizom 


 Phu, im Sumpfe eine divica, geworden sey, in’Süd- 


amerika sich bis zum "Strauchigen vervollkommnet, 


‚ja einmal sich sogar zur planta’ 'seandens ausgebil 


det hat. In allen den Valerianen, die ich lebend 


Fi 
# 


© eigens desshalb untersucht, ist jederzeit der so 


eigenthümliche Baldrianstofl, das bekannte ätheri- 
sche Oel in der Wurzel anzutreffen, es ist sogar 
bei Centranthus rüber vorhanden! Das ist also auch « 


eo F 





F 


“ noch, eine Valeriana! soll sie nun aus Degeneration 


einer ächten, oder, aus Anamorphose entstanden 
bi 
seyn, sollen sich von den drei Staubgefässen eines 


in den Sporn, das andere indie dunkelröthe Blü- 


“thenfarbe aufgelöst haben? ‘ich kenne noch. keine 


Naehweisung dafür, mir scheint das eine ebenso 


möglich wie das andere: genug, dass es eine Va- 
leriaeng hat werden sollen, ‘die sich nur so, aus 
. noeh zu entdeckenden Gründen, modificirt hat. 


Also hochmals: Weder der’ gemeine Boden, 
noch .die andern Elemente. geben uns den hinläng- 
lichen Grund der Mannigfaltigkeit einer :so reichen 


Vegetation auf. einem Gebiete, so dass heben einer 
Orchis ein Tr ollius, neben‘ einer Malva eine Bal- 


Iota oder ein Anthriscus. auftritt. Der Grund muss 


im Reichthuin des Innern liegen, die lebendige Seele : 


des Planeten muss es seyn, die’diese verschieden- 


arligen Formen möglich‘ macht. Dass diese Fähig- 
keit im Blaneten liege, das beweist die ungeheure, 
Ueppigkeit der Vegetationen der Tropenländer, wo 


sich Wälder oder Sumpfwiesen ineilenweit, Stamm : 


an Stamm, Halm an Halm bilden und“ ganze Län- 


derstzecken besetzen. Damit aber dieser "erste Satz - 


nicht: bloss ein: allgemeiner bleibe; wird 'es nöthig 
seyn, ihn nun „weiter .zu verfolgen. > 


, Ich sagte schon oben, dass es wahrscheinlich 
sey, die Natur prodncire auf einem: günstigen Ge, 


biete zugleich alle wesentliche Pflanzen- 
formen, Diess wäre also nur .so, zu verstehen, - 


a 3 


n 


626 e- ze = Bu 
‚dass "sie nach dem’ Verhältniss € einer . organischen 
 Polarität, als zerlegte Glieder eines Totalen, etwa 
wie das Farbenbild eines Prisma siehe darstellten, 
so dass z. B. ein Gras als Gegensatz duch einen 
 Ranunkel fordere w. s, w. Obschon ich hierin bis 
jetzt noch’ die Gesetzmässigkeit nicht habe- auffin-. 
‚den können, so wollte “ich doch den Gedanken 
dazu. nicht unterdrücken, weil es wenigstens im’ 
. Einzelnen. Winke hiefür gibt. Es sey dem aber 
: vor. der Hand wie ihm wolle, die oben angeführte 


i ‚ veiche Mannigtaltigkeit dentet schon. darauf ‚bin. 
B # 
. ‚Die erste Pflänzenschö öpfung konnte über den 


ganzen Erdball, und. in einem. warmen "Klima in 
_ grösstem Maassstabe statifinden. Die. Sommerten- 
- peratur ist noch jetzt, vom Aegquator. bis nach den 
„Polen, einander gleich, nur die "Winter sind un-: 
gleich. Sie hemmen die frühere Entwicklung, Wir 
‘würden auch bei uris zwei Sommer und einen dop- 
pelten Turnus der Vegetation haben, wie in den 
Wendekreisen, wenn die Winterkälte den zweiten 
“nicht verhinderte, ‚Man erkennt ihn aber an dem 
“zweiten Blühen mancher Pflanzen im .‚Spätherbst, 
' dem’zweiten Brüten ‚und Mausern der Vögel, . bei 
Schihetterlingen u. s we 


” % 
"Wollen wir älso den vollstä ndigen-V egetations- 
- prozess untersuchen, so wird uns der der Polar- 
zone nur die geschontten. Fragmente einer bessern 
Zeit zeigen, und auch unser Vaterland wird noch 
‚ kein so reines Musterbild, bieten können, wie die 


. BT, 


s i ß ® 


Aequatorialzone: wer aber nicht Gelegenheit hat, 


. diese nit eigenen Augen zu untersuchen, der muss 


sich ‘wohl mit dem, was ihm allein- geboten ist, be- _ 
gnügen, denn auch. die‘ besten schriftlichen Schilde- j 
rungen der Reisenden reichen hier nicht aus. Ich 
wählte daher’ den Blick auf einen unserer. Laub- - 
wälder (auch ein Urwald, wenn man diess Wort 


liebt), als den noch am wahrscheinlichsten Primitiv- 
zustand unserer Flor. 


3 * 


Das erste Hervortreiben. der Vegetation scheint 
in wiederholten "Akten staftgefunden zu haben, 
denn auch noch jetzt succediren sich ja die, gewiss, 
ihren ersten Stammeltern treu gebliebenen, Pflan- :' 


“zen. Es ist daher‘ vorerst wohl. zu unterscheiden, 


wie. sich. die Vegetation eines Distriktes im Früh-, 
jahr; wie im Hochsommer, wie im Herbste verhalte. 
Ein Beispiel wie von Leucojum vernum, esiwum 


und aulumnale ‚könnte sehon.. hierüber’ Einsicht 


gewähren, 


Eine Campanıla glomerata,. Trachelium ,. der 
warmen trockenen _Berghöhe, im Julius äuftretend; ' 


- werden von soliderer Beschaffenheit seyn, als 'eine. 
-zarie, schnell. aufgeschossene rolundifolia oder pa- 


iulg unserer ‚Frühlingswiesen:. Polygonum Bistorta 
u. a. dürften uns.dabei nieht irren, da sie eigent- 
lich, wie Tussilage Farfara, im Herbst schon vor- 
bereitet, für den zweiten Turnus bestimmt sind, 


und nur erst nach Veberwindung des Winters 
. heryorireten, -  &ehluss folgt). 


ı a 7 z 


, a Per 

I. Correspondenz 

“(Ueber Sazifraga oppositifalia und Saxifraga retiusa 
der Stur m’schen Flora, und über Saxifrage Rudol- 

j phiana Hornschüch.) : 
Die. in ‘dem siebenten Hefte der Sturm’schen 
Flora befindliche Abbildung der Sazifraga Opposili- 
folia, so schön und zierlich ‚sie auch gerathen ist, 
sowie die in: dem fünf und deeissigsten Hefte dieser 
Flora Enthaltene Darstellung der Sazifraga relusa 
haben mir immer nicht reeht passen wollen, und 
besonders seitdem man gegen das Vorkommen der 
ächten Sawifraga retusa in Deutschland bedeutende 
Zweifel erhoben hatte; -allein bei mehrmaliger Bei 
trachtüng dieser Abbildungen konnte ich doch nichts 
Bestimintes ausmitteln, und daher kam es, dass die. 
‚Sazifraga retusa: in die Deutschlands Flora von 
‚Mertens und Koch aufgenemmen wuürde.. Erst 
als ich ‚die Saxifragen in meiner Synopsis eintrug, 

i ‚and num alle Arten! wieder genauer in das Auge 
fassen musste, fand ich und zwar durch. eine Mit- 
theilung von dem. Hrn. Prof. Hornschuch den 
Schlüssel zur Lösung meiner Bedenklichkeiten. 

Schon vor mehreren Jahren nämlich hatte mein 
Freund, der Hr. Prof. Hornschuch, die Gefällig- 
keit, mir eine auf dem Kalserthör el bei Heiligenblut * 





2. 3). Die Sarifraga Rudolpkiana firidet Sich, wie 8. 0p- 
\ positifolia und biflora stets auf Steingerölle der höch- 
„sten Urgebirge,; und konmt daher ‘auf der Höhe des 
Fuschertauerns (also zum Salzburger Gebiete gehörig) 
"au den Stellen, wo eben der Schnee wegthauet, ebenso 
2, Aäulig als die beiden letzigenannien. Arten vor... 
Pe Eu Anm. 8. Jted. 


69 


Pr 


"gesammelte Sazifraga unter dem Namen Sazifrage 
Rudolphiana mitzutkeilen, mit: Hinzufügung des Sy- 
nonymes Sazifraga oppositifolia R. Hokenwart. Die 
"Hohenwarfsche Abbildung-kann ich nicht ver- 

gleichen, da ich das Buch, ‚die botanische Reise 
nach einigen oberkärnthnerischen :nnd benachbarten. 
Alpen, nicht besitze und da es’auch imserer Uni- 
_versitätsbibliothek abgeht, doch: mag wohl die 
Sturm’sehe Abbildung der Sawifraga oppositifolia 

im siebenten Hefte eine Copie davon seyn. Mit 

dieser Sturm’schen ‚Abbildung hat nun die mir 
von Hm. Prof. Hornschuch mitgetheilte Sari- 
fraga Rudolphiana die grösste Achnlichkeit, aber 
ich beachtete sie, als ich sie erhielt, weniger, weil 
die Gattung Sawifragae für den dritten Band der 
Deutschlands Flora schon bearbeitet war, und ich 
damals mit Rosen und Potentillen so viel zu thun 
hatte, dass andere auch sehr merkwürdige Gegen- 
stände an mir unbeachtet vorüber gingen; ich legte 
die Sarifrage Rudolphiana bis zu einer weniger 
mit Arbeiten ausgefüllten Zeit zueück. Ich bemerke 
hier, dass damals mein verstorbener Freund Mer- 
tens sehon. sehr leidend war, und dass er zu die- 
sen Bande nur einzelne Bemerkungen und zum 
Theil die Synonymie liefern konnte, 

Nachdem ich nım die Saxifragen für die Sy- 
nopsis dnrehmusterte, kam ich auch an dieses artige 
Gewichs, und nun wunderte ich mich wirklich, 
"dass ıniv früher dasselbe weniger aufhiel; diese 
Saswifraya ist, man mag sie als eine eigene Art 


4 - 


‘ 


* 


De 


630 

j oder als « ‚eine Varietät anschen, doch stets . „eine 
merkwürdige Pflanze. . Dabei machte; ich num. noch 
‚die nicht mwichtige ‚Beobachtung; dass‘ höchst 
wahrscheinlich unser hochyerehrter Monograph der 
Sazifragen dieselbe Pflanze, welche ich der Gefil. . 
ligkeit des Hen. Prof. Hornschuch verdanke, vor 
“ sieh hatte und für Sazxifraga opposilifolia ‘ansah, 
zur Zeit,- als:er die Sarifrage für die Stüwwm’sche 
; Flora, "bearbeitete, und dass desswegen. die eigent- 
liche Sazifraga opposilifolia im fünf und dreissig. 
sten Hefte. der. Sturm’schen Flora als Sasifragu 
retusa erschien, Diese, Abbildung stellt nach mei- 
ner dermaligen Ansicht die eigentliche Sewifraga 
opposilifolia, dar, was ‚die.nach oben dreieckig ver- 


- diekten. Blätter. mit Einem eingestochenen Punkte 
auf dem abgeplätteten Ende deutlich zeigen. Jenes 


Merkmal der an der Spitze.dreieckig  verdickten 
' Blätter entfernt die. dargestellte Pflanze_von Sazi- 
‚fraga biflora und 8, Rudolphiana, und ‚der einzige 
‚Punkt auf der verdiekten Blattspitze- von ‚der Sazi- 
‚fraga reluse, und die Merkmale zusammen kommen 
nur der Sazifrage oppositifolia zu; bei Sawifraga 
“retusa sind auch. Blüthen und Frucht ganz ver- 


: = schieden, 


. Die Sazifraga Rudoiphiana hat.non mit, Sani-. 

: fraga oppositifolia die dieht gedrungenen Aeste, die 
genäherten, dachartig sich deckenden, Blätter, sowie 

die einzeln. stehenden Blüthen. gemein, ‘aber die 

Blätter haben die Gestalt der Blätter der Sazi- 

‚frage biflora, sind jedoch viel kleiner und die Haare 


631 


Y 


am Rande , dr obern Bikiter und der Kelche be- u. 


stehe‘ ‚nieht in- starren Wimpern, sondern sind 
weich und jedes derselben trägt eine längliche 
Drüse. In. dieser Behaarung und.’in der Gestalt 
der Blätter kommt diese Pflanze mit Sazifraga bi-. 
flora überein, aber"sie ist viel kleiner, gedrunge- _ 
ner, die Blätter sind kaum halb so gross, wie be- 
“merkt, dicht dachförmig auf einander gelegt, und ' 
ihre Blüthen stehen einzeln. "Es wäre wichtig, wenn 
„die genannten verwandten Arten, sowie die eben- 
'falls- nahe. verwandte, von dem Hrn. Apotheker 
Hornüung aufgestellte Saxifraga Kochiana lebend 
verglichen und genau beschrieben würden 
Erlangen. - . Koch. 
IM. Literarische. ‚Notizen. 
"Neueste Schriften. Lie gel, systematische An-- 
leitung zur Kenntniss. der "Pflaumen. Hft. 1. „Mit 
3 lith, Taf. Passau, Winkler. 8. „5 Th. — 
Reichenbach, Naturgeschichte des Pflanzenreichs. - 
Bf. 10. Mit 4 Steintaf Leipz, Franke. 4. & Thl, 
 illum. #'Thl. — A. P/ DeCandolle, Obseryations 
sur la structure, et la classifieation de la famille 
des Comppsees. "Panis. 4. Mit 19 Taf. 15 ie. — 
Petermann, das Pflanzenreich. Lief, 3. Leipz., 
Eisenach. 8.2 ThL — J. FRous seau, Lectures 
'sur la. botanique precedees d’un preeis par L. Gi- 
‚rault Paris. 32. 8 Bog) — Gius. Meneghini, : 
Cerni solla’ organografia e fisiologia delle alghe. 
Padua. 4 (685.8) — Kn. Fr. Thedenius, Bi- 
drag till Kännedomen om Najas maritia L. Stockh. 8. 


- . x 8 \ * 
8 B ’ 


632 


a3 S53 — Jo. Wilh. Zetterstadt, Conspeetus 
"plantärum in horte botanico et plantatione Univer. 
sitatis- Lundensis preipue annis 1834 — 37 obvia- 
: Lund.:& (109 8) — John Erh. Are. 
" he ug, Symbole Algarum rarior um Florse Scan- 
dinavice. Lund. 8. ca Ss) —H. Ring, Herba- 
-tiones Lundenses. -V. 1. Lund. 8.0168). _ 
Recensionen. Vou J. B. Willbrand, Hand. 
buch‘ der Botanik in Jen. Lit. Zeit. Nr. ‚118 —_ 
Von M. C, F. Hochstetter, populäre Botanik. 
2. Ausgabe, ebendas. — Von F. Unger, über den 
Einfluss ‚des Bodens auf die Vertheilung der Ge 
wächse in Berl. Jahrb, für wissenschaftl. Kritik. 
Nr. 114. 115. (Verf. Ratzeburg). -— Von F. Unger, 
Aphorismen zur Anatomie. und. Physiologie der Pdan- 
zen, das. I. Nr. 6. 
Journalistik. V. Kroriep, neue Notizen aus 
‚dem Gebiete der 'Nätur- und Heilkunde, 6. Band: 
"Morren, über hypocarpogeische Pflanzen chypo- 
geotarpische Pflanzen). 8. 8, — Schwann, Nach- 
‚trag zu den Untersuchungen über die Vebereinstim- 
‘mung in der’ Structur der Thiere und Pflanzen. 
8/21. — Dessen, Untersuchungen über die Blatt- 
bewegungen, die nicht durch Anschwellungen ent- 
"stehen. 8. 33. — Philippi, Beweis, dass die Nulli- 
poren Pflanzen sind. 8. 70. — Dutrochet, Beob- 
achtungen in Betreff der Chara flexilis. 8. 161. 
. Baer, Vegetation und Klima von Nowaja - Senlja. 
S. 257. _ Herschel und Alph. DeCandolle, 
“ über das Klima und die Vegetation Südafrika’. 8,321. 
' Bien. Intellbl. Nr. " 


vr 


E 


Allgemeine 


botanische. Zeitung, 








—— m _— ER a; - 
u lan a Br En ’ ’ Br en 


‚No. 40. Reiiubnr, amı 28. . Oktober 1 1838, 











L: Ortfinat- Abhandlungen, 
1 Botanische‘ Betrachtungen; ‚vom "Geheimen Hof. 
'rath F. 8. Voigt, Professor zu Jena. . 

. (Schlüss. y' 


Hiermit verbindet‘ sieh denn überhaupt: auch 
"die Befrachtung. der Dauer, welche wieder’ einer 
"ganz "igenthüimlichen! vielfachen’ Untersuchung“ be- 
"dark, "Im Durchschnitt lässt‘ sich vermutheh , dass 
ein: "gleichzeitiges Aufschiessen ' unenglich - vieler 
"Keime neben einander, wie ' ein Wald, ‚öder" auf 
einer Wiese‘, Perennität’ zur’ "Folge haben fvertle, 
da der Entwicklung der Metamorphose nach "allen . 


. ‚Seiten: ‚mehr : Hindernisse im. Wege stehen; daher: 


denn aneh: ‚unser, „eigentlicher Laub- oder‘ -Nadel- 
‚ wald, oder: ‚die ‚Gräser, nur. .defeete Blüthen haben. 
Sieht man. ‚dagegen - auf die offen; freien, Luft 
gebiete „ wo ein. xasches- ‚Durcheilen ‚bis; zur Samen- 


- bildung ungehemmter vor-sich gehen kann, so wer- 


‚den die. vielen planie afnue der Aecker und Fel- 
der x gegen.die ‚vielen Ferenc der Wiesen, Wälder 
‚und Sümpfe. sieh erklären. : 
' Ich 'erinnege.npr an das obengengnnte Pohyo- 
num. Die ganze Beschaffenheit von P, tatarieum, 
Elora 1838. 0... 000.0. Re - 


E 


634 : 2 u B Eu 


„MEN... Letztere Nordländer verl 


# 


“5 * 


P dumetorum nd Convolvulus, die sich \ die Zäune 
und "Kornähren “Kinan 'winden ,“ im’ "Gegensatz zu 
den. concentrirteren ,, ‚ährentragenden Sumpfspecies, 
„spricht dafür. So dürfte sich Stellaria- media zu 
"SE, Holostea, uliginosa ete. verhalten, und ‚vielleicht, 
‚ entdecken: "wir „noch; ‚manche, Stellvertreter, wenn 
„wir. mehr Genern, die. selbst ‚verschiedene Benen. 
nung haben, ‚physiologisch \ ‚wieder. zusammenthup, 
wie..es seyn. sollte. 


. So halte ich Lauzula des ‚Waldes mit : Jumens 
des. offenen, Sumpfbodens . ‚als 8 ih treter. zusam- 
‚aber auch 
‚mi der, ‚opischen, Strelitzia, die. m r dursbaus m nur 










„form, SEeyi.. E - Bee here 


+ Kach die Gestalt gar: nancher” Species lässt 
“aus: diesen Prineip ihre Erklärung’ finden: : Wenn 


"irgendwo ein Lysimachia-Keiia hervorsprössen. ‚sollte, 


und er fand- nur offenen feuchten‘ Wiesenboden, 50 
-trieb' der dann: niederliegende Stengel von Knoten 
zu’ Knoten einzelne Blänen, "und es ‚entstand Insi- 
 machia Nummaulari ia. :  Eutwickelte er: sich: jede 
kräftiger, im geschlossenen Weidengebüsch,; 


"musste er sich aufrecht-stellen, Knoten auf Kot 
- ineinander sehken, und bei Quirlstellung "seiner 


"Biker eine Le: ‚pomclala oder vulgaris "werden. 


ee ; 2a 


'p 


5 5 . . a . \ 635, 


Diese aufrechte Stellung‘ mag auch ‚JdieUrsache.der. 
so vollkommenen Quicle bei den Labiaten seyn. 


Ein Verfolgen dieser. ‚Verhältnisse bietet. ‚wei- . . 


chen Stof. Man denke an die: ‚Conyallarien, ‚an 
die‘ dreierlei Gruppen der Veronica, ‚von den annnel- 
len Ackerarten, durch .die. härteren, gleichsam 'auf 
der Stufe. von Anemone sylvestris stehenden: Formen 
der V. Chamedrys, lätifolia und: Teucrium, bis zu . 
der hoch gebildeten, senkrechten spicala u: 5. w.. 
Sehon in meinem: Lehrbuch der. Botanik habe 
ich die Bemerkung ausgesprochen, - ‚däss der- wahre. 
fentex häufig mit Beerenfrucht verbunden ist; daher 
sich. denn freilich Ribes von der. ‚krautigen . Teltina 
unterscheidet wie Sambucus, der nach Reiehen- 
bach ganz, richtig neben ‚Valeriana_ gehört... Aller- 
dings ist diese Beerenhildung . noeh. feiner ..zu prü- 
fen, denn nicht Alles was zolh oder saftig ist, ver- 
dient diese: ‚Beiiennung. 1. u, Pa 
Bekannt .sind- die: Einflüsse. der Tersperatur . 


der Höhen und der Luft, ‚des ‚Wassers, - ‚des :Salz- -: 


- bodens: ieh kann‘ ‘sie hier- ‚übergehen. ', ‚Ob: sich in-' 
dess die Alpenpflanzen erst nit..der- Erhebung: der 
Gebirge gebildet, ‚und als Primitivspeeies gleich .so 
aufgetreten sind, — ‚welches. mir ‘das Wahrschein- 
lichere — oder ob sie aus: andern. durch Degenera- 
tion, nachdem sie mit hinaufgehohen. worden, will 
ich‘selbst nicht untersuchen. Ich bin, wie gesagt, 

eher der Meinung zugeneigt,' dass ein Ranunkelkeim 
an der’ Schneegrenze sich "gleich als glacialis, sowie 
einer, der unter einem fliessenden _ Wasser hervor- 


‚Br? 


636 


Bo 


brechen musste, sich 'als' R. dgiabilis entwickelte, 
und dass es mir möglich seyn möchte,- einen solchen 


- auch “durch die mühsaniste Kunst allmählig aus 
‚einem repens, aeris "u 


“d hervorzabringen. 
- Gehen wir dafür‘ zu- der Betrachtung der. wirk. 





ö lich vorhandenen Pilauze zurück. 





°o. Die einjährige ‘oder 'Sommerpflanze’ entwickelt 


"sieh: in »eiiem ‚gleichmässigeren Verhältnisse von 


Stengel, Blüthe und Blatt. Die- gewöhnliche ‚peren- 


- nirende söhliesst‘ sich’ Hr hierin an. Wir. finden 


bei beiden flores asilläres, ‚solitari ios, eintlache Hores 
“terminäles, auch- nanicula. Mit zunehmender Soli 


’ ‚descenz “tritt schon’ -dentlieher racemus, Spiea, verki. 


"es oder capitulum auf, die Blüthen- ziehen 


u sich zusammen "aufieinen Baum und erheben 
- sich über die: Blätter. "Noch auffallender geschieht 


diess bei den 'eompletblüthigen Bäumen. -+Robinia, 


Acer, Aesculus eie. zeigen uns völlig -blättlose- Biir- 


"thentrauben , 'auck ‘bei: Fila wird AasBlait in der 


Bi ithenliäke fast ver tilgt. Die Verhokzung des Stam- , 
mes’ hält daher die Blattbildung nach! oben zürück, 
"und als scheinbare- ‚Ausnahmen "möchten »nur die 
'nordamerikänischen Maynolia, Zir iödendran ete. oder 


- die tröpischen Cilruse. ’ä} gelten, ‘deren--Abstam- 
- Sing und Verwandtschaft aus den Papavereen und 


"Rännnenleen diess wieder erklärlich macht. ‘Wo 
«dagegen selbst die: Entwiäklung eines bunten Blu- 
menblattes aufhört,beiden Amentaceen und Coni- 
Seren, da drängen sich: die Blüthen immer entschie- 
‚dener in Kätzchen ‚oder Zapfen ,. blattlose Achren 


m, 


zusammen, ‘und. es verliert sich’ allmählig’ sogar die 
‚Kelehbildung, um einer blossen Succession von 
Schuppen Platz, zu machen: es bleiben fast nur 
die Genitalien.. übrig... 


Daraus geht denn hervor, dass das Blatt über. u 


haupt zu seiner Erzeugung Feuchtigkeit, Tiefe, un- 
- mittelbare ‚Bodennähe oder .eine gewisse krautige 
‚Loekerheit der Organisation verlangt. So zeigt 
sich denn “überall, we die Pflanze i im üppigen Bo- 
deit steht, Blättreichthum; Wiese, Wald, Sumpf, 


Gartenland,, ‚ Sehuttboden entwickeln. folia ampla " 


floresque üis brevior es; ; trockene Höhe dagegen treibt 
die Blumen und’ihre Stiele frei über die 


Blätter herauf, und darum geschieht am "hohen “ 


Baum auch ‚ein Gleiches. 

- Um das hierin Gesefamässige gewahr zu wer: 
‘den, muss man "sich nicht "bloss auf sein Gedächt- 
niss und seine Erinnerung‘ verlassen, : "oder sein 
Herbarium in systematischer Ordnung durchblättern, 
sondern die Pflanzen -sich' eigens‘ zu diesem Zwecke 
"zusammeiilegen, "Wo sich so Tausendfältiges krenzt, 


wenn auch’ in der "lebendigen: Natur, wird 'man 
sonst vielmehr verwirtt statt aufgeklärt. ‚Auch ist 
es nicht .einerlei, welche -.Wiese, welche Berghöhe 


man vor sich 'hatı.. Spirea ‚Aruneüs ist offenbar 
eine Bergpflanze; daher spiöis undis, aphyllis: sie 
‚wächst aber. zugleich ‚am Wasser, darum hat sie, 
‚auch fotia ampla. Br Be RE 

“Pris pallida ist: eine Höh enpflanze,, blumen- 
rich. mit nacktem' Stengel; zu :Fris Fseudagorus jet 


ar 


eine Sumpfpflaize; bei der ‚die Blü üthen“ zwischen 
‚die Blätter herabsinken. BE 
Waldwiesenpflanzen, zumal auf Anhöhen, 
zeiehnen sich durch folia ‚Amplissima und eaules 
inudos, 'elongatos aus: "Armica mohtana, 'Hypocheris 
maculata, Laser pitium tatifolium, Orchidee! 
"Offene Bergpflanzen sind holzig, meist 
äuffecht, aber nach oben. verästelt ‚und beblät- 


tert, mit, 'schmäleren. Blättern: "Stächys, germanien, 


. Hypericum perforatum. Ist, der Boden besser, so 
erscheinen sie, auch. „üppiger, blattreicher, wie Teu- 
erium ‚Bowys, in wineis, pomarlis, solo pingui .ete, 


. Zaun pfla: nzen werden langgestreckte, aleich- 
"mässig : :beblätterte, mit zerstreuten. Blüthen ver- 
sehene, schwache, Stengel. "haben: Galium ‚Äparine, 
‚Ballota . ng“; ‚Clematis Vitalba „(eine ‚Bletternde 
Anemone), Cucubalus bacciferus.. er 


Wiesenpflanzen der Tiefer. Blattreich, 
inflorescentia breyiori: ..Geraniun pratense,. Charo- 
phylium sylvestre. „Sälvie ‚pratensis. scheint mir w- 
sprüglich ‚mehr dem ‚Berge 'anzugehören,; . 
Onobrychis sativa ist sicher. eine kultivirte Berg- 
. pllanze;- Vicia sativa, Pisum salivum. und Ervum 
Lens sicher Thalpflanzen. i 2 . 
., Primula officinalis. ist fkenbar eine Ne Bergplane, 
‚die sich nur in die Thalwiesen. verbreitet hat: Pri- 
mula elatior gehört auf diese Art dem Walde an; 
» beide manifestiren sich zugleich als Herbstpflan- 
zen, dien erst der“ koniniende Frühling zur ‚raschen 


; 638 
Blüthe bringt, wie Viola und, Oyelamen.*3: -Andro-' 
sace mazima, septentrionalis. ete.. stellen die Acker-. 
pflanzen unter den Primeln dar... er 
“Capitulum, spica, ja selbst ‚racemus. ‚scheinen 
mir Folge der Perennität, wenigstens der Biennität:. .: 
‘daher auch die fleres eompositi, deren. annuze ich. 
wohl sämmtlich als Acker-.' oder‘ gar Kulturspecies 
alınen möchte. In den Sümpfen gibt-es wenig oder. 
keine Compositen, auf dem Bergen sehr viele. Ebenso 
gibt es deren nur wenige im Frühjahr, die meisten: 
erscheinen im Spätsommer, ‚denn. ihre Bildung. wird 
nur durch- langsame ‚Entwicklung in‘ anhaltender 
Sommerwärme,, also auf. ‚nicht, zu. kalten. Höhen; u 
möglich. En i ' \ 
In..den- ‚Bäumen zeigt. ‚sich. endlich der. Sieg . 
der Inflorescenz über das Blatt; wie in den Farnen: 
der des Blattes. über die Infloreseenz. ld Para 


E , Ka 


Wenn viele Kıyptogamen und. selbst Farne noch. 
hie und da durch generatio, originaria hervortgeten, 
so ist dieses auch bei manchen; Parasiten, ja Orchi- 
den u, a. nieht unmöglich. Tritt doch. selbst Pyrola, 
und Monstropa:wie ein, Pilz, oft ganz isolirt, ‘aus. 
seiner Umgebung hervor. Die auch mir bekannte 
. Samenbildung dieser Pflanzen hebt jene Annahme, 
nieht auf, sondern‘ schiebt die Frage nach ‚dem er- 


ä 


*) Cyelamen hederafolium Ten. blüht” am Neapel - EN 
„Millionen . im ‚October und November, Eu Istrien“ Ca 
im folgenden, April. Fe 1, 


8 De 


‚610 


sten Ursprung: De Zuiick, und Niemand kann 'uns 
verhindern, darüber" nachzuforschen. Es lässt sich. 
. gar wohl vermuthen’; däss. die sehöpferische, bil 
. dende' Kraft der Nätäir im Boden Säfte ‚züsämmen- 
Siehe, die sich zum 'speeifisch belebten: Keim ge- 
“ stalten, "der, vom Licht der Sonne ängeregt, nun 


. deb Entwicklung naeh-öben- tühig w irde: man kann 


sich" die 'phänerogamisehen Pflanzen‘ "uch wie 
Schwwäinnie 'äuf:hökerer Stufe: deriken. "Sind nun 
‚die Grandiagen ihrer‘ chemischen Substrate scharf, 
„wild oder tarkotisch; $0 können sie, als Ranunenula- 
. deeh;"öder als’Malyaeeen, vder als Soläneen tus. W. 
" hepvörtreten: Ihre fernöre Specifieation bedingt sich 
. dann durch die umgebenden Verhältnisse: Erdzone; 
: Klima; Hölie, Jahreszeit, ‚Bauer; ‚Bödenart und Kul 
tur); "gewiss auch" ‘bei’ eihzehien dureh‘ "Wänderung 
‚und Umbildung:: En a 
‚Mir kommt es nur zu walnscheinlich vor, dass 
‚Gaged: ürtensis eine: Kulturform von’ Gapea steno- 
petalk; Aleeiorölophas“ villosus äne'von> A: Major 
Ehirß: seys derselbe Embryo erhält’ sich‘ zwar, 
eiiiztfu, iii’ Hreinden Boden ,: wie ung 'ülisere- bota- 
nilsehen Gärten beweisen; ob abei nicht eine In- 
‚ner6 Vorbereitung zur Umstinmüng und dar- 
Aus fölpendeh Umwandinig im Grossen in uns 
nöch ühbehäfinten Verhältnissen bisweilen möglich 
sey, ist eine andere Frage: ‘es, deuten darauf wes 
nigstens manche Fälle. *y 




















Ei Luk wi 





"= ‘So der von mir beschriebene einer ; Theitung der natiu- 
_ Jichen Aussaat eines, Storkes: von Viola‘ trieelor ın 


| 


1 


) 


. sa 


Niemand darf zweifcht, dass die Blume schon. 
als Seele in der Pflanze steckt , denn sonst würde 


"eine. so charakteristische. Stapelia-, -Cacalia-, Eu- 


+ phorbia - Blüthe nicht aus den verschiedenärtigsten ; 


Stamm - und Blätterformen hervorineien. - Diese 


fertige Genus-Form muss aber in China 'wie . 


in England’ ‘Im - Boden liegen "können; sonst würden 
"nicht dort wie da ganz. gleichgestaltete Blöcken von 
Arum, Typka, Primula, Nymphea auftreten körmen, 


Wenn. :alse die Blume sammt Same und Em- 


bryo-schon in der grünen Vorpflanze steckt,.so ist 


klar; dass auch deren garzer Bau nach':dem: nm; 


lichen Schema: geleitet, und'angeordnet. sey: also 
ist der Gesammtbau. einer ‚Pflanze das 
expan dirte Schema:ihrer Fractifichation, 
zumBpecies- miodiheirt nach den äussernVerhältnissen. 

Die Metaniorphosenichre hat, demonstrativ; den 


Wer eingeschlagen, die Blüthe aus der Eontrastion 


des Stammes und Blattes zu erläutern: es ist jetzt 
an. der Feit; üuch einmal das Umgekehrte zu "versüchen. 





. reine Violas tricolores und arvenses, ohne Zwischen- 
5 stufen. , (Mein ‘Lehrbuch d. Bot. 2.. Aufl. 8. 300.) — 
Hat. doch ersf. gänz 'neverlich Hr. Funck in diesen 
Blättern (Jahrgang 1858. Nr. 4.8.57.) die interessante 
Mittheiluig gemacht, dass sich hm gegen 79. Aconita 
‚verschiödener Art, aus der" Wildniss. gesammelt, nach 


“ einigen. Jahren’ in seinem Garten sämmilich in Aconi- 


tum Störkeanum verwandelt haben? es kommt nur 
darauf an, ob diess ein Vor- oder Rückschreiten war. 
"Auch ich habe diese Unwändlungen im hiesigen 'bota- 
“nischen Garten mehr als einmal erlebt N 


62. 


% Einige, neue und wenig. gekunnlte Pflanzenspocies 
Frankreichs ind, Deutschlands , aufgestellt und 


beschrieben von Dr. F. Wilhelm Schultz‘ 


in Bitsch. . 4° 
: on u Polygala L.. oh 
dr 4° P: calcarea (Schultz mspt.) Aoribus crista- 
tis, racemis terminalibus multifloris, alis obovato- 
snbrotundis, obsolete teinerviis, nervoimedio apicem 
versus, lateralibus a basi externe ramulöso-venosis, 
apiee non anastomosantibus, ‚ovario sub anthesi. sub- 
sessili,. caulibus.prostratis, foliis spathulatis in .pe- 
"tiolum angustatis, subreflexis, floriferis erectis; foliis 
:  ebovato-linearibus, sessilibus, 'erectis. ; 

:Synon. .. P. vulgaris es. buwifolia Schultz in 
‚Flore de la Moselle,, Suppl.“ p. 70., P. amblypiera 
"Schultz Flora Gallix . et Germanise exsiecata p. 5. 
«1836, Introduetion),’ H ornung! nec- Reichen- 
bach!:quse ad. P. nie@ensem ‚Risso, spetiem. omnino 
diversam pertinet. lo 

„Patria, . In collibus ealareis Thuringioo Hor- 
nung), prope Jenam (Koch), Palatinatus, prope 
Bipontum (Schultz) Lotharingiee, prope Metz (Leo). 

"Dass Reichenbach’s-P. amdlypiera nicht un- 


sere Pflanze sey, geht daraus deutlich hervor, dass’ 


Hr, Reichenbach,- in der Flora germaniea &x- 
cursoria. 2401. . sagt „semper ‚false speeimina‘ misit 
Hor nun ng” 
Linum L. 
1. 1. perenne "GLinne, Koch) sepalis ellip- 
Ä tico - ovatis margine: eglaridnlosis glabrisque, apsula 


643 


brevioribus, exterioribus anguste, interioribus: late 
hyalino- marginatis, basi obsolete trinerviis obtusis 


subapienlatis, interioribus obtusissimis; corolla. ca- : 


Iyce duplo tiplove longiore; folüis Iineari-lanceolatis, 


glabris ,.- ‚patenti- erectiuscnlis, - caulibus numerosis, . 


erectis, strietis, pedicellis., fructiferis ‚striete erectis; 
seminibus' elliptieis unilatere anguste ‚membranoso- 
marginatis. 24. - 

Synon.- L. "austriaeum ‚Polüch. 

« ». Patria. ., In ‚sylvis,. segetibus inque a arvis areno- 
‚sis Inter Benzheim. et Darmstadt, Corolle pallide 
coruleee. Canlis duos tres pedes, altus est. (Pollichy 

: ‚Steht hier- nur. zum Vergleiche. mit. ‚beiden 
neuen Arten: „ en 

2. 4. Davaricum. ® ehultz,. mept,)- sepalis 








elliptico-ovatis margine eglandulosis glabrisque, cap- 


sula brevioribus, exterioribus anguste, interioribus 


late byalino-membranaeeo-marginatie, basi distinete 


tvinerylis ‚subapiculatis., interioribus- "obtusissimis; 


corolla ealyee. ‚guadruplo- ‚longiore, petalis Iato-cbo- . 


vatis, obtüsis, basin versus in ungüem longum an- 
güstatis; foliis lineari -sabulatis, acutissimis, erectis, 


‘superioribus canli adpressis; eaulibus superne ra- 
mosis, pluriis, rarjus solitarüs, erectis, strielis, ” 


inflorescentia racemoso-eorymbosa, pedicellis £rueti- 
feris striete ereetis, ‚seminibus ellipticis, planis, sub- 
alato-marginatis, 2: 

Patria. . In ericetis supra ierram. ealcaream 


planitiei Bavarie superioris inter Monnebiam etLan-. 


dishutum. . 


' Petalk purpurso.coerulescentia. Caulis pedali, 
“ Darch’ wenigstens" doppelt niedrigere,: düniiere . 
Stange und grössere.mehr violette. Blumen sogleich 
von FE ‚perenne zu’ erkeniien. ' en NL, 

EA Leonäi iS chultz, mspt.) sepälis‘ ovatis 
acımminät margine eglandulosis glabrisque, eapsula , 
brevioribus,, interioribus subobtusis, anguste hyalino- 
marginatis; corolla ealyce triplo longiore, petalis 
‚euneiformibus ; folis lineari - Janceolatis;, breviter 
acuminatis, erecetiuscnlis, infimis "quandogue patenti- 
bus Subreflexis; eaulibus Simplicibus numerosis, basi 
‚decumbentibus,, apicem "versus erectis, fruetiferis 
Fi prostratis, ” ‘inflorescentia floribus solitariis terminali-. 
"bus vel racemoso - - corymbosa Aoribus, ‚binis vel ‚ter- 











ne nee, Schleich er. 
. Patria. ;, ‚In. collibus. calcateis, Lotharingie (e0- 
teaux ‚arides, ‚de ‚Saint- Michel, de, la Renardie et 
“de Monlainyäle,. Daisy; ‚sofeau. d’Aney. ‚et de. Chatel, 
hauteuis d’Onville, Le oe 


‚"Petala’ coerulea. Lanlis bi. = sex. g-polliearis. 





‚Differt a L. alpino L. sepalis : ovatis acuminatis 
cL. ‚alpinum -L. ealyeibus rotundatis). et seminibus 
-ovatis vix marginatis (L. alpinum Mutel, graines 
elliptiques membraneuses- ton. autdur). „EL. monta- 

..aum Schleich. planta“ ‘dubia ‚est. Secundum” cap. 
Mutel, qui hanc plantam Schleicheri in alpibus 


M 


drope Ariplo..breviöre; "., 


Delphinatus: „bservavit, semihna diversiseima, «graines 
oblongues 'elliptiques miembraieuses an; ‚berd):, 

Nonien e *dedi in. honorem 2 anlelaeie, Ida. 

5 - Thesium..L.. a - 

ES m "Hssenbti” €H: ussenat: chandoms Non. 

etiens, ..114) ;vadies fusiformi. vel varius. ramuloso- 

fibrosa ‚mülticipite; eaulibus. ‚numerosis pröstratis, 





_ decumbentibus. ve]' 'ersetiusculis," ramisgque:‘ Tragemo- 


sis; ramulis Tructiferis fructu. duplo longipribns. vel 
eum sequantibus. in. racemo terminal, - ü 





subzequalibus, subdivariestis; faliis- lineavibus,, ‚abse- “ 


Jete 'uninerviis, bracteis ternis;.«- Sructu, brevioribus 
vel media "bractea fructum-superante ,drypis ovali- 


“bus vel globosis, obsolete 10 15-nexvils, „pediegl-- 


latis vel -subsessilibns;,: perignnio fracins ‚Anyalaip ‘ 





> Synon,; T. ‚gallieum, Schultz in tk; m. pratense 
Holandre‘ "Supplement a .la Flore;,de JaMoselle, 29! 
et non.Ehrhard!.T. Inumifusyen Dec. Fl. ErY. 
3 r 2 
Bi Sovardl Simplicias,; depresstus, delüis ‚bre- 
vioribus, : "bräcteis omnihus: plerumque- fruetm: brevig- 
ribus CT. :Souardi Schultz niit) 5.0.2000 si. 
- B. Couieauni.. "Ramösins; ‚erechius;. Soltis "Ton. 












 gioribus, bractea media fructum plerumque. saperante. 


Patria.. In Selibun, calcareis Gallie (Paris! 
Limoges, Thesium ae Ze Mende! ‚Boivin, ‚sine no- 
mine cum T', alpino; Metz!Schultz; Pontamousson! 
Couteau; Nancy! Hussenot, Souard! var. ß. 
sub homine „T, kumifusum?”) u 


\ j 646 i | . 2 ” “ | u a 


s; 


"Diese Pflanze, welche ich .1830, ohne:Namen, 
von Paris und Mende: erhielt, 1833: in der Gegend 


- ‚von Metz lebend beobachtete "und: sogleich als hen. 


erkannte, hält Hr. H olandre, Verfasser der Flore 


„de la Moselle, für - T. pralense Ehrh.-. Obgleich es 


Yun mit’ diesem im’ Habitus die grösste. Achylich- 


“keit hat, so’ unterscheidet:’es sich "doch » sogleich 
-dürch' die bleibende Bläthenhülle,. welche. ‚ganz. ein- 


‚gerollt und‘ dreimal kürzer - als die:Nuss jet, (ir. 


‘Holandre: sagt selbst 1. e „perigoiie persistant, 


'roul& et moins long que-Ja capsule”) ‚während die- 
aan bei T: pratense Ehrh. fast länger "als die Nuss 

"Von T.- intermedium ‚Schrader; mit‘;welchem 
"es  aanserdem allein "verwechselt - werden ‚könnte, 
‘ünterscheidet‘ es sich "erstens durch ' ‘die "Wurzel, 


welche spindelig, seliner ästig, vielköpfig,, ‚aber nie- 


‚mals‘ ‘krieehend ist, "zweitens durch: die- äusserst 
'schnialen, infehfürmigen, unmerklich."einnervigen 
‚Blätter; drittens dareh die niederliegenden: Stengel, 
viertens durch den’ traubigen I Blüthenstand, füriftens 
"dureh ° die in den langen. Endtrauben fast gleichlan- 
"gen, : ‘viel kürzeren Eruchtästehen , ‚sechsiens durch 
die mehr kugelige, vielnervige Frucht, 'welche bei 
T.intermedinm glatt und durch ‘fünf ‚vorstehende 
Eetigemerven fast fünfkantig ist. ” 
IL. Botanische Notizen’ “ 


"Verzeichntse der bis jetzt an den Inseln Semiotet, Kilan- 
‚gaurschuk und Auadtet:in Grönland gesammelten ‚Hoose. 


; 1. Sphagnum compactum. — 
2. Ze obtusifolium, . in 


- 6.. 
7. 
8. 
9, 

10. 

11. 

12. 


18. 
14. 


15. 


16., 


417. 


18.) 


19. 
20. 
4, 
29, 
28, 
24: 
3. 
36. 
27. 
28. 


"Desmatodon latifolius. 


, a 7 2 


Sphagnum acutifölium. 
" Conostomum ‚boreale. en 
Trichostomim ‚sudeticum "Funck. 
Dryptodon sudeticus Brid. 
‚Trichostomum lanuginosum. 


2% fascieulare. 
Spiachnum mnioides. 
3», urceolatum. 


Eremodon Wormskioldii . 
Orthotrichum affie. ee 
Dres "saxatile.: . 
Weissia erispüld. . . 
Oncophorus ,. eine Wahrscheinlich noch ünbe- 
schriebene Art, dem’.0. strumif. ähnlich, die 
noch. weiter beobachtet werden mass, 
‚Oncophorus strumiferus. “ “ 
er Wohlenbergü,. 
Dieranıım elongatüm., h 
Kuss ‚congestum, un \ 
yo ssriehunm. 
5 BE: . L ‚erispum. j 
‚Ceratodon purpureus:, N. 


‚Syntrichia 'hyperboreu. -- 
Piychostomum. compaotum. 
 Hemisynapsium bryoides.. - 
‚Pohliu cueullata... : u 
Webera nutans. . : 
» bicolor Leine mit W. nutans gar nicht. 
zu ‚verwechselnde. gute Art). ' 


+ 


ei; 


648 


u 30. RN 





"31. Bryum eirrhätum Hornsch. $ Hoppe. . 


32. „. spedlosum: Volk © vu - 
Anmerk. Schwägrichen zieht Brywn.. ‚speciosum 





> zu B. pallescens und:gewiss mit Recht. 
‘38. Bryum palleseens. =. , . “, 
34: Mnium. turgidum Brysl, unie..;- 
35. m  palustre Br. univ. 
.36, Bartramia ithyphylla. 





37. Polytrichum alpinum. = we 
» alpinum.-B, bresifoliuni.: 
Bm ‚septentrionale. 

R Bor nn Be. Archieum. . 


* EEE 
: Hipnum Yluitans. 
BATGBEIER. 7" 17777,2777 FRE 
a, 2 REINALUN 
9 sitramineum: “ 
Andreaen petrophila Bhrh. <= 


Juniperinum. ce 












. Aus vorstehendem Vexzeichniss ‚ist.eine.interes- 
"satte Vebereinstimmung” der 'grönländischen Flora 
mit der der Alpen ersichtlich, doch kömmen’auch 
einige Grönland eigenthünmliche Arten wor. Eremo- 
don Wormskioldii ist, soviel ich weiss, das einzige 
Moos unter den Splachnoiden, das einen gekrümm- 
ten Fruchistiel und bis zur Fruchtreife "eine hän- 
gende Kapsel hat. — 0 wen 
' Da ich fortwährend. mit -Grönland-:in Verbin- 
“dung: stehe,-so werde ich mir. ein ‚Vergnügen. dar-.- 
aus machen, das Verzeichniss fortzuseizen.” i 
. Auch bin ich bereit, von den’ grönländischen 
Doubletten gegen andere, mir fehlende Moose, oder 
auch gegen Lieferungen, für .den kryptogamischen 
Theil der Flora germanica exsiceata abzugeben. 


? 


“ Herrnhut in Sachsen. / 
’ oh na VE EC. Breutel. 


® 





Allgemeine 


ä botanische Zeitung. 








Nro. 4. egeburg, am 7. Norember 1838, 





1. Original - Abhandlungen. 


1. : Observalio de caulium et foliorum in quibusdam 
‚Euphorbüs metamorphosi; seripsit Fr. A. Guil. 
Miguel, Dr. Roterodamensis. " 


Prantarum ( Cacteorum organa foliacea i investigans, 
eorum cum illis Euphorbiarum comparationem in- 
stitul, spe ‚duetus in genere hoc memorabili, in quo 


. _ species Tamosissimze perfectissimisque foliis’ ornatae _ 


per membrä internedia ad formas eactiformes aut 


aphyllas vulgo dietas, transeunt, viam indicari, qua 


Uactearum evolntionem reciius cum ea familiarum 
aftınium eomparari.posset. At .‚vero Euphorbiarum. 


metamorphosin ab ea Cactearum satis recedere in- 


tellexi. Id hie brevibus 'asponom, 


In nullo forte plantarum genere tanta vegela- 
tionis partium differentia obtinet ae in Euphorbia, 
adeo ut prisci Botanici non dubitaverint, plura 
exinde genera constituere, qua vero Linnzeus, felix 

“ille nataralium generum inventor, in Euphorbie ge. 


‚nus conjunzit, „quia limites in natura frustra qua- 


reret‘ ars, nisi Creator ©, M, illos ‚ordinasset” (Diss, 
‚de Euph. 1752. Am.,ac. IM. 100. 
Flora 1838. Al. 4 Ss 


a 


1 


(Te 4 


Hodie, E. ap et foliosee a Botanicis' Syste- ' 
matieis. "distinguuntur, que aut finticosze aut her- 
‘ baceie, aculeatze ant inermes' sunt,: 


Foliosarum- folia plerumque sessilia, rarius pe-- 


tiolata, alterna aut opposita deprehenduntur, ‚subinde 


‚basi paullo: tumidulse. insidentia, ut in E. cotinifolin 


cernitur, foliis sernis longe petiolatis instencta, eaule 
iufra eorum insertionem triplo erassiore quam supra, 
Cujus tumesoentize catısa -stratum.: corticale eellulare 
est, nec lignum aut medulla. \ 

‚Inter species caulibus curnösig instvuetas, alie 


‚ magna folia gerunt, szepe_ cito deeidua, ut in E. 


nereifalia (C. Commelin. Prelud,. Bot. T. 6.), eujus 


- folia_ pulvino  erasso insidens, post eorum lapsum 
u superstite. Hae species. 'transitum quasi struit ab 


Er eaulescontibus ad earnosas. — Pulvini ilhus n- 
tura in aliis, ut, in E. Clava (Commel, et 8) 


. melius. declaratur, ‚evidentissime antem intelligitur 
'e planta nobis e semine capensi_ ac. Ecklon 


‚misso enata, E. elliptien ei dieta *) ex eodem tribu 
"ac praedieta species. Singulum, ejus folium Ppulvino 
diseiformi. erasso prominenti. insidet, apte cum pe- 
tiolo dilatato, eauli adnato, comparandum. Lamine 
eitius, eadunt. Locus, ubi a disco petiolari solvun- 
“tur, colore rubello prius tingitur. Lamina, dum ca- 
dit, adhuc viridis et vegeta est. Cicatrix'elevata, 


" apice vabello, in disco remanet, Ad ‚parte disci 





>; ab PB. elfiptien Lan. 3 planta herbacea peruvians, 
sane diversissima, Bu » 


- 
s 


Fr 2 651 


-superiorem, , subinde ad ulknum ejus marginem, ‚nee 
"inter duos diseos, gemma vubella cernitur, in su- 
“ periore caulis parte evidentissima, in inferiore Sen- 
sim tabescens. 

In aliis minores foliovum laminze eernuntur, at 
in E. mammillari d. e. T. 9), E. Commelini. (T. 7 > 
E. globosa, in, qua valde exigume sunt et cito.evanes- 
eunt, In aliis vix visibiles a plurimis deseriptoribus 
pretervisoe sunt, qui has E. aphqllas ‚perperam 
dixerunt ; E. antiquorum pluresque ali, *)' Neque 

“ Antern diseorum magnitudo. am illa laminarum pari 
passn d deereseit. . 
Nee ‚Stipule his foliis desunt.  Exemplum sit 


E. uneinato,. que in eaulium apice folia minutissima _, 


squamzeformia fere gbcordata gerit, ad quorum ba- 
sin dus squamuke lanceolate sitas sunt, de quarum 
indole stipnlari nullum dubium est. Folia eitissime 
cadunt, superstite. stipulamım pari, que mox in 
spinas mutatze , discos-. biaculeatos reddunt. Inter 
stipulas delaps«e folli- lamin& eicatrix tanquam cal- 


lus eorneus persistit. 'Tali modo omnes an acnlei _ 


gemini | ar diseis plurimarum ' specierum. oriuntur, 
e. c. in E. nereifolia,. E. antiquorum, E. grandi- 
dente aliisque. — Organa bie ‚reperiii, in religuis 


hujus generis sectionibus obvia, mirum sane non 


est. — Num E: hie carnosie, stipulis predite, SemM- 
per folia opposita habeant? 





» 


9) Recte Linngus (Je p- 107 ‘„aenlei äno! onposit et 


supra hos foliolum winimnm, deeiduum.” 


852 


Fi 
u 


Singularis jam discorum öllerum ' petiolarium 

j metamorphosis est, @X qua eaulis, evelutio, tumes- 
gentia cat. tota’ fere explicanda est. Disci illi pro- 
»<ul dubio naturse foliacee 'sunt, quod proeter ortum 
'struetura indicat et usus eonfirmät; eum eito dela- 
bentibus feliis, superficie sua foliacea eaulem undi- 
que tegentes, ‚illorum vices agunt, Situs spiralis 
: in ‚plerisque evidentissimns est, in .aliis rectiserialis, 
Eorum- forma pro iefate valde ‚variaf. - Nascentibus 
„sel. et junioribus foliis ut plurimum longiores et 
angustiores disei sent; dein delapsis foliis ineresennt, 
in primis in diametro transverso, et tumeseunt, Si- 
; tus>ejeatrieis folii in zorum superfieie mutatur; hac 
‚ enim initio.ad marginem disei superiorem sita, une 
sensim. ad inferiora recedit, inereseente. itaque su. 
periore disei parte, ‚ tandem ejus‘ centrum secupat, 
Hoe discorum ineremento eaülis tumescit et- formas 
varias mönstrosasque: induit, Si disei: spivaliter 
siti; parum, a se invicem distant, mutua pressione 
- polygoni evadunt, ut in E, elliplica nostra, E. glo- 
"bos@, E: Copiut Meduse: ; si juxta.lineas longitudi- 
"nales -sibi 'superpositi sunt, coalescunt plerumgae 
- juxta. has. lineas, lateraliter profundis suleis reci- 
lineis diremti; sie eaules angulosos et costatos fa- 
ciunt, ‚triangulares in E. antiguorum, -quadrangulos 
in E. canariensi, sepfangulares in _E... heptagona. 
‚E& majori 'minorive spatie. inter. discos lateraliter 
obvio, sinus ‚latiores angustioresve inter costas re- 
. manent, is Melocactorum et Echinocastor um similes. 
Si juxta duas lineas. oppositas, disei dispositi sunf, 


Be 


a EEE . 653 
eanles : eomplanatos. "efformant, eum Coreis alatis 
“ eomparandos, uti in E. uneinata altisque;. Cum. . 
ramis phyllodinis Phylianthorum has formas- edm- 
parare, inepte.non videtür, i 

In aliis speeiebus aut omnino discreti imanent, 
aut guaquaversum,. inter : se .eoalescunt caulemgue 
strato foliaceo unitormi , spurio. 6orlice, tegunt., In 
priori casu, si 'viX aut ;equabiliter disei inerescunt, 
caulis formam yix-mütant, v. e. in E. Commelini, 
E. nereifolia. . Si vero.diseorum ‚diameter transver- 
sus augetur, caulium forma eylindriea in ‚glebosam 
transit, quod preeter alias. E. ylobosa' evidenter de- - 
monstrat, enjis rämi novelli wylüideici discis oblon- 
gis teeti sunt, dm vefustiores, diseis oyalibus aut . 
rotundis insiructi, evoidei aut: sphzeriei cernuntur. 
Idem- majori- minorive gradu in plurimis aliis obti- 
net; in omnibns infima eaulis. pars_angusta est. 

Longe ab 'his omnibus E. Tirucalli  recedit. _ 
Caules ramosi, subeylindriej, juneiformes folia : ‚exigua, x 
‚squamxeformia, adpressa, ovata gerunt, omnino cum 
foliis specierum . earnosarum: minutis comparanda, 
at discis illis erassis non suffulta. “ Discos ‚autem 
hos non, uti in volgaribus ‚speeiebus ramosis folii- 
feris, deficere eredo. "Vtriusque seil.. lateris diseum 
enm oppositö totum. eonfluxisse canlemque' yagina 
quasi eiecumdare, e eaulium forma conelude. Axis 
sei, intra folioram par-erampens, axi inferiore multo 
angustior est dum corpora lignea ejusdem fere dia- 


meiri sunt, et ‘siratum cellnlare 'erassum e Jolis 


quasi in axin‘ inferiorem descendat. Foliorum ita- 


x 


654 in 


que paria in line! planta ad. internodia sibi suppo: 
rsita pertinere yidentur. EB. ‚earnosas aphyllas hiee 
; itaque ‚cum eaulescentibus foliiferis conjungit. 

Ei premissis observationibus caulium vere aphyl- 
‚larum'.ortus intelligi potest, In E. off ieinarum et E, 


gucumerina v. c., quarum disei.in -costas eoalescunt, 


"in summo ‚eaule folio minutissimo .eito decidua (aut 
. potius. lamine foliorum ;;. disei nimirum petiolos re- 
ferunt) cernuntür. Ab his vix differt BR. ‚meloformis 
-similibus costis 'conflata in quibus vero nee folia 
‚nec stipulie. repexiuntur.. et discorum, Äimites non 
‚sisi-Jineis_ obscurioribus  undulatis - transversis et 
-impositis gemmariin vestigiis egre . indicanfur. - In 
hac itaque :costio phyllodiis: formari..videntur. — 


„Cum -formä, cauliam »barum' aphyllarum „tur ‚setate 


„nutetur et:plerümgue magis globosa. evadat, .ex ana- 
logia coneludimus;;: diseos;, . etiärhsi inde ‚ab initio . 
‚Inter se et cum cäule eonereii’ sint,. in ‚diamitro 
tratisverso! inenescewe; en. 
ar Gomme. eb ’anes laterales. - In plurimis. E. Car- 
‚nosarım simplieium: auf pauei- -Tämosärum. gemme 





in -foliorum axillis ‚ädsunt.. eito- peritur’# subüide in 


:disei parte supreimä. sitze: sund, quam quasi perforant 
zub in;E. ellipticn: Bel. ;"id autem ineremento disei 
psius ita- obtinet, cum in nascentibus foliis revera 


. »disei 'axillam ocenpant.. Plerungne eito pereuntes 


‚foramen ' in‘. diseo’ relingumt, ut in BE! cucumerina, 
E. nereifolia, E; mamimillari -aliisque observavi. In 


. guibusdam nunguam' evolvuntur ‘aut extus adparent, 


:aub..si. rärissimie „eflorihantur, ramuım eonstituunt 


655 - 


normalem, axi primario similem, ut inE. metoformi, 
In aliis frequentius ejusmodi. rami protrudantur, 
ve m E. Capüt. Meduse, E. globosa, :E. Commelini. ': 

Singularem anamorphosin rami in guibusdam 
speeiebns patiuntur,, spinas simplices aut ramosas u 
eonstituerites,. ut in E, heptagona (Conf. Icon. in. 
Boerhaave. Ind, alt. Hort. L. B.1. 258), E. mam- 
milleri“ ext. ‘ Mox rare sunt he ‚spinz , gemmis 
seil. omnibus fere non 'evolntis, mox numerosze, in 
series longitudinales dispositze, e. quavis sell. diseo- 
yum axilla aut parte superiore gemmä in spinam >» 
exerescente.- Spinas has’ esse ramos apkyHos indu- 
ratlos nemo' dubitabit, perpendens 10. Jocam inser- 
4ionis, 20. in aliis, ut. in.E. heptagona, spinas flores 
‚gewere, qua vectius quidem ad infloreseentiam 
referuntur. In E. officinarum subramoss sunt aut 
vamulorum abortivorum vestigüis tuberenlatze; nas- 
centes wubelloe,, molliores, sguamelis minufis) "cum 
bracteis apte comparandis, obsitee. — Talis_ramo- 
rum spinescentia in. aliis speeiebus ‚föliosis non, 
deest, teste E. spinosa aliisque..: In ‚E. 'canariensi 
aliisgue Garnosis flores solitarii fere sessiles in die- 
<orum axillis formantur. Que itaque in speeiebus. 2 
herbaeeis foliosis obtinet, ea ef in earnosis reperi- 
tur inforescentize differentia, 





Si itaque E. carnosarum caules cum lis Caclea- 
rum’ "comparamus, evolutionis diserimen his fere. 
eontinetar: " i i 

1. Euphorbiarum eaules in. prinis discis lie: 


® 


Fr a 08 


Fi 


De en 


rum superstitibus 'seu petiolis cum caule pagina ua. 
superiore evalitis, tumesgunt, organis’ itaque Appen- . 
dienlaribus. - In Cacteis. rami abortivi liberi mam- 
millas Mammillariarum, . aut eonereti costas. Melo- 
caclorum, - Eichinocactorum et Cereoruin componmt. ' 
In Cacteis insuper, Iieet:non. semper, eaulis  exten- 
‚ sione medullse simul tumeseit, nti in "Melocaetis, om- 


u aibusque quibus «eylinder lignosus elausus - deest, 


‘In Euphorbiis tamen hiec medulle extensio ‚non om- 

‘nino deest, uti in _E. globose‘, in qua, ut dlissectio 

‚me edoeuit, stratum- ligneum :(molle) tennissimum 

' ‚adest, vix wetate increscens et amplissimam medul- 

lam includens, eaudem, ac_caulis, formani veferens, 

Hac ratione itaque Euphorbie Cacteis similes sunt, 

\ 2; Spin geminge “Cacnle) in costis Zuphorbia- 
rum ad: foliorum eieatrices' sitoe, 'stipuke sunt, Qu j 

‚vero inter, „discos erumpunt, ariamorphösis axium 

"Iateralium, plerumque floralium, ‚In Cacteis € contra 

spine sunt perulse gemmarum. in‘ apieibus ramorum 

- abortiverumsitarum, ut acute exposüit Ol. Zuccarini, 

=. Florum evolatio e. Cactearum faseiculis spi- 

‚ Nosis-ei ex Euphorbiarum axillis diseorum hage com- 

probat; dein- propagatio Castearum complurium per 

. gemmas istas, que a caule materno solatee,. ad plan- 
:tam integram eyolvuntur.. “ 


r ‚Einige Bemerkungen über Trifolium -anomalum 
' Schrk.; yon: 6. Walpers, Stud.  Botan. ‚in 
Greifswald: . 

.. Im Sommer 1836 bemerkte ich, im fürstlichen 

; botanischen Garten zu Putbus: anf Rügen eine merk- 


« 2 5 


2 


& 
\ 


oo: 


657 


= dr 
2: 


‚würdige Pflanze, die hier unter dem Namen Tri- 
folium anomalum im Freien. ganz ‚kräftig vegetirte. 


Im vorigen ‚Jahre hatte ich Gelegenheit, dieselbe. 
‚Pllanze aus Samen .erzogen’ im bötanischen Garten’ 
„au Greifswald ‚zu beobachten; und ich. erlaube mir, ' 
"einige hierher gehörige Bemerküngen mitzutheilen. 

DeCandolie ‚4ührt diese Pflanze in seinem 


Prodromus (Bd. IL p: 199. Nr. 73) auf ‚und gibt , 
* yon ihr ‚folgende Diagnose:  _. > . 


- Trifoliam anomalum (Schrk, pl. rar. "tab. 1, 


eaulihug‘ repentibus,. folis longe petiolatis, foliolis 


oboyatis yel „beordatis, atris, argütissime serrulatis, 
‚stipulis, inferioribus laneeolatis integris, superioribus 
: Tatis erenatis, capitulis axillaribus longe pedunenla- 
is, Soribus ‚pedicellatis laeinüis_calyeinis ‘brevibus 


. inzequalihus- ‘eorolla .multo, minoribus leguminibns - 


‚teretibus, „4-spermis, seminibus vareserne Ar Patria 
jgnota. ‘An var. Tr. repenlis? 

Diese Diagnose passt ganz vorirefflich- anf ün- 
‚sere Pflanze, und ich. zweifle keinen Augenblick 
an deren Identität mit Trif, anomalum, nur glaube 
ieh; dass DeCa ndollle ganz recht hat, wenn er 
frägt, ob: ‘sie nicht eine Varietät (ich möchte lieber . 
‚sagen constant göwordene Monstrosität) von Trif. 
röpens 'sey. Von diesem unterscheidet sie sich” 
‚durch folgende Merkmale, nämlich durch gefünfte 
‚Blättchen, welche eine sehwarze Farbe "haben; Bur 
ein. schmaler grüner Saum, der längs des ganzen 
Blattrandes verläuft, deutet anf.ihre ursprüngliche 
Farbe’ hin. Ferner zeigt unsere Pflanze noch grös- 


Be 


sere and aus: tiehreren Blüthon zmsanmmierigescah 
" Blüthenköpfchen.. 0. 

- Eine‘ "genauere: Beträchtung dieser" interessan- 
ten Pflanze im lebenden Zustande lehrt, dass sie 
nur eine durchgreifende: Verwachsung zweier Indi-, 

“ ‚viduen des: Trifolium :repens sey. Der bandartig 
verbreitete kriechende Stengel steht mit seiner schar. 
"fen. Kante auf dem: Erdboden auf und an ihm be- 
merkt man nur bei einem horizontalen Durchschnitt 


", ssenerk- ‚Ursprung Aus zwei neben einander ver- 


laufehden Stengeln. Man erblickt‘ näuilich statt 
' &iner zwei, freilich etwas undeutliche Markröhren 
und jene, "Vermuthung, diese” Pflanze: möchte: aus 
zwei durchgehends verwachseuen: Tudividuen be- 
“stehen, wird zur völligen Gewissheit erhoben, wenn 


wir die. Blätter‘ betrachten; . Denn bei ihnen sehen 


wir ganz dentlich das bandartige Verwachsen zweier 
‚  Blattstiele ihrer ganzen Länge nach zu einem ein- 
. zigen, und selbst die: Nebenblättehen, welche aber 
nur einfach: vorhanden sind, vergrössern sich um 
das. Doppelte. . 

: Man möchte wohl meinen, dass nach einer so 
duröhgreifenden Verwachsung auch sechs Blätichen 
.zum Vorschein kommen würden,, allein es kommen 
in der Regel nur fünf —: (die Stelle, - welche das 
- . sechste einnehmen würde, nämlich die dem Sten- 
gel zugekehrte Seite, bleibt. leer) —. zur Entwick- 
"lung. Diese fünf. Blättehen haben aber! die Eigen- 
thümlichkeit, dass. man an ihnen und zwar an ein 
ind ‚demselben Stoöke alle ‚Farbennünncen, welche 


q 


7} 


x 


B » " “ = \ Deu , = 
"zwisehen orangenroth, rosenroth und schwarz lie- : 
\ 8 I. 4 


gen; zu gleicher Zeit beobachten kann, ‚Da eine 


' Färbung der Blätter durch Oeldrüsen bewirkt: wird 

“welche. unter der Epidermis liegen, so stelle ich 
hir vor, dass die: Masse des fehlenden sechsten 
'Blättehens gleiebsam zur Production solehar' Oel. - 


drüsen in den fünf übrigen verwendet. werde. Für 
‚diese . Hypothese möchte ‚ich wohl: folgende That- 
sachen in Anspruch nehmen. In einigen wenigen 


Fällen finden’ sich nur vier Blättchen, dann-besitzen 
‚sie aber auch das reinste im Pflanzenreiche mög: - 


liche Schwarz, finden- sich ‚hingegen, wie ich !ebeu- 


“ falls zur beobachten: Gelegenheit hatte, ‚sechs voll- j 


ständig ausgebildete Blättchen, also die ürsprüng- | 
liche Zahl, . dann: haben: diese das normale: Grün ' 
zur Farbe. "Dieser letzie Fall, ‚gleichsam eine ano- 
male - Anomalie, findet jedoch sehr - selten! statt, 
denn ich habe. nur zwei Blätter - mit dieser Eigen: .. 
tkümlichkeit, und zwar, in ‚der Nähe ‚der Wurzel 
auffinden können. ; 
Ist wohl ‚die Verwachsung Grund. für "die 


"schwarze Blattfärbung bei dieser Pllanze? 


:Da sich- diese durchgreifende Monstrosität durch 


‚die Aussaat Tortpflanzt, sollte man- dadurch 'wehl 


ein Recht haben, sie als eine eigene Art bestehen 
za lassen? - 

. Gibt es‘ vielleicht. 3 in der Phänzenwelt. nioch 
mehr Beispiele von einer se durehgreifenden, dureh 


Aussaat constant gewordenen Verwachsung: zweier" 
Individuen derselben Art, ‚wodurch. anscheinend 


eine neue Art ‚iervorgebracht wird? 


F 


Bi Gorrespon denz- 
(Berickt.aus Dalmatien 2. 

Im Jahre 1836 lieferte ich. keinen Bericht über. ° 

..die botanische Thätigkeit in Dalmatien, aus dem 

‚ einfachen. Grunde, . weil es. mir an genügendem 

"Stoff dazu fehlte; denn sonst hätte ich gewiss nicht 


-... geschwiegen. ‘Die Seientia ämabilis . zählt in dem 
“ ‚schön nen Hesperien noch weniger, aber in Dalmatien 


: keineswegs so viele Gönner und Freunde als. jen- 
seits der Alpen. "In kalien, sind es doch wohl. nur 


‚die. Lehrer dieses Faches an den Universitäten, 
‚ welche ‘dei Liebenswürtligen ex offieio, den Hof 
„machen, weil sie dafür bezahlt werden, während 


‚man bei uns Persönen hohen und höchsten Ranges, 
ja sogar Damen findet, welche um ihre Gunst buh- 
le, Auch. sind die italischen Botaniker nicht. 50 
‚schreibselig wie die deutschen, daher ınan in Deutsch- 
and in dieser Beziehung. wenig, weiss, was in Ita- 
‚lien geschieht, sowie. sich die Italier ihrerseits auch 
"um: das nieht kümmern, was bei uns geleistet wird. 
‚Da ferner die italischen Botaniker (ich nehme mei- 


. nen Landsmann Jan in Parma aus) meistens nur 


für, sich. selbst oder höchstens für ihre- ihnen näher 


‚ stehenden Freunde sammeln: $ so hal es in Dentsch- 


‚land schwer, getrocknete (besonders gut geirock- 
nete) Pflanzen aus Italien zu aequiriren. Die mei- 
- sten Pflanzen, . welehe dessen . ungeachtet ‘bei uns 


. eonrsiren, dürften von reisenden deutsehen Bota- 


'nikern ‚gesammelt worden seyn, “Manche Pflanze, 


- welche yon deutschen Hä nden auf italischem Boden 





er u 


gesammelt und in Dentschland Deschrichen worden‘, 
ist, wurde später von irgend einem italischen Bo- - 
“taniker abermals als Novität benannt und beschrie- 
ben. In Dalmatien besteht bis jetzt noch keine 
Lehrkanzel. ‚für Botanik, weil dieses Lehrfach nach 
dem österreichischen Siudien-System. mit den me- 
dieinischen Studien verbunden ist, welche nur auf 
Universitäten gelehrt werden, deren ‚in Dalmatien 
keine besteht. Nur ‚mein F reund., Professer Al: 
schinger in Zara, hat aus freier ‚Antriebe und 
- aus besonderer Liebe für die Wissenschaft einige 
junge Studirende, des dortigen. Lycenms“ herangebil- 
det, unter, welchen, wie ich schon: in meinem Be-: . 
richte pro 1835 bemerkt hatte, Hr. Papafava in. 
Zara obenan. steht. Dieser junge Mann hat seinen | 
- juridischen -Kursus in Wien . vollendet, und ist in: 
seine Vaterstadt zurückgekehrt. Er hat ein Her- 
barium von mehr als 15,000 Species mitgebracht 
(die vielen Duplicate nicht gerechnet), eine Samm- 
fung, wie sie in Dalmatien alsser ihm, kein Ande- 
rer besitzt. Das. ist ein grosser , Gewinn für Die- 
jenigen, welche sie benützen wollen, oder vielmehr, 
welche sie zu benützen versichen; denn Jeder. 
weiss, welehen Vorschub eine derlei Sammlung- 
den. botanischen Studien gewährt. Papafava, hat 
sich jetzt der Algologie zugewandt und wird, so 
ahne und hoffe ich, nicht auf halbem Wege stehen 
bleiben, sondern nit: Math und Beharrlichkeit auf 
der betretenen Bahn fortschreiten und einst. Füchti- 
ges leisten, ‚Dalmatien ist ein Land, welches der’ 


4 


662 ee 
_ Wissbegierde und dem botanischen Forschungs. 
‚ geiste: noch immer ‘ein fruchtbares Feld ‚darbietet, 
Auch heuer fand ich diese schon öfter in diesen 
Blättern "ausgesprochene Bemerkung bestätigt, -als 


-jeh die Sammlung meines Freundes Joseph K argl. 


dürchmusterse. Dieser, ein F orstbeamter deutscher 
Zunge und, Bildung, ‚befindet sich ‚seit einigen Jah- 
ren in Dalmatien, um die Vorarbeiten- zur Syste. 


misirung 'des Forstwesens zu 'machen, da dieser, 


‚Zweig ‚der öffentlichen Verwaltung bis jetzt noch 
„nieht regulirt ist und aueh unter der venezianischen 
und französischen Herrschaft nicht war, daher auch 


die Forstkultur und mit ihr. die Viehzucht in einem : 


kläglichen Zustande sich befinden. Seines Berufes 


wegen muss Hr. Kargl Gemeinde fir Gemeinde 


- bereisen, alle Berge erklinmen, ' in alle Thäler hinab- 
steigen, kurz, ‚Gegenden besuchen, welche noch 
‚ Keines Botanikers Fuss betreten hat. Er hat somit 
Gelegenheit zum Sammeln, wie. sie kein Anderer 
‚vor. ihm gehabt hat, und was noch mehr gesagt 
haben will, er kann mit aller - ‚Bequemlichkeit sam- 
meln , da er dienstbare Leute ‚genug zu seiner Ver- 
fügung hat, und ohne dass er die geringste Aus- 


lage dafür hat.. Es dürfte sich manches Neue in. 
. seiner Sammlung‘ finden, noch mehr. aber, was we- 
‚.nigstens für Dalmatien nen ist. Hr. Visiani hat“ 
‚seine Ausbente fleissig benützt und seine Flora dal- 


mata wird dadurch einen interessanten Zuwachs 
erhalten. "Die Erscheinung derselben. dürfte sich 
‚aber noch. auf eine: unbestimmbare Länge der Zeit 


L 


hinaus schieben, indem :er. sich, wie: er "mir. bei . 
seiner. ‚Anwesenheit in den letzten ' Herbstferien — 


sagte, jetzt mit dem Ordnen und Bestimmen ‚einer 
Saminlung‘ ägyptischer und imabischer Pflanzen be- 
schäftigt, weiche ein italienischer Botaniker Naniens 


Brocchi an Ort und Stelle zusammen gebracht 


hat. Derselbe hielt sich vier Jahre hindurch in 
jenen unerschöpflichen Rundgruben des Orients auf 


‚und fand endlich, ‘wie so mancher. andere. ‚europäi- 
sche Naturforscher in den weiten, ‚aber: ‚ungesun- 


den Ebenen von Sennaar sein Grab. Diese Samm- 


ung ging an des Verstorbenen Bruder und Erben 
Dominico Brocehi über, welcher sie Hrn, vi. 


* 


'siani überliess, : Ausserdem ‚erfordert der botani- 


‚sche Garten‘,. dessen Erhaltung Hrn. Visiani 
obliegt, seine volle Thä ätigkeit, da derselbe. :bei dem’ 


. grossen, mit.Hagel gemischten Sturme im Jahre 1834 


fast gänzlich - zu Grunde gerichtet: ‚worde,.: "Dieses 


. Unwetter ist das nämliche, das in-Padua auch au 


den Gebäuden grosses Unheil angerichtet hatte, 
indem die Dächer derselben zerstört „wurden, so 
‚dass das Wässer des hierauf. 'gefolgten ‚heftigen 


Regens.in die oberen Stoekwerke der Häuser ein- '- 
‚drang, und’ Möbel, Bücher, Schriften u. s, w ‚be- 


schädigte oder. gänzlich verdarb. 

Ein’ höchst interessanter Punkt für eine bota- 
nische Ausbeute in "Dalmatien ist der Berg Prolog, 
dessen nördliche ‘Hälfte ‚aber schon dem türkischen 
Gebiete angehört. Man: begibt sich von Spalato 
ans über Sign: dahin, "welches der ‘Name eines 


* 
a 2 


Marktfleckens. 17x Miglien östlich von hier’ist. Von 
Sign aus reitet man in nördlicher Richtung fort 
“ und erreicht in fünf Stunden den Grenzposten Ka. 
dina-Bukwa,' wo man bei dem dert stationirten 
Sanitäts Beamten *ine_ gastliche „Herberge findet 
‘ (versteht sich mit Empfehlungen an ihm). ' Kadina- 
Bukwa liegt : schon auf einem Aste oder „besser Sat. 
tel des Berges Prolog ‚und zwar “zienilich hoch, so 
dass man nur zwei Stunden. braucht, um- auf den 
"Gipfel des Berges selbst zu gelangen, welcher an 
Höhe dem Biokovo nicht nachsteht, somit beiläufig 
5500 W. Fuss über dem Meere messen dürfte. Auf 
. diesem Berge hat Kargl fast alle Pflanzen gefun. 
‚den, welche anf dem Biokoyo ‘vorkommen, 'z. B, 
Campanüla Pumilio et serpyllifolia, Buphorbia soli- 
flora Vis, u. a. Diese Exenrsion kann mit weit 
mehr Bequemlichkeit von Spalato aus unternommen 
‚ werden, als jene auf den Biokova; denn das Stick 
Weg von Kadina- Bukwa bis auf den Gipfel kanır 


;. ‚ein Spaziergang genannt iverden im Vergleich mit 


_ dem äüsserst steilen Wege auf dem Biokoro, man 


mag ihn . besteigen , von ‚welcher Seite nän will, 
Da ich den’ Freinden und „überhaupt allen. Jenen, 
welche nach mir kommen, ein sicherer, verlässlicher 
Wegweiser in 'hiesiger Gegend seyn möchte, so 
.fand ich ‘es angemessen, diese mir von meinem 
Freund Kargl indieirte Exeursion in diesen Blät- 
terii zu besprechen. Eine botanische Reise in das 
"benachbarte türkische Gebiet: würde wahrscheinlich 
„ von ‚noch grüsserem Interesse seyn. 
° . (Schluss folgt) ° 


ee ...  @Hieza Beibl. 1) 


- 


“ e u; . 
Allgemeine = 


botanische Leitung. | 


re 











Nro; 42. Regensburg, "an 14. Noyeniber jas8 5 








Erg Fr Pr 


"L "Original Ä "Ablandlungen. . 


Eini ge Bemerkungen über Cisiaegen; vom Pi essor 
Bernhardi: in Erfurt. ' 









Von D @ 6; an ndo Ile!s Cistineen, „wrelciie Li n.d-. 
ley ‘der Gleichförmigkeit‘ der Benennung wegen 
Cistaceen nennt; hat‘ ‚Spach neuerdings‘ ‚die Ord- 


nungscharaktere. ‚80 musterhaft auseinander ‚gesetzt, , 


„dass es überflüssig scheinen. ‚möchte,. noeli ‘etwas 
darüber zu sagen. ; Augh geht: meine Absicht nicht 
sowohl dahin; neue Kennzeichen .- hinzuzufügen, 
als vielmehr eine. andere Aüsicht- van- "dem Kelche 
“dieser Ordnung. zu geben. nn \ 
| ‘Man pflegt dei Kelch der: Cistaceen. ‚aus inf. 
n Blättern zusammen zu setzen, - wövon zei eine. 
äussere Reihe, die drei übrigen eine zweite innere 
bilden sollen. " Letztere sind in der Knospe jeder- 
zeit seitlich geschindelt, so. dass der. eine Band 
| eines, jeden Blattes den einen Band eines daran 
-stossenden- bedeckt, ‘während sein anderer Rand 
von dem des dritten Blättes bedeckt wird. . Die 


L 





. 7 Spraghgemässer würde man Cisihinee oder Cisthare 
schreiben, da Cisthos und Cisiharon, ohne Zweifel 

\ " die richtigere Lesart ist: 
i Flora 1838, 22, on Ti 


i 


7 666 


“ zwei äussern Blätter stehen in. ‚.abwechselnder Stel. 


lung mit zweien dieser innern Blätter am Grunde 
“derselben, so dass sie ihnen daselbst nur unmerk. 
Jich anhängen. Sie fehlen indessen bei nicht we 
nigen Arten gänzlich , wodurch der Kelch auf die 
drei .innern Blätter. beschränkt wird. - Zuweilen 
< fehlt auch bloss das eine, wodurch ein vierblätteri- 
ger Kelch entsteht, oder die Zahl mehrt sich um 
eins und macht ihn sechsblätterig. Im_ leiztern 
Falle haben die drei äussera Blätter eine vollkom- 


mene klappige Stellung; indessen ist dieselbe bloss 
“ als Anomalie zu betrachten, welche nur bei den- 


_ ‚jenigen Arten vorkommt; bei denen’ das eine der 
» drei innern Blätter. eine von den beiden. übrigen 
verschiedene. Bildung hat, indem es an dem äus- 
„‚serii Rände in. ‚eine. Fläche: ausläuft;, welche der 
‚der äussern Blätter ‚gleicht, so dass es. zur Hälfte 
aus einem äussern und zur Hälfte aus einem iinern 
Blatt gebildet zu seyn scheint, ‚Zeigen ‚sich jedoch 


bei diesen Arten drei äussere Blätter, so-wird das 


® dritte innere, Blatt .den beiden andern vollkommen 
gleich. Man darf daher mit Recht annehmen, dass 
jene fünfblätterigen Kelche bloss dadurch entstehen, 
dass eines der innern ‚Kelchblätter mit einem äu-. 


'sern Kelchblatte verwächst. ‘In diesem Falle pfe- 


gen äuch die äussern Kelchblätter grösser als die 


‚Innern zu seyn; gewöhnlich sind sie aber vreit klei- 


ner,'oft sehr klein, zuweilen auch eben so gross, 


. Niemals sehen die äussern Blätter den innern voll- 
kommen gleich: die grössern äussern gleichen viel- 
2 I Fa . Du . 


mehr den wahren Blättern. und die kieinern: don. 
Stipeln. .: rs 5 - B 5 . ; ° m: 
‚Bei-- diesem. ungewöhölichen: Verhältnisse‘ "der. 
Kelchblä iter: darf man: wohl mit Recht fragen; sb 
„MON, die ‚äussern ‚Blätter für. wahre Kelehblätter zu - 
nehmen oder-'sie.hicht: vielmehr‘ für Hüllblätier zu’ 
erklären ‚habe?‘ E 
. Gegen die gewöhnliche Meinung; nach welcher 
"gie als wahre: Relchblätter‘ beschrieben werden, er. 
‚ geben sich bei näherer Untersuchung folgende. wich- ” 
tige erde: en RER Bu 
„Es lässt ‚sich Kein. anderer wahrer fünf. 
hiesigen ‚Kelch..mit Bestimmtheit nachweisen, wel- 
. cheir demjenigen, den-die Cistateen besitzen ‚sollen, 
gleich oder auch: nur. ähnlich‘ gebildet ‚wäre.” Zwar. 
stehen bei fünfblätterigen Kelchen. sehr häufig zwei - 
‚Blätter nach Anssen, "denn. diess_ ist’ bei dem ge- 
‚meinsten ‚dieser .Kelche, dem Galyx- spineuneialis, 
der Fall, aber dann. findet man immer nur zwei . 
innere‘ Blätter: und ‘ein fünftes, ’ ‚das mit .der 'einen- . 
Hälfte nach Aussen, ‚mit der . ‘andern nach’ ‘Jünen ' 
sieht. Dieses fünfte Blatt vermag sich‘ auch auf 
‚Ähnliche Weise zu theilen, . ‚wie ‚man es bei den 
Cistaccen bemerkt, wenn sie einen. sechsblätterigen 
Kelch bekommen, "allein ‚von ‘den ‚sechs Blättern, 
‚ welche dann entstehen, nehmen’ die äussern keine 
klappige Stellung an, während‘ die i innern sich_seit- 
lich deckten.9 . —, - N 








9) DeCandolle nimmt ‚den Begriff von einem Catan 
ginoimeialis In einen weiten Sinne, allein , wie 


Bes 


‘ 


“ 


668 
„4. Wären die fünf Blätter , aus ‚welchen man 
. den eich der. Cistaceen "zusammensetzt, ® wahre 
Kelchblätter, 'so müssten 'sie in “einem bestimmten 
Verhältnisse zw‘ den Blumenblättern stehen, - ent- 
. weder, ; wie ‚gewöhnlich, ‚mit älnen © abwechseln, 
oder’ihnen gegenüber stehen, oder; doch 'eine mitt- 
lere Stellung. zwischen diesen beiden: aunehmen, 
Von allem ‘dem zeigt sich aber, "wie Spach rich. 
tig bemerkt, durchaus niehts. Ebenso:wenig wird 
man'gewahr, dass, wenn. sich die Zahl der Kelch. 
 blätter auf: drei oder vier vermindert; die Blumen- 
bitter * in demselben: Verhältnisse, abiähen, oder 
dass,! wenn. die Zahl :der Kelchblätter > 'anf sechs 
‚steigt, 'sich ebenfalls’ regelmässig sechs Blumenblit- 
ter bildeten.“ Das letztere. will: zwar Spach be. 
"merkt: haben, . und &s! mag, zuweilen. der’ Fall seyn, 
:aber jederzeit ‚geschicht es nicht." Ich ‘habe .nuch 
‚vor. Kurzem: einen :Cistus‘, salvifolius ‘beobachtet, 
"welcher. drei Blüthen ‘mit sechsblätterigen Kelchen 
brachte, die Zahl der Blumenblätier: ‚belief sich aber 
in ’jeder bloss auf-fünf. 15 Ex 
"28 Die sogenannten äusserü Kelchblätter der 
Cistaceen ändern in’der Zahl, in der Grösse mi 
Bildung so sehr ab, und gleichen darin in eben 
° . dem--Grade- ‚denjenigen: Theilen , welche man che- 
dem bei den Molvaceen für’ einen- äussern Kelch 





*mich- dünkt, nur zum ‚Nachteile. dex, Wissenschaft, m" 
dem dann ganz" wesentlich verschiedene Bildungen 
-unfer einem: gemeinschaftlichen Namen, zusammen- 
. ‚gelasst werden. ee “: 


\ 


669. 


nahm, ‚dass man. schon desshalb: nicht abgeneigt 


seyn kann ,' ihnen gleichen : Werth: beizulegen. So 
. wie bei den Malvaceen diese Organe nach Ver. 
schiedenheit der. Gattung. ‚bald vorhanden. sind, bald 


fehlen, ‚bald. von’ einänder entfernt, bald klappig 
stehen, bald:in der Zahl mit der der Kelchabschnitte 
übereinstimmen, bald davon. abweichen , bald -grös- 
ser, bald kleiner, ‚bald ebenso gross sind, - ebenso 


verhält" es sich mit den. äussern Kelchblättern der 


Cistaceen. ‚Eirrklänt ° man‘ daher gegenwärtig jenen 
äussern Kelch der Malvaceen für eine Hülle, so’ ist 


kein Grund: vorhanden, :warım man die ähnlichen 

Theile der- Cistaceen nicht. auch als. solche betrach- ° 
„ten soll. . Zwar "Kann an; unter: den ‚Malyaceen 
"noeh keine Gattung: nachweisen, bei welcher, wie . 


bei einigen der Cistaceen,. ein ‚Deckblatt mit einem 
Kelchblatte verwüehse, allein dass'man diess cher 


bei den Cistaceen als bei den. Malvaceen zu er-: 
warten habe, ‚ergibt sich sehon: ‚dadurch, dass ‚jene ° 


nicht, wie diese, einen klappigen; sondern einen 
geschindelten Kelch besitzen, und dass erstere-über- 
haupt Neigung zu : solchen Verwachsungen haben. 
So findet man’ z.B. häufig bei Helianthemum' in- 


termedium Thib., dass. die Deckblätter an der Basis ' 
der Blüthenstiele mit den Stipeln, welche sie ‚be- 


gleiten; seitlich verwachsen, und daduxch. zu ge- 
spaltenen Deckblättern werden, 


4. Endlich lehrt: auch die nahe Verwandtschaft 


der Cistaceen mit den Portulaceen‘, dass, wenn 
man bei jenen'.so gut. wie bei. diesen eine fünf- 


. 


”- 


plätterige Blumie findet, man. desshalb bei den Ci‘ 
staceen ebenso. wenig nach ‘einem fünfblätterigen 
“ Kelche zu suchen: habe, als man bei den -Portula- 
: ceen hierauf hinaus geht. "Bei denjenigen Arten 
der Cistaceen, welche keinen äussern’ Kelch be- 
sitzen, 'muss man ohnehin annelımen‘, - dass. zwei 
' Blätter fehl geschlagen, seyen, und diese werden - 
‚bei den übrigen durch Blätter, die in keinem Ver- - 
hältniss zur Blume stehen, sehr übel ergänzt. 
Haben wir nun die äussern Kelchblätter der 
"Cistaceen für Braeteen zu nehmen, so ist noch die 
“ Frage zu beantworten, :ob sie ihren Ursprung den 
Blättern oder den Stipeln verdanken. Da’ sie bei 
‚denjenigen Artenz welche man. bisher zur Gattung 
. Cistus zählte, sehr den Blättern gleichen, und deren 
; wahre Blätter von keinen:Stipeln begleitet werden, 
;so kann man 'sie bei diesen nicht: wohl für etwas 
Anderes als für verwandelte’ Blätter erklären. Bei: 
‘den Arten, ‚welche bisher die Gattung Helianthe 


.. mum ausmachten, haben sie zwar mehr das Av- 


sehen von Stipeln; da man indessen bei. ihrer glei-. 
„chen Stellung keinen hinreichenden ‚Grund hat, 
ähnen. hier. einen. andern Ursprung zuzuschreiben, ' 
‚und. da sie auch bei ‚denjenigen Arten Helianthe- 
mu vorkommen, welehe keine ‚Stipeln. führen, so 
: hat man 'sie hier ‚ebenfalls als ‚odificirte Blätter 
zu betrachten. . = - 
In welcher Richtung die, wahren Kelehbätter 
...der Cistaceen sich seitlich übereinander legen, lässt 
Spach, unberührt, Man findet anderwünte ange- 


bereitwillig, und versicherte ihr auf das Heiligstg, 


führt, dass. die Kelebblätier sich, mit den vechten. 
Rändern übereinander legen, aber links gedreht 
seyen. Ich habe bei denjenigen Arten, die ihre 


Blüthen. in einfachen Trauben "tragen, immer ge- 
funden, dass die Richtung, in- welcher . ‚sich die 


" Kelchblätter an den Rändern decken, bei den ab: 


weghselnden Bläthen verschieden ist. Sind sie bei * 
der untersten rechts geschindelt, so findet man sie 


“bei der folgenden links; bei der dritten ‚wieder 
rechts, . bei. der vierten links n. s, f. übereinander 


liegend. In der Cyma. sind die»Kelche ebenfalls - 
theils rechts, theils links geschindelt: über die Be- . 
gel, nach welcher diess geschieht, ‘habe ich aber 
noch keine Untersuchungen angestellt. Die Blu- 
menblätter legen sich bekanntlich immer in ent- 
gegengesetzter Richtung übereinänder; indessen darf 


„man darin nicht. den ‚wesentlichen Charakter der, - 


Cistaceen suchen, da sich unter. ihnen Gattungen 
finden, welche gar keine Blumen’ besitzen. 
Zu :(Schluss 'folgt.) 
i 1. Correnpondenz 
(Schluss.) j ° . 
Ein Bekannter "und Landsmann von mir, ein 
junger gebildeter Mann, hatte diesen Sommer bloss 


“ aus. Hang zum Abentenerlichen eine mehrmonatliche 


Reise nach Bosnien unternommen, ' Er maühte auf: 
dem Bazar in Ragusa die Bekanntschaft eines jun- 
gen. Türken, dessen Physiognomie "ein gewisses 
Zutrauen in ihm- erweckte. Er-machte ihm sein 
Vorhaben bekannt ; ‘der Türke zeigte sieh sögleich, 


» , 


ee 


dass: ihm in seiner. "Begleitung kein Haar gekrtinnt 
"werden solle und er. ibn unversehrt ins Lazareih 
“von. Bagusa zurückbringen werde. ‚Mein Freund war 
"kurz vorher aus. ‚Oberösterreich. angekommen und 
hatte sich“binnen zwei Monaten soviel von der ser 
bischen Sprache eigen gemacht, als es. bei ‚guten 
Anlagen ‘und beharrlichem Fleisse in so kurzer Zeit 
möglich - ist. Er kaufte "sich auf dem Bazar ein 

" Pferd und türkische Kleidung, liess sich ‚die Kopf- 
us haare äbrasiren und trat. nun seine Irrfahrt über 
- "Trebigne zuerst nach dem Gesundbrnnnen von Kis- 
:selak *) an, und wanderte dann weiter nach. Sera- 

“ jevo, Banjaluka; Novi-Bazar ÜSW. Nach seiner 
Versicherung kann man in. türkischer Vermummung 
-und mit türkischer. Begleitung ganz Bosnien ohne 

. geringste Gefahr für sein Leben und für sein Eigen- 

- thum durchwandern: . Dagegen, meinte, er, „wäre es 
in.der. Herzegovina und'i h:türkisch Kroatien, das 

ist in jenem Theile, welcher von: Montentgro bis 
‘-österreichisch Kroatien reicht, ohne grössere Es- 

. eorte nieht zu wagen „weder im türkischen, uoch 





9 Kisselak ist, ein Dorf auf. der Bonte von Mostar nach 
x. Teavaik. Als Ragusa noch Republik war, gingen füst 
alle Jahre: "Gesellschaften dahin ‘ab, ; um ‚Gesundheit 
halber das dortige Mineral-Wasser zu trinken, das 
nach meiner Meinung das ‚Rohitscher Wasser . weit 
n, übertriffi. . Jetzt lässt man es gewöhnlich selbst holen, 
indem man einen Mann mit: ‚einem Saumpferd..dahin ab- 
. sehiekt, der ‚die Flaschen füllt. Däge KRisselak nicht 
im Türkenlande y 50: würde es läugst eine > Berühntheit 

" erlangt haben.“, 











2 


a 


Pe 


im griechischen Costume; denn "die Christen sind 


dort den. Türken abhold,. und diese den Christen 


sen Han bestehen bloss in aufgestreutem Stroh; * 
dieses: ist aber voll läs stigen Ungeziefers, indem es 
bei den Türken, die sich von Kindheit auf daran 
gewöhnen , nieht Sitte, ist..selbes. zu yertilgen; da- 


her die euxopäischen Reisenden, -die freilich keine 
Weichlinge:seyn dürfen (aueh nicht die in Dalma- 


tien Reisenden) ‚: es vorziehen. unter freiem Himmel 
zu schlafen: Jeder bat einen Mantel bei sich, in 
welchen er sich gut einwiekelt. Diese Mäntel sind 


(Katholiken und Griechen). Unterkunft findet man: | 
"inBosnien keine; denn die sogenannten: türkischen 
* Han (Karavanen.- „ Herbergen). bieten bloss Schutz 
gegen‘ Wind und Regen. Die Schlafstellen in die- ; 


5 


die nämliehen;; welehe die Gebirgsbewohner Dal- ' 


matiens "allgemein tragen‘ ‘und Cabanizze nennen. 


"Sie sind- von 'grobem, sehr schmalem (circa & Elle 


breitem) zinnober-rothem Tache, ‚welches der Quere 


nach zusammen genäht ist. Das Gewebe dieses = 
: Tuches ist so fest und dicht, dass der stärkste Re- 
‚gen nicht durchdringt, wofern der Mantel nicht 
"zu sehr abgenützt ist; Die- Pferde bleiben auch 
im Freien, und da ‚gewöhnlich mehrere Reisende 





3 In jenen Gegenden, ; wo Baumwolle hänfig ist, z.B. 
iu Salonichi schläft man auf Matratzen von Baumwolle. 
Hier zu Land hat. man selbe von Schaafwolle, und zur 


Decke im Winter einen dichten Kotzen oder eine Baum- - 


wollendeceke, iin Sommer ein Leintuch.  Rosshaar und 


Federn kennt man nicht,” und findet sie nur bei deui- 


schen Fawilien. a 


674 


beisammen ' ‚sind, so ‚hält man wechselweise Wache, 
weil es viele Wölfe gibt, welche sowohl Menschen 


als Thiere "anfallen. ‚Auf solche‘ Weise hat mein . 


Freund 40 Nächte hinter einander bivonaquirt, ohne 


aus den Kleidern’ gekommen zu seyn. Als ein Bei- 


spiel türkischer Justiz erzählte mir. mein Freund, 


dass sein Begleiter, eines nichts sagenderi Wort- 


‚streites wegen, einen Morloeken (so nennt mau auch 


. dert die: Katholischen . und griechischen Gebirgs. 


bauern) niederschoss, und ‚seiner ‚Wege so ruhig 


. weiter ‚ging, als ob gar nichts geschehen wäre, und 


ohne dass ihn Jemand um. das Warum . geiragt 


"hatte, - Dagegen‘ tödtete mein Freund eine Katze, 
. ‚welche sich in das Haus hinein geschmuggelt, das 
- er ‚mehrere Tage bewohnt hatte, um sich mit 


einem Lamme in _ Rapport zu .seizeri, das er für 
seine Küche gekauft hatte. Er wurde von dem 


Eigenthümer. .der Katze bei dem Kadi Richter) be- 
. ‚langt, weicher ihn zu: einer Geldstrafe von 100 


türkischen Piastern (10 A, €; M) verurtheilte, wel- 
‚che er auf 30 Piaster herabhandelte. vn Dessen Be- 


“ gleiter führte ihn nach beendigter Reise, wozu-er 


drei Monate verwendete, vichtig wieder über 'Tre- 


j bigne nach Ragusa zurück und“ forderte als Beloh- 


nung "nicht mehr als 10 Thaler und die französi- 


"schen Pistolen, welche mein Freund nach türkischer 


Sitte in seinem Gürtel: stecken hatte, und die man 


Semmt dem „Jangen Messer nie ablegt, auch nicht 


wenn man schläft. (Die immer seharf geladene 
Flinte legt man zwischen die Füsse.) Seit ich mich 


er 





675 
hier. befinde, war „es schon einige Mal der Fall, 
lass ‚der Vezir. in Serajevo und Moslar bei unserer 


* _bierländischen Begierung,um einen Arzt angesucht 


hat, -oder dass dieselbe aus eigenem Antrieb einen 
- dahin geschickt hat, um den dortigen Gesmudheits- 
zustand zu beobachten. oder zu erforschen, wie es 
gerade jetzt wieder der Fall ist, weil Bosnien mit 
der Pest bedroht ist. Diese Aerzte reisen unter 
Tseorte. von türkischen Panduren, und haben’ so ., 
beschützt 'gar nichts’ zu fürchten. '; Allein diese | 
Art zu reisen ist‘ für Private zu 'kostspielig, da 
“ jeder_Pandur'. ‚auf Kosten des Reisenden verpflegt 
seyn will und ‚auf Trinkgeld Anspruch macht. Vor 
einigen Jahren hielt. ‚sieh‘ durch längere Zeit ein 
türkischer Häuptling mit Namen Virdus sammt” 
seinem Gefolge. hier.auf, welchen. ‚seine rehellischen 
Untertbanen aus seinen; Besitzungen und festen. _ 
Schlössern -veririehen hatten.“ In seinem Gefolge 
„befand ‘sich auch ein Arzt, aus dessen deutschen} 
Dislekt.ich. sogleich. erkannte, dass er längere Zeit 
in Wien gelebt haben müsse, -(ür ‚sagte mir, er 
sey ein Ungar und habe in Wien Mediein studirt.) 
Dieser war auch in der Botanik kein Fremdling, 
obgleich er schon viele Jahre unter den Türken 
türkisch Jebte. Er, versprach mir »als „Aequivalent 
der: ihm. gegebenen dalmatischen Pflanzen andere 
zu schicken, und würde wahrscheinlich auch Wort 
gehalten haben,. wenn er nicht bald. nach seiner 
Rückkehr (als. es. dort wieder vahig geworden war) 
auf einer Reise zu- einem Kranken beraubt und 


ar; 


676 
ermordet worden wäre, welche Naehricht einem 
hiesigen Apotheker zukam,. von’ dem er seine Medi- 

'ı -camheinte ‚bezog: Anch. dieser‘ Pseudo- Türke ver- 
sicherte mir, - dass ein Fremder dort nichts zu fürch- 

. ten.habe, ‚nur ,muss. ‚er in einem türkischen Habt 
5 ; stecken, die Landessprache" (die von der hiesi- 
. „gen fast nichts verschieden ist) kennen, ‚und sich 
hüten, Gegenden, am allermeisten Menschen abzu- 
‘zeichnen, Der Fremde in europäischer Kleidung 
"ist dort. ein Gegenstand lästiger Neugierde md 
des Spottes der Gassenjungen, wie .diess wohl ach 
in den kleineru Städten Deutschlands der Fall ist, 
wenn ein Grieche, Türke, oder ein polnischer Jude 
in seinem schwarzen Talar sich blicken: lässt. Um 
aber als Botaniker in der Türkei: zu reisen; muss 
man nach meiner, ‚Meinung‘ ‚mindestens ein. Onack-. 

‚ salber oder Pfüscher von: einem Arzte seyn,. da 
-‚sich: die Leute” 'bei: ihren, äusserst beschränkten Be- 
“ griffen von der edlen Pflauzenkunde durchaus nichts 
‘anders denken können, als dass man ärztlicher 
Zwecke wegen Kräuter aus der Erde gräbt. Mir 
"st es selbst hier zu Land mehrmals ergangen, dass 
‚ieh nolens volens als ein Arzt ‚gelten: musste; und 
obgleich ich die guten Leute versicherte, dass ich 
durchaus nichts von -der Kunst ‚verstehe, kranke 

‘ Leute gesund zu machen, und: ‚dem Landvolk durch 
‘mein Herumziehen bekanm genug "bin ‚so glaubten 
sie mivs doch nicht, und ‚suchten mich sogar meh- 

. rere Stunden- Weges fernher kommend hier in 
“meiner. Wohnung auf, ‘um. sich einen guten Rath 


u 


| | er; 


von mir zu erbitten. ‘So erging es auch dem Hrn. 
Biasoletto aus Triest, alsich ihn 1829 auf-den 
Biokovo: begleitete. ‚Als ‚er. wieder in das Städt- 
! chen Almissa' zurück kam, fand er das Vorhaus 
seiner Wohnung voll Menschen versammelt, welche 
ihn erwarteten, um ‚sich einen ärztlichen Rath von 
’ ihm zu erbitten. Um sich Luft zu machen, konnte 
eo nichts: Anderes thun, als mit. Jedem ein kurzes - 
Examen anstellen, : und- ihm ein Recept mit. der 
Weisung schreiben, .selbes in einer Apotheke von 
Spalato bereiten zu lössen, da es in Almissa keine 
gibt. Und doch hatte er.deh Leuten gesagt, dass 
er eigentlich von Profession kein Heilkünsiler,. son- 
dern’ "Apotheker: seyo- (Bi ist-aber keineswegs ein 
Laie in der Mediein.) Dazumal gab es in Almissa- 
nach ‚keinen Gemeindearzt wie. gegenwärtig, und 
man.wird es somit natürlich finden, dass der Name 
\ Doctor’ dort einen guten Klang hahen musste. Um . 
‚so.mehe noch in dem Türkenlande. Dort aber 
müsste man die nöthigsten Heilmittel selbst mitfüh- 
ven. ‚Diese Notiz könnte vielleicht Denjenigen nütz- 
lich werden, welche: von Dalmätien aus einen Ab-: 
stecher: in’ das türkische ‚Gebiet machen möchten. ' 
Seit meinem. hiesigen Aufenthalte war mir un- 
| bekannt geblieben ,. von welebem Strauche die, so- 
‚genannten. türkischen. Pfeifenröbre kommen, aus 
welchen man hier allgemein raucht, und mit weh 
| ehen in Ragusa alle Jahre ein Schiff mit Hundert- 
tausenden befrachtet wird, welche nach Alexandrien 
verschifft werden, wo sie, wie mir Ragusäische 








3 3 


5 


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K 


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5 


Schiffskapitäne. sagten, ‚sehr beliebt sind, md hi. 


- üig nach ‘türkischem Geschmacke mit Mandstücken 


versehen und verziert werden, Man bringt sie auf 
‚den Bazar: von: Ragusa- in Buschen don ‚mehreren 
hundert: Stücken. Sie sind 3 u. 33 Fuss lang; ich 
habe aber deren auch gesehen, welche 5 bis 6 Füss 
messen, Erst heuer. gelang. es mir, Früchie und 
"Blätter vom Sirauche zu erhalten und ich‘ erkannte 


’ sogleich, dass es das Viburmum Lantane. sey. Doch 


‚sind: ‚die Blätter noch einmal so gross., als. die: des 
bei uns in Deutschland vorkommenden -Strauches 
dieses Namens. Auch erinnere ich mich nie, Strän- 
“eher von -soleher Höhe.bei uns gesehen zu haben. 


„Auch ist die Binde der Röhre vom türkiselien Vi 


burnum ‘sehr runzelig; ja fast - korkartig, and:so ı 
weich änzufählen , wie ein. Deberzug. vun Sämisch- 


“ - leder," während ‘die Rinde -des unserigen, soviel 
“ ich ‘mich’ erinnere, viel dünner und glatter ist, wel- 


‚che Verschiedenheit wahrscheinlich vgn den günsti- 
geren Klima- und Bodenverhälinissen der Herzego- 


“yina herrührt,' Die Bewohner der Gebirgsgegenden 
‘von Sign sägten mir, ‚dass aus der Wurzel dieses 


Strauches Vogelleim bereitet werden könne, wäh- ' 


_ rend’ Bechstein in seiner Forstbotanikdiess von. 
der Rinde bemerkt. . Eben ‚dieser Autor sagt, dass 


die Röhre dieses Strauches in dem Fabriksorte 


Suhl im Thüringer Walde thener bezahlt und ver- 
arbeitet werde. “ Bier in Spalato kostet das Stück 
nur wenige Kreuzer und in grossen Parthieen kauft 


man. sie weit‘ billiger. = Nicht immer sind. derlei 


L 
h 


ae 7? 


Nachforschungen, v „ wie die: besprochene, vergeblich, 
sondern sie führen manchmal zu interessanten Einnt- 
deekungen.: So, hat.man 'erst sei, wenigen Jahren 
bei’ näherer Untersuchung. gefunden, dass .der hier 
häufig vorkommende Marasken- oder wilde Weich- 
selbaum (Prunus Marasea Vis.) vos. dessen Frucht: 
‚der beliebte Maraschino Rosolio bereitet wird, ein 
"Dalmatien eigenthümlicher ‚Banm ° sey, indem - der- 
selbe früher immer mit- dem Prunus Mahaleb yer- 
wechselt. wurde, dem. er bis auf die Frucht ganz 
‚ähnlich ist. Auch von diesem Baum macht man 
‚hier Pfeifenröhre. ; n 

Auch einer ornithologischen Merkwirdigkeit 
spüre ich seit‘ mehreren Jahren vergeblich nach. 
- Es soll nämlich Winterszeit an den Ufern des Kerka- 
Flusses ein Vogel vorkommen, welchen die Einge- 


borsen wilden’ Truthahn, ‘Indio selyatico) nennen. » 


a praktische Jäger, welchen es nicht zuzumuthei, 

, dass sie. ein X für ein U. ansehen, und nie. 
Versicheen den Vogel selbst geschossen zu: “haben,” 
machen die Sache sehr wahrscheinlich. Wenn sich, 
selbe‘ bestätigt, so ist das*eine für die Ornithologie . 
höchst interessante Erscheinung ; denn bis jetzt - 
kennt man ieines Wissens in „unserm. Welttheile 
bloss zahme Truthähne. 

» Abermals ist Einer von den. Wenigen, welche 
sich in Dalmatien mit Botanik beschäftigten, aus, 
unserm Kreise ‘geschieden. _Es ist Hr. Professor‘ 
Wenzel Nowak in Bara. Derselbe hatte in 
"Prag Medicin studirt, und war ein eifriger Anhän- 


E 


\ 


s 


N 2 


‚ger-.der. Homöopathie. "Als. im vorigen Jahre 1836 
-in’dem Flecken ‚Obbrovazzo bei Zara die Cholera 
." Seuche ausgebrochen war, eilte er Aus freiem An-. 
tiiebe dahin, um. die Krankheit aufzusuchen und 
gleichsam herauszufordern auf den Kampf für Tod 
‚und Leben. : Er..pochte ‚auf seine homöopathischen 
: Waffen und meinte sie‘ damit niederzukämpfen, 
Manchen wid Manche "hatte er gerettet ans den 
Klauen dieses furchtbaren Ungeheuers;. allein end- 
dich packte es ibn. selbst und Nowak erlag. (am 
.26. Angust 1836). "Was ist doch der. Mensch mit 
‚allem seinem Wissen, ‚mit aller seiner Kraft und 
'Maeht, mit seinem. Stolze, gegenüber einer so ge- 
; waltigen Feindin! Wir. hatten hier schon einige 
Monate frülier ihre Bekanntschaft gemacht, allein 
“mie und. allen den Meinigen ‘wurde kein Haar 
“ gekrümmi., en nn 
Die Pflanzen, ‘welche ich, seit meinem letzien 
Bericht gesammelt nnd in keinem der früheren an- 
gezeigt habe, ‚sind in alphabetischer Ordnung fol- 
‚gende: ‚Anthericum. Liliago, Arenaria fasciculata, 
:. Atropa Belladonna, Campanula trachelioides, ; Chry- 
. surus echinatus , % Epipactis :palustris, Euphorbia 


.sagiltelis, $ Linum gallicum, 7 Medieago crassispina 


‚Vis., 1: Med: Gerardi, Melilotüs rotundifolie, ' Myo- 
‚sofis apula, ; Ononis breviflora DeC., + Pinus Pina- 
ster, Polygonum Bellardi, + Poa. pratensis, Primula 
“integrifolia, t Veronica. arvensis, Zasichellia pa- 
lustris. Die mit Kreuz bezeichneten besitze ich in 
Mehrzahl. Uebrigens bin ich fortwährend erbietig, 
getrocknete Pflanzen zu den bereits bekannten Prei- 
"sen von 5 fl. Augsb. Corrent das Hundert, und 
wenu mehr als fünf Centurien genommen werden, 
zu 4 fl. frachtfrei bis Triest abzulassen. Ich 
. sehmeichle mir, dass alle Diejenigen, welche dal- 
matische Pflanzen yon mir bekommen haben, damit 
- zufrieden gewesen seyu.werden. 0 
Spalato. Bu F. Peter, 


ni , "en. ..Hiezu Beibl. 2) 


Allgemeine 


botanische: Zeitung. 





®, 


No. Regensburg „am’ai. November Asa.“ | 





- . - nenn ra ni nee ns 


=L Original - Abhändlungen. 


Einige Bemerkungen über Cistaceen ; ‚vom Professor. 
"Bern ha ar di ’ in Erfurt, \ . ‚Schluss. J 





_ Die i Kelchblätter der Cistaosen. 'zeiöhnen sich 
‚auch ‚dadurch. aus, dass’ der‘ ‚bedeckte Rand eines 


jeden sehn, dünnhäulig . ist, ‚und; dass sich die stär- . 
- kern. -Gefässbündel oder. Nerven. ‚mehr: nach der. : 


entgegenpesetzten "Seite drängen... Dadurch wird. 


“ aber der. Lauf der Nerven “in. ihren Kelchblättern 


asymmetrisch, ‚Selbst‘ wenn, bei den Lecheen nur 


fi 


ein“ Hauptnerve das Kelchblatt” durchzieht, steht u 


derselbe doch nicht in der Mitte. 
Nach diesen Bemerkungen kann man den Kelch 


 Sepala ti: persistentia, ' Ama basi concretä, in 


terne libera;, ‚wstivatione , ‚dextrorsum sinistrorsumve 
imbricata;" margine tecto mömbranaceo, asymmetrice 


neryata, spe äpice torta,- ebraeteata 1. ssepius brac- . 


teis duabus, rarius uniea I. tribus, 'minoribus 1; sequa- 
libus 1 majoribus, - yalvatis. 1. distantibus stipata, 
Ubi bractex tres inveniuntur, tertia sepalo tertio 


_ adnasei solet, cum sepälis bracteisque reliquis. caly- | 


cem pentaphylium mentiens: 
Flora 1838... -. Un 


T 


682: 
Nach diesen allgemeinen Bemerkungen über 
‘den Kelch der Cistaceen noch etwas über die deut- 
schen und helvetischen Arten derselben. Wenn 
man die’ dentsche und helvetische Flöra auf den. 
Umfang "beschränkt, welchen ihr Koch. gibt, so 
kommen. sieben der Spach’schen Gattungen in 
ihrem Gebiete vor, nämlich Fumana, Helianthemum, 
Rhodax; Tuberaria, ÜCistus, Siephanocarpus und 
 Deaönia, zu welchen man acht Arten. ‚zählen. kann, 


1." Fumana. Sepala bracteis binis minutis sti- 
pata.. Corolla pentapetala. Stamina 20.—40, 
. serie filamentorum extima breviore: antheris 
“ “orbata. Stylus gracilis, ‚superne inerassatus 
’  subdeelinatus.  Eapsula triloenlaris trivalvis. 
Semina‘. anatropa, raphe . notata. - ‚Embryo 

. subeireintiatus l. replicatus, 


* 


L F. vulgäri ig ‚Spach Helianthemum Tonam 
 Mikan. r 

’, Spadh gibt als: allgemeinen" € akter der Ci- 

'staceen an,.dass-ihre Samen. vom Nabelstrange ab- 

fallen, allein. bei ‚Pimgna vulgaris. bleibt. ‚der Nabel- 





‚an den Samen sitzen, Auch, bei Fumana viscida 
"kommt diess,. wiewohl seltener , vor. u, 


U. Helianthemum,. Sepala”bracteis: binis minu- 
is stipata.: Corolla pentapetala; Stylus stig- 
 mate.longior, ‚Stamina omnia fertilia. Cap- 
‚aula- ‚subunilogularis ieivalvis.; , Semina_ortho- 
tropa, aphe orbata. "Embryo ‚orthoploeens 


2 ‚683 


. Sectio 1, Apkamanthemium. Stylasreet. Herbae 
anne. 
‚H. salicifolium Späch, -H.; intermedium, 


e 


a 


Ze "et dentienlatum Thib. et H. salieifolium Pers. 


Einige Floristen zählen zu den jährigen deut- 
schen: Arten dieser Gattung Helianthemum ‚saliei- 
: folium.and refrofractum Pers., "woyon ersteres so- 
wohl im "untern Wallis als in Istrien vorkommen 
soll... Man muss indessen von H. salicifolium zwei 
Abarten :unterscheiden, welehe sich sehr "leicht 
u theils durch die verschiedene Färbung der Samen 
und Biuimenblätter, theils. durch die Behaarung 
kenntlich machen. Die eine hat nämlich röthliche 


Samen, gelbe Blumenblätter, welche ein wenig über 
dein. Grunde mit pomeranzenfarbenen Flecken, meist. 
“ mit einem 'blassern querlaufenden und einem dunk- 
lern halbmondförmigen, bezeichnet sind, und ihr: 


u” 


Stengel ist nebst. den‘ Blüthenstielen und deu Kel- 
chen überall gleich behaart; die zweite Abart ver- . 


bindet dagegen mit blassbräunlichen Samen unge- 


fleckte gelbe Blumenblätter und einen ungleich be- _ 
haarten Stengel. Die Haare sind nämlich am un- 


tern Theile des Stengels von derselben Bildung 
wie bei der roihsamigen, am obern aber, sowie 
an den Blüthenstielen. und an der Aüssenfläche der 
Kelehe findet man ausser kurzen, sternförmigen, der 
Oberfläche genäherten Haaren noch längere, stär- 
: ker abstehende., 


Zu der ersten Abart gehören als Synonyme: . 


H. intermedium und denticulatum Thib., welche 
U u 


DER Ve 
schon nach den davon. angegebenen Kennzeichen 
nicht wohl für Abarten; geschweige ı denn für wahre 
Arten zu nehmen sind... Ein, ‚vorzüglicher, Unter- 
schied würde darauf hinausgehen , ‚dass 'bei H. in- 
_ termedium. die Braeteen oft ;gestipelt ; sind, während 
sie bei H. denticulalum ganz bleiben oder sich spal- 
-ten, d. h. aus einer Verwachsung | der „Bractee mit 
der Stipel bestehen. Indessen kommen bei H- in. 
. termediaum ausser den gestipelten Deckblättern anch 
 gespaltene” und ganze stipellose vor, und aus dem- 
‚selben Samen. pflegen Pflanzen aufzulaufen, welche 
sowohl hinsichtlich der Bildung, als der Stellung 
ihrer Deekblätter abweichen. Ebenso wenig ist 
etwas auf die Länge. der obern ‚Stipeln- zu‘ vech-" 
nen} da manche. Exemplare, mit. den langen Stipeln 
des H. dentieulatum. die. gestipelten . Bracteen des 
H. intermedium' ver binden. Fir salicifohum "Pers, 
“welches der zweiten Abart- ‚Synonym, ist, „soll be- 
ständig. ganze Deckblätter haben,.. ällein ‚diess ist 
ungegründet: ich habe sehr. . «oft aus dem ‚Samen 
. derselben auch Pflanzen, mit gestipelten. Deckblät- 
‚tern. gezogen ,. welche, auch in der freien Natur 
“nicht fehlen, wiewohl sie pusanıer als von H. in- 
termeditm vorkommen. . 
Zu der'ro othsamigen Abart gehört auch Helian- 
. themum punciatum Wild. : enum. AL Cistus punetatus 
sp. plant. eä.. Wild.) als Synonym, Wenigstens 
:. habe ich nicht nur früher ‚aus dem Berliner bota- 
nischen Garten Samen davon unter ‚diesem -Namen 
erhalten,. sondern es hat mir auch Schrader ein 


e 


u 685 


Exemplar davon nit diesen: Bezeichnung witgetheilt. 
Auch ist Will den ow’s "Beschreibung ‘des Cistus 
piinctätus ‚vollkommen auf ‘diese Abart ' ‚anwendbar, 
Witldenow., hatte beim’ Entwurf derselben ein 
Exemplar vor sich, an welchem: die Braeteen’ in 
der'Mitte zwischen zwei ‘Blütheristielen Kassen, was 
sehr häufig vorkommt. . - eg 
"Was: das Helianthemum: Felrofrachim dir deut- 
. schen Floristen betrifft, welches Host als H. san- 
‚guineum- aufführt,,. und von: ihm sagt, dass es’in 
„Dalmatien. von "Tommassini und- von "Sadler 
"auf den Inseln des: adriatischen Meöres und: 'an den 


"Küsten Istriens gefunden, worden , ‚sey, 50 gehören 


die Exeniplare davon, welehe: ich der: ‚Gefälligkeit 
des Hrn. Prof: -Sadler verdanke, ‚ebenfalls zur 
"rothsamigen Abart des H. salicifoliuim. "Dass Host 
nicht das‘ wahre H. sanguineum vor ‚siöh hatte, 
ergibt sich auch 'auis dex. von’ ihm ‚gelieferten. Be- 
schreibung, indem er. bloss - den "untern "Theil des 
Stengels ‚blütroth nennt, der ‘Pflanze ‚gezähnelte 
Blätter zuschreibt,; und die Blüthen- von’ "Iinealigen. 
Deckblättern begleitet sverden ‚lässt. -Das- wahre 
H. sanguineum Lug. lässt sich: sehr leicht von: die- 
ser Abart, unterscheiden: es “besitzt nämlich nicht _ 
nur die ganze Pflanze ein röthlichesAnsehen, un- 
gezähnelte Blätter und ankehnliche;, meist von zwei 
verhältnissmässig ‚grossen Stipeln - „begleitete Deck- 
blätter, sondern sie- zeichnet sich: Auch: ‚sehr, darch _ 
ihre Blüthen aus, welche nach: der Befruchtung 
sich mit den Blüthenstielen in derselben Richtung; 


Ben 


ungefähr wie bei i Silene yallica , zurücksehlagen, 
während bei A: salicifolium | zwar die Blüthenstiele 
sich mehr oder weniger spreizen, die Blüthen und 
u Früchte. aber immer nach’ oben gerichtet bleiben, 
‘ wie bei vielen Arten Nasturtium. Ich kenne ühri- 
gens für. die deutsche Flora bloss die Inseln des 
adriatischen Meeres und Istrien als Fundorte der 
_ roihsamigen Abart. von. H.: ‚salicifolium ; ; die andere 
Abart ist mir daher noch nicht zugekommen, wohl 
aber gehört das H. salieifolum der helvetischen 
Flora dahin; auch was Frivaldsky v. Frivald 
aus Rumelien’ unter dem Namen HB. retrofractum 
‚geliefert hat, ist diese Abart.' 

Man kann demnach diese beiden Abarten, wel- 
‘.che ich viele Jahre hindurch kultivirt, ‚habe, so 
unterscheiden: Fu 
Be "erythrospermaum , "pubescentia' 'caulis, pedunen- 
'  Jornm ealyeisque: quali, petalis’ maenlatis, se- 

minibus rubellis, Z, punctatum Willd., H. 

intermedium et denticulatum Trib., H. san- 

guineum Host, H. reirofractum ‘Fl. germ. 
Hab. in Istria eb insulis maris adviatiel. ” 
ß. ochrospermum, pubescentia caulis superioris, 
pedunculorum. ealyeisque longiore patentiore, 
petalis immaoulatis, seminibus ochraceis. H. 
. saligifolium Pers, H. retrofraotum Friv: Hab. 
in Helyetia. 
 Bectio 2 Euhelianthemum. Stylus alsnendens 
apice inflexus. Suflrutices.: 
3, H. vulgare 6 ürtn, H. variabile Smch, 


£ ? 


- FE ee 17 
Helianthemum polifokium von H.. vulgare als 
‚eigene Art zu sondern, wage ‘ich nicht, ‘denn den 


Unterschied , dass bei diesem die wahren Kelch- ' 
+. blätter stumpf, aber ‚mit einer . hervorgezogenen® 


Zacke versehen, bei jenem dagegen Äusserst ‘stumpf 


und zaekenlos ‚seyen, ‘kann ich nieht ' bestätigen. 


Es mag dieser Unterschied für - die Mehrzahl der 
Formen gelten; nicht‘ selten kommen indessen Ab- 
änderungen von a. "vülgare fölüs: . Supra non cames- 
‚cenlibus wit ganz. „sturapfen Kelchblättern und da- 
gegen Abänderungen. von HB. polfolium init einer 
Zackenspitze an denselben vor; ja man findet Kpl- 
che, an welchen das eine Blatt mit einer Zacken- 
spitze versehen ist, ‚das "zweite bloss etwas spitz 


zuläuft und das dritte ganz. stumpf endigt.. Der 


Kelch von, H. polifolium. ist auch nicht immer von 
längern Haaren frei: es scheinen vielmehr Abände- 
Yungen wit haarigen Kelchen, besonders in Italien, 
vorzukommen; auch habe'ich eine salche im Gar- 
ien" gezogen, Die Blätter: des H. vulgare folüs 


supra non canescenlibus vollen sich in mancher Ab- 
art auch ebenso stärk zurück, als.die des H. poli- 


foium und ebenso kommen von beiden niedrigere 
und höhere Varietäten vor, Es scheint üherdiess 
consequenter, ‚wenn wian H.. ‚oelandicum, alpesire 
und 'canım in eine Art vereinigt‘, H. polifolium 


ebenfalls nicht von H. vulgare zu trennen, so lange 


keine wichtigen Unterschiede bemerkt worden. ' 
IE. Rhodas. Sepala braeteis binis Yilnutis sti- 
‚pata. Corolla : pentapetala. Stamina. omnia 


* n 
p vor 


E4 


Ku Ge 


fertilie. Siylus filiformis adscendens apice 
inflexus. Capsula superne subtriloeularis tri-: 
“yalvis.; Semina, orthotropa, vaphe orbata, i 
Embryo diplecoloheus. — —  - u 


“.r.4 Rh. monlanus Spach. Helianthemum oelan- 


© 2 "dieum : Wahlenb, B 
IV! Tuberaria. Sepala spe bracteis binis mi- 
‚ nutis stipata, Corolla pentapetala. Stamina 
omnia -fertilia. Stylus brevis.. Capsula. in- 
complete triloeularis trivalvis: Semina .ortho- 
tropa, raphe :orbata. Embryo cireumflexus. 
5.:T. annua - Spach. Helicnthemum guite- 
um Mill. . 
‚ In Deutschland scheint davon aur ee Abart 


i vorzukommen... x 


V. Cistüs.- ‚Sepala- bracteis binie ‚calycem suh- 
ie "egnantibus l. paülo‘ minoribus stipata;. ter- 
' iium ssepe ob eoneretionem enm bractea ter- 
. tia. difforme. . Corolla pentapetala. Stamina 
““copiosa 'omriia. Fertilia. Stylus graeilis.I. ey- 
lindriens. .Capsula guingueloenlaris quingue- 
“. valvis, :Semina, ‚orihotropa, raphe orbata. 
Embryo direinnatus. 
6. C, vulgaris Spach?. :- : 
. Unter diesem Namen glaubt Spach. Cistus ai. 


..losus, ereticus, incanus, albidus und erispus Linn. 
- und: mehrere ‚später unterschiedene Arten .zusam- 


menfassen‘ zu können, Auch scheint man. allerdings, 


., wie schon vön. mehrern Seiten’ bemerkt worden, 
‚der Arten. dieser Gattung zu viel gemacht, zu haben. 


8 





8 


‚689 


Indesseh | zeichnen‘. sich ‚doch ‚manche, vor allen 


Cistus erispus. und albidts, ‚vob ‚andern so. sehr aus, n 
dass ich Bedenken tragen würde, sie mit den übri- 
gen in eine Art:za vereinigen. Selbst wenn davon‘ 
deutliche Vebergä änge, zu ändern Formen vorkom- 
‚nen sollten, deren ich .bis, jetzt noch keine gesehen 
habe, würde ich sie mehr" für Bastarde zu halten 
geneigt seyn. Schwerer. scheinen die Grenzen zwi- 
schön | den übrigen: angenommenen Arten. ziehen, 
zu "seyn, und da CO. 'erispus und albidus \ nicht in 
das Gebiet unserer Flora „gehören; so- haben wir, 
es bloss mit diesen, und Zwar: zornehmlich- mit C. 
villosus, eretieus und insenus zu ihun, welche nach 
Binigen alle drei auf den Inseln‘ des adriatischen 
Meeres, und‘ in. Istrien vorkommen - sollen. "Was 
Inir indessen von verschiedenen Seiten -aus: diesen 
Gegenden mitgetheilt “wurde, war nur, eine Form, 
welche ich zu C. villosus ziehen möchte, wiewohl 


- ich sie mehrmals für C. orebicus exhielt. : Ich halte 


nämlich dafür, :dass, wenn’ man einmal einen Un- 
terschied ‘zwischen C. villosus und crelicus machen - 
will, man diejenige Form für letztern zu nehmen 
habe, welche. sich dürch spatelförmig - eirunde, 


‚scharfe Blätter auszeichnet, indem. sie Linne hier- 


durch von ‚€. villosus unterscheidet, welchem er 
eirunde haarige Blätter zueignet, Eine Pflanze, 


“welche mit dem Linneschen Charakter 'von €. 


erelieug vorzüglich übereinstimmt, hat-Sieber in. 
seinem Herbarium creticum geliefert,, von welcher 
sich aber die. isirische hinlänglich unterscheidet. 


- 
0 


«> 


690. :. .. 
Bei der ‚candischen ‘ist nämlich die Scabrities so 
"beträchtlich, dass sie sogleich in die Augen fall, 
während man sie bei der istrischen weit weniger 
‘bemerkt. Auch sind die Blätter der candischen 
Pflanze mehr spatelförmig y- bei der istrischen. mehr 
"eirund. ‘Ueberdiess hat der istrische Cistus. vor 
‚dem ‚candischen eine stärkere Behaarnng. vorans, 
so dass er* vor manchem andern den Namen (. 
‚villosus verdient. Berücksichtigen wir die von De- 
Candolle angegebenen 'Charaktere, so scheint 
. auch dieser ähnliche Pflanzen vor sich gehabt zu 
E haben, denn er unterscheidet den Cistus. villosus 
durch petioli sulcati connati, und in der That sind 
: die Blattstiele bei der istrischen Pflanze etwas mehr 
'gefurcht, als bei. der candischen. Was. die Ver- 
"wachsüng derselben betrifit, so kommen bei beiden 
Pflanzen verwachsene und sicht verwaächsene Blatt- 
stiele vor, indessen scheinen doch‘ erstere bei der 
istrischen häufiger zu. seyn. “ Ebenso ist ‚auch der 
‚Blatistiel der eandischen ‚Pflanze etwas kürzer, | 
so dass DeCandolle dem R4 ereticus nicht un- 
schicklich. folia in petiolum - brevem attenuata zu- 
schreibt. Wenn ferner DeCandolle letzterem fo- 
la margine: -undulata , Linn& aber seinem €. oil. 
‚dosus folia subundatd zueiguet, so lässt sich. auch 
‚dieser, Unterschied auf unsere Pflanzen anwenden, 
‘denn die Blätter der eandischen haben yiele kleine 
wellenförmige Biegungen am Rande, während sich 
“ die ‚schwächern Biegungen an den Blättern der 
istrischen, mehr auf die ganze, Fläche | „erstrecken. 


w: 


sa 5 


"Was von den D e € an dolle schen Charakteren 


“nieht genau : auf unsere Pflanzen passen will, ist 
. die Beschreibung des Blüthenstandes, indem dem 


©. creticus kurze : :einblüthige Siiele, dem C. villo- > 


sug aber einblüthige Stiele, welche zu zwei bis 
“ drei zusammen stehen, zugeschrieben‘ werden. Wenn 


man nämlich hieraus folgern wollte, dass die Blü- ° 


thenstiele des €; eretichs kürzer seyn müssten, als 
die des €. villosus, so würde man irren, denn es 
zeigt sich sowohl bei diesen beiden Pflanzen als 
bei andern ihnen verwändien im Allgemeinen kein 
Unterschied hinsichtlich des Blüthenstandes, Bei 


beiden sind die Blütbenstiele bald länger, bald 


‚kürzer, bald. einzeln ,, bald zu, zwei zusammen 
stehend. Auch ist es für beide unwahr, dass die 
Blüthenstiele immer einblüthig seyen, denn sie ver- 


ästigen sieh nicht selten, ‚und tragen zwei! Blüthen. u 
Spach sagt. daher mit Recht, dass der Blüthen-. 


stand an vielen. Arten sehr veränderlich sey, und 
keine guten Charaktere’. liefere, . Auffallend ist es 
auch, dass DeCandolle „dem Cistus oreticus kurze 


Blüthenstiele zuschreibt, und dabei auf Jaequin . 


ie. rar, 1. t. 95. verweiset, wo‘ eine Pflanze mit 
verhältnissmässig. sehr langen Blüthenstielen abge- 
bildet ist, wie sie die freie Natur kaum liefert. 


"Die Jacquin’sche Abbildung ist nänlich, wie 


auch die Collect. 1. p. 8. ‚beweisen, nach - einem 
‚kultivirten Exemplare entworfen, und passt daher 
weder auf ©, eretieus, noch auf 0. villosus, sowie 
sie an ihren natürlichen. Standorten, vorkommen. 


B Pi 


692 j | 
“Gleichwohl scheint diese Abbildung allerdings auf 
den wahren ©. ‚eretieus "bezogen werden zu mis. 


sen, da die. Blatiränder. für eillosus schon zu ° 


wellenförmig sind. “Auch habe ich aus dem, Samen’ 
des ©. eretieus eine ganz ähnliche Pflanze erzogen, 
:— Ob übrigens. in Isirien und auf. den Inseln des 
ädrintischen. Meeres nicht mehrere Formen vorkom- 
‘men und vielleicht selbst eine, welche «lem wahren 
©. erelicus entspricht, darüber mögen weitere Be. 
obachtungen entscheiden, aus ‚welchen sich auch 
“ ergeben wird, oh man diese und ähnliche Formen 
füglich” in eine Art vereinigen kann, : "Schwerlich 
dürfte es aber rathsam werden, Cistus erispus und 


-  albidus . ebenfalls damit zu ‚verbinden. . Für eine 


Art in diesem Umfange möchte die schon vonDios- 
P corid es angewandte Benennung, ci ölue masculus, 
- die geeignetste seyn, : 

‚V. Stephanocar' Pus. ‚ Sepala bracieis tribus ma- 

joribus stipata, guarım una 'sepalo tertio 

- ‚plerungue conereta sepalum : difforme menti- 

"tur, Petala quinque.. Stamina ' copiosa om- 

nia fertilia. Stylus elavatus  brevissimus 

 Kapsula quinqueloeularis ‚ apice, septifrage- 

quinquevalvis. Senina 'orthotropa, raphe 
orbata... Embryo eireinnatus. - 

TEE mgnspeliensis Spach. Cistus. monspe 

liensis: L.: 

Zu dieser Art dürfte auch der Cistus Ledon 

zu ziehen seyn, welcher anf der istrischen Insel 

"dei ‚Brioni, wachsen soll, indem der in der Engy- 


E& 
a 


or 


er 5 


clöpedie beschriebene ebenfalls "eine - Varietä t des: 
selben zu seyn scheint:. Spach führt ihn- zwar 
„Tragweise unter Ladanium laur ifolium an, allein da 


Lamarck seinem "Cistus -Ledon einen fünfblätteri- . 


“gen Kelch zuschreibt und hinzufügt, . dass er ‚be- 


sonders mit Üistus monspeliensis_ viel Achnlichkeit 


‚besitze, so darf ‚man diese Vermuthung für 'unge- 


gründet halten. - . : 
vi:  Lidonia: Sepala, petala "et 'stamina Steno- 
carpi.- Stylus obconieus 1. elävatus;- brevissi- 
mus. Capsula quinqueloeularis, loeulieido- 
+ giünqueyalvis. Semina.  orthotropa ;: raphe 

_ orbata. Embryo eireinnatus, 
8 L. pedunoularis Spach.. ‚Cistus srefais I. 


b) 


ı“ Herb ar r en. 


j Bemerkungen. über. einige "Pflanzen in No@s plante 


Istrien ehsiteate., . 

Da diese Sammlung ziemlich weit- verbreitet 
und daher Gemeingut ‚geworden ist, so mögen 
einige- Bemerkungen darüber nieht ganz zwecklos. : 
seyn, Vicia variegata Wind? im; Mai auf Fel- 
sen bei Fiume_ist Vicia "eillosa- glabrescens Koch 


"Syn. 8.194. i, e. tenuifolia Ten. non Roth. V. Cracoa 


Bert. n. Linn, — Vieia Kitaibeläi. Echb. bei Fiume 


im Juni ist: TV Cracea Linn. Ereum? theils ohne 
“ Namen, theils als E. longifolium - ausgegeben, ist, 


wie DeCandolle ganz richtig bezeugt, E. gra-. 
eile DeC. und daher Vieia graeilis Loisel. et Koch _ 
Syn. 192, - Vebrigens ist es.,ein, Ierthun, wenn, 


i 


""Beringe in DeC. prodr, ‚das BE. gracile als Var, 
von E. ietraspermum ‚aufstellt. 

Ervum? al Lusin piceolo, Apnili in Weingkrten, 
‚ist E, hirsutum L. 

Trifolium "Cherleri L. Auf Wiesen. in: der 
” Nähe des Meers bei Fiume im’. Juli, ist ein Tri. 
'. folium arvense caule erecio; es kommt.in den Her- 
barjen auch als Tr. Britingeri Opitz vor. 

“ Ononis? ' Im Juni anf-dürren steinigten Plätzen 

bei Fiume ist 0. Columne Au, 

Anthyllis teiraphijllä.. Bei. ‚Fiume auf Wiesen 
im Juni, ist A. :Vülneraria flora zubro, i ie. A. Di 
lenüi Schultes. 


- Medicago mollissima. Roth, Find, Apnil Im 


“ Innern des Läzareths St, Francesco, ist HM, mminimo L. 
Cochlearia glastifolia.- ‚Fiume, April, an Wegen, 
auf Schutihäufen, auch als Unkraut in Gärten im 
Frühlinge sehr gemein, ist "Calepina Coreini Desv. 
Potentilla pedata W. Fiume, Junj, anf Wiesen, 
ist P. hirta L. j - 
Eryngium dichofomum Desf. J: all al. Insin pie 
‚ coli ist E. ereticum L. \ : 
Statice furfuracea ist: St. pubescens. if 
'Seseli glaucum ist 8. Tomeniesum. : : - 
‚Orobanche altissima ist 0. pruinosa. 


\ Carlina acanilifolia An. August auf dem Monte _ 


Maggiore an Wegen ist C. simplex w. K. et Koch 
Syn. p- 405. 

Sonchus. Plumieri L.. "Fiume, Juli. "An Felsen, 
zieht sich von 25300 bis. in. das "Thal hinab , ist 


& -. . “ 
4 . } t 


® 


a 
 Zaetuca nerennis LE, wobei. die pi äte Blüthezeit” 
merkwürdig ist. : 
„Einige unbenannte' Plantago- Arten gehören zu 
‘Pl. lanceolata. 
Carex exiensa Good. Fi iume, April, auf sum- ' 
phgen Stellen’ al Piopi, Ponsal, rara, ist C. distans L. 
Daetylis?- Fiume,. Mai, im neuen Lazareth 
St.Franeceseo, ist D. glomerata L. 
Tritieum ?_ Fiume, die. am häufigsten angebaute 
Frucht; ist Zr; Turgidum L. 
Tritieum, Dillosum ist Trit, pungens Pers. Koch 
Syn. 828. Be: ; 
Panistum? Fiüme, Juli, Unkraut ‚in Gärten, 
"ist P. eiride ß. ‚majus Gaud. helv. 1. p. 152. 
Lolium? “April, im neuen Lazareth St. Fran- 
eesco bei Fiume, ist" Lolium Bouchoanım Koch 
Syn. p. 828, . . s : 
“ Imperata: eylindrica p. BD auf Cherso, ist 
Arundo mauritanica Desf. ' u 
Juneus Hoppü.. Noe, am 1 Ufer des Meeres. bei 
Fiume, ist, wie der berüchtigte Schenus eoareclatus - 
Seenus, Juneus maritimus L. en . 
Ornithogalum collinum Guss.  Fiame; Mai, an 
Wegen auf dem Monte 'tersacto, selten, kommt zwar 
den Exemplaren aus ‚Bicilien sehr nahe ‚scheint 
‘dennoch das wahre 0. 'comosum L. Jacgq. et Koch 
Syn. zu seyn. 
Ronuneulus? Fiume, Mai; au Wegen.’ Diese 
Art sieht allerdings wie eine noya species aus; die 
habituelle Aehnlichkeit mit B. Philonotis lässt sich. 





nicht verkemmen. Wirwirden sie als R. Müricn- 
tus bezeiehnen, da aber die Carpellen fehlen, 0 
lässt sich. nichts mit‘ Gewissheit bestimmen. 
\ IM. Anzeige 
Der dritte "Band von Reichenbach’s Tcones 
‚ florw. germanicie, enthaltend die Familien der Py- 
„ päverace®, Capparidee, Violew und Ranünculacee 
„wurde zur Hälfte im Monat September di I. 'ver-’ 
sendet. Die Theilnehmer an einem Unternehmen, 
j ‚welches sämmtliche in Deutschlaud wild, wachsende 
j Phanerogamen in getreuen und naturgemässen Ab- 
. bildungen in natürlicher. ‚Grösse, nach- ‚Original. 
„, Zeichnungen in Kupferstich. gibt, dabei’ die Analy- 
sen stark. vergrössert: "zeigt, ! "werden. wonäch von 
“ den’ Buchhandlungen, wo sie. ihre Bestellungen 
m achten,,. das Werk verlangen, wenn" sie. "es: nich 
.J hereits empfingen. . 
Zugleich bringe ich in Erinnerung, dass das- 
selbe Werk mit deutschem Text seinen. ungestörten 
Fortgang hat und dass :von demselben unter dem 
Titel „Deutschlands Flora mit höchst naturgetrenen, 
charaktestischen Abbildungen aller " ihrer Pflan-, 
. zenarten in natürlicher. "Grösse und. mit Analysen, 
, auf Kupfertafeln. als Beleg für die Pl. germ. EXCHES, 
"und zu. Aufnahme und Verbreitung "der nenesten 
Eütdeekungen” bereits 10. Hefte erschienen sind, 
die Familie der Tetradyname_ vollständig enthal- 
tend. Jedes Heft kostet colorirt 1’ Thlr. 12 gr. 
2,8. 42 kr), schwarz 20 gr. ca 1.30 kr.) 
Leipzig... Frie drich Hofmeister. 
- . Hiezu Beibl 3.) 


Allgemeine 








ro. 4 44.; ‚Regensburg, am 28.- November 1838. 








ı Original - Abhandlungen. j 


. Noch. einige Bemerkungen. über Seneecio Doria ‚Linn., 


. saracenieus Linn. und niemorensis Linn., so. wie 


über S. osloglossus De6.; ; von Hofrath Dr, Koch “ 
in Erlangen. Ba j 


Indem ich in Jaequin, s Flora austriaca 
eiwas nachlesen will, schlage ich zufällig die Seite 


auf, wo Senecio saracenicus beschrieben wird.‘ Diess. 
‚ evinnerte mich an zweierlei, nämlich daran, dass 
in.der allg. bot. Zeit.' 1836, p. 333. “über die Un-- 


'zuyerlässigkeit der Diagnosen geklagt wird, welche 


die Schriftsteller nicht allein von der ebengenannten . 


Art, sondern ‚auch von Senecio Doria und S. ne- 
morensis entworfen haben; und zweitens daran, 
dass DeCandolle in dem sechsten Bande semes 
Prodromus einen Senecio oeloglossus hat, von dem 
es heisst ‚in sylvatieis Sibirie (Gmelin, Tureza- 


ninow, Meyerh: Germaniz (RB. eichenbach) und. 


wozu „Senecio nemorensis Reichenb. icon. crit. 3. 
Nr. et fig. 467., nec aliorum” gezogen wird, dem- 
nach an eine neue Species, ‚die schwerlich irgend 
einem deuischen Botaniker, als ein in Deutschland 


einheimisches : Gewächs. bekannt ist. en 


Flora 1838, a0... .. nn xx 


botanische Leitung. 


2". on on B Er 


ss 


“ 
Was nan den ersten Pimkt betrifft, so sind 
diese Klagen nicht "bloss gegründet, ‚sondern auch 
‚schon vor längerer. Zeit "geführt, worden; denn 
23 aequin sagt am Ende der Beschreibung von 
- Seneeio suracenieus Folgendes: Utile duxi, ires 
.hasce plantas (uämlich den Senecio nemorensis, Do- 
‚ri und süracenicus), Uno’ ordine proponere. _ Sunt 
‘sane Inter se distinetissimse; sed nemo facile’ deter- 
minabit cognoscetque ex datis- autorum" definitioni- 
bus, seepe nec. deseriptionibus. Tum nee in omni 
regione omnes simul -erescunt. Sie ipse diu in 
errore 'versabar, in quo versari hueusque etiam 
alios observo ex speeiminibus communicatis, Folia 
S . «rassa, firma, glauea, ad tactum pinguia indicant 
vel sola Senecionem Doriam. . Folia 'angusta (die 
Blätter sind manchmal auch breit‘ genug), conferta 
5 et floores. vadiati” ‚ortoni 'Senecionem saracenicum. 
:Senecia nemorensis ex corollis radiantibus quinis 
odoratis et foliis nee, Pinguibus nee crässis facile 
definitur. Alia etiam momenta datis addi possint. 
x An folgenden Kennzeichen sind sie wohl am leich- 
° testen zum unterscheiden. An Senecio Dorin sind 
die obern. ‚Stengelblätter "so klein und erscheinen 
desswegen so entfernt, dass .der’ Stengel auf den 
‚ersten Blick oberwärts nackt aussieht, An Seneeio 
nemerensis und saracenieus stehen der Länge des 
Stengels nach bis zum Anfang des Corymbus grosse 
Blätter und bei dem leiztern auch ‚gedrungen. Beide 
unterscheiden sich “ auffallend durch die Wurzel, 
welche an 8, saracenicus lange Ausläufer macht, 

“ die ‚dem Sönoeio memorensis fehlen. ..; 


KR 
N 
% 


69 


- Um auszunitteln, was Linne unter - dem So 


= necio Dori 10%. ‚saratenicus und nemorensis verstand, 


muss’ man die dritte Ausgabe der Species plantarum 


‚guRathe ziehen, Dieses Werk ist das vollendeiste, - 


welches Linn über die Pflanzenwelt, schrieb und 
der. Haupteodex, ‚der uns leiten muss; damit kann 
man noch die. zwölfte ‚Ausgabe ‚des Systema Na- 
turae vergleichen. Bei einer, solchen „Vergleichung . 
sind nach meiner Ansicht die Worte des Autors, 
der Abdruck’ der Gedanken desselben, das ge- 


B wichtigste, Sind diese zu karg. gegeben, so folgen 


hierauf die Standorte von. denjenigen Pflanzen, : 
welche Linnd- im Freien beobachtete, daun die 
Citate ‚ler ‚Beschreibungen anderer Autoren , ‚hier- 
auf erst die Citate der Abbildungen, die‘ besonders, 
was die ä ältern anbelangt, oft schlecht sind und bei 


‚schwierigen Arten keinen Aufschluss geben und 


zuletzt das Herbarium, ‚was leider zu Smith's 
Zeitön als Orakel galt, und wodurch so viele Con- 
fusion in die Botanik ‚gebracht. wurde. Vergleichen 
wir nun, was Linne von den fraglichen Arten 
aufgezeichnet, 30 finden ‚wir über Seneeio Doria 
folgende Worte: Folia caulis superiora evadant 
minuta, ut corymbus quasi longius pedunenlatus 
appareat ;. in sequenti (der sequens ist 8. saraceni- 
cus) folia majuscula usque ad corymbum’ continuant, 
Dadurch ist der Seneciw Doria unverkennbar he- 
zeichnet., Linne sagt weiter: Habitat in Oriente, 
Austrize sylvis, Monspelii ad Ladi ripas. Ob diese 
Art im Oriente wächst, weiss ich nicht, aber ein: 
x x2 


700 
, Krangbäisches Exemplar besitze ich durch Salz. 
mann. Vermuthlich bezieht sich die Angabe habi- 
tat in Oriente auf: die zur. Vergleichung angeführte 
Abbildung Dillen’s in Hort. eltham, t. 105, „und 
insofern muss dieser Standort wegfallen, denn Dil. 
"len’s Abbildung stellt den ähnlichen S. coriaceus dar. 
- Von Seneeio sarucenicus sagt Linne: Dignosci- 
tur » fücie, latis foliis , magnitudine, radice maxime 
‚  repente, Der $, säracenieus ist beträchtlich höher 
als seine Verwandte, an Flussufern\ oft mannshech, 
seine Blätter sind ‚gross, aber. 'verhältnissmässig 
nicht breiter als bei den verwandten Arten,. dess- 
wegen scheint mir, dass Linnd dieses mit magnis 
-folis bezeichnen wollte, aber da das Wort magni- 
“ tudine gleich’ hinten darauf folgt, so wollte er den 
- Ausdruck nieht doppelt nehmen. Diess ist. jedoch 
überhaupt von keinem Belang, indem die drei letz- 
ten Worte radice maxime repente so bezeichnend 
Sind, dass kein Zweifel mehr ‚obwälten kann, denn 
Senecio Doria und. S. nemorensis haben keine krie- 
“ chende Wurzel. Diese Worte Linnds sind um 
. so gewichtiger, als er- die Pflanze im Garten zu 
Upsal kultivirte. Er sagt- in seinem Hortus upsa- 
- liensis p. 260. von ihr: Hospitatur sub dio, lumu- 
rians, perennis.. Im lockern Boden macht S sar@ 
‚ eenieus mehrere Fuss lange "Ausläufer, wie eine 


“ . Quecke, nur dass sie stärker und ohne Knoten sind, 


und dadurch wird die Pflanze in feuchten Gärten 
zu einem lästigen Unkraut, in trockenem Boden 
sind - diese Ausläufer kurz, aber stets vorhanden. 


> 


‚Ja e q ain sagt in dieser. Hinsicht: Radix hbras: 


pallidas numerosas löngasque’ generat; fum unam 
alteramve’ hbram brevem'imultoque erassiorem, gu: 
horizontaliter pergit, - 'atque. /hine, recta ‚adscendit, 


novum, caulem ‘produetura;..ut hac ratione radix' 

repat, ac paucos intra annos,. eulta ‚inprimis , cams‘. 
Hium sylvulam, producat.. Als Standort. gibt Linne . 
an: Habitat in Helvetise, Monspelii montanis, ne- , 
morosis. ‘Der .‚specielle Standort der Schweiz ist. ' 
zu streichen, da nach Gandin diese Pflanze bis- 


her in der Schweiz noch. nicht gefunden wurde; 
gegen den . allgemeinen . „in -montanis , nemorosis”,' 


das heisst in schattigen Gebirgswäldern, die in, 


der Regel fencht sind, möchte ich nichts. einwen- 
den. Ich selbst habe zwar die Pflanze wur an 
Flussufern gesehen, aber J aequin‘ sagt a, a, 0.: 
ereseit copiosius in subalpinis et montosis; tum etiam 
in demissis. Ferner sagt Wahlenberg (Flora ‘ 


earpatorum. p. 267.) habitat in montibus oceidentali- 
meridionalibus Liptowise, seilicet in Fatra copiose 


und Un ger (über den Einfluss des Bodens auf 
die Vertheilung der -Gevrächse _p. 341): Senecio 
saracenicus -— am Kaisergebirge. 

"Wenn nun, nach meiner Ansicht, nieht daran 
zu zweifeln ist, dass Linne unter seinem Senecio 


Doria diejenige Pflanze verstanden hat, welche , 


Jacquin in’der Flora austriaca tab. 185. abgebil- 
det hat, und unter Senecio saracenicus diejenige, 
welche die Tafel 166. in dex ‚Flora austriaca_ dar- 
stellt, so ist doch über Seneoio nemorensis noch 


701 


n 


\ 


702..° ne 


" Einiges aufzuklären, Linne hat. ‚nämlich in der. 
von der benannten. Pflanze gegebenen Definition 
die Worte „eorollis radiantibus. ectonis”: das heisst, 


dass diese Art an jeden Köpfchen acht Strahlen. 


blüthen hat. ‚Ich beachtete diess weniger weil 
die: Synonyme von Haller und Rupp zu derjeni- | 
„gen Pflanze gehören, welche mari‘ in Deutschland 


allgemein für Senecio. nemorensis annimmt, weil 


x ferner die Pflanze, welche Reichenbach Icon. 3, 
£. 467. als Senecio 'nemorensis mit acht Strahlen. 
bitithen abgebildet hat, in Deutschland Niemand 
kennt, und endlich weil ieh. als Geschenk aus Bei- 
chenbach’s Hand ‚den Senecio nemorensis der 
"Dresdener Flora besitze, ‚der zu einer Form (des 
S. nemorensis : der denischen Fleren) mit" grössern 
Blüthenköpfehen ‚gehört, und nur fünf Strahlen- 


_blüthehen in jedem Köpfchen hat. Ich wurde erst 
. "durch den sechsten Band von DeCandelle’s Pro- 


dromus aufmerksam gemacht, wo ein Senecio octo- 
glossus vorkommt, zu welchem ‘der. Senecio nemo- 
.rensis Ledeb. Fior. altaje. vol. 4. pP 109. und 8. ne- 
morensis "Reichenb, Icon. £.-467., „nee aliorum” ge- 
' zogen 'wird.. In der. Diagnose, welche die Flora 
altaiea a.» 0. gibt, heisst. es in der ‘That, was 
- ich. übersehen hatte, floseulis: radii 7° — 8. Diese 
“ Art habe ich noch nicht ‘gesehen. 

DeCandolle hat in seinem Prodromus vol. 6, 


| p- 352. — 354, statt. der oben von mir erwähnten 
“. und‘ von J aequin abgebildeten drei Arten deren 


fünf, welche hier in Betracht kommen, DeCan- 


ir 


708 


dolle ist übrigens seiner Sache keineswegs gewis, 
denn er sagt pP: 354. unter. Senecio Jacquinianus: - 
Forte, suadenite ei.’ Spennero, Senecio: Fuchsii, “ 


- 8, ocloglossus et Jacquinianus sunt speeiel unigee 


varietates speetabiles, Er führt‘ folgende Arten anf: 
1. Senegio- Doria Jacg. austr, t. 185. 
+2. Senevio‘ saracenicus. Jacy.“ austr. t. 186. . 
Reichenb. Ile. f 468. Dabei habe ich nur zu 
erinnern‘, dass ich die varietas ß.: Nlosenlosa noch 


- nicht gesehen habe, sowie auch den: dabei ’eitixtein, 


von Waldsfein und Kitäibel vol & « 148 
abgebildeten Seneclo croalicus; wesswegen ich: mie. 


- in dieser Hinsicht kein Drtheil erlaube, 


3: Senecio-Jacguinianus Reichenb. ' Eigentlich 


nicht bloss der 8. Jactuinianus Reichenbach, son- ' 


+ 


dern der S. 'nemorensis in der Ausdehnung , wie 
ich ihn in der Syuopsis ‚EL germ. et Kelv. aufge: 5 
stellt habe, 

4 Seneeio: Fuchsii. Mit demselben Umfange 
wie in: meiner "Synopsis; nux hat DeCandolle 
noch eine sibirische. Varietät hinzugefügt, die var. 

y. Turezaninowi,. die: mir unbekanıit ist. ich habe 
mich nun aber vollkommen überzeugt, dass 8. Fuck. x 
si; und der vorstehende Ss Jacguinianus Formen 
einer Art sind, von: der auch "der 8. Jacguinianus 
Reichenbach. nicht verschieden. ist. - Die. getrockne- 
ten Wiener Exemplare und äuch der Senecio fron- 
dosus Tausch, den Reichenbach zu $. Jacqui 
nienus zieht, bieten kein einziges. deutliches Merk- 


‚mal dar, um sie von dem gewöhnlichen 8. nemo- 


” ä BE Se 


g 


is 


704 


Fu 


' rensis. der’ "deutschen Autoren zu unterscheiden. und 


: wenn sie auch odorali wären, was ich nicht finden 
kann, so könnte doch der blosse Geruch. keine 
Species begründen. Der Seneöio Jacquinianus der 
: Umgebung von Laibach ,. welchen ich aus Samen 


. zog, den ich durch die. Gefälligkeit von Dr, Graf 


% 


erhielt, hat: auch keinen andern Geruch als einen 


schwachen, dem der Änthemis nobilis ähnlichen,” 
den: er aber bei, dem Trocknen noch mehr verliert, 
Da aber dieser Jacquinianus doch noch nicht yon 
allen :Botanikern aufgegeben werden. möchte, so 


"schlage ich für. die ganze Species den. Namen: Se- 
' necio‘ Fuchsü: vor,- nämlich für den hier oben be- 
' nannten 8. Jacquinianus DeCandolle: und: den Fuch- 


‚sil im u Sinne meiner Synopsis, : : 

. Senecio octoglossus.. Diese Pflanze ist nun, 
wie hen bemerkt, . ‚der ';Senecio nemorensis' der 
‚Flora altaica 4. p. 109. Reichen. b. Iconogr. 3. 
£ 467.., „und diejenige, ‚welche mit Linne's Def 


‚ nition des S. nemorensis übereinstimmt. ° - Vielleicht 


hatte sie Linne von &melin, der ihm, der Spe- 
eies plantarum zu Folge, - mehrere‘ Mittheilungen 
machte: Äber wächst: diese Pflanze in. Deutsch- 
Jand; ich zweifle sehr daran.. Ich besitze eine be- 
deutende- Anzahl von Exemplaren des’ Senecio- ne- 


. morensis der deutschen Autoren aus vielen Gegen- 


den Deutschlands, . 2. B. aus Thüringen, Sach- 
"gen, Schlesien , Böhmen und auch ,. wie ich schon 
‘oben erwähnte; ein Exemplar aus der Gegend von. - 


Dresden durch die Gefälligkeit von Reichenbach, 


E 








"705. 


"aber alle haben nur. fünf Strahlenblüthen, selten 


findet sich 'ein.oder das. ‚andere Köpfchen mit sechs. 
Desswegen. vermuüthe - ich,: dass irgend eine ' Ver- 
wechselung statt‘ fand, als die Zeichnung in: ‚der. 
Iconographia .botaniea gefertigt -wurde,- Indessen u 
kann ich mich auch irren und, es kann. später bei 
Dresden die Pflanze :mit .acht Strahblenblüthen: im 


- . Köpfchen noch aufgefanden worden seyn, Ich 


aache Jdesswegen die. Freunde der deutschen-Flora 

auf einen Senecio- nemorensis ‚mit "acht: Strahlen- 
blüthen aufmerksam. und füge. die Bitte hinzu, sie 
möchten das Resultat ihrer Beobachtungen, im Falle 


. diese.etwas Positives‘ ‚darbieten,, in Giesen. Blättern 


bekamtmachen 1° on 


2 


Schliesslich ‘muss ich nach die Bemerkung hin- u 


- zufügen, dass DeCändolle den Senecio nemoren- 
“ sis Linn& eigentlich. nirgends eitirt.. Nur. bei. Se- 
"necio octoglossus heisst‘ es: 8, nemorensis var. . 


Linn. Sp.’ -4921.; aber Linne hat keine Varietät. 


. bei seinem 8. ‚nemorensis aufgezeichnet. 5 


IL Correspondenn 
" Schreiben an Professor Hoppe.) 


Als die kleine "Abhandlung über. Senecio 0cio- 
glossus DeCundolle und die verwandten Arten, wel- - 
che ich neulich einzusehieken das Vergnügen hatte, 
schon abgegangen war, erinnerte ich mich. erst 
einer Stelle in der allgemeinen botanischen Zeitung. 


‚Jahrgang 1836,'p. 559.); wo von diesen Pflanzen 
ebenfalls die Rede ist. Zuerst wird über- Chealia 


& 


2706; 





® 


"saracehica“ gesprochen. wobei auch meiner Person 


„gedacht ist, und dann mit .der Bemerkung geschlos., 
sen, dass, I acguin möglicher Weise mit seinem 


-Seneeio. saracenicus die Botaniker irre geleitet habe; 


 R 


3 


‚und dass es vorzüglich darauf ‚ankomme, sich aus 
Montpellier den. ächten -Senecio Doria zw verschaf- 
fen, um diesen dainit vergleichen zu können, Letz- 
tern besitze ich ntin aus der Gegend von’ Mont- 
 pelller, durch Salzmann gesammelt. "Ex ist eine 
‚von 8; 'saracenicus' deutlich - verschiedene und auch 
durch‘ Linne s Worte dentlich bezeichnete Art, 


‚ wie ich in jenem Aufsatze dargethan habe, Auch 


‚ist nach. Linnes- Worten- ‚der Senecio“ suracenicus 
‚diejenige Pflanze, welche Jacegquin unter‘ diesem 
Namen abgebildet . bat. Das. Citat aus- "Fuchs 
„Solidagö ‚saraceniea”: hat ‚wohl kein grosses Ge- 
wicht, weil sowohl‘ Fuchs‘ :als: Caspar Bauhin 
und alle damals‘ lebenden botanischen Schriftsteller 
* den Senecio saracenieus und- nemörensis nicht un- 
terschieden haben. ‚Die Abbildungen. dieser Patres 
passen so gut auf die eine als auf die andere Art, 
doch scheinen sie nach der Abbildung der Wurzel, 
welche‘ bei diesen Schriftstellern gewöhnlich mit 


. Fleiss gezeichnet ist, den S. nemorensis auet. germ. ' 


vorgestellt. zu haben, also den S, Fuchs Gm Sinne 
meiner Abhandlung). Aber, Liune koimte, wie 
"gesagt; die Figur so gut zu dem einen ‚wie zu dem 
andern ziehen, und unsern deutschen S. nemoren- 


“ ‚sis scheint: Linnd auch nicht einmal gekanntzu haben, 


“ wie, ‚ch in " jener Abbaudiang ebenfalls andenteie. 





a 


707 . 


2. 


- Ich fü ügein nun "nöch- iieine. Bemerkungen über 
Cacalia saracenica hier an, die wohl einiges Inte- 


- resse für: Sie haben werden, am so mehr, als. ich- 


sie an der lebenden Pflanze neben den verwändteir 
Arten im’ Garten machte. Die Cacalia_ saracenich.. 
Linne ist sicherlich eine ächte Species, aber eine, 
derjenigen, die iman lebend sehen muss, um sich 


‘eine klare: Vorstellung davon zu: erwerben, Bie 


ist allerdings-ein Seneci6,_ heisst auch desswegen 
besser Senecio‘ Cacahasiör ,: und. "Ist dem ' Senecio 
saracenieus und. Fuchsü (dem 8, memorensis autor. 


- germ. + wenn sie. nicht blühet, ungemein : ähnlichz‘ 


aber wenn sie blübet, so geben ihr ihre weissen, 


zuletzt gelblichweissen ‚Blüthen, ‚die ungefähr die 
Farbg haben wie die: von‘ Cirsium oleraceum, ein. 


50 auffallendes Ansehen, dass nian kaum glauben 
möchte, sie müsse ‚mit jenen‘ -Seneeionen verglichen | 


“werden; und doch, wenn man. die Merkınale nie- 


derschreiben will, so hat ‚es seine Schwierigkeit; 
und desswegen würden getrocknete Exemplare, die 
einmal ihre Farbe verloren "haben, schwer von’ Se- 
necio Fuchsüü (in obigem Sinne) zu unterscheiden 
seyi, wenn dieser ohne Zungenblüthen vorkommen E 
sollte. Einen solchen hat man aber noch nicht ge- 
funden. DeCandolle, welcher in” der Flore. 
francaise (suppl. p. 474,) einen "Seneeio saracenieus 


‚mit lauter Röhrenblüthen anführt, bemerkt bei die: 


ser Gelegenheit: „was nun den 8. nemorensis be 
wifft, so habe ich diesen bisher mit strahligen Blü- 
then gefunden, a aber ich bin geueigt zu glauben, 


ri 


708 le 
x 

Ass der S, erönticus Willd. spec. 3 :P- 1978, nichts 
"anderes ist als die varietas flosculosa von dieser 
5 Art” :DeCandolle hatte hier Unrecht, wie er 
; sieh denn auch. selbst: in seinem "Prodromus kovri- 
“girt, Sprengel aber nimmt das für ausgemacht 
und. setzt. den S. eroaticus ohne weiters zu S. ova- 
tüs‘ (Fuchsü) als ‚strahlenlose ; ‚Varietät. ‚Eine sol. 
“ che habe ich, jedoeh. ebenso ‚wenig als DeCan- 
. delle jemals gesehen. In‘ dem Prodromus bringt 
nn DeCandolle ‚den. ‚Senecio croalicus, sowie 
Reichenbach in der Flora. excursoria zu S. - 
racenicus als. eine strahlenlose .Varietät, Ich will 
‘das Vorhandenseyn einer solchen Varietät keines- 
‚wegs. bestreiten, denn es gibt bei mehreren: Sene- 
eionen strahlenlose Abarten,. aber die‘ ‘drei eben 
_ erwähnten Autoren haben die Plant rariores Hun- 
gariee nicht nachgöschlagen, sonst hätten sie eine 
solehe Ansicht nicht ‚voltragen können. . Wald 
stein. und Kitaibel sagen. in "dem benannten 
Werke, Theil 2 . Beite- 153.: „Flores .ete. Flosenli 
‚eireiter viceni, omries hermaphroditi,. soquales, cörol. 
"Iulis tubulosis alis aut ochroleueis ete.” Hier liegt 
‚. das Bezeichnende. Wer hat jemals einen Senecio 
saracenicus oder ovatus mit‘ weissen Blumen ge- 
‚sehen. Der: Senecio 'eroaticus gehört. als Synonym 
zu Senecio Cncaliasier und ist ein und dasselbe 
&ewächs. "DeCandolle: ‚sagt zwar, ‚dass sich 
ersterer von. dem strahlenlosen S. Cacaliaster durch 
‚die Blätter unterscheide, welche keineswegs herab: 
'liefen,, aber das ist auch an letzterm wenig be- 


[ 


70 


, merklich. und. genau genommen laufen die Blätter 


an $. saracenicus (an beiden Arten die untern) 
auch ein "wenig herab, Se ‚dass dieses Merkmal 
seiie Bedeutung verliert. 2: 
Desswegen lässt ‘sich ‚aber der Senecio Caca- 
liuster doch ohne Schwierigkeit von $. saracenieus 
unterseheiden und zwar die strahlenlose. Form ‚von 
der strahlenlosen Form des letztern, die ich übri- 


. gens noch. nicht gesehen habe; durch die Sä ägezähne 


der Blätter, welche eine ‚gerade, nieht vorwärts’ 
gekrümmte Spitze haben ‘und durch einen schriee- 
weissen Pappus, auch "abgesehen von der ganz 
verschiedenen Farbe der ‚Blume; an S. saracenicus 
ist der Pappus selmutzigweiss, wie bei den Hiera- 


-sien aus der Rotte der Piloselloiden und bei andern 


Arten dieser Gattung. Die gestrahlte Form unter- 
scheidet sieh, von der gestrahlten des 8. saraceni- '. 
eus durch die sehr kurzen Zungen der Strablen- 
blüthen, die kaum ein wenig länger als die Rüöhren- 
:blüthen sind. Die Farbe des Pappus-; verändert sich 
freilich «bei der getrockneten Pflanze, wie, die Farbe | 
der Blüthe, beide werden bräunlich, aber die Zähne 
der Blätter geben i immernoch einen gnten ‚Unterschied. 
Der gesirahlte lebende Senecio Uacaliaster un- 
terscheidet sich von- Senecio Fuchsü (8. nemorensis 
antor. germ.) durch die Farbe der Blüthe, die 
sehr kurzen Zungen der. Strahlenbläthen, durch 
eine kriechende Wurzel, und durch einen schnee- 
weissen Pappus. Getroeknete Exemplare ohne Wur- 
zei, an welchen schen: ie Farbe ‚der Blüthe und 


. 710 u 

u des Pappus. bräunlich ‚geworden ist, würden sich 
° freilich. von, strahlenlosen Exemplaren des S. Fuchsii 
von gleichem ‘Alter, wenn Jemand diese schon ent- 
deckt hätte, ‘nicht unterscheiden lassen, aber das 
: beweist: ‚gegen die specifische Verschiedenheit beider 

- Pflanzen gar- nichts, denn .es ‚gibt viele‘ Pflanzen, 
die sich. an unvollständigen Exemplaren nicht mit 
Sicherheit‘ “erkennen lassen. - 

; Ich bemerke noch, dass ich den ‚Senecio Cdeo- 
7. liaster von De Candolle selbst erhalten, ihn also 
"aus der ächtesten Quelle bezogen "habe, Das. von 

‚Funck auf dem Badstadter Tauern gesammelte, 
: mir mitgetheilte Exemplar hat“ein etwas. s#hlanke-' 
res Ansehen, als die De@andolle’schen, allein 
“die verwandten Arten ändern "hierin vielfach ab. 
‘Für einen Senecio nemorensis "radio: nullo kann ich ® 
‚das von meinem F reunde Funck erhaltene gut ge- 
trocknete Exemplar nicht erklären, denn die Farbe 
' der: Blume hat sich bis jetzt erhalten, ‚sie ist jetzt. 
noeh weisslich. u 

Erlangen. Ko eh. 


IT. Botanische Notizen, 


" (Verzeichniss der auf dem Schaufberge "bei Mondsee 
vogkommenden Pflanzen ; 5 von Rudolph Hinter 

. huber, Apotheker in Mondsee I 

- Achillea atrata et Olavene: | Alchemilla alpina. 

. Aconitum formosum Rehb. | Allium Vietorialis. 

Eee Cammarumdacg. Androsace villos« et ldeteä, 

„  macrantkum BR. -| Aneimone apiifoha. : 
„  . Yulparia Rehb. 9. näreissiflora. _ 


Pr 


Antııyläis Vulneraria. 
Anthericum ramosum. 
Aquilogie.. vulgaris. " 


Arabis ‚alpina et Piemila 


Wuff, 
Arenaria striata.- 


Arnica, monlana et scor- 
pioides. i « 


. Alhamanta eretensis, 


Alrayene alpina. 
Aspidium alpinum. 
Aster alpinus. 
Bartsid alpinn, 


"Belonica Alopecuros. 
. Biscutella levigate. 


Blechnum. boreale. 
Cacalia alpin et albifrons. 
Campanıla alpina et 

Scheuchzeri. - 
Carex atrata, "firma: et 

Mielichhoferi. 
Cerastium strielum, 
Cistus alpesiris. 


Centaureg phr yyia ei mon- 


tana. 
Carduus deflorakus. 


‚Coronilla Emerus. 


Ürepis blaltarioides Rehb. 
et alpesiris Rehb.. 
Dentaria bulbifera et en- 

 neaphylia, 


 }Dryas oelopetala. 
„| Epilobium. alpestre Jacq. 
| Euphrasia minima.Schrd. 





7 


a salisburgensis. 


Galiıam sazatile. 


Gentiana acaulis. 

». :asclepiaden. 

- bawarica. 

3 nivalis. 

»,.  . pannonica. 

» erueialueiterna, 
Geraciim aureum Rehb, 
Geranium phieum. 

» , sylwaticum, 

Globularia cordifolia, 


a. Nudicaulis. 
Gnaphalium dioicum. 
Er sylvatieum; 
iR pusillum. 


‚Gypsopkita repens, 


».... Sawifraya, 
Habenaria albida Rehb, 
Hedysarum obseurum. 
Heracieum austriaeum. 
Himantoglossum niride 

Rechb. 
Hieracium villosum. 
Hippoörepis comosa, 
Juniperus alpina. _ 
Kernera sawalilis Kehb. 


Ya 


7ı2 


 -Luzulä masima. 
 Myposotis sudveolens Kit. 
Nigritella - angustifolia 
Rich. 
Nigritella giobosa Rechb. 
Noccea alpina Mnch. 
.. Orobanche cerulea Vill,. 
gr platystigma R. 
Oroöbus Tuteus. 
Pedieularis foliosa. 
rostrata. . 
FE 'verticillata. 
j Pimpinella magna etSazi- 


fraga. 


9 


= Phleum alpinum, 


. Pinguieula. alpina, 
Poa alpina et variet. vini. 


para, “ 


Polygonum vieiparum. 
Potentilla aurea. 
»  Primula. speetabilis Tratt, 
“ Plantago .atrata: Hoppe. 
‚Pyrola uniflora. 
» . secunda. 
. Ranunculus. alpestris. 
„  aconitifolius, 
Ranuneulus Philonotis . 
- Ehrh.. (am Fusse). 


:  Rhododendron Tirsutum, 


 Rhodothamnus Cham: 
 eistus. ‚Rechb, : 
Rosa alpina. 
_» Pfrenaica Gou, 
Rumez alpinus. 
in seulakus. 
Salix arbuscula,.. 
3,» relusa. 
Sazifraga Aizoon. 


Sawifraga Aizoides for, 
eroc, 
Sasifraga androsacea, 
» casia.  . 
» rotundifolie, 
stellaris. 
Scolöpenärium "offieinale 
(am Fusse). 
Sedum, atratum. 
Senecio abrotanifolius. 
Silene acaulis etquadrifide 
Soldanella" alpina., 
»..  monlana (am' 
.Fusse). 
Solidago alpestris et Vir- 
gaured; 
Sonchus elpinus... . 
Stachys alpina. - 
Teuerium Scorodonia (am 
. Fusse). 
. Teucrium montanum. 
Thymus ulpinus. 
Tofjeldia ealyeulata. . 
m racemosa. 
:Trifolium montanum. 
: ».., fragiferum.. 
Tussilago alpina. 
Vaeeinium Myrtillus (am 
- -Fusse). 
-Vaeeinium Wilis idea: 
Valeriana montane. 
‚ samalilis. 

s . tripteris. 
Veronica alpina L. 
- aplıylia. 

»  „ sawalilis, 
Viola skonlana. " 
biflora. . 


“ 


"n” 


Dr 





5 


u CHiezu Literber. Nr. 9.) - 


i 


_ Allg gemeine 


botanische Zeitung. 





No. 45. Regensburg, a am 7. December 1838. 


ne 








.. 


L Original- Abhandlungen. 


= Botanische Beobachtungen mit besonderer Rücksicht 


auf meine Dendrotheoa ewotica - bohemica ; von 
Prof. J. F. Tausch in Prag. 


T. pP gruß ‚Baccata L. Ünter diesem Namen 
kommen in Gärten zwei verschiedene Arten vor, 
die beide in meiner Dendrotheca exot. - bohem. ent- 
halten sind, die wohl darin übereinkommen , dass 
bei beiden der Kelch der. Frucht abfallend ist, aber 
hinsichtlich der übrigen - Charaktere sehr verschie- 
den sind, als: \ 

P. baccata : : foliis ovatis lanceolatisve acumina- | 
tis serrulatis, peduneulis umbellatis calyeum tubis 
siylisque glaberrimis, petalis "oblongis brevissime 
unguieulatis, calycibus longe subulatis in fructu 
(globoso minimo) deeiduis. . , 

P. baccate L. mant. 75. Amm.  volh. t. 31° 
Pall. Ser. ross. t. 10. . 

' Die breitblättrige Form, (Anm. h ©) und die ö 
schmälblättrige (@Pall. 1. ec.) befinden sich ‚beide in 
Prager Gärten, und sind wahrscheinlich aus Samen 


; s0 verschieden gefallen. 
Flora 1838.45. 5 


714 


P.. cerasifera Tausch: foliis ovatis acntis serra. 


tis elliatis, petiolis pedunenlisque villosis, ealyeum 
inbis stylisque lanatis, pelalis obovatis' exserte un- 
"guiculatis, ealyeibus acuminatis in fruetn deciduis, 


Malus baccata. . Duham. ed. nov. 6. t. 43. £ 3, 
ß. zanthecarpa : feuctibus flavis. | 
9. caleillea: fructibus costatis vubris. u 
Diese. Art ist in den Gärten Prags ziemlich 
verbreitet, und wurde bisher wegen dem hinfälli- 
gen Kelch für den P. baccata L., genommen, ob- 
wohl die Fracht mehr einer Kirsche als einer Beere 
ähnlich ist, bis vor zwei Jahren mehrere Exem- ' 


= plare von, dem wahren.P. baccata in die Prager 


# 


: Gärten gebracht wurden, bei deren Beobachtung 


sich mir gegenwärtige Bemerkungen aufdrangen, 


‚Die ‘var, 6. et y. von letzterem sind in Prager ' 


Gärten aus Samen aufgezogen worden. . 
2. Pı yrus Wangenheimiana Tausch (Dendroth, 
exot.-boh. exs.) : Amelanchier; foliis adultis sub- 
cordato- oblongis acuminatis argute serratis glaber- 
ximis, janioribus sublanatis, racemis oblongis .nn- 
tantibus laxis, calyeibus glabris genitalia longitudine 
excedentibus, petalis‘ lanceolato-spathulatis elongatis, 
P. Botryapium Wangenh. amer; 90. 1.28. f. 65. 
(ex folio et racemo). Aronia - nivea. N eumann. 
in Cat. hort: Leibnitz. 
"> Diese’ Ärt steht dem P. Botryapium L. "Wi 
am nächsten, und--man könnte ihn leicht der, 
"Linne schen Diagnose. nach’. für Linnes.P. Bo- 
eryapium selbst erklären, ‚wenn Linnes ‚beigefügte 


“is 











715 


Beschreibung „pedunculi tomentagi, petala. Iihenri- | 


lanceolata”: ‚nicht ' widersprechen würde, aus, wel- 
cher vielmehr hervorgeht, dass die in Gärten längst 


als P. Botryapium bekannte Art dafür genommen 
werden müsse, als P. Boiryapium L. Wille, spee. 2, 


p- 1013. Tausch (Dendroth. exot.-boh. exs.): Ame- 


wquantibus, petalis lineari- lanceolatis. 
3. Pyrus Bariramiana T. ausch. (Dendroth. 
exot.-boh..exs.) Amelanchier; foliis elliptico- ovatis 


“ atrinque acutis dense serrulatis basi. integerrimis, 


etiam junioribus glabris, corymbis paueifloris sub- 


. umbellatis;; ealyeibus g glabris, petalis obovatis. 


. Janchier; foliis adultis ovato-elliptieis serratis euspi- u 
datis glabris, junioribus sublanatis, racemis ovatis, 
- laxissimis, calyeibus tubo lanatis genitalia vix ad- 


Aronia pracow Neumann in Cat. hort. 


Leibnitz. ’ 
Diese Art ist durch ihren Habitus höchst. aus- 


‚gezeichnet, sieht mehr einem Cerasus’ als : :Py- 


rus. ähnlich, und zeigt, einen offenbaren Vebergang : 


von Amelanchier zu Adenorachis (sectio Pyri Cand.) 
wesswegen ich auch.die Gattung ‚Asmelanchier Med. 
Cand. nicht für selbstständig, ‘sondern nur für eine 
sestio Pyri ansehe. P. Bartramiana und Wangen- 
heimiand wurden im Leibnitzischen Garten aus 


Samen, den B artram aus Nordamerika schickte, 
‘gebaut. 


4. Pyrus ovalis Wild. Tausch (Dendroth. 


.. ex0t.-boh, exs.) findet sieh in Schmidts Oester. 
Baumz. t, 84. als Mespilus canadensis abgebildet, 


Yy2 


! 


was ich nur desswegen berühre, weil. in Cand, 


piodr. keine_Abbildung 'angeführt- wird. 


5. Pürus communis y. dasyphylia : Tausch 


j €Dendroth, boh.-. exs,) spinosa, foliis subeordate. 


rotundis serrulatis utrinque calyeibusque gano-tomen- 


tosis, fruetibus basi attenuatis. 


- Diese Abänderung des wilden Birnbaums, die 
in Hecken’ um Prag selten vorkommt, finde ich 


nirgends’ beschrieben, und ‚sie ist darum sehr merk- 


würdig, weil sich auch. unter den kultivirten Ab- 
änderungen (des, Birnbaums ‚ähnliche‘ filzblättrige 
Formen finden. Sie schliesset sich dem Blatte nach ° 
an P. communis Pyraster Ü. und. ,, der Frucht nach 


“ an, pP. communis Achras Cand. an, und bietet aber- 


mal einen Beweis, dass "beide diese‘ Formen nicht 
als Arten, wie von mehreren Autoren angendmmen 
wurde, ‚getrennt werden Können, geschweige denn, 
dass. sich unter den zwei. Extremen von P. commu- 
nis Pyraster und Achras so viele Mittelformen fm- 


den, dass man nicht weiss, zu welcher Endforn 


man selbe zählen soll, 


6. Mespilus Trewiana Tausch Dendroth: 
exot.-boh. exs,) spinosa, foliis obövato - euneiformi- 


bus, duplicato- serratis plieatis subglaberrimis,, 00- 


wymbis multifloris, ealyeibus glabriusenlis, dentibus 


“ subulatis glanduloso- serrafis, “traetibus eobglchont 


(eoceineis).- 
Crätegus erus galli. Tr ew.. pl, var. % na 
.£ punstata Ja. vind. t. 23? 


ä 


. en 5 . 17 


‘In hortis, promisenua cum. M. punctata. colitur, 


calyeibus pubescentibos dentibus integerrimis, fructi- 


“que vero .differt foliis ‚subtus ad nervos hirsutis, . 


bus. globosis ‚duplo, imo eriplo majoribus. avis, eyis- 


dentissime punctatis. . ; 


Te " Mespilus ‚corallina Tausch (Dendroih, 
exot: -bob. ess.) spinosa,; foliis obovatis "utrinque 


aecntis duplicato - ineiso - serratis subtus mollissime ' 


pubescentibus; 'corymbis- multifloris villosis, dentibus 
« ealyeinis : lineari‘- lanceolatis . gländuloso - serratis, 

ar 
fruetibus globosis aceineis.. 


x 


‚Colitur in! hortis. Pragensibns, maximeque acoe- ' 
dit ad: M, -glandulosam "Wille: xt ausch Dendr- N 
exot.-beh, exs.) eamque inter et.M. pyrifoliam Wiug. 


quasi media.’ M.-glandulosa W. vero guam maxime, 
differt. foliis glabris acuininato-Serratis, petiolis pe- 
dunenlisque- glandulosis, eorymbis ‚depauperatis, 


8 Mespilüs pywifolia: Wind. (Tausch Dendr. 
exot.-boh. exs.) inermis, '(spinosa ? ex Cand,) foliis 
ohlengis utrinque acuminatis duplicato-inciso-serrätis 


"subtas miollissime pubescentibus, coryınbis multiflovis - 


villosis, dentibus ealyeinis glanduloen-serratis, | fructi- 


bus turbinatis. ' 
ß- parviflera Tausch Dendr: ‚exol. -boh. exs.) To- 


” 


lüs brevioribus. magis ovalis, Horibus frueti- 


busque minoribüs, on 
Var. a, et ß. ‚in hortis- Bohemix eolmtw. \ , 


9, Mespilus‘ zonthocarpos Ehr. Ta usch- 


Dendr. exot.-boh. exs.) ‚Mair muss sich wohl wun- 


Br i 


ı 


18 j \ 


 deen;: wenn man bei den: neuesten Autoren den 
Crategus caroliniana Trew. et Ehr! piet, t. 17. hieher 
gezogen findet, indem diese Abbildung kaum eine-an- 
dere. als. generische Aehnlichkeit hat, Ich finde, 
‚ dass diese Abbildung | die grösste ‚Aelinlichkeit mit 
M. punctata W. hat, nur. dass selbe in allen 'Thei- 
len. viel kleiner. ist, “und sie dürfte daher nur. eine 
Abä inderung von M: punctala seyn, ‚zu. der sie sich 
vielleicht gerade so. verhält, wie der vorhergehende. 
‚=. pyrifolia ß: parviflora zu ;M. ‚pyrifolia. 2 

rn 10. Mespilus coccinen ß- pubescens Tausch 
(Dendv, .exot,-boh.. exs.) totd, ime et. fructus puhe 
mollissima obductus, ceterum a varietäte &. 5: glabra 

non discernenda. 


1. Mespitus latifolia Poir. Tausch Dendr. 

' exot,-boh. exs) spinosa,. foliis "obovatis utringne 

acutis : inzequaliter. serratis plieatis‘ neidis ‚subtus 

ad gervos subpubeseentibus, corymbis . multiflovis 

villosis, dentibus lyelal glanduloso:sarrais, fructi- 
bus. globosis. 


 Craiegus Iatifolius Pers. Can a prode.2 3 .p- 627. 


Ad M, lucidam Ehr, proxime accedit, sed 
differt foliis evidenter petiolatis 'basi ‚aentis, non 
‚necns fere petioli longitudinem produetis, plieatis, 
subtus in nervis pubescentibus, nee kevissimis, gla- 
.berrimis splendidissimisque;, corymbo villoso con- 

“ tractiore. Diese Art scheint i in ‚den 'deuischen Gär- 
ten sohr wenig bekannt zu seyu ‚da:ihrer.Spren- 
“ gelim syst, veget,.nicht einmal gedenkt, 


[FR 








u 
| 


om 
12. Prumis peirea Tausch (Dendroth, boh: 
es). Padus; racemis floriferis fructiferisyue erectis, 
petalis Ambriatis, toliis‘ oyvatis obtuse serratig glabris \ 
petiolo glandulesis, ‚fruetibus ex rubre nigris nucleo 
rugosissimo "obtuso, eaule frntieoso. f 
„ Habitat in loeis Preeruptis petrosis möntium . 
Sndetorum. - u: 

Proxima' ominino P. "Pado ER sed notis indiea- 
tis facile, distinguenda. ’ j 

13. Ribes flöridum Here, Unter diesem Na- 
men kommen ‚in Gärten drei ‚yerschiödene Arten 
vor, als - 

RB. floridum. Heret. Bin. Elth. di DAA, £ 315, 
Schmidt. Oest. Bauinz. t:9%.. Tausch Dendroth, 
ex.-boh. .exs.: foliis basi subeordato-truneatis, aut . 
cmmeatis 3 - sub -.5 -lobis acute dentatis utringque | 
punetato -glandulosis, racemis pendulis, bracteis elon- 
gatis Iinearibus , pedicellos superantibus,. ealyeibus 
tubuloso- campanulatis' glabris,. laciniis limbi lanceo- : 
Iatis petala superäntibus,: ‚stigmate vix emarginato. ’ 

R. Schmidtianuin Tausch :, foliis bası subeordaio- 
trüneatis 3-sub-5-lobis" acutiusenle dentatis utrin- 
que punctato- -gländulosis, sübtus subvillosis, juniori- 
bus - eaneseentibus , ratemis pendulis 'subspicatis, 
vachi bracteisque, Iinearibus elongatis villosis, caly- 
eibus tubuloso - - campanulatis' hirsutis; laciniis limbi 
oblongis petala snperantibus, sigmate 2- fido. 

. Diese Art befindet sich in Schmidt’s Herbar 
sehr gut erhalten, und wurde einst im Garten zu 
Schönbrunn als R. floridum kultivirt, wo’ es sich 


PT E 


. yielleicht noch befinden dürktd, Aufällend sind auf | 
- den ersten Blick die sitzenden, zu einer Achre 
‚angereihten Blumen. 

R.: intermedium Tausch Dendroih, ex. - boh, 
exs.): foliis subrotundo- cordatis sub-5-1lobis obtuse 
dentatis glabris subtus punetato- glandulosis, race- 
his pendulis, bracteis. elongatis apice spathalatis 

=. obtasis pedicellos, superantibus, calyeibus tubuloso- 
: campannulatis glabris, laciniis Jimbi oblongis petala 

superantibus, sylo erasso stigmate emarginato, . 
Diese Art steht ‘gleichsam. zwischen R. flori- 
dam und nigrum mitten inne; mit ersterem kommt 
sie hinsichtlich der Blüthen, mit letzterem: hinsicht- 
lieh der ‚Blätter. überein, doch neigen sich auch 
‚ die Blumen schon: dadurch an die von R. nigrum, 
- dass die Kelehröhre ‚weiter und banehiger ist, als 

kei R. floridum. 5. - 
‘: 14. Ribes peiraum wur. "Obwohl mehrere 
"Abbildungen dieser Art vorhanden sind, als Jacg. 
rar. 1. 6,49. Schmidt Oest. Baumz.-t. 94. ‚opt! 
:Sturm Deutschl, Flora, so findet man. doch keine 
davon in Cand. prodr. angeführt, und von der 
einzigen dort ‚angeführten Abbildung Berland: 
mem. soc. phys. gen. 3. p. 2. 2. f. 14, bleibt es 
sehr aweifelhaft, ob .sie wieklich dahin gehöre, 
Im hiesigen botanischen Garten zieht man. aber 
„gine höchst. verschiedene Art unter diesem Namen, 
„die ich nun nenne AR. urceolatum: foliis’ subrotundo- -, 
“ cordatis sub-5- lobis obtuse et ineiso- dentatis supra.., 

. pubeseentibus, subtus subvillosis, racemis, foriferis 


x 


Es 





RER 


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"721 


nutantibus  elougatis laxifloris, bracteis pedicello 
triplo brevioribus, ealyeibus rotatis limbo _Plang,. 
staminibus styloque ‚semibifido ° exseriis. . . Flores 
plus ‚ninusve atrorubescentes ureeolares; basi nempe® 
(germine) ‚rötundati, medio ‚subeonstrieti breviter .. 
tubulosi, ‚apice" in Aimbum ealyeinum explanati; la. 
einie limbi' obovatd obtusissimze 'subdentienlätze ef 
subeiliatee. Petala cnneata. "ealyce duplo breviora, 
‚Stylus- semi- 2- "Sdus et stamina: longiusenla -exserta: 
Fruetum_ 'nöndum vidi. "Ad: R: Mmultiflorum. Kit, 
prozime "aceedit, „guod  vero .differt statura miajori, . 
foliis: subtus subtomentösis, racemis multi-et densi- 
floris, pedicellis bracten yix .duplo longieribus, Ca= 


“Iyeibus viridibus reflexis, staminibus longe ‚exserlis, 
> et-stylo ad basim usque 'bipartito, 


MS. ' Ribes multiflorum Kit. Ca nd.. prodr. 
Berland. le. t.2. £11.. Tausch Döndroth. 


“ex.-boh. exe: -Schultes gab diese Art in den 


Flora austr. fälschlich: für R.- spicatum Sm. aus, . 
dem hierin Reichenbach FI, excurs, nachfolgte, 
R. vitifolium Host; Fl. ‚austr. 'gehört gewiss 'hieher, 
denn Host gab mir selbe selbst in seinem Garten 
blühend. - Merk würdig. ist es, dass sich diese Art 


. in alien, böhmischen -Gartenanlagen findet, wo sie 


bestimmt. viel älter seyn musste, she sie Kitaibel 
bekannt machte, 
16. -Ribes alpinum L. Bekanntlich ist diese 


Ant getrennten Geschlechtes, dass man aber "die 
„verschiedenen Geschlechter als Abänderungen auf 
führt, wie in Cand. prodr. nach Wallroth’s 


Vorgange geschehen, sollte häinahl” nglanbic 


sehen i 
‚Ribes acusire. Poir. Diese Ant habe 


ich. aus, em Wiener botanischen Garten, sie bringt 


ö vielblüthige hängende Trauben, und stimmt mit 
"Berl 6. 4. % £.7. vollkommen überein. Hr. De- 


Candolle scheint im prodr. hierunter eine andere 
Art beschrieben zu haben, da er dort: von pedan- 


\ enlis 2-— 3-oris spricht, und Berlan diers Fi 


gur nieht erwähnt, in diesem: Falle müsste-R., I«- 


‚eustre- Cand. prodr. (exel. syn. Poir. cum Paire- 


tius suß ‚plante guoque racemos tibuit) einen 

andern. Namen ‚erhalten. \ : 
18. Bibes uva. erispe, Grossularia, und rec. 

natum L. "werden, von den neuesten. „Autoren zu- 


'samuiengeworfen;, and wenn man "keine andere 
Charaktere ‚bei denselben ‚aufznfinden vermag, als 
‚die. bisher ‚angegeben wurden, so, haben sie "auch. 


vollkommen. recht. . Alle Autoren, man sehe neuer- 
lieh Reich enb ach El. EXCURS., beguügten sich allein 


mit dem Ueberzug des Fruchtknötens. oder der 


Frucht, und wollten diese Arten. auf einen so wan- 
Jeibaren Charakter gründen. Nach meiner Ansicht 


‘fallen R. Grossularia und reclinatum . zusammen, 


‘während R. uva erispa eine davon höchst ausge- 
zeichnete Art bildet, die mehr Aehnlichkeit mit 


.. R. triflorum Wind. und R. 6 mosbati E. hat, als mit 


R. Grossularia, als 
; R. wa cerispa I. spec. 202. tvix alio autori‘ 
ramis aculeatis ; aut apice inermibus, ‚soliie subeor- 


m 


fi 























Da TB 


dato: ‚rotmdis sub- 5-löbis ‚dentatis” uieinigie: mollis- .- 


sime pilosis, peduncnlis: axillaribus nntantibus folio 

subsequalibus 3-floris, ‚pedicellis capillaribus bractea : 
ovata multo Iöngioribus, "talyeibus tubulose- campa- 

nulatis limbo. reflexo, oblongo longioribus, stylo ad 

hasim 2-partito glaherrime. 

Ramuli, graciliöres, ef folia- hasi' evidsntins COr- 
data, "ac in, R- ‚Grossularia;..: Pedunculi axillares 
3 -ori’subrademosi pühescentes, pedieellis alternis . 
una eum.germine. globose. minimo_glabris... Bractese 


ovatzr eiliatie pedicello triplo "hröviores. - Calyx tu- 


buloso- campanalatus parce. hirsutus, ‚longior.. et an 


gustior ae.in R.. Grassularia , "Iaeiniis: imbi Teflexis ’ 


oblongis calyeis, tubo' breviorihus, - Petala  brevis- 
sima oboyata emarginata, "Stamina et atyli exserti. 

Hier ist. abermals. ein Beweis, wie sehr. .man 
Liane studiren müsse, um ihn ‚zu verstehen, da 


. er sieh‘ oft gar zu. .kurz aüsdrückte.- Linne Sagt 


bei R.. uva erispa „pedieellis "braetea' monophylia” 
und: setzt daher voraus, dass der Blumeristiel meh- 


.rerg: pedicellos trägt, sonst würde;er, ‚wie bei R. 


reelinatum von pedunculas bracteatus gesprochen 


“haben. : Ich finde. diese Ärt in. meinem Herbar un-. 


ter R. Grossularia vermengt, und sammelte sie in 


deh ersten Jahren meines Botanisirens währschein- . 


lich auf den Bergen des böhinischen. Mittelgebirges 
und werde mich bemühen, im künftigen Frühjahre 
selbe wieder aufzusuchen, im : sie weiter ‚verbrei- 


‚ten ze 'können. 
R.: Grossularia a spec. 2 : ramis aeuleatis, . 


} 


foliis sobrotundis sub’- 5. lobis. dentatis. utsingue 
miollissime | pilosis, ; pedunenlis‘ axillaribus nutantibas 
abbreviatis sub -.L- floris, calycibus eampanulatis 


limbo. reflexo ovato brevioribus, styla bipartito villose, 


'R. 'reclinatum L. spee, 991, peduncalis 2-raro 
3-floris subumbellatis bracteis subinvolneratjs, 

19, ‚ Berberis ennadensis Mill. (Tausch 
Dendi. ‚exöt. -boh. exs.}. scheint eine nicht allgemein 
bekannte Art zu seyn, indem Hr. ‚DeCandolle 


. im- ‚prodromus sagt: forsan_ Kon Satis a B: vulgari 
. distindta, während diese Art der.B.'sinensis Desf, 


*am nächsten steht, und vielmehr von dieser als der 
: B. vulgaris gesondert ‘werden muss. ‘ ‚Ich würde 
‚beide auf folgende Art ‚definiren : u 

.B. eanadensis: spinis 3- -partitis, foliis obovatis 


Femote “dentieulato.- . eiltatis, - Saepe: integerrimis: mar- 
‚gine revolutis, racemis. multifloris- nutantibus, pedi. 


eellis fioreın sübseguantibus.. B. latissimo : folio en- 
nadensis. H. R. Par. Duha in., Ürnaite des. arb. 1.p. #8, 
u B. sinensis:. spinis 3-partitis subnullis, foliis 
- oboratis. ‚margine revolatis integerrimis, aut subden- - 


-"tatis, racemis multifloris nutantibus, pedicellis e- 
. pillaribus Hors, 3-—4-plo longioribus. 


‚(Fortsetzung folgt.) 


mi - Botanische Notizen 
. @Nachschrift vor Hoppe zu der im vorigen Blatte mit- 
getheilten Abhandlung über Senecio saracenicus eit. 
X’ des Hrn. Hofe, Dr.‘ Koch.) 


Es unterliegt keinem Zweifel, "dass Linnei in 
“ früher Zeiten, ‚sbwie alle älteren Botaniker, ‚den 


x 








\ 
| 


725 


8. saracenicus und Fuchsit verwechselt oder nicht 


unterschieden haben.. Desshalb ist noch, in der 


bayerischen, der Weiterauer und andern Floren . 


der. jetzige ächte S. saracenicus L. als Doria; 


und der nemorensis oder Fuchsiä als saracenjeus - 


aufgestellt. _ (Der 8. nemorensis in der. bayerischen 


Flora ist, wie der Pollichische, eine Cineraria) 
_Jaequin also, weit entfernt, diese Pflanzen irr- 
..4hümlich behandelt, hat vielmehr das grosse Ver- 


dienst, sie glücklich entziffert zu haben, was nun 
durch Koch s.klare ‚Auseinandersetzung für Immer 
als sicher bestätigt bleiben wird, Ich habe dahei 


nur noch die ‚Zusätze zu machen, 1. dass der ‚Se- 


niecio. Doria ausser Unterösterreich auch in Kärn- 
“hen und. zwar auf nassen Waldwiesen bei der 


Poststation Velden, zwischen Villach und Klagen- 


furt vorkomme, wo.er in R. und, Hoh enwarth’s 


Reise angegeben wird, und ich Yhn selbst gesam- 


melt habe, der auch dem. Exemplar völlig gleich 
kommt, welchesFreund Koch mir gefälligst mitgetheilt 
hat; dagegen ist der aus der Opizischen Tausch- 


anstalt hervorgegangene und von Hölzl bei Zell in 
“ Steyermark gesammelte S..Doria der wahre S.Fuchsii;. 


2. dass ich mich immer noch nicht überzeugen kann, 
dass der nunmehr als ächt befandene S. saraceni- 


a 


eus, als wahre Uferpflanze, auch in bergigen Wäl- 


dern vorkomme. Ich will also hiemit die Botaniker, 


- welche eine solche Beobachtung wirklich gemacht 


haben, auffordern , ‚uns darüber noch weiter zu 


belehren, insbesondere aber mich dieserhalb an den 


26. | | 
Verfässer der ‚eben erschienenen. Flora. styriaen ge- 
wrendet haben, welcher unter-andern den ‚besagten 
S.. saracenicus „auf Waldhügeln ünd, in "lichten 
 "Holzschlägen”- wirklich angibt; 3, dass, der 8. Jac- 
‚quinianus ; der ebenfalls‘ in der eben erwähnten 
Flora styriaca anfgenommen und als. „wohlriechen- 
. des : Kreuzkräut”. "bezeichnet. ist, ‚allerdings stark- 
riechend sey, und selbst noch ‚nach . ‚Jahren in den 
‘Herbarien, diesen &eruch von sich ‚gibt, dass aber 
auch in der botanischen Zeitung Jahrg, 1821, 8. 45, 
: die Bemerkung vorkommt, dass ‚neben den riechen- 
“den Pflanzen auch Exemplare wachsen, die geruch- 
los seyen;. 4. dass der heuer in der Gegend von 
Regensburg g gesammelte ächte. 8. nemorensis eben- 
falls nur nit fünfstrahligen ‚Blüthen‘ versehen sey. 
"Was nun endlich. 5. den Seneecio Cacaliaster anbe- 
langt, ‚so will ich gerne. Koch’s Versicherung, dass 
derselbe eine ächte Species sey, um so mehr zu- 
lassen, als ein Exemplar davon im Fürnrohr'schen 
..Herbarium, gesammelt auf dem Mont d’or in Frank- 
reich, ebenfalls dafür spricht, wregen ‘der ‚deutschen 
Pflanze aber, die Funck nicht: auf dem Radstatter, 
sondern am Fusse des Rauriser-Heiligenbluter T Tauern 
gesammelt hat, muss ich bis jetzt noch meinen Un- 
“glauben bekennen. Ich habe die dortige Pflanze 
schon vor Jahren zuerst ‚gesammelt, und prima 


visa für einen strahllosen 8. Fuchsi gehalten, wie. 


ein solcher auch bei S. montantıs nicht selten ist, 
den ich desshalb 8. paradogus nannte. Heuer wollte 
ich. diesen. strahllosen Seneeio .an .der mir wohl- 





bekannten Stelle wieder sammeln, ‚aber man denke 
sich meinen ; Unstern: als ich am 22, Aug. zu Hei-, 
 ligenblut alle meine Päckereien in Ordnung ge- 
bracht, um am andern Morgen abreisen zu kön- 
ü nen, hatte es in der Nacht so gewaltig gestürmt “ 
und geschneiet, dass: alle Berge bis zu den Füssen ° 
herab mit ‚Schnee bedeckt waren, Somit musste ' 
‚ ieh nicht nur den ganzen 23., sondern auch. den 5 
folgenden '24. Aug. in ‚grösster Unthätigkeit und der 
peinlicheten. "Langeweile zubringen. Als aber end-“- 
lich am 25. der Geduldfaden abriss, und: ich mit 
frühem Morgen, trotz des andauernden Unwelters, 
in meinem Leben zum erstenmale mir einem Führer, 
das Wagstück; die Uebersteigung des Heiligenbluter 
 Tauerus begann, da hatte ich 6 Stunden lang. knie- 
«tiefen Schnee zu durchwaten, und da überdem 
noch 4 Stunden bis ins Nachtqnartier zurückzu- 
legen. waren, so wäre mir dennoch das Einsam- 
_ mein jener Pflanze unmöglich geworden, wenn sie auch 
nieht mit Schnee bedeckt gewesen wäre, Höffentlich 
wird diess aber künftiges Jahr nicht der Fall seyn, 
Noch ist hier anzufügen, dass auch Dr. v. Vest 
in, ‚dem zweiten Theil von Hobenwart’s Reisen 
die Cacalia saracenica L. wit Anfügung der Synony- | 
me 8. ochroleucus Wulf‘, 8. Cacaliaster Lam. und 
“8. eroatieus Waldst. beschrieben ‘habe, . wobei die 
Ansieht aufgestellt ist, ‚dass Willdenow's Dia- 
gnose etwas abweiche, *) dass die. Pflanze dem 8. 





7) „C. Willdenow de .C. saracenica dieit: folüs basi 
eumeatis_ integerrimis- decurrentibus, vidiigue \ivam. 


% 


728 
"saracenicus (Puchsii auet.!) mit, welchem sie gesell 
schaftlich wachse, sehr. ähnlich sey, und nur in 
wenigen Stücken abweiche. Hegetschweiler' wird 
. ohne Zweifel alle die‘ letztgenannten’ Pflanzen’ als 
Arten aufstellen, dann aber ‚die Anmerkung bei- 
fügen, . dass sie alle zu einer Stammart ‚gehören, 
. aber durch Einflüsse der Aussenwelt Veränderun- . 
.. „gen erlitten haben, welches mir zweckmässiger 
scheint , 'als dass sie anderwärts mit einem neuen 
Wamen unter einen Hut gebracht sind. 
ER » über die Kno der Cörydali j 
2 Gemerkung übe dann, er Cor, one 
... Auffallend. waren -mir, von jeher, schoen der 
Namen halber, diese. zwei Arten .der Üorydals, 
wo bei ersterer ‘der Knolle immer hohl ist, bei Ietz. 
terer immer solid bleibt. . on 
. In dem letztverflossenen Frühlinge hatte ich 
. * Gelegenheit,. diese. Knollen näher zu untersuchen 
„und zu vergleichen; wobei‘ ich fand,” dass diese 
‘ Verschiedenheit ihrer Knollen aus der-e diametro 
entgegengesetzten Fortbildung derselben entstehe. 
Während sich nämlich bei, der Corydalis solida der 
 nene Knolle immer im Mittelpunkte des”alten.bil 
- det, und der alte peripkerische schwammig wird 
"und endlich ganz abstirbt; bildet sich der nene 
Knolle bei: der ©. cava peripherisch nach aussen, 
. während die, innere .coneentrische Lage abstirht, 
wodurch es geschieht, dass die Knollen dieser Art 
‚immer grösser und. zugleich, unförmlicher - werden, 
..... deren innerer hobler-Raum mit-Erde gefüllt ist, — 
Wie lässt sich nun. diese ganz entgegengesetzte Er- 
zeugung .der neuen Knollenlage bei-zwei so äh 
lichen Arten einer Gattung erklären? — 


Grätz. | Dr. Maly. 


? 





Sed nostra nungtam habet folia per caulem decurrentia,; 
folorum superiorum pagina nervum non exeedit et 
bası  caulis Jungifur: inferiorum ala per petiolum de- 
euprens ad, caulem evanescit.” - = . 0. 

(Hiezu Literber, Nr. 10) 


* 


| 


[ 





| 


Alle gemeine, 


botanische heitung 








Nvo, 46. Regensburg, mi 14. Decenilier 7 


en 








L- Original - Abhendluagen. 


Botanische Besbachlungen“ mit "besonderer Rücksicht 
auf. meine Dendrotheca esotico“ böhemica; 
. Profi 4. F Tausch | in Prag. . 


5 ‚ (Korisetzung) 





ron 














u 0; " Borsen is emar: "yinata Wila;. Unter Äie- 
sem ‚Namen kommen in Gärten mehrere Arten und 
Abänderumgen‘ ‚vor, ‚die wohl“ alle darin überein- 
kommen, dass die Blumenblätter ehr oder weni- 
ger ausgerandet sind, aber sich ‘durch andere Cha- 
raktere unterscheiden lassen. Ich nehme die B 
| emarginata, die ich von Beyrich aus dem Berliner 
botanischen, Garten als ‚die Willdenow' sche er- 
hielt, zur Basis, als 


BB. enarginata W. spinis 3- „partitis, foliis lan- 
.teolato - obovatis dentato - eiliatis, racemjs paueifloris 
"nutantibus® laxisstmis, ‚pedicellis subcapillaribus Hlore 

2-plo longioribus, 'petalis emarginatis. - 

ß. latifolia: foliis obovatis., en 
“ B. ‚dentata Tausch: spinis _ 3- hartitis, foliis 
lanceolato-oboyatis dentato-ciliatis, racemis. pendalis, 


pedicellis Horem subzequantibns, petalis- emarginatis. 
‘ Flora 1838. A D L® 


Pur; 


730; 

B. emarginata Tausch Dendr.. exot.- boh. exs, 

’ fse '3. (nune emend.) 
ß.. latifolia: folüs’ obovatis, Tausch Dendioth, 

“©. exot.-boh. fase.. 4. 
BR %- capilata.:. racemis suboorymbosis erectinsenlis 
folia subzequantibus Tausch, Dendr. exot, -boh, 

 Fase. E ; 







ist merkwürdig; , sie sieht mit ihren 
kurzen, mehr” aufrechten 'als "hängenden! Träuben 
auf den ersten Blick “mehr “der B: eretica ähnlich, 
‚und es dürfte: Warichem, der nur einzelne: ‚Exemplare 
sieht; un laublich scheinen, dass sie: hieher ‚gehöre, 
u ‚Indessen findet | man ‚oft aus ‚den unteren. Blattachseln 
.der. ‚Zweige einzelne: ‚lange. 'hängende, Trauben her- 
‚vorkömmen, . während:;die oberen alle kurz, beinahe 
kapflörmig, sind, uird: aufrecht. stehen. . 
na AL, Ber beris ‚aristateı Cand. ,. wie selbe in 
hiesigen Gärten vorkommt, stimmt ganz mit der 
Beschreibung De Candolle s überein ‚und hat ein- 
‚ fache abstehende, zum Theil hängende‘ Trauben, 





- jedoch besitze ich eine zweite unter ‚demselben Ne. 


‚men aus ‚dem Berliner Garten, die sich‘ durch vace- 
‚MOB "subcompositos eorymbosos auffallend unter- 


scheidet, und gewiss B. Chicosa Ham. Spreng. ist, 


zu welcher demnach von. Sprengel ‚die B. ari- 
tat Cand. ‚tälschlich ‚zugezogen wurde. 

. 22, - Cornus alba L. Ünter diesem. Namen 
werden: in’ "Gärten zwei verschiedene Arten ‚ges 
u die, obwohl: beide sehon ahgebilde, "doch 


‘ ı 5 . \ .- 


| 


in den neuesten Pflanzensystemen noch nicht ge- r 
hörig auseinandergeseizt wurden. Zwar hat ‚schon 

Miller nach Liune öinen ©. tartarica rufgestellt, 

der aber, wein man Miiller’s Diagnose und Äh-- 

j bildung vergleicht, ganz sicher mit dem nordameri- 
kanischen’ ©. alba L.. identisch ist, obwohl Miller 
angibt, die Pflanze aus russischen Samen erzogen 
zu haben... und demnach es möglich, wäre, dass 
beide in Sibirien wildwachsend angetrofen würden. 

‚Man sehe: ER ln 

Ü: alba; vamis patalis,, ‚Holtis oppositis ovato-. 

- elliptieis ineato- venosis ‚planis utrinque | stri igilloso- 

" stabris. subtus canis, eorymbis- denais,. ‚germinibus 
sericeis. " 

e. alba &. mant, 40. Schmidt Vest. Baumz. t. 65. 

opt. . Tausch Dendr.- ex:-boh. exs. 

Ce. tartarica :- -arborea, foliis oblongo- ovatis nervo- 
sis inferne albis, Nloribus eorymbosis terminali- 
‚bus Mill, diet. n. 7. ie. t. 104. 

. Habitat in America boreali, in Sibiria (ex Milly 

Ü. purpurea Tausch. (Dendr.: exot.-boh, exs) _ 
vamis patulis (elegantissime purpureis), foliis oppo- 
sitis'‚Jato - ovatis 'basi obtusis plicato- rugosis glabrig’ “ 
'subtus vix glaucescentibus, sorymbis lazis pilis fus- 
eis. adspersis, . 

Ü. silvestris fruetu albo. Amm, ih, 27. 2. 
tbona) Pall. flor. ross, t. 3 
. Habitat in Sibiria, _ 

Diese Art. unterscheidet sich auf den ersten, 
Blick! von E alte, erreicht nie die Höhe desselben, 
Z22 


Bu 
und seine Zweige sind beinahe’ das ganze & Iahr 
hindurch schön‘ 'parpurrotb, nicht blufroth gefärbt, 
‚die Blätter sind mehr eiförmig, sehr dünnhäntig, 
_ yunzlich gefaltet und glatt. ._ Die Bläthezeit trit 
14. Tage früher ein, und die Doldentrauben‘ sind 
schlafer, die Blumew selbst grösser ‚and die Frucht 
" knoten beinahe kahl. 8 
28. Cornus. serieea &. Auch” „unter diesen 
Namen kommen in Gärten zwei Formen‘ vor, die 
in. einer Dendrotheca exot. -boh.: enthalten sind, 
‘und schon in Cand. prodr. ‚aufgeführt werden, 
jedoch ist zu "bemerken, „dass dort fälschlich Of se. 
ricea Heret.. corn. n: 6.1. 2. zur var. & 8. latifolia, 
_ die am besten Micheaux als C. lanuginosa be- 
„schrieb, gezogen wurde, indem diese" Abbildung 
zur varı -B." s. oblongifolia. "gehört; „ „wohin auch 
Sehmidt Dest. Baumz.: t.. :64, ‚ gereolnet "wer 


"+ 


den muss. 
"24. Cornus paniöulata s ch widt Oest. Bauz, 


4.68. ist von Ö. panieulata Heret. corn. t. 5. (Ü 
ulbida Ehr.,y auffallend verschieden - ‚durch, die auf 
rechten steifen Aeste, und .die mehr lederartigen, 
beiderseits grünen, glänzenden Blätter, und ich 
würde ihn, für. C, Yastigiata Mich. erklären. 

25. Cornus alternifolia L. ‚Auch darnnier 
"befinden sich. zwei Arten, als: 

: © aiternifolia L. suppl. 124. Heret. corn. t. s 
"Schmidt Oest. Baumz. t. 70, Daham. ed. nor. 2 
+ 45. Tausch Dendr., exot.-boh, exs.: foliis alter 
nis ovatis. ateingue acuminatis :subtns canis lange 

laxeque. peiolatis, corymbis | laxis. i 


0. plicala Tausch: foliis alternis subcordato- 
ovatis plicato,- rugosis subtus cano- hirtis breve — 
tiolatis, eorymbis- compactis. 
Nomine £. alter: nifolie colitur in hortis Vindob, . 
26. Viburnum.squamatum Wild: und V. nu-- 
dum L. werden in Cand. prodr. fälschlich zusam- 
mengezogen. Umsich davon zu überzeugen, braucht ' 
man bloss die Abbildungen von V. nidum Mil. 
ie, t. 374., Schmidt Oest. Banmz. t. 178, (opt) 
nit meiner folgenden Diagnose z zu vergleichen. Aber 
selbst unter. 12 squamatum kommen zwei vorschia- 
dene Arten vor, als 
V, squamalum "Wild. enum. 1. p. 237. Tausch a 
Dendr. exot..boh. exs.: foliis oblongis acuminatis 
serratis "subtus punctatis, summis subrhomboideis, 
eymis breve pedunenlatis densis, petiolis ramulisque 
dense ferrugineo -squamatis. ’ . 
V. ole@folium Tausch Dendr. exot.-boh, exs.: 
foliis lanceolatis utyingue ; acuminatis integerrimis aut 
subdentieulatis- subtus punetatis, eymis pedunenlatis 
laxis sparsim squamatis folia summa superantibus. 
- 27. ‚Viburnum- dentatum LE, Eine alte, sehr 
gute Abbildung davon vernachlässigten bisher die 
.Systematiker, und zwar Trew. et.Ehr, sel. t. 87., ’ 
auch Schmidt Oest. Baumz: t. 179. gab eine gute 
Abbildung. Die einzige in Cand. prodr. angege- 
bene Abbildung 3 acq. hort. vind. 1, t..36. scheint 
ni. wegen den langzugespitzten, unten weichhaari- 
gen Blüttern richtiger zu‘ V. pubescens Pursh, einer 
dex ersten. sehr verw andien Avt, zu gehören, 


a 28. Symphoricarpos imberbis Tausch‘: vace- 


: "mis terminalibus secundis basi foliosis, eorollis eylin- . 


+ draceo- campanulatis imberbibus, folis ovatis glabris 
„margine revölatis. i 
Diese Art wurde aus Dresdner Gärten hieher 
‚als S. species gebracht, da mir unbekannt, ob selbe 
schon. wo. beschrieben wurde, versäumte ich nicht, 
als -sie ‘im Herbste hier blühte,. deren Diagnose 
- niederzusehreiben. Die Blätter sind sehr klein, die 
-unterh. kaum über a lang, die obern oft kaum 
nagellang, Die Blumen röthlich, röhrig, glocken- 
| förmig, um die Hälfte schmäler als bei S._racemosa, 
“und unbärtig. Die Frucht sah ich noch nicht. 
29.  Lonicera ‚Caprifalium L. Schmidt in 
seiner. Oöst. Baumzucht unterschied zuerst. daven 
die L. italica mit einer guten Beschreibung und 


a 


Abbildung, ohne jedoch « eine bündige‘ Diagnose. ge- - 
geben zu ‚haben. Später unterschied auch beide 


. Host und nach ihm Reich enbach, aber mit einer 
“unglücklichen Verdrebung der Synonyme Schmidts 
und’ 'Linnes so dass: er fälschlich. die L. ialica 
.. Schmidt zu L. Caprifelium L. und L. Caprifolium L. 
zu einer neuen Art EL. pallida Host. erhob, wozu 
noch überdiess kommt, dass Host die Haupteharak- 
- tere. ‚beider. nicht gehörig auffasste, :and daber 
durch seine unvollständigen Beschreibungen die 
 speeifische Verschiedenheit beider vielmehr. zweifel- 
haft-machte, statt: belenchtete. 
:L. Caprifolium: caule volubil, . ‚foliis deeiduis, 
 summis connato - perfoliatis, floribus terminalibus 


’ 





735 


» 


vertieillatis ' pubescentibus, verticillis solitariis, aut 
pluribus remotis: omnibus Involuero foliaceo” eirein- 
nato; ;einetis. 5 
Periclymenum perfoliatum.” C. Ba uh. pin. ‚302. i 

‚Lob. ie. 632. (opt. ex Linnzo. 

Caprifolium italicum perföliatum precox Duham, 
"  arb. ıp. Bat. 48. {opt.) 
L. Caprifoliuin: floribus vertieillatis terminalibus , 
i sessilibüs, foliis sufnmis_connato.- - perfoliatis L. 
spee. 246. Jaegq. aust, t. 357. Schmidt Oest. 

Baumz. t.. 103. opt. Y. 

.L. Ca prifolium «. Praseox Cand. prod. 4. P- 331. ° 
L. pallida Host aust. 1. 298, ‚Rei chen ba ch 

A. exe. 1. P.-202. ; 

.® rubra:. Hloribus plus minusve pürpnreis aut ® 
purpurascentibus. Tausch Dendr. ex.-boh, exs. _ 

x. wächst häufig in Böhmen, die Abänderung ß. 
kommt -bloss in. Gärten vor und ist vielleicht 

- ‚von vieleh.. für .E. italica Schmidt. angesehen 
worden, Vebrigens ‘ändert diese Art noch 
mit unten ‚mehr oder weniger graugrünen, 
mehr oder weniger -haarigen Blättern und 
Stengeln. so ab, dass man darauf bei der 

. Diagnose keine Rücksicht: nehmen. kann. 

‚LE. italica Schmidt Oest. ‚Baumz. t. 106. (opt. 
Tans ch Dendr. &x.- boh.. exs. x eaule volubili, foliis 
deeiduis, summis connato - perfoliatis, floribus termi- 
nalibus wertieillatis glanduloso -pilosis, vertieillis sum- 
. mis’ capitato- congestis subaphyllis, infimo plus mi- 
nusye remoto involncro foliaceo eineto. 


36. en ur 


ES 


° 


' Caprifolium italieum. Duham, arb. 1. p- 124. 
E. Caprifelium ß. rubra ‚Alt, Kew. 1. p: FE 
L. Caprifolium B rubellum. Ca n d, predr. 4 


LE: Caprifotiim Host Austr. | 1 »p 297. Re ichenb.. 


fl..exe,. 1. p- 202. 
8. rubelle: eorollis pallide. rubellis pilis vardoribs 
 Jongioribusque adspersis. 


Be Y. quercifolia: foliis sinuato- -repandis Schm.Le, 


® lie diese Abänderungen‘ werden aur in hiesi- 
gen, Gärten gezogen. Man ersicht nun, dass die 


- specifische Verschiedenheit beider nicht auf der 


‚Färbung der Blumen beruht, wie:man lange glaubte, 


da beide mehr oder weniger vothblühend abändern, 
30.  Lonicera Rpylosteoides "Tausch Dendr. 


“ex.-boh. exe. Chamiecerasns ; ganle. ‚erecto, foliis 
subeordato - ovat!s 'eiliatis subtus- hirtis seabriuseulis, 


pedunenlis fohlo breyioribus, | corollis tnbo ampliato 


basi gibbo; lobis brevibus obtusis. ° 


Diese Art kam ursprünglich aus eineri Wiener 
Handelsgarten : zals. L. pyrenaied, "fand sich. aber spi- 
ter in vielen hiesigen Gattenanlagen verbreitet und 
scheint ein Bastard von L, tafariea und Xylosteum, 
zwischen welchen sie mitten ‚June steht, zu. seyn, 

31. Lonicera tatarica ’L. In Cand, prodr. 
werden dieser Art: schwarze Beeren "zugeschrieben, 
so häufig sie: aber in. hiesigen Anlagen vorkomnt, 


habe ich immer nur rothe und gelbe gesehen. 


32. Lonicera altaica Pal. ‚c and. ‚prodr. 
Tausch Dendr. eX- ‚boh. exs. j 








ä 
Er Bu 2 


Diese Art, die in Ci irten. als L canajlensis, 
auch. als L. Pallasi vorkommt, die Hrn. DeCan-. - 


-d olle im prodromas, zu L. villosa' Mühlb, zu ge- , 


hören- scheint, würde: ich für eine Abänderung der . 


L. ceruleo L. folis oblongis ansehen. 


"33. Sambueus canadensis L. Unter diesem 
Namen "kommen. in Gärten drei verschiedene Arten : 
vor, die sich. ‚olgendermassen nnterscheiden las- - 
sen, als 

8. canadensis L: spe6; 335. Schmidt Oest, 
Bauma« %-14% Tausch Dendr. ex.- boh. exs.r 


“ eaule suffrutieoso, foliis pinnatisectis, sementis 


ovato- oblongis acnminatis glabris: inferioribus sepe 
3-sectis. Ss. 1 —2- auricnlatis, eymis 5- partitis 
eonvexis. : 
S. Tueida Tausch Dendr,.ex.-boh. exs.: eaule 
suffruticoso, foliis _ pinnatisectis, segmentis oyato- 


 elliptieis abrupte acuminatis snbeoriaceis, supra ni- 


. 
tidis, subtus ad nervos ‚pübescentibus: inferioribus . 


sepe 3-seetis s. 1— Pameianlnii, erni 5-parti- 


tis convexis. 

S. hirta Tausch Dendr.. Re boh. ess.: caule- 
frutieoso , Tolils pinnatisectis, segmentis subcordato- 
ovatis complicatis abrupte longeque atumtnatis sub-. 
ins diseoloribus” hirtis seabeis eymis 5- - partitis 
depressis, . 

Iı8. canadensi et Zucida bacee globosze multo .- 
minores, ae in S. nigra, in priori nigree., in altera 
ex purpureo nigree, S. hirte feuetum. nendum vidi. . 

34. „Ampelopsis hederacea Mich. Unter die- 


.? 


ö 


sem ‚Namen kommen in Gärten ebenfalls zwei ver. 
schiedene Arten’ vor, als: _ » 

Ä/ hederacea Mich. Cand. prodr. 1 p. 633, 
Tausch Dendr. ex.-boh. exs.: foliis 5-nato-digitatis, 
foliolis 'obovatis: euspidatis mueronato.- dentatis basi 
euneato-attenuatis in petiolum longe decurrentibus 
glabris, racemis elongatis dichotomo - - corymbosis. 

“A. latifolia Tausch Dendr. ex.- boh. exs.: fo. 
- lis 5 - nafo - _ digitatis, foliolis obovatis aguminatis 
serratis glahris basi obtusis vix- decurrentibus, vage. 
‚mis abbreviatis diehotomis divaricatissimis. 


n 35. Rhamnus dahiricus Pall. fl.- vos. 2, 
u 1.61. Amm, ‚ruth. t. 33. Tausch‘ 'Dendr, ex.-boh, 
exs. Es finden sich einige unbestimmte. Sträucher 
j ‚dieser Art im hiesigen botänischen Garten; die aus 
sibirischen Samen erzogen wurden, jedoch ist es 
"  "$alsch, dass selbe. in‘ ‚botanischen Systemen für 
wehrlos: ausgegeben. ‚wird, man. findet wohl im Ver- 
_ ‚hältniss zu R. eathartieus sehr wenig Dörner, doch 
lässt sie selbst schon die nahe ‚Verwandtschaft mit 

R, calharlicus vermuthen. 5 


: Ceanothus Neumanni Tausch Denke. 

BG exs.: follis ovatis serrulatis 8-nerviis sub- 
pubescentibus, thyrsis axillar[terminalibus subeorym- 

“ bosis, in corymbum ‚densum songestis, ‘capsulis eoN- 

. gestis rugosis 3- carinatis (majoribus.) 

In hortis promisceugs cum €. americano L. ob- 
\ venit, qui’differt ihyrsis oblongis in paniculam dispo- 
‚sit, ‚eapsulis levibus multo minoribus non  subulato- 


. 730 


carinatis. In botanicis indefesse ei amieissimo N en- 


mann primam hujus . speciei cognitionem- debeo. 
37. Cylisus sessilifolus, ‚b: Darunter kommen 
in Gärten. zwei Arten vor, die schon L; obel kannte, 


und €. Banhin in seinen pinax aufnahm, als Ü. ses- 


sihfolius : racemis terminalibus ‚abbreviatis strietis, 


b} 


„pedieellis ealycem 5. bracteatum  labio superiore 
%-fdum vix zequantibus, leguminibus oblongis rectis. 
glabris, foliis. floralibus subsessilibus # foliolis sub-. 
yotundis mucronatis,. ramsrum sterilium petiolatis. 


I alter. Lob. adv. 2. p. 5%. £. 2. icon. 2. p. 46. 
Ü. So 

©. Bauh. pin, 390. 

e sessilifolius L. spec. 1041.. Lam. Aa. 1.618. 6%, 
Schmidt Oest,; Baunz. . 24. opt.! Tausch 
‚BDendr. ex.-boh. exe. 

- ©. Lobelii Tausch Dendr, ex.- boh. exs.: va- 
cemis terminalibus laxis, pedicellis calyee 3-bracteato 
labio superiore integro longioribus, leguminibus ob- 
longis 'subfaleatis, glabris, foliis loralibus subsessili- 


bus, foliolis subrotundis mucranafis, vamorum steri- 


lium petiolatis. , 
Cytisus Lob. adv. 2. p. 52. 7 1. icon, 2. p. 45. 
C. gläber viridis, C. Bauh. pin. 390. 


. Folia magis viridia, minus carnosula, flörds di- 


Intiores, hon intense aurei uti in auteeedente. Ra- 
cemi laxi ditiores magis ‚elongati, bractea infima a 
ealyce magis vemota, sutura supera leguminis arcualo- 


‚eurvali altias. adseendens, s. latior. 


ze, "38, Eutisus capilalus R. sulfureus T ausch 


\ E 
\ 


Y. glabris foliis subrotundis, pedicnlis brevissimis, 


740 
. Dendr. exot.-boh, exs. unterscheidet sich vorzüglich 
nur durch einen‘ höliern Wuchs, stärkere Zweige, 
breitere "Blätter und . grössere 'blassgelbe Blumen, 
"Die obere Lippe des Kelches ist oft, jedoch nicht 
immer; zweizähnig. “ 
239. 6 ylsus lürsutus Jacgq: obs. 4. 4 96. -Ich 
habe schon in’ der botanischen Zeitung,. 13. Jahr. 
gang 1. p. 271. bekannt gemacht, dass diese Pflanze, 
"von der Jaeqnin selbst sagte, dass sie nicht in 
“ Vestereich vorkomme, eine sehr gute und vielleicht 
die einzige Abbildung von Genista candicans L, 
sey, und dennoch wurde sie in H ost’s Flora ausir. 
wieder zum C.. hirsutus L. und in Reichenbachs 
Flor. exeurs. ebenso falsch zum -C. supinus L. ge 
‚zogen. "Wer das legumen nodoso-torosum der e- 
‚nista candicans kennt, wie keines bei Oylisus vor- 
kommt, wird Auch; abgesehen von.der seitwärts 
"stehenden Stellung. der. Blumenköpfe, die ‚Abbildung 
Jaequin s sogleich erkennen.  -- - 
" ‚Sehluss folgt). 
DM - Correspondenz 


(Botanische Entdeckungen in den Cantonen - Graubünden 
amd Wallis von 1837 und 1838.) - 


Obschen: unsere Thäler, Schluchten und Ge 
hirge alljährlich von einer .grossen Zahl eifriger 
Botaniker in allen Richtungen durchwandert und 
. durchsucht werden, so bleibt sowahl dem in- als 
"ausländischen Naturforscher in der Schweiz noch 
“ vieles. Neue  aufzufinden übrig, N 

. Yon. den meisten unserer pflanzenreichen. Ge 


ws 


} 


. j B ‘ .741 


birge: ist weder die Frühlings - noch die Herbstlora 
gehörig bekannt, weil es den meisten Freunden . 
der Botanik an Zeit und Musse fehlt, Florens Erst-, 
"lingen und Spätlingen 'eben soviel Zeit zu widmen, 
als. Florens Fülle in den Sommermonaten... 

: Manche pflanzenreiche Gegend, wie z.B. Grau- 
bänden, eine der grössten der Schweiz dem Flä- 
cheninhalt nach, ist noch’ fast eine terra incognita; 
Tessin ' “und die Urkantone dessgleichen. Wie viel 
Seltenes und Nenes könnte. hier von einem jungen 
rüstigen Botaniker während einer. oder zwei Jahres- 
zeiten entdeekt werden,’ da ja in den seit vielen 
Jahren durchsuchtesten Gegenden, wie Waadt und 
Wallis,. mit. jedein Jahr noch’ nene Entdeckungen 
gemacht: ‚werden! -(Nachzusehen in ‚der allg. hot. . 
Zeit, von 1836 pag. 767. und von 1837, pag. 241.) - 

Hr; Appellationsrath Murei voo Lausanne und 
Ludwig Deresche machten im. August 1837 


‚eine botanische Exeursiön. von, einem Monat in die 


Bündner Alpen und sammelten dort. während dieser 
:- kurzen Zeit 146 verschiedene seltene ‚Alpenpflanzen 
"in 3860 Exemplaren. 

-Jeh..erbielt durch Hrn. Leresch's Freigebig- 


“ keit. eine vollständige Sammlung ihrer reichen Aus- 
_ beute, und fand darunter folgende’ seltene und nene. ' 


Bürger für. die Schweizerflora: 
. Bas niedliche fingerlange Thalictrum alpinum L 
vom Gipfel du Col de’ Scarlthal (unter Engadine) 
‚ungefähr 6500 über dem Meere. 

Den wahren. Dianinus glacialis Henke | am öst- 


® 


3 


lichen Abhang gegen Oesterreich vom Oimbrail und, 


j “am mittäglichen Abhang vom Col Camogasck S000 
„üb, 4 M, Gaudins Dianthus glacialis. Henke 


vol. DIL -pag. :160. ist Dianthus ‚neglectus Heoiseleur 
und also als: Dianlhus glaciulis Honke zu streichen, . 
Don Päpaver auranliacum Lois. im Val de Fain 
-und über der Berinina im Geröll zwischen: dem 
Gletscher. und dem See Blanc. (Engadine) und am 
‚östlichen Ahhang vom Ombr ail wie am mittäglichen 
von Col de Camogasck’ 7500 — 8000 äb. dM. 
“Die winzig kleine Valeriana supina.L. auf dem 


ie Gipfel vom Col zwischen San. Giagomee di Fradle 


“ünd. Livigno ungefähr 7500’ üb. d. M. 
"Die schöne Pr iongılıı lutifolia Lapeyr. wit ihrer 


"stark violeitfarbigen Blümenkrone; wenn sie geiwock- 


‚üet-ist, kommt hädfig in den Schluchten ‚von Albula, 


" ie auch auf den Alpen vom: Val Bevexrs ungefähr 


2 


7500. üb. d. M. vor. Im Ganzen sind also fünf 


. ‚nene” Kinder der "Sehweizerflora ‚einzuverleihen: 
sn “Br. Feläpater D-aötie ümachte 1837 von Paris 


“aus- einen bötanischen” Ausflug ins Wallis: und theilte 


mir gütigst- von seiner ergiebigen Ernte folgende 


"selteiie Sachen mit: die Asperula Iongiflora W. Kit, 
"sammelte er. um Sitten auf: Kalkboden: "häufig ein; 
"ein’ rlener ‚Beitrag für die Schweizerflora. — Die 
ses Jahr wurde diese für die Schweiz neue Aspe- 
-rüla von Hrn. ‚Dynit, einem wackern jungen 
Apotheker und 'eifrigen- Verehrer :der ‚Botanik all- 
hier, eine gute ‚Viertelstunde von‘. Stalden im Vis- 
‚ perthal; rechts und ‚Links ‚am Wege, häufig ange- 


Y- 
En 


1 3 


i 


troffen und gesammelt, ‚Sie gefällt sich dort eben- 


-falls auf" Kalkboden und- in Gesellschaft von Achil- 
les tomentosa EL. und. Antirrkinum Bauhini‘. Gaud. 


Vermuthlich . kommt sie im Wallis von Sitten his 


Visperthal überall vor, wurde bis dahin aber verkannt. ' 


Hr. Dynit sammelte auch in Menge dieses 


Jahr eine Viertelstüude vom Schwarzensee im Nr 
eolaithal die Iberis cepewfolia DeC., in Granitfelsen-, 


rissen und: -Granitgeröll , in einer Höhe Yon: unge- 
führe 9000° üb. d. M. und zwar ‚auf: ‚einer ganz 
entgegengesetzten Seite vom Mont Raefel und Fün- 


nelen über. Zermatt, “wo. diese seltene "Pflanze" vor 


‚vielen Jahren von Ludw. Em. Thomas v.Char- 
pentier. und Gay, ‘der sie als Hutchinsiu : :COTyM- 
‘bosa in der bot. Zeit. ‚Syliog. Tom. 1. _pag. 169. 
Nr, 168. beschrieb, vorgefunden wurde. Koch hat 
also iu seiner Synopsis Flor. germ. et helv. p. 69, 


geirrt, wenn er diese Pflanze als Deutschland an-’ 


gehörend aufführt. Gaudin: führt sie in seiner 
Flora helv. von 1829, Tom, IV, p. 220. als, Varietät 


von Iberis rotundifolid auf, ‚ich glaube jedoch mit 


Unrecht. ‘Denn ausser den spitzgeöhrten Stengel- 


blättern, _den keilförmigen. ‚"Wurzelblättern und den. 
grössern spathelförmig' zugespitzien Blumenblättern. 
kann die. Iberis . eepe@folia Det. auf den ersten An- 


blick, "besonders im frischen Zustand, durch fol- 
gende in die Augen 'springende Unterscheidungs- 
zeichen, und. meines Wissens his dahin vernach- 


lässigte Merkmale, leicht von Iberis rotundifola 
unterschieden werden: Die Schötchen sind ‚an bei-. 


8 ”. ae: 


v 


den Enden anehr zugespitzi "als. bei’ Tberis rolundi. 
folin; der Griffel, ist fast: um die Hälfte länger und 
- am Eude ahlenartig zugespitzt 'und beträgt über 
' ein ‚Drittel von der Länge des Schötchens. Die 
. Farbö der Blumenblätter ist weit lebhafter, von 
stark . hochrother :Violettfarbe, : wo hingegen die der 
Iberis rotundifolia, von. blassrother Litafarbe sind 
und: nur. schwache. Violettfarbe haben; selbst ge- 
trocknet hewährtsie die weit: lebhaftere Violettfarbe, 


Die wahre Androsace imbrieata Lam. mit ihren 
gedrängten., „ kurzen, sitzenden Blüthenstielchen, 
‚selbst «bei schon geöffneten F vuchtkapseln,- ist 1837. 
von. Hrn. Daeven in den Blattschluchen im Min. 
‚sterthal im Wallis Zehnden Gombs und auch dieses 
Jahr: von. meinem, Beuder ‚in. Menge dort gesan- 
. melt wor ‚den. Hr. @ay in Paris erklärte die Pflanze 
“als die wahre, Androsace imbricata Lam.; anch ich 
‚verglich sie mit Exemplaren: von den Pyrenäen und, 
fand keinen . Unterschied, ‚Hral6 Ay glaubt, die 
Androsace tomentosa Sehl. .sey.. 'blöss” eine Varierät 
voi Andr. osace imbrieata, 

j Sehliesslich will’ ich noch zwei Standorte für 
aiwel. in der Schweiz sehr seltene Pflanzen bemerken. 

‚Voriges wie dieses Jahr. sammelten und über- 
schiekten ‚mir Hr: Daen en und mein Bruder: 
. Campanıla eweisa Schl., bis dahin bloss auf dem 
"Simplon, im: Visperthal und in Binn vorgefunden; 
Primula lonyiflora All, bloss ‚beim, See . Mackmar 
‚und im Binnerthal. Beide Pflanzen blühen häufig 
“und freudig. im Mänsterthal im obern Wallis, er. 
‚stere. im‘ "grossen: Boden in Fülle sowohl Sonnen- 
als Schattenhalb, letztere hinter dem grossen Stafel 
. an feuchten Stellen in ‚Gesellschaft _ _von " Primus 
farinose. 

Freiburg in der Schweiz, 

“ Frangois Laggen, Med. Dr. 


[3 
% 


Au gemeine . 


botanische Leitung. 








Nro. 47. Regensburg, an 21. December 1838, 





Y 


En: Original - Abhandlu ngen. 
Botanische Beobachtungen mit Besonderer Rücksichk 


auf. meine: Dendrotheca ewotico -bohemica; von, 


Prof. I. F. Tausch in Prag, _ (Schlüss) 


- 40. Cytisus hirsutus L. spec. exc. syn. Clus. 
Nach Linne's trefflicher Diagnose: ist gar kein 


Zweifel, dass er hiemit. den_C.. ‚polytrichus M. B. 
' gemeint. habe. Hicher gehört auch ©. septimus 


Clus. hist. p. 96. ©. ie. der in Reichenb. flor. exe. 
falsch zum C. supinus L. gezogen wird, 
41. Cytisus supinus L. steht dem 0. capita- 


tus Jacg. am nächsten, von dem er sich durch die” 


dünnen, schwachen, oft liegenden, sehr lang und ' 
abstehend haarigen Stengel, durch dünnere, mehr 
zugerundete, Blättchen und die schlaffen Enddolden 
unterscheidet. Hieher gehört ©. 7 species aliera 
Clus, hist, , wie Linue richtig angab, und €. ca-: 
pitabus Schmidt Oekt. Baumz. t. 29. Diese Art 
bringt auch bisweilen Achselblümen, wie. schon 
Clusius und Schmidt bemerkten. : C. bisflorens 
Host austr. gehört wohl hieher. = 
#2. Cytisus biflorus Herit. Die Synonymie 
davon ist in Cand. prodrom. sehr gut zusammen- 
Flora 1888. an 0000, 6 Aad , 


“ 


\ 


Yas 


Pe os > 


u nt. 5 


Br und man‘ müss sich wundern, wenn man 


‚den ©. supinus Jaegq. aust. 4 20. in Reichenh, 
fl. exe, neuerlich in ©. Türsutus LE. umwandelt sieht, 
. da doch Jaequin's Pflanze ealyces et legunäng 
sericea, non hirsuta hat. J acqnin s Pflanze, de 
“0 gut um Prag als Wien | wächst, muss als die 
Hauptform. angesehen” ‘werden, zu welcher der & 
. biflorus"W..K. &. Reichenb. als eine Kleinbläfrige 
‘ Varietät angeführt werden kaim. 

j BB Uytisus glaber L. ist hö schst wahrschein- 
..dieh C, purpur, eus Scop. der die Blumen meistens 
 hängend‘ hat, und von ‘dem Liun& wahrscheinlich 


. nür einen trockenen Zweig sah, an ‚dem man keins 


Spur von‘. der Blumenfarbe merken kann, da diese 
Art. beim Trocknen gewöhnlich. schwarz wird, 
244. Cylisus onustus Tausch: Noribus axill- 


pibus aggregatis 'Primordialibus, ‚terminalibus un- 


» bellato-capitatis serotinis, calyeibus- tubulosis 3-Adis 
leguminibus sericeis foliolisque obovato- lich ar 
.. presse pilosis, canle ereeto, 

Colitur in hortis Prag.. promiseuns cum m €. capi- 
tato Jacq. eui habitn toto proximus, sed abunde jam 
ealyeibus appresse pilocig et leguminibus sericeis 
„differt, ’ 

0 45, Genista versiflora Ta us sch Dendr. exot-- 
"boh. -e38, :..caulibus adseendentibus elongatis ramo- 
. sissimis diyaricatis, junioribus triquetro- eompressis, 
foliis lanceolatis margine diaphanis subeiliatis, a allis 


e -inueronatis, aliis spathulatis obtusis, racemis termi- 
nelibus abbreviatis subspicatis, pedicellis ealyes bre- 


} ee 





oo 747. 


"yioribus, floribus glabris: foecundatis nutantibus, u 


leguminibus appresso- strigillosis, 

Nomine &. triangularis W, in hortis oceurrit, : 
roxime ex toto hahitu ad @.' scariosam Vi, äcae 
dit, sed differt foliis eiliatis, non serrulatis ,; race- 
mis subspicatis, pedicellis nempe ealyce brevioribus, 
nes laxis‘ pedicellis ealyce longioribus, et lesumini- 
bus strigilloso- pilosis, ‚nec glaberrimis. 


46. Genista scariosa Viv. wächst auch in 


"den & österreichischen Provinzen, und wird von den 
österreichischen Botanikern fälschlich- für. &. tri- 
quelra W.K. dusgegeben, ich erhielt davon Exem- 
plare von D. Welwitch: Ich würde sie definiren: 
‚6. eaulibus ‚adscendentibus ‚subvirgatis, junioribus 
" triqnetris „foliis lanceolatis glaberrimis ‚margine sca- 
riosis subserrulatis, alis mucronatis, aliis ‚spathula- 


His obtusis auf emarginatis, ‚Facemis terminalibas 


paueifloris Taxis, pedicellis ealyce longioribus, legu-'. 
minibus floribusque glabris; foecundatis nutantibus. 
47. Genistu- triangularis W,, triguetra W. K,, 
die in Reichenb, flor. exe. fälschlich. mit Genista 
scariosa Vie. verbunden. wird, ist nach Wald. 


 stein’s Exemplare. eine sehr ausgezeichnete Art, 


jedoch ist die von demselben gegebene Abbildung. 
pl. rar. Hung. t, 153. so roh und unkerintlich, dass _ 
man sie weit. eher für G. ovaia W. K. ansehen 
‚ könnte, Ich würde sie definiren : & erulibus ad- 
- seendentibns ramosis abbreviatis, junioribus subalato- 
triquetris, foliis lanceolatis mueronatis margine dia- 
phanis glabervimis rigidis basi subearinatis, foribus 
Aaa2 





terminalibus spiato- enngentis. Veguninhigne gla- 
‚berrimis. a 
. #7. Genista nodosa T Tausch: : eaulibns adscen. 
‚dentibus subvirgatis ieretibus profinde, sulcatis.nodo. 
. „sis strigosis, , foliis- oblongo- euneiformibus complicatis 
. subeoriageis subtus _substrigösis fascienlatis, ram. 
"Jorum ‚valde nodoserum oppositis, :floribus- axillaribus 
geminis' ‚breviter pedicellatis, ealyeibus. mervogis „©. 
rollisque sericeis: , “ 
_ Habitat ad. Fiame (Herb, Schmid DW 
Toto habitn ‚G. pilosam L. maxime aceedit, sed 
. differt caule adscendente elongato ‚crasso, profunde 
sulcato_ strigöso,; vamis . ‚lateralibus. 'eonfertis . valde 
. nodois virgato, foliis majoribus: coriaceis. (fere buxeis) 
 erasse (carinatis subtus substrigosis aut, ‚subglaberri- 
mis, “ealysibus. ‚duplo majoribus, nervosis, foribus 
.  vere axillaribus ie. in, inferiore Gaulis „parte, nee 
‚; subterminalibus. subracemosis ui in G, pilosa. 
3.. Genista ‚deeumbens W' ilid; wird von den 
neuesten Autoren theils ausser. Acht ‚gelassen (Cand. 
prodr), theils durch fremde Synonyme so. entstellt, 
'- dass.sich' Niemand hierüber herausfinden kann, denn 
man sehe nur .Beichenb.- for. exeurs. n. 3352, 
wo damit zwei ganz verschiedene ‚Arten, nämlich’ 
.&. prostrata Lam. (Halleri Gaud,) und & hünifusa 
Wuif.: cdiffasa: W.) und,zwar letztere hier als 8y- 
‚nonym, und. nochmals. als Species unter n. 3348. 
‚aufgeführt, verbunden ‚werden... Sieber, brachte 
‚diese. Art wahrscheinlich, vom Litorale , und ich 
’ würde. sie folgend charakterisiren: ; @.. caulibus, . 





2. 


"gg 


i 


adscendentibus ramosis yangulato = eompressis ä foliis 

‚dineari - lanceolatis subtus- 'sericeis s@pe subfascieu- 
latis, Noribus axillaribus solitarüs folium subexce- . 
dentibus, pedicellis calyce. longioribns,, ealyce co- 
- zollague sericeis.  G,- decumbens Willd. spee. 2. 


‚p.941. (exel. omn. ‚sya. ad 6. prostratam Lam: spect.) 


Folis multum ‚ade. pilosam Z. ‚accedit, licet angu-. 


stiora et. ‚duplo fere Jongiora sint, eaule vero an- 


gulato- eompresso, ‚et floribus longits pedunculatis. 


propinquior @. prostrate, Lam. . . 
-49. Genista pr ostratn Lam. Cand. CHalleri 
"Grand, 'helv. t. 4) ist von Lamark- und DeCan- 
dolle gut definirt, und es sollte in die Diagnose 
nur noch der ausgezeichnete ealyx villosus aufge- 
nommen worden ' seyn, der auch in Gaudin’s Ab- 
bildung, vergessen wurde, öbwohl: er in der .Be- 
schreibung richtig ‚angegeben ist, überhaupt könnte 
man von dieser Art sagen tota villosa excepta corolla! 
sl. Genista diffusa“ w. chumifusa Wulf. 


Jaeg. var. 1. 555. Sturm fl. germ. ie.) steht der 


6. procumbens W.K. am, nächsten, ‚und "unterschei- 


„det sich ‚davon beinahe nur. durch‘ ‚calyees et legu- 
mina glaberrima, während‘ selbe bei letzterer pi- 


losa sind. 
52. : Cercis Siliquastrum 8. paroiflora Cand. 


-Täusch Dendr, exot.-boh. exs. unterscheidet ‘sich 


nicht allein “durch” die kleineren Blumen von: der 
gemeinen, sondern auch durch die Blätter, indem 
‚dieselben den "sinam, baseos elausum, und nicht 
apertum haben, wie die ‚gemeine. oder or grossblü üthige. 


s 


50 - c 8 
Ih hiesigen. Gärten int sie selten, und: wurde bis 
cher für die gemeine angesehen. 


58. Amorpha pubescens wine, wie selbe 
“ aus dem Berliner Garten ausging, ist einerlei mit 
‚A. ‚pumila Mich. (Tausch Dendr. exot.-boh, ex) 
und ich "finde, dass der Stengel derselben so gut 
ausdauernd 'und.strauchartig ist, wie bei A, fruti- 
. -zosa. Es wäre demnach möglich, dass A, erbg- 
- zes Walt. entweder unrichtig so benannt. ist,. oder 
gar. eine’ eigene Art ausmacht, zudem kommt nach, 
: dass wild enaw's Diagnose nicht richtig ist, da 
nicht. alle- Kelchzähne zugespitzh sind, » sonder nur 

E die untern, - 

4 Amorpha humilis Tausch Dendr. x. 
boh, &xs. : frulicasa, pumila; foliolis elliptieis utrin- 
. que obtusis mucronatis subtus pubescentibus multi 
„Punctatis,. infimis canli approximatis,,. spieis termi- 
. nalibus aggregatis abbreviatis, calyeibus glabriuseulis 
' tubnlosis acute dentatis, In- ‚hortis promiscua cum 
A. fruticose ocemrrit, a qua. differt canle humili, 
„folüs parvalis, punetis majoribus et copiosioribus 
Preedidis, = ‚apieis abbreviatis,‘ ealyeibus angustis tu- 
hulosis deute dentatis, Be f 


 } Spirea eratagifalia Link, die i in Cand. 
prodr. mit ? zu 8 Beiulefolia. Pall, gezogen wird, 
ist nach dem Exemplar, welches. ich aus dem Ber- 
. finer. Garten! dureh Beyrich erhielt, mit der Ab- 
bildung von "Polles übereinstimmend. In. Gärten 
zieht mau aber unter. dem Namen der S. betulefolia 


8 


731 


- eine höchst verschiedene Art, und zwar 8. seans- 


. thifolia Hörn. Tausch Dendr, ex -boh. axs, 


"56. - Spir eu carpinifoli« W., die ich aus 
dem, Berliner: Garten" erhielt‘, scheint von 8. ‚salici- \ 
folie Y-, latifoha® Ait.. verschieden zu seyn, "und 
zwar hat erstere ‚dentes calyeis obtusos* und -folia 
oyata' basi obtusa, letztere dentes calyeis acutos. et 
folia basi attenuata, ob aber diese Charaktere be- 


‚ständig sind, mögen diejenigen ' bewähren, die die 
"Pflanze. lebend beobachten köniten. 


57. : Spirea ' bella Hort, Tausch. Deudr. 
„„boh. exs. Ob diese. Art wirklieh $. bella Sims 
ver. die ich selbst zu vergleichen keine Gelegenheit 


‚habe, würde ich nach der in 'Cand. prodr, gege: | 
'benen -Besehreibung. bezweifeln. Vielleicht; dürfie 


diese Art vielmehr die 8. ‚salicifolia R. alpestris ; 
Pall. vos... 22. seyn, wenigstens zeigt die "Abbil:, 
dung in Ammı. rath. t, 28. den ‚sorymbns viel dent- 
licher als die Pallasische, in diesem Falle müsste. 


‚sie zur eigenen Art S. alpestris Pall. erhoben werden; 


58. ° Frawinus: dentata Tausch: floribus .. . 
foliis 3-jugis, pinnis sessilibus lanceolatis acumina- 
tis serrato- dentatis glabris, gemmis fusck. 

Habitat i in Sieilia , unde enm F Orno. attulit 
communicavitque Dr. Helfert. Rami adulti grisef, 
juniores fuscescentes, Foliola dentibus majoribus 
antrorsis remotis dentato;serrata. Flores ignoti, 
Raceini fructificantes abbreviati, ut yidetur simplicee 


Fruetus. oblongo-lanceolati‘ pedieello triplo longiores. 


a. ‚ Betula latifole Taus ch Dendr, exot.- 


.F 


$ 


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2 ; 
J 


"yoh, exs.: fol is . subrotundo-ovatis acuminatis grosse 


serratis glabris, petiolis folio .vix duplo breviorikus, 


‚pedunenlos excedentibus, strohilis eylindraceo- ob- 


longis, squamarum lobo medio‘ elongato, Iateralibus 


. abbreviatis rotundatis subemarginatis. - 


Diese Art wird in Gärten fälschlich als’B, ex- 
celsa Ait. gezogen, von der sie durch die angege- 
benen Charaktere sehr verschieden ist, sie steht 
aber hinsichtlich der Kätzchen der .B. papyracea Ait. 


\ am nächsten. Da ieh aber auch die B.' "Popyracea 


Ait., die in vielen Gärten, z. B. Wiens, für B. 


-eweelsa Ait. gilt, nirgends richtig. -charakterisirt 
finde, so will ich folgende Diagnose beisetzen: B, 


papyracen Ait. Tausch Dendr. exot.: -boh. exs.: fo- 


-lüis ex ovato oblongis, junioribus subcordatis äcn- 

minatis duplieato - - serratis subtus in axillis dense 
“barbatis, ‚petiolis. folio. duplo imo, 3- -plo). breviori- 
bus. pedunculos excedentibus, strobilis eylindraoeo- 

„oblongis ‚elongatis, squamarum. lobo medio acuto, 
: Jateralibus abbreviatis rotundatis. 


.60. Betula rhombifolia Tausch Dendr, 


‚exot.- -boh. ;eXB.: folis rhombeo - ‚ovatis acuminatis 


insequaliter‘ serratis glabris petiolo duplo longioribus, 
Strobilis ylindraceis pubescentibus, squamarom lo- 


bis Jateralibus- ‚acutiusculis subreetangulis.. 


B. ewcelsa. canadensis‘ follis subeuneiformibus 
glabris tenuissime et argute serratis, amentis eyliu- 
dricis Wangenh., amen, p. 56. 

. Sehr hohe „Bäume davon kommen in böhni- 


. schen alten Gartenanlagen vor, "und wurden seither 


E ‚für B. nigra 1. gehalten, .“ 


ı 
r 


61. Betida myrsinoides Tausch: "ramis Jaxis 
verrucosis, foliis, (parvulis unguieularibus) ayato- 
! elliptieis inzegualiter serratis hasi ‚enneatis integerri- 
| “ mis glabris, strobilis oyatis, squamis squarrosis, lo- 
! bis linearibas elongatis ciliatis, ‚intermedio laterali- 
| bus daplo longiore. . no: 
| Olim eulta fuit.i in ‚horto Berolin. nomine B. fru- 
i ticose (Herb. Steinmann, qui verosimiliter a Gü ne. 
; thero habait). nn 
: B: fruticos® ommino oto habitu prosima, sed 
| differt ' ramis. gracilibus laxis, nee strictis erectis, - 
foliis multo minoribos argute et inzequaliter serratis - 
basi. enneato - - attenuatis, nee utrinque obtusis ere- 
nato- ‚dentatis, strobilis ’ovatis squarrosis, nee oblon- 
> gi dense imbricatis, 's squamareım lobis elongatis 





I valde inzequalibus. , 
62. Populus grandidentata Michz. Tausch 
; Dendr. exot»-boh. exs.: Unter der zwar kurzen, 


aber sehr bezeichnenden Diagnose von Micheaux 
| kanı mahı keine andere Art verstehen , "als die von - 
| Willdenow später _ aufgestellte P. trepida, Die- 
| ‚selbe Pflanze, die. noch. za Willden ow's. Zeiten 
aus dem Berliner Garten nach Prag kam, .blühete 








| im verflossenen Frübjahre zum erstenmal (57) und 
Willdenow musste sich sehr‘ versehen, wenn er 
i die Blättstiele »icht zusammengedrückt sah, P. vil-: 


j los& Lang. Reichenb. fl. exe, gehört wohl auch 
| hieher, und ist. wahrscheinlich um ‚Ofen ‚und Leip- 
zig nur ar und nicht wildwachsend.. 

„63. Populus greca Willd. In. hiesigen, so 


* on z 


on ver ı- = “ 5 
wie- aueh: in Berliner Gärten zieht män unter die 
. sem Namen eihe Art, die der ursprünglichen von 
"Aiton im ‚Hort. Kewensis edit-I. gegebenen Di. 
. gnose widerspricht und wohl P. greca W., aber 
nicht Ail. genannt, ‘werden kann. P. greca Äit 
ist in Duham, ‚arb. edit. nov. 1 2. t. 45. nachzu- 
sehen, die Willdenow sche aber verdient den 
Namen P. benzoifera. (Tausch- Dendr. ext, -boh, 
 exs.} wegen der ausgezeichneten Eigenschaft, dass 
: ihre Knospen Benzo& ausschwitzen, wodurch diese 
Art in medieinischer Hinsicht sehr" wichtig ‘werden 
„kann; "und daher dieser Name selbst in dem Falle 
‚vorzuziehen wäre, wenn auch, wie ich vermuthe, 
‚ P. tremuloides- Mich, dieselbe Pflanze seyn sollie, 
‚ Die in, Gärten als P; pendula und sibirica vorkom- 
"mende Art ist nur eine Abä änderung der P. benzoi- 
"fera- mit. schlaffen hängenden. Zweigen. Ich würde 
"sie folgend definiren:: : 
P. benzoifera::. . foliis "subroiundis aut demum 
u - subdeltoideis eonfertim. dentieulatis, junioribus ı eilia- 
.tis, petiolis compressis apice sepe 2- glandulosis, 
gemmis nitidissinis benzoiferis, amentis 8, villosissi- 
mis, squamis ‚tenuissime multifidis, germinibus ora- 
4, stigmatibus 4-fidis linearibus dentienlatis. 
BR. pendula: ramis elongatis pendulis. _ 
64. Salin sericins Tausch Dendr. exot- 
..boh. exs.: amentis praocoeibus germinibus sericeis 
- pedicellatis, pedicellis neetarium snbzequantibus, stig- 
matibus linearibus’ elongatis. stipite suo multo Ion- - 
\ gioribus, foltis Jauecolatis acuminatis undulatis sub- 


\ 


i 
d 
j 
Ei: 





tus rußosis holosericeo. tomenitosis 5 stipülis, ablire- 


 viatis Falcatis dentatis, eaule fruticose,; ramulig 


© 


tomentellis. 

‚In hortis ‚eolitur nomine S. conifere W., helei 
seriee® W. et stipulanis. Sm. Proxime mihi vidett:, 
accedere ad S.-Ianceolätam Ser. que vero ex icone 


Seringiana differt foliis’ evidenter serrulatis, stipulls ' 
. cördatis , „ovatisye,. germinibus longius : pedicellatis, . 


stigmatibus (4- fidis) stipitem, suam aquantibns. 
65. Salix polaris Wählenb. Ev. Ruprecht, 

ein junger Botaniker, zeigte mir .eine Salie, die. 

er auf den ‚Gebirgen um. Heiligenblut "sammelte, 


um mein Gotachten’ darüber einzuholen: Ich finde; 


dass diese mit Salix. relieulate L. sehr verwandte 
“Art, trotz dem. sehr unvollständigen Exemplare, der 


Saliz'_polaris Wahlbg. sehr. ähnlich ist, und wilt 


"biemit.nur. jene’ Botaniker," die. diese Gegend be- 
suchen, darauf aufmerksam machen, 
W. Gesellschafts-Versammlungen, 
Der. naturhistorische Verein des Harzes hielt 
am 25. Jali d. J. seine achte jährliche. Versammlung 
zu Goslar unter dem Vorsitze des Hrn. Oberberg- 


 yaths Zineken aus Mägdesprung, dessen umsich- 


tige, gewandte und wirksame Leitung des Ganges 
der Verhandlungen anch diessmal wieder‘ ‚eben se 
allgemeine Anerkennung fand als seine eigenen, 
höchst ausgezeichneten, geognostischen Leistungen. 
— Des schon seit mehreren ‚Tagen andauernden, 
schlechten Weiters: ungeachtet zählte die Versamm- 
lung Ad’ Mitglieder, und stand am ‚Glanz‘ ‚der Namen. 


En 


i 


„er 


756 Dee ww 


. and an Zahl und Gediogenheit der Vorträge keiner 
* der frühern nach, 


Die Botanik war. diessmal durch die Herren 
Zeichenlehrer Arckenhausen und Apotheker Loh- 


"mann'aus Goslar, Saxesen, Lehrer an der Berg- 
“und Forstschule zu Clausthal, Regierungsrath Spor- 
“leder und Hofgärtner Kunicke aus Wernigerode, 
Prof. Blasius, Dr. Lachmann, Apotheker Grote, 
„Herzog und Polsto rff aus Braunschweig, Apo- 


iheker Völker aus Brandenhurg, Dr. Phöbus 
aus Berlin (d. Z, zu Stolberg) u" a. m. vertreten, 
vermisste jedoch mit Bedauern zwei der. gewöhn- 


“ lichen ältern Repräsentanten, den Stifter des Ver- 
eins, Hrn. ‚Apotheker-Hornung aus Aschersleben, 
. und den eifrigen Floristen des Harzes, Hru. Apo- 

‚theker Hampe aus Blankenburg, welche beide für, 


diessmäl durch unabweisbare: Geschäfte abgehalten 


Rn 


wurden. —- . Grössere botanische ‚Vorträge würden 


; nicht gehalten. Dafür gab es ‚der 'belehrenden An- 


schauungen und Gespräche mancherlei. Hr. Hampe, 


"welcher bald einen Anhang; zu ‚seinem Prodromus 
Fler "Hereynia' liefern. wird, hatte ‘durch Hen. R, 


BR. Sporleder .einige Notizen mitgetheilt. , Der 


Ä 
. Letztere legte ein sehr, verdienstliches Verzeichbiss 


der von ihm selbst’ seit langer Zeit auf dem Harze 


gesammelten Pflanzen. vor: — Hr. Arckenhausen 
„zeigte, zahlreiche farbige Pflanzen“ Abbildungen, 


welche ihrer Treue und Sauberkeit wegen grossen 


"Beifall fanden, Besonders zeichneten. sich’ ‚daronter 
ie. Pilze und unter ‚diesen wieder die zahlreichen 


E; 
I or, 


| 
| 





. ‚Agariei ans. Die Abbildungen dieser letzteren, wel. 


che. .Hr.. A, mit besonderer Liebe studirt hat, er- 
reichen und, übertreffen an Treue ‚die besten ver: 
öffentlichten, z.B. die von Greville undKromb- 
holz. Mehrere derselben, welche noch unabgebildete ' 
Arten darstellen, verdienten die Veröffentlichung 
sehr. ‚Ueberhaupt wäre. dem thätigen Manne ein... 
grösserer- Wirkungskreis. ZU, wünschen. 
Nachdem: die allgemeine Versammlung beendigt - 
und durch.ein "heiteres ‚Mahl frische Kräfte gesam- 
melt waren, vereinigte sich die Mehrzahl deh Bo-. 
taniker zu einer: Excursion und dann zu einer. ge-.. 
selligen U Unterhaltung im Zimmer, welche, die neuesten 


‚Interessen und Leistungen .der ‚Botanik. mehrseitig 


besprechend, bis gegen Mitternacht dauerte. Man 


‚schied. dann mit der Ueberzengung, dass eine sol- 
che ungezwungene Unterhaltung belehrender sey, 


als das: Anhören von Vorträgen, welche‘ in der Re- 
gel doch :hinterher, - wenigstens ‘wenn. sie ‚etwas 
Wichtiges und allgemein Tıiteressantes enthalten, - 
durch den Druck veröffentlicht werden, und dass 
sie sogar, in Verbindung mit der.erleichterten per- | 
sönlichen Bekanntschaft der Mitglieder unter einan- 
der, den Hauptnutzen solcher Versammlüngen wie' 
die des ı. w. Vereins ausmache. Es wird aber 
auch künftig mehr als bisher bei den Versammlun- 
gen des n. w. Vereins, möglich. seyn, eine sölche 
Unterhaltung zu pflegen, da der, Verein dem An- 


trage. des Heu. Präsidenten. die sehr zweckmässige 
Bestimmung dankt, dass. künftig. eine zoologische, 


BE en 
eine, 'botanische und’ eine: mineralogisch - geognosti. 
sehe. Section gesondert verhandeln. und nur die nicht 
in das Gebiet der Naturgeschichte gehörenden Ver. ° 
'handlungen der allgemeinen Versammlung verblei. 
ben sollen. Es wird ‘hierdurch sehr, viel Zeit für 
jede. einzelne Abtheilung der. Naturgeschichte ge- 
wonnen werden , und ‚die Theilnehmer der. Ver. 
sammlung nicht gezwungen seyn, Vorträge aus 
ihien ffemden Fächern mit: anzuhören.. 
, Der Verein, dessen erspriessliche Wirksamkeit 
Immer mehr allgemeinen Anklang findet, wird sich 
das nächste Jahr zu Blankenburg und zwar in der 
"zweiten Braunschweiger I Messwoche (in welche Zeit 
die meisten Ferien - der. -dem ‚Verein wichtigeren 
: öffentlichen Anstalten. des Harzes und benachbarter 
Gegenden fallen) versammeln. . 
I. Neerol o &. . 
“Die k. botanische Gesellschaft betrauert aufs 
Neue den Verlust eines sehr 'eifrigen Mitgliedes, 
des am 11. November 4. J. zu Koritschan in Mih- 
ren verlebten Freiheren Konstantin v. Münch 
‘Bellinghausen. ‘Wir verdanken seinem. Hrn. 
.  Sohne Joseph Freihrn. v: Münch-Bellinghau- 
.. sen folgende Nachricht über die Lebensverhältnisse 
des Verewigten:. 

Im, Jahre 1752. in der damaligen Reichsstadt 
"Worms: geboren, hatte der Verstorbene seine erste 
Erziehung im Thal Ehrenbreitstein. bei Koblenz, 

‚wo sein Vater: als_churfürstl. Trierischer Hofkanz- 
ler sich befand, die weitere Ausbildung aber, sowie 


z 
> 


7. 55 
h 5 Fr , \ e - 
‚ "einige botanische . Vorkenntnisse in der Theresiani-. 
schen Ritter- Academie zu Wien erhalten, die er 
im Jahre: 1773 verliess und sich dem k. k. Staats. | 
dienste durch mehr als zwanzig „Jahre widmete. 
Häufige Reisen in demselben machten ihn mit der 
B = x 
Flora mehrerer Provinzen ‚vertrauter und als,er. 
_ sich durch den Änheimfall einer Familienbesitzung _ 
veranlasst sah,, sich ‚Ausser der Dienstsphäre dem 
“Wirken für gemeinnützige Zwecke - hinzugeben, 
füllte das mit rastlosem Eifer fortgesetzte botanische 
Studium, dem er in freundschäftlicher Verbindung 
; mit Männern wie Dr. Host, k. k. Leibarzt, Cano- 
' nieus Host zu Agram, Freihrn. v..Locella und 
vielen andern oblag, den grössten Theil jener Zeit 
‚ans, die ihm von Berufsgeschäften frei blieb. Im 
höhern Alter geleitete ihn 'diese Vorliebe für bota- 
nische Studien in die gewählte ländliche Zurück- 
io gezogenheit und wurde für ihn eine unversiegbare 
| Onelle von Heiterkeit und,Gemüthsruhe, Eine von 
Kennern sehr geschätzte Sammlung .von — nach 
Sprengel — geordneten getrockneten Pflanzen und 
‘eine naeh dem nämlichen Systeme 'gereihete. zahl- 
reiche Folge botanischen Werken entnommener 
|  Pflanzenbilder, die nun beide das Eigenthum mei- 
j nes Bruders Konstantin, Hofraths in Wien, ge- 
. worden sind, zeugen bei einer. für Private seltenen 
- ‚Reichhaltigkeit von seiiem unausgesetzten Fleisse 
‘und einer bis zu den letzten Wochen’ fortgesetzten 
:  " Ordnungsliebe, : Sein bis zum Schlusse des S6ten 
' Lebensjahres ungemein .rüstiges Alter, die Anhäng- 
lichkeit, die. er von Freunden und Umgebung ge- 
nuss, die innige Liebe und Verehrung, die ihm von 
. den Seinen gezolit wurde, waren Folge seiner vor- 
. trefflichen Herzens-. und Gemüths'- Bigenschaften, 


F 





4 





© ° ” % 


auf welche die Wissenschaft, (deren Vervollkomn- 


nung Ihr verdienstlicher Bernf- ist,. gewiss nicht 
“ ohne Einfluss blieb,” -. 


"W. Botanische Notizen. 
Seite 560. des Jahrganges 1836 der. allg. bot, 
Zeitung wird bemerkt, dass der Name Ranuneulus 
Colmne -Allioni. älter sey als.der von Villars 


gegebene. "Das wäre richtig, wenn Villars die 


sen. Namen, zuerst in der Histoire des plantes de 


: Dauphine bekannt gemacht hätte, allein er hat diese 


"Art schon in seinem im Jahre 1779 herausgegebe- 
nen Prospectus de Fhistoire des plantes - de Dax- 
hind (Grenöble 1779 in 3.) aufgestellt. Allioni 
nämlich. eitirt, Flora pedemontana vol. 2. p. 50, m- 
ter. seinem Banunculus Colummne dieses Buch, was 
feh. noch nicht. gesehen habe, mit folgenden Worten: 
„Ranuneulus (Seguierii) foliis orbieulatim multifidis, 
eäule prostrato, ad genieula .nodoso. Vill. prosp. \ 
.50. 1,32, Allioni hat also diese Pflanze nur 


' amgetauft: und, wie ich.so eben bemerke, nach 
Ko: h 
bildung des von Allioni eitirten Ranunculus alter 


einem. falschen Citate. Indem ich ‚nämlich die Ab- 


saratilis asphodeli radice -Col. cap. 140. vergleiche, 
fände ieh eine steif aufrechte Pflanze mit Blättern, 
beinahe wie bei einem feiner zerschlitzten Ranun- 
eulus bulbosus und. mit einem, länglichen, walzen- 


-törmigen Fruehtköpfchen, und in der Beschreibung 


steht:. Flores _pallidi. Ich schlage 'nun weiter in 
Tenore sylloge florze neapolitanse nach, und finde, 
dass dieser Autor den Ranunculus alter sasalalis 
asphodeli radice: unter R.- flabellatus Desfonluines 


als Synonym anführt, und zwar mit ‚vollem Rechte, 


denn die Abbildang stimmt genau mit dieser Pflanze 
oder vielmehr. mit’einzelnen Exemplaren dieser Pflanze 


‚überein, die, was die Eimschnitte der Blätter und 
die Breite derselben betrifft) gerade so veräuderlich 


ist wie Ranünculus bulbosus. 
‚Brlangen, n ö De Koch. 
0. ,eHiezu ‚Literber. Nr. 11) 


ü 





Allgemeine 


botanische Leitung. 


nennen 








. Nro. 48. Regensburg, am 28. December 1838. 








‘I Original-Abhandlungen. . 
Bemerkungen über einige deutsche Pflanzen; von 
Apotheker Buck i in Frankfurt a. .d. Oder. 


Scenecio- erralicus Bertöl, amoen, italie. wächst 
hier ii grosser Menge an dem Ufer der Oder, Ber- 
toloni hat die Pflanze im Jahre 1819 im vorerwähn- 
ten Werke. beschrieben; nach dem Standorte und. 
der Flora Silesi@ 'von Krocker, die im Jahre 1791 


_ erschienen, ist es der Senecio barbare@folius der 


schlesischen Flora, wenn gleich Koch im seiner 
Synopsis denselben als Synonym unter Senecio aqua-. 
ticus. Huds. aufführt und Reichenbach in seiner 
Flora germ. exeurs. neben Senecio erraticus: noch 
eine eigene Species als Senecio barbareefolius Kro-- 
cher außstellt. Ich vergleiche Exemplare aus Ita- 
lien, Schlesien und hiesige und finde keinen Unter- 
schied, bin daher der Meinung, dass, der Senecio 


 barbareefolius Krocker im System das Vorrecht 


behalten und 8. erraticus Bertol. als Synonym auf 


geführt werden muss. Man vergesse ja nicht das 
Alter zu ehren! Wimmer in seiner Flora von _ 


Schlesien führt den 8. erraticus zwar als S. agua- 
ticus Huas. auf, dieser: ist‘ es "jedoch nicht, wie ich" 
Flora 1888. 48.0: on, Bbb 


t 


& 


an 


“aus Vergleich von mebreren Exemplaren aus der 


- Hallischen;, Hamburger und Zweibrücker Flora eu. 
‚sehe, wo der ‚Senecio. aquatious Huds, häufig vor. 
"kommt... = : u Eh 

Montia minar Gmel, for, badens. ist st sicher eine 
gute "Species ı und. von M._ .Tontana L. verschieden, 
"obgleich solche in- den mehrsten botanischen Wer- 
ken nur als Abart aufgeführt wird; die Pflanze 
wächst hier’häufig, die M. :fontana. habe ich _hier 
‚bis jetzt noch. nicht auffinden können und: scheint 
auch in Deutschland seltener vorzukommen, ich 
definite die M. minor" folgendörmässen: “ 

Mm. minor , anula, flavescens,' hu Ss, ® Bas Ta 
nosa, Mloribns terminalibus, sem Kinibus löviter 
"grannlatis, In campis ‚arenosis kumidis. 
. Bellis perennis soll nach Ko ch, R eichenbad, 
Smith, Gau din und mehreren ‚andern Botanikern 
eine ‚radix repens haben, v. Schlechtendal in 
seiner Flora berol. sagt, „radix priemorsa: inulticeps. ” 
die’ hier wildwachsende finde ich so und ich hahe 
noch nie an dieser Pflanze eine kriechende Wurzel 
finden können, Sollten vielleicht zwei verschiedene 
‚Arten vorkommen? Die: ‚Abbildungen von ‚Sch kuhr 
und Hayne, die ich vergleiche, zeigen nur eine 
vielköpfige faserige Wurzel, 

Leontodon hastilis; aus den Samen dieser Pflanze 
‚habe ich in: diesem Jahre den Leonlodon hispidus 
gezogen und zwar im Topf mit ausgeglühter Erde, 

‚ Ürobönche radmosa; seit: einigen Jahren habe 
ich mich mit der Aussaat. mehrerer Orobanchen- 


Bun 








- : i 


N 708 


"Arten beschäftiget; die. vorerwähnie habe ich and- 
lieh aus Samen erzeugt, welche ich in meinem 


Garfen zwischen Steinpflaster in diesem Herbst 
ohne zu schmarotzen in schönster Blüthe fand. 
DL, Corresponde n 2. 
(Aus dem Briefe eines Reisenden.) 
Das Herbarium des Hrn. Bergratis Mielich- 
hoter in Salzburg ist von hohem Interesse. Es’ 


"besteht aus zwei Sammlungen, einer- allgemeinen, 


- die alle Länder umfasst, dann einer besondern, die 


xur die Flora des Salzburger Landes zum Gegen- 
standg hat, Letztere kann man Tage lang durch- 
blättern, ohne sich zu langweilen. Von diesen ein- 
zelnen Exemplaren, in Schreibpapier liegend, ist 
mit Wahrheit zu versichern, dass sie vollkommen 
dem Zwecke entsprechen, welchen ein Herbarium 
leisten soll. Mit Wurzeln und Früchten versehen, 
bieten sie eine Vollständigkeit dar, die nichts zu 
wünschen übrig lässt, und da. auch beim Einlegen 
auf die gehörige Ausbreitung der Blätter und Blu- 
men und Erhaltung der Farben durchs Tröcknen ' 
mit an der Sonne erwärmten Papieren Rücksicht 
genommen worden, so ist auch in ästhefischer Hin- 
sicht Alles geleistet, was nur gewünscht werden 
kann. Die bedeuteride Anzahl ‚der Exemplare von 
jeder Art und Abart erhöhet den Werth des Gan- 
zen, und. die Menge der seltensten Alpenpflanzen, 
die. sich in dieser Sammlung befinden ,. worunter 
bei den Lieblingsgattungen . des Besitzers, Carez, 
Hieracium , Saliz manches Nene seyn mag, bietet 
Bbb2 


2 F i . on : j —” % | 


764 . a te. 
dem :Beschauer, insofern er zugleich Kenner it, 
“einen Genuss dar, den nur ein ‚Botaniker zu em- 
pfinden im Stande ist, und der sich’ gerne bei die. 
.- ser Gelegenheit, zumal wenn er im Begriff ist, die 
‚Alpen zu bereisen, zuflüstert: Gehe hin und thue 
des Gleichen, . 


- Auch die Besichtigung des Mineralienkabinets . 


- des Hrn. Bergraths wird, dem Mineralogen. nicht 


“weniger Genuss verschaffen, als. dem. ‚Botaniker 


‚das: Herbarium., War ja-doch der Besitzer üher- 
all im “Gebirg ‚und auf Reisen an ‚der Onells, und 
hatte demnach zugleich als Kenner‘ die beste Ge 
-legenheit, das Vorzüglichste. auszuw ;ählen. 

Diese Mineraliensammlung enthält Fossilien aus 
verschiedenen Ländern in” "ausgesucht sehönen Exem- 
plaren, und viele ‚Seltenheiten sowohl in Bezug 
auf Kıystallisationsformen, als auf besonderes Vor. 
kommen, worunter sich viele kostbare Stücke. be- 
firden. Sie besteht aus beiläufig- 3250 bis 3260 

mit besonderer Sorgfalt gewählter Stücke, in we- 
' eher nur sehr. wenige. der W ernerischen Gt. 
tungen und Arten fehlen, und auch noch neuere 

Fossilien sich befinden. . Sie hat-von mehreren sıl- 
“ tenen Fossilien ganze Saiten, wodurch ihr eigen 
j thümlicher Charakter, deutlich‘ und ‚bestimmt dar- 
. gestellt, wird. "Vorzüglich reich. und fast vollstän- 
‚dig ist diese Sammlung an den sogenannten me- 
tallischen Fossilien, unter welchen es grosse Sel- 

tenheiten. aufzuweisen hat. . 
- Da nun der Besitzer dieser. ausgezeichnef’schi- 


Een - . “ # 


nen. Minernliensammlung dieselbe zu verkaufen ent- 
.. schlossen ist, so werden. gegenwärtig die Herren 


Botaniker ersucht, dass sie die- ihnen allenfalls be-- : 
"kannte Liebhaber vom Mineralien hierauf‘ aufmerk- '. 
sam machen wollen, wo ‚Diejenigen; „welehe zu 


einem Ankaufe dieser. Sammlung den Wunsch ha- 
ben sollten, sich an den Eigenthümer derselben in 
der Stadt Salzburg in portofreien Briefen zu wen- 
den 'belieben möchten, welcher auf Verlangen die 
nähere Auskunft- darüber ertheilen wird. Auch. 


kann "diese Sammlung jederzeit selbst in ‚Augen- 


schein genommen werden, da ‚dieselbe nun in den 
geeigneten Schränken aufgestellt und geordnet ist. 
Das Herbarium des Hm. Professors Hinter- 
huber ist nicht minder sehenswerih als das Mie- 
. iehhoferische, doch. sind die Salzburgisehen 


Pflanzen nicht getrennt, daher auch das allgemeine 


Herbarium sehr zahlreich ist und vielleicht 13-—14- 
tausend Arten enthält. - Auch 'hier wird jeder Bo- 
taniker in dem zierlichenLokale,. das mit einer reich- 
haltigen Bibliothek geschmückt ist, und in Gesell- 
schaft des freundlichen. Besitzers gerne weilen und 
volle Befriedigung finden. Noch. zeichnet sich die- 
„ ses Herbarium durch ein ächt antikes Stück, durch 
eine Anzahl der Pflanzen der: Melville- Insel aus, 
die unter dem Capitän Parry daselbst gesammielt 
würde. Der Hr. Besitzer erhielt sie aus Dankbar- 
keit von einer Engländerin, die derselbe in der . 
Umgegend von Salzburg begleitet und auf, die merk- 
würdigsten Stellen "aufmerksam gemacht* hatte, in- 


% 


766, © 


2: 

& ? ö 
dem‘ ihm einstmalen An ‚dieser Beziehung folgendes 
. Schreiben zu Handen kam: „Erlauben Sie ‚mir, 


Sie 'an ‚drei, Engländer zu erinnern, die Sie im 


z ‚verflossenen Sommer so gütig waren, in der herr- 


‚Jiehen Salzburger Gegend . herumzuführen. Wir 
haben bei Dürchsieht. ‚Ihrer ‚Pflanzensammlung so 


> viel Vergnügen gehabt, ‚dass ich. sehr begierig bin 


“eine Kleinigkeit beizutragen, ‘die Sie für eine Stelle 


j in Ihrer. Bibliothek weribschätzen können, Ich er- 


wähnte Ihnen, dass-nach seiner Rückkehr vom Nord- 


pol der Capitän Parry mir ein Paketchen von 


- allen Pflanzen, die auf der Melville- Insel wachsen, 
gegeben hatte. Dieses nun. bitte: ich Sie, gütigst 


. als Zeichen unseres Andenkens anzunehmen” usw. 


. London, 27. März 1882. Auguste Wilder. 
Diese interessante Sammlung ist, ‚einem Stamm- 

"buche ähnlich, , in : einem Queroctavband mit % 

Blättern befindlich , desshalb_ die ‚Pflanzen selbst 


“auch nur in kleinem Formate und selbst nicht im- : 


mer lege artis eingelegt; sonach auch nicht immer 


kenntlich sind. Das-erste Blatt. enthält: Aira sub- 


"spicäln, Alopecurus. alpinus, Aira alpina. Die ‚ein- 


. zelne' Pflanze anf Nr. 2. ist unkenntlich und sieht 
einer. n. ‚Species, gleich. - Nr. 3. Eine Sazifraga 


mit besondern Ausläufern, die jenen einer Utrieu- 
lario gleichen. Nr. 4. enthält ‚eine Androsace ? Apar- 
gia Tarawaci in Samen und Sazwifraga nivalis. 
Nr. 5, Phaca ausitralis, Ranunculus nivalis, Astra- 
galus campesiris, Potentilla nitida.. Nr. 6. Ein Erio- 


» plorum und noch ein anderes Gras, Nr. 7. Zwei 


Br Zu 


en 767 


nukenniliche Saxif ragen, Nr. 8, " Polygonmin vivi- 


parum , ein Cerastium vel Arenaria und Soldanelia.? 


Nr. . Cerastium alpinum, Sarifraga nivalis. Nr. 10: Si: 


lene $ FPapaver alpinum. - ‚Ne. 11. Drei Laubmoose 
Hypnum rufescens und eine Flechte. Nr. 12. Tus- 
silayo ‚silwesiris L., Holcus alpinus, Aira alpina. 


Nr. 18. Sazifraga.nivalis, Aira ? Pedieularis lappo- _ 
nica® Nr.14. Drei verschiedene Gräser. Nr.15. Flech- ' 


ten und andere Kr yptogamen. Nr. 16. Drei Laub- 


- ınoose, alle ohne Früchte. Nr. 17. Astragalüsura- 


iensis? Nr. 18, Ein Eriophornm mit mehreren’ 


Aehren, ‚Gnaphalium supinum. Nr. 19. Ranuneu-' 


lus oder - Potentilla mit. ausgezeichneten Blättern, , 
Ranuneulus nivalis, Aporgia Tarasaei. Nr.20. Drei 
Laubmoose ohne Früchte. Nr. 21. Saliz myrsini- 


. tes? und Laubmoose. Nr. 22. Tussilago sylvestris 


in Sämen , Androsace ? und zwei unbestimmbare 
Pflanzen. Nr: 23. Ceiraria nivalis, eucullala et tau- 


 riea, Sam. oppositifolia, Nr>24. Musci et Liehenes 
"insogniti.: Nr. 3. Eine Sawifraga, folis. trilobis, 
Eriophorum Scheuchzeri, Juneus spiealus. Nr. 26. 
Sawifraga, Dryas und: zwei Grasarten. Man sieht, - 


dass diese im tieisten Norden nur in einer gerin- 
gen Seehöhe vorkommenden Pflanzen ‚am, meisten’ 
mit denen übereinstimmen, _ die ar anf den höch-, 
sten Gebirgen ‚und iu den. Gletscherregionen vor-. 
kommen, ein Beweis, dass Mangel an Wätme ihr 


. Blement sey. 


Der Reisende, "welcher nach E Falzburg kommt, 
darf nieht versäumen, das reichhaltige Naturalien- 


\ 


vw 


: nischer Hinsicht durchsucht worden ist, 


2 oo: 
mu 


kabinet zu St. Peter zu besuchen; er wird bei 
allen Fächern Befriedigung . finden, und zugleich 


“ Gelegenheit haben, der Zuvorkommenheit des Hrn, 


Prälaten zu huldigen, und ‚sich der Bereitwilligkeit 
.der‘ Herren Gebrüder Gries zu erfreuen, die über 
Alles, was zu einer ‚Reise ins. Gebirg erforderlich, 
die beste Auskunft geben können, — Ein Abstecher 


. nach dem, sechs Stunden entfernten Mondsee. ver. 


schaffte mir das Vergnügen, Hrn. Rudolph Hin. 


"terhuber, der’ dort eine. "Apotheke errichtet hat, 


Faaz 


in seinen Familienkreise glücklich. und fortwäh- 
rend der- Botanik huldigen zu ‚sehen, Er war 
eben“ beschäftigt gewesen, mehrere der benachbar- 
.'ten Gebirge : zu besuchen, und hatte. darüber fol. 
"gende Notizen zu Papier gebracht, die um so iı- 
teressanter sind, als diese Gegend‘ an der Grenze 
von Oberösterreich bisher. nur "noch wenig in bota- 


* 


3. 


Fler des Steingebir 95 am Ötlersee im Monat Juli, 


DoronieumPardalianches.'| Athamanta creiensis. 
Streptopus amplezifolius, ‚Potentilla Clusiana. 

. Ophrys Corallorkiza.; - Empetrum nigrum. 

_ Camponula. pulla.. \ Linum. alpinum. 

‚ Linaria alpina. ı. Ixalea procuimbens. 
Arenaria bavarica. Rumnex hastatus. 
Gnaphalium pusillum, | Anthıyliis alpesiris. 
‚Homogyne diseolör. Potentilla Brauniana. 
Hedysarum obscurum, | Veratrum album. 





\ “Daphne striata. - .|:Juncus monanthos. 


= 


| 


4 
i 
4 
i 
| 


| 769 


. [ a 
Mespilus Chame@mespilus. | Orchis albida. 


 Primula integr. ifolia. Ajuga pyramidalis, u 


Or: chis vwidis. 


Zur Flora des Wildeneggerhorn bei Hintersee. 


Orobus luteus, u äster alpinus. 
Doronicum_ austriacum. ‚Anthemis alpina, 
Astragalus montanus. . 





‚Zur Flor des Genner bei: a lereon von: den Alyen, 


der Spiize x 


Cnieus eriophorus. Wiyriana angustifolia.. 
Allium. sibiricuim, | Pyrola media, 
Linaria alpin. ') Primula Aurieula, 
Astragahıs monlanus. ‚Aster alpinus, 
Hedysarum. obscurum. | Uircea alpina. 


Zur Plora des Schaufderges, nachträglich ei den 
Kaspenalpen. 


Veratrum album. | Doronieum austriacum. 


Beim Thörl. 
Allium sitirium, ._ | Unieus eriopkorus, 
Arbutus alpina,- } Sazifraga casia, 


"In Wels fand ich an. Hrn. Professor .v. Hart- 
mann einen sehr fleissigen Botaniker, der nicht 
nur.die Umgegend seines Wohnorts emsig durch- 
wandert, sondern auch das benachbarte Steyermark 


. besucht und schon manche Entdeckuvg gemacht 
hat, Die 5 b. botanische Gesellschaft hat ihn auch 


en 


men 


% 


zum corvespondirenden Mitgliede erwählt, “ Von 
Pflanzen, die er mir mitzutheilen .die ‘Güte’ hatte, 


"sind folgende bemerkenswerth: 


Ranuncilus anemonoides, mit einem neuen Stand. 
ort in der Grüuau in Oberösterreich an Waldsäu. 
men, Valeriana celtica vom Birkek in. Lungan, Y. 
elongata "vom grossen Priel in Oesterreich, Cirsium 
spinosissimum ebendaher, Eritrichium Hacgueti; 
vom Eisenhut in Steyermark, Primula glutinosa, 
nächst dem Langschützsee. in. Lungau, Ranuneulus 
glacialis L. von Rein in Lungau, Phyteuma: pauei- 
fiorum vom Speiereck in Lungau, Caren mueronala 


"am Felsen .der Meyralm, Aeihüsa Meum vom Kas- 


“berg in Oberösterreich, Arabis pumila ebendaher, 


Cares- eurvcula von: ‚Birkeck in Oesterreich, Cam- 


\panula alpina ebendaher, Iuzula spadicea vom 


Speiereck im Lungau, Sazifraga -mautata bei Claus 
u ri « e ® . - “ * . 
in "Oberösterreich, Swerlia perennis, Wiesen am 


. Rebersee im Salzburgischen, Sitene Pumiälio nächst 


: dem Lanschitzsee in Oesterreich, Sawifraga aspera 
\ ebendaselbst, Eriophorum Scheuchzeri ebendaselbst, 


‚Crepis virens bei Rothhausen, endlich‘ Hieracium. 


"prealtum und piloselloides ebendaselbst. "Meist lau- 


‚ter Seltenheiten mit neuen Standorten für die deui- 


Ben 


sche Flora. : _ oo. - : B 
Als Neuigkeit kann ich noch beifügen ; dass‘ 
auf der, dalmatinischen. Reise Sr, Majestät des Kö- 


‚nigs- von Sachsen unter andern auch eine neue 
. Pedieularis‘ entdeckt wurde, die’ den Namen Pea. 


Friderich Augusli erhielt und demnächst‘ mit einer 
ülumirixten Abbildung, veröffentlicht werden wird. 


‚11 


‚HE 6 esellschafts-Versammlungen. 


Sitzung der:.k. botanischen Gesellschaft am 1. Öcto- ' 


x 


ber 1838. 
Eingang an Büchern: 


DA.J. Grossberg, der Kahlenberg: und Seine 


‚Umgebung. Wien, 1852. Gesch. des Hrn, - 
Chir, Reiantz in Wien. 

3) A. Ortmann, die Flora Karlsbads und sei- 
ner Umgegend. ‚Stuttgart, 1838. Gesch. d.Verk 


| 3.6. Flecklos, Karlsbad, seine Gesundbrun- 


nen und Mineralbäder. Stuttgart, 1838. Gesch. 
des ‚Verf. . 


MA, Dietr ich, Termindlogie. der phanerog Dga- 


‚mischen Pflanzen. ‘Zweite Aufl. Berlin, 1838. j 
Gesch. d, Verlagshandl. Be 

HS T.N. Drejer, Flora excursoria Hafnien- 
sis, Hafnise, 1835. Gesch. d, Verf. 


6 Ph. Fr. de Siebold , Flora japoniea. Sectio“ 


. prima, plante ornatni vel. usui inseryientes, 
Digessit Dr. I.6, Zuccarini. Lugd. Batav. 
.1835-—— 1838. Fase L—VL Gesch. d. Hen, 
Prof. Zucearini in München, 


2 Tenore, Ricerche sulla Geografia botanica 


‘ed agraria del?’ Italiea. Geseh. d. Hrn. von 
Martens in Stuttgart. 


s Ant. Laur. de Jussien, introductio in hi- 


storiam plantarum. Gesch. d, Hrn. Adr. de 
Jussieu in Paris. 

A: ‚Steinheil, observations sur le mode dWae- 
eroissement des. feuilles. Gesch, d. Verf. 


u} 


TR. 


n 10 A. Steinheil, qua bentend- on par endosmose 
'&t exosmose? Gesch. d. Verf. 
ı) Hi F. Soyer- Willemet, &naphalium ne. 

n gleetum,, nouyelle espece du groupe des: Eila- 

gindes avec des: observations sur les autres 
espeees frangaises de ee groype. Nancy, 1836, 
Gesch. d. Verf. 
12) F. ©. v. Berchtold u. Ph. Mm. Opiz, öko- 
nomisch - technische F lora "Böhmens: % H, 
4. Abtheil. Prag, 1838. Gesch.’d. Verf. 
13) F-&. v. Berchtold wu. F. X. Fieber, die 
Potamogeta Bühmens. Prag, 1838. Gesch, 
d. Verf. 
14) ‚Köngl. Vetenskaps ‚Academiens Handlingar, 
“für dor 1836; ' . Stockholm , 1838, Gesch, d, 
k Akademie zu Stockholm. - 

19 IrC. Wikström,, Aorsberättelse om hota- 
=, niska Arbeten och Üpptäckter. för aor ‚1855. 
"Stockholm, 1837. - Desgl: . 

-16) I. Berzelius, Aorsberättelse om framstegen 
. 3 Fysik och Kemi afgifnen den 31 Mars 1856, 
Stockholm, 1836. Desgl. j 
"19 RB. Fr. Fries, „Aörsberättelser om nyare Zon- 
logiska Arbeten och üpptäckter, “afgifne den 
31 Mars 1835 och 1836. Stockb. 1837. Desgt. 
Ro S.A. Cronstrand, Aorsberättelse i Astro- 
nomien den 81 Mars 1836, Stockh. 1836. Desgl. 
213) 6.E.Pasch, Asrsberättelse om ‚ Teehnologiens 
Pramsteg,. ‚afgifvnen. den 31 Mars 1836. Stoek- 
hol, 1836, Desgh. i 


R2 


B 


S- 
.» 


Eingang für das Herbarium: 
3) Obngefähr 2 Centurien seltener nordamerika- 
" nischer Pflanzen”yon Hrn, Dr. Engelmann. 
in St’ Louis am Missouri. in Nordamerika. 


\ 2) Mehrere Seltenheiten der Krainer Flora, 2. B. 


Siellaria bulbosa, Pastinaca Fleischmanni, Pe- 
. dieularis acaulis etc., jede in. 100 trefflich ge- 
troekneten Exemplaren mit Natizen über neue 
Fundorte derselben und dem Anerbieten, ‚alle 
selteneren Gewächse der Krainer Flora: in 
"Mehrzahl nach und nach einzuliefern, von 
Hın.. Hofgärtnev Fleischmann in-Laibach, 
- Die k. b. Gesellschäft beschliesst, Hrn. Fleisch- 
mann durch Uebersendung ihres Diplomes 
die dankbare Anerkennung für eine so schätz- _ 
bafe Munificenz auszudrücken, und die vor-, 
handenen Dupleten zum.Behufe des Tausches 
gegen die ihrem Herbario Florse- Germanicze 
noch fehlenden Arten, deren Verzeichniss 
demnächst veröffentlicht werden soll, zu hin- 
terlegen. 


Sitzung der %. botanischen: Gesellschaft a am 5. No- 


vember 1838, 


"Eingang an Büchern: _ i 

»€T7. Kreutzer, Oesterreichs Giftgewä ichse. 
Wien, 1838. 8. Gesch. d. Verf, 

23J.K. Maly, Flora styriaca. Grätz u, Leip- 
zig, 1838) 8. Gesch. d. Verf. “ 

3P. W,. Korthals, Verhandeling over de of 


“ah . el 
w.“ on 


Java, Sumatro en Borneo verzamelde Loran. 
thaceie. ©. Gesch. d. Bra. Prof Reinward: 
"4m: ‚Leyden. 
2 Bulletin de la soeidte imperiale des. Natnal 
. 'stes de Moscou. Annde 1837. Nr. VL— VI, 
Moscou, 1838: -&. - Gesch, ‚der kaiserl. Ge- 

Be "sellschaft zu Moskatı. 

“ 5 3. A. Weinmann, Enumeratio stirpium in 
“abro‘ Petropolitano sponie crescentium secun: 
"dam systema sexuale Linneanum compaosita. Pe- 

tropoli, 1837. 8. Gesch. d. Verf. 

6) @.K v. ‘Sternberg u... V!v Kronb- 

holz, Bericht über die Versammlung deut- 

scher Naturforscher und Aerzte in Prag i im 

5 ‚September. 1837. Prog: 1838, - Gesch, 
a ‚Verf, 

m AEF ärnrehr,. natarhistorische Topogra- 
 phie von Regensburg. Bd. }. ‚ Regensburg, 1838, 
8," Gösch. d. Verf. 

Hr. Prof. Heinrich in Brünn sendet eine 


\ . A Sammlung der Gebirgsarten und orykio- 


guostischen . Mineralien Mährens, : welche die k. @e- 
sellschaft, in der Absicht; dieselbe möglichst nutz- 
bringend zu machen, in dem Naturalienkabinette des 
k. Lyeeums zu deponiren beschliesst. 


Sitzung der k. botanischen Gesellschaft am 3. De- 


 cember 1838. 


.  Hingang an Büchern: 
n Bulletin de. Ia soeidte imperiale ‚des natwali- 


a 


stes de Moscon. Annde 1838, Nv. I. et I. 
Moseou, 1838.: Gesch. d. k. Gesellschaft. 
2) Naturgeschichte der drei Reiche. ‘39, 42, Lie- 
, ferung. Stuttgart, 1838. 8. Gesch. d. Verl. 
3) Kirschleger; Appendice ;au Prodrome de 


da Flore d’Alsace. Strassbourg, 1858, & | 


Gesch. d. Verf. . 

4) J.De Notaris, Syllabus muscorum in Italia 
et ‘in insulis ‚Sireumstantibus hucusque cogni- 
torum. Taurini, 1838. :8, Gesch. d. Verf 


. D-Ad. Steinheil , Observations sur la specifi- 


cation. des Zannichellia, et sur Je genre Di- 
- planthera de Du‘ Petit - Thouaxs, S. Gesch. 
DIL 


6) Memoires de P’Academie ‚imperiale des scien- : ' 


ces de St. Petersbourg. Seconde.partie: Seien. 
. »aturell, Tom. 1. 4-6 Livrais. Tom, IE. 
= +36 Liyrais. Tom. IV. 1—2 Livr.. St. Pe- 
.tersb. 1838. 4; Gesch, d. k. Akademie, 
7) Reeueil des actes de. ia seance -publique de 
FAecademie. imper. de St, Petersbourg tenne 
le 29 Decemb. 1837. St. Petersb: 1838. 5, 
Gesch. d. Akademie. et 


8) Verhandlungen des Vereins zur Beförderung 


des. Gartenbaues in den k. Preussischen Staa- 
ten. 28. Liefer. Berlin, 1838. 4 Gesch. d. 
Vereins. 


96 F. Ruchle, über. den Einfluss des Bo- 


dens auf die Vertheilung der Alpenpflanzen. 
Eine Inaugural- Dissertation unter dem Präsi- 
dium von Hugo Mohl. Tübingen, 1838. 8. 
10) E/ Walser, Untersuchungen. über die Wur- 


wel-Ansscheidung. Eine Inaugural-Dissertation 


f 


773 


4 


4 


: unter dem Präsidium von u ugo Mohl. Tu 
. bingen, 1838. 8...» 
1) A. F. Haerlin, über den. Ban’ ‚der vegetg. 
bilischen Zellmembran.. Eine Inaugural-Dis- 
sertation unter dem Präsidium von Hugo 
Mohl. Tübingen, 1837. 8. — Letztere drei 
Geschenke des Hrn, Prof. Hugo. Mobl in 
i "Tübingen. . . 
Das Herbarium . ' 

‘bereichert Hr. Pfarrer Mün ch in Basel mit eiher 
neuen Sendung sehr interessanter getrockneter Pfan 
=» zen der dortigen Gegend. ü . 

j Für den Garten nn 

Jiefern, gleichwie schon früher Hr. Hofgärtner 
Fleischmann, so nun-auch Hr. Custos Freyer 
. ja, Laibachı Sämereien seltener krainischer Pflanzen. 


Allen diesen verehrten Freunden und Corpo- 
rationen sey 'hiemit. der innigste Dank ausgedrückt, 
"Möge. Ihr gütiges Wohlwöllen uns ‚auch. für die 
Zukunft’ "erhalten bleiben! - EB 


_W. Botanische Notizen. 


Vor "etwa 11 Jahren machte ich eine botanische . 
Eixeursion in die Kulmbacher Gegend; auf dieser 
- sammelte ich auf einem nassen Kleeacker: ‚bei Neu- 
wark (etwa 4 Stunden von. hier) auf Thonboden 
» Phascum alternifolium und Gymnosiomum fascieu- 
are. Die Bögen mit beiden gesammelten Moosen 
kamen mir erst kürzlich wieder unter ‘die Hände, 
ind ich hatte die Freude, einige schöne Räschen von 
Gymnosiomum curviseium -darunter zu ‚bemerken, 
bedauerte aber 'zugleich, es damals übersehen zu 
‚haben, damit ich mehr hätte darnach suchen kön- 
nen. Nun ist es leider mit dem Botanisiren imit 
. ‚mir vorbei, um es wieder aufsuchen zu können. 
“ In Deutsehland ist diess Gjymnostomum meines Wir 
sens bisher noch nicht gefunden. worden: 
Gefrees. - u Func 


un ng Ri . 
2a . 2 s 


Bam Eee =; 


38 . 


v 


Beiblätter 1838. I. Nro.3. , 





zifraga rotundifolia, Lychnis dieica rubra; Se: 
dım sexanyulare, Silene ulpestris; Cotoneuster - 
vulgaris  fr.; Ardnia Chamaemespilus bloss fo: 
lia, RBununculus wepens. (im Sumpfe der ünteri, “ 


" Kerma)," Helianthemum grandiflorum; alpesire; u 


Dryas octopetala, . Aquilegia pyrenaica, Acont- 


um Lycoctonum ; Aeinos alpinus; Thajmiüs Mon: 


tanus, Mentha?, Serofularia mültiseta, Prünella u 
grandifloru, Stachys alpine, Dentaria pentüphylia 


bloss folia, Tetragonolobus siliguosus; Trifolium 


pullescens , pratense $: alpinum, Achilleo atratd, 
Millefolium ? pusilla1 — 3 pollicaris Cin der Ebene 
der unterun Kerma), A; Clavenae, Bellidiastrum ‘ 
Micheliö flore 70800 , Geracium aureum, Hiera- 
cium umbellebum, murorum: incisum ; Leontodon 
hispidum ; Senecio Doronicum; abrotanifolius; 


‚Taraxacum offie.? 


Während dem Einlegen der ‚Pflänzen wurde, 
meine Absicht den Terglou zu ersteigen besprochen; ‘. 
dass keiner der da anwesenden Hirten den Terglou 
erstiegen hatte, machte mein Vorbabet nicht wan-. 
ken, mir genügte die Erklärung, dass ihnen der 
Weg auf den Satiel der Kerma ober ‚Ledina bis - 
zum Füsse‘ des Terglou bekannt sey; dass sie ge- 
hört haben, dass man zuerst den ersten Gipfel oder 
mitteren Terglou erklettern müsse, um dann auf 
der scharfen Kante ‚steigend. ‚den höchsten Gipfel zu 


Ss. - Br .* , 
erreichen. Am folgenden Morgen um Y,7 Uhr mit 
allem Nöthigen versehen, verliessen wir, fünf an 
der Zahl, die Hütte, gelangten gegen eilf Uhr auf 
‚die letzte- grüne Fläche, welche yon Eritriehum 
. Hacguetii Koch, Potentilla nitida roth und weiss 
. blühend, P: Olysiana , Carex firma &e. gebildet. 
ind Hier am Sattel na Kermi pod Terglovam 
(auf der Kerma- Alpe am Fusse des Terglon) wurde 
mittagmahlt, dann das Nöthigste mitgenommen, und 
heim: Proviant ein. Hirt zurückgelassen, der sich mit 
Oli! rufen- ünterbielt, . welches ‘die’ Hirten in hels 
polje Cweisses. Thal, von dem das halbe Thal dek- 
kenden,; von den N achbaralpen herabgeschwenmten 
weissen- Kalkgerälle so benannt) deutlich erwiederten, 
Von hier übersieht man bloss die ganze Fläche von 
pelo polje und die Strasse nach: Althammer in der 
*. Wochein; übrigens ist alle Aussicht durch. hohe 
'Felsenwände und kahle Berggipfel gesperrt. Wild. 
schön ist die Ansicht nach ‘dem. mittleren (sredni, 
“ gewöhnlieh kleinen) mali Terglou, mit seinem ab. 
'gerundeten kahlen Gipfel; der“ täuschend höher 
scheint, als die rückwärtige höchste, graue: Spitze, . 
. unter welcher unter den steilen Schneeriesen zwei 
'Gemsen ohne Scheu spazierten. 
« Weber ein Paar Sehneefelder waren wir nach 
einer halben Stunde Yr 12 Uhr) dürch die schmale 
Eelsengehlucht am sogenannten Thore. Durch auf- 
. geschichtete Steine ist der Fusssteig anf den mitt. 
“ leren Terglou angezeigt und. erleichtert, _ Kühle 


a Tg Be RETTET TE 


ee 


Schneeluft würde bereits fühlbar. Der or Bergräcken 


' rechts (gegen Norden gewendet) wurde mir als- 
“ _mali Tierglou. hezeichnet, Auf dem Wege von unse- 
‚rem Buheplatz pod Terglovam, his. hieher und auf 
. ‚diesem. Rücken sümmelte ich folgende Pflanzen: 
Veronica aphylia, Sesleria coerulea, rigida? Gen- - 


tina imhbricata, pumila, Linum alpinım, Cera- 


. stium alpinum villosum,. Sasifruga caesia, oppo- 


sitifolie, controversu, stellaris, Potentilla nitida 
weiss und xoth, Helianthemum alpestre, Papwer 


-alpinum weiss, Ranunculus Traunfellneri, Aci- 
nos alpinus, Linaria, alpina, Arabis vochinensis, 
. Biscutellu sazatilis, Noccaea alpina, Alyssum 


-Wulfeniamm ,‚. Anthyllis Vulneraria alpestris, | 
Bellidiastrum Michelii. pusillum. et. Crepis hyose- 


‚rulifolia: Vom Thore rechts erhebt sich der schwer | 


zu erkletternde sredni (mitterer) Terglou, dessen 
Gipfel wir in. einer aber beschwerlichen" halben 
Stunde erreichten.‘ _ Der Stock, wird’ unanwendbar, 
dagegen. sind Steigeisen unentbehrlich. ‘Ich nahm 


‚den Weg, nördlich über die Felsen, und sammelte 


die kümmerlich ‘nur. hie und: da, im Gerölle. ziemlich ” 
sparsam ‚vorkommenden Pflanzen: Eritrichum Hac- 


" quetü,. Linum alpinum, Corastium olpinlum. vil- 


losum, Saxifrage: sedoides, Silene acaulis, Po- 
tentille nitida voth, Papaver alpinum weiss, Draba 
frigida, Noccaea alpina et Alyssum: Wulfenia- 
mm. Immer dichter. aufsteigendem. Nebel folgten 


. Wolken, ich. war daher genöthigt, diesen Gipfel- 


‚38 


4 


s 


„36 
um Y,} Uhr zu verlassen, meisselte eher meinen Ny. : 
“men zum Andenken in einen Felsen, und eilte dann 
auf der steilen scharfen Kante des Berges in die 
Höhe, links und rechts unter den "Füssen schwin: 
> delnde Tiefen . und Abgründe. ' Mein Begleiter. ein j 
u Knabe von. 17 Jahren in Holzschuhen voran, die 
u übrigen Schwindler blieben zuriick: Beide .in auf. 
rechter ‘Stellung, wit Ausnahme‘ bei ein Paar Ur- 
felsen, die 'erkletieit werden müssen ; doeh ist be- 
reits mittelst Hammer der Zugang esleichtert worden: 
-In der halben Höhe des hohen Gupfes ersieht ‘man _ 
links ‚ein ‚rundes dutehbrochenes Gewölbe Im Felsen, 
‚gleich. einem Fenster durchsichtig, von beinahe 6 
Schuh Diameter; gleich dem von. Otelza (durchlö- 
_chert) bei Heidenschaft, welches dem Orte den Na- 
men ‚gibt. -Die wenigen noch vorkommenden Pflin- 
zen erreichen ‚beinahe die höchste Spitze; weiche 
', jedoch kahl bleibt: Eritrichum Hacquetii mit einer 
gelben Parmelia überdeckt, Myosotis sunveolens 
" pusilld, Arenaria poh ygonoides , Cerastium alpi- 
a villosum pusillum semipollicare , Cherleria - 
"sedoides, Sazifraga sedoides ,' Silene  acanlis, 
Potentilla nitida, Papwwer alpimım album, Thles- 
pi rotundifolium Rchb., Alyssum Wulfenianım e 
Carex firma ist_alles, was ich da finden konnte. 
Um’ 17,2 Uhr Nachmittags erreichte ieh glücklich 
den Trisngulirungspunkt der höchsten Spitze. Meis- 
“ selte dann ein grosses F in einen Flitscherseits ge 
legenen,, Felsen zum Andenken, und fing. bei der 


wo 


oo. ee 37 


Gelegenheit eine eben angeflogene Fliege: „Während 


.dem Ausruhen labten wir uns mit einem guten 34r. 


Mein Begleiter Simon Poklukar durchsuchte die 
aufgeführte Maüer des Triangulirungsthurmes; allein 
es waren. ausser Basios Stein keine Sehriften j 


zu finden. . 2.8 


“Die Fernsicht . ist ausgezeichnet schön, doch _ 


alles war in blauem Nebel, das Meer kaum erkenn: 


bar, unter meiner, finstere Nacht; ‚Ich konnte kei- 


‚nen der vielen Berge Crains, die ich schon öfter 


erstiegen habe, "mit. Gewissheit wieder finden. Gfross- 
glockners pyramidale Eisspitze zeichnet sich vor.allen 
aus, die übrigen muthmasset man nach der Lage, 


“nach der Karte. Grosskahlenbergs Doppelzahn bei 


Laihbach war rabenschwarz zu sehen, Laibach selhst 
ist nicht sichtbar. An der Eisfläche in der Nähe 
des Praeeipitiums in die. Urata lag ganz ruhig eine: 
Gemse. Ich wälzte einen grossen Stein vem Thurme. 
herab, in ein Paar Sätzen war 'die. Gemse ver- _ 
schwunden. Diese Eisfläche nördlich ‚gelegen wird . - 
der grüne Schnee genannt, der einzige in Erain be- ' 


‘kaunte Punkt mit ewigem Eis; jedoch in zu unbe- 


deutender Menge, den, Tergloa zu den Gletscheru 
zu zählen. Von der Spitze, bis'zu diesem Absturz 
kann man !/, der Höhe des Terglou annehmen, was 
eine sehr steile. Schneefläche bildet, welche von ver- 
witterten abrollenden Steinen. wie genekert erscheint, “ 
von da stürzt. dann ‚die senkrechte Wand bis zum 
Fuss des .Terglou ins Vrata- Thal. . Kühler Wind. 


& 


ze 
wehte, gegen | Molstrand z0g "sich tief unter meiner 
“ “ein Donnerwetter zusammen, die Wetterwolken wur. 
den hörbar; daher verliess ich den Gipfel 5 Minu- 
ten vor. zwei Uhr. Der Rückweg, war beschwerli. 
cher. Der Eile wegen, bequemte ich mich ein 
- Paarmal niederzusetzen , und mich so über den stej. 
len Felsenkamm zu helfen, um %,3 Uhr war der 
: Gipfel des mittern Terglou glücklich erreicht, in 
. ‚dessen Einsaftelung mir. verwitterter Tıoneisenstein 
‚auffiel, sonst war aber nirgends eine Spur einer an- 
. dern Erdart vorhanden. Die Wolken nehmen andere” 
* "Richtung, der Himmel wurde wieder heiter, wäre 
"es micht schon :zu spät an der Zeit gewesen, m , 
hätte ich ‚Just gehabt, nochmals den Gipfel zu er- 
 klimmen;, um die oben erwähnte Felsenöffnung näher 
zu untersuchen, was. ein 'andermal geschehen kann, 
*Hier am mitteren fand’ - ich häufigere Spuren von 
Blitzentleerungen als in der Höhe. Um 3 Uhr ver- 
liess ich die mwirthbare Stelle und sammelte noch 
einiges in Mehrzahl der früher erwähnten Pflanzen. 
In einer Stunde erreichten. wir die kleine Wiese ‘ 
pod Terglavam, wo uns .die Zurückgehliehenen wit 
Sehnsucht erwarteten, zugleich ‚erklärten, es sey 
“besser mitzukleitern, als von hier die ‚balanzieren- 
den Steiger durch vier langweilige Stunden zu beol* 
achten, und einsam zuzubringen. Bis 5 Uhr war das 
Mitgebrachte eingelegt. Wir hegrüssten nochmals 
< den Altvater Terglox und wanderten vergnügt und | 
.. „guter Laune gegen die Kerma Kozhe:(Kerma Hütke), 


nt 


- jch sammelte unter Wegs bis zu. ‚der Hütte „noch Fol- 
.gendes: Veronica apkylia, saxatilis, Waulfenia 
lutea,, Sesleria sphaerocephala,.. Festuca violacen, 


Globularia cordifolia, 'Campanula Zoysii, Eri-' 


trichum Hacquetii, Gentina pumile,. imbricata, 
-anyulosa, Myosotis. suaveolens: xt var. ß pusilla, 
Phyteuma globulariaefolium ,2 orbiculare late- 
bracteatum. pumilum, Soldanella alpina, Viola 
biflora, Bupleurum graminifolium., Heracleum 


süfolium;, Linum ulpinum, Armeria aljpina, Al--.- 
 lium vietoriale, Tofjeldia calyculata, Oxı yria di- - 
gyna, Bumex Acetosella $, Arbutus alpina, Are- 


Q 


naria ciliata, austriaca, polygonoides, Cerastium 


alpinum, Cherleria sedoides, Suxifraga caesia, 
crustata, Hostii, sedoides, stellaris, controversa, 


undrosacea,. Sedum atratum Potentilla nitida, 


- Clusiana, aurea, Anemone fragifera, Ranmeulus j 


Traunfellneri, Phthora in. sem., Papaver alpinum 


‚albuni, Pediculuris rostratt; incarnata,. verliei- 
"Iata, Linaria ulpina,. Bartsia alpina, Petrocallis 


pyrenaich, Thlaspi rotundifolium et alpinum, 
Noccaea alpina, Arabis vochinensis, 'coerulea, 
alpina, Biscutellu saxatilis ,_Alyssum: montanum, 
"Wulfenianum, Anthyllis Vulneraria a, Polygala 


uliginosa,, Trifolium pallescens, Aronicum-lati- 


* folium,, Aster alpinus , Chry ysanthemum atratum, 
Cirsium pygmaeum, Crepis hy yoseridifolia,: Bri- 


geron alpinum, Geracium aureum, chondrilloi- 
des, Hieracium villosum, saxatile, Homogyie 


Pr 
‘ 


Bu 


rachfalgen, 


Fe 


‚alpine, discoler, Gymnadenia eonopsen niven, 
. Nigritella . angustifolia et Salix serpyläifolin, 


Um 1% auf S Uhr Abends traten wir in unsere 
„Herberge auf der -obern: Kerma und lagerten uns 
auf die schmalen Bretter um das wärmende’ Feuer, 
welches ‚die ganze Nacht unterhalten werden- inuss, 
‚Am 11. um 1,8 Uhr Früh wurde: . aufgebrochen; 


. nachdem alle Pflanzen, in Sicherheit gebracht waren, 


* Um %/ auf 10 Uhr kammpn wir ins Thal zu den 
Sennerhütten pod Kerma. Sowohl oben als hier fin- 


- det man. köstliches Wasser. Man hewirthete ung 
. mit Milch, ich sah auch saubere Butter und hinrei- 


ehendes . Geschirr. was in- der öbern Hütte mangelt. 
In zwei Stunden erreichte ich Moistrana.” Vergnägt 
‚iber die reiche Ausbeute, hegab ich mich zur Ruhe, 
nach einer kleinen Labung die köstlich schmeckt, 
Den 12. setzte’ ich die Wanderung fort, übernach- 
tete in Wurzen,, am 13. in Weissenfeld: und am 14. 
wurde der Marsch nach ‘dem Traunik- und Man- 
gart- Berg angetreten, der Bericht über ‘die Aus- 
'beute daselbst vom Jahr 1836 und 1857 wird 


F 





f 


. Uebersicht und Notizen über die um Trier wach- 
senden Orchideen von Apotheker M. h Lühr 
in Trier, Br 


Die Gegend, über "welche sich meine Eixenr- j 


sianen ersireckten, hat: keine bedeutende Ausdeh’ 


Fa 








CE Fk ie ie ee 


an 


nung; die Länge beträgt ungefähr 3 Stunden; näm- 
lich von dem Orte Biwer an der Mosel‘ unterhalb 
Trier, bis zu dem. Orte Könen ‚an der Saar ober- 
halb Trier. Die Breite ist ungefähr 5 Stunden und die 
entlegensten Punkte der Ort Ralingen an der Sauer 


. und Oberemmel. Die geognostische Beschaffenheit 


jener Gegend gehöret: fast durchgängig dem bunten 
Sandsteine und Kalke an. 

Was aber diesen verhältnissmässig kleinen 
Raum, wie überhaupt die Umgehung von Trier am. 


auffallendsten als eirien ziemlich südlichen. charakteri- Bu 


sit, sind die vielen und zum Theil seltenen Orchi- 
deen, welche diese Gegend bewohnen, und deren ” 


* Abhandlung ich mir in diesem Aufsatze vorgesteckt 


habe. Nach Mösler's Handbuch 1833 ist die Zahl 
sämintlicher deutschen Orchideen, wenn man die 


‚Alpen und das Littorale ausnimmt, 49, und nach 


Koch's s synops; 48 Arten. Die Rheinprovinz beher- 
bergt so viel bis jetzt bekannt 40, und unser ange- 
führter Bezirk allein 33 Arten; gewiss ein: sehr 


günstiges Verhältnis, indem’ ünsere Gegend dem- 


nach %, der Orchideen „von Deutschland und %/, der 
ganzen Rheinprovinz besitzt. Dieses Verhältniss 
stellt sich noch günstiger heraus, wenn wir die hic- 
sigen Lokalitäten berücksichtigen wollen, denn nimmt 
man an, dass die Gegend. fast keinen eigentlichen - 
Sumpfboden und keine Tannenwaldungen hat, so 
müssen ven den Orchideen der deutschen Flora, 2 


- Malaxis-Arten, Goodyera vepens, wie Lister« 


’ . % 
I 5= 


ar" 


- 


Zu 


cordata und von der gesammten Flora der Rhein. 
provinz die 3 ersteren Arten ausfallen. 
1) Orchis Morio L. 


2) 


9 


er; 


Er 


Fa 


63 


m 


" museula L. et R fl. alb, . 


‚coriophora "L. Auf Wiesen. ‚Olewig, 
Tarforst, Könen &e. . 
ustulata L. Selten auf Wiesen. Tar. 
forst und an der Sauer. 

militaris L. Nicht ‚gemein, doch au 


mehreren Orten. 


£. galeato Lam. ‚Selten an den 5 Siwe- 
nischer Höfen. 


fusea Jacq. Allgemein in den inannig- 
'faltigsten Formen auf Bergheiden der Mo. 


sel, :Sauer und. Saar verbreitet, Es ist 
meines Wissens "keine Orchidee in Ge 
stalt: der Blume so veränderlich, hesor 


ders ist es hier die Lippe, welche sich 


‚ darin auszeiehnet,, bald ist sie länger ball 
‘ kürzer, bald breiter bald.schmäler, so audı 

die Seitenlappen. und das Mittelspitzchen. 
.ß for. alb.- Eine ausgezeichnete Form 
‚mit schrieeweissen Blumen und 2" hohen 
‘ Stengeln, welche ich vorigen Sommer in 


‚ Ralinger-Röder. zum erstenmal sah. 
y. hybrida Boeningh. Seitenlappen der 


Lippe sehr schmal‘, Stachelspitzchen ZU- 
rückgebogen. Nach’ meiner Ansicht ist 


‚sie bloss Abart. “Ebenfalls im Röder. 





48 


Re 


.7) Orchis moravica Jacg. Selten unter voriger 


im Röder; und vielleicht nur Abart der 
, vielgestaltigen 0. fusca® . 
9 — maculata L: Gemein auf Bergwiesen. 
Blumen stufenweise aus dem Rothen ins 
. Schneeweisse übergehend. 
9 — .latifelio L. Gemein auf Wiesen, 
 £. praecox. Tmerst blühend, Blätter schlaf 
- fast auf der Erde liegend und meistens 
gefleckt. ©. majatis Rchb. Hier und da 
ee "3 voriger, Biwerbach &e. . 
1) — angustifolia Wünm. ei Grab. Hier ud _. 
‚da auf nassen Wiesen, . ‚Könen, ‚Piner- 
hach, Röder. 
m Anacamptis pyramidalis Rich. Diese schöne 
“und seltene Pflanze wächst an mehreren 
Stellen des Bäders "und war im. verflos-. 
genen Sommer besonders häufig. 


12) Gymmadenia conopsea R. Br. Geniein auf 


Bergwiesen. In Grösse sehr veränderlich. 


: 13) Habenaria ulbida ;R. Br. Bis jetzt nur an 


einem hkewachsenen Abhange des Ko- 
u ekelsberges. 

» Platanthera bifolia Rich. Gemein auf Berg 
wiesen, und Meistens erst zu Ende Juni 
"blühend, * nn 


1» —  brachyglossa Wallr. Meistens schon im 


_ Mai ‘blühend, ‚ Grösser und robuster als 
: vorige; Achre länger und. gedrungener. 


& 


oo 


2 


Obere, Kelchabtheilungen stumpflich und 
meistens zusammengeneigt; Lippe breiter 
und hellgrün. An schattigen Bergstellen, 
oberhalh Igel und hierher Oik. 


:16) Aceras antkropophora R. Br. Nicht selten, 


q 


doch erscheint die Pflanze manches Jahr 
sparsam. Siwenischer Höfe, oberhalb 
Igel, im Röder, &e,. 


ım Himantoglossum viride Rehb. Auf einer Wiese 


v 


bei Tarforst, und im vorigen Sommer, 


welcher‘ sehr günstig für die Orchideen 
E » war, auch an. den Siwenischer Höfen. . 
18) = 


hireinum Spr. Nicht selten Zewener. 
Wald, oberhalb Igel, Sinzischer-Busch &e. 


19 Ophrys myodes Jacg. Gemein auf Bergheile 


der Kalkformation. 


2) . apifera Sın. Eine ansgedeichnele schöne 


rs 


Pflanze ; die meistens erst zu. Ende Jwi 


 blühet. Die. etwas bauchige, ‚seidenhaa- 


rige.Lippe ist schmäler als an der. ihr 


‚ Ähnlichen 0. Arachnites. , aber.die Zeich- 


nung der Lippe ist bei‘ apifera nicht 


50. auffallend als an jener. Die. :obern 


Kelchabtheilungen Sind weiss oder röth- 
lich und: fast immer zurückgeschlagen.” 

Von allen Verwandten unterscheidet: sie 
sich auf den ersten" Blick „dass der Mit- 


- tellappe der Lippe mit- dem spitzen, grü- 


nen Anhärigsel „nach innen gebogen ist, 


©. u 





8» 


‘80 dass. dieser Theil genatt das "ahgernn- . 


dete. Hintertheil einer. Biene. vorstellt: 
dieses ist so auffallend, dass., hat- man die 
Pflanze:nur einmal im lebenden Zustande ° 
j .. beobachtet, man dieselbe nie. mehr. ver- 
‚ wechselü wird. Was diese Art noch .aus- 
serdem von 0. Arachnites unterscheidet 
sind: die. heiden Höcker, welche an den’ 
. Seitenlippen , wie die haarigen Füsse einer 
Biene Anliegen, und durch einen Ein- _ 
schnitt: getrennt sind, indem. diese bei 0, 
Arachnites wie aus der Lippe. herausge- 
trieben sind. Ich habe obige Pflanze vorigen 
Sommer zum erstenmal: genau beobachtöt 
und fand, dass alle. meine Exemplare 
“im. Herbarium aus Baden und der Schweitz,. 
-.theils zu folgender, aher. zum grössern 
Theil zu. der formenreichen 0. Arachni- 
"tes gehörten. _ 
Die 0; apifera erschien. vorigen Som- 
er an mehreren Orten um Trier; beson- 
ders schön fand ich selbe zu Anfang Juli 
"an einer: Schlacht rechts von der Achner- 
Strasse, wo.der bunte Sandstein den Ueher- _ 
gang zum: Kalk macht. - . 
u) Orchis araneifera ‚Sm: Diese’ Pflanze. habe 
‚ich vorigen Sommer ebenfalls zum ersten: 
mal lebend beobachtet. Sie‘ ist ausge- 
., eichnet durch die: zugerundete, höcker- 


x 


S nn 


og: 


lose zit wenig: Zeichnung versehene Lippe, 
welche horizontal nach aussen gebogen ist, 


” Die oberen Kejchabtheilungen sind immer 


- nach Vorne gekrümmt, welches an der ge- 


» trockneten Pflanze bleibt. Stengel armbla. 


mig; Blätter stumpf... Selten an den $i- 
'wenischer Höfen. 


98) Ophrys Arachmites Reichard. Koch. syn. Diese 


. sehöne Pflanze wächst hierin grosser Menge 


auf Bergheiden- und in Wäldern, die sam- 
imetartige, fast herabkängende Lippe ist mit 
den verschiedenartigsten. Zeichnungen ge- 
schmückt; die 2 Höcker sind bei dieser Art 
‘am deutlichsten und aus der Lippe heraus- 


getrieben; das, nach ‚aussen aufwärts ge-' 


krümmte grüne Anhängsel ist meistens breit, 


B ganzrandig- stumpf oder: ‚gleich - 3zähnig, 


"Die oberen Kelchabiheilungen. sind verschie- 
denfarbig und im Iebenden Zustande immer 


aufrecht abstehend. 0. fuciflora, Rehb. 


ß- grandiflora : Blüthenlippe. kinger, brei- 
ter und weniger behaart, das. grüne An- 
hängsel ist länger, meistens $zähnig wit 
:bedentend hervortretendem spitzen Mittel- 
zahhe.: 0. Arachnites: Bchb: Hier und da 
unter der vorigen. 


23) Herminium Monorchis :R. Br. ‚ Siwenischer | 


Höfe, hierher Ach &e. = 


24) Neoitia Nidus avis Rich. In Laubwällern, 


A 4 - “ j a2 
25) Listera oviata R. Br. Börgwiesen, 
26) Cephalanthera pallens Rich. Nicht selten an et- 


was feychten Bergstellen der ‚Kalkformation. 


n— ensifolia Rich. Ehendaselbst. aher eswag u 


. „seltener. i . 
39 — - rubra Rich. "Sehr selten i im Eurener-Wald. 


29) Epipuctis atro-rubens Moffn. Im Ralinger, 


Röder 1837. 


. 3) — "atifolia Sw. Nicht, selten in Bergwäldern. . 


j 

| 
- 
| 

| 

2 

| 
In 
| 


£. viridiflora ‚Hoffin. Igeler-Waldim Röder. 


:5D,— Palustris Sw. . Nicht selten auf etwas 


feuchten Waldwiesen. 


:,32) Limodorum:. abortivum Sw. Diese wirklich 


prachtvolle Pflanze mit ihren- grossen vio- 
leiten Blumen findet sich - ‚einzeln an meh- 
reren Stellen des Ralinger Röders. 

33) Cypripedium Calceolus L.. Bei- Birresbarn und 
im Salmer- Walde. 


u Ankündigung von Pflanzensammlungen. 





wi 


Dendrotheea Exotico- Bohemica, Fasc. V. 
Inhalt: Taxodium distichum Rchb. Myrica 
Gale L; ‚Salix phylicifolia L., austriaca Host, mo- 
nandra. £. androgyna Cmirabilis Host) babylonica ß. 
annularis” H. Bleagnus- orientalis L’ Daphne pon- 
fiea L. Syringa Jossikaea Jacg. Jasminum fruti- 


48 


cans L. Azalea speciosa W., coceinen Ait. Men- 
ziesia polifolia Sm. Andromeda rosmarinifol Pursh. 
Halesia tetraptera L. Lonicera dimorpha Tau. Pe- 
riclymenum £. serotinum Ait. Viburnum dentatum 
L. Oxycoccos Pursh., Sambucus nigra y. monstrosa 
Cand. Ribes urceolatum Tau. Cydonia sinensis 
Cand., japonica Pers, Pyrus (Amelanchier) Neu- 
manniana Tau., arbutifolia L., pygmaea Neumann, 
hybrida Sn., spuria Cand., americana Cand. Mes- 
pilus (Cotoneaster), mierophylia Lindl. Spiraea si- 
birica H. Armeniaca sibirica Pers. Prunus pumila 
L. Robinia sophoraefolia Lodd., hispida y. macr®- 
phylla Cand. Caragana sophoraefolia Tau. Genista 
multibracteata Tau. Cytisus polycephalus Tau., au- 
striacus 8. angustifolius Tau. Wisteria frutescens 
Cand. Ceanothus Milleri Tau. Acer rubrum £ pal- 
lidum Tau. Aesculus glabra W., rubescens Tau. 
Berberis aristata Cand. heterophylla Juss. Meni- 
spermum canadense L. Magnolia discolor Vent. 
Paeonia Moutan Sims, Clermatis florida Thunb. Vior-, 
na L. Der Preis dieses Faszikels ist 5 fl. €. M. 
Von deu früheren 4 Faszikeln oder Lieferungen, 
welche 380 Arten enthalten, und die bereits in der 
Flora namentlich aufgeführt wurden, sind sehr voll- 
ständige Exemplare vorräthig, und zusammen für 28fl. 
C. M. zu haben. Ferner sind vorräthig: 


Dendrötheca Bohemica 2 Lieferungen sammt Suple- 
menten, enthaltend 224 Arten & 19 fl. €. M. 

Agrostotheca Bohemica von 256 Arten ü 18 fl. C. M: 

Herbarium Florae Bohem. universale von 2050 Ar- 
ten a 140 fl. €. M. 

Plautae selectae Florae Boh. 8 Fasz. 30 C. M. 


Collectio Hieraciorum Salicumque Sudetorum von 
60 Arten ü 8 fl. 


Prof. J. F. Tausch, 
Prag, Viehmarkt Nro. 500. 


49 
Beiblätter 1838. II. Nro. 4 


Martii Herbarium Florae Brasiliensis. 
Continuatis. 


m 


216. Lisianthus acutangulus Mart. perennis; 


caule erecto subsimplici acnte tetragono-alato; foliis 


linearibus obtusiusculis arrectis; panicula terminali 


pauciflora, bracteis ovato-lanceolatis, calycis foliolis 
ovatıs obtusis membranaceo-marginatis, corollae lo- 
bis acutiusculis. Affinis L. angustifolio Mart. Nov. 
Gen. II. p. 99. t. 178., cui calyx acutus. Crescit in 
udis campestribus prope Cujabä. Floret Sept. Oreas. 

217. Diplusodon ovatus Pohl Pl. ined. Bras. I. 
P. 86. t. 69. D.C. Prodr. III. p. 94. d. no. 22. — 
Crescit in campis cujabensibus. Floret Sept. Oreas. 

218. Doliocarpus pubens Mart. scandens; fo- 
liis oblongis acuminatis, antice remote et subrepando- 
Serratis, serraturis appressis mucronulatis, basi acu- 
tis, subtus villoso-pubentihus, venis parallelis, venulis 
reticulatis; floribus lateraliter aggregatis numerosis; 
Pedunculis calycibusque pubentibus. — Crescit in 
sepibus et inter arbusta Cujabae. Floret Junio. 
Oreas, Najas? 

219. Davila lacunosa Mart. scandens; caule 
robusto, ramis asperulis; foliis coriaceis hirsutulo- 
asperis, ovatis vel ovato-oblongis utrinque rotundatis 
aut subcordatis apiceque emarginatis, petiolo decur- 
renti-alato, venis parallelis, venulis subparallelis 


arcte reticulatis; paniculis compositis terminalibus, 
Bd ı. 4 


; 


n 


“oe 


‘rhachi, ' pednnculis, pedicellis, bracteis'; oblongis vel 
oboyatis ealycibusque pubenti-hirtulis. . Petala fava. 
Crescit . passim in montibus Prov.- Minarum , locis 


apricis, et in Mörro do Ernesto, prope Cujabi. Flo- 


‘rei Majo. "Oreas, 


280: "Cassia (Prososperma) welntina ‚Vogel . 


Synops. ‚Gen. Cassıa pP 24 "No. AT. Linnaea, Vol, 


xXf. p- 670. In definitionem recipiendum: Stipulis“ 


magnis, (foliorum. dimidiam magnitudinem aequan- 
übus), dimidiato- ovatis acutis; leguminibus ferru- 
gine ö-lomentosis. Glandulae inter juga "nonnulla 
 interdum “deficiunt. Crescit in Morro‘ do- Ernesto, 
prope ‚Cuijabä., Junio Tructificat. Planta : annua Oreas. 
° © 921." Mimösa 'Mansii "Matt, (Eumimosä. D.C. 
” fohis‘ ünjjügis) anıma ; ; eaule deeumbente‘ ramosissi- 





mo, sursum strigillosß "aculeis stipuläribus pätenti- 
Bus ; foliis unijugis, folislis multijügis, pinnis lineari- 
lanceolatis acutis, basi’ suhdirmidiato-cordatis, margi- 
natis, sipra glahris; sübtas, petiolis peduneulisque 
‘ quamı folia "brevioribus Str gulosis; - capitulis globo- 
sis: lomentis linearibüs‘ Acutis, articulis 3° —4 levi- 
bus, replo’ sttig öso-aculeoläto, : In humidis argillosis 
ad Cujabä: "Fehruario foret:' "Manso, Oreas? 
. - Nonnullas Mimosas , quae in Brasilia "Malicia 
de mülker “audiunt; hic ‚Päucis deseribere. haud abs 
ve esse videtur. * ee 

‘(1.) Mimosa &anthödenira Matt. „ perexnis; "au 
libus erectis strictinsculis‘ strigosis; aculeis stipula- 
zibus patentibus; Kollis’ “unljugis,, ‚ foliolis multi- 
(20 — 28) insie, pinnis | ‚linearibus acutis basi Sub“ 





3 


Br) 


si. 


‚dimidiato-cordatis, supra‘ glabris, subtus, ‚petiolis pe . 


“ dunculisgue quam folia brevioribus strigulösis; ca= 
“pitulis subgeminis’ globosis; lomentis "linearibus 


acutis, "articulis 3 —5- levibus- sulquadratis,  replo. 
aculeolis Havidis rectis. — Crescit in dümetis et: 
agris Provinciae: Piawhiensis. : Maja‘ floret: Afinis 


M. polycarpae Kunth, sed foliolis Iongioribus stri- 


.‚gulosis et leguminibus ,. guae omnino ‚glahra sunt 


replique  setas pauciores . exhibent, diversa. . Ha- 
madryas. ., 

(2). Mimosa Prrdibunda wand, Spec, pl. Iv. 2, 
pP. 10328, no. 104 suffruticosa ; ‚caulibus e glandula 
pilosis hirsutisve et puberulis,, tandem glabrescenti. 
bus; aculeis süipularibus patentibus; foliis inferiori- 
bus subdigitato - pinnatis (quadrifoliolatis), superiori- 
bus, unijugis; foliolis multijugis, pinnis lineari- 
lanceolatis acutiusculis ‚basi subdimidiato - cordatis, _ 
supra glabris , ‚subtus , petiolis peduncnlisque quam , 
folia duplo breyisribus strigulosis; capitulis gemi- 
zus elliptieis; lomentis Iinearibus acutis, articulis 

3-4 levibus suborbiceularibus , replo aculeis tenui- 
bus flexuosis füscis. —Pröpe Soteropolin i in sampis 
et inter sepes. Dryas. == 

6) Mimosa Endymionis Mart. pereinis ; eau- , 
libus ramisque patentibus. glabris, aculeis Sparsis et 
stipuläribus uncinäto'- -patentibus ; foliis inferioribus 
subdigitato - pinnatis (quadrifoliolatis) , superioribus 
wijugis; foliolis petiolos aequantibus mälti-(9-- 10-)' 
jugis, pinnis oblique linearibus "acnlis mätgine rha- 
chibusque setulosis, petiolis pedumenlisguie guam 

B « 4 + 


52 


“folia brevigribus glabris; capitulis geminis glohoso- 
elliptieis; — leguminibus + —.. Folia unguem ad. 
pollicem longa, quam in: antecedente duplo fere bre. 
viora, praesertim subtus. pube tenui sub lente ad. 


spersa, tandem gläbrescentia. —— Crescit in interio- _- 


zibus regionibus Prov. Bahiensis ad Malhada. Sep- 
tembri floret, , Hamadryas, 


(4.) Mimosa filipes Mart, annua, tenella, glabra 
inermis; caule ramisque patulis angulatis; Toliis uni- 
jugis, foliolis 4—5-jugis quam petioli Allformes 
äuplo brevioribus, pinnis anpusto-obovatis sunsatisve 
apice. rolundalis, pedunculis quam petioli brerioribus 
subgeminis axillaribus vel in racemum laxum dispo- 
sitis; "eapitulis 'globosis, Ilomentis linearibus acu- 
tis, artieulis 7—8 subquadratis. — Corolla albida, 
dentibus viridnlis. Staminarosea. Ürescit in dämpis 
„mimosö“ dictis ad Serra’ Bratca in Prov. Piauhiensi 

superiore, Majo florens: Hamadryas. jr 


a 


6) Mirmosa aurivillus Mart. Fruticulosa zi iner-. © 
mis, tota dense et lorıge ferrugineo-Hoccoso-scabrins- 
enla, pilis i in folüis stellatis,. in reliquis partibus su- 
'Inlatis er inferne piligeris; foliis bipinnatis bijugis,, 
‚foliolis 6— 8-jugis; pinnis. oblongis obiusis. vel 
elliptieis ; pediumeulis. solitariis axillaribus, : folia su- 
peranlibaus;. capitulis elliptieis,, staminibus , albis- 65. 
‚lomenti linearis_articulis A=8. Pulcherrima ‚Spe-, 
cies .crescit,in gltis montibus ad. urbem. Ouro- preto,, 
in Serra do Caraga, inter Capad et Pires. a „alibi. 
 Pror. Minarum, Floret, Martio, Oreas: 


nr 





(6) Mimosa hypöglauce. Mar Fruticosa, iner« 


mis, ramulosa; ramulis hovellis ferruginco-hirsutis ; 
folis unijugis, foliölis petiolo .multe: longioribus 
multi (30-) jugis, pinnis lineari- lanceolatis subdimi- 


diatis acutis, marginatis, paroe, seinloso- „ciliatis, 


subtus _glaueis; _ petiolis., ‚Fhaghibusgue , strigulosis; 


‚pedunenlis solitarüs axillarihus, vel serminali-gorym- 
globosis;. 10- 





bosis, , ferrugineo hirsutiaz capitu 
mento lineari, subsinuato, aguto, articulis 3—4 re+ 
ploque ferrugineo-hirtig. — Frutex. 34 -pedalis, 


Calyx albus, profunde geinquefidus, setis, pallidis, 


Corolla . basi alba, limbo,. in. Jacinias,, triangulares 
seeto- ‚violascente. Filamenta, alba. Antherae ‚Nigro> 









violaceae.. „ Creseit „in: deserte Proy, Minaram inter 


praedium Bananal. et-vicum Formigas ;..eH. ‚alibi, et 
prope, Caitete, , in Proy. Bahiensis mediterzaneis, Flo-. 


ret Julio; Oreas, Hamadryas. Junier dense albo= 





fulyescenti- et nitide-tomentosa. . - 
‘(7.) Mimosa calocephala Mart, fraticosa, inenmisz ; 


ramis strietinseulis’asperis sursum dense albo-ferru-: 


s 


gineo-tomentosis; folüis.. unjugis petiolo -multo Ion- _ 


gioribus , -foliolis multi-{25-) jugis;' pinnis lineari- 
lanceslatis vel subfalcatis inaeguilateris acutiusculis,” 


utrinque glaucis, marginatis, glabris, in margine 


setulosis; petiolis et‘ rhachibus villosis; pedunculis, 


axillaribus solitarlis vek terminalibus subcorymbosis 


albo- ferrugineo.- tomentösisz capitulis 'globesis, — 


Frutex.erectus, tripedalis. Bracteae obovatae, fuscae, 
extus longe barbatae.- Capitula magnituline Gerasi, 
qua "praöcedentis speciei duplo  majora.  Ealyx 


8 


» . 
Taciniis! lingaxi-lanceolatis,. pilosis.-..Corolla alba, Iimb} 
laciniis. ‚atsopurpureis.  Filamenta.4 et styli pallide 
zosea ‚vel, alba; .. Antherae flayae. — Greseit cum 
praccedente; cnz valde es, ; 


a Ze 


(6) Mimosa dolens Vell: Flor. FlumXI. 1.34. 
suffrutieösä; caule pilis $landuliferis: hirsuto-aspero, 
acnleis spärsis Patenti-rectis; stipulis lineari - lariceo- 
‚ Iatis 'eiliatis; foliis unijugis‘ petiolo 2-—5plo longiori- 
Bus, foliolis multi- (10 — 12-)"jugis ; pinnis 'oblique 
 sblongis apice obiusiusculo mucronulatis, parce hirtu- 
ks aut glabtis, in margine incrassato setulosis, 
petiolis passim aculeatis rhächique subtus glanduloso- 
hirtis; pedimeulis, geminis‘ “axillaribus aut terminali- 
, racemosis, 'gıiam petioli brevioribus ;  capitulis‘ globosis, 


bracteis setoso:ciliatis. — Cresciti in "campis, ad’ sepes, 


prope Rio‘ 'do‘ Peize et ad praedium Corrego do Pin- 
heiro, Piov,. "Minarum austrahs , nee non in Prov; 
‚ Mumimensi. Februario floret. ° "Tri-sexpedalis, Rami 
erech Flores rosei. Oreas; Diyas 





Sietiupenkie mie sionplieibus: hi jrtis, aculeis sparsis;, 


stipulis linearj-Ianceolatis. ‚eiliatis; foliis ‘unijugis, 
 foliolis. petiolo, multo Jlongioribus,: multi- (20 — 25-) 
Jugis,. pinnis \ oblique lanceokatis subfalcatis. acutis, 
mucronulatis,. in. margine-Iincrassato- subtus- 
ie passim setulosis; petiolis, rhachi pedunculisque 
geminjs terminali-racemosis ‚hirtis; 'capitulis globosis, 
' brasteis setoso-eiliatis, - Crescit in campis editis 
' Ser. Frio, Proy.Minarum, --Floret Junio, Oreas. . 


Ei 





| 


u 55. 
(10.) ' Mimosa  hirsutissima Mart, perenhis, iner- 
mis, dänse longeque hirsuta;-foliis unijugis , foliolis 
multi - (15 — 20-) jugis quam petioli gquintupla longio- 
ribus, pinnis ohlique lineari-oklongis obtnsis'z stipulis 


- Iineari-lanceolatis ciliatis; pedumonlis axillaribus sub- 


solitarlis quam folia brevioribus; capitulis ellipticis, 
hracteis Iinearihus membranaceis „ longe - ciliatis. — 
Crescit im campis ad Taubate, ‚Prov. 5: Pauli Floret 
Decembri.. Oreas, . 


(11.) "Mimosa ‚metieulasa Matt, heihacen, iner« 
. mis; canlibus strietiusculis,: pilis simplicibus hirtis et 


pubentibus, stipulis subulatis eiliatis; folis unijugis, 


folialis petiolo multo longiörihus malti.(18.— 20-) = 


jugis, pinnis oblique- oblönge- laticeolatis -cuspidula 


tis, In margine Incrassato subtusque setulosis ;_ 


petiolis, rhachi peduneulisgue solitariis terminalibus 
subcorymbosis hirtis et pubentibus ; capitulis.globo- 
‘sis, braeteis setoso-eilialis. "Crescit in Prov. Mina- 
rum campis, ad sepes. :Oreas, 


M. möticulosa, insidiösa; hirsutissima- :et: dolens: 


sibi invicem: valde afines,.. Peliolus prioris bäsiimter- 


dum cum ramonovello &x ipsius ala produzeto coalescit.. 


(12.) Mimosa modesta . Mart. pubens; radice 
tlongata". perenni, caulibus procumbentibus itermi- 
bus, stipulis triangularibus‘;; folis unijugis, foliolis 


petiolo brewioribus, 4— 5jugis, pinnis- glaucis -Jato- 


oyalis, obevalis aut oblongis inäequilateris in-mar- 
gineincerassato passimque setulosis, pubentibus; 
peduncnlis subgeminis alaribus aut terminali-race- 


mosis folia superantibus; capitulis globosis; lomentt 


Hamadıyas. 


56 
Knearis 'obtusi cano-tomenfäsi artieulis Sahguadratis 
centro acute tuherenlatis aut aculeatis, -replo inerni, 
Radix ‚perennis, lignosa, ‚perpendicularis, saepe pe- 
dalis,  Giüles ex eadem radice plures pracumbentes 


in terram, 2 ——2- pedales, pilis’sursum directis pu- 


bentes;. teretes, virides. Pinnae valde sensibiles, 


glaueae, 3—8 lin. longae. Stipulae ovatae, acutae. 


Peduncuk elongati, 2 — 4-poll., ieretes, pubentes, Ca- 
‘lyx hrevissimus, albus. Corolla tuho alba‘, laciniis 
limbi obtusiusculis pürpurascentibus vel/in margine 
antica viridibus. Filamenta’ Ionga, rosea. Aniherae 
Havae. _Lömentum 3-—-.arlieulatum, 'articulis me- 
dio tuberenlato-echinatis, pollicare. Semina ovata, 
Kompressa, Crescit.ad. fluvium. $, Francisci prope 
Joazeiro, in Prov, Bahiensi, laeis arenosis humidis 
vei inundatis Mlegadisno) Apnili: loret; a 1 Äruelificat, 





a 


':(13.) Mimose ursina 2 Mart. herbacen, gilis Ion-" 


gis e glandula ortis hirsuta; aeuleis infrastipularibus 
appröximatis reeuryalis :binis fernisve;-stipulis'suhu- 
Iatis eiliatis ; Toliis unijugis, foliolis petiolerum Ion- 
gitudine, 4 4— 5-jugis,;, Piunis obligue evalis..obova- 
usve acatiusculis, supra gläbris subtus‘ dense hirsu- 
tis, peduneulis axillaribus. foliorum longitudine; ca- 
pitulis” glöbosis ; lomenti linearis subsihualti. arti- 
‚culis ‚subquadratis pubentibus centroque: echinatis. 
- „Crescit inter dumeta locis siccis , teinpore plwie 
"inundatis, ad Arrayäl da Feira de $. Anna in me- 


ditegrauieis Prov. Bahiensis,. Februarig,; Martio floret. 


‚Hamedryas, 





.# 

. (14) Mimosa-honösta Mart. fruticulosa, ramu- 
lis strictis longe villosis, inermis; 'stipulis lanceola- 
tis, petiolis peduncnlisque villosis, : follis unijugis; 
foliolis petiolas ‚paullo superantibus (qmädrijugis, pin: - 
nis inaequilateris ovatis, obovatis vel ovato-orbiculas 
ribus, acutiusculis, in.margine incrassato sein- - 
losis passimque hirsutis, tri-quadrinervüis; capitulis 
ovato-globosis in peduncenlis folia -vix superantibus 
axillaribus,, braeteis dense villösis., ‚Früticulus pro- 
stratus, 2——3 pedalis. Flores. roseivel 'violacei, 


In altis prope Villa do Rio de Contas-in inediterra- 


neis Prov. Bahiensis:"Floret Sept. Octohri. Oreas. 

(15.) Mimosa Tixosa -Mart.-Srutieosa, aculeis 
sparsis, hirsnta et pubens; stipulis. Iineäribus lia- 
Us; foliis unijugis , "folielis bijugis -petiolum. subaek 
quantibus, pinnis inaequilateris oblongis vel obora- 
tis euspidulatıs, (interiöre paris inferioris multo mi 
nore. elliptico), in margine setosisz"pedunculis ge- 
"minis foliis brevieribus, ‚axillaribus- vel:in racennummn 


' terminalem dispositis; capitulis subglobösis. Creseit 


prope $. Joa6 d’El Rey et: alibi i in Provi‘Minarum 


inter arbusta 'et sepes in campis. Pinmas majores 


epoll: Iongae, minimäe 8 In... Haec species verae' 
M. sensitivae, quam Ehrelius depinxit apud- Trew; 
1..95., prae allis affinis. est;  (Breynfi icon t.. 16. a 
Willd, ad. _sensitivam. dncta, huc nor perlinet, sed 
M, vivas Vell, (SupraNro. 173) adscribenda videtur) 


 Floret Martio. Oreas: . ’ 


{16,) 'Mimosa ‚Jervida Mart, herbacez, parce 


hirsuta et aculeata; stipulis lanceolatis-longe ciliatis; 


58 


"Yolis ‚unijugis, Foliolis bijugig. petiolo. breviorihus, 


pinnis inaequilateris oblongis, obovatis vel subdimi- 
diato.-rhombeis ,, (interiore. paris - inferioris minima. 
orbiculari aenta).supra glahris, suhtus parc& kirsutis, 
margine setosis; peduncnlis „geminis folio breviori- 
bus axillaribus-vel in racemum. terminalem. dispo- 
sitis; capitulis subglohasis, — Piunae maximae. polli- 
cem et quod excedit Jongae, minima 2 lineas. Flo- 


-zes rosei, . In sepibus provinciae Minarum, 'Oreas. 


(17.) Mimose malitiosa Maärt. suffruticosa , acı 


leis parvis sparsis retrorsis, hirta et pubens; stipulis 


lanceolatis..ciliatis; foliis unijugis, foliolis bijugis, 
petiolum, subaegüantibus, pimis subdimidiato-ovatis 


"lanceolatis vel’acuminatis, (interiore paris inferioris 


minima,ovalg-geumipata),; superne. glabriusenlis, mar: 
gine, adpzesso-seinlosis;- ‚Bedunculis _geminis ternis- . 

gue terminali-raeßniosis ; ‚eapitulis globosis. Pinnae 
majgres tripallicares, minimae trilineares, In 'sepibus 


. gamporum.Prov; Mirias Geraös, Martio. floret.! Oreas, 


.. 428.) IMimosa litigiosa_ Matt, suffruticosa;| acn- 
leis sparsis ‚reirorsis, stipulis Jancenlatis ciliatis;- fo- 
dis :unijugisy® folielis bijugis, _ petiolum :subae: - 
gquantibus,--pinnis subdimidiatis' Jamceolatis  vel 
ovato - lanceolatis äcufis; (interiore . paris.- inferio- 
ais- minima‘ ’oyaia. acuminata),  süperne glahris, 
‚margine adpresso-setulasis, . pedunculis solitariis ‚ge 
minisve axillaribus quam..folia: brevioribus aut ier- 
ıninali-ratemosis ; capitulis globosis; Iomente Iineari 
acuto ubique dense setis stramineis,.. Afinis 
habitu M. vivae et malitiosae,- ab utraque- praeser- 


” 5 
. x 


». . B 








.- er} 


tim aculeis setisque pallidis- distinguenda. Flores 
rosei aut tandem albi.  Crescit in sepibus ad So» 
teropolin; ;prope Parä et prope Ega.in. Brov.. ‚Rio 
Negro, ‚Decembri floret. Faga, . . 
222. Muriria. (Monriria :Aubl, Potaloma. Sw. ). 
elliptica Mart, glaberrima; foliis brevissime petiola-: 
tis ellipticis (i, e, oblongis niringuerotundatis) breviter 
mucronulatis,  penninerviis;; panieulis axillaribus. 
paucifloris internodia subaegquantibus. Crescit prope 
Cujahd.... Decembri floret, Najas? . -, 
225 Cassia cordistipula Mart. (Chamaecrista) 
caule procumbente, sursum "yillesulo; folis:5 — 6 = 
jugis, foliolis: Iineari - oblengis_ subfalcatis. obtusis, 
margine. ei subtus petiolisque: pilosulis, stipulis. c07- : 


_ dalis acuminatis membranaceis ciliatis, glandıla cus 


pulari stipitata infra foliola;, pedunculis. axillaribus 
quam ‚folia brevioribus hracteolatis; leguminibus 
linearibus acutis villosis, -Crescit in inundatis et pa- _ 
Indosis prope ‚Cujabd. , Majo- floret..— - Aflinis ex. 


diagnosi ‚Vogelii - (Synops, Cassiae generis m 60) 


C vestitae. ; Vog. (No. 219.) . 
22%. ‚Lippia altenuate Mast. caule tetragono” 


 suffrutieoso:, ‚strigilloso;..foliis lato-Janceolatis vel 
oblongis in petiolos cuneato -attenuatis, antice sSer- 


ratis,. postice integerrimis,: supra_ hirsuto - asperis, 


'subtus villoso-tomentosis subincanis; spicis cylin-. 
drieis in pedunculis alaribus, vel terminalikus di- 


chotomo-paniculatis, bracteis obovato-rhombeis acu- 


is 'dorso hirsufo - incanis,'. Crescit prope Cujabä. 


Majo floret,- .Oreas. —— Pulchram plantam .e familia: 
Verbenacearum heic loci paueis desoribere Kubet: 


ES 


80 


Düranta Fischer? "Matt, inermis; foliis oblongo-Ian- 
Seolatis acuminatis basi attenuatis integerrimis aut 
anticeleviter repando- „crenatis, glabris, nitidis; ra-. 


cemis axillaribus; calycibus albidis plicato-pentagonis, 


‘dorolläe Tobis undulatis, duobus superioribus paullo 
katioribus, capsula obovato- -globosa vertice acuta, 


Corolla pallide Iilacina. 'Semina einerea. Crescit in 
sylvis 'aboriginibus Provine. Sebastianopolitanae. , 
Plantam vivam horto 'Monacensi communicaverat ” 


ill. Fischer, horto Imp. Petropolitani praefectus, 
225, 'Rubus jemälcensis L. Sloane Jam, 1. 213. 

& 1. Frucius nigri ednles, Sebastianopoli mense 

Aug. et Sept. maturant, Faga, 2 i 


"526. Mala male Cav, Diss. t«: 20. £2, ‚mala, " 


St. Hl. FL.Bras.. merid; I. p.215. Crescit in aprieis, 
"ad vias, locis herbidis. sicciuseulis per magnam par- 
„tem Brasiliae tropieae. F "age. Haec specimina prope 
Sebastianopolin lccta sunt Augusto, 

‘227. Hyptis spitata Poit. Ann, Mus; VII. p. 
Ahr te 28. $ 2. 'Locis‘ aprieis herbosis pröpe Seba- 
stianopolin, Söteropolin, Maragnanum , ‚ec non in 
mediterraneis, | Floret Aug. Sept. Waga. 

228. Baccharis dracunculi ifolia Foem. D.C. Prodr. 
.V. p. Azı. ‘No. 165, (aullo ‚charactere"; ‚obstante). 


Crescit in campis apricis, in sylvarum cäeduarum 


margine, Prope Sehastiänopulin, Floret Sept, Oethr, 
MP: es0 j 
.229. Eleocharis muteta, R. Br. Kurth. Cyperogr. 


. Pr. 154: — Stylus trifidus, nec biidus: Nees. — Crescit 


Am nliginosis ad Sebaslianopalin et albi. F age 











E31 


230. Cyperus mundulus Kunth Cyperogr. p,74. 
Var. ß, incomtus Nees ab Es. in litt, radiolis in speciem 
capitali magnitudine pomi minoris congestis, ‚spiculis 
reenryis aut subnutantibus 18 — 24 -floris, involucri 
4— 5-phylli foliis ternis longioribus. _Cyperus 
mundulus  Kunth a Ü, marginello Nees ab Es, 
differt inprimis 'spiculis ‚angustioribus earumque 
squamis emarginatis. Crescit. prope Sebastianopolin 
locis udis, umbrosis.” ‚Dryas. 
231. ‚Baccharis senieula Matt. Foemina (4 
Oblongifolia D. C. Prodr.) Fruticosa, glabra, ramu-. 
- lis erecls fastiglatis angulatis ; Tolis breiter petio- 
latis subtus punctatis, angusto-oblongis vel chovato- 
Aanceolatis obinsiuscnlis cum muerone, basi acutius- _ 
eulis; corymbis-paucifloris terminalibus, authadiis (9) 
ovato-cylindrieis, pappo molli denso ochroleuco co- 
rollas superante. Crescit in ‚ampis siceis altis prope 
- Jacobinam Novam et ‚inter fluvios Peruaguagu | “et 
Rio de 'Contas in Prov. Bahiensi, ‚et in Serra 
d’Estrella. Martio, April floret, Dryas. Forsan huc 
trahenda:, Chrysocoma. ‚singularis‘ vell. Fl. Bra n 
VL tr. he 2 
emnR32. Psychotria Ieloparpa "Cha. Schlecht. Fruo- 
e üfera, . Planta nostra inter utramque. formam; quam 
cl. auctores in Linriaea IV. p. 22. deseripserunt 
ambigit....In sylvis'Caa-poera., Fructif, Apr. Dryas, 
„233, Ruellie aculangula Nees: ‚caule erecto 
herbaceo;; acute tetragono-Toliisque ovalis aculis. longe 
peliolatis integerrimisque hirsutis; peduneulis axilla- 
ribus.folii longitudine, "bifidis; -bracteolis: Calycisque 


62 


acinlis linearibus obtusis, glandnloso-hirtis , coralla 


 Infundibuliformi pubescente (kermesina) pollicari, 


N. inlitt, Crescit in 'humo locortum umhbrosorum syl- 
vaticorum, In Serra de Estrella et alibi in Prov. Seba- 
"stianopolitana; Frutex parvus. Aprilifloret. Dryas, 

2354. Cuphea plumbaginea Mart. perennis, valde 
ramosa; canlibus ramisque strigosis, ramis ramulis- 


que präeterea ville albo crispo pubeque glanduli- . 


“. Tera ‚sparsa; folıis laneeolatis utrinque acutis scabris 
setuloso-ciliatis ; racemis ierminalibus, foliis Sorali- 
bus bracieolisqgue sursum‘ -deliquescentibus ; calyce 


‚basi) parum gibbo, in nervis setuloso et parce pi-- 


loso, 2— 3 Iineaslongo, ovarıo 3—5-spermo, Crescit 
in udis saxis umbrosis sylvarım ©. 8. ad :cataractas 
Huvii Doce dieti, i in Proy, Espiritu Santo et Sebastiano- 
politäria. Dryas. Cupheae' species, quarum plurimas 
. cd. Ang. de Si. Hilaire-in Flora bras. meridion. II. 
p- 95—120.- deseripsit, cum anctoris speeiminibus 
“ conferendae sunt, nam e definitionibus dificillime 
eruunturs 


RT Eid „ Campelia Bouchzana Schult. BL.- :in Röm. 
chn GR Syst. Veg. VIE2. p. 1180. No. 2. Filamenta . 


glabra‘, quae in Campelia "Zanonia: Rich.- medio 
villosa dieuntur.  Connectienlum antherarım - lato- 
bierure, loenlos: subglobosos' ferens. ' Crescit in 
sylvis aboriginibus, locis möntanis umbrosis- udius- 
culis, prope 'Sebastianepolin -et alibi in Prov.: Seba- 
Stianopolitana, ad Ri6 Doce rel. Fl.Apr. Dryas. 
236. Solanum'tabaeifolium Vell, Flor. Flum:II. 


t. 89. Äffine’ S, verbascifolio L. et 8. auriculato 


E3 


Rn 


E . 63 


Lam. A priori distinguitur foliis älaribus stipulae- 
formibus; a posteriori, alia ut taceam); hisce: -foliis - 
oblongis, majoribus, Cortex fruticis vel'parvae ars 
boris virescens, uti folia. tomento :pulrerulento al- 
bido adspersus. Calyx quinguefidüs... Corolla quin: 
quefida, Iaciniis lanceolatis patentibus, violacea, vel 
violaceo-coerulescens. _ Antherae breves, inclusag; 
aequales. Bacca. globosa. — Frulz do Lobo. Bra- 
siliensibus. Creseit prope Sebastianopoliu, ubi Ju: 
nio' et Julio floret, 'nee non in ‚Prov. Minarum ad 
$. Joannis Reg. oppidum et?ad Öuro. ‚preto, bi 
Februario et Junio flotens. Dryds, Oreas. — Inter 
numerosissimas,‘ quas Brasiliae alit, ‘Solani- species 
nonnüllae- occurrunt feliis stipulaeformibus ‚donatae; . 
Harum e'iribu est alia species nondüm descripta: 
S. megalöchiton Mart.  caule : ramisque‘  erebris 
dense et subochraceo stellato-tomentosis; foliis ova- 


 fis acuminalis basi subeordat6 inaegualibus subtns 


praesertim in nervo vehisque prominentibus stellato- 
tomentosis, supra velutino-villösis; pedunculis sim- 
plicibus nutantibus ex alis 'superiorum ‚foliorym, 
eymoso-cohgestis ; calyce magno membranaceo 
semiquinquelido, sub: bacca globosa exerescentez, 
corolla calycis longitndine - ‚exfus villosa, coerulea, 
laciniis iriangularibus aculis. Forsan huc pertinet 
$: perianthomega Vell; FI. Flum. Il. t>138., quod. 
tamen eaule depingiiur deorsum Ionge hirto £t fleribus 
solitariis. C#..quogue äffie S. eladoirichum Vell in 
Röm.: Script, hus. p. 86. - Erescit in sylvis ad Seha- 


stianopolin. Floret Nov. "Dryas. 


olim, quo nomine celfat. eam D. C. sub Vernonia ' 


64 


237. Cryptocarya (?) Iaevis Nees ab Es, foliis 


ovali-oblongis in acumen .breve obtüsumque pro. 
ductis, glabris, eomcoloribus, subtus dense reticnlatis; 
panieulis subterminalibus fastigiatis patentibus folia 
subaequantibus,.glabris, multifloxis; tubo perianthii 
delapso limbo aperto, Nees in litt. Crescit in 'syl- 
vis.Caa-poera diclis ad Sebastianop, FI, Jun. Dryas, 


238. Fernonia serieea Rich. D.C, Prodr. V, 


p. 46. No. ı79, (Vermonia imponens Mart, herb, 


Pöppigiana lc. p. 55. No. 228.) Cresrit in editio- 


‚zibus prope Sebastianopolin, in Serra de Estrella, in 


sylvis ad Padre Correa et alibi, Yoga. Floret Ju- 
lio, Aug - 

239. Davila Radula Mart. caule scandente 
asperulo; foliis,‚oblorigis. obiusiusculis basi breviter 
acutis vel ellipiieis, subsinuate - dentatis, dentibus 


brevihus mucronulatis, supra hirto-asperis, subtus - 


in nervo venisque hirkulisz ihyrsis terminalibus, pe- 


duneulis, pedicellis calycibusque asperis. — Petala 


Nava. Cum D. rugosa conferenda. Crescit in sepi- 
bus. mont. Prov.- Sebastianopolitanae, Floret Junio 


„Dryos. 


2404 Ipomoea Felloziana Mart. volubilis ‚pur 
benti-villosa .subincana ; foliis longe petiolatis ovatis 


 acuminalis cum euspide, basi cordatis vel rotunda- 


tis integerrimis aut subrepando-dentieulatis; pedun- 


: eulis folia superantibus, eymis confertifloris subbifi- 


dis, bracteis lanteolatis, sepalis inaequalibus, iri- 
bus. exterioribus latioribus obovato - oblongis acntis. 








PER 


65 
Cönvolvulus bifidus Vell, Fi: Flum. IT. t, 58. (non 
‚ Vahl;) Crescit in sepibus möntium, solo argilloso, per 
Proy. Schastianopolitangm. Floret Api. Sept. Dryas. 
Hamadryas? 

241; Hebänihe holosericen Mart; caule glabres- 
vente, azillis barbatıs, ramis sutsum appresso-villö- 
sis, juhioribus subochraceis, Crescit is Präernptis 
viaram, ad sylvas cdeduas, locis calidis prope öe- 
bastianopolin. Floret Sept. Dryas: 

242. Bionie rigide Benth. (Diss. in Äunal. .ü. 
‘Wiener Museum, Il: p. 380: No, 5:) Biorliae genns, ä iile 
indicatum, pertisiet ad Phaseoleatum subiribiins üüar- 
tarh, quam Dioclearıtn domihe cl, Benth: in egregia 
‚dissertatione laudata itaconstitnit:. Ovariiim pluriorü- 
Iatum, Inflorestentia nodoso-racermosa: Vexillum sae- 
'pius biappendieulatumi. Stänien vexillare inia basi h- 
herum, dein saepissinid cum veieris tontiexütin. > 
Stylus non induratns. Bioria legumine stipitato 
gaudet, Bionia rigida: Fruticosa, Slabrajfoliolis tii- 
bus ovato - Janceolaiis "breviter acuminatis mücko- 
hulalis, basi rotundatis vix cordatis; iimmarginatis; 
täcemis falie brevieribus versus apicem racerhiferis 
Benth. 1: &; Crescit_in ‚sylvis Caapoes ini. Mözite 
Morro de Villa Rica Prov. Miiiirum, it: Morr& do, 
Gavia pröpe Sebastianopolin; ei in Serro Frio pröpe 

“ Tejuco. ‚Oreas. 

345: Cesirum subpülverulentum Mair: raranlis 
anice subferrugineo- tomentoso - pulverulehtis; foliis 
lanceolatis acaminatis, basi rotuhdatis; subtus pilis 
Stellais parce pulvertilentis; floribüis axiHaribüs fas- : 


e 


Beiblätt. x; Flora. 1838; Bd, H: 5 


ciculatis- aut terminalibus racemosis; hracteis subu- 
latis calyces breviter et lato - triangulari- dentatos 
'subaequantibus; corollis calyces sextuplo superanti- 
bus, filamentis edentulis glabris supra tubi dirnidium 
insertis. Praesertim afline: C. laevigato Cham. Schl,, 
quod foliis latioribus et calycibus frumcatis differt, 


‚conglomerato Ruiz. et Pav., quod axillis pluriflo. - 


ris, foliis latioribus et versus basin acntis differt, _ 
Creseit in sylvis Prov. Sebastianopolitanae. Dryas. 
Species Gestri alia valde memorabilis heicloci breviter 
describenda &st: Cestrum Pseudo - Ouin« Mart. in 
Plant, Brasil, mediein. ined. .c. ic.: glabrum; foliis 
membranaceis ovatis obfusiusculis auf acutis, basi 


acutis; pedunculis apice articulatis, axillaribus aut in 


‚racemos 4--8-floros terminales congestis, calycis qzuam 
.corolla sextuplo hrevioris dentibus corollaeque gra- 
. eilis lacinüs 'acntis; filamentis edentulis glabris, Ion- 
gitudine tab. Est planta. medicinalis febrifuga 
“ cortice amarissimo pellens, guae iu Proy. Rio Grande 


do Sul Quina da terra dieitur ei pro vero ‚corlice. 


 peruviano adhibetur.. 

244. Bignonia comosa Cham, Schl. in Lin- 
naea VIE p. 693., quae. B. irifoliata Vell. Fler. 
Flum. VI. t. 16. Crescit in sylvis tam caeduis quam 

“ aboriginibus Pror. Sebastianopolitanae: Floret Au- 
‚gusto, Dryas. ! j 

"245. Cyperus —— Crescitprope Sebastianopoliu; 


Definitionen ill. Nees ab Esenbeck, qui'Cyperaceas 


brasilieuses propria dissertatione digerit, postea dabit, 
‚246, Solanum Vellozianum Dun. — Röm, Schult- 


* 








67 


3 


"Syst, Veg. IV. p. 608. A nonnullis- Botanophilis 
.brasiliensibus Solanum Pseudo - Quina S. Hil, ‚falso 


dieitur. Incolis Brago de Preguiga audit, i e. bra- 


 chium animalis Brachypodis ob similitudinem cymae;. 


aliis Fumo bravo i,. e, Nitotiaha spuria; Planta .me- 


"diemalis diuretica, antifebrilis. Floret Septembri ; in 


sylvis montanis prope Sebastiänopolin , in Serra de 


Estrellä et alibi: . 


247. Cupdnia oblongifolia Mart.: foliis quin- 


que-sexjugis, foliolis oblongis vel ellipticis, apice ro- . 


tumdatis, bası achtinsculis, integertimis, glabris, sub- 
corlaceis ; racemis panienlatis (rectius' paniculis cy- 
muligeris, peduneulis abbreviatis) foliaexcedentibus; 
pedicellis;, bracteolis länceolätis calyceque petala ae- 
quante pubenti-tomentosis (petalis obovatis 'basi Ii- 
gulaque: biloba hirsutis. ciliatis).. Creseit prope Cu- 


'jabä; Floret Septembri.. Oreas. ‘ Fructus ignotus. 


Observatio. Cupaniae gets a Sapindo differt 
solummodo fructu, qui est capsularis (oblongus vel. 
obcerdatus vel obovatus, glaber aut tomentosus, mern- 


"branaceus et tandem coriaceus aut primum subbac- 
‘ calus postea coriaceus, aboriu carpidiorum interdum, 


unilobus aut bilobus), deorsum plus minus laculieido- 
valvatus. Semen erectum arillo cingitur plerumque 


"albo farinaceo - earnoso cupulari-hemisphaerico aut 


lobato. In Sapindo e contrario carpidia baccantja 

sunt et a se invicem (quasi seplicido-) disereia et 

soluta. Arillus parvulas, orbicularis (e. g. in Sapindo 

emarginato Roxb.) circa hilum‘ cernitur aut tvanes- 

eit, Cupaniae, species. aline habent petala Jongitu- 
B * 5* 


a 


8 


"dine calycem superantia, quas quiderh Sapindifo- 
ras dixerim, aliae corollam calyce vix longiorem, 
“Ligula in plerisque adest biloba, hirsuta aut bar- 
"bata, in aliis simplex aut leviter bidentata, nunc pe- 
tala excedens nune illis brevior, Cupaniae genus 
‚synonymia multifaria excellit, huc enim, hi a dl. 
‚Cambessedesio factum est, referri debent: Fouarana 
- et Sapindi species Aubl,, — Trigonis Jacg, — Cu- 
'pania, Molinaea et Trigonis Juss., - Gelogium Gaerin,, 
.* "Pet. Thouars (non Roxb. )— Guioa Cav.— Stadmannia: 
| "Lam, — Blighia Kon, — ‚Akeesia Tussac., — Bonan- 
'nia Rafin., — TinaRoem. Schult,, — Cupania, Blighia, 
‚Tina, ‚Stadrkannia, Raiönie, Sapindi species de : 
Cand., — Dimerezu et Cupania Labill, — Tina et 
- "Mischocarpus Blume. . 
“  Brasilieuses ‚species praster Hilarianas adducen-- 
das habeo, quae sequatitur. : . 
'$. 1. Calyce petala acynante, ur 
(1.) Cupania micrantha Marts‘ (infra No. 274.) 
Folüs tri-quadtijugis, rhachi antice subulata, foholis | 
distanti- -alternis ovatis vel ovato-oblongis acuminalis 
- acntis, basi aculis inaequilateris, subtus tennissime 
et parce pilosulis; petiolis, pedunenlis calyeibusgue 
‘=  subcanescefti-pubentibus; panienlis terminalibus am- 





plis laxis; capsula trigono - subglobösa extus rugosa . 
glahra (primum pürpurascente).— Creseit prope Cu 
jahä, ad fluvium Tapajoz prope Santarem, ad Barra 
2 Rio Negro, in sylvis ad Huvium Japurd, et prope- 
Pard, per vastam igitur regionem däiffusa, Oreas (%), 

. Najas, Floret April prope Para, Sept, prope Cujabd 





[ 


ESEL 20° B Ps 











5 


ek Santareın, Desesptionem adjicio in ipsis. "Iocis 
conscriptam, : 
Arbor 8—16-pedalis, vamis teretibus cortice 

“ castaneo laevigato tenui. Petioli: sabteretes, antice 
petiohnlorum basi deeurrente subalati. F oliola ohlongo- 

danceolatä vel.ovato - oblonga, basi ‚obliqua obtusa, 
primum.membranacea, dein coriacea. Paniculae. ter- 

zinales, et axillares, Bracteae minutissimae, Calyx 

eupularis, „dentibus quingque, obtusiusculis, Yiridis. 

‚Petala quingue minute, erecto -patentia, viridi- Hlaves- 
‚«sentia; orbicularia, eiljata, intns ‚ligula, bifida tomen- 
‚tosa - alba erecta ipsis petalis majore aucta, ‚Stam. 8, 

ja disco aurantiaco plano margine albo-villoso, Fi- 
lamenta erecia, exserta, bası incrassatä villosa,, alba, 
"Antherae globosae, flavae; Oyarium in, Horihug ste- 

uilikus. minutum, ovatum; tenniter pubescens, Stylus 
vix ullas. Sigma. apex styli tenuior. puhens, 3 suber 
margimatus. Capsula, subtrigone - globosa,, ‚exius ru. 
gosa, purpurascens, glahra; trilocularis, trivalvis, val- 
vulis. naedio septiferis,  Semina, solitaria in recepta; 
“culis. varnasis. semiorbienlaribus centralihns sessilia, 
sylindraceo-oblonga, nitide atra, ultra medium arillo » 
carnoso. ochrolenco subguingnedentate, dente ‚extimg 
produttiors, "acuto, involuta; 

.. 42) ‚Gupania. heterophylia Mart. rhachi « antice- 
subalate,, foljis quadri-guinguejugis, foliolis ‚suboppo+ 
sitis, ovalis acuminalis, acktis au; obfusis, vel ellip- 
ticis,,. Iulegerrimis aut serenlatis, serraturis remolis 
ineumbentibus, glabris, (reticulato.- venasis), gemma- 
rum ‚perulis zamplisque novellis aureo- tomentosis; 


70 

spieis subterminalibus quam folia brevioribus; caly- , 
cis foliolis ovatis acutis glahris, petalorum squamä 
biloba hirsuta, 

Affnis praesertim C. pänieulaise St. Hil. Fın- 
tex 8-pedalis. Foliola 1-—ı4 poll. longa, laete viridia, 
Horum forma, praeeipue vero petalis parvis cd» 
Jycem vix excedentihus, convenit cum praecedente 
C. mierantha, Sapindus juglandifolius St, Hil, cu- _ 
5 jus fructus latet, florum structnra guoque conrenit, 
Pittombeira haee arbusenla ab incolis ejusque fruc- 
tus (arilli ?2) edules mihi dieebantur. Crescit in altis 
planitiebus et in montibus in interioribus Provinciae 
Bahjensis; inter Sincorä et Tages, Floret Sept: Octohrn, 
Oreas. 

(8) Cupania emarginata St, Hil, 1. p: 386, 
“ florum forma praecedentibus’ approximatur. Ejus 
"synonyinon est Digonocarpus. inflatus Vell. Fler, 


Flum, IV. t. 14, Crescit haec guogue in ‚campis, a. 


. ad sepes prope Pendamenhangaba i in prov, 5. Pauli 
ubi Decembri florentem observavi, et pröpe ‘Pedra 
@Agoa Prov, Sebastianopolitanae Aprıli florenterh vidit | 
Prince. Maximilianns Vidensis. Arbor 20-pedalis. Foba 
saepe "glancescentia, magnitudine e£ crassitie varia. 
4) Cupania subrepanda Mart, Toliis iri- qua- 
‚drijugis, foliolis elliptieis aut oblongis bası rotunda- 
tis. apiee rotundatis auf acufis vel rärius acuminatis, 
subtus inter veras parallele - excurrentes relieulato- 


“ı venulosis subsinnato-leviter dentatis in nervo venis- 


que supra, subtus quoque in venulis molliter - pu- 
bentibus; petiolis, peduneulis, pedicellis calyeibusgue 


Bau 


‚7 


sahfülvo “velutinis; panicula terminali ampla, folia 


superante,' 


Creseit in sylvis ad Nogueira, pagum in Prov. 
Rio Negro, Floret Noyembri,' Deeimbri, Frnctus 


ignotus, Najas, 2 


(5.) Cupania castaneaefolla Mart, infra No,489. ) 
zamulis ultimis rhachibusque foliorum levissime puben- 
tbus folielis gquadri-quinque-jugis sursum majoribus, 
oblongis velelliptieis, antice rptundatis, basi obtusa ple-: 
ruinque inaequilateris, grosse et obtuse dentatis, subtus 
canescentibus; neryo, venis parallelis venulisque reticu- 
latis' subtiliter pubentibus,,’ supra nitidis glabris ; pa- 
niculis pyramidalibus terminalibus; rhackibus ‚ Pedun-- 
culis, bracteis ealyeibusgue tomentosulo - -puhentibns, 


capsulis fulvo-sericeo - villosis, Crescit in montibus‘ 


prope Cujabä (in: Serra a Cima), Octobri floret, Ar- j 
bor Oreas: Praesertim- afinis est Cupaniae clethrodi, ° 
sed-foliis multo. Tatioribus, ufrinque rotundatis, evi- 
dentius retieulatis inter venas latius distantes, sub- 
tus Incanis, floribüs Paulo minoribus differt, Forsan 


. huc trahenda est icon Trigonacarpi racemoösi_ Velly 


Fl. Flum, IV, i, 15.5; omnium 'certe, 'quas exami- 
navi, Cupaniarum hiie iconi, analysin partium . 


‚ Joralium plane ‚deformeni exhibenti, est simillima. 


"62. Petala calycem. plus minus excedentia, = 
6): Cupania füloa Mart. foliis quadri - gquin- 


quejugis; foliolis elliplieis aut oblongis ulrinque 20- 


tundatis "apice suhemarginatis integerrimis. aut re- 


' pands-subserrulatis, coriaceis, supra glahris, subtus 


relieulatis et villoso-iomentosis; ; racgmis (eymuligeria j 


5 . IE ag 





72 


spiciformibus) panionlatis, folia aequantibus; Nlorihus, 
petiolis, pedunenlis capsulisgue obcordatis trilobis, 
fulvo- velutinis, Arbusenla, Crescit in campis arbusto 
sparsa Taboleiro diete consitis, in alta planitie inter 
Barreiras et Fanado, oppidum princeps Minarum No- 
varım, NFloret et fructificat Julio, Augusio. Oreas, 
Hamadryas?, 

{2}. Cupania subalbens Mart. (infra Wo, 264) 
foliis guadri-guinguejugis, foliolis ovato -lanceolatis, 
oyatisye acutis Integerrimis, subtus dense pubentibng 
albicantibus; racemis (eymuligeris spicifarmibus) ter- 
minalibus folia superantibus; ealyee puhente, petalo- _ 
rum ligula dense barbata, 

. ‚Frutex. Flores polygami, pauci fertiles, albi, 
Sepala avato-oblonga, acntinsenla, pubentia." Petala 
lanceolata, ligula. dense barbata ipsis longipre aucta, 
Stamima 8. Filamenta. villosa, Antherae lineari- ob. 
longae, in latere longitudinaliter. birimosae. Ovarium, 
saepe aboriiens, villesum, Eruetus ignotus. Cres- 
eit-in montosis „Serra a Gmat prope Cujahg, Ostobri 
Hloret.. Oreas. - - : 

..: (&):. Cupanıa lethrodes Mart, foliis ‚ quinque: 
sezjugis, foliplis linesri-ohlongis, apice rotundatis,. 
versus basiu attenyatis obtuse dentatis, supra glabris, 
subtus in venis parallelo - exenrrentibus venulisque 
reticulatis pubentibus;. racemis (eymuligeris. spieae- 
_ Formibus) paniculatis terminalibus; petiolis, rhachi, 
pedicellis.ealyeibusque subfulvo - pubentibus. i 
ja eampis editioribus. Taboleiro consitis versus 
fluvinm -$, Francisei in Prov. Minarum. deserto, 














.. 73 


Augusta Aaret, " Arbor. Alni’farie, Flores ol. Be “ 
madryas. — . 

(9) Cupania. Frutesoens Mart. audice“ subsim« 
‚pliei; foliis, quinque-sexjugis, foliolis ovatis acumina- 
lis vel oblonigis glabris‘ nitidis coriaceis; radernis (pa+ 
nieulis cymuligeris) subterminalibüs amplis; ‚petalis 
spathulato -lanceolatis iniius, albo-villosis, eligulatis, 
‚(in ungue tenul incrassato "glahris); capsula dblonigo- 
triloba, primum baccata, glabrä (purpurassente). — 
Hane plantam cum Sapinde' frutescente Aubl, ‘ER 
Gujan. I, p.:355, t. 138.-De Cand. prodr. 1:p.60$. 
‚No. ‚a synonyram 'judico ;.‚attamen. arilli' ımientie 
apud Anublesiium non &t, ‚gui;omnino ita comparatus 
"est, qualem ‚Tussacius. in C. afrisana sive Akeesia 
sua depinzit, . Convenitpraesertiti" cum! Akeesia 5 
Blighia ratiene fructus. et defectu Iigulae, ...... 

Schediulae. in laco natali constziptae de has plante 
habent, äuae kequunfü :Arbuschla ‚decem..ad vis 
ginti pedes .alia, subsithplex;- :habitu grate; :Cortex ' 
Öinereo-fuscns, 3 in superiore parte verrneulis albis. Ver« 
sus apicem 'Suhtetragsnus -caulis.: Eolia ‚sparsa.: Pa- 
nieulge elongatae ierminales, saepe aggregatae. ' Per 
dunaulus communis. compressa«teres.. Calyx penta- . 

phylkus, foliolis avato-rotundatis, margine tenuioribus. 
-Coralla_pentapetäla, Petala lanceolata, acuta, 'erecia 
imbzieato,- subcontorta, puhentia, alba, infra discum 
carnosum 'palliduni supra extavatum, margine angu- 
laturg;, staminiferum, sessilia. .Stamina 8, fllamentis 
filiformibus pubentibus, :antheris linearibus. Ovarium 
‘in plusibus. sterile intra discum. ‚Stylus, his aullus. 


74 

Stigmmata tria breria, teretia, erecta, flavida, Capsula 
trilocnlaris, elliptica, toecinea, primum earmosula, in 
peduneu]i vertige tunc liguoso diseiformi, pollicem 
alta, —. Creseit in regione amazonica prope Para, 
alihi in Prov, Bio Negro st Paraänsi, Sept foren. 

j tem; Majo frnctiicantemn observari. 

(10.) Cupania macropkylia Mart. (No,483. inf) 
folüis: teijugis, rhachi teretinscnla, foliolis (pedalibus) 
.lanceolatis ant Enear!' wobleng gis breviter ‚acuminatis_ 
basi acntis glabris; panicula ter minali maxima glabra; 
forihus' subsessilibns, calyeis.. (quam petala. duplo 
brevioris) semiquinquelobi lobis. ciliatis; petalorum 
‚ Spätentium} Hgula erecla.Janceolata dense alho -bar- 
. Sata, petala aegnanie; staminibus glabris, Arbuscula 
inlerne. subsimplex; superne Ppanciramosä, altitudine - 
humana, Feolia hujus ‚generis maxima, tres pedes 
“ et quod excedit longa;'ereetg - patentia. -Peliolus spi- 
thamacus et. rhachis teretiusculi, Foliola oblique oppo- 
sita: Im petiolulis : 35-=.5.lineas Jongis 'valde in-. 
 crassalis, lineart-oblonga. vel lanceolafa, - .bäsi brevi- 
ter acuta, apice in acumen acutum &-pollicare abrupte 
aculata, membranaceo = coriacea, 'laevigata; glahra, 
nitide viridia,. Neryvas- ‚utringue-. ‚promitiens,. supra 
aculiusenlas, infra obtüsus. Venae subparallelo-decur- 
rentes intra: marginem -arcuato-combinatae. Panicula 
 terminalis, amplissima, sesgquipedem alta;; ‚pyramida- 

lis, Rhachig primaria:et secundariae tereiinsculae et 
sulcalse, passim :pube tenui: adspersäe. Pedunculi 
Slabreskentes, angulati, flores in glomerulos‘ ‚sübsessi- 
des. 'conferios ferunt numerosos -polygamos: (dioicos 2) 





s 


JENE 
BEE FEEENEREREEERNGEE” 





R 








. 7% 


tres» quatuor Jin, altos, "Pedicelli brevissimi uti ca- 
lyx pilis surrectis: minimis adspersi, Bracteae mi- 
nimae triangulares, Calyx breviter campanulatus, se- 
miquinguelobus, Lobi imbricati erecti, temniter 
ciati... Petala e4lineas alta, oblanceolata‘, obtusa, 
glabra, alba, patentia, fere e basi emittentia ligulam 
lanceolato -triangnlarem ipsorum longitudine, apiee . 
bidentatam, densissime obductam villo surrecto pilo- 


“rum alborum. Diseus garnosus, flavescens „ orbieu- 
Jaris, guinquelobus; lobis tum petalis, quae sinubus 


inserüntur, alternantibis, 'eöricayus, medio. continens 
stamina delo,  Stamina quam corölla: paullo bre- 
‚yiora, ira longiora reliquis quingue, Filamenta Ali- 
formia, glabra, apiee Attenmata, Antherae ovatae, basi- 
sübcordatae, brevissime mucronulatae, Ovarium \ cäs- 
sumoyatum, pilosum, astylum, Crescitin sylvis um- 
brösis Bröpe' $;:Pedro‘ d’Alcantara in Proy. Bahiens, 
Floret Deebri.. Haec species ad „generis &visionem 
-Blighiam pertinere videtur. - "> 
(ir) Cupania muläflora Mart, (infraNo-484,) fo- 
-Jis 4-—5-jügis; rhachi teratiuscula, foliölis-oblongis aut 
Jineari-oblongis Acuminatis‘ basi inaegnali subrotun- 
datis, glabris; panienla-terminali maxima glabra, flo- . 
ribus pedicellisque albo-sericeis, calycis quaim petala 
nonnikil’brevioris foliolis: ovatis v. ellipticis, petalis. 
oblongö-lanceolatis ütrinque albo-hirsutis ligula sub- 
triangulari barbato-öiliafe duplo longioribus, flamentis 
hirsulis, * 
= Arbusenla, Floresialbi. Florei Decembri in sh 
is. primaevis ad Ilhees, 


248, "Bryonia Tajuja Vell. Flor, Flum, X, t,89, 
Tnoolis Abobra. do Mato audit in Prov, Sehästiano- 
politana, Radix tuberosa, napiformis, spongiosa, fla- 
vesoens, epidermide sordide fusca, sumitur in pul- 
verem redacta, parva dosi, pro ’emetico_et majore, 
pro drastica.'Aprili :Horei, 'Crescit in sylvis, sar. 
meniosa ,. saape altissimas per ‚arbores: scandit, — 
Haec species eadem esse videtnr- cum Bryonia, cor- 
‚datifolia Godey (in.opere periedico qyod inscribitur 
Patriota IL, 3. p.71., cujus zmentianein'guogne fegitill, 
A. Lx Patrieio da Silva; Manso, egregius Florae bra- 
‚siliensis. perscrutator, in dissertatione; Enumsracao 
„das substancias.brazileiras, que -podem Promover' a 
eatarze;memoriä corgada, pela J. Arademia de Me- 
‚dieina do Rio de. Janeiro; -Rio-i 836. p. 34: No, 77): 
‚nomine  Tayuld, Tayuid.de pimenta, Abobrinhe, 
‚Hase plauta verosimiliter adducenda ad iconem Marc- 
gravi uzhist., „Plaxit,. hras. p. 27. (editionis »046) 
rodi stylo exhibitam. ‚Est. "antisyphilitica,.. ; 
222249: “Polygenum' acre Runth; in Humb; Bonpl. . 
&. Nov. Gen: e£ Spen. IL’ p..179 Meisen;. Monogr. 
Gen, Polyg,.pı 77: No; 67: Species polyniorpha, fo- 
Hörum: forma. ‚6b, pubesgontia ,, spicarum. Jongitudine, 
werearum: ‚selis- Ibrevioribus  vel- ‚Jongioribus allis- 
jüg mofis: valde varlan,, cäjus. ‚era. forsan';Yärielas 
graeikar est: Polygonum ‚anlihzegierrhaidäle -Märt. 
Reise. Il, p::550. (26,) Plant.medic. ‚ Brasil. ;med, icon. 
‚Herba erecta aut declinata et radicans. Canlis. zu: 
ben, Elozes..glbo - zosei,' ‚Stamina 8 ‚inaegnalia, 


Eon 


Antherae rosege. Stylus 'apice trifidus, ‚süigmmalibüs 


' 77 


s 


subbilobis, Adhibatur haee species, incolis Erva do 


‚Bicho dieta, ad depurandum mel sacchari, Medica- 


men vero präebet ejus decoctum eximium in dola- 


ribus arthritieis et haemorrhoidalibus atque in febribus ' 
-.intermittentibus, quae Febre da Sessao vel Febre de . 


Macaco dictae versus temporis pluvü finem, ü e, 
*“ 


‚Martio et Aprili mensibus, ingruunt, Plerumgne ad 


dlysteres refrigerantes in usum vocalır. Ceteruni 


hand inutile erit notare, ‚plantam Aguara-quiya 5 


Erva do Bicho Pisonis (Bras, p. 108, edit. 1648) cum 
icone, ad aliam stirpem, seilicet Selani, speciem, Te. 
ferendam esse, 


250. Cyperus — Crescit i in sylvis locis udis ad y 


Sebastidnepolin. ECfr: supra 245. 

251, Solanum.-ciliatum Lam. Il, No. 2360. Dun. 
Sel..pı 221., quod idem ae ciliare Willd. Enum, 
Hort, Ber, In Europae horlis planta saepe annua 
est. "In Brasilia sistit herbam decumbentem bipeda- 


lem, -qualem depinxit Nell. Fl, Flüm. IR t 132, n0- 


mine S, sinualtfolii. — Aflinia sunt prae alüüsı 1.8. 


s 


arrebenta Vell., quod folia gerit angulata solum, nee _ 


‚sinhata; 2. 8. aculeatissimum Jacg.; 3. 8. alropurpu- 


.reuim Liuk, ‚4, S;: Balbisii Dun, (quod Brasiliensibus, 


Ju& audit et baecas edules largitur, species nimia’ 
synonymiä emusta; 'est.enim: $. viscosum D. C,, 
viscidum Schweig., braneaefolium Jacg., deeurrens 
Balb.). — Crescit S. .ciliatum in monte Corcovado 
prope Sebastianapolin, -ubi Aug, floret et fructifieat, 
Prope Ilheos. Julio flöret, Dryas. ' — 

‚252. Solanum panieulatum L; Hoc est vera 


BR: 


78 


herba Jurepeba priar Pison. Bras. p 84 ©. Icone si. 
astra, Maregr. p. 89. c, icone eadem (edit. 1648.) 
Nariat foliis subiitegerrimis, quae. forma depitißitur », 
in Vell. Flor. Flum. Il. t. 124. nomine $, Jubeba, 
quod significat „bacca mollis* a verbis Jud bacca s, 
fruetus Solani in specie et beba s. peba mollis, 
‚Crescit in montium locis aprieis prope Sebästiano- 
polin, prope Cabö Frio & alibi in Brasilia orientali, 
‚Floret Decembri; Dryas. i 
255. Solanıım subscandens Vell. Fior. Flum. 
It. ‚128. Cröscit in iontibus apricis, prope Seha- | 
"stianopolin ini solo argilloso. Floret a Decembri in 
. Nartium. Dryas: . . 
254. Solanum (?) eapsicoides Mart. herbacenm; 
caule ramisque divaricatis epidermide alutaceo-pallida 
solubili, zamnlis cano-pubentibus; foliis ovato - lan. 
ceolatis lanceolatisve acuminatis, interdum geminis, 
‘minere ovato obtuss, basi acutinsculis, subtus pu- 
benti-mollibus, supra pilis stellatis sessilibus parce . 
‚adspersis; pedunculis filiformibus solitariis aut ge- 
minis, frucliferis deflexis, calyce quinquefido, lacinis 
:ovatis, baccis subglobosis oligospermis., Habitus Cap- 
sieorum divaricatorum, e g. C. micrödarpi, Flos 
“ mihi ignotus. - Creseit in sylvis. montis Corcovado 
prope Sebastianopolin, fructiferum lectum Martie, 
"255. Solanum persicaefolium Mart. suffrutico- 
“ sum, subscandens, glabrum; caule angulato; folhis _ 
angısto-lanceolatis acuminatis aut lanceolatis, basi 
acutis, integerrimis aut levissime repando - dentatis, 
'..eymis terminalibus; laciniis calycis ovatis, corollis 








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1 











vo 


(coeruleis) semiquinquefidis, patentibüs; antheiis ae- 
“ qualibus, Creseit in sepibus, locis umbrosis; ad S, 


Christoväo prope Sebastianöpölin et pröpe Urbem 
$. Pauli. Floret Dec,, Jan, Dryas, (Sol: lanceola- 
tum, bonariense, havanense, crispum sunt species 
ejusdem tribus.) \ 

256. „Solanuini asterophorum Matt, (Acnleata, 


‚ fruticosa, pube stellata: adspersa; pedunculis opposi- 
‚tifoliis) caule fruticoso pärce aculeato, aculeis recur-. 


vis, uti omnes partes pilis stellatis adpressis parce 
adsperso; foliis petiolatis oblotigo-subrhombeis sub- 
cuneatis, ample repando-dentatis; petiolis et pedicel- 
lis passim aculeatis; corollas guinigitepartitae Jaciniis 
angustis exfus stellafo-tomentosis; cymis exfrafola- 


"ceis subdistichis nufantibus; baccis glebosis.— Flo- 


res albidi; calyeis laeiniae in fructu obtusae, Cres- 


“ dit in praeruplis montium s locis apricis, prope Se- 


bastianopolin, ibi Decembri florens. Ad Lagoa fea 


Sept. Dryas, 
257. Solanum instdiosum Marl. (Aculeata, fru- 


“icosa, pube stellata adspersa, pedunculis termina- 


libus) caule fruticoso ramisque asperulis parce stel-, 


"lata pube, aculeis rectis vel aduncis; folüis oblangis . 


ütrinque subtriangulari -acıttis, ‚repanido = angulatis, 
passim subpanduraeformibus, in petiolos subdecur- _ 
rentibus, pube stellata supra parca, subtus inde. to- 
mentoso -incanis, rhachi aculeata; pedunculo termi- 
nali cymaque bifida, calyce brevi corollaeque laciniis 
lanceolatis extus stellato-hirsutulis; antheris aequali- 


bus. — Flores. flavescentes. Floret mense Januario 


EN) 


in M. Chreovadö, prope Sebästianopelin, Dryas, — 
Afine Solanum »ariabileMart,; quod ita definiendum: 
totum pube stellata stipitata dense incano-vel ochra- 
. .ceo-tomentesum; taule zamisquß, rarius petiolis acu- 
leatis;-foliis oblongo-lanceolätis, oblongis vel ovato- 
“ oblengis ;: ‚acuminatis, basi inaequaliius cordatis_vel 
‚acutluscnlis, subintegerrimis aüt repandis; aut ainuato- 
angulatis;, Iaeinlis acutis integerrimis vel repandis 
‚pedunculo terminali  inermi, cymä taultiflora; lacı- 
mis calyeis ovalis acutis corollaeque semigüingne- 
fidae laciniis extus in medio stellatostomeritösis; ari- - 
theris aequalibüs;. Corolla ultra pollicömi lata, alba, 
‚Iaciniis apice saepe wohaerentibus, Ad hanc speciem . 
mihl, tamgquam forma foliis parum sinuatis, referenda 
‚videtur. 8; repundum ve. Fl. Flum:- I; ı, 123, 
.Crescit. in montibus prope Sebastianopolin ; ibi Juhis 
"Horens, et.pröpe Taubate in Prov: Paulina, Dec, fo- 
rens. Dryas. Huie afine. sechndum descriptionem 
‘8. aculilebum Dun. : . 
oo 258. Solanum eladotrichum Vell, in Vanid. Spes; 
‘ Flor.' Bras: apıd Röm. Seript. Iusit, min..p. 88. 
 -Dunal ed I: p. 256. Creseit props Cabo Fiio et 
aliis locis in Prov. Schastiauapalitaua, Floret Julie; 
‚Pryes: 
259, Solanum Casvurana Vell. Flör. Flum. 
WM, t, ıı2.. Ejusdem speciei varieiätem alteram jarı 
'supra (Na, 167.) nomine $; Bassoviae Dun: tradidimns, 
sed omnibus rite perpexisis stirpem d 5; Bassovia 
diversam et Velloziano nonüne intrödudendani puta’ 
' us, eamgne seguenti mode defmimüs: glabrum ; caule 








si 
fruticöso inerrhi, ramiß pätenitibus, ratinulis teretius- 
culis "subllexuosis (violascentibus) , foliis“ saepe 'ge- 
minis ovatis oblöngisve;' utritique aculis aut äcumi- 
natis‘, ältero iminote saepe rotilidato vel übeordato, 
kübtüs "ad venarukk axillas saepe harbatis$ -cymis _ 
opposilifolüis, Sloribus- Subdistichis, inferiöribüs deci- 
dentibus pedunculum cicatrisantibus , calycis laeiniis 


“bratis albis apice viridibus , coröllae Iacinlis ovatis 
„obtüslusculis erassisz 'antheris aequalibus corolla sty- 


loque duplo - brevioribüs, pedicelis frücliferis sursum 
Incrassatis pentagunis; "baccis 'oväto- -globosis. —— Frir 
tex Sexpedalis,' Fola mägnitudine; “förtma,, - pube, 
consistentia summopere' varlantia, sicca plerumgue 
higritantia, Peduhchli guogue longiihdine" ei vras- 
siie 'varli, deque ac corollä (alba), quae 'sertiper 
erassu. Species per 'magnam parte Brasiliae dif- 
fusa ab Indis in usim iedicuni votata er Can- 
surahe appelläta kömidis industria tacta päriter ac 
alia vegetabilia varios ‚morphoseos ‚gradus induit,: 
ideogus probät, magics "qaodam Tore nostrum ge 


‚nus  plarttas afficere 'atque mutare,  Affine. est 8. 


risk, quod ii insulis autillis pariter, ab ineolis adhi-- 

beiur ejüsgus conterminis (S: Jaevigato; nudo, foe- 
tid6 rel.) quae Schultesis (Syst. Veg. IV. p. 602.) 
Leiodendra ‘äppellantur. = In sylvis‘ ad Coreovado 
mortern prope Sehastianopolin floret Julio, baccas 


maturat Augusto} pfaeterea prope Cabö Frio,“ Iheos = 


alisgite locis in regione Dryadum obsötvavi. 
360. Solanum Faseieulatum Vell. Fior. Flum. ILt, 


106, Prope ‘Macah6 et Cäbo Frio. Julio Horet. Dryas. 


‚Beiblätt, =, Flora 1858. Bd. II. ng 6 


8 


E 261., ‚Solanum inaequale Vell, Flor. Flum. II 
t, 116. ‚ Frutex altitudine 6-8 pedum, Bami laxi, 
cortice Taevi glahro, cinereo, Folia ohlongo- Jlanceo- 

"lata, ovata vel lanceolata,. acula, glabra. Cymae sub- 
oppositifolias, 10—20-floräe; ‚Pedicelli teretes in una 
serie vel in- duabus. Calyx, albens, brevis, "Corolla 
alba, Jaciniis ovato-lanceolatis. utringque attenwatis. 

‚Filamenta viridia brevia, basi subcoalita, Antherae 
paullo curvae, flavae, tres pösticae longiores, Stylus 
eurvaius;. stigmate suhrapitate longitudine anthera- 
rum, Inter virgulia im montibus ad Rio. de Janeiro 
‘ex: Sr. in M.Corcoyado, ad Tijuca, Oct. ‚Nor. Hloret. 
Dryas.. f . 

262, Aspidosperma subincanum Mart, cortice 
solido, . ramis ramulisque patentibus; foliis ‚oblongis 
vel ovato-oblongis, bası atienuatis, apice acutis, ulrin- 
‘que leyiter pubentibus, subtus incanis; . eyinis mul- 

iifleris et petiolis, pedunenlis- pedicellis ealyeibusque 
striguloso-pubentibus. Corollae tubus limbum aequat 

. Iongitudine. Pistillum Tongitudinaliter bipartibile. 

_ Ovarium, pubeus, pilis subulalis. Stigma ellipticum, 
vertice ‚appendice eylindrica . barbulata. -Crescit -in 
montanis ‚Prov, Cujabanae; e..g. in Morro: do Er- 

„nesto, prope Urbem Cojabä. Novembri floret,. Oreas,— 

 Alia species hujus generis est 4. molle: cortice so“ 

‚lido, ramis divaricato -ramulesis, foliis ovatis_brevi- 
‚ter acutatis, ‚bası acntiuseulis, utrinque villoso - pu- 
bentibus; cymis multifloris, pedunculis, pedicellis ca- 
Iyeibusque pubentibus , tub6o corollae quam limbus 
duplo breviore. Creseit in sylvis aestu aphyllis, quas 














8 
Caa- tingas vacant, in mediterraneis Prov, "Bahien- 
sis. — ‚Ab hac specie 4;. pyrifolium (Mart, Nor. 


‚ Gen. I..60:) phrasi distinguitur seguientit cortice so- _ 


ide, ramis divaricate .xamulosis; foliis ovatis brevi- 
ter acuminatis vel lato-ovatis acutiuschlis -utringue , 
glabris reticulato -vennlosis aut margine subailiatiss 
eymis multifloris, pedunculis pedicellis calycibusque 
glabris aut subeiliatis,; tnbo 'corollae quam 'imbus 
duplo breviore, In hoc et in 4. molli limbus qua- 
tuor. fere. lineas. longus. est; inbus corollae .extus 
villosulus, faux barbata, — Tortiam - adjungimus 
speciem, quam infra (No. 485.) edemus, est A. 
Martii-Manso in litt.: cortice solido,"ramis öpposi- 
tis. vel veriicillatis. patentim ramulosis; foliis Iato- 
ovatis aut suborbieulari-ellipticis, basi rotundatis, ob- 
tusis aut breviter acutatis, saepe -complieatis;, supra 
glabriusculis"subtus villosülo-incanis' (venis parallelis 
subferrugineo - tomentosis), ramulisnovellis’et petiolis- 
oymisque - multifloris calyeibusgue incano-- hirtulisz- 


“ tubo corollae velntino Jimbum pilosulum'aequante. 
-Folliculus lignosus, sompressus, obovatus, quam A. 


tomentosi paullo latior et Tongior; nt A. pyrifolit 


“ fructus extus fuscns et verruculis albis irregularibus 


pulverulentis adspersus, intus laevigatus, flavescens.. - 
Semina hracteata, diamelro sesquipollicari. Flores 
yuam in A. subincano imajores, sed pauciores in 
quavis eyma. Crescit in 'Morro do Ernesto, prope 
Cujabä, ubt detexit et mense Augusto florentem le- 
git cl, amicus A. L. Patricio da Silva Manso, 
263, Kühes ‚peniculaia Mart. Nov. Gen. I 
‚6 


B- 


p. 100. h 62. "ructus deseriptioni. addatur? Cap 
sula bene matura fere. pällicem alta, extus Hlaves- 
centi-tomentösa, , Folia junisraiin uträgne facie pu« 
benti-tomentosa. . Distinguitur. @ Ix- villosa Mart, . 
ibid. p. ı01.: foliis, subtus. albieanti-vel flavescenti- 
tomentosis et petiolis duplo longioribus, . Crescit in 
montanjs ad Mariana, in adscensu M, Itamhe & 
alibi in Prov. Minarum, nec; non prope Cujahä, ubi 
haec specimina. Septemhri .mense.legebantur. 

. 264. Cupania subalbens. Mazt. ‚vide supra sub 
. Na 247 (7) + 

265... ‚Ersihrosylon. unguifugum Mari, Holt 
- oblongo-lanceolatis obtuse acuminatis, stipulis"trian- 
gularibus. ‚Iongitudine ‚petiolorum ; ;.. Horibus in 'ramn= 
"ls infra folia aggregatis, bracteis latö-triangularibus; 
pedanculis (florigeris) flores aequantibus; ealyeis den- 

tbus oyato - iriaugularibüs,;  staminibus' stylos snpe- 

rantibus. ‚ Cortex hujus. fruticis est anguifugus, ‚Cres- 
eit propo. Cujabä, in Morro do Ernesto. ubiques Oct, 

. et Nov, floret,. Oreas, — .Foelia densa, herbaceo- i 
coriacea, ‚Aabastra obovata.. ‚„Petala lanceolata, ob- 
tusinseula ; Iincam et ‘quod. excedit longa.  Ligula 
subquadräte,; petioli ad dimidium' pertingens; ‚antice 
bifida, cum appendicula. minima in sinu .divisurae, 

- introrsum iterum ligulata, ligula interiore. ‚Auplo mi- 
nore bifida, lobis ad, margines introrsum. rolatis. 

-Oyarium.. vvatnm, stylis ; tribus .basi coalilis quam 

' oyarium fere duplo brevioribus; stigmatibus depresso- 


capitatis, Stamina pistillum superanl, Fructus cy- 
lindräceo - -conicus, 








2 '85 
:466.- Pulieurea .densiflora Matt, ia Icon, Pant. 
“ Bras. medic, ineditis:' ramulis subferrngineo -tomen-- 
rosis; sipulis connatis rotundatis medio suhulatis, 
 margine setoso-fimbriatis; foliis subsessilibys oblon- 
 gis vel ovato.oblongis, breviter acutatis, bast rotun- 
datis, cöriaceis, rugosis, supra nitidis glabris, subtus 
Haviganti-villoso-iomentosulis; cymis multifloris con- 
Tertis, eymmularum floribus subsessilibus; pedunculis, 
pedioellis, calycibus corollisque extus flavo-velutinis ; ; 
baccıs ovalibus glabris, — Üoto- Cots Bras. in Prov. 
$. Pauli, contra Syphilitiden in usum, ‚vocata. Ofr.: 
Martius Reise I.p. 283. No, 23. Crescit in campis et in 
sylvis Ena-po&s dietis ‘in Prov, S. Pauli ubi Janna- 
rie floret, 'Minarum, : Goyaz et. Cujaba,' ubi Aprili 
floret, Nostra speciminä Oujabae_ et prope 8. Pauli 
urbemi lecta sunt. Oreas, . 

"267,  Heliotropium- helophilum Mart. (ana, cy- 
mis scorpioideis bracteatis) "multiramosum, ‚procums 
bens, . diffusum, striguloso.-pubens; folis‘ angusto«- 
. lanceolatis, aculis, versus’ petiolos breves. longe atte- 
zmalisz "hracteis lanceolatis corcHam glabram 'ae- 
 gnantibus,' talyce tubo corollae paullo longiore, Cres-, 
sit im humidis- humosis, prope Eujabd, ‚Wloret Ser 
tembri. Najas, 

268... Cordia (Gerascanthus Patr. Browns, Cer-. 
“ dana Ruiz. Pav.) velulina Mart. foliis oblongis vel 
gratis acumimatis. integerrimis aut sıbundulato - re--: 
pandis, jumioribus wirinque pilis Stellatis velutino-. 
„tomentosis, adultioribus  supra glabrescentibns eb 
asperis; ‚paniculis terminglibus. amplis, ramıls patulis, 





5 


floribus in ramulis eymoso-confertis; ealycibus sul. 
satis et paniculae ramis stellato* tomentosis incanis, 
corollae glabrae lobis lineari-oblongis, calycem ae. 
quantibus. Flores quam Gerascanthi vulgaris paullo 


minores. — .Crescit in .Morro do Ernesto prope - 


Cnjabä, ibidem fHloret Majo, 

"269. ' Gerascanihus aspera Mart. Sruticosa}; fo- 
Yis ovato - oblongis aut. oblongis acutinsenlis, basi 
obliqua subrotundatis, supra hirto-asperis, subtus in 
venis venulisyue retieulate - prominentibus villosisz 
cymis terminalibus multifloris densis, calycibus sul 
catis, .dentibus 3——5 iriangularibus acutis, peduncn- 
lisque‘, dense iestaceo - villoso -tomentosis; corollae 
extus parce pilosae Jobis suborbicularibus, calyce 
brevioribus. Creseit in mentibus’ Cujabensibus, e, g. 
in Morro do Ernästo, Majo mense florens. Oreas. 

Aflinis C. grandi Cham. et Schlecht in Linn. 
IV. 2. 473. Gerascanthi generis. character prima- 
zius mihi guidem positus videlur in corolla sicces- 
cente et regulariter excrescente. Aestivatio corollae 


est dextrorsum contorta (latere loborum dextro libero,) 


Apud Brasilienses nomen genericum est: Claraiba, 
' Terbam spesiem adjungimus infra (No. 485.) 


"eommunicandam. Est G. exeelsa, Mart, trunco excelso 


(Bo-ped. ); foliis oblongis ve] oyato-oblongis acumina- 
Us, basi subinaequalibus aculis, supra pilis stellatis 
sparsis asperis, subtus incano - tomentosis mollibus; 
‚paniculis terminalibus paiulis eorymbosis, ramis ra- 
mulisque pilis stellatis adspersis; calycibus striatis 
nee sulcatis) pedicellisque pilis stellatis incanis; co“ 


e 
ü 


| 








87 
rollae $labrae lobis Yineari-oblongis, calycem exce-. 
deutibus. Hanc pro c. tomentosa Cham, Schlecht, 
Linn. IV. p. 472. haberem, nisi auctores suam cum 
"Gerascantho Patr. Browne comparavissent, a qua 
ealyce non sulcato evidenter differt, 

Quarta species est: Gerascanthus glabrata Mart, 
folis suborbicularibus, lato-ovatis aut ovato-oblongis, 
obtusiusculis, basi inaeyuali acntis, glabris, vel pas- 
sim subtus- pilis pareis stellatis; thyrsis lato - pyra- 
midalibus, rhachi, peduncnlis, pedicellis et calyeibus 
sulcatis dentibus 4—5 pyramidalibus tomento fusces- 
‘cente, laciniis: corollae glabrae. oblongo-ovatis obtu-= 
.siusgulis talycem superantibus. == Arbor 20-—-30-pe= 
dalis, facie Tiliae, trunco basi diametro spithamaeo. 

. etpedali, super 10 pedum altitudinem in ramos valde 
‚ divisos äbemnte, coma late - ovata. Cortex cinereus, 
Iongitudinaliter zimosus. ‚ Rami ramulique teretes, 
epidermide griseo - »albida nitente, demum longitudi- 
naliter fissa, . Folia phyliotaxi 3 3 &t.4 Petiolus ses 
miteres, superne acute canaliculatus, $—1 poll long; 
Lamina 3—7 poll. longa, 2—4 lata, glabra, supra ni- 
iide viridis, ‚subtus pallidior, venis costaque media " 
albido - viridibys, basi nonnihil decurrens, Flores 
“ante folia, quae ‚aetate aestuosa decidünt, erumpen- 
ies, aliquot illorum superstitibus. in thyrsis ad. spi- 
Ihamam- usque altis. Rhachis angulaip, pedunculi 
et pedicelli, gui ı—2 In, longi sun, tereies, tomento 
fuscescente dense obsiti, Bracteae ei bracteolae hi- 
neares,. tomento ‚simili adspersae , tortäe auf: reciae, 
‚Calyx eylindrieus, semurndlam longus, i in dentes irian« - 


8. 


5 y “ 
“ gnlares ingequales ’4 rariusve 5 sectus, longttudinali. 


ter costis elevatis 8 crassioribus fotidemque alternis ; 


subtiliorihus notatus; uti pedunculi tomentosus. Co. 


volla alba, hypocrateriformis, tubo aeqyali eylindrieo, ' 
limho in lacinias patentes, subtus nervo eleyato per- 


cursas secto.. Stamina änglusa, 5, ex apice tabi, 
filamentis filiformibus, basi paullo erassioribus, an« 
theris lineari-oblongis, erectis, subsagittatis, flaves- 
centibus, Ovarium glebosum, quadriloculare, laru- 
lis, uni-ovulatis. Stylus filiformis, teres, .stamina 
superans, glaber, ‚Stigma quadyiäidum, flavescens, 
eruribus. Iinearibus revolutis,_ Discus carnosus orbi- 
cularis, erassinseulns , ovario ‚subjeetus. — - Crescit 
in (campis altis siccis deserti Prov. Minarum, ver- 
‘sus fuy. S, Francisch, e, & prope. Contendas, . Flo- 
ref Angusio.. Hamadryas. Haec spegies. 'quod ad 
folierum formam aitinet cum Cerdana alliodora Rz. 
. Pav. magis quam reliquae convenit, sed inflorescen- 
ta et florihus,. (gui quam 6. asperae paullo mino- 
‚zes sunt) majoribus differt. _ 

27% Eupatorium Marti (Martiusii) D. c. Prodr, 
VI. p. 269, No. 30. Crescit in campis editis Prov. 
Matta Grosso, e. g. in Morro do Ernesto, Flaret 
Aprili, Oreas, _ 


271. : Eupatoriym psiadiaefolium D.C, Prodr. 


V.p- 144. No. 23... Crescit in altis campıs Prorv. 
"Minarum, Goyazanae et Gujabanae, e. g. in Morra 
‘do Ernesto, Aprili floret, Oreas, ’ 


272. "Lucuma Rivicod Gaertn. Eil. Carpol. IT, 
p: 130. t, 204, „Graines du Bois Rivicoa, du hayte, 


* = 


a a ae urn 





. 


„ 


u 


89 


Tietß,t ==, Bumelia nervosa Vahl, Eclog, I, p. 28, 
wiälld. Sp. pl, I. p, 1087. Pers. Syn, I. p, 237. 
Röm. Schult, $, Veg, IV. p, 495, No, 9. Est porra 
Chrysophyliuns maerophylum Lam. Tableau u, 
p. 44 No. 2474, qui adnotat: semina nen compyessa 
esse et magna (qualia nonnullis pancis herbarlis ad- 
jicienda curavi, cum figura Gaertneri Jaudata op- 
“time convenientia), et Spreng, $, Veg. Ep: 667, 


No.8, Contra Chrysophylium macrophyllum Gaertn, - . 


Fl. Carpol. Pp« 122. 1.202, 8. 1.'ad hang nosiram, plan-; 
tamı ‚absque dubio non pertiniet; Jicet ille Lamarkium 
ciiaverit,. Fructus ‚Eucumae. Rivicoag a Poiretio ill, 


- Carpologo traditus forsan cası cum alio quodam an- 


üllano, quem Chrysophylli mäcrophyli; nomine depin- 
zit, commhutatus est. In herbario- Willdenoviano ea- 
dem nostra. species assarvatur nomine. Achrae glawces: . 
cenlis, adseriplo 'synanymo Bumeliae costataa Lam. 
et B. nervosae Vahl, et: Willd, Sp. PL. Ep. 1087. 
Crescit ad riyum prope Cajabä, in sylvis inundatis 
ad lacum Tefle, ad Parä ‚et alibi in regione amazo- . 
nica, ubi Sept: et Oct, Nloret, Najas. ‚Eruckus edu- 
- Hs, Flores albi. Arbor 20-pedalis, 
‚Sequuntun definitiones Sapotearum onmalleram 
"brasiiensium. _ 

(17 ‚Zucuma gmaphaloclades Mark. zamulis 
novellis, pedunculis,. calycihus foliisque junioribus 
subtus, praesertim im nervo:venisgue, villo rufo fer- 
zugines tectis; foliis ovatis aut ovato-ablongis, brei _ 
viter acuminatis ranlusve rotundalis, marginatis, supra 
nitidjs,subtus venis Approximatis subparallelis.obseure 


90 


Yineatis; pedunculis aggregatis axillaribus: "quam flo. 
zes paullo brevioribus, — Arhor 30- -ped., ramis 
densis, ramulis villosulis plumbeis, Folia’ i—14 poll, 
‚ longa.' Corella viridi-Havescens , bilinearis , lobis ro: 
tundatis, Squamae cum stamimibus alternantes, trian- 
gulares, interdum una alterave auctä, major et lo 
baum corollae' aequansı Stamina inclusa. - Oyarium 
ferrugineo-nitide villosum, pilis sursum directis, ple- 
fumgue -quingueleeulare, Stylus linearis, leviter 


quingnangularis, Stigma obiter quinguedentatum, 


Crescit inter arbusta in montibus prope Sincorä, 


Prov. Bahiensis, Nov, floret, Orens. — „ Lucumas. 


genus mihj quidem a Labatia non nisi ziumiero gui- 
mario, in la’ ‚quaternario, differre videtur. 

{2,) . Labalia Caimito Mart. glabra; foliis obo- 
yato-oblangit, breviter acuminatis, versus basin cu- 
neato-attenuatis, venis Inira marginem- combinatis, 


B 


venulis.relienlatis subeonspicnis; floribus axillaribus® 


Iateralibusque numergsis, subsessilibus; pedunculis 
sepalisqueablongis obfusis medio sericeis; drupis orato- 
‚globosis.glahris. — Est Achras Caimito Rz. Pay. 
Ip. 18. ti 250. (collato "speeimine Rüiziano in 
herb. Willd.) er Lucuma Caimito Böim..Schult. S. 
V, IV, p. 701. Spreng. S, V. I, p.'667s  Örescit in 
hortis urbis Parä et: alibi in .Prorv: ; 'Paraönsi: et Rio 
Negro, ubi Abi aut Abiu audit. m 

(3). Labalia retieulats. Mart. glabra; Foliis 


obovata-Janceolatis vellanceölatis, ‚obtusiusculis, vor 


-. 548. basin "euneato.- attenuatis, venis'intra: märginem 
Gnpliedto-combinatis venulisque | Jatioribus yetienlatis 











pallidioribus distinctis; floribus axillaribus laterali- 
busque glomeratis ve} sparsis subsessilibus, pedun- 
culis sepalisque ovatis obtusis serigeis; drupis’ glo- 
bosis sericeo-hirsutulis submanospermis. Creseit iur 
sylvis ad Capocabana et alibi in Prov, Sehastiano- 
politana. Floret Sept. Octobr, Dryas. — Verosi- 
militer hujus plantae synonyman est; Guapeba lau- 
rifolia Bern. Ant, Gomez in Mem. Acad, Ulissip, ° 
II, Mer. Corresp, p. 19. 4 2. cujus descriptio. om«- 
nino ‘quadrat, si id umum excipias, eum drupam 
describere flavam;, neglecta hirsutie: epidermidis. 
(4) Labatia lasiocarpa Mart. arborea, glahra;- 
foliis. obovato » lanceolatis Janceolatisve obtusiuseulis, 
versus basin cnneato - altennatis; venis intra margi- 
nem simpliciter combinatis, venulis reticulatis; fo- 
ribus axillaribus paucis aggregatis, 'breviter pedun- 
onlatis, peduneulis calycem "dimidium aequanüibus, 
sepalisque Jineari - oblongis acutinsculis -sericeis; 
drupis ellipiieis. dense fulvo - aureo'- -hispidis, mono-- 
üispermis, —" Arbor 30 — 40 ped.: alta, " trunco: 
basi fere pedali, «ortice füsco, coma- 'hemisphaerica 
densa. -Sepala medio pube appressa: sericea. Co- 
solla tubulosa, alba. Stamina melusa. Örvaritım se- 
riceum, globosum. Stylus Aliformis, exsertus. Drupa 
oyato-elliptica, unguem ei quod excedit alta, pilis rec= 
ts vel uneinatis dense hispidala, Semen ı, vel ra- 
zius 23, oblonga fabaeformia , notata paullo com-- 
pressa, nigro-fusca, hilo laterali lato et longo, ‚albido, 
Crescit in sylvis inundatis ad Auvium Teffe, Prov, 
Rio Negro. ‘Des, et Jan, floret et Aructificat, Nejas 


ax 


92 


Inealis Ablu » Rana, i ©, Imeuma sylvestris, 


audit. 

(5) Labatia (2) Iaevigata Mart, glahra; foliis 
ebovato-lanceolatis apice rolundätis, versus hasin cu- 
nealis, £origceis, venis non conspicnis; floribus ]a- 
teralibus . aggregatis sessilibus; =— -—— drupa ovata 
ohtusa ;. corfise- fusco lepidato - scabra , telrasperma, 


“Flores hujus speciei mihi ignoti, Arbor, ramis 
plumbeo-fuscescentibus, patulis. Folia sparsa versus , 


summitates ramularum obovato-oblonga, plerumque 
reiusa, durinscula. Drupa 2 poll, longa, ı$ Iata, et 
‚major , vertice umbilicato, Semina 4, uti in Laba- 
tia Calmito.comparata. Cresäit in sylvwis ad Aluvium 
Japurd. - Dechri. fructificat. Najas, 

, (6). Labatia salicifolia Mart. foliis Iinearibüs 


vel lineari-langeolatis, versus basin atterinafis, acutis, - 
margine suhinde sybrepandis, junieribus temento | 
“ . Zulvo' nitido 'sericeis; pedunculis axillaribus solitarlis 
“ aut gemiris petioles snperantibus sepalisque Zulvo- 
sericeis; drupis oblongis rostratis submonaspermis. . 
Koussea salietfolia Spreng. 8. Veg. I. p, 419, Cres- 


‚eit in Brasilia ausirali, e. g, ad praedium Page prope 


Aluvium Bio _Negre’ dictum,  (Sellow coll, -Bras. _ 


‚Berol. asserv. in Herb. B, No. 1727.) Napaea, 
(73: Habatia chrysophylloides- Mart. ramulis 

‚janioribus et foliis, praesertim novellis,_peduneulis 

.ealyeibusque pube -fulro-ferrnginea laxa adsparsis; 

Saltis. ovatis aut ablongo-ovatis 'obtusiusculis, pedun- 

'culis‘ axillaribus numerosis' longitudine petiolorum. 
Yabilus Chrysophylli, sed squamulae Iineari-oblongae 
Ä . ” 





“ 


obtusinseulae inter lohos töröllas Albidae Adsunt, 
Fructus ignotus; _Ovarium, quod saepius biloeulare 
inveni; obsessum est pilis aureo.-fulvis surrechis et 


. vertice depressumi; . Stylus cylindrieus, siigmate pas 


rum distinoto terminatus, cgrollam non superat, ‚Cres- 
cit inter virgulta ad-Lages, in interioribus montosis, 
Prov, Bahiensis, Novembri fleret; Oreas:‘ 

(8): Labatia psammophila Martı rammlis..foliiss - 
que novellis, pedunculis ealycibusgue tomentö: tenui 


: ferrugineo deiergibili; foliis oblöngis aut obovato-ob« 
‚longis, breviter acutatis, basi subinaequalibusrotunda« 
tis; pedunculis supraaxillaribus et lateralibus 3-10 


aggregatis : longitudine 'sepaloruim . oyalorum. quam 
petioli sextuiplo brevioribus. Facies Lucumae;, sed 
tetramera. Crescit in arenosis ad Cabo’ Frio Sept. 
floxet, -Dryas. rer 
9.) Labatia ramiflora Mart, cortice ramorum, ' 
zimöso crasso ; ramulis testaceo-tomentesis; foliis ova- 
"libus vel ellipticis supra glahris, suibtts nervo.venisque 
subparallelis rufo -villoso -torhentosis, venulis. laxius 
tomentosis; 'racemis subsimplieibus supra- axillas 
foliorum e ramis prodeuntibus; -rhächt ; "peduneulis 
flöres aequanitibus, bracteis. calycibusque iomienlö denso 
nitido fulvo. — Ovarium plerumgue biloculäre, se- 
mine, unico. evolvendo. ‚Corolla, uti in.reliquis La« 


 hatjis, tubulosa, glabra, Crescit in campis arboribus 
‚‚sparsis .consitis, quos. Taboleiro vocant, inter vi- 


cum Contendas et praedium Tamandud, in :deserto 
Prov, Minarum: Augüsto floret. Hamadı, van (Arber, 
aesiu folia .amittere videtur.) >° DE 


“ 


ei - 
610.) Labatia torta Märt, Arbor tennco ra. 


-misque suberosis tortis,  ramulis ferrugineo - tomen- 


tosis; foliis elliptieis aut obovato-oblongis, apice 1o- 
tundatis, basi nonnihil contraetis et rotundatis, supra 
glabrescentibus, subtus, praesertim in nervo venisque 
pärallelis venulisque ferrugineo « villoso»tomentosis; 
floribüus versus apicem famulorum canfertis Azillari. 
bus lateralibusque; sepalis ovato-oblongis et pedun- 
eulis illa aequantibus Terrugineo-lomentoösis, petiolis 
gnam peduncnli quatruplo longioribus, Drupa’ovato- 
globosa, edulis, semine oblongo fusco unico. Cres- 
eit in deserio termini Prov, Minarum, qui Serro 


_Erie dieitur, e. g. inter Calumbi et Barreiras, locis 


Taboleiro consitis, Junio flöret, Hamodryas, Orcas, 
In 'hae, specie, all in‘ multis plantis. .deserti folia 
solummodo versus apices ramulorum. vegeta repe- 


. ziunter, ' Fructus_Grao .de Gallo inicolis dicitur. 


- ir.) Chrysophylium splendens Spreng. S. Veg. 


1. p« 666. (exeluso Nyeterositio ferrugineo Rz...Pav.) 
4. Chrysoph. Cainito et monopyreno diversum vide- 


tar: foliis oblongis acuminatis, basi rotundatis (nee 
acutis), subius ferrugineo-fulvo-sericeis (nec rufo-, 
aureo-sericeis), peduneulis axillaribus aggtegatis pau- 
eioribus, corollis rotato- (nec tubuloso-). campanula- 
tis breviöribus. Crescit in sylvis supra. montium 


‚tracium. Serra do Mar dietum. Dryas. 


» .„(12) Chrysophyllum rufum. Mart. ramulis no- 
wellis ultimis, petiolis foliisque subtns, pedunculis 
. ealycibusgue dense ferrugineo -iomentosis (opacis); 
-Tolis ebovato-oblongis vel ovatis, atuminatis acutisve, 








: vorum, Florentem non. 





E 


basi rotundatis, (venis paucis, vix. ‚sonspienis);, pe- 


duncuhis solitariis axillaribus; - drupis, ‚oboyatis gla- 
brescentibus. _ ‚ Arbor. :parva, multiramos 2 ‚Folia 
1—ı3, poll. longa, 41 Boll: lata, ‚opacö. „tomentosa. 
Drupa primum-pilis sursum ‚speclantibus, fulvis- ve- 
stita, :4—6 lin. alta, ‚plerumgne abörtu 1—2-pyrena. 
In nauco , qui testaceus est. et. Inevigatus. nitidusque 
saepe. sonspieluntur ‚tudimenta loeulorum 4 aborti- 
idi, sed früctificantem, mense 
Aprili, i in .sietis- mediterraneis Prov, Bahiensis, i in al 
vis, Caa-tinga dietis, . Hamadryas, 

(23.)4 Chrysophylium macrophylium Mart.. (non 








Gaertn, fl. nec Lamark.) glabrum, praeter, inflores- 


centiam '; ‚folüs. oblongis, breviter acuminatis, basi 
venis subtus reticulatis paullo. conspicnis; 






 podunculis numerosis axillaribus aggregatis_petiolos 


superantil us, sepalisque ovalis acutis ferrugineo-stri- . 
gulosis; ; gorollis subrotatis, laginiis acutis, extus dense 
ferrugineo-sericeis. - —, ‚Yalde ‚afinis Ch. migrocarpo 
Sw.,..eujus: auttoris exemplum prae, oculis ‚habeo. 
Differt,. 
maejs, quorum venae late. distant et venulae retieu- 


latae. sunt;. peduncnlis, multo ‚numerosioribus et lon-, 






’ero, ‚Sollis multo ‚majoribus, interdum spitha- 





gioribus (ultvapollicaribus);. sepalis majoribus. aeu- 
tioribus ; corollis "brevioribus, extus non basi solum, 
sed omni snperficie dense griseo -ferragineo-sericeis. 


‚ Drupal verösimiliier est tienosperma, — "Crescht in, 


sylvis ad Parä et ad fluvium Japurd, ubi Decembri 
floret. In herb, Willdenoviano No, 6997. asserva- 


% 


= Yu &’ Biebers“ frope Park ech irgiie Achras bra- 
iliensis "W: nomine' iriscriptiiin. 'Najas, 
G4)J- ‘Chrysophyliuin‘ inorndätum Märt, Yamulis 
növellis, ' periolis, 'oliorum fiervis stibtus, 'pedunchlis. 
'calyeibusgue Teviter ferrügineo-strigilldso-tornenitosis ; ; 
foliis läncödlatis vel oblangö- lanteolatis; äcurhinatis, 
äcumind obtusate, basi adutis,” "Yenis rerto= parallelis 
spichis, subtus pubehtibus, Supta Blahris; 
sillaribuis, i ’ 
lo superähtibus, 'Kepälis‘ ovä 











paullo & 
Hloribüs' 
calyees: qu to-triähgu- 
laribus acutis corolla duplo brevisribus, - — Folia . 
az‘ pöll, önpa, di al * "lhtas Cröseit ii 1 Biosili 
Kusttali : "Sellew, 7". '. BE ” 

(15.) "Chrgunphöitun ebenaceuin Matt. Hainulis 
növellis, ‚petiolis, niervis foliorum subtus, petiolis ca- 
Iyeibitsgue tenniter ferrüginko" tömentosis Kopacis), 
Toliis oblongo-latioeolatis ve ‚ovato- eblongis,' acumine 
hrevi obtüsiuschlo bası -acutis} ; glöimeruld‘ forum 
sessihi &xilart.' — Folia venis ‚Suübparällelis haud 
uulttim eorispietis peteutsa,' satüräle Viridia, tantemn 
ommino‘ glabresceniia. ‘Flores oranino sessiles, par- 
'Xuli, alba corella,' = “ Creseit‘ arbüscula ‚densicoma 
ad märgines sylvarım et in. campis allis ad 5, Ro- 
gue, Cutia, Ypänema, Sordcaba rel in Prof, 5. Pauli 
Dee. foret, Oreäs, Be 

















(Centinsationem sequens dabit volumen.) . 


PESIERSEREEEEN ng 











129 


Literaturbericht Nro. 9. 1838. 

Köln, Verlag von M. Du Mont-Schauberg: 
Flora von Coblenz, oder systematische Zusammen- 

‚stellung und Beschreibung der in jener Gegend- 
des Mittelrheins wildwachsenden und gebauten 
phanerogamischen Pflanzen, nach dem natürli- - 
chen Systeme geordnet, von Math. Jos. Löhr, 
Apotheker zu Trier, Mitglied u, s. w. 1838, 

'320- Seiten in 8. 

In: dem Maasse wie das Familiensystem der 
Botanik auch in Dentschland allgemeinen Eingang 
gefunden hat, erscheinen je länger je mehr auch 
Provinzialfloren mit diesem Schilde ausgeschmückt, 
so dass, im gerechten Unwillen über solches Begin- 
nen, es längst zur Sprache. gekommen, und der 
Vorschlag gemacht worden ist, blosse Namensver- 
'zeichnisse der Pflanzen ‚nach Koch’s Synopsis zu 
liefern, um dadurch dem ewigen Abschreiben von 
Charakteren und Diagnosen ein Ziel zu setzen, Der 
Verf, der Flora von Coblenz, früher schon durch 
ein solches Namensverzeichniss der um Üoblenz 
'wildwachsenden Pflanzen bekannt, hat hier seinen 
Plan erweitert, und indem er in dem Vorworte sein’ 
Unternehmen durch die höchst interessante noch we- . 
nig bekannte pflanzenreiche Gegend des Mittelrheines 
zu rechtfertigen sucht, auch Lage und andere na- 
türliche“ Verhältnisse derselben angibt, beginnt er 
zuförderst mit einer Eintheilung der Gaftungen nach 


9 





E 


150 


dem Li nnd "schen System, wo die einzelnen Gattungs- 
namen auch mit den Zahlen ‘der. betreffenden Fani- 
lien versehen sind, während in der Uebersicht der 
Familien jeder Gattung die Zahl der Liun&schen 
Klasse. beigefügt wird. Die Familien sind grössten- 
- theils nach dem Handbuch von Nees von Eisen- 
beck und Ebermeyer aufgestellt, Bei der wei. 
tern Ausführung sind die Werke von Koch, Link 
und Reichenbach benützt worden. Die Arten 
"selbst prangen mit einer Art von beschreibender 
Diaghose im Nominativ, die. zuweilen schr ausge- 
dehnt ist, bei verwandten Arten-aher nur das Un- 
_terscheidende angibt... Siehere Wohnorte, Blüthe- 
E zeit, Dauer und. bei den betreffenden Arten die An- ' 
gabe der offieinellen Theile ‚sind- überall beigefügt, 
und. das Ganze nach- dem. entworfenen Plan gut 
durchgeführt, so dass Anfänger besonders jener 
Gegend daran ein nützliches Handbuch finden mögen. 
“ Auch für die allgemeine Flora von Deutschland haben 
sich in geographiseher Hinsicht einige erhehliche 
Beiträge vorgefunden, wovon wir nachstehend. fol- 
‚gende nahmhaft machen wollen: Acer anstriacum, 
Alopecurus nigrieans,. Calepinu Corvini, Doro- 
nicum Pardulianches, Draba intralis, Gentiona 
Amarella, Iberis divaricata, Mentha nepetöides, 
Tragopogen orientalis, Veronica urticaefola; 
- letztere jedoch, aus der frühern Röhling'’s Flora 
genoinmen, dürfte zweifelhaft seyn, 





% 





131° 


Flora styriaca, oder nach‘ natürlichen Familien 


> (der Koch’schen Synopsis) geordnete Vebersicht 
- der im Herzogthume Steyermark wildwachsenden 
‚ und allgemein gebauten, sichtbar blühenden Ge- 
wächse und Farrn, mit Angabe der ‘Standorte, 
Blüthezeit und der Dauer. Verfasst von Dr. J. 
K. Maly, k. k Physiker und ausserordentli- 
chem. Professor der Diätetik: an der Universität 
zu Grätz, Mitgliede der medie, Gesellschaft zu 
Prag u. s..w. 1838. Verlag von E. Ludewig 

in Grätz. 160.8, in 8 
Ein interessäutes Büchlein! Einmal, weil es 
die Pflanzen eines Gebirgslandes abhandelt, die noch 
weniger bekannt sind, als. die des benachbarten Ti- 
rols, Kärnthens, Crains u. a,, und zweitens, weil 
es das erste ist, welches. in der Anordnung mit 
Koch’s Synopsis gleichen: Schritt geht, ohne Cha- ' 
ractere und Diagnosen zu wiederholen. In dem Vor-, - 
worte sprieht der Verf. von den Schriften über 
Steyermarks: Flora, nnd den Männern, die dazu 


„Beiträge geliefert. Wenn der ersten auch nur sehr 


wenige sind, wobei wir Sartorius Aufzählung 
vermissen, 50 ist 'es desto erfreulicher, die Anzahl 
der letztern. auf einige. 30 verzeichnet zu sehen, 
unter welchen sich die Mitgl, der botan. Gesellschaft: 
Graf S ternberg, Baron Welden, die Herren 


Sommerauer, Angelis, Steyrer, von Vest, 
Zahlbruckner, Unger, Dolliner auszeichnen. . 


Zugleich wird noch angezeigt, dass auch ein Herb. 


h) x 


152. 


Styriacum verfertigt, und zur steten Einsicht an das 


- ständische "Johanneum abgegeben wird. Nachdem 


Er 


ferner noch die natürliche Beschaffenheit des Landes’ 


im Kurzen angegeben, und eine Vergleichende Ta. 
belle der allgem. Flora Deütschlauds mit jener der 
Flora Steyermarks vorangeschickt ist, folgt die Auf. 
zählung der Arten nach Koch mit lateinischen und 
deutschen Namen und Angabe der Wohnorte, Blü- 
thezeit und Dauer. Die Zahl derselben -ist auf 1900 
berechnet, worunter Sarifraga reluse, Cochlearia 


groenlandica nd Dentaria trifolia als neue Bei. 


träge für. die FI. Deufschlands angegeben sind, meh. 


rere andere aber an Steyermark: neue Wohnorte lie. 


fern. Weiter lässt sich über die aufgezählten Arten 


wenig bemerken, nur in Vergleichung mit Ko eh’s 


Synopsis u. a, ist uns Folgendes vorgekommen: 
Die angegebene Anemone »prufensis dürfte 
wohl eben so wenig. als die Host’sehe Pflauze rich- 


"tig bestimmt, vielmehr. A. montana Hoppe SEYn, 


da jene lediglich. in Norddeutschland, diese aher in 


‚Tyrol und dem Littorale gemein ist. _ ‚Ranumculus 
montanus steigt nach unserm Verf. von den Alpen 


in die 'Thäler herab, R, aeris dagegen aus den 
Ebenen zu den Alpen hinauf. Von Agwilegia vnl- 


garis. wird eine neue Varietät: . viscasa angege- 


ben, es ist aber nicht bemerkt, -ob darunter A. vis- 
cosa Gouan. oder DeC. oder keine von. heiden zu 


- verstehen sey; leiztere würde dann zu A. platyse- 


. pala Rehbch. gehören. Von Aconitis werden Na- 


3: 


3 En 153 


pellus, Stoerkeanum, tdriegatum, paniculatum, 


‚JInjcoctonum und Aftthora namhaft gemacht, wovon 
‚eısteres 9 Reichenbach’sche Arten als Varietä- 


ten aufnimmt. Von A. Stoerkeanum hätten wir 


. gerne die. Beobachtung wahrgenommen , ob es am 


Standorte reifen Samen bringe, oder im Nichtfall 
als, Bastard anzusehen sey. Unter: Paeonia off- 
cinalis, wovon ‘Koch die’ wildwachsende Pflanze 
aufführt, wird- hier die. Gartenpflanze verstanden, 
die dieser bekanntlich als eigene Art, aufführt, und es 
wegen. den, verschiedenen Blättern ,. zarten, "Blumen- 


> blättern u. .a, wohl auch ist. Papaver Burseri 


führt Herr _M. als Species auf; möchte er dieses 
doch durch, die Aussaat erproben! ‚Corydalis faba- 
tea fehlt, statt dessen ist C. pumila Host. verzeich- 
net; ob beide verschieden sind, wäre nach Koch's 
Wunsch zu, untersüchen, Die bis zu den Alpen 
hinaufsteigende Polygala amara würde als y. al- 
pestris Rehb. anzuführen seyn, da, sie mit den an- 
geführten Wiesenpflanzen nicht zu verwechseln ist. 
Cerastium lamatım wird, ‚wir glauben mit Becht, 
als eigene Art beseichnet, desgleichen C. filifokum 
de Vest. Hypericum barbatum Jacg. gibt in Steyer- 
mark der deutschen Flora einen neuen Wohnort. 
Geranium umbroswm scheint dem Verf. von &. py- 


" renaicum L. verschieden zu seyü. Die Benennung 
- Genista, triquetra W.Kit. zieht unser Verf. jener von 


6. scariosa Viv. vor; aber Viviani schrieb ein 
Jahr früher als W. & Kitaihel. Vieia peregrina, 


130 . 


bisher nur als istrianische Pflanze. bekannt, kommt | 


‚zum auch in Steyermark vor, Bei der Gattung Spi- 


Yaeı müssen wir uns billig wundern und es ernst- 
lich rügen,.. in einer Flora stytiaca vom Jahr 1838 


" ganz und gar nichts von einer für die deutsche Flora 


überhaupt ganz neuen Erscheinung, einer Spiraen 
carpinifolia Willd. zu finden, von welcher bei 


; Reichenbach geschrieben steht, dass sie „voll. 


kommen wild und in grosser Menge in Obersteyer- 
mark, in‘den Thälern bei Sekau wachse,“ was auch 
im Compendium von Nees, Bluff und Schauer 
wiederholt worden. Vermuthlich hat_hier eine Ver. 
wechslung statt gefunden, wie schon ein anderer 
Recensent ‘in .dem laufenden Jahrg. der Litteratur- 
berichte 8. 47 vermuthet hat, und was von Haus 
aus berichtigt werden sollte. . Sorbus Idnuginosa 
Kit. steht hier als propria species, und Pimpinelle 
alpina Kit. desgleichen. Bei Rhodiola rosen steht 


‚wohl Joli und August als zu späte ‚Blüthezeit in 


Vergleich mit den Individuen im botan. Garten? 
Lorunthus europaeus wird im Allgemeinen aufEi- 


- chen, angegeben, und im Vergleich mit den verzeich- 


neten Auercus- Arten küme sie nur auf Q. Robur 
vor. . Ein bestimmter Standort wäre anszumitteln 


"nicht überflüssig. Scherardia lies Sherardia, Inula 


brittanica lies Britanica, Achilluea Clavennae lies 


‚Clavenae. Scabiosa dipsacifolia Hast erscheint 


als eigene Art, desgleichen auch Cineraria erispa,, 
rivularis und eracen,, item Senecio Jacguinianus 


te 


133 
Rchb.  Seneeio saracenieis ist hier eine Wald. . 
pflanze. Cirsium setosum M. B. scheint bei Koch 
zu fehlen. Carduus glaucus Baumg., den unser . 
Verf.:aufführt, scheint allerdings mit C. erassifolius 
Vahl. Horn. et Koch nicht identisch zu seyn, an 
dessen Anthodien die untern Schuppen stuipf sind, 
Jene Pflanze ist als .C. sumanus hei Poll. veron. 
sehr gut abgebildet, Sie ist wahrscheinlich mit €. 
carlinaefolius identisch, Saussurea discolor ist 
nun auch in dieser Steyermärkischen Flora verzeich- 


“net, wo jedoch die sonst gemeine 8. alpina fehlt. 
. Unter. den "Centaureis. findet sich eine ©. Seopalii 


Vest. Leontodon eroceus besteht als Art, desglei- 
chen L. asper Rehb. Zu diesem zieht Rehb. die 
Apargia yuestfalica, die Koch als A. glabratus - 
von L. hastilis aufführt. Campanula linifolia 
Haenk. zieht der Verf. gegen Koch und gegen 
unsere Ansicht zu Ü. rofundifolia. Myosatis syl- 
vatica und alpestris bestehen als verschiedene Arten. 
Bei Veronica aphylia steht V. Mülleriana v. Vest. 
als Synonymum, warum denn bei V. alpina nicht . 


“auch als solches V. Gebhardi Vest? V. latifolia 


major und minor Schrd. hestehen äls 2 Arten unter 
V. latifolia Ait. und Teuerium Vahl. : Mentha 
gentilis Smith. ist propria species, desgleichen Ori- 


* ganım heracleoticum L. und Stachys obligua W. 


Kit. Neben Ajuga reptans L. besteht auch die A. 
repens Host. Primula speetabilis Tratt. ist von 
unsern Verf. nur auf Koch’s Autorität angegeben 


156 0 

es diufte aber dieselbe Pflanze seyn, ‘die hier als 
Pr. integrifolia aufgeführt ist. Anstatt Salöx Wald. 
steiniana und Timosa würden wir mit Koch doch: 

lieber 8. arbuscula L. und lapponiea L. gesetzt 


haben. Pinus austr iaca hesteht wohl mit Recht 


; als eigne Art, 


:Bei den Monocotyledonen findet: "sich zuför. 


'- »derst unter den Wohnörtern von Hydrocharis, Alis- 


ma, Sagitturia u. a. Wässerpfianzen das ‘Wort 
“ Lannen, welches, als Provinzialismus, nicht allge- 
. mein verstanden werden möchte. Bei den Orchideen 
ist es "bemerkenswerth, dass der. Verf.,..wie sich 
auch schon bisher hin und wieder bewährte, viele _ 
-der neuen. Genera "nicht angenonfmen. hat und z. B. 
Anacamptis, Gymnadenia, Himantog glossum, Ha- 
benaria, Plätanthera, ‚Nigritella,: ‚Chamorchis, 
" Herminium nur als Subgenera betrachtet. Bei En- 
pactis Iatifolia steht .E. uliginosa ‚Host. als Sy- 
nonymum, welches wir als solches lieber zu E. pa- 
lustris würden gesetzt hahen. Gladiolus commu- 
nis dürfte in Feige der neuern Emideckungen- einer 
“ anderweitigen Untersuchung unterliegen, und in Fol 
. ge der angegebenen "Wohnorte, ir auf Aeckern“ viel- 
mehr als Gl. segetum zu betrachten SEYH. "Unter 
den Juncis erscheint J. Tenaygeia. als südliche Pflanze 
merkwürdig, so wie. unter den Carieibus die mi- 
 erostachya Ehrh., wenn nicht leider solche: bloss 
nach Rehb. Angabe aufgenommen wären. “Auch 
in das wirkliche Daseya der C. undulata müssen 





137° 


wir ein Misstrauen setzen, und würden es mit Dank 
erkennen, wenn es lem Verf. beliebig wäre, unsere 


Zweifel zu heben, so wie wir es sehr bedauern, 


nicht hie und ‘da, eine. nützliche Bemerkung beige- " 
fügt zu finden, was unter andern hei Phleum capi- 
tatum Scop: awecknässig gewesen wäre und nech 


seyn würde. | 


Unter den Cr: yptogamen stehen. die Charae 
und Equiseta oben an; unter den letztern findet 
sich irrigerweise E. fluviatile L. mit dem Syn. EB. 


eburneum Roth, die 'teto -eoelo verschieden sind. 


Bei den: Polypodien ist vielleicht auch P. Dryap- 
teris mit ealcareum, verwechselt, weil letzteres, 
welches in. allen Alpen häufig vorkommt, nicht ver- 
zeichnet ist. Auch in Aspidium rigidum als Ufer- 
pflauze möchten wir Zweifel setzen, 


Nürnberg, im Viertage des Herausgebers: 
Deutschlands Flora in Abbildungen nach der 
‚Natur mit Beschreibungen, von Jacoh Sturm 
us. w; Erste Abth. 72s Heft mit: 16 illam. 
Kupfern: und eben, so viel Textblättern. 1838. 
in 12. 11. 12 kr. 
Dieses oft rühmlichst. erwähnte, dem deutschen . 


'Fleisse .eben so viele Ehre als der Wissenschaft 


Erweiterungen bringende Werk wird für die deut- 
sche Flora um so wichtiger, als unser unermüdeter 
Koch auch hier von Zeit zu Zeit nützliche Beiträge 


Y 
5 


158, 


liefert. Auch das gegenwärtige Heft ist ganz von 
_ demselben mit gewohntem Fleisse und bekannter 
 Deutlichkeit bearbeitet und enfhült über die Gattun- 
gen Campanula, Epilobium und Ononis trefiliche 
Erläuterungen. Dahin gehören: €. rhomboidalis 
I, bononiensis I., Iutifolla und spieata L., EB. 
Dodonaei Vill., Fleischeri Hochst., montanum L. 
und dessen var. fol. ternate- verticillatis und Ianceo- 
latis, dann Ayperieifelium Tausch. Tindlich 0. 
spinosa L., antigtorum L., repens L., hireine 
Jacg., Natriv L. und rotundifolia L. Die Cam- 
panula rhomboidalis, früher von L. rkomboiden 
- genannt, die In der Schweiz nieht selten vorkommt, 
ist, da die Wohnorte bei Tübingen und Görz unsi- 
cher sind, als ein neuer Beitrag zur Flera Deutsch- 
lands anzusehen, nachdem sie Gmelin im Badi- 
schen entdeckt hat, darum auch ihre hildliche Dar- 
stellung wichfig, was auch bei den 3 folgenden Ar- . 
ten der Fall ist, da sie auch nicht überall vorkom--. 
men. Unter den Epilobüs gehört E. Fleischeri. 
bekanntlich auch zu den neuen "Entdeckungen, und 
die Erläuterung von der var. fol. ternato - vertieillatis 
"Epilobiü mentani ist um so wichtiger, als sie mit 
E. trigonum leicht zu verwechseln ist. Um so be- 
ber hätten wir auch dieses hier selbst, anstatt der 
zweiten var. fol. laneeolatis, vorgestellt gesehen. 
Endlich O. antiquerum, wie der Verf. bemerkt, noch 
Gieht bisher als deufsches Gewächs bekannt, aber 
wahrscheinlich in Istrien aufzufinden. Die Darstel- 





130 
lung der übrigen Arten dieser Gattung. ist auch des- 
halb von Wichtigkeit, weil sie bisher sehr oft ver- 
wechselt wurden, Mit Vergnügen wird darum auch 
jeder Botaniker dieses Heft durchsehen wid sein 
Herbartum darnach berichligen. Ein ernenerter Vor- 
theil, dieser Flora ergibt sich noch dadurch, dass 
auf jedem Blatte die Pagina und die Nummer der 
Koch’schen Synepsis aufgedruckt ist, wodurch das 
Aufsuchen und Vergleichen in derselben erleichtert 
ist. Auch soll künftig noch ein Generalregister er- 
scheinen, was nicht minder den Besitzern grosse 
Vortheile gewähren wird, 

So eben erhalten wir auch noch das 73ste und 
7Aste Heft dieser {Flora, und haben alle Ursache 


. uns über die schnelle Fortsetzung dieses Werks, so 


wie über den Inhali desselben, welcher abermals 
von Koch mit gewohnter Kritik bearbeitet worden, 
und interessante Gegenstände enthält, höchlichst 
zu freuen. 

Folgende Pflanzen. sind darin abgehildet und 
erläutert: Heft 73: Rumex maritimus L. „An 
Teichen und Morästen in ganz Deutschland,“ doch 
auch an Ufern der Flüsse und Seen, wie in der 


.. Synopsis angegeben, und auf welche sich hier num 


überall bezogen wird. MR. palusiris Smäth., mit 
dem vorigen verwandt und an gleichen Orten wach- 
send, deshalb wohl zu unterscheiden, was unter 
andern durch die zweijährige Dauer geschieht, da 
der vorige einjährig ist. Z. Steinii Becker, R, 


u 


440 


eonglomeratus Murray, R. sanguineus L., R. 


sanguineus var. f. genuinus, RB. pulcher L., BR, 
divarieatus L., R. obtusifolius L., R. obtusifo- 
- Eius ß. discolor oder RB, purpureus Poir., Rob. 
tusifolius y. syleestris vel sylvestris Wallr., R. 
pratensis M. K.i. e. R. eristutus Wallr., wahr. 
scheinlich auch R. aeutus L. et al. Auet,, R, oris- 
pus E,, RB. Patientia L., BR. Hydrolapatlam 
Huds., "R muximug Schreh. 
Das 74ste Heft, diese Gattung fortsetzend, ent- 
‚hält: Bumex aquatieus L., R. alpinus L, R. 
seutatus L. a. hastifolius oder R. hastifolius M. 
B., R. seutatus $. hastilis, BR, scutatus 7, trian- 


gilaris oder R. glauexs Jaeg., R. arifolius All, 


R. Acetoso L., ER. intermedius DeC,, R, Aceto- 


sella L., R. multifidus L. Nach Vollendung die- 


‘ser frefflichen Monegraphie der deutschen Rumex- 


Arten, folgt noch die kleinere Gattung Blitum in 


der Ausdehnung , wie sie Prof, €. A, Meyer in. 


Petershurg (richt Königsberg, wie hier als Gedächt- 
- zissfeller steht), im der Flora altaiea bekannt ge- 


macht hat, nämlich: Blitun eapitatum L., B. vir- . 


gatum L., B. Bonus Henricus Meyer, B. rubrum 
Echb., B. rubrum var. acuminata, oder Chenopo- 


 dium Blitoides Lej., B. rubrum var, fol. pawei- _ 


dentatis oder Chenopodium Vbotryoides Smith. 


‚Wenn wir es auch im Ganzen tadeln, Kupferwerke- 


mit oft unbedenutenden Varietäten anzufüllen und zu 
erläutern, was füglicher dem Text vorbehalten bleibt, 








141 


so ist doch bei solchen Pflanzen, die von irgend 
einem Autor als Arten aufgestellt sind, und deren 
richtige Erkennung fast nothwendiger noch als die 
der wahren Arten erscheint, eine billige Ausnahme 
zu machen, Uns hat diese treffliche Darstellung so 
sehr angesprochen, dass wir auch denjenigen Bofa- 
nikern, die diese Flora nicht besitzen, die Anschaf- 
fung fwenigstens dieser beiden . Hefte empfehlen 
möchten, in der Veberzeugung, dass sie mit den- 
selben in der Hand bei Anufsuchung und. Bestim- 
mung der Pflanzen ihrer Gegend viel Vergnügen 
und grosse Belehrung finden werden, 





Wien, bei J. &. Ritter von Mösle’s Wit- 
we und Braumüller: 
Vesterreichs Giftgewüchse, beschrieben von Carl 
Joseph Kreutzer, 1838, 788. m8 
Diess Buch ist nicht, wie gewöhnlich , in der 
Absicht geschrieben, um die Schuljugend, zu beleh- 
ren, sondern es hat eine wissenschaftliche Tendenz 
und ist daher mehr für Aerzte und Naturforscher 
bestimmt. Deswegen sind in der Einleituug die 


‚Giftgewächse nach ihren Wirkungen in entzündende, 


befäubende, und beiänbend- entzündende eimgetheilt, 


“ die in jede Kathegorie gehörende Pflanze namentlich 


aufgeführt, und Sympfome und Kurart angegeben. 
Dann sind. die Pflanzen selbst nach natürlichen Fa- 
milien geordnet, und mit Namen, INagnosen, Be- 


& 


142% 


und Wirkungen versehen. Dabei sind die Giftge- 
wächse im weitesten Verstanle genoinmen, so dass 
bier jede nur irgend verdächtige Pilanze Platz fin- 
det, und selbst Rhododendron ferrugineum, aber 
nicht die ührigen Arten, als eine sehr scharfe Pflauze 
verzeichnet ist, Von giftigen Schwämmen sind kaum 


"mehr als 6 aufgeführt, aber 'ein angehängtes Ver- 


“ schreibungen,, Angabe der "Wohnorte, Blüthezeit 


i 


zeichniss von solchen Schwämmen, deren Wirkun- ' 


gen noch problematisch sind, macht mehr als 50 
Arten uamhaft, Unter solchen Umständen wäre es 
vielleicht. zweekmässig, den Genuss der Schwänme 


ganz zu beseitigen, wenn nicht mehrere derselben 


‚als Delicatesse angesehen würden, der Verkauf der- 


gelben unbemittelien Laudleuten einen beträchtlichen 


- Nahrungszweig verschaffte, und diese selbst, eine 
‘auf langjährige Erfahrung begründete Kenntniss der 
.  essbaren erlangt hätten. Auch hat man in einigen 
Gegenden die Gewohnheit, den kochenden Schwän- 
men einen silbernen Löffel beizulegen, der nur dann. 


“ eine schwärzliche Farbe annimmt, wenn giftige dabei 


hefindlich sind. Wenn der Verf, das Arum Dra- 


canculus als in Frianl und Crain wachsend richtig 


bestimmt. hat, so wäre es ein Beitrag zu Koch's 


Synopsis. ‚„ und wenn diess, Gewächs giftig ist, so 


möchte wohl auch A. ötalieum, Arisarum und tenui- 
folium anzuführen seyn. So sollte“ wohl bei Vera- 


drum nigrum und album auch’ das V. viride oder 
Lobelianum stehen, so wie bei Mercurialis per- 


« 


87 





° 143 


” 


ennis wich die H, ovale und ÜNnRUR., die meistens 
eben so verdächtig sind, als jene, verzeichnet seyn. 


Auch aus der Gattung Exphorbia hätten noch. 
mehrere Arten, besonders die sehr betäubende E. 


Wulfenii augeführt werden müssen, 





Breslau, bei @ross, Barth und Comp. 1838: 
Naturgeschichte der europäischen Lebermoose mit 
besonderer Beziehung auf Schlesien und die 
Vertlichheiten des Riesengebirgs' von Dr. Chri- 
stian Gottfried Nees v. Eseübeck, k. 
Professor an der Universität zu Breslau und Präsid. 


der kais. Leopold-Carel. Akad. der Naturfor- 


scher. Drittes Bändchen. 593 S, Viertes Bänd- 
chen. Mit einer Steindrucktafel. LXXIT und 
539 8. in 8, (Auch unter dem Titel: Erimme- 
rungen aus dem Riesengebirge &e.) 


s, 


Wir freuen uns, den Schluss eines Werkes 


anzeigen zu können, das mit ehbensoviel Liehe, Ein- 
sicht und Kenztiniss unternommen, als aueh, wenn ° 
‚gleich theilweise unter ungünstigen Umständen , sei- 


ner Vellendung entgegengeführt wurde. Wer musste 
nicht, bei den vielfachen Reformen, welche in neuerer 
Zeit alle übrigen Zweige der Kryptogamenkunde er- 
fahren haben, den Wunsch nahe gelegt finden, end- 


lich auch der vasten Gattung Jungermannia eine: 


Morgenröthe dämmern, und die schätzbaren Vorar- 
"ten on ntenn zeit. und sachgemässen Grechirhte 


2 


f 








144 


derselben durch Raddi, Dumortiey, Corda u, 


.a., npartheiisch geprüft und die erworhene Summe‘ 


der Erfahrungen, so wie die Verknüpfung des Be- 
sondern und Einzelnen zum Allgemeinen. und Gau. 
zen in einem Gusse wiedergegeben zu sehen! 


-,. Mit Freude und Dank haben wir daher dieses Werk 


bei seinem ersten Ürscheinen begrüsst, dieselben 


‘Gefühle bemeistern sich unser jetzt bei der Vollen- 


dung desselben in erhöhtem Maasse. Denn wenn 
der alte Ausspruch des tiefsten Menschenkenners: 
„viele sind berufen, aber wenige auserwählt“ auch 
unverkennbar in dem Gebiete wissenschaftlicher For- 
schungen sich geltend macht, so dürfte, dieses auf 
die Tebermooskunde angeweniet, darüber jetzt nur 
eine Stimme seyn, dass sowohl in der Persönlich- 
keit als in den äusseren Verhältnissen des Verfas- 


"sers sich auf eine höchst glückliche Weise alle Mo- 


mente ‚vereinigt fanden, welche gerade von ihm eine 
solche Bearbeitung wünschens-’ und dankenswerth 
erscheinen liessen. Diejenigen Bofaniker, welche 
vielleicht bei dem ersten Blicke in dieses Werk an 
der grossen Zahl der aufgestellten Gattungen An- 
stand nehmen sollten, müssen wir auf die iorrede 
zum vierten Bändchen, worin in ächt philosophi- 


- sehen Geiste die Grundsätze, nach denen der Verf. 


handelte, entwickelt sind, verweisen, wenn sie es 


“nicht vorziehen sollten, durch pärtheilose Prüfung . 


des. allenthalben gegebenen Originales sich von der 


® 


Richtigkeit der letzteru zu überzeugen. Da übrigens 


v 


% 


b R © 


145 
Literaturbericht Nro. 10. 1838. 


mine 


die innere Einrichtung dieses Werkes schon aus 
früheren Anzeigen bekannt ist, und dasselbe ohne- 
hin bald keiner botanischen Bibliothek fehlen wird, 
so können wir uns hier auf die Angabe beschrän- 
ken, dass das dritte Bändchen mit den Subtribus 
der Trichomaneideae, Mastigophoreae, Prilidia, 
Jubulege und Prondosae die Gruppe der eigent- 
lichen Jungermannieen schliesst, das vierte dagegen 
die Marchantieue, Anihocerotene und Riccieue, 
ferner als Anhang die von Flotow übersetzte klas- 
sische Abhandlung Mirbel's über die Murchantia 
polymorpha, nebst interessanten Beilagen aus dem 
eigenen Schatze der Beobachtungen des Verf., und 
ein allgemeines Namen-Regisier enthält. Die dem- 
selhen Bändchen vorausgeschickte Vebersicht des 
ganzen Gebietes der Lebermoose ist gleichfalls eine 
höchst dankenswerthe Zugabe. Druck und Papier 
sind ausgezeichnet schön und gereichen der Ver- 
lagshandlung zur Ehre. 








Memoires presents & T’Academie imperiale des 
scienees de Saint-Petersbourg par divers sa- 
vons et lus dans ses assemblees; Tome troi- 
sibme, 5 ei Gme Livraison. Saint-Petershourg, 
de Vimprimerie del’Acad&mie imperiale des seienges 
1837. (Se vend & Leipzie chez Leopold Voss) ' 

30 


A 


146 


' Diese Lieferung enthält folgende botanische 


"Aufsätze: 


1. ER. Trauttvetter, Nalicetum sive Salicum 
formae, guse hodie innotuere, deseriptae et 
systematice dispositue (avec quatre planches 
lithographiees). 


2. CA. Meyer, über einige Hymenobrychis- 


Arten. . 


3. Fritzsche, über den Pollen Cavee 13 plan- 
ches Jithographides et colorees). 


Indem wir späterhin auf diese letzte höchst 
wichtige Abhandlung über den Pollen ausführlicher . 
eingehen zu können gedenken, folgen für jetzt die 


“ Anzeigen der beiden ersten Abhandlungen. 


Nachdem Koch’s commentatio bereits vor 10 
Jahren erschienen ist, und sich auch nur auf die 
europäischen Arten verbreitet, wird die mitgetheilte 
erste Abhandlung un so interessanter werden, als 


: sie sich über alle bekannte Forinen erstreckt und 


selhst die Host’schen Abbildungen näher bestimmt. 


- In dem vorliegenden Hefte ist indessen nur erst ein 


Theil der Abhandl. erschienen, nämlich die Salices 


 pleiandrae und die Saliees monandrae, die dann 


wieder in mehrere Abtheilungen und Unterabtheilun- 
gen gebracht werden. Unter der ersten Hauptru- 
brik, welche die Salices umfasst, die mehr als 2 


: Staubgefässe enthalten, stehen 25 Arten; die zweite, 


die der Einmännigen , enthält deren:8. Alle sind 


147 


zuvörderst tabellarisch aufgestellt, mit Numniern, 
Namen und Diagnosen versehen, worauf Beschrei- 
bungen, kritische Erläuterungen, Synonyme u. a. 
folgen, Diess. alles ist vollständig und mit Umsicht 
und Sachkennfniss ausgeführt, und man darf sich 
freuen, dereinst eine treffliche Monographie dieser 
merkwürdigen Pflanzenguttung zu besitzen, die allen 
andern als Muster dienen kann; Indem wir die 
Exoticae nur namentlich aufführen, iverden wir Ge- 
legenheit finden, uns näch den einheimischen etwas 
weiter imzuschen. 
1. Saliv Bonplandiand B. B. K., äus Mexieö, 
2. 8. pentändra; Diese, stelleniveise durch unser 
ganzes Gebiet (Mecklenburg, Salzburg) und in | 
Lustgebüsehen. vorkommende Art, erhält hier 
die Syn; 8. polyantlra Schrk., 8. polyandra 
Braij; tetrandra Willd, Ein und äuch 8. her- 
muphroditica Li “ 
3. 8; Meyerianu Rosik: Diese, mit der vorigen 
nahe verwandt und vielleicht einerlei, Ursprungs, 
hat auch hier folgende Namen: 9; cuspilate 
Schalt: (et Koch), inetoria Afz: ; hetandra 
Ehrk. ud Ehrhertiuna Sin: Bei uns nur in 
Mecklenburg und Poıhmern zu Häuse. Abbil- _ 
dungen dieser und der vorigen Art füden sich 
in @uimpel's Abbild. deutsche? Holzarten. 
S. Safsaf Forsk: züs Aögyplei, ünd mit dem 
Syn. 8; octandra Sieb: ünd subserrais Willd: 
5 8, falenta H: B: K: aus Pe: 
i10* 


ESS 


F 


12. 


148 


6 
7. 
8. 
9. 
20. 


11. 


‚I 


Salix Humboldtiana Willd. Peru, Chile, Mexico, 
8. nigra. Marsh., aus Nordamerika. 

S, Hustoniana Pursh., aus Veraerux. 

S, oxyphylia H. B. K., aus Neuspanien. 

8. unduluta Ehrh. — speciosa Host, alope- 


curoides Tausch. Norddeutschland. Die Amen-. 


ten mit Ausnahme der Zahl der Stamina glei- 


chen denen der 8. fragilis, die Blätter denen 


der S. triandra. 
S, Inneeolata Sm., "aus England. 
8. triandra L. — „S. undulata Ehrh. et lan- 


ceolata Sm. maxime affınes sunt 8. triandrae' 


L., praecipue quoad folia et amenta triandra; 
differunt tamen a specie posteriore et florum 


 braeteis praeeipue apice longe pilosis et ovarii 


stylo medioeri. 8. iriandra L. inter speeies 


affınes excellit yuogue sügmalibus reflexo - pa- 


tentibus. * 


S. amygdalina L. — S. semperflorens Hosi. 


Germania. „differt tantum a 8. träandra L. 
foliis subtus glaueis.“ 


S. Villarsiana Willd. Flügge. — tenaiflora 


. et varia Host. austr. „videtur forma magis con- 


tracta et compactior 8. amygdalinae. & 
S..andregyna Hoppe. — 8. Hoppeana Wild. 


Guimpell. ec. t.158. „Sistit 8. amı ygdalinue 


L. formam prolongatam.“ 
Bekanntlich führt Koch diese 4 letzten Pflan- 


” zen als eine Art auf. Auch Herr Trauttyetter 


8 


it 


f 49 


theilt «diese Ansicht, schlägt aber dadurch einen an- 

dern Weg ein, dass ex sie als Arten stehen lässt, 

dann seine Meinung in dem Nachsatze vorträgt, 

16. Saliz tetrasperma Roxb. — Ostindien. 

17. 8, australis Hils, et Boj, Madagascar, C.b.e. 

18. 8, coluteoides Mirb. — 8, senogalensis Mer- 
tens! ad ilor. Senegal. - 

19, 8. hirseta Thnb,, ad Cap. bon. sp., 

20. 8. nobilis Fries. — hab, in Nepalia, 

21. 8. eordata Mühlb., Nordamerika. 

22. 8 rigide Mihlb., ebendaselbst. 

23. 8, lIueida Mühlb., ebendaselbst, 

24. 8, Purshiuna Spr. 

25. 8, dubia Trauftv., (ambigua Pursh.) Nord- 

amerika. 
Sulices monandrae: 

2%. 8. Wilhelmsiuna MH. a Bieb., 8. unyustifolia 
Wild. &® M. a B., em icone,  h..in Iheria, 

277. 8. microsiachya Turez., cum icone, hab. in 
Sihiria. j 

28. S. Lambertianu Sm., Syn. sınt: 8. monan- . 
dra Hoffim. oppositifolia et mutabilis Host, 
Guimpel t. 169. Germ. 

29. S. purpurea Sm., temuijulis Ledb. mirabilis : 
ei carniolica Host. Germ. Europa — Sibiria. . 
„Speeiei antecedenti nimis affınis est, disfingui- 
tur tamen foliis saepe duplo longioribus, respectu 

“ longitudinis permulto angustioribus, utringue sen- 
sim angustatis, nee sursum lafioribus. Quid sit 


® 


ı50 


S, purpurea L. e manca ejus diagnosi nobis 

non elucet,;* 

30, Salöx Ledebouriana Trauttr,, 8. pullida Le- 
deh. Dahuris, „Antecedentihus maxime affınis, 
tamen foliis utrinque glaucescentihus excellens.* 

31, 8, Helix Sm., S. Forbyana Sm, Germania 
et cein „A 8, monandris mode commemoratis, 

quibus valde’aflinis est, distinguitur stylo ovarüi 

magis minusve elangate, — Quid sit 8, Helixw 

L. e diegnasi manca extricari nequit,“ 

Man vergleiche abermals unsre Anmerk, 

unter Nro, 15, 


32. S. Kochiang Trauttv,, S, Pontederana Fi. al- . 


taic, IV. 8. 263. 8. folils ellipficis sursum ple- 
rumque latioribus, supra Viridibus, utringue glahris, 
evaris serieeis. In monfibus altalelg, nee non 
in Dahuria, Die hiebei gefertigte Abbildung 
stellt eine eben se schöne als ausgezeichnete 
Art dar, 
33, 8, caspiea Poll,, hab, in Rossiä, australi cefr,. 
Bei dem zweiten Aufsatze über einige Hyme- 
nobrychis- Arten berichtet der Verf. zuvörderst, 
dass mehrere derselben in den südlichen Provinzen 
des russischen Reichs- vorkommen, dass sie sicher 
als Zierpflanzen benützt werden würden, wenn ihre 
Zueht nieht so schwierig wäre, und sie in Gärten so 
selten zur Blüte kümen. Aus diesem Grunde, und 
‘weil nun die Botaniker sich mit bloss getröckneten 
. Exemplaren begnügen müssen, sey die Kenntniss 


451 


derselben eben so unvollkommen, als die Verwechs- 


lung und Verwirrung der Arten mannigfaltig erscheine. 


‘ Nach weiters fortgesetzten Erläuterungen der ver- 


schiedenen bezüglichen Schriftsteller folgen nach An- - 


gabe der Charaetere des Genus Onobryehis und 

des Suhgenus Hymenobrychis, folgende Arten mit 

genau bestimmten Diagnosen, kritischen Auseinan- 

andersetzungen und Beschreibungen u. s. w. 

1. Onobrychis vaginalis, mit den Varietäten ver- 
nalis und aestivalis. Zu eisterer gehört: 0. 
vaginalis C. A. Meyer. Enum. pl. caue, casp. 
Nro. 1286, nd zur zweiten die dortige Nr. 
1285 mit dem Syn, Hedys. radiatum M. Bieb. 
Fl. tour, cauc, III. 483 und H. B uxh, l KL 
U. 179, | 

2. 0. Pallasiö M, Bieb. Cent, pl. rar. ross, t. 35. 

3. 0, circinata Dese. Journ. de bot, IH. pag. 181. 
und Sprengel syst, IH. 204. u 

4. 0, Hohexackeriana €. A. Meyer., die früher 
von dem Verf. als var. y. radiate der 0, vagi- 
nalis aufgestellt war. 

Solehe Erläuterungen von lebenden Pflauzen 


genommen und mit Sachkenntniss durchgeführt, sind 


jedenfalls sehr schätzenswerth. 


"Bulletin de la socidie impöriale des Naturalistes 


.. de Moscow. Annde 1837: Nro, VII. 1838: 
 Nro. 1— I. 


Diese schätzbaren Verhandlungen enthalten von _ 





152. 


“botanischen Aufsätzen, in Nro. VII. pag. 51: Ob- 
servationes quaedam botanicae ad floram rossi- 
cam speetantes. Seripsit J. A. Weinmann. 


“ Ein Schüler Weinmann's hatte sich einige 
Jahre in der Gegend von Tambov aufgehalten und 
seine Botanische Sammlungen an ihn eingesendet. 
Weinmann theilt nun das Verzeichniss mit und 
beschreibt darin folgende Arten als neu: Salvia 
ruthenica Weinm., Cumpanula desertorum ]V., 
Erynglum intermedium W., Petroselinum Thör-. 
meri W., Orobanche bracteata W., Carduus 
Thörmers W., Euphorbia desertorum W. 


Seite 148, Enumeratio plantarum, quas in 
China bereali collegit et mecum benevole commu- 


nieavit cl, medieus missionis rossieae Porphy- 


rius Kirilew, N. Turezaninoff, Es scheint 
uns nicht unzwerkmässig Aus diesem Verzeichnisse - 
von Nordehina diejenigen Pflanzen anzuzeigen, wel- 
che aueh in Deutschland vorkommen, Es sind: Ra- 
nunculas sceleratus ei acris, Aquilegia vulgaris, 
Actaea spieata var., Stellaria glauca, Cerastium 
aqualicum, Bus Cotinus, Medieasge Tupulins, 
‚faleata var. coerules, Epilobium hirsutum et te 
- Tragenum, Moriophyliumm spieatum, Bupleurum 
faleatum, Viburnum Opulus, Cardwıs- erispus, 
Scorzoners austriaca, Inula Britanica, Villarsia 
'Nymphoides, Veronica Anagallis, Stachis palu- 
siris var., Glauz maritima, Euphorbia Chumae- 





155 


syee, Alisma Plantage, Potamogeton crispus, 
Gymnadenia viridis var, 

Als neue Arten sind verzeichnet: Clematis 
tubulosa, Anemyne barbulata, Viola mierantha, 
Silene aprica, Louicera chrysuntha, Galium Enea- 
sifolium, Valeriuna heterophylia, Eupatorium Ki- 
silovöi, Aster ugeratoides, Calimeris integrifolie, 
Inula Tinariuefolia, Rhododendron mueronulatum 
et mierantlum, Gentiana diluta, Tittmannia sta- 
chydifolia et Polygonutum mucropodum. 

Die erste Nro. vom Jahr 1838 enthält unter 
andern naturhistorischen Aufsätzen, pag. 43: 1) De 
Pinubus Taurieo-caucasieis, aueiore Steven, 

In der Flora taurico-eaucasica werden.4 Arten 
aufgezeichnet, nämlich: Pinus sylvestris, P. La- 
rieio (die früher für P. halepensis gehalten wurde), 
P, Picea und P. orientalis. Diesen werden nan, 
nachdem der Verf, seine Ansicht dahin geäussert 
hat, dass die Gattung Pinus in ihrer Integrität zu- 
erhalten sey,. und dass die Trennungen, welche 
neuerlichst Link versucht habe, nur als generisch 
Abtheilungen betrachtet werden könnten, mehrere 
Formen beigefügt, die die Reisenden 'Sovitz, 
Nordmann und Wittmann aus jener Gegend 
mitgebracht, von denen er jedoch nar eiie als wahre 
Art, und 2 als Varietäten anerkennt, nämlich:, 

1, Pinus Nordmanniana (mit Abbildung des aus- 
“ gezeichneten Zapfens), folüs solitariis sursum 
eurvatis subaequilengis, sirebilis erectis ovatis, 


153 


squamis obtusissimis, bracteis enneatis apice refle. 
zo obeordate longe mueronato squamae inferiore 

»  ineumhente. 

2. Pinus sylvestris var, hamata, folüs geminis, 
strobilo elongato conico brevierikus, squamis mu- 
erone dersali aeuto elongato. . 

3. Pinus sylvestris urgentea, foliis geminis argen- 
teo-canis strobilum ovato-conicum subneguanti- 
bus, squamis tubereule retrorsum hamato. 

Alle sind vollständig beschrieben und erläutert. 

Pag. 85: Catalogus planiarum in regioni- 

bus baikglensibus et in Dahuria sponte crescen- 

tum, von ‚Turezanineoff, in welchem folgende. 
als neue Species?genannt werden: 
Thalierum sparsiflerum et baicalense, Ane- 

‚ mone baicalensis, Trallius dahurieus, Eranihis 

uncinata, Isapyrum grandiflerum, Aconitum ma- 

‚rorbynchum, Actinespora dahurica, Paper 

lejocarpum, Nasturtium densiflorum et glebosum, 

Cardamine grandiflora et temuifolia, Draba ge- 

lida, primuleides, mongolica, maerophylia, pyg- 

maeuet rosea, Andzrejewskia parviflora, Eutrema 
parviflorum, piliferum ei cordifolium, Smelows- 
kia bifurcata, Isatis intermedia, Viola ireuliane, 
brachyceras, incisa et repens, Silene dasyphylla, 
chamarensis, aprica et saxatilis, Stellaria dis- 
color et umbellata, Arenaria stenopetala, Ceru- 
stium glabellum, Kruascheninnikowia rupestris, 
Ehamnus polymerpkus, Cotyledon fimbriata, Bi- 


155 


‚bes pulchellum, Chrysosplenium peltatum, ‚Carum 
buriatieum, ‚Bupleurum Tongeradiatum, Lithos- 
ciadium mullicaule, Cnidium salinum, Stoeno- 
celium divarieatum, Conioselinum wnivittatum, ' 
eenolophivides et Iongifolium, Peucerlanum ange- 
livaefolium, seseloides, puberulum et himile, Üzer- 
nigjevia laevigata, Hansenia mongolica, Phlojo- 
diearpus dahurieus et villosas, honicera chry- 
 santha, Galium dahuricum, Valeriana hetero- 
phylla, Nardosmia sawatilis, Aster chrysocamoi- 
des, Calimeris integrifolia, Erigeron armerifo- 
lum, Pyrethrum Kirilowiü, Artemisia Haloden- 
dron, suhviscosa eh selengensis, Saussures pap- 
posa, aruminala, congesta, sguurrosa, Anan- , 
dria dimorpha, Crepis stenoma, Azalea pallida, 
‚Gentiana Pulmanaria, Lithaspermum serrulatum, 
Myosotis multicaulis, rudicans et incana, Echi- 
nospermum compressum, Pedicylaris fistulosa, 


_- Einaria buriatica, Veronica tubiflera, Orobanche 


borealis, macrolepis, Pinguieula pallida, Pri- 
mula patens, Rumex Gmelini, Diarthron lnifo- 
lium, Thesium Basninianum, longifolium et sewa- 
tile, Salir mierostachya, und mehrere noch unbe- 
stimmfe Species Salicum, Alnus hörsuta, Buto- 
mus junceus, Smilaeing, dahuriea, Gagea pauci- 
Flora, Imperialis Dagens, ‚Allium monadelphum 
et condensatum, Asparagus parviflorus, Sparga- 
neum longifolium, Eriophorum humile, Carex 
decipiens Cjam adest hujus nominis species a cl, 





156 
Gay), Carex sabulesa, melanocephala, .eleusi- 
noides, brachyphylia, asperula, obliqua, [alcata, 
amblocarpa, algida, Drymopkäla ei macrogyma, 
Melica Gmelina, virgata, Poa allida, Tritieum 
marrourum, Elymus dahurieus, excelsus, Zizania 
Iatifolia, Pteris minuta et Asplenium sibirieum. ' 
‘Herr Turezaninoff in Moskau fügt hei, 
däss-ex von allen Verzeichnefen mehrere Donbletten 
gesammelt hat, und deswegen mit auswärtigen Bo- 
tanikern in Verbindung freten möchte, wozu er die 
Adresse des Hrn, Gartendirektors Fischer in-St. . 
Petershurg vorschlägt. 
Nro. II. von 1838 enthält.S. 113: Note sur 
ume nouvelle espece de ‚Centaurde, par M. A 
.Riehter. 
Der Verf. erläutert zuerst die spezifischen Un- 
sehiede der Centaurea splendens und der C. alba, 
_ die nach ihm weniger in den mehr oder minder 
getheilten oder eingeschnittenen Blättern, als viel- 
mehr darin liegen, dass der Rückennerve der Hüll- 
schuppen hei ersterer am Rande der appendix sca- 
riosa sich verliert, hei letzterer aber über den Rand 
binaus in eine Granne sich verlängert. Er glaubt da- 
her, dass die von Gaudin und Reichenbach in 
der Schweiz und im südlichen Ttalien unter erste- 
rem Namen ängegehene Pflanze zu Ü. alba gehö- 
ren müsse‘, indem diese Autoren ihrer Pflanze, ge- 
gen die ausdrückliche Bestinmung Linn®s, der 
die üchte €. splendens schen dureh einen calyx ob-- 


157 


% 


“ " tusus charakterisirte , phylia calyeina in aristam acu- 


minata oder sqnamae euspidatae zuschreiben. Die 
wahre C, splendens scheint bis jetzt auf das süd- 
liche Russland und Spanien beschränkt zu seyn, Die 
von dem Verf. neuaufgestellte und C, calva genannte 


‚Art unterscheidet sich von der ihr zunächst verwand- 


ten ©, ulba durch den Mangel des Pappus, und 


verhält sich demnach zu letzterer, wie C, Calei- 


trapu zu C. iberica. Sie wurde von ihm bei Sa- 


lerno in Italien entdeckt, und dürfte wohl auch 
den süddeutschen Botanikera zur Aufsuchung em- 


pfohlen werden. 

Nro. IH. bringt S. 239 eine Enumeratio plan- 
terum, quus in ifinere per provinciam Talysch 
eollegit B. Fr. Hokenacker. Der Verf. hatte in 


den Jahren 1834 und’ 1835 das Glück, die am süd- 
westlichen Ufer des. kaspischen Meeres gelegene- 


Provinz Talysch, hauptsächlich für die Erweiterung 
der Pilanzenkunde zu bereisen, und theilt nunmehr 


hier das Verzeichniss der. von ihm gefundenen Pilan- 
zen, nebst ihren Fundorten, so wie die Diagnosen’ 


der neu entdeckten Arten mit. Da es nicht unin- 
teressant seyn dürfte, die Zahlenverhältsisse der 
dort vorkommenden Familien mit denen anderer Flo- 


ren zu vergleichen, so wollen wir diese hier aus- 


heben, und: zugleich die neuen Arten bezeichnen: 


Rhizospermeae 2. Equisetege 3. Ophioglossene 1. 


Pilices 16, darunter sind neu Aspidium affıne 


Fisch. et Mey. und Cheilanthes: Szovitü. Pota- 


DEE 


158 


mogetonene 5 Aroideae 3. Toyphaceae 3. Alis- 
maceae 2. Butomeue 1. Gramineae 97, worunter 


neu Stipa Szovitsiuna Trin. „Pod Hohenackeri 


"Trim, Glyceria caspia Trin. und Bromus bri- 


zueformis Risch. et Mey. Uyperacene 27. Iri- 


‘deae. 8; worunter ein Crocus easpius Fisch. et 
Mey. Narcisseae 2, Juncene 9. Juncugineae 1. 


Colchieaceue: 2, Smilucene 9. - Dioscoreae 1. - 


Coronariae 19, neu ist Seilla Höhenäckeri Fisch. 


“et Mey. Orchideae 17. Tasxeae 2%: Santdleue 1. - 


-.Elaengneae 1. Strobilacene 3. Thyinelaeaceue 1, 


"Amentaceue 17, worunter Auxtercus macrantherä 


"Fisch. et Mey. Urticaceue 14. Homamelideae 1. 


Plümbögineae 5 Globulariaceae 1: Dipsaceue 11, 


\ Valerianeue 11, wormter neu: Vealerianelld am- 
biyotis F. et M., V. seleröcarpa F. et M., V: 
oxyrhyncha F.. ee M. und V. playiostephana F; 
eM Caprifoßacene 6. Loranthaceue 1. Ru- 
biaeeae 26, darunter ein neues Genus: . Karamy- 


schewia P. et M. wit der Species K. hedyotoides, - 
ferner Crueiumella chlorostachys Fi et M: ud O 
'exasperata P. ei M.. Sıjnantherede 168; als neue, 


Axtei erscheinen: Rhugadiolus Hedypnois F. et M., 

Pterotheta bifida P. et M., Willemetia tuberosa 

Er 

.  Xeranthemum longepapposum F. et M., Cousinia 
.. .Hohenackeri P: et M.,. ©. Hystrix 6. A: Myy.; 
. Rhapontieum pulchrum F. et M., Jwrinei specie- 
bilis Frei I,, Cirsium fallax P, et M.; Ü: füllax 


F. et M.; Trägopogon mucropogon CO, A: Mey.; 


m ee m en em mn m ee 


_ 1 


Fe M., 6. Tricholoma P, et M., Siegesbeckin 


caspia F. et M., Gnaphalium plicabum F\ et M., 
Amblyocarpum inuloides F.et M. und Botryadenia 
Gmelins F. et M. — Cucurbitacede 2. Campanı- 
laceae 9, worunter ein. Phyteume pulchelhun IP. 
et M. Labiatae 79, darunter: Teuerium eanım F. 
et M., Satureja mutica P. et M., Stächys vosea 
Hohenack,, Marrubiam propinguum. F. etM. et M. 


parviflorum I, et M. _ Verbenuceue 2: Borragi- 


neae 36, darunter: Echiuwn amöenum P. et M. und’ 
Soleranthus brachystemon P. et M, Convolvula- 
cene 9. , Polygalese 3, darunter: Polygald Ho- 


‚henackeridna F\ ei M, ÜOrobanchene 7. Rhinan- 


thacene 28. Serofulärinae 16, mit‘ dem neuen 
Antirrhinum rytidospermum P. et M. Solana- 


.ceae. Cincl. Verhaseo) 18, darünter Hyoscijdmus 


Camerarii. F. et M. Primulaceae 8. Plantagi- 
neue 6. Vüceineae 1. Asclepiadene 4. Apooye' 
neue 2. Gentiancae 6. Jasininene 4, Aguifo- 


Tinceae 1,, Ebenaeede 1. Umbelliferue 61, wörun- 


ter nei Hohenuckeria bupleurifolia P. ei M, und 
Pastindei armena F. ei, Araliaceae 1. Am- | 
pelideae 1.. Rhömnede 4, worunter Ehamsius gran- 
difolia P. ei M., R. spathulifolia F. et M. und 
Eh. Paläsü F. ei M. neu sind: Die ‚noch rück- 


. ständigen Familien dürften wahrscheinlich in dem 


nächsten Hefte folgen. Bemierkenswerth ist, dass 


beinahe die Hälfte der verzeichneten Pflanzen auch 


der Flora des flachen Deutschlands angehört, 





160 


Die Flora der Schweiz, von Dr, J. Hegetswei- 
ler, Erste Lieferung. 144 8. in 8, die 4 er. 
sten Linn. Classen enthaltend, 


In Folge einer Nachricht des Verlegers, Herrn 

Fr. Schulihes in Zürich, wird diese Flora zwar in 
einzelnen Lieferungen ausgegeben, aber das Ganze 
noch im Jahre 1838, etwa 1000 Seiten stark, mit 
mehreren Kupfertafeln geziert, zu dem Preise von 
4 fl. 54 kr. erscheinen. Die gewählte deutsche 
Sprache wird besonders hervorgehohen, die Auf. 
nahme der Cultur- und Gartenpflanzen und Anzeige 
des teehnischen und ärztlichen Gebrauchs soll diess . 
Buch noch werthvoller machen. Auch soll es nahe 
an 700 Arten mehr enthalten als in Gaudiws Sy- 
nopsis aufgezählt sind, und endlich der hlossen Zer- 
splitterung vielförmiger Arten, so wie dem willkühr- 
- lichen Zusammenziehen derselben besondere Auf. 
‚merksamkeit gewidmet werden, 
- Wenn man nun beim ersten Anblick dieser 
Flora dem Gedanken Baum geben möchte, dass 
sie — da bereiis eine neue und vollständige von 
Gaudin verfasste Flora helvefica vorliegt, auch. 
‚ein Auszug als Synopsis erschienen, und selbst 
Kochs Synopsis die Schweiz mit umfasst — als 
- überflüssiges Machwerk anzusehen sey, so wird 
-man doch anderen Sinnes werden, wenn man den 
"Inhalt derselben einer nähern Prüfung unterwirft. 
Rec. hat dieselbe mit vielem Vergnügen und mit 
grosser Belehrung durchgesehen, und sie ist aller- 





{ 


u | 161 
Literatuxrberieht Nro. 11. 1838, 





dings als ein Wort zu seiner Zeit anzusehen, und 
daher jedem systematischen Botaniker zu empfehlen. 
Der Verß,, welcher ohnehin als genauer Erforscher 
natürlicher Pflanzenverhältnisse ‚bekannt ist, hat in 
dieser Flora ganz neue Wege eingeschlagen, und 
naturgemässe Grundsätze entwickelt, die ganz geeig- 
net sind, die Zerwürfnisse wegen Zersplitterung 
und Zusammenziehung der Arten zu beseitigen und 
zu vereinigen, was bisher ganz unmöglich schien. 
Diess beruht nämlich auf dem Verfahren, die Dubia, . 
die von der einen Partliei als Arten, von’der an- 
dern als Abarten angesehen werden wollen, als’ 
wirkliche Arten mit Nummern und Diagnosen verse- 
hen, aufzustellen, ja solche zum öftern noch mit 
nenen Arten zu- bereichern, ' hintennach aber die 
Ansicht auszusprechen, dass die und die Nummern 
Formen oder Ragen eine Hauptart seyen, die nur. 
durch Einwirkung natürlicher Verhältnisse entstan- 
den oder modifieirt worden. Der blosse Herbarien- 


} ‚sammler hat daher den Vortheil, eine schöne Reihe 


von Arten aufzunehmen und an einander zu reihen, 
ohne ein Heer von unhesiimmien Varietäten anzu- 
fügen, und kann es dann füglich einer weitern For- 
schung unterstellen, in wie fern natürliche Einflüsse 
Veränderungen bewirkt haben möger, Um nun von 
dieser Aufstellung ein Beispiel zu geben, soll die 
Gattung Pestuca dienen. Der Verf. stellt als Ragen 


| 11 





162 0° 
F. duriuscula folgende Arten mit N’ uinmern , Trivial- 
” namen, Diagnosen, Dauer, Blüthezeit und Wohnörtern ' 
äuf: Pestuca orina L., F. curvula Gaud.,P. glauca 
"Lb., F. valesiasa Gaud, F. vaginata w. «Kite, F. 
kirsuta nob:, F. longifolia nob., I’. violacen-Gaud,, 
F. alpina Sut., P. Halleri All., P. heterophr ya 
"Vill., Fo dumetorum nob., Pr ‚Tongiseta 'nob,, F. 
’ repens nob., F. megastachya nob., -P. glaucescens 
nob:, Pnigrescens Gaud., F.Scheuchzeri Gaud., 
und fügt ‚dann die- Anmerkung bei: „So verschie. 
‚ den auf: den. ersten Blick‘ diese. 16 Formen des härt- 
lichen Schwingels scheinen,‘ ’so giht 'es dennoch‘ zuhl- 
reiche Tebergänge und .die Beobachtung "weist" sie 
als Produete :des Einflusses der Aussenwelt nach, 
Zur‘ genauen: -Kemntniss einer Pflanze gehört aber 
vorzüglich auch eine genaue. Siehtung ‚der Formen, 
"Mit Unrecht. hat man in'neuern Zeiten“ einige dei-. 
selben als blosse Spielarten unter-einer Üollectivart, 
und andere. eben so, wenig selbstständige als beson- 
dere Arten aufgeführt. — Von den’ Formen des härtli- 
chen Schwingels kommen alle mit.borstenartigen Blät- 
tern an unheschatteten dürren Orten, und alle mit 
eingerollten Wurzelblättern und etwas breitern Haln- 
blättern an heschatteten Orten, meist im: @rasschat- 
_ ten vor. Der‘ nieergrüne ‚Anflug bei einigen ist Folge 
‘von rauhem Boden und Hitze; die stärkere Färbung 
der Aehrchen der meisten Alpenformen rührt von dem 
stärkeren Einflusse des Lichtes her. An trockenen 
- „Orten verkümmert die Rispe: -fast zur- ‚Achre usw. 


165 


Vebrigens sind hei der weitern Ausführung des 


‘Plans d&s Verf, die Uebersichten der Gattungen mit 








vollständigen Characteren jeder Classe vorangestellt, 


und der Name der Familien hinzugefügt. Dann fol- 
gen die Arten nach ihren Ordnungen mit einer Art 
beschreibender Diagnose, die nicht zu kurz und nicht 


‚ zu lang ist, ‚mit Angabe der Dauer, Blüthezeit, 


Wohnorte; und bei manchen. ‘auch des Gebrauchs; 
und der Wirkung und andere zweckmässige Anmer- 
kungen. Die Anordnung der Neuern in Zersplit- 
terung der Gattungen - hat der. Verf. nicht. befolgt, 
fast überall nur .die Linn&schen beihehalten, und _ 
die der Neuern bei Aufstellung . der Arten als Ab- 


theilungen oder Rotten benützt. Seo, z. B. ist Sca- 


biosa in ihrer Integrität erhalten, und Cephularid, 


‘Knautia, Succisa, Columbaria und Asterocepha: . 
lus machen. mit ihren Character&n die Roiten aus; - _ 


Nur bin und wieder sind-uns einige Zweideutigkei- 
ten aufgestossen: so scheinen hie und da die Num- 
mern versetzt zu seyn, denn bei Alopeeiwrus fulvus 


“ steht nach der Diagnose: „älles” übrige wie bei 


Nro. 159, diess ist aber A. agrestis und sollte doch 
wohl geniculatus. seyn: 8. 121 steht die Bömer- 
kung: die Seabiosen von .Nro; 381. bis und mit 385 
bilden eine Reihe’ von Formen, deren Unterschiede 
von dem Einflusse der Äussenwelt abhängen u..s. w: 
Nun ist aber Nro; 385; die Scab. Suecisä, die wohl 
schwerlich als Form der übrigen anzüsehen ist, und 
wäre sie es, so müsste die Nro. 356, die Se. glabrute 
11 . 


164 

- des Verf, mib welchem Namen die in Sümpfen 

wachsende glattblättrige bisherige Se. Succisu ß. 

belegt, ist, auch dahin gehören, Yerner stellt der 
Verf. eine Vereniea tenella nobis auf; es giht 


aber im Systeme sehon eine Pflanze dieses Namens 


von Alliene; dann auch eine Feleriena angusti- 
folia nobis, obwohl Tausch, Host, Dierbach 
schon eine selehe bestimmt haben; eine Aira alpine, 


Poa anceps wnd siriete, alles Namen, die früher ' 
schon vergeben sind. Die „SP’hragmites flavescens 


nobis“ von Sargans ist dieselhe Pflanze, welche in 
der bot. Zeit. 1823, 8.177 als Arundo Plinüi be- 
"bestimmt worden ist. „Pofamogeton flexuosus 


nob.“ nimmt P. praelongus Wulf. und „P. oblon-: 


"gus nobis“ P. flnitans Roth als Synonyma auf, 
cui bone? 
‘Wie weit sich die Gränze dieser Flora ersfre- 
cken soll, darüber wird uns wohl die V: errede be- 
lehren; es steht aber zu vermuthen, dass Deutsch- 
land mit eingeshlossen ist, da Pflanzen angegeben 
sind, die hei Mainz verkommen, und es sogar bei 


Scirpus mullicaulis Sm. heisst: „in Terfsümpfen 


in Deutschland.‘ In dieser Vorrede dürften wohl 
aueh. die geognostischen Verhältnisse des Bezirks der 
. Flora-angegeben werden, obwohl wir sehr gewünscht 
hätten. dass diess hie und da schon bei einzelnen 


. Pflanzen geschehen seyn möchte, wie es sehr zweck-_ 


mässig mit Angabe der Seehöhe der Fall ist. Auf 
die hie und da eingestreuten botanischen Bemerkun- 





105 


gen werden wir beim Schlusse des ganzen Werkes 
zurückkommen. 





Pragae, 1837, apud J. G. Calve: - 
Icones fungorum hucusque cognitorum, Auetore 

A. C. J. Corda, Zoologiae in museo bohemico 

eustode &e. Tom. IL. Abbildungen der Pilze 


. and Schwämme. Von A. C. I. Corda, Exster 


Band, mit 7 Tafeln. 32 S. in Fol. 


Der den Botanikern als scharfsichtiger und fleis- 


siger Beobachter mikroskopischer Gegenstände. schon 


bekannte Verfasser unternimmt es im_ gegenwärtigen. 


Werke, das grosse Reich der Pilze und Schwämme 
in nafurgetreuen mikroskopischen Abbildungen dem 
beschauenden Auge nüher zu rücken. Wenn diesem 
Unternehmen, als einer dureh die Fortschritte der 


Wissenschaft nothwendig gewordenen Erscheinung, 


an und für sich schon die allgemeine. Anerkennung 
nicht entgehen kaun, so gewinnt dasselbe dadurch 
noch eine höhere Bedeutung, dass es zugleich bei 


Weitem dem grössten Theile nach neue Arten oder 


Formen der auch im Kleinsten die grösste Mannig- 
faltigkeit entwickelnden schöpferischen Natur vor- 
führt. Wenn daher der Verf. den Leser ermahnt: 
nicht die kalte Strenge der Beobachtung und die 


einfachen, durch Veberfüllung helästigenden Tafeln 


zu scheuen, so wird dieser, wenn er anders Sinn 
für die Sache hat, ihm für erstere nur Dank wissen, 


% 
E) 


196 


und für letztere selbst das von dem Verf, ausge- 
hende harte Urtheil mildern, wenn er darin, olıne 
Gefährdung der Deutlichkeit für weniges Geld Vie- 
les geliefert erhält. Eine schwierigere Stellung er- 


hält schon der Kritiker, dem der Verf. ans Herz . 


legt, zu erwägen, dass er nicht abgeschrieben, son- 
dern eigene und neue Beobachtungen gegeben habe, 
Diese alle zu prüfen, kann kaum Sache des Ein- 
zelnen seyn, und liegt auch nicht in der Ahsicht 
des Referenten, der durch gegenwärtige Anzeige 
nur auf diese reiche Fundgrube aufmerksam machen 
will, in der TVeberzeugung, dass die reichlaltige 
Belehrung , welche sie gewährt, gewiss viele zu 
ähnlichen Studien bestimmen, und dadurch später 
eine kritische Würdigung der Arbeiten des Herm, 


Corda möglich machen werde, In dem vorliegen-. 
den ersten Bande, dem, eimer Buchhändler-Anzeige 


: zu Folge, der zweite bereits gefolgt ist, sind 103 
Gattungen mit 316 Arten aufgeführt, wovon 258 
vorher nech unheschrieben waren. Im Texte sind die 
"Charaktere der Gattungen und Arten, so wie deren 
" "Wohn- und Fundorte und die Erklärung der Abbildun- 
gen vollständig angegeben; letztere stellen jede Art 
in nafürlicher Grösse, dann aber einen Theil dersel- 
ben, so wie die Sporen, in bedeutender Vergrösse- 
rung dar, Neue Gattungen sind, ausser den von 
Hro. Corda schon früher in Sturm’s Heften publi- 
eirten, unfer den Eaeomaceen Stromateria, Chroo- 
stroma, Gliostroma. und Crocysporium; unter den 


ein. 


a ei” 2 nn 


167 


Phragmidiaceen Pusoma, Selenosporium und Hy- 
menoporlium; unter den "Porulaeeen Speira, Oyro- 
ceras, Bispora, Septonemu und Ürimmatostroma; 
unter den Sporotrichaeeen Hyxonema, Zygodesmus, 
Anpkiblistrum, Monotospora; unter den Baetri- 
diaceen Cladotrichum, Myxoeladium und Sorede- 
sporaz unter den Helmintbosporiaceen Mystrospo- 
rium, Trichaegum, Hcheoma und Triposporium;: 
unter den Psiloniaceen Bhinstrichum, Halysium, 
Tricholeconium und Sporedum; unter den Asper-. 
gillinen Graphium, Ueratopodimn, Peronosyora, 
Stachybotrys, Iihedocephatus, Stysanus; unter 
den Coniogasteren Pripofrichia; unter den Alphi- 
tomorphaeeen Pleuropyris, Pisomyza; unter den 
Sphaeriaceen Melanospora. Kritische Bemerkun- 
gen konmen hin und wieder vor; besonders interes- 
sant aber ist die Bemerkung hei Cohrimus, dass 
diese Sippe die einzige sey, welche nach dem ge- 
genwärtigen Stande der Mykologie von den ührigen, 
das fast unüberschbare Genus Ayarieus bildenden 
Sippen getrennt werden müsse, indem die von Fries 


neuerlichst versuchte Zerfällung, welche sich auf 


das Vorhandenseya des zwischen den beiden Blät- 
“iern der Schlauchsehiekte liegenden Dissepimentun 
gründet, auf einem sehr untergeordneten und trüge- 
sischen Kennzeichen beruhbe, und auch die Sporen 
aller von Hrn. Corda untersuchten, mehr. als 1000 
Agarieus- Arten keine solche Differenzen bieten, wie 
die Sporen aller übrigen Pilzreihen. In der irefili- 


168 


„chen anatomischen Zergliederung des Coprinus pe- 
_ tasiformis gewahrt man mit Vergnügen auch die 
zwischen den Paraphysal-Zellen und den sporen- 
tragenden Schläuchen befindlichen, von dem Verf, 

“und Micheli „Antheren“ genannten Körper, de- 
ren Deutung in letzterem Sinne uns zur Zeit jedoch 
noch etwas gewagt erscheint, 


Berlin, 1838, Verlag von Theod. Friedr. Enslin: 
Terminologie der phanerogamischen Pflanzen; 
zum Unterricht in der Bofanik für Lehranstalten. 
Nebst einer Anleitung zum Selbststudium und für 
den Lehrer, wie er in der Botanik mit Nutzen 
zu unterrichten hat, von Dr. Albert Dietrich, 
Lehrer au der Gärtner - Lehraustalt in Neu-Schö- 
neberg bei Berlin, und Custos beim Königl. Her- 
barium und botanischen Garten. Zweite durch- 
aus umgearbeitete Auflage. Mit 24 lithographir- 
ten Tafeln, worauf mehr als 1200 Figuren 

befindlich sind. VII und 127 8. in gr. 8. 


Erneute Auflagen eines Werkes. erwecken im- 
mer ein günstiges Vorurtheil für dasselbe, indem 
darin ebensowohl eine Anerkennung seiner Zweck 
mässigkeit von Seiten des Publikums liegt, als auch 
zu erwarten steht, dass der Verf. dabei Gelegenheit 
“genommen haben wird, seinen Plan nach Bedürfaiss 
zu erweitern, Fehler und Mängel zu verbessern und 
die neueren Ergebnisse wissenschaftlicher Forschun- 


£ 


169 


gen an geeigneter Stelle einzuschalten. ‘Wir haben, 


‚ daher auch dieses Werk mit den günstigsten Erwar- 


tungen zur Wand genommen, müssen aber bedauern, 
diese nieht vollkommen befriedigt gefunden zu haben. 
Vor der früheren Auflage, die uns nicht zu Gesicht 
gekommen ist, hat es nach der Vorrede zur zweiten 
voraus, dass die Zahl der Platien von 8 auf 24, 
und die Menge der auf denselben dargestellten Fi- 
guren auf die doppelte Anzahl gebracht ist, wodurch 
natürlich auch ein specielleres Eingehen in die Form 
der Organe nothwendig wurde. In dieser Beziehung 
hat das Buch gewiss nur gewonnen, und da jeder 
Kunstausdruck bildlich dargestellt und im Texte mit 
Worten und durch ein Beispiel erklärt ist, se wür- 
den wir-'es jedem Anfänger, der die botanische_ 
Kunsisprache kennen lernen will, unbedenklich als 


Leitfaden empfehlen können, weun nur die Abbil- 


dungen selbst manchmal. etwas besser und .die Er- 


‚klärungen etwas schärfer und richliger gegeben wä- 


ren, und wenn der Verf. auch in die Morphologie, 
die nun einmal nicht von der Terminologie getrennt 
werden kann Cman denke war an-die BiüthenständeH 
etwas mehr eingegangen wäre, So sagt der Verf. 
2. B, ganz richtig bei dem Palmstamme, dass er 
sich von den übrigen Stengeln dadurch unterscheide, 
dass er aus mit einander verwachsenen Blatistielen 
besteht und beim Wachsen nicht dieker werde, war- 
um gibt er nun aber nicht eben so gut die Uhter- 
schiede des Baumstammes und des Halmes der Grä- 





170 

ser an? So ist „Blattstiel, der Stiel. der Blätter 
und Blumenstiel, der Stiel der Blumen“ eine blosse 
Umschreibung des Wortes, aber keine Definition. 
Auch die Erklärung: „Spindel, rachis, ein Blu- 
menstiel, der die Blumen der Länge nach trügt“ passt 


nur-auf' einen Theil der Spindeln, in soferne man . 
nämlich jetzt se ziemlich allgemein mit diesem Worte - 


denjenigen Theil des Blüthensfandes bezeichnet, auf 
welchem die Blüthenstiele befestiget sind. Wer 
glauht jetzt wohl noch an Blätter, die ohne Ordamg 
am Stengel stehen (8. 42)! Die Erklärung: „wech- 
selweis stehend sind diejenigen Blätter, die aus 
verschiedenen Punkten an den Seiten des Stengels 
'hexvorkommen ‚“ passt ebenso gut auf folia opposita 


und fola vertieillata als auf die wahren folia alterna,, 


die man richfiger als solche deänirt, welche einzeln 
auf verschiedenen Höhen des Stengels zum Vor- 
schein kommen. „Gestielt heisst jedes gestieli& Blatt“ 
das wird der Anfüuger wohl schon zuvor auch ge- 


wusst haben. Bei gekerbi heisst es; stumpfe Buch- 


ten, spitze Zacken; bei gezähnt: spitze Zacken, 
stumpfe Buchten, wo liegt also hier der Unterschied ? 
Die Rindenhöckerchen, Lentieellae, betrachtet der 


Verf. noch als die Anlage zu neuen Wurzelfasern!. 


Bei den Blüthenständen hat der Verfasser nicht die 
geringste Rücksicht auf die Röper'sche Eintheilmg 
derselben genommen, : was recht billig von einem 
Buche hätte erwartet werden können, das die Jah- 
reszahl 1838 auf seiner Sürne trägt, Nacht alt 


| 


ai 


hergebrachter Gewohnheit wird für die Aehre Lo- 
lium, für die Rispe Agrostis alba als Beispiel an- 
geführt. Eines Bessern hätte sich: der Verf, wohl 
von DeCandolle belehren lassen können. Flos 
übersetzt er mit Blume, braucht aber gleich darauf 
den Ausdruck Blütkenknopf für Alabastrım. Er 
unterscheidet auch noch eine einfache, eine zusam- ' 
mengesetzte uud eine Grasblume, und. gibt von ex- 
sterer die Definition, dass sie nur einzeln auf dem 
Blüthenboden stehe; nach diesem Begriffe hätten also 
alle Doldengewächse keine einfachen Blüthen. Der 
Ausdruck zusammengesetzte Blume ist wie billig 
jetzt wohl überall ausgemerzt, warum denn nicht 
dieselbe da abgehandelt, wo sie mit Fug und Recht 
hingehört, bei den Blüthenständen? „Zwitterblume, 
die Staubgefässe und Stengel hat; sie ist, da auch 
Kelch und Blumenkrone vorhanden ist, zugleich 
‚vollständig! Dagegen werden sich ‚Hippuris, 
Piper, Aphanes u. a. verwahren. 

Bei der Beschreibung der Formen der Corolla 
vermissen wir bin und wieder Bestimmiheit. Se, 


“heisst es z. B. rosenarlig, rosacea, eine fünfhlät- 


terige Blumenkrone, deren Kronenblätier kurze , ver- 
bundene Nägel haben; malvenartig, malvacea, eine 


. fünfblätterige Blumenkrone, deren Kronenblätter 


kurze, mit einander‘ verwachsene Nägel hahen., 
Wer vermag hier wohl einen Unterschied herauszu- 
finden? Derselben Unbestimmtheit begegnen wir 
auch kin und wieder bei den Früchten. Earyopsis 


172 


“und Achenium sollen sich 7. B. dadurch unterschei- 
den, dass bei ersterer die Fruchthülle gleichsam mit 
der Samenschale verwachsen erscheint, bei letzterer 
aber sich leichter lösen lasse. Sollte dem Verf. 
wirklich entgangen seyn, dass man unter Achenium 
jetzt so ziemlich allgemein eine einsamige Frucht . 
versteht, deren Samenschale nicht bloss mit der 
Fruehbtlülle, sondern auch mit dem bleibenden Kel- 
che innig verwachsen ist, und dass demnach ein 
himmelweiter Unterschiel zwischen der Caryopse 
eines Grases oder eines Ranmenlus und dem Ache- 
nium eines Syngenesisten besteht? Was will er 
‘wohl. damit sagen: „Amphispermiam der Antho- 
diatae; hier entsteht aus jedem Blümchen eine Sa- 
menhüle?“ Wenn er sagt, die Frucht der Dolden 
(gewächse) bestehe aus zwei Samenhüllen, die der 
‚Länge nach mit einander zusammenhängen, sich bei 
der Reife meist trennen, und dann an einem gemein- 
schaftlichen, zweitheiligen, fadenförmigen Fruchiträ- 

. ger hängen, so ist auch hier das wesentliche Merk- 
mal des bleibenden Kelches, der ver der Reife die 
Trennung hindert, unkerücksichtigt geblieben. Falsch 
ist es, dass die Schlauchfracht, utrienlus, eine ein- 

"samige Fracht sey, mit eine? dünnen, lockeren, 
aufspringenden Fruchthülle umgeben , und noch 
irriger, wena der Verf, als Beispiel neben Che- 

 nopodium zugleich auch Amuranthus aufführt, 

„welche letztere Gattung sich ausser anderen Merk- 
malen gerade durch die capsula circumseissa von 


175 


’ 
dem, einen wahren, nicht aufspringenden Utrieulus 


hesitzenden Chenopodium unterscheidet, Auf die 
so wiehtige Unterschiede begründende Anzahl der 
Fruchtblätter nimmt der Verf. nirgends Rücksicht 
und speist diejenigen, welche an eine neuere Ter- 
minologie eine solche Anforderung stellen möchten, 
kurz damit ab, dass die Herren Carpologen mit den 
verschiedenen Fruchtarten selbst noch nicht im Rei- 
nen wären. Ist es vielleicht der Herr Verf. mit 
seiner Eintheilung? 

Auch bei der Terminologie der Samen gäbe es 
mancherlei zu erinnern. So sagt der Verf. z. B. 
anliegend, aceumbentes, seyen die Cotyledonen, 
'wenn sie mit dem Rücken gegen die Seiten des 
Samens liegen, und aufliegend, wenn sie mit dem 
Rücken gegen die Flächen des Samens gekehrt sind; 
er vernachlässigt also ganz, das Verhälteiss der Lage, 
derselben zu dem Würzelchen anzugeben, worauf 
es hier doch vorzugsweise ankommt, und worauf 
sich aueh die ven DeCandolle sehr zweckmässig 
"gewählte Bezeichnungsweise O = und O|| gründet. 
— Trotz der gerügten Mängel würden wir doch 
dieses Werk als einen in vielen Fällen ausreichen-. 
den Wegweiser dem Anfänger der Botanik empfehlen 
können, wenn ihm der Verf. nur noch durch ein 
angehüngtes deutsches und lateinisches Namenregi- 
ster eine grössere Bequemlichkeit beim Gehrauche 
ertheilt. hätte. Er wird uns freilich entgegnen, das - 
Buch sey weniger zum Naehschlagen als zu einem: 


2 


171 


Leitfaden beim Unterrichte bestimmt, und uns des. 
weegeh auf seine in der Einleitung gegebene Anwei- 

sung für den Lehrer, wie er selbst in zahlreichen 
Schulklassen in der Botanik zu unterrichten hat, 

verweisen, Aber diese von ihm vorgeschlagene Me- 
thode können wir durchaus nieht billigen, denn sie 
setzt uns in eine, glücklicherweise für die armen 

Schüler jetzt grösstentheils verübergegangene Pe. 
riode zurück, wo man das Mittel mit dem Zwecke 
verwechselte und durch ein geistertödtendes Erlernen, 
der Runstausdrücke es büchstens zu einer gewissen ” 
Fertigkeit in der Handhabung der letzteren und im 
Bestimmen der Pflänzen brachte, wörin doch wohl 
nicht die Aufgabe der Botanik zu suchen ist. Der- 
jenige Schüler, welcher für das Geschäftsleben be- 
stimmt ist, wird nur dann wahren Nutzen aus dem 
* bötanischen Unterriehte ziehen, wenn ihn die Pflauze 
als ein lebendiger Körper in ihren Lebensverrichtun- 
geh vergeführt wird, wenn er lernt; worauf es 
bei ihrem Wachsthume und ihrer fortschreitenden 
Entwicklung ankomme, und auf welchen Gesetzen 
die täglich vorkommenden Erscheinungen im Pflan- 
zenleben beruhen; die für ihn netkwendige Termi- 
nelegie lernt. er dann nebenbei, und: wenn ihm ja 
ein unbekannter Ausdruck vorkommen sollte, so kann 
er sich in jedem botanischen Wörterbuche darüber 
Raths erholen. Es wird ihm ferner nützlicher seyn, 
das Vaterland der den Menschen wichtigeren Nutz- 
gewächse, ihre Verbreitung, Plege u: » wi ıd 


175 


F 
N 


wissen, als’ die Kennzeichen zwar allgemein ver- 
breiteter aber das praktische Leben nieht berühren- 
der Pflanzen im Gedächtnisse zu haben, Wenn da- 
her der Verf. sagt, dass eine allgemeine Naturge- 
schichte des Pflanzenreichs, worunter er das Erheb- 
lichste aus der Anatomie, Physiologie, Geographie 
und Geschichte der Pflanzen und Botanik verstan- 
den haben will, nur in soferne gelehrt werden solle, 
als noch ein fünfter Curs statifände, dass’aber da- 
mit „um Gottes Willen" kein Lehrer sich befassen 
solle, der nicht Botaniker von Profession ist, indem ' 
sonst sehr viel Unrichtiges und nicht recht Verdautes 
gelehrt werden könne, das dem. ins’ Geschäfisleben 
eintretenden Schüler nachtheilig werden könne, — 
so müssen wir ihm zwar in letzterer Hinsicht Recht 
geben, weil überhaupf keiner als Lehrer auftreten 
soll, der seines Gegenstandes nicht’ vollkommen Mei- 
sier ist, in ersterer Beziehung ihm - aber geradezu 
widersprechen ; da wir mit der Mehrzahl unserer 
Collegen die wiedglie Erfahrung gemacht, haben, 
dass ein deutlicher," von Subtilitäten und gelehrfen 
Spitzfindigkeiten freier Vortrag über die Lebensver- 
richtungen der Gewächse, ihre Verbreitung über 
die Erde u. s, w. das jugendliche Gemüth weit mehr 
anspricht und bildet, als die langweilige Erklärung 
von Kunstausdrücken, die, mit Widerwillen erlernt, 
eben so hald wieder vergessen werden. Der Verf. 
scheint also nicht recht bedacht zu haben, wie nahe 
er einem grösstentheils sehr ehrwürdigen Stande ' 


je 


176 


getreten ist, indem er bedanert, dass „in den mehr-' 
‘ sten Schulen in den Naturgeschichtsstunden nichts 
als Absurditäten gelehrt werden, lie dem Schüler 
weder für den Augenblick, noch fürs künftige Le- 
ben nützlich sind,“ und möge sich hüten, dass auf 
ihn nicht das Gleichniss des Pharisiers im Tempel 
ängewendet werde. In der Anleitung zum Selbst- 
studium erfahren wir unter Anderem auch, dass 
zum Einlegen der Pilauzen die sogenannten Pflan- 
zenpressen nicht allein unnütz, sondern sogar schäd: 
lich. seyen, indem darin die Pflanzen leicht zu schim- 
meln anfangen. Darin geben wir ihm freilich Recht, 
| wenn er die Pflanzen, wie angegeben, unmittelbar 
auf die Löschpapierlagen legt und erst nach acht 
Tagen die Papiere wechselt, Dass der Verf. end- 
lick unfer den: Werken, welche zum Nachschlagen. 
und zur weiieren Belehrung dienen, nur seine 
eigenen, die eben nicht immer die gründlichsten 
sind, aufführt, dürfte vielleicht seinen Grund in 
dem „allgemeinen, zum Wk vorübergehenden 
Zustand der deutschen Literatur, an welchem auch 
die Botanik Antheil nimmt, und der sich als der 
egoistische nicht nur bezeichnen, sondern auch 
dedueiren lässt“ (vergl. Nees v. Esenb. Naturgesch. 
der europ. Leberm. B, IV. S. XIV.) finden. Die 
‘ Austattung des Werkes von Seiten der Verlagshand- 
lung ist, was Druck und Papier anbelangt, vorzüglich, 
j auch die Steintafelu sind für den billigen Preis in 
der Regel guf ausgeführt. 


\ . 4 ” | x j 





‚Literaturberichte. 
Flora 
oder 


allgemeinen botanischen Zeitung. 





Im Auftrage 
der königl. bayer. botanischen Gesellschaft 


zu 


Regensburg 


herausgegeben 
von . 
Dr. David Heinrich Hoppe 
- und. 


Dr. August Emanuel Fürnrohr. 


Achter Band. 





man 


Regensburg 1838. 


n 
1 


Inhaltsverzeichniss. 
AARANAMAAN 
1. Literarische Berichte, 


Bertoloni, Ylora italien. 31. 


' Blufl', Nees ab Esenbeck et Schauer, Compendium 


Florae Germanicae. Seetio I T.LP. IL 42. 
Bulletin de Ia societe imperiale des Naturalistes de 
Moscou. 1837. Nro. VL 1838, T— II 151. 
Corila, Teones fungorum bncusque cognitorum. T.L 65, 
Dietrich, Terminologie der phanerogamischen Pflan- 
zen. 168, 
Hegetschweiler, die Flora der Schweiz. I. Liefer. 160, - 
Heldmaun, oberhessische Flora. 9% 


Hohenäcker, Einumeratio plantarum, quas in ilinere 


per provineiam Talysch collegit. 157. 
Hibener und Genih, Deutschlands Lebermoose in 
getroekneten Exemplaren. IH. und IV. Liefer. 197. 
Kreutzer, Ossterreichs Giftgewächse. 141. 


, Kunth, Cyperographia synoptica. 102. 


Libert, Plantae eryptogamicae, quas iu ‚Ardnonns 
legit. Fase. IV. 75. 

Löhr, Flora von Coblenz. 129. . 

Maly, Flora siyriaca. 131. 

Mömoires prösentes & TAcadömie . imperiale des 
scienges de Saint- Petersbowg. T. 1. 5. et 
6 Live. 45. 

Meyen, neues System der Pfanzenphysiologie. ı 

Meyer, Uhloris Hannoverana. - 52. 

— — über einige Hymenobryehis- Arten. 150. 

Moris, Flora Sardoa. 92. 

Nees von Esenbeck, Naturgeschichte der europäl- 
schen Lebermoose. .3s und 4s Bdchn. 143. - 

Reichenbach, Icones Florae Germaniene. Cent. II. 
Deu. 1 —6. 119. 177. 


‚Richter, Note sur une neuvelle espbee de Len- 


tauree, 156. 


av 

Schmidt, ' botanischer: Wegweiser. 76. - 

., Spenner,, Handbuch ‘der angewandten Botanik, 115, 

"Steven, de Pinubus taurico -caucasieis. 155. 

Sturm, Deutschlands Flora in Abbildungen nach der 
Natur mit Beschreibungen. I. Akt. 725 — 748° 
Heft. 137. 

_ Trautvetter, -Salicetum sive Salicum formae, quae 
:hodie innotuere. 146, 

‚ Turczaninoff‘, Catalogus plantarım in regionibus Bai- 
kalensibus et in Dahuria sponte .erescentium. 154. : 

—.—— Enumeratio. planfaram, quas in China boreali 
collegit Kirilow. 152. 

. Weinmann,, "Obseryationes qusedam hotanicae ad flo. . 
rem rossicam sperfantes. 152. ” 


x 


17 Verzeichniss . der Schriftsteller, von 
denen Werke angezeigt sind. 


Bertoloni 51. ' Biuff 42, Corda. 165. Die- 


 ‚ tich 168. Genth 127. Hegetschweiler 160. Held- 


mann 98." Hohenacker 157. Hübener 127. Kreut- 


‚zer 141.. Kunth 102. Libert 75.  Löhr 129, 


Maly 131. Meyer 1. Meyer 52, C. A. Meyer 150. . 
Moris 92. Nees von Esenbeck 42. 143.  Reichen- 
bach 119. 177. Richter 156. Schauer 42. Schmidt 76 
Spenner 115... Sieven 153. Siurm 137. Traut- 
vetter 146. Turezaninoff 152, 154. Weinmann 152, 


IH. Verzeichnis der. Kunst - und Buch- 


handlungen aus deren Verlage Schrif- 
ten angezeigt sind. 


Calve in Prag 166. Cotta in Stuttgart 1 102, 
Du Moent- Schauberg in Köln 129. Enslin in Ber- 
lin 168. Garthe in Marburg 98. ‘ Groos_in Frei- 
burg 115. Groos, Barth & ‚Comp. in Breslau 1. 


ih, 


v 


Gutberlet in Stettin 77. Haude und Spener in Ber- 
ln 1. Hofmeister in Leipzig 119. 177. Kupfer- 
berg in Mainz 127. Ludewig in Grätz 181. Mar. 
eus in Bonn 75. vw Mösle und Braumüller in 
Wien 141. Schrag in Nürnberg 42. Schulthes in 
Zürich 160. Sturm in Nürnberg. 137. Vandenhöck 
und Ruprecht in Göttingen 52. . Voss i in Leipzig 145. 


IV. Verzeichniss der vorzüglichsten Pflan- 
zennamen,. über welche Bemerkun- 
gen vorkommen. 


Achillea moschata 67. Aconita 56. Agrostis 
vertieillata 88. Aira hottnica et uliginosa 72, vo- 
lesiana 88. Alopecnrus fulrus et paniceus 67, Al. 
sine 62. Alsineae 61. Alyssa 124. Anagallis 
phoenicea 100. Andropogon Ischaemum. 88. Ane- 


“ mone Hackelit 50. pratensis 132. ‘Anthyllis mari- 


tima 59. Arabis :alpestris et erispata 125. Are-. 
naria 62. Arnica glacielis 66. Arum Arisarım, 
Dracuneulus, italieum 142, maculatum 100. tenui- 


folium 142._ Arunde laxa et Pseudephragmites 92.  . 
Aspidium aculeatum, Braunii, älatatum,  lobatum En 


rigidum 337. spinulosum 72. Astragalus Hypo- 
glottis, leontinus, mierophylius 59. Avena ‚pratensis 


: et pabescens 72. Avenae 91, 


Ballotae 52. Betoniea "Alopecuros et offieina- 


Is 51. Blita 140. Brassica eretica et insularis 97, 


Bromus grossus et velutinus 91. Buiomus umbel- 
latus 74. . 

Calla palustris 73. Calluna vulgaris 45. Cam- 
panula linifolia 135. rhomboidalis 138. : Campho- 
rosma acuta 85, Cardamine kirsuta et sylvatiea 57. 
Dardaus carlinaefolius, crassifolius, glaucus et suma- 
us 185. Carex Mönchiana 100. ustulata 136. Ca 
ices 71. 110. -Caucalis granditlora 63. Centaurea- 


vs 


alba et splendens 156. axillaris, nigra et nigres- 
cens 68,  Üerastiom 62. flifolkum et lanatum 133, 
Cherleria 62. Cinerariae 65. LCirenene 57, Cle- 
‚matis Flammula 101. Cochlearia groenlandien 132, 
Conferva turfosa.76. Ceroxilla coronata et varia 58, 
Croci 85. Cyphella faginea 76, 


Dactylae 90. Dactyloetenium acgyptiacum 90, 
Delphinium Juneemm, longipes et peregrinum 06. 
Dentaria trifolia 132. Dianthus 61. Dietamnus al 
bus et obtusiflorus 46. Digitaria eiliaris 88. Dineba 
arabica 90. Diseosia faginea et strobilina 76. Dra- 
hae 123. Droserae 55, 60. 


Bleocharis polycaula 106. Topilohium alpestre 
origanifolium 57. Epipaetis atrorubens 69. uligi- 


nosa 136. Equisefum eburmenm 137. fluviatile,. 


limosum, prafense ei umbrosum 72. Eriophorum 
angustifolium 107. ypolystachyum 87.  Scheuch- 
zeri 107. Erysima 58. Eupkorhia Wulfenii 145. 
"Euphrasia Salisburgensis 64. 


Festueae 71. 90. 161. Filage arvensis et mon- 
tana: 66. Fimbristylis annuus et dichotomus 87, 
Fintelmaunia 109. 


Galeopsis 51. Galium pusillum et sylvestre 65. 
° Gentiana obtusifolia 63. Geranium macrorrhizum 102. 


 ambrosum 133. Geum intermedium 57. Gladieli 85. 


Gladiolus ecommunis 136. Glechoma 'hederacea 51. 
Gnaphalium fuseum, pusillum et supinum 66. Gym- 
nadenia conopsea 60. Gypsophila 61. 


Hieraeia 67. Hierochloa repens 88, Hymeno- 
brychis 150. Hypericum harbatum 133. 


Iberis bieoler 122. Impatiens Noel tangere 73. 
Isolepis Micheliana 107. Junei 70. Juncus botfni- 
eus 55. 70. effasus 100. Jungermannia alpestris 7 76 
Ixia Bulbocodium 85. 


Yn 


Kernern nuriculata 124. Koelerin setacea 88, 
Lamia 51, Lasiagrostis variegata 73. Ledum 
palustre 74. Linum Mülleri et Sardoum 97. Lo- 


lium speciosum 71. 92. Lychnis 61. Lysimachia 
paludosa 64, “ 


Melissa 51. Mentha cerispa 51. Mercurialis 
annua et ovata 143. Micromeria 51. Myosotides 63, 


Nasturtium mieropkylium, offieinale, siifolium 125. 
Nepeta pannoniea 57. Nuphar Iuteum &e. 48. 


Orxobrychis vaginalis et affın, 151. Ononis anti- 
quorum 58. 138. Opegrapha Epilobii 76.  Orchis. 
Iatifolia et affın. 69. Ornithogala 69, Orebanchae 63. 
Osmunda regalis 74. ® 


Paeonise 49. Papaver alpinum 48. dubium et 
pinnatifidum 96. Perichaena depressa 76. Peziza 
Sclerotiorum 76. Phalaris aguatica ei coerülescens 87. 
Phyteuma betonicaefolium et scorzonerifolium 62. Pi- 
Inlaria 75. Pimpinella alpina 134, Pinus ausiria- 
ca 136. Nordmannjana 153. sylvestris var. argen- 
tea et hamata 154. Poae 89. Pogonostylis squar- 
rosus 87. Polyenemum arvense 84. Polygalae 69, 
Polypodium esleareum et Dryopteris 72. 137. Pe- 


tentilla einerea 57. Primula spectahilis 135. ; Py- 


zola rosea 45. ° 


Ranuneulus aeris 13%, Balbisii 96, capilla- 
eens 50. eymbalarifolus 96. Gouani 50. lanugi- 
noesus 101. monfanus 132. yparnassifolius,. planta- ' 


_ gineus et platanifolius 50. Rhammus amygdalinus 


et persieaefolia 97. Rhinantkus alpinus et angusti- 
folius. 64. Rhodiola rosea 134. Ruhus Bellardi et 


. vorylifolius 57. Bumex acutus 68. Rumices 139. 


Ruta erithmifelia et divarieafa 46. 


Saginae 62. Salices 68.146. Salviae 83. Sa- 
vonaria 61. Saussurea discolor 135. Naxifraga cer- 


4 " [3 - 


vıu \ 


nua et controveren 4%. crustata 46. retusa 132, 
Tudolphiana 46. Schoenus albus 43, Seirpi 86, 
106. Seirpus Duvalüi 71. gracilis 87. Tabernae- 
mentani 71. Scorzonera alpina 68. Seda 56. Sem- 
pervivum globiferum 56. 104. Senecio aqualieus, 
Fachsüi, ovatus, tenuifolius 65. Sesleriae 89, Side- 
ritis hereyniea 73. Sileneae 60. Sorbus lanngi- 
nosa 134, Spergulae 62. Sphaeria Chaetomium 76, 
Spiraen carpinifolia 47. 134. Sitellaria 62, Stel- 
lera Passerina 45. 


Thalietrum angustifoliem, galivides , laserpitü- 
Tolium ef simplex 56. Trienfalis europaea 44, 


Valeriana angustifolia 164. Valerianae 84. 
Valerianellae 84. Veratrum viride 42, Veronica 
. Bellardi 83. Gebhardi 135. Mülleriana 135. opa- 
ea. 64. polita 64. yprostrata 64. tenella 164, Teu- 
‚ erium 64 urlicaefolia 130, Vieia peregrina 133. 
Violae 60. Visearia 61. : 


Berichtigungen. 


Literafüurbericht 1837 S. 35, letzte Zeile, statt: daran, 
Hes: „am relativen Monecetyledanen - Reichthume des hö- 
‚hern Nordens.“ Be 

Daselbst, Zeile 12, statt: auf das Ganze, lies: „auf 
fast ausschliesslichen Einfluss des Bodens‘ oder: „darauf, 
als sey der Boden das Hauptbedingende. ' - 

Literatarber. 1838 5. ı12 Z. 14 st, C. limosa, L C. 

pilulifera,. . . 
>» » » 8. 138. Z. 10 st. dieser, 1. Tausch. 
» » 8 386. ı vw st. undnlata, I 
ustulata, 





ce} 


177 
Literaturbericht Nro. 12. 1838. 





Rechtfertigung. 

Einige Worte über Reichenbach’s Icones florae 
germanieae und den ausführlichen, deutschen 
Text dazu: Deutschlands Flora mit höchst natur- 
getreuen, eharakteristischen Abbildungen aller 
ihrer Pflanzenarten in nafürlicher Grösse und 
nit Analysen auf Kupfertafehn u. s. w. 


Im Literaturblatte Nro. 8. der diessjährigen 


‚Flora ist bei Gelegenheit einer Beurtheilung der 


ersten sechs Decaden von Reichenhach’s Irones ' 
flor. germ. Cent. 1I.”) unter andern gesagt worden: 
„erwägen wir, dass wir bereits in Sturm’s Flora 
Deutschlands ein, in jedem Betracht kosibares Werk 
dieser Art besitzen, dessen Werth durch den Bei- 
tritt des unermüdlichen Koch’s aufs höchste gestei- 
gert ist, se wird die absolut nothwendige Erschei- 
nung dieses neuen Werkes in Zweifel zu ziehen 
seyn und ein grosser Theil des @ewinnsies wegfallen.“ 

Ich ais Verleger der Reichenbach’schen Ku- 
pferwerke überlasse dem Autor sich über den übri- 
gen Theil der Recension zu freuen oder sich dafür 





”) Sümmiliche Cruciferae und Resedeae waren schon 
am 24. Mai a. c. verseudei worden,. (auf. 192 Kupft. 
‚351 Abbild.) Auch die Papaverageae w wurden am 24. 
September versendet 

32 


178 


zu bedanken, aber über die vorher angeführte Acus- 
serung muss ich, als Verleger und als intimer Freund 
des Autors doch ein Paar Worte sagen. 

Die Flora Deutschlauds von Sturm scheint mir 
‚nämlich kein Rival der bei mir erscheinenden leones 
fl. germ. d. h. Ablildungen der sümmtlichen Pflan- 
. zen, welche in der allerdings „vielverbreiteten® 
und von einem grossen Publikum als ein Denkmal 
deutschen "Fleisses und als schwierig zu schaffende 
Grundlage nach ihr gekommener, weniger umfas- 
sender Werke, anerkannten Flora exeursoria be- 
schrieben sind; 1) weil Reich. Icones fl. germ, 
in einem Gusse erscheinen, nicht zum” Theil ver- 
« altert sind; 2) weit mehr umfassen, da auch die 


schöne Südflera darin eingeschlossen ist, wohei vor- . 


züglich die Reise des Königs von Sachsen Anlass 
gegeben hat, eine reiche, Masse von Exemplaren 
der seltensten und zum Theil noch unbeschriebenen 
. &ewächse der dalmatischen Flora zu vergleichen; 
3 die Abbildungen‘ nicht wie in Sturm’s Flora 
zu verkleinert sind und um dieser "Verkleinerung 
willen immer einen fremdartigen Eindruck auf den 
Beschauer hervorbringen, sondern in. natürlicher 
Grösse dargestellt sind, In Rehb’s Abbildungen 
sieht man nicht das steife Bild -einer getrockneten 


Pflanze, sondern sein Talent, die Natur lebendig 


wiederzugeben, ist so allgemein als vielseitig aner- 
kannt worden, dass eine Erwähnung solehen Lobes 
endlich ganz überflüssig seyn würde. Wenn er we- 


“ 


E} 


. 179 


gen Raumersparniss nur die charakteristischen Theile 
gibt, so z. B. hier und da die einjährige Wurzel 
einer Crueifere weglässt, so sind solche Theile gewiss 
so einfäch gebant, dass Jeder sich ohne Bild einen 
sichtigen Begriff davon machen kann, 4) Weil eben- 
dadurch eine - weit grössere Wohlfeilheit erzielt wer- 
den kann. Wenn der Becensent oft zuviel Figuren 
auf einer Tafel beisammen findel, so kann ich ihm 
versichern, dass der Käufer lieber zuviel als zu 
wenig empfängt und dieser Weg eben derjenige ist, 
welcher die Aussicht offen erhält, unser eompendiöses 
Werk recht bald und recht billig für den Käufer 


gg können. Was den „Gewinnst* anbe- 


wiflt, so Trage ich darnach so wenig als der Ver-- 
fasser. Ich bin selbst Freund der Wissenschaft, 

die Abbildungen sind für mich gemacht, so wie einst 
die der Flore portugaise für den Grafen von Hoff: ° 
mannsegge gemacht wurden. Es geschieht durch- 
aus nicht aus Speculation, . dass ich diese Werke 
dem Publikum zu einem weit billigeren Preise über- 
lasse, als Sturm’s Flora jemals eine gleiche Anzahl 
ihrer verkleinerten Abbildungen liefern kann. Ich 
habe noch niemals auf dem Wege des Buchhändels 
durch Versendungen auf Geradewohl diese ‚Werke 


.zü verbreiten gesucht, oder durch häufige Anhongen 


zu deren Anschaffung eingeladen, sie immer nur 
auf festes Verlangen versendet: Mein Publikum ist 


- mir dennoch sicher gebliehen, und wenn ich seit 


15 Jahren fast 2000. Kupferplatten nach Zeichnun- 
A2* 


180 


“gen dieses Autors stehen liess, so hat mich die 
Aufnahme derselhen durch ein unpartheiisches und 


urtheilsfähiges Publikum Cwelehes hinlänglich ein 
anderes aufwiegt, das mit scheelen Blicken unsere 
" Unternehmungen gedeihen sieht) immer nur freund. 
"lich ermüthigt, darin fortzufahren, so lange Gott 
uns Leben und Kraft, für die Wissenschaft thätig 
"zu seyn, ferner erhält. Jenem Publikum bin ich 
schuldig, unermüdet fortzufahren, uni es gehört 
dieses zu meinen Vergnügungen. Ich hoffe, dass 
wegen der Existenz von Sturm’s, vor gar langer 
“ Zeit begonnener Flora, mir die Herausgabe der neuen 
und zeitgemässen Icones fl. germ. nit verboten 
“werden wird, denn Zunftzwang erkenne ich in der 
freien Wissenschaft nicht an, das „niemand kann 
und darf‘ Chot. Zeitung 1835. 1. 8. 209) schallte 
doch aus gar zu grauer Vorzeit in unser aufgeklär- 
tes Zeitalter herüber, um noch jetzt grossen oder 
‚dauernden Anklang zu finden. Jedes Talent steht 
auf seinen eigenen Füssen. 
Nach dieser einfachen Widerlegung eines 
 unfreundlichen Angriffes heffe ich, "dass man 


Sturm’s Flora nicht in Parallele mit meinem Un-- 


ternehmen stellen wird. Der Becensent hat das 
Wesen dieses Werkes auch dann noch ganz unrich- 
tig aufgefasst, wenn er es neben eine English Bo- 
tany öder Flora daniea stellt. Jene schätzbaren und 


durch viele Verfasser herausgegebenen Werke schrei- 


.en-auf einer weit langsamern wnd weit leichtern 


181 


Bahn einher, als das Reichenbach’sche thut, 
denn sie alle geben jede Pflanze einzeln, die ihren 
Verfassen eben zur Hand ist. Die weit schwie- 
“sigere Aufgabe, eine Flora von solchem Umfange, 
“als Rehb’s Al, germ. exeursoria ist, systematisch zu 
geben, konnte sich nur ein Verfasser stellen, wel- 
eher eine solche Flora aus der Natur gearbeitet, 
und solehe Mittel dazu: vorliegen hatte, als die sind, 
mit denen Rehb. arheitet, Mir ist kein Beispiel eines 
" Botanikers bekannt, welcher es versucht hätte, sich 
eine solche Aufgabe zu stellen, der Fall ist wohl 
“ einzig in seiner Art. Ich habe die Beweise vor mir 
liegen, mit welchem Enthusiasmus man Behh’s. 
Agrostographia germanica aufgenommen hat:. wo in 
aller Welt gibt es denn eiwas Achknliches als dieses 
Werk mit den getreuesten Abbildungen aller Gräser 
Deutschlands? Was sind denn nun Host's uner- 
schwinglich theure Gramina austriaca gegen dieses’ 
wohlfeile Werk? . 

Nachdem nun auch- die Papaveraceae und Cap- 
parideae versendet sind, kann ich anzeigen, dass‘ 
die Kupferplatten der Violateae, Cistene und Ra- 
nuneulaceae vorliegen und die Abdrücke sehr bald 
in die Hände der Subseribenten gelangen: sollen. 
Nach der Reihe folgen die sich anschliessenden Fa- 
milien, wie sie des Verfassers Handbuch *) aufzählt. 





#) Reichenbach’s Handbuch des natürlichen Pflan- 
zensystemms, enthaltend eine vollst. Charakteristik und 
Ausführung der natürliehei Verwandtsehaften der 


182 


Zwisehendurch werden wieder Familien der Spitz. 
keimer folgen, um so nach und nach beide kaupt. 
abtheilüngen des Werkes zu ergänzen, in der Schnel. 
ligkeit, in welcher die drei mitarbeitenden Kupfer- 
stecher die Vorarbeiten des Verfassers zu ver- 
arbeiten vermögen, 

Wie nun diese systematische Bupfersanm- 
Tung aller in der Flora exeursoria der deutschen 
Provinzen und der unmittelbar verbundeuen Schweiz 
und der Südküste vorkommenden Gewächse das 
- grösste Hülfsmittel für das Studien dieser Pflanzen 
seyn, und den Freunden der Botanik wahren „Ge- 


.  wönnst“ bringen kann, dass wird kein Unpartheiischer 


“ verkennen ; sobald er nur das Werk selbst kennt! 
Leipzig den 8, November 1838, 
Friedrich Hofmeister; 





Antwort des Recensenten, 


Auf die vorstehende Erklärung des Verlegers 
‚der Reiehenbach’schen Icones Florae Germanicae 





Pflanzen. Dresden bei Arnold 1837, wurde im Au: 
gust des gew; Jahrs versendet und ist ein (ausser- 
halb der hot. Zeitung) sicher heksuntes Buch, über 
welches z. B. Herr Dr. Graf in Laihäch schreiht 
„mit welchem Interesse ich dieses Handluch gelesen, 
kann ieh Ihnen nicht beschreiben, noch nie hat mich 
ein Werk so angesprochen und es ist mir mein lieb- 
stes Buch!“ Ganz ähnliche Aussprüche liegen von 


Herrn Dr. Sauter und anderen geachteten Corre- 
spondenten vor. 


185 


würde der Verfasser jener so sehr angefochtenen. 


Stelle niehts erwiedert und dem botanischen Publi- 
eum selbst die Untscheidung anheimgestelit haben, 
ob in dem gebrauchten Ausdrucke eine Misskennung 
der hervorgehobenen wissenschaftlichen und artisti- 
schen Leistungen sewohl von Seite des Herrn Hof- 
raths Reichenbach als des Herm Hofmeister 


‚zu finden sey, wenn es ihm nieht darum zu thun 


wäre, den falschen Sinn, welchen der Hr. Verle- 
ger dem Worte „Gewinnst“ unterzuschieben sucht, 
als wit seiner innersten Ueberzeugung im Wider- 
spruche zurückzuweisen. Niemand kann die 'Thä- 
tigkeit und die Aufopferungen der beiden Herren 


zum Besten der Wissenschaft mehr schätzen und 


würdigen, als der Recensent, und er muss. sich 
daher ebenso sehr gegen die unverdiente Ehre ver- 
wahren, jenem Puhlikum zugezählt zu werden, „das 
mit scheelen Blicken unsere Unternehmungen gedei- 
hen sieht,“ als er „einem unparthejischen und ur- 
theilsfähigen Pahlikum“ gerade dadurch anzugehören 
glaubt, dass er das Treffiche schätzt und hervor- 
hebt, wo er es findet, und sollte er darüber auch 
zu dem Schlusse kommen, dass der Gewinn, den 
die Wissenschaft von einem Werke zieht, 
grösser ausgefallen seyn würde, wenn nieht früher 
schon durch ähnliche Werke,, wenn gleich zum 
Theil auf andere Weise, in demselben Fache gleich- 
falls Treffliches geleistet worden wäre. Ob nun 
hinter diesem Schlusse ein Tadel oder eine Herab- 


Som 


a 


184 


würdigung versteckt sey, überlässt der Becensent 
dem hilligen Urtheile der Leser dieser Blätter, de- 
ren Redaktion es übrigens unbenommen bleiben mag, 
sich gegen den gelegentlichen Ausfall wegen Nicht- 
kenntniss des Reichenbach’schen Handbuchs des _ 
natürlichen Pflanzensystems zu vertheidigen.*) 





*%) Wem wir nicht jedes botanische Werk sogleich nach 
seinem Erscheinen in diesen Blättern anzeigen, so 
trägt davon der beschränkte Raum dexselben die meiste 
Schuld: Kein Billigienkender wird es uns vexargen, 
wenn wir es hei einer so wichtigen Schrift, wie der 
des Herrn Hofratıs Reichenbach, nicht bei einer 
blossen Anzeige derselben bewenden lassen; sie er- 
heischt eme gründlichere W ürdigung, für welche 
dem Freunde, der uns dieselbe zu gehen versprach, 
um so mehr ein längerer Termin gewährt werden 
dürfte, als wir unserer Seits von Herrn, Hofratlı 
Reichenbach die Urberzengung hegen, dass’ Er 
aufgeschoben nicht mit aufgehoben verwechseln und’ 
uns wenigstens nicht in dem Verdachte einer absicht-. 
lichen Vebergehung seiner Schrift haben werde. 

. Die Redaction « 





4 .n . u | 17 


Ankündigs gung. 


Dr. Maly, systematische Beschreibung der gebräuch- 
lichsten in Deutschland wildwachsenden oder kul- 
tivirien Arzneigewächse, zum Gebrauche für 
studirende Aerzte, Wundärzte und. Apotheker. 
gr. 8. in Umschlag broch. 1 fl. Conv.-Münze — 
20 grı " 

Der Verfasser, durch mehrere Jahre die Lehe. 
kanzel der Botanik"zu Grätz supplivend, gibt hier 


ein vollständiges und ausführliches, obigem ’Titel 


entsprechendes Werk, welches nach demL. inne'sehen 
Systeme geordnet ist, mit Beisetzung der gewöhn- 


' lichen deutschen Trivial- und der in den Offieinen 


gebräuchlichen Namen, nebst Angabe derjenigen 


Theile der Pflanzen, die vorzugsweise angewendet, 


: und der einfachen pharmac. Präparate, so aus ihnen 


; bereitet werden. 

Desshalb ist dieses Werk ein unentbehrliches | 
Handbuch für Alle, die Mediein und Pharmaeie: 
studiren, oder welche eine gründliche Kenntnisse 


der Medieinalpflanzen zu erlangen wünschen. 


Ludeyig's Buchhandlung in Grätz. 


Neue Anerbietungen von getrockneten . 
Pflanzen. 


Ausser den in der "botanischen Zeitung schon. : 


angekündigten,Pflanzensammlungen sind neuerdings 
wieder dergleichen von Phanerogamen und Krypto- 
Intelbl. z. allg, bat. Zeit. II, y 


18 
gamen bei der Expedition dieser Blätter deponirkaund 
zum Verkauf angeboten worden. Darunter zeichnen _ 


"sich Kun ganz besonders aus eine Centurie von Laub- 


> moosen, eine ditto von ‚Lichenen, 13 Centurie von 


‚Cyperoideen, zwei Centurien von Deutschlands Erz. 
sern, endlich mehrere Centnrien von Pflanzen aus allen 
“ Klassen und aus bestimmten Ländern von Istrien, dem 
“ Littorale, Krain, Tyrol, Steyermark, Kärnthen, Salz- 
burg, dann auch anderer Gegenden desFlachlandes, die. 
sich eben sowohl durch voliständige als ausgewählte 
Exemplare. auszeichnen , wornäch sich auch die 
verschiedenen Preise richten. - Die Kryptogamen 
sind zu 8 Gulden per. Centurie ‚angesetzt, Gräser 
zu 9, Alpenpflanzen zu 10 und die Pflanzen des 
Flachlandes zu’ 6 Gulden. Briefe und Bestellungen 
‚werden portofrei erbeten. 





Ä. m ‚Lan Pr 
Apotheker zu Neutra in Ungara und’ mehrerer gelehrten. 
- Gesellschaften Mitglied, 
hat, um den allseitigen Anfforderangen seiner ach. 
tungswerthen botanischen Freunde ; im, Auslande zu 
entsprechen, einen Theil von seinen annoch vor- 


. räthigen bereits bekannten Herb, Florze rutheniea 


bei der Redaction der Flora in Regensburg nieder- 
gelegt und fordert diejenigen Botaniker und. bota- 
„nischen Freunde, die sich Exemplare davon anzu- 
schaffen i im Sinne haben, auf, ‘sich’ in portofreien 
Briefen, mit der Anweisung auf ‚den Geldwerth: der 
‚Bremplove begleitet, : an. die Redaction der Flora 





za weuden., 


welche ımverzüglich: den Anforderu. 
gen entsprechen wird. 


19 


“ 


Die yorräthigen Exemplare der Herb. "Florae 


ruthenicae enthalten: ı 


Nr. 3. enthält 144 Arten & 


4. 


» 
Er] 
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7. 
„8 


„10. 
„4. 


- Die 


9) 


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39. 


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137 
134 
128 
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1.9: 


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17 5: 


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2, 48 


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” 


k2) 


Ei] 


Ber) 


Pflanzen - Exemplare - dieses ' Herbariums 
'. sind instructiv gesammelt und gut ‚getrocknet, und 


1 sich. finden. 


schen. Freunde im Auslande die dringendste Bitte, 


| 


seine ziemlich artenreiche Sammlung yon Filices: 


_ und. Umbelliferen mit. Beiträgen zu unterstützen; 
. er ist bereit, die seiner Sammlung fehlenden Arten, 
0. j j io . ‘ . 


® 


a 


meist Arten aus Taurien, Caucasus, Bessarabien, . 
Odessa ete., welche in der Flora ‚bereits vecensirt 


Da der. Obenerwähnte sein, ‚durch einen regen. u 
Verkehr während. eines Zeitraums von 25 Jahren 
auf alle mögliche Weise vermehrtes, nun bereits 
zu einer "bedeutenden Anzahl von Pflanzen Arten 
herangewachsenes Herbarium kritisch durchzugehen 
begonnen hat, so richtet derselbe zugleich. an’ ‚alte: 
Botaniker und insbesondere an’ seine vielen botani- . 


- 


® 


7 i . 
um was immer für- einen Preis ; ‚anzukanfen, oder 
dafür aus seiner grossen ‚Donbletten-Sammlung. un; | \ 
garischer und. anderer europäischer und ausser- 
europäischer Pflanzen - Arten gegen, Auswahl zu 
überlassen, zu diesem Behuf, und zugleich für 


jene, die getrocknete Pflanzen. aus der ungarisch-. 


- banatisch -croatischen Flor einzutauschen oder zu 
e ‚kaufen wünschen, erscheint nächsten im Drucke 


“ein einige . 1000 Species _ enthaltender Pflanzen- 
Doubletten - Katalog, . oo 


Anmeige 0, 


Von den Verhandlungen des. Vereins zur Be- : 


. förderung - des Gartenbaues in den K. Preuss. Staa- - 
‚ten ist erschienen "die. '2Ste Lieferung, gr. 4, in. 


farbigen Umschläge geheftet , mit 2 Abbildungen, 
im. Selbstverlage. des Vereins. Preis 2 Rthlr., 
häben dureh die Nieolaische Buchbandlung und 


“ durch den Sekretär des Vereins, Kriegs - ‚Rath Bu 


 Heyhich, in Berlin. 0 nn 


Emplangscheim. \ 


Vorläufige Anzeige der beim Schlusse- dieses 
‚Jahres. noch eingegangenen Correspondenzen , Be-. 
eensionen, : ‚Aufsätze und. Sehriften ans - -Laibach, 


x Nentra, Troppau, Ohlau, Basel, Frankfurt, ‚Deides- - 


heim, Marburg, - Braunschweig, Erlangen und Ge- 
Irees; wovon baldigst weitere gebübrende Mitthei-" 
Inngen gemacht. werden sollen. — Durch; Schuld 


Te ee . pr 
D 3 £ B 


a: w 21 _ 


. ‘ . RN u . , \ , " ; 
des Lithographen sehen wir uns ausser Stande, 


die Abbildungen von Algen des Hrn. Lieutenants 
v. Suhr noch in diesem Bande mittheilen zu kön- 


' folgen. 


nen, Sie werden in einem der nächsten Blätter 


Die ‚Redaction der Flora. 





: Druckfehler in Beils chm ie ds Abhandlung. 
0: =» (Botanische Zeitung 1838. - u - 


S. 545. Z. 16. st. eine l. aus einer. 


— 544. — 11: zu 1838 zuzusetzen: IE. Nr: 099 — 71. 


— 562. — 11. v. u. nach. „Zahlen” züzus.: trocken. 


| 560. — 5 v. o.naeh „Schluss” ist als Note zuzusetzen: 
Fr ‚Als Nachtrag später eingesandt. . - (Die Red) 
o— — 2. v u nach „Botaniker” setze ein Comma. 
— 514. — 5. v.0..8t: 280. 1 189, 





— 581 — 5.v. st. 1887 1. 1827. 


re Früher i in einer anderü Abhandlimg: 


I 8. 489 Noten: st. Cotterell L Gottrell, 





Flor. isieip 98. z.2 30. St. Kavales 1. Ravales- 


ar ,r > 32. 


vw...» 108 
en 
| Ya ee} 119. 
i „m » 122. 
4 
4 
| 


Er Se EEE 606. 


» :» „„ „Baider Backrschitaraj 1, Beiden 
" Backtschisarai. 


7% , mureana l. mareiana. 


„1% „ znieotasi l. nicolost. : 

» 6 vo u.st. da um so L um sa dan. 

s.nw on ad E:. dendsoidem 1." ad. 
‚eandem,  « % PR 

5. nach tomentosis und 2. 4. nach 


3. 
prominente setze ein Comma. 


2 


; "Inhalts - Verzeichnis. 





I. Abhandlungen . 
. "Anonymüs, einige Worte über die Einriehtung von 
g okelflonen aan — 508. . ni 5 n . 
. ‚Beilschmied, phytogeographische Bemerkungen 537, - 
-. 558. 56 es e r ” nn 
Bentham, über. die Familie der Legaminosen 400. 
Bernhardi, Bemerkungen über Cistaceen 665. 681 
Biasoletto, über die Metamorphose der Algen 409. : 
“  Buek,, tiber einige Pflanzen. 761. Bu 
Corda‘, über Spiralfaserzellen in dem, Haargeflechte 
“der Trichien 419, 2 EEE 
‚Fenzel;, über die Cueurbitaceen 497. "2 _ 
Fresenius, Diagnases geherum speeierümgue nova- . 
„rum in Abyssinia &'cel: Rüppell deteetärum 601. 
v. Hügel, über Nelumbiam speciesum' 407: 
« . Koch; noch einige Bemerkungen über Seneeio Do- 
via, saratenicus, nemorensis und octoglossus 697. . 
Koch, Zusätze zu den Bemerkungen Guthnicks über 
einige Erysima 550,. 2.000.008 
Martii Herbariam Florse. brasilierisis. Bbl. 49. seq. 
Miguel, Obseryatio de caulium et foliorum in’qui- 
x. -busdam Euphorbiis metamorphosi 649. 
- Miquel, über die Präfoliation der Cycadeen 499. 
“ Pfeiffer, Bemerkungen über die Frage, welche Au- 
- terität soll den Gattungsnamen der Pflanzen 
, beigesetzt werden 585. 2 
‚Protokolle ‘der botanischen Section bei der Ver- 
sammlung deutscher Natlrforscher und Aerzte 
zu Prag, im Herbste 1837, 393. 409. 425. 441. 


Rt 


23. 


Rabenhorst, "Beitrag zur ‚Pflanzengeographie des 
Niederlansitz mit Rücksicht auf. benachbarte 
Provinzen 60%. 

Ramisch,, ‚über die Samenbildung der Mercnrialis. 
annua' ohne Befruchtung ‚405. ’ 

Reichenbach, über die’ Bildung natürlicher Fani- 
lien 402. j 

Schultz, Berichtigung eines Terthums i in Beireff der 
Säfteeyclose. in den. Haaren. heterogamischer 
Pflanzen: 521. en - 

Schultz, neue und wenig ‚gekannte Pflanzenspecies’ 
Frankreichs und Deutschlands 642, . . 

Tausch, botanische - ‚Beobachtungen mit besonderer - 
Rücksicht auf meine Dendrotheca esotico-bohe- 
.mica 713.729. 745. 


. Unger, über die Samenthiere der Pflanzen 391. 


Voigt, botanische Betrachtungen 618. 633. 


. v. Voith, Beobachtungen über: die Gattung, Ery- 


siphe 457. 473, 


_Welwitsch , über die geographische ‚Verbreitung 


‚der Pflanzen 431. 


+8 Ankündigungen und Anzeigen. - 


‚Anzeige . des 3. Bandes von ‚Reichenbach’s Tcones 


El. germ. 696. 
Beiträge für die Bibliothek der bot; Gesellschaft 562. . 
für das Herbarium 566. und den bot. Garten 567. 
Breutel, Aufforderung zu Beiträgen : von 'Reichen- 
"bach’s -Flora ery, ptogamica exsiccata 469, 


Hofmeister, -über ‚Reichenbach’s Icones Florse ‚gen. 


‚manicze 472. 
Inhalt der 15. Centurie von Reichenbach‘s Flora 
„germ, exsiecata.  Intbl. 6. 
Nachricht und Bitte an die verehrl, Mitglieder des 
. würtemb, naturbister. Reisevereins. Intbl. 1. 
Nachricht‘ für Entomologen. Intbl. 14. 
Sauter, Pflanzentausch- und Verkanfs- Anerbieten. 
„ntbl; 12. R 


24 ” 
Tausch, Inhalt der Dendrothera exotieo. bohemica, 
Bbl. 47; 
Verkauf von aufländısıhen zeironkneten Pflanzen 
415. 423. 447. Inthl. 17 
Verkauf von botanischen Sehriften. Intbl, 13, 
-— von Nees y, Esenbeck’s wor, Nachlasse 504, 


HL B eföürderungen, Ehrenbezeugungen, 


Kiene, Landgerichts- und Badearzt in Gastein 503. 

‚Mitglieder (nenaufgenommene) der botan. Gesell- 
schaft 568. 

Hofrath Reichenbach erhält das Ritterkreuz des 
königl. sächs. Civilrerdienstordens 424, 


Iy, Beiträge, 


Belirige zu den Sammlungen der "botanischen Ge- 
sellschaft 568. 771. seq. 


V, Correspondenz. 


Aus den. Briefen eines Reisenden 764. 

‚Freyer's Wanderungen in den krainischen Gebir. 
gen 581. 

Herbarien in Salzburg 763, seq. 

Koch, über einige Orobi 484. 


Ba - 


Koch, über Sazifraga oppositifolia, retusa und Ru-. 


dolphiana 628. 

Lagger, Entdeekungen in den Cantonen Graubün- 
den und Wallis von 1837 — 1838 740. 

Nenmann, über Taraxacım leptocephalum oder 
Leontiodon parvilloras, 437. 

Petter, Bericht aus Dalmatien 660. 671. 


Pflanzen der Melville-Insel und einiger Salzburger j 


. Gebirge 765. seq 
Santer, über einige im Gebirge“ vorkommends 
’ Pilasea 388. 
Tommasini, über einige Arten von Orobus 450. ° 


9 
a 


VL. Herbarien. 


Bemerkungen über einige Pflanzen in Not’s plant. 
Istrianze exsiec. 693. | 
Sadler, Agros.oiheca hungarica 516, 


VI Notizen, biographisch ® 
' Konstantin v, Münch - Bellinghausen 758. 


YII. Notizen, botanische: 


Breutel, Verzeichniss der bis jetzt an den Inseln 
Semiotet, Kilangauerschuck und Auadlet in 
Grönland: gesammelten Moose 646. 

Don, über Pinus bratia Ten. 440, 

Ueber die Farbe der Früchte bei einigen Cenivalla-, 
vien BL... 

Veber 3 Equiseta, Dörriena ereeta, Doronieum Par- 
dalianches, Weissia Martiana und Üatoseo- 
_pium nigritum 552, 

Fincke, Enideskung der Carex vaginata in Schle- 
sien 551, _ j . 

Funck, über‘ Gymnosiomum. eurrisetum 776. 

Hinterhuber, Verzeichniss der auf dem Schaafberge 

- bei Mondsee wachsenden Pflanzen 710. 

Hoppe, Nachschrift zu der Abhandlung über Se- 
necio saracenicus u. 5. w. 724. 
Koch, über Ranuneulus Columsz u. Seguieri 760. 
Löhr, Uebersicht und Notizen über die um Trier 

. wachsenden Orchideen. Bbl. 40. 

Maly, Bemerkung über die Knollen der Corydalis . 

._ caya. et solida 728. . no 

Mikan, über Pile marinze 443. . ö 

Reise Sr. Maj. des Königs von Sachsen 424. 

Veber Saussurea diseolor als deutsches Gewächs 408. 

Sehomhbargk, über Blüthen von -Myantbus- barbatus . 
und Monachantbus viridis an einem und dem- 
selben Individuum 439. 

Schomburgk, über Stryehnos toxifera 440, 

v. Voith, Beobachtung an der Rinde der Ulme 597. 


Tu 
IX. Notizen, literarische, 
Jonmmalistik 320, 487. 632. . . 


Becensionen 486, 519. 632. " 
Neue Schriften 517. 584. 631. + 


x x. Preisaufgahe,. 
Veber die unorganischen Elemente der Pflanzen 503, 


XL. Reiseberichte, 


Freyer, Besteigung des Terglou in Oberkrain. Bbl. 2 

Hornschuch, Mittheilungen über eine Botanische 
Reise der Herren Dr. Areschoug und Lind- 
-blom durch einen Theil von Norwegen. Bbl. 1. 


XI Todesfälle 


Adalbert von Chamisso‘ in Berlin md Sigmund 
Graf in Laibach 568. Knight 503, Konstantin - 
v. Münch - Bellinghausen 758. 


XH. Versammlungen, 


Sitzungen der botanischen Gesellschaft im Jahr 1838, 
562. 770, 

Versammlung des naturhistorischen Vereins des Har- 
. zes 759. 


XIV. Verzeichniss der Schriftsteller. 


Beilschmied 537. 553. 569. Bentham 400. Bem- 
hardi 665. 681. Biasoletto 409. Breutel 646. 
Buck 761. Corda 419. Fenzel 427, Fresenius 
601. Freyer 581. BbL 26. Funck 775. Hin- 
terbuber 710. Hoppe 724. Hornschuch. Bbl. 1. 

VW Hügel 407. Koch 484. 530. 628. 697. 710. 
"760. Da gger 740, Löühr Bbl. 40. Maly 728. 
v. Martins Bbl 49. Mikan 443, Miquel 499. 
649. Neumann 437. Petier 660. 671. Pfeif- 
der 5855. Rabenhorst 608. Bamisch 405. Bei- 
chenbach 402. Sauter 583. Schomburgk 439. 
€. H. Schultz 521. F. W. Schultz 642. . Tausch 


m he tet A fnakianafenn n 


27 


718. 729, 745. Bbl. 47. Tommasini 450. Un- 
‚gev 393, Voigt 617. 633. v. Voith 457, 478.. 
597.  Weiwitsch 431. ' f 


KV, Vorzügliche Pflanzennamen, 


Alphitomorphr 4537. Amorplise 750. Ampelopsis 
hederacea 737. Androsace imbricata 744. Aspe- 
rala longiflora 742. Aspidosperma subincanım 
Bbl. 8%. Avicennia alba 607. 


Baccharis senicula, Bbl. 61. Bellis. perennis 762, 
Berberides 724 — 729. Betula rhombifolia 752, 
myrsinoides 753, Bignonia lanata 607. Bryo- 
nia Tajuga Bbl. 76, Bryüm curvieollum 775. 
Buddlea rufa 606. Bupleurum rigidum 582, 


Cacalia sarracenica 707,  Campanula exeisa_ 744. 
Carex vaginata 551. Cassia cordistipula Bbl. 59. 
Üatoseopium nigriium 55%. | Ceanotbus Nen- 
manni 738. Celsia interrupta 605. Cestrum 
subpulverulentum. BbL 65. Chrysophylla Bbl. 
93—96. Cistacee 665. 651. Corni 730. Co- 
rydalis cava et solida 728. Uneurbitacee 427, 
Cupanise n. sp. Bbl. 67 — 75. Copbea plum- 
'baginea Bbl.’62. Cytisi 739. 745. Conüstus 746. 

Dacila Iacunosa Bbl. 49. Radula Bbl. 64. Dianthus 
glacjalis 741. Doliecarpus pubens. Bbl. 49. 
Boronicum Pardalianches, Dorriena erecta 552. 

Equiseta 552. Eriea acrophya 604. Erysima 530. 
Erysiph 457, Erythrozylen angaifugum Bbl. 
84. Eupatorium Martiusii Bbl 85, 


Fraxinus dentafa 751. Fumana vulgaris 682. 
Geniste 746. , nndosa 748., versifiora 746, Geras- 


eanthus aspera et glabrata Bbl. S6. 87. Gym- 
nostomum turyiseium 776. 


“ Hebanthe ‚holosericea Bbl. 65. Helianthemum sa- 


Hieifolium 683. Heliotropium helophilum Bbl. 85. 
_ Hydrodyction granulatum 417. - 


DE 


& . . er > " Fass - .. 
> BE 


Iheris 'eepezefolia 748. Ipomaea Velloziana Bbl, 64. 


Labatie Bbl. 90 — 94.  Lasiosiphon -glauens 603, ° 
Leontodon hastılis 762., parviflores "43% Linum 
bavarieum 643. L. Leonii_644.,'pererine 642, 


Lippia attenuata Bbhl. 59. ‚Lisianthus acutangu-. . 


lus Bbl. 49. Lonieerse 734: Lucuma gnaphalo- 


‚clados Bbl. 89. Lühen. panieulata Bbl. 83. 


‚Mercnrialis annua‘ 405. Mespilus Trewiana 716, 
‚x eorallina 717. ‚-Mieroloa 414. Mielichhoferia . 
. elongata 55%. Mimose n. BR Bbl 50 — 58. 


Monachanthus viridis. 439. Montia minor 769, ' 
+ Muriria elliptica Bbl. 59. Myanthus barbatus439, _ 
Nelumbium speciosum 407. - “ 
Orobanche ramosa 762. Orobi 450. 484. Orchi- 
fi deze: Bbl. 40. Eu u : nn 
Palicurea densiflora Bbl. S5. Pedieularis Frideriei 
: Augusti-770... Phasca 582. Piius brutia 440, 


Polygala .calearea 642, Polygenum acre Bbl.76,. 


. maerochzeton 601. Populi 753. Primula  lati- . 
-folia 742, longiflora, 744. Prunus peirza 719: 
Pyri n. sp, 713. seq. 


 Ranuneulus Columnse 760, Rhizobotrya alpina 442, 


«Zhynehopetalum montanum: ‚604.  Ribes 719, 
"R; Hladniekii. 582, - nn 
Salix ‘sericans‘. 754., ‘pelaris 755. . Sambuei 737. 


Saussurea discolor 408. "Saxifraga retusa, Ru- . 


.dolphiana et oppositifolia 628. Seneeiones 697. 
:.724, Seneeio barbarezfolius 761. Solani n..sp. 


."BblL 78— 80. Spirse»’751.: Stryehnos toxifera 


440, * Symphoricarpos imberbis 734. 


Taraxacum leptocephalym 437. "Thalietrum alpinum , 


741. Thesiim Hussenoti 645. 


Valeriana supina 742. Viburna 733. 


Weissia Martiana 552. 





"9 Biezu Beibl. 6.) 


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B ei ib lä itt er. 
iur. | RE u 

_ algemeinen botanischen. eitung: a 
BR 1838: ee) 


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Brenn Band 








Aierhöitungen. über eine botünäselie. Reise den ‘, 


5 «erven Drs. Areschöug and, Lindblom 27 . 
: Eund, drch einen Theil Norwegens, im Som: mE 
mer 18377 Ci . = 








ee 








ir nach ‚der Zunückkunft von liter Reise ‚eine chi] 
© derung derselben rieflich rg ; aus v 





4 
schmückten. _ In Christianiu verweilten dieselben 
bis zum 22. Mai und brachten den grössten Theil 
dieser Zeit in der angenehmen Gesellschaft des Dr. 
Blytt zu, der bis dahin Lecter der Botanik an 
dortiger Universität war, aber wührend ihrer An- 
wesenheit zum Professor der Botanik an derselben 
ernannt wurde. "Dieser ausgezeichnete Botaniker, 
. welcher eine beotwische Reise durch die Schweiz 
und auf die Pyrenüen gemacht und die meisten Ge- 
genden Norwegens äurehwandert hat, besitzt &ine 
sehr grosse Sammlung, deren grössten ‘Theil er mit 


unsern Reisenden derehging und ihnen daraus man- - 


ehe höchst interessanfe Pflanzen. mittheilte. Besor- 
' ders Iusiruetiv ist diese reiche Sammlung durch die 
zahlreichen Formen der Gattungen Hierasium und - 
Pos, welche der Besitzer haupisüchlich in Noxwe- 
. gen gesammelt hat. Gegenwärtig ist derselbe mit‘ 
der Ausarbeitung eimer „Flora Christiunensis“. 
beschäftigt, weleher sicherlich eine vollständige 
„Flora, Norvegica“ folgen wird, zu welcher er 
auf, seinen Reisen durch Nerwegen bereits Mate- 
rielien gesammelt hat. Im Jahre 1836 hesuchte.er 
Dorvre und im Monat Juli des letzverflossenen Jahres 
- machte ‘er einen Ausflug nach den östlichen Theil 
« Norwegens, auf welchem er die schöne und seltene 
 Agrostis 'suaveolens Blytt. in Menge fand. In 
Biytts Gesellschaft besuchten die Reisenden den. 
. botanischen Earten ‚welcher eine, kurze Strecke vor 
. der Siadt aneiner dem Nordwind ziemlich ausge- 


$ 


5 
setzten Stelle liegt, ganz geräumig, aber bisher - 


‘ etwas vernachlässigt worden ist, und manche inter- 


essanfe Gewächse enthält, worunter sich der 
grösste Theil der norwegischen Alpengewächse be- 


"findet. Das Gewächshaus ist etwas klein, im Ver-. 


hältniss zu der Menge der darin untergebrachten 
Gewächse. Im Ganzen mögen vielleicht nahe au 


10,000 Gewächse in dem Garten vorhanden seyh. 


Unter Blytts Aufsicht wird dieser sicherlich in 
jeder Hinsicht sich verbessern und bereichern, Blytt' 
und ein junger Botaniker Schübeler begleiteten 
die Reisenden auch auf einer Excursion nach dem * 
Egeberge, welcher sowohl wegen der herrlichen 
Aussichten, die sich dert darbieten, als anch wegen 


seines Reichtkams an Mooser, von welchen auch‘ j 


sie verschiedene sammelten, bekannt ist. 

Von Christiania warde die Reise durch Rin- 
gerige, Hadeland, Toten und Guldbrandsdalen 
nach Dovre fortgesetzt. Schon zwei Meilen von 


‚ Christianid werde Sehnee in den dichten Tannen- 


wäldern angetroffen; Aconitum septentrionale fing 
an seine Warzelbläiter zu entwickeln. In dem herr- 
liehen, mit Reeht gepriesenen, Krogdeven zeigten 
'sich Blätter von Sarifraga Cotyledon und nivalis,. 
und auch emige Moose. Als die Reisenden zu dem. 
schönen 'Landsee Tyrifjord herabkamen, fanden sie; 


zwar die Temperater etwas 1gilder, aber wenige 


Gewächse hatten ihre Blamen entwickelt, Nahe bei 
der Station Kläkken blühten Piola umbrosa, ebenso 
1% 


Ä . nu , en " wo . # 


auch Anemone vernalis, ‚welche bisher nicht südli- 
‚ eher in Norwegen. gefunden worden ist. . In. ‚Hade- 


. land führt der Weg wieder. durch dichten Nadel, 


wald, welcher i in Ringerige von ziemlich‘ "auggedehn- : 
ten Feldern imterbrochen. wird. Gleichwohl "ist Ha- - 
deland eine. von den fruchtbareren Provinzen Nor- 
wegens,_ obgleich . ‚es ‚sieh, in dieser Hinsicht nicht 
mit Ringerige, oder mit Toten und ‚Heldemarken. 
messen kann. :Alle- diese ‚hier‘ genannten Provinzen. . 
. hahen eine sehr schöne Lage; Ringerige liegt. näm- 
. lich um den Tyrifjord, 4 ‚Aadeland längs. dem Rands- 
ford; Toten und Hedemarken. umgeben. den grossen, 
ausgezeichnet schönen. See Mijösen. "Diese sich 
weit erstreckenden Birinenseen sind von ‚einer hei. 
‚nahe. ünunterbrochenen Wichtigkeit für - den inneren . 
Verkehr und den Handel mit. Waldprodukten. . Um. 
diesen noch, mehr zu ‚beförderu, war man gerade be 
schäftigt, ein kleines Dampfbeot zur Benützung auf 
‘dem. ‚Randsfj ord. zu bauen. Es ist auch. bereits die. 
"Red& davon gewesen, ein solches für. den Mjösen 
’. Zu bauen ; diess ist zwar „wohl noch: nicht - in Aus... 
: führung, gebracht, aber -die Zeit, .wo dieser Vor: 
schlag realisixt werden muss, kann nieht weit enk:. 
fernt. seyn. oo. sn . 
Nachdem‘ die. Reisenden am 25. Mai über den . 
öden, wit Nadelwald „bedeckten Vestasen passitt 
wären % welcher die Grenze zwischen Hadeland und 
.. ‚Toten, bildet,  betraten sie die letztgenannte Provinz, 
"welche im Anfang sehr viele “Aehnlichkeit. zit Ha-. 


u Es 
{ Ms 


5, 


: deland hat; ‘aber je! "üäher‘ man ‚der’ Kirche in To- 
! "ten kömnt ‚> ‘desto mehr angebaut und dichtbebaut 
"wird die Gegend, bis man endlich nichts anders’ 
"sieht, als’ Ackerland,‘ zerstreut zwischen einer Menge" 
Höfe,” = Wenn man Auf“ dis Höhe könnt, auf wel- 


‚ “cher die Station” Juksiäd; helist inehreren. ‚anderh 


"grossen. "Höfen, liegt; ge imeß "öffnet sich die‘ Aus- 
“sicht über den ‚herrlichen - Mijösen, dessen Ufer, 
überall‘ bekleidet sind mit. Feldern, Läubwald, gut 
"gebauten Höfen und inehreren schönen. steinernen 


i "Kirelien ; während‘ das“ grose Felgiö mit seinen 
mit Wald heklöideten | Bergen die Mitte des See's 


einnimmt. Nachdem man über mehrere mit Wald 
"bewachsene Bergrückn | Passirt ist, köınmt man hinab . 
. zu dem‘ See Welbst, auf dessen westlichem ‘Üfer der 
Web 'söilann fortgeht ‚bis nach Vingnäs an dem 


Nördlichsten Ende des See’s, .Diess ist ohne Wi- 


- derspruch eine van den schönsten und wildesten Ge- 
genden -auf- der ‚ganzen Reise zwischen Ehristiania, 
und, Dr öntheim, weil die Natur hier einen weit 
-milderen ' und. sanfteren Charakter hat, 'als in den 
änderen mehr 'grotesken' und majestätischen Theilen 
des mit Alpen’ angefüllten Norwegens. Toten hat 
maliche interessante Gewächse, so wächst z. B. um 


' Bliki Schoenus ferrugineus , Orchis eruientä,- ineh- 


rere' Salices; ‘um Jukstad sind gefunden worden 


. Halawis monopkyllos, Cypripedium , Calceolus u.‘ 


,:— ‚Struthiopteris ; Daphne "Mezereum und 
Viola umbrasa ‚kommen an ‚mehreren: Stellen vor, 


% 


a; 


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6 


besonders in der Gegend van Hund, wo auch die 
seltene Schistostega osmundacea von Dr. Lind- 
blom in Menge gefunden wurde, Bei Tinglnäs 
setzt, man auf einem Führn über das sehr. schmale 
nördliche Ende des Mjören nach der neuen unbe- 
deutenden Stadt LZillehammen und mit derselben 
kömmt man in das grogsartige,, herrliche Gulbrands- 
dalen, durch welches der Landweg an der östli- 

. hen Seite des Longen- Eifs *) sodann anunterbro- 
“chen fortgeht Bis an den Fuss von Dorrefjeld. 
Auf diesem Wege erhält man einen Begriff von der 

- grossen und dahei oft wilden Natur in Norwegen. 
Das Thal selbst ist an den meisten Stellen sehr 
schmal; die Bergseiten, über welche eine Menge 
grössere und kleinere Flüsse in unzählichen weiss- 

. schäumenden Kaskaden zu dem in der Tiefe hrau- 
senden ziemlich breiten Elf niederstürzen, sind mit 
Nadelwald bekleidet, zwischen welchem eine Menge 
"Höfe hervorschimmern; diese liegen beinahe ferras- 
senartig auf dem ziemlich steilen Abhange und zu 
mehreren von ihnen führt kein Fahrweg, sondern 

"nur ein Saumweg, weil der steile Abliaug die An- 
legung eines andern nicht zulässt. Die Felder sind 

nicht gross, aber fruchtbar, obgleich oft dem Froste - 

- ausgesetzt, besonders in den höher belegenen Ge- 

genden. Die vorzüglichste Einnahme der Einwoh- 





=“ 
*) Ef ist ein reissender Strom, ein Gebirgsstrom. 
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# 


ner besteht daher in dem Ertrag der Viehzucht 
und des Waldes, Gulbrundsdaten ist: in acht Pa- 
gforute eingetheilt, von welchen jedes‘ mehrere Ge- 
meinden oder Kirchen umfasst. Von diesen Paste- 
raten sind jedech vier in Beitenthälern gelegen, in 


oo 


‘welchen auch mehrere von den';Filialkirchen sich - 


befinden, so dass man "während ‚der ‘Reise durch 
das eigentliche Gulbrandsdalen 4 Hauptkirchen und 
6 Nillalkirchen vorbeipassirt, welche beinahe alle 
dicht an der Landstrasse liegen. In Ringebo hiel- 
ten sich die Reisenden einige Tage bei dem ausge. 
zeichneten Botaniker Sommerf elt, welcher hier 
Pastor ist, auf, Dieser ist schon seit. mehreren 


Fr 


Jahren kränklick und leidet an: einer grossen Ner- 


vensehwächtg welche ihn &usser Stand setzt, sich, 
- wie sonst, mit seiner Tiehlingswissenschaft zu be- 
schäffigen. Er kann seine Geschäfte ‘nicht. mehr 
verwalten, die meiste Zeit des Sommers bringt er, 
soviel es die Kräfte zulassen, in dem von ihm an- 
gelegten nicht unbedeutenden Garten .zu, welcher 


zit mancher schönen und seltenen Pflanze geschmückt . 


ist. Seine Wehnung liegt. ausgezeichnet schön mit 


‚siier herrlichen Aussicht über den hreiten Zöongen- \. 


EIf mit seinen’ vielen kleinen Inseln, auf welchen 
Saliz duaphnoides üppig wächst, während Cypri- 
yedium, Pyrola chleruntha, : Glgceriu norvegiea 
Somft., Ayrostis suaveolens Blytt. und eiie 
Menge andere nicht gemeine Gewlichse sowohl 
- die Wiesen, als die Ufer des :Büche schmücken. 


& 


8 


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u, 
Einer der. inferessantesteh Otte ih dieser Gegend 
ist Skulsbroes, wo zwei nicht unbedeutende Flüsse, 


nachdent ale sich einen Weg durch den Schiefer-. 


berg gebrochen. and mehrere bedeutende Wasserfälle 
gebildet haben, sich vereinigen; die hiedurch erzeng- 
ten engen und tiefen Thäler sind hesonders reich 
an Pflanzen, vorzüglich Moasen. 

Inder Gegend yon Quarns-Rirche fängt Pinus 
sylvestris die hisher herrschende Pinus Abies zu 
verdrängen an, obgleich zerstreute Bäume von dieser 
letzteren bis hinauf gegen die Kirche von Dovre 
vorkommen; hesenders auf dem westlichen Ufer des 
BI, In der Nähe von Ayarg trafen die Reisenden 
auch auf die herrliche Sarifrage. oppositifolia und 
allmählich erschienen immer mehr Alpengewächse, 
welche anzeigten, dass sie sich mit grossen 'Schrit- 

“ien den skandinavischen Centralalpen näherten. Das 
in historischer Hinsicht merkwürdige Kringeln. ist 
auch in hotanjscher Hinsicht merkwürdig durch das 
*‘ Aspidium erenatum. Somft., welches sich jeizt 
aber noch nicht zeigie._ Myricaria germanica be- 
deckte die Ufer des Elfen bis zur Kirche von Dovre, 
die am Eusse der Alpenmasse liegt, welche nach 
derselben ihren Namen erhalten hat. 
Lie ist die letzte Station an dem südlichen Eusse 
"des Alpen-Gebirgs unl hier beginnt das eigentliche 
‚ “Aufsteigen, welches jedoch nicht so -hesonders be- 
sehyerlich ist, in so fern nicht dieselben Verkhält- 


nisse eintreffen, welche gegenwärtig (den 3. Juni), 


9 


steitfanden, wo in der Nacht und des Vormittags 


ein eine halbe Elle hoher Schnee gefallen war, 


.„welcher den sonst sehr breiten und wohl unterhal- 
‚tenen Weg für Fuhrwerk beinabe unpassirhar machte, 
Auf Dovrefjeld finden: sich bekanntlich keine andern 
festen Wohnplätze, als die 4 zur Bequemlichkeit 
:der Reisenden hier angelegten Wirthshäuser, oder 
wie sie genannt werden, Fjeldstuer (&ebirgsstuhen): 
.Faystuen, Jiskin, Kongsvald upd Drivstuen. 


Erst auf dem närdliehen Abhange ungefähr 1/, Meile 


nördlich von Drivstuen sieht man Höfe mit einigen 
'schmalen Fahrwegen. Bei dem ebengenannten Fjeld- 
stuerna kann keine Art Geireide oder Wurzelfrucht 


gehaut werden, zwar hat man versucht, Kartoffen 


zu pflanzen, aber. nicht einmal ist diess geglückt, 
gusser in höchst wermen und günstigen Sommern. 
‚Dagegen ist hier eine vortreffliche Weide, weskalb 
die Viehzucht die einzige Nahrungsquelle der Ein- 

wohnerschaft ausmacht,- die von uralter Zeit her das - 


Recht hat, dass an sie von jedem Feldbezirk inner- 


halb eines bestimmten Distrikts, nördlich und südlich 
von der Alpe, ein gewisses Quantum Getreide ge- 
liefert werden muss. Ungefähr in der Mitte zwi- 
schensLie und Fagsiuen, 2820 Par. Fuss über dem 


Meere, hört Pinus sylvestris auf die Masse des- 


Waldes auszumachen, obgleich 6 — 8 Ellen hohe, 
_sersireute Bäume derselben im Birkenwald vorkom- 
men, Bis nach Jiskin, östlich von dieser Stelle 


> 


und ungefähr eine Viertelmeile davon entfernt, niaeht 


x 


“ ” 


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Pinus sjlvestris wieder die herrschende Baumar ” 


aus, obgleich noch von seht niedrigem Wuchse ; ist 
 diess auch eine Höhe von 2900 Fuss über dem 
‚Meere uder - etwas mehr. Die Gegend zwischen 


:Fagstuen und Jiskin ist erfüllt 'von Seen und Süm- 


:pfen, deren Ufer mit Birken und Weiden bewach. 


sen sind. Der Weg geht an dem Alpenseiten ganz 
gerade aus ohne einen einzigen Hägel. Sobald man. 
‚aber Jiskin verlägst, steigt er mit. einem jähen Hi- 


gel bis ungefähr 3600 Par. Fuss über dem Meere 


auf, dem höchsten Punkte auf dem ganzen Wege; 
hierauf senkt er sich wieder nieder bis zu dem durch .. 
den Drivelf gebildeten, engen, vag Alpen umgebenen 


Drivdal, wo Kongsvold wngefähr 2800 Fuss üher 
dem Meere liegt. Der Weg zwischen Kongsvold 
und Jiskin ist der. ödeste auf. dem- ganzen Gebirge, 


Die Vegetation beschränkt sich auf "einige niedrige 
 Büsehe von Birken "und Weiden, zwischen welchen 
"sich die gemeinen Alpenpflänzen gleichsam verbergen, 


Veberall im Umkreis sieht man Alpenspitzen, die eine 
. höher äls dieYpndre, bis endlich .der‘ Snöhättan mit 
"seinem weissen Scheitel sich über: salle £rhebt, Zu 
der Zeit cien- 4, Funi), "als die Reisenden diesen 
Weg passirten, ‘waren sowohl die Alpen, ‚als die 
dazwischen liegenden’ Hochthäler mit einer gemein 


samen Schneedecke, bedeckt, und Saxifrage oppo- 
‚sitifolia und Anemone vernalis waren beinahe die 


einzigen Pflanzen, welche daraus hervorsahen. Nach- 


dem Kongsvold zur Haupfstation Tür den Dr. Lind > 


7 


En an innen ann” 


' blom während des Sammers ausgewählt war, ver" 
-  weilten die Reisenden , weil ‘der Frühling noch sehr 
wenig vorgeschritten, für diessmal nur. kurze Zeit 
und setzten ihre. Reise fort, . Je weiter sie in, das 
_Drivdal kamen ‚: desto mehr. hatte der Frühling seine 
Geschenke ausgehreitet. . Zwisehen Kongspold und . 
Värstien blühten bereits Draba alpina,, lapponica 
‚und confusa Ehırh. ‚Potentilla »ivea ‚et alpeskräs;, _ 
Alsinella biflera. u. m. —  Värstien. wird :eigeit- 


-Jich der jähe Hügel genannt, wo der Weg ,.weeher, ‘ 


nicht ferner Raum behält in den engen Alpenklüften, 
‚aus welchen der Drivelf‘ hervorbraust, waf. den 
Alpenabhängen selbst angelegt, oft durch den-Felsen _ 
gesprengt, werden- ist, welcher ‚auf:.der einen Seite 
heinahe perpendikulär aufstöigt, während er auf der 
andern Seite. in "einem Vorsprung von. d— 4090 Fuss 
hervorragt: his herab zu dem EM. Dieser: ‚Hügel ist . 
"sehr .steil- und der beschwerlichste auf ‚dem ganzen 
Weg über Dovre, kann aber gleichwohl nit dem . 
grössten Wagen passixt werden. Auf der ohexsten 
Spitze, ungefähr 3200 Fuss über dem Meere, ‚nahe 
bei der obersten Grenze der. Birke, fing. ‚Disipensiu 
 lapponica an, ihre Blumen':zu ientwickelu-- ‚Näher 
‘an Drivstuen blühte - Viols -biflora,,; Menziesia‘ 
coerulea u. m. In Opdal;, ; am nördlichen. Fusse 
von Dowrefjeld, nachdem sie; also Dotre in Gesell. 
schaft passirt, hatten, schieden die Reisenden von 


einander. Dr. Areschoug ging. durch Sundalen . - 


= nach Christiansund, um dnselbet seine o Midesenchin-, 


..® 


02 . FR % “ \ . B . “ . 


gen der’ Algön der: westliehen‘ Küste von. Norwegen 
zu begiunan, . Dr. Lindblom dagegen "unternahm 
eine kurge, Heise nach Dronitheim. Wir ‘folgen 
jetzt 'deni Letzteren und werden später die 'Schilde- 
‚rung der Reise:des Eräteren’ wieder aufnehmen. — 
;Der. Weg nach ‘Drontheim geht durch eine waldige 
Gegend.‘ Pinus sylvestrie; welche auf dem nörd- _ 
ichen..Abhange von Dovrefjeld in der Gegend von '- 
„Drivsten‘ anfängt sich zu zeigen, ist gleich im-An- 
fang die herrschende Baumart, -aber Zwischen ‘den 
\ ‚ ‚Stationen Siuen und Sundset fängt Pinus' Abies 
an: alfzutreten. und verdrängt: Pinus sylvestris bald 
‚gaaz ‘und: gar: . Birken und Prunus Padus waren 
. voll Laub. Dieser ‚letztere hatte jetzt (den: ten 
'Juni) um Stören:seine Blumen entwickelt, eben so 
Cerastium alpinum. Aconitum septentrionale fing, - 
an, Seimen' Blumenstengel hervorzutreiben. In Dront- 
heim hielt. sich der Reisende nur wenige Tage auf, 
welche mit Besichtigung der Merkwürdigkeiten zu- 
gebracht. "wurden, welche diese alte berühmte Stadt 
“ ‚darhietet, die eine- schöne Lage . an .dem breiten‘ 
u Trondhjems- Fjord Hat _— Die Stadt selbst liegt 
- in &inem'mit von Lauhkolz bekleideten Bergen um- 
; 'gebenen . Thal, dureh welches der Nidelf fliesst, 
welher. ‚auch einen sicheren Hafen. für die. Schiffe 
‚der. Stadt bildet. Da'&s nicht seine: Absicht war, 
‚iie' Vegetation in dieser Gegend ku untersachen, 
) wosa: die Zeit auch nieht ausreichte ; so Fo er 
auf deniselhen Wege zu. ‚den ‚Alpen zurück, 


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u E ”». 


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13. 


Bm * ‚ "m g er - “oo ’ De 
deren Vegetatign von dem ersten Anfange an zu 


folgen, und befand sich deh 14. Juni. bereits wieder u 
in Opdal, von wo. er den folgenden Tag sich nach 
Driostuen hegab und unferwegs Myricaria germa:' - 


nicdz Papaver nudicaule, ‚Silene ucaulis, Aster 
alpinus; Pedieularis Oederi ü. a. fand: Den 16:: 
Juni traf derselbe wieder in Kongsvalıl ein, wor: 


‚bis zii Anfang August blieb. "Er. empfiehlt diesen’ 


Ort allen denjenigen, welche Dovrefjeld und dessen 
Vegetation. untersuchen. wollen, denn theils wohnt - 


, man“ bequem und für einen- billigen Preis und hat. 


alle die; Bequemlichkeiten,, welche tan vernünftiger: \. E 
- weise. begehren kann; theils ist. man ‚hier beinahe. 


mitten auf dem. ganzen ‘Alpenzug;,. überall, umgeben 


“ von’ hohen; : mit,ewigem Schnee bekleilteh Alpen: 


Gebifgsspitzen , die von: hieraus leicht zu‘ "besteigen" 
sind; während das herrliche, an phanerogamischen 
Pflanzen, Moosen und Flechten 30 reiche Drivdal 
eine kürze Strecke südlich: darauf beginnt: £Kongs- - 
vold liegt ‚gerade in der engen interessanten Thal-- 
strecke, welche etwas über 27/, Meilen lang ist.) 
Die, Zeit, welche er hier zubrachte, verwendete er 
auf Exeursionen nach allen Bichtungen ; immer ein-. 
sei. und öhne alle Gefahren, nachdem er die ersteir: 


"Tage dazu angewendet: hatte; Sich gehörig zu orien- ' 


tiren. Er unternalim sie gewöhnlich so; dass er an, 
Abend nach Kongsvold zurückkehrte ; dusser wenn 


er entweder nach Biwstuen oder nach Jiskin wann: 
derte,, we. ör mehrere Tage aubrächte, um die. Ge- 


E . 


© 


u 


- 


genden um diese: Fjeldstuen herum. "genauer zu 
untersuchen. Der Sommer war sehr kalt und unan- 
- genehm; ‚Regen, Schnee. und Frost gehörten. zur 
Tagesordnung und während der ganzen Anwesen. 


men klare Tage.. Diess verursachte, dass die Ex; 


cursionen nicht so ausgedehnt, noch der ganze AL. 


‚penzug (er beträgt ‚quer über — von Lie bis Opdal 
"beinahe '8' Meilen) vollkommen. untersucht . werden 


konnte, als es beabsichtigt und gewünseht worden ° 


war. . Es. wurden gleichwohl glücklicherweise., mit 
Ausnahme von 2— 3 Arten, alle die Gewächse. 
gefunden z :isielehe bisher auf dem, besonders ir den 
letzteren. Jahreh' Schr wenig untersuchten , Dowre-. 
field entdeckt. ‘worden waren. Dr. Lindblom hat 
MM einem "Aufsatz, welcher unverweilt in der Zeit-. 
schrift der physiographischen. Gesellschaft in Lund 


_ erscheinen wird, einige allgenieine physische Bemer- : 


“ Kungen über. diesen Alpenzaug zusammengestellt, und 
. hofft“ auch die betanischen Beobachtungen, welche: 


“er zu machen- Gelegenheit gehaht hat, zu veröffent- 


lichen. Gegenwärtig ist er beschäftigt, ‘die von ihm: 
gemachte, ‚nicht unbedeutende‘ Beute kritisch zu 
untersuchen und genau zw bestimmen. Folgendes 


ist. eme kurze Aufzählung der von ihm’ auf Dovre 


gefundenen interessanterew 'Gewächse, mit beson- 
' derer Rücksicht auf den ‚nördlichen , von ihm genau. 
untersuchten. Theil dieses Gebirgsi..: “ 

"Auf den höchsten Alpengipfeln in.der: Nach- 


& 


heit waren nicht mehr als 6 — ‚8 warme, vollkom- 


Ä 


F 


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'harschaft der Schneegrenze, hisweilen, durch örtliche 
Verhältnisse, bis herab in die Birkenregion wachsen: 
- Ransneulus glacialis, nivalis, Cardamine beili- 
difolia Coft sehr weit herab), Casmpanula wiflora, ‚ 
Diupensia lapponiea, Salix. polaris; LZuzula hy- “ 
perborea, arcuata , Phipsia algida;:. 

In der Rleinbuschregion. (ausgezeichnet durch 
Salices und Betula nana); -die meisten dieser 
‚Gewächse.gehen oft weit herab in die Birkenregion, 
aber. sie gedeihen. am besten in der angeführten: 
'Ranunculus pygmaeus, Draba alpina, lapponica, 
" Spergula saginoides, Cerastium alpinum var, gla- - 
bratim, Sazifraga oppositifolia, rivularis, Tus- 
silago frigida, Andromeda Iiypnoides, Gentiuni. 
glaciabis , ‚Beiula nana, Salix reticulata, myr- 
sinites , lanata, arbuscule Fries., "Luzula cam: 
pestris var. sudetica, Kobresia. scirpina, Carex 
parallele, -lagopina, Pou luxe, flexuosa, ' 

In der Birkenregion scheinen folgende am 
besten zu‘ gedeihen: Thalictrum alpimium,, Ane- 
mene vernalis,. Büunameulus hyperboreus, Aconi- 


A 


tum sepientrionale, Papuver nudicaule, Mrabis®. " 


alpina,; Draba hirte, -confusa, eontorta,. Viola 
mentana,. arenaria, biflora, Silene acaulis, 
' Erjchmis apetaka, - alpina, Stellaria.. alpestris, 
erassifolia, Alsine stricte, biflora,' hirta, Ce- 
rastiun ‚alpinum “Gin. einer Menge Formen), stek:. ' 
larisides, Phaca frigide, lapponica, Astragalus. 
oröboides salpinus, Dryas oetepetala, Potentilla 


nivea, alpestris," Sibbaldia (geht etwäs höher), 
Epilobium alpinum, origanifolium, mutans, Saxi-. 
- fraga cuespitesa, coniroversa, cernud, mivalis, 


stellaris, ‚uizoides, Angelica offieinalis, Brige- 
ron. acre var. 'yläbrabum, alpinum , - -umöflorum,,. 
Gnaphalium alpinum, supinum, norvegicum, Ar-' 
temisia norvegicd, - Serratula alpina, Sonchus 


alpinus; .‚beontoden corniculatus Kit, Biera- . 
‚Fium alpinum , Menziesia caerulea,, Azulen uro: 


cumbens, Göntiand nivalis,: Myosotis sy ylvatien, 
Pedicularis Oederi, Tlapponica, Burtsiu alpina;“ 
Veronica alping, saxatilis, Andr osuce septen- 
trionalis , Primula stricta; farinosa;'. Oxyria 
digyna, Rumes Acetosa var.; Königin. islandica,; 


:Sulix hastata (in einer Menge Formen), phylicae-. 


y 


folia, depressa, limosa,, glauca, Ophrys alpina, 


Tofjeliiia borealis, Zunchs arcbieus ,. castaneus, 
ustulatus ;' biglumis, triglumis ; trifidus, Inzulo, 
parviflora;- spieataz- Eriphorum cupitutum , Ko- 


, bresid saricina,. Curex eapitata, rupestris; ‚micro: 
glechin, incwva,  reliculata, ‘eupillaris, usiu- 


lata; fuliginosay ormithopoda; ulpina; uirata; 
ericetorum, Busxbaumii, saxatilis, pulla; Phleum 
edpinum, Aira ubropurpurea, alpind, subspicata; 
flexuosu ‚var: :montuna;. Culamogrostis Halle: 
riuna, siricta, Hierochloa boreulis;. Pou alpina; 
caesia, , Glyceria distins (bei Jiskin), Triticum 
violaceum; Horn: fl. Dan. ;: Eguisetum hyemule, 
variegätum, sc earpeis, Booryeldem Iamaria;, Po- 


z 


“ . s E . - u > u; 
Beiblä tter 1838. 1. "Nro. 2 





ypodium montanum,, Woodsia hyperbor 0, . Lg" 
podium alpinum, dnnotinum var. alpestre. 


In der Kiefer- Region wachsen: Thalichrum 
simple ,‚ Banmculus platanifolius, ‚polyanthe- 
mos; Barbarea pürviflora (keine andere wird. in 


‘ dieser Gegend gefunden), Turritis glabre, Arabis 


hirsüite, Erysimum hieracifolium,. Viola mirabi- 


lis, Stellaria longifolia, Rosa cinnamomea, Co- 


boneaster vulgaris, Epilobium palusire, Myriea- 
ria germaiiea, Ribes rubrum, Sasifraga Coly- 
ledon, Hierucium cymosum,' collinum, auran- 
tiacum,  prenenthoides,  bor&ale (in einer Menge 


‘ Formen), "Myosotis: deflexia, Satyrium nigrum ,- 
‚Örchis eruenta. - 


Dieses Verzeichniss- ist nicht vollständig ddie- 
Flora von Dovre enthält 450 Gewächse mit Coty- 
ledonen, die Filices -mitgerechnet), auch sind die 
angeführten Regionen nicht bestimmt, bisweilen fin- 
det sich. dieselbe Pflanze in allen Regionen; es sind 
allein diejenigen hier angeführt, welche am hesten 


‚darin zu gedeihen scheinen; untef ‘den von dent 
"Reisenden nieht aufgefundenen bemerkenswerther 
und folglich ' hier auch übergangenen Gewächseh 


dürften die merkwürdigsten seyn: ' Suwöfraga hie-. : 


2 racifolin, Pingwieila villgsa” und Salia -pyre- 
nie vor. norvegica Fr. (vielleicht - eine 'selbkt- 


stäidlige Species), Manche .eind ans dem Grunde ' 


ee 


u 


- . » _ | ur 


aa 


| nicht mit aufgezählt, weil die ganze Sammlung da- 


von an Dr. Hartmann: zur: Benützung bei der 


"Redaction der dritten Auflage seiner Flora Scan- 
_ dinawiea,- welche bereits ‚gedruckt wird, gesandt 


werden ist. 
Als das Wetter, besonders am. Schlusse des 


Jul, im höchsten Grad unangenehm wurde -und.die 


Exkursionen unmöglich machte, beschloss unser Rei- 


sender nach Molde zu reisen; um mit seinem Ge. 


„ fährten. Areschöüg wieder zusaihihen zu treffen, 
weicher, gleich nach der Trennüng von ihm erkrankt 
war und, da #ı Beine. Gesundheit: nicht vollkommen *. 
wieder. erhälten;. gich . zur ünverzüglichen Rückreise 
“ entschlossen ‚hatte. ' 'Er verliess Köngsvold den 4. 
August ‚und reiste über Iskin und ‚Jagdstien nach 

- Dombaus > gerade nördlich von Lie, wo der Weg . 

"nach Romsdalen: abgeht. . Man’ ist hier schon in 
° der Kiefer- Region, innerhalb welcher "der ganze 

folgende. Theil des Weges forläuft. Von Dom- 


baus hat man. eine vorireffliehe Aussicht, ‚über den 
darunter liegenden Theil von Gulbrar?. «. fen und 


- nachdem. mau einen ‚Gebirgsrücken passiri h hat, öffnet 


sich gegen. Westen. die Aussicht, ‚auf die dichtbe- 
baute, von hoheü. Alpen umgebeie Gegend um die 
Kirche von’ ‚Lessiö ‚und den sehr bedeutenden See: 


" Tessiö ist das, zu höchst. gelegene Pastorat in Gul- 
brandsdalen. und. hieher gehört ‚die. südliche Hälfte 


von Dovrefjeld:. die nördliche gehört. zu dem Pa: 


storat Opdal und Hegt innerhalb Drantheims, Stift: 


x 


419 
Der Wer folgt dem nördlichen Ufer des eben 
‚nannten See’s, hei dessen westlichen ‚Binde eine 
ebene, sandige,. fast nur. mit. Kiefern bewachsene 
Gegend beginnt, wodürch- sie einförinig ı ünd unin-, 
„. teressant wird,-und sich bis i in die N ähe von Roms- 
dalen forisetzt. Vor dei Eintritt, in dieses kömmt 


> man Lessiöverk, eines Filiälkirehe von ‚Liessiö, ;; und 


den däbei - liegenden Ses voibei, welchen, an. der 
5 Hinsicht‘ merkwürdig ish, ‚dass. ‚sowohl der bogen: 
Hiesst, als äiıch der Raumelf;; welähöi Auich Roms: 
E dalen ‚gegen Westen fliesst, in demselhen ihren Ur- 
sprüng.haben. Längs dein ltätgenähnten geht der 
Weg durch ;Hoinsdalen, fo sis Zu Meer. Nahe 
bei der, Station Äystien. triit, nm in, diesen, Thal, 
weiches. oline Widertede eiieß von den ‚am ineisten 
pitloresken, und gröskarligsten i in gänz Norwegeu ist, . 





Es ist. sehr schinkl; aber dennoch sehr früchthar; u 


von 3000 his 5000 Fuss höhön „Gehiigen übigeben, 
sind ünd deren eipiel nicht; wie es in Norwegen 
Sonst. gewöhnlich; zugeründet sind; sondern sich in" 
"'sclimale,. oft. höchst bizarr Sebildöte Spilzen, hi: 
‚Finder. genänät; Endigen: ku diesen üdstallen will 
des Volk. ‚Ashnlichkeit inik Menschen entde- , 





Sägen iind. ‚Wabeln. übes deren 1 
igeihen. hielt män Sie, für (leiser; welche durch 
" af den Heiligen in Stein wöriiändelt wvorden; ‚wo: 

5 3* R ' 





r 


20 e . , so: 


° von “äneh. der Name”, ‚Zroldiindene, ei welchen anan 
“ einer besonders’ in‘ de ‚Augen fallenden ‘Masse der- 


gelben’ gibt, herkömmt:; ‘ Dis Phal ist übrigens sehr‘ 


eben, wo; dass man | während’ des '4”Meilen (nor. 
wegisölen, gleichivie- überall: wo. Meilen‘ augegeben 


sind) langen Weges durch‘ ’Romsdalöi nicht einen 


einzigen bedeutenden Hägdl überschreitet, ausser 
dem sell“ grossen; "weicher sich gleich‘“ "bei dem 


Fintritt' in das Thal’ findet. Bei der Station Horjem 


„wen 


teten Pe während auf der. irdichen das "5000 


Fuss hohe -Romdalshorn And ‘die noch*höheren‘ ‚Vin-' 


jestinilerna den: Hinmel zit beführen‘Sihlinen. Am 
j Füsse‘ von diesen wachsen Digitales | purparea, Se-. 
. Aspiäinmi Oreopteris, - 
u Ulmacs 'euipesbris, Dupkine. Mezereum,' 'Hierakia - 





dm album, -Pteris eräspun, 


u..." Eine Wierteliiöile yon der" licht An Meere 


belegenen Rümsdals-Kirche‘ stöist man auf sehr 


weit 'sich' erätfeckende und ziemlich hohe. Flugsand- 
felder; ein’ in Norwegen ungewöhnfieher- Anblick. 


. "Um voh hier aus. nach- dem 4 Meilen’ entferiten 


'Moläe‘ wi gelangen,” kann mar ‘entweder: "galz- ur 
See, oder theils zu "Lande, "theils'zur Beh: reisen, 
- Vüser Reisender wählte ie Teiitere, ‚ "obgleich: "hye- 
schwerlichere Art,, indem mäh "über ürbi' sehr bröte 


oft "sehr gefährliche Horde“. odeF"Bächten‘ setzen 
und dazwischen. zu ande‘ reisen: ine." I "Moöllle _ 


“ + 
Be 5 


Beigt’sich” ‚das Thu mit! "seiner Umgehung i in seiner © 


\ 


= 
nn Dim namen nn mn an 


.. 


‚hielt ex, sich Kur, wenigß;: Tage. "bei. „dem Probst u 


Deinbeoll auf, ‚in dessen! ‚Eanse . ‚Areschoug 
wohnte, , Deinboll hat: in. seinen. jüngeren, Jahren 


viel botanisirt,. theils im, südlichen.: ‚und mittleren 


Be a 


‚ ‚Norwegen, 'theils in: Finamerken, wo er mehrere 


‚Jahre, Pfarrergewesen, und. manche, interessante, 
Gewächse gefunden. . In der. Umgehung, von. Holde 


"wurden einige ‚Eixeursionen. angestellt und auf’ den- 


„selben: gefünden ı ' "Luzula. maxima, Cares’biner- " 
BEER Pobygala.serpyliacea ;; Rammeulus. dconitifo- } 


ins, Digitalis: purpurea,.Seliz-perbacea , glauca, 


ä Sonchus. alyinus; ‚Hieracium !alpinum. .; .boreale, 
\ . prenanthoides,; ‚Gnaphalium norvegicum, supimum, 
.. Baxäfnagastellarie,Cokgladog,. ‚aizoides, Silene 

" maritimu, rwpestris, acanlis,, Alsinella sagrina, 
„ Halianthus peploides, Cerastium alpinum, Sedum. 

5 ! amglieum , Thalicirum. alpinum ,. Aspidium Oreop- 

:teris, Blechnum‘ ‘boreale, Lycopodium selaginoi- 





„des; immer, Lobelia Dortmanna und eine 
"Menge, andexe,': Interessant ist es hier zu sehen, 
‚wie die Älpenpflänzen. gegen den Meerstrand herah- 
‚steigen. und mit den Küstenpflanzen-vermischt‘ wack- 
sen. . Hyperieum pulchrum , Centaurea nigra, Bu- 
"sium Bulliöcastamım,  Myrrlüs oderata, Carex 
norvegich ; aaritima, salina, welche 'auch ‚hier in 
‚der Umgegend wachsen, fand :er nicht, aber er 
imachte auch eben keine weitern ;Ausflüge: - In Ge. 
sellschaft des. Dr; Areschoug reiste Dr: Lind- 


‘ blom wieder nach Romsdalen und erfreute, sich 


22 


-. 


unterwegs an dem herrlichen Anblick, den die hohen, 
schneebedeekten "Gebirge von Romsdalen, von dem 
schönen Melde-Fjord aus, welcher von Inseln 


und -Haälbinseln umgeben ist, die mit Laubholz be- : 


wachsen sind, gewähren Nachdem er sich von 
seinem Gefährten, der nach Schweden zurückreiste, 
trennf hatte, begab er sich nach Grötten, wo sieh 
die Wohnung des Pastors in Romsdalen befindet. 
An diesem Orte verweilte er bis zum 25.; während 
dieser Zeit machtö'sr mehrere Eixeursionen, theils 
im Thal; theils (auf die hohen Alpen, welche es 


umgehen, war aber nicht so glücklich, einige von 


den höchst seltenen Gewächsen wieder. zu finden, 
welche von Gunnerus als um Gröffen wachsend 
‚angegeben sind, und welche, obgleich von Mehre- 


‚ren gesucht, seither niemals wieder hier ‚aufgefun- 


den worden sind, weshalb man begründete Ursache 
za haben scheint, die Richtigkeit der Angabe Gun- 
ner's zu bezweifeln. Dagegen fand .er Burium 
Bulboeastemum, Stellaria crassifolia, longifolia, 
Aspidium Oreopteris, angulare, Lonchilis, Pie- 
ris orispg, Blechnum boreale‘, Siruthiopteris 


germanica, nebst allen gemeineren Filices, au: 
Asplenium Adianthum nigrum. ist hier gefunden. 


Es ist auflallend zu sehen, welch ein Rejchthum 
“an. Fölices hier stattfindet im Vergleich mit Dovre, 
so dass man schon hier sehen kaun, wie sehr das 
Meerklima ihr Vorkommen’ begünstigt. Die Alpen- 


‘ 


253 


Y 


vegetation ist nicht so reich, als bei Dovre, dage- 
gen sind mehrere an dem letztgenannten Orte sel- 
tene Pilanzen hier gemein, wie z. E. Ranuneulus 
aconitifolius, Sazrifrage Coiyledon, Sonchus al- 
pinus, Hieracium prenmthoides; andere fehlen 
hier, z. B. Polemonium, Gentiuna nivalis, gla- 
cialis, Potentilla nivea und viele andere. Wöäh- 
rend der Rückreise fiel starker Frost ein, welcher 
das Getreide auf allen höheren Gegenden verdarb, 
-und zur Folge hatte, dass bei der Zurückkunft nach 
Kongsvold, den 26. August, die meisten Alpenge- 
wächse mehr oder minder beschädigt waren und 
keine Hoffnung blieb, noch eine etwas bedeutende 
Nachernte machen zu. können, obgleich der Sep- . 
temher ungewöhnlich schön und mild war. : Nach- 
dem der Reisende den 4. September den Snöhättan 
bestiegen. hatte, begab er sich nach Drivstuen,.wo 
er einige Tage verweilte, sodann nach Opdal, von 
wo aus er einen kurzen und eiligen Besuch in dem 
engen Sundalen “machte, dureh welches der Driv- 
elf dem Meere zu hraust. Dieses Thal. hat viele 
Achulichkeit mit Bomsdalen, aber es ist an meh: 
reren Stellen breiter, und die Gebirge sind weder 
a hoch, noch, mit wenigen Ausnahmen; so spitzig, 
wären aber doch mit Schnee und Gletschern be- 
deckt, gleichwie in, Ronisdalen. Die späte Jah- 
reszeit hatte auch hier ihren Einfluss auf die Vege- 
tation ausgeübt, welche sehr viele Aehnlichkeit mit 
der von Romsdalen hat. Arabis peiraea, war bei- 


& 
x 





aa j - 


nahe die einzige interessante Pflanze, welche hier 


gefanden wurde; Myriceria gelich überall ausge- 


zeichnet gut auf den sandigen Ufern des Drivelf, 

auf welchen auch einige Flüchtlinge der höheren 

Alpen Wurzel gefasst hetten, darunter auch Arte- 
misia norvegica. 


*. Nachdem die Sammlungen eingepackt waren, 


wurde am 2. October die Rückreise angetreien, nach - 


einigen Tagen Aufenthalt in Ringebo durch Gul- 
brandsdalen und Toten, eilig fortgesetzt und dies- 


mal der Weg durch das mit dichten Tannenwäldern - 


bedeckte Hardalen und das ziemlich angebaute 
Romerige eingeschlagen, in Christiania nur 8 Tage 
_ verweilt, und hierauf die Reise durch Smaalehme 
über Suinesund zu Lande nach Schweden und Lund 
fortgesetzt, an welchem letztern Orte der Reisende, 


nach einigen Tagen: Aufenthalt in Gotkenburg am- 


6. November wieder eintraf. 


Wir kehren nun zu dem Dr. Arescheu g zu- 


rück, als er sich das ersiemal von seinem Beisege-. 


fährten iremnte, um nach Christianiasund zu reisen. 
Die Reise ging durch Sundalen, welches er sehr 
schnell durchreiste, von dem er aber sagt, dass es 
alle Vorstellungen, welche er sich davon gemacht, 
"weit übertroffen hätte, und dessen steile und jähe 
Gebirge eine genaue hotanische Untersuchung ver- 
dienten. Nur hie und da-sammelte er eine Alpen- 
pflanze am Wege, z. B. Cerastium alpinum und 


7 


25 


Cardamine pebraea. Aconitum Lyeoctonum, wel- 


ches von Christiunia an treu gefolgt war, verlor 
sich gegen den Tingvoldfjord, . Von Sundalen 


wurde die Reise nach Christianiasund zur See ge- . 
macht, welche Stadt er jedoch.nieht erreichte, da 


er auf dem Wege dahin erkrankte. . Seine Exeur- 
sionen wurden in Folge hievon auch nicht so. weit 


‚von dem gewählten Hauptquartier ausgedehnt, als 


der anfängliche Plan hegweckte, Inzwischen war 
in dieser Gegend die Meeresvegetation sehr intereg- 
sanf. Ueberall auf Klippen am Meeresrande wuch- 
sen: Fucus loreus, Alaria esculenig, ‚Chordu 
phylia (ein Theil), Buncasio planiaginea und 
tenwissima,  Asperocoecus fi stulosus,. Griffithsia 
corallina, Callithamnia u. m. — Der. Moldefjort 
hat eine weit südlichere Vegetation. Als. Beispiel: 


‘ können von diesem angeführt ‚werden :- Asperoeöc- , 


cus Turneri Hook., Siriaria attenuata &rev., 
Bonnemaisonia aspuragoides Ag. u.a. — Ausser- 
dem Cludostephus M, yrioplyllum, Ceramium eilia- 
zum, Callithumnium roseum et Plumula Lyn gb. 
— Von Molde kehrte er nach Christiania ‚zurück. 
Wohl war es seine Absicht länger in Norwegen zu 


weilen, aber die zunehmende Schwäche veranlasste 


ihn. nach Hause zurück zu kehren, und am Schlusse 
Augusis ttaf er wieder in Gothenburg ein, 


x 


s 


5 
* 


9 


2 


Terglou in Oberkrain. Beschrieben von- "Hein. 
rich Freyer, M. ‚Pharm, & Cast. Mus. Labar. 

in Laibach. ° 25 
Obschon es ‚schon Yängst mein Wunsch war, den 
"Berg Terglou in :Oberkrain, alö"'die höchste Spitze 
"der julischen Alpenkette 9036 W. F. über‘ die: 'Mee. 


j resfläche” erhaben, von Wenigen erstiegen, in natur 


“historischer Hinsicht zu besuchen , so ‚gelang ; es mir" 
"doch erst 1837 so viel Musse : zu gewinnen, ı mein 
"Vorhaben auszuführen, nn 

Ich hatte“ das Vergnügen, schon 1834 den Wer. 


‘ ton in zieilicher' Nähe "von Vershaz in der We. 
" "ehein zar' "betracliten, "ich sah: wohl‘ ‚dessen horrible 
Präcipitien‘. doch ähnliche schen’ ‘gewohnt, fand ich, 


dass die ‚Eisteigung desselben - für einen geübten 


"Alpengänger hichts- "halshrecherisches seyn ‚kann, 
.-, „wie-sie voirden' meisten geschildert ‘wird. . Im Jahre 

"1836 am 2. August vergnügte mich der Anblick des- 
'gelben von seinem mit der Höhe wetteifernden N jach- 


. "bar; vom Gipfel ‚des Mangart-- Berges bei Weissen- 
fels in Oberkrain‘ 8478 W. F. üher der M; FL. 


Um den: Terglou. auch vom Fusse aus 'zu sehen, 


“ besuchte ich: im Rückwege das Urata- Thal unter 


dem Terglou bei Meisfrana. 'Am‘Saveufer bei Len- 


‚genfeld und Moistrana sammelte ich‘ Tamarix ger- 


manica, im Fingsande Jumcus bufonius, lampro- 


 earpus &e, "In einer Stunde von" Moistrane auf 


einem schmalen Fahrwege, ‚der, dufeh einen ziemlich 


\ gelichteten wald bis zum Terglou von den Kohlen- . 


I 


27 


“ brennern ‚gebahnt. ist‘, “erreicht man ‘Sinen” ‚schönen. 
"Wasserfall Perizhnig,; der in kleinerer Entferuung 


rechts vom Wege. sichthar” wird. Oben: durch ein 


Felsstück abgetheilt, stürzt. er von einer hedeuten- 


. den Höhe, in zwei:schäumenden schnesweissen Was- . 


serstrahlen,, von einer überhängenden Felsenwand in 
'einen kleinen : Kessel,. 50 dass man day; wer den 
.efstickönden , das Athmen hemmenden Luffstuom: aus- 
zuhalten vermag, den: ganzen Wassersturz umgehen 


kan. Hier und an den 'obern 'bemoosten nassen 


Felsenwänden fand. ich .das'. niedliche. Pilänzchen 
‚Silene. pudibunde, :wit rosenfarher .Blütke, ' Vero- 
‚neu: fruticulosa an bemgosten trockenen Felsen, 


‚daun in der Umgelmagsies-Periähnig-noch folgen- _ 


| ‚des blähenl: Poa fleruosg, distichophylla, Aspe- 


voll Yongiflora, Verbascum nigrum; "Athumania 


retensis, Astrantiq carniolica,. Paräassia palu- 
 ısiris, Epilobium alpinım, Pyrola rotundifola, 
‚Sarifraga erustala, Silene Saxifrage, alpestris, 
Potentille. nitida' weiss, Aquilegia pyrenaica, 
Euphrasia salisburgensis. ‘In den ührigen bemog- 


sten zum Theil stagnirenden Quellen nicht weit von. 


Perizhnig: Silene pudibunda xoth und. ‚weiss blü- 
head. mit Nasturtium offieinale ‚beisanmien , häufig 
als- wahre Wasserpflanze; dann au froekenen Felsen 
Kernera sarabilis. bereits in Samen, ferner La- 
Bhyrus. sepbum, Senecig abrokanifoläus et Carek 
‚mucronata, 

‚Von. Perg. ‘eine halbe Stndeßppäer, über. 


Er 


28 


>, ‚raseht den Wanderer ‚eine. interessante schauerliclie 


Ä 


Ku 


, ‚Stelle; wo der.’ Fahrireg" eine:-hedeutende,, Strecke 
" unter einem horizontal zwei Klafter über den Weg 
„hervorragenden Felsen, ‚durch Zusammengesintertes 


& Kalksteingerölle "gebildet, : durchgeführt ist;:-daher _ 


. der permanente: Tropfenregen : von der Decke, Links 
‘gähnt -ein » jäher- Absturz zum-.Bach, Bald darauf 


'.» werden.:die.: ungeheueren.:. ‚Felsenwände des. Berge: 


“Zanir ,: -Terglon. und Steiner sichtbär. Je mehr man . 
‘sich dem‘. Urata/- Thal nähert, desto romantischer 
„wird die: Gegend. An: Schluss des Thales rechts, 
- „erhebt sieh: der steile ‚kahle, ‚Steiner: Vor wenigen | 
‚Jahren :erst 'entdeekte man; durch verirrte; ‚Ziegen, 


"dass diese Wand ersteigbar; sey. ‚Ich ‚bekam einen 


Kohlenbrenner zum Führer, «der wich aia--plabe Cauf 
der Fläche) und bis in die-Höhe des Steiner ‚leitete. ; 
Die schroffen Felsen‘ liefern zwar sparsam," doch 
manches seltene. Pflänzehen:::: In der Eiberie Dryas 
‚octopetala,;- ;Rhodothamnus-Chamaecistus, Pyrola | 
ronmdifolin,, Aquilegia- pyvenaien &e. In der 
Drittelhöhe Globularia nudicaulis, höher: oben 
Serofulurie‘ multiseta, Arabis:vochinensis, Na 
platih fand “ich..das. seltene: ‚Irifolium norienin, 
zweiter ‚Standort für: Krain,: “Potöntilla Clusiane, x 
Ich widmete daher auch, den zweiten "Tag: diesen 


. "horriblen ‚Präöipitien und war: ‚Nachmittag, so: glück-, 


- dich in der halben Höhe eine seköng; pechschwarze 
‘ Viper, ‚Vipera gagalina mihö, ob Vaxietätder. I. 
’  Potäiert ‘ohne: Iusttumienfe Jebend zu fangen. Nicht 


| 29 


weit” vom--Schnee " sonute sie 'sich anf .einer sehr‘ 
steilen Belsenwand, auf-£iner kleinen Fläche von Sero:; 
fäkirior umgeben. “Nachdein ich. die Viper in eme.. 
Blechbüchse in Sicherheit gebracht-hatte, ‘sammelte 
ich folgende ‘eben: Blüheride  Pflänzen,, kis.sum Rür- 
cken des Berges und im- Rückwege;iailer «Veronica. 
; frutieulosa, Wulfenia_lutea, Valeriomamontana, 
Companula rotundifelia ,--Centianee: ubioulase,, 
' Myosotis. alpestris, Phyteuma orbieulare, Atha- - 
manta eretensis, Linum alpinum PB, Tofjeldia E0- 
Iyculata, „Daphne striata, Epilobium alpestre, 
Polygonum. viriparum ,, Ärenaria eiliate, Cera- 

stium. ströchum , Cherlerig scoides , Diänthus 


Scheuchzeii, , Sileng” wewülis, Silene guadriden- nn 


tube, ‚Ranunculüs "Phihora, lanuginosus, acris ß 
carinihiacus, "Helianthenmim ulpestre: , Aconitum 
variegatum, Acinos montanlis , Pedicularis vertt: 
cillata, rostrata, ‚Betonicur Alopeeuros,: Burtsia, al- 
pina,; :Erösimum Cheiranthus, Arabis.alpestris, An- u 
Uhyllis‘ Vulneraria.alpestris, Hippocrepis’comosa, . 
Oxytropis montana, Polygala uliginoss, ‚Teira- 
gonolobus siliquosus, .Trifolium pallescens4 ‚pra- 
tense-ß - ulpinum, Bellidiastrum Michelü, Chry- 
santhemum  Leucanthemum, Gramarthron. gla- 
ciale, :Hypochueris‘ kelyetica, Leontodon. hastile, 
Scorzoneru rosed;,. ‚Habenaria albide, Gymnade-, \ 
nia "oduratissima ; Cirex firma, atrata, frigide, 
Mielichhöferi.: ‚et ..Elynas; späcaba.; .. Ein Theil dieseg 
Pilauzen’ wurde - in mitgenommenues Papier. während 

1 


od 


30: 


. des Ausrühens eingelegt; allein öfter herabfliegende 
- Steine machten den Platz höckst- gefährlich; ein Paar 
‚Minuten späfer stürzte eine Schneelawine mit Don- 

nergetöse über die verlassene Stelle; diess verstimmte 
unser Gemüth,. wad. wir 'eilten stillschweigend, "so. 
schnell: als möglich über den in der Tiefe sich ‚abge- 
lagerten Schnee, Mit Besorgniss erwarteten uns 


die » Köhler, denen der Donner nicht entgangen war. 


Am. Ähend, beim Einlegen des Röstes imitge- 
brachter. Pflanzen, 'ergötzte inich bei siükender Soune 
der i im Schatteibilde; mit allen Spitzen, Zäckeh und 
Gipfeln ‘äuf der. jenseifigen Ckaum Ya; Stunde ent. 
fernten)" senkrechten weissen Wand .deg'. „Beiges- 

 Zmir; sich treu därstellende Berg ‘Steiner; Noch 
einige Exemplare Aguilegia ; » Drehnied ‚endeten. für 
diesen Tag die Eirndte, nn 2 


Mit frühesterü Morgen würde voii dieser inkoran: 
santen Gegend Ahschied- Senolimen ; die jeden Be: 
suchenden kinreichend lolint; schon dufch den blossan 
Anblick des ihajestätisehen Tergloi, der eine. halbe 
Stünde von den Köhlenäfen. entfernt; von der Ebene 
... bis zu 2% seiner Höhe als seiikröchle Wänd sich 
‚ erliebi: Däs letäte Düitiel führt steil bis Zum, höch- 
sten Gipfel, von welchem‘ dann rechts ein  jäher 
“ Absturz des Terglou und des Steiner bis ins -Fhel, 
einen Engpiass bildend; wodurch es möglich . ‚wird 
üa bovshku ins Friaul) Zu keiten; - -Däher ‚der 
Nanie Vista, dis Thor: Liüks ober der. Wänd. au 


x 





\ de; Bald uachher hört die Ebene; auf ‚Ein ünbe: _ 


er 


a 


Pa 


der: ‚Eisfläche fasst, der Terglon ' am. Zunir ,. jenseits 


‚südlich auf der Kerma :und Ledine. 
Von den Kohlenhütten aus sieht‘ man den Merz 
glou-Ersteiger. stets, durch drei Stunden, bis er auf - 


.. 


der Schroffen Kante des sehr steilen Rückens den 


Gipfel erreicht; und .die da anwesenden Kohlen- . 


bauern erzählten, ‚dass der Terglou von der Kerma 


aus leichter, als von’ der Wochein üher belo‚polje. 


ersteigbar sey:; Diess bewog mich im Jahr 1837 


.Moistrana noehmals zu besüchen: Am 9. August. 
‚daselbst angekommen, würde sogleich"Proviant &e.. 


für die Reise nach der Kerima Alpe besörgt, nur. 


‚kein Führer war zu finden;’der den Weg näch dem 


Terglou gewüsst hätte;.. Eis Männchen guter Laune 
wies mir: in die: Radolnä Ceine Stunde Wegen), wo 


ich. einen hüchternen Führer na Sgoma Kerma 


obere Kerma) bekam. Hier erzählte ınan inir, dass 
es-üoch einen dritten Weg ausser. helo polje und 


Kerma gähe, nämlich Zheb Kot, er Soll zwar etwas 
u seyü; doch zieht jeder die Keiima vor; da der 

Weg nur geübten Gemsenjägern zugänglich ist: 
"Von der Radolna bis zu. den ersten Seiinerkütten. 


spödna Cünfere), Kerma verbrauchte ich 114 Stun: 


»: 


 queiger Füsss asteig führt zwischen &nörmen Felsen: 


wänden; in einem rechts von der Rujawina = Alpe, 


links vom- Stoshz eingeschlossenen schäuerlich. tiefen 


eigen: Thale; - Auch. hier inuss man stets auf seiner 


Hutlr seyn; ‚un ‚den; von Gemseni ünd weidenden 


\- . 
= N 


52 


Ziegen oder durch Verwitterung sich ablösenden 


Steinen auszuweichen, die nicht selfen von den Hö.: 


hen pfeifend herabfliegen. Nach vier erschöpfenden 
Stunden, die die Körperkraft ziemlich in Auspruch 
nabınen, erreichte ich um 14,9 Uhr bei einbrechen- 
der Nacht die Sennerhütie auf der obern Kerma. 
"Wir beide waren den Hirfen willkommene Gäste, 
trotz des beengten Raumes. Von Bett oder Heu 


zur Liegerstatt ist keine Rede, man bequemt sich, 


so gut siehs lässt, auf einem glatten Brett. Die 
nebenstehende Hütte ist seit Jahren abgedacht. Am 


Morgen wurden die gesammelten Pflanzen in mitge- _ 


nommenes Papier eingelegt. Folgende waren die 
‚Ausbeute des vorigen Tages: Veronica fruticu- 
: losa, serpyllifolia, Sesleria juncifolia, Poa pra- 


tensis, Valerianı montanı, Asperula longiflera, 


* Galium Molluge vor. alpinum, G. sylvestre, Glo- 
bularia nudieaulis, cordifolia, Seabiosa Succisa, 
Columbaria, Campanula rotundifolie,. Gentiana 
ciliate, campestris, pannoniea, Lonicera coeru- 
leu reif, Viola biflora, Cynanchum- Vincetoxicum, 
Athumania eretensis, Chenepodium bonus Hen- 
rieus bei der Hütte, Pimpinella Sazifraga, Al 
lium- angulosum, Rumex ulpinus, Acetosells, 
Epilobium monlanum, elpinum, alpesire, Pely- 
gonum viviparum, Daphne Mezereum fr. Cneo- 
vum felia, Vaeeinium uliginosem , Chrysoplenium 
alternifokum pusillum, Dianthus barbatus, Py- 


rola roimdifolia, Rhododendron hirsuium > Bu- 


3 3 4 


3 


Be een a 


Intellig enzblatt 
allgemeinen botanischen esta 
1838. 





Zweiter Band. 


“ ® 


Nro. 1. 





„® 





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Nachricht und Bitte 
an die verehrlichen Mitglieder 
desWürtembergischen naturhistorischen Reisevereins _ 


und an alle Freunde der Natarkuade, insbesondere 
der Botanik. 


Die Reise W. Schimpers in Abyssinien 
dauert fort. Seine bisher in jenem Lande gesam- 
melten naturhistorischen Schätze, grösstentheils in 
geirockneten Pflanzen bestehend, liegen den letzen . 
Nachrichten des Reisenden vom 18. April d. J. zu-. 
folge in 15 Kisten verpackt zu Adoa, wo er selbst 
damals noch weilte. Er hatte die Wahl, mit die- 
sen Sammlungen jetzt nach Europa zurückzukehren 
oder noch länger in Abyssinien zu bleiben, um 
auch das Hochgebirgsland von Semen und das nie. 
dere ‚Land der Schoho zu besuchen, "in welchem 
Fall er aber die bisher aufgehäuften Sammlungen 


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y, DEE EEE vr. ns Der Du 
Dur Sn BE Teer SEE ne En me Pe: 


< in Adoa zurücklassen mpsste, weil er sich durch 
‚einen kostspieligen Aufwand für dew Transport der-. 


‚selben‘ nach. Mässaya an’s‘rothe Meer "und von.da 
nach Aegypten nicht zu sehr von Geldmitteln für 
die weitere Reise entblössen durfte, Er wählte 
wirklich die Fortsetzung der Reise in die genann- 
ten Gegenden Abyssiniens, die er bisher nicht be- 


‚sicht hatte, wozu ihm der Schutz des Fürsten Übie 


versprochen wurde, den er durch Geschenke ge- 
wonnen hatte, ün geachtet kurz » zuvor allen Europäern 
geboten ‚worden war, das Land zu verlassen, 'und 
. "namentlich die Missionäre Blumhard, Isenberg 
und Krapf,. weiche mit Schimper zugleich, in 
Adoa sich. befunden und ihm viele, F reundschaft er- 

_ wiesen hatten,_zur sehleunigen Flucht sich genöthigt 


"sahen. ‚Nicht nur, was Schimper „selbst “über ' 


..seine Sammlungen, die nur in, Adoa zurückgeblie- 
; ben sind, schreibt, "sondern auch die Berichte der 
. Missionäre,; welehe die Zeugen seiner Thätigkeit 
gewesen waren, geben eine. hohe: ‘Vorstellung vor 


‘dem wissenschaftlichen'Werthe derselben, und wenn 


der Reisende diese: Sammlungen nun ‚noch ‘durch, 


"Zuwachs. aus dem Hochgebirgsland und ans'.den 
u Niederungen Abyssiniens vermehrt (die Gegend von 
Adoa; welche Schimper im Umkreis einiger Tag- 

„reisen bisher ausbeutete, : ist mittleres Gebirgsland), . 
;, so ist für die naturhistorische Erforschung Abyssi: 


niens, Yamehtlich -in :botanischer Hinsicht, ein Re- 
sulfat ‘gewonnen ,, das- in: der Wissenschaft: eirie 
‚ausgezeichnete ‚Epoche - machen wird.” "Diese Be- 


trachtung bewog auch den Reischden, sich neuen 


F 


s 


“ Gefahren. wüszuketzen): und es: ist: zu "hoffen, dass‘ 


. ‚seine Erfähruügen und: .geine. abgehärtete Gesand- 


"heit ihn.' diese. Gefahren glücklich. werden. „über- 
stehen lassen. on Ren own: De 

Ein. vwesontliches Erfordernis; ist jetzt, dass, 
dem Reisenden ‚neue Geldmittel, zugesendet .werden, 
damit 'er bei: der. Fortbringung seiner Sammlungen, 
‚wenn von ihm die Rückkehr. aus. Abyssinien an- 
getreten ‚wird; ‚keine Hindernisse findet, weil nicht‘ 
nur die Geschenke an:.den? ‘Fürsten Ubie, wie, an 


. dessen Unterstatthalter“ und: an andere Hänptlinge, 


womit: bei:dem Abzug mit einer‘ bedeutenden Menge 


von Gepäck der’Schutz erkauft: werden ‚muss, Son- _ 


‚der. auch: die: T Transportmittel «bis, an” s ro the. Meer 
grüsse: Kosten’ verursachen werden. Einige Für- 


sorge: ist. zwar in dieser: Hinsieht- schon. getroffen, 


und. es wird. zugleich von uns bemerkt, ' dass wir 
sehr dankbar Jie Bereitwilligkeit so vieler verehr- 


.. 3° 


lichen Vereins-Mitglieder: erkeinen, wodurch (einen &. 


‘Beitrag unserer Regierung ‚von 300 fl. mit einge- 


- schlossen) wir ‘in den Stand ‚gesetzt würden, hexeits 


“nahe an 6000 fi. auf diese "Reise. zu verwenden. 
‘ Aber, da wohl noch gegei' 2000 fi, für die Beendi- 


“gung dieser Reise_ erforderlich seyri dürften, so _’ 


wenden wir uns zunächst vorzüglich an diejenigen. 
verehrlichen, Vereins - - Mitglieder, welche bis jetzt 


.. noch: gar nichts kin: diese Reise: beigetragen oder 


nur. einen einfachen Beitrag von 30 AD... dazu ge- 


„leistet haben, "mit der dringenden Bitte, Jas Unter- _ 


"nehmen. E17 Geldbeiträgen zu untepstiltzen. Auch 
BER 1". En 


Inden wir Freunde der Botanik und Gönner natur- 
wissenschaftlicher Unternehmungen, die bisher nicht 
mit uns in Verbindung standen, zur Theilnahme 
an der botanischen und anderweitigen Ausbeute 
dieser Reise ein, für welche Theilnahme män sich 
durch Pränumerationen: von 30 — 60 — 90 — 
120 — 180 Al, rbein, (65 —- 130 — 105 — 260: — 
390 Fres) mit der Aussicht interessiren kann, wenn 
keine besondere Unglücksfülle eintreten, dafür 200, 
400, 600, 800 bis 1200 Arten ‚getrockneter Pflanzen 
‘der Abyssinischen Flor oder andere Naturschätze 
zu erhalten, wobei. wir uns. zugleich auf unsern 
gedruckten Aufruf‘ vom Januar d. J. beziehen. Die 
vielen neuen Entdeckungen, welche bekanntlich 
. Schimpers Reise in Arabien, besonders in der 
- Provinz Hedschas geliefert hat, berechtigen zu den 
grössten: Erwartungen von seinen Forschungen in 
Abyssinien. 
“Dass von den früheren Röisen noch für Lieb- 
haber einige kleinere Sammlungen vorräthig sind, 
- bemerken wir bei dieser Gelegenheit, nämlich _ 
I: Arabische Pflanzen . » 
Sammlungen yon 200 Arten zu 30. (65 Fres.,) 


" ” „U „ „1 (33 Fres.) 
4. Nordamerikanische Pflanzen. (Obhio- 
gebiet) 


. Sammlungen von 200 Arten zu 2441. (50 Fres.) 
ME Georgisch- Cauensische Pfanzen. _ 
Sammlungen von 328 Arten zu 40 fl, (86 Fres.) 
“on m WO „ „268. (dFre) 
Dieses die Ste Lieferung, “ 


. e- 


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Endlich werden wir Samımlüungen’ getrockneter: 
Pflanzen aus der Flor: Portugals ünd der Azori- 


sehen Inseln, in diesem Sommer von deu Herren ; 


Guthbnick und Hochstetter"jnn. in ‚der! Um- 
gegend von Lissabon, dem grösseren 'Theile nach: 
aber auf den. Azoren gesammelt: (die Reisenden. 
haben diesen botanischen Streifzug anf eigene. Ko- 
sten ausgeführt), commissionsweise überneh- 
men, und können denen; welche eine vollständige 
Sammlung von 200 — 300 Arten zu erhalten wün- 


"schen, solche dem’Hundert nach zu. 12-R. rhein. 
@5 Fres), kleinere- Sammlungen aber von 100: bis 


150 Arten zu 10— 15 fl. W2--23 Fres.) "anbieten, 
wobei ‚bemerkt wird, däss: neben einer schönen 
Suite ats: der- Lissaböner Flor unter der‘ Ausbeute 
von den: Azoren nicht: wenige seltene und:;neus 
“ Arten 2. B. einige noch nicht‘ hekalinte Carites,, ein 
neuer Laurus, ein neues ‘Verecinium, eine ‚grossblu- . 


. nige nend  Euphrasia, - eine neue Frankenia und . 


Veronica, nebst mehreren erst vor kurzem: von dem 


Eingläi änder:Mr.: Lowe auf. Madeira entdeckten Ar- 
werden. alse ‚hierauf Prä- - 


ten sich befinden.‘ 
numerationen von 10.--36R. rkein. (22 — 75.Fres) 
welehe portofrei einzusenden sind, ängenommen,. 
und die Sammlungen dagegen ‚mit Anfang} künfii- 
gen Jahres abgegeben. 


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"Esslingen, re 5 
. ns Debian: Wachstätheit 





" Stendel. re ““ ir 


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& . 


: Die Centuri ie. XW..der: Flora germanica exsiecata 
- hörausgegeben. ‚von: Reichenbach, , Preis 4. Thir. 
1% gr..(8 A, -6.kr),. enthält. folgende: Pflanzen : 
Br 51401. Agropyrum ‚Halleri. Trit)y Vir.. Vallee 
d’&osta. Themas." ei: 1402.: Phleum arenarium. 
E I Meeresküste, in. Holstein und Schleswig, .E, F. 
' ‚Nolte. — 1403. Sesleria elongata.- Host, Krain, 
u beissdent. Grotte im; Losa- Wald ‚am :Karst. und Mm, 
' Maggierel Mus. Gust,Preyer. 1404, Festuca,; 
arundinaceet Sehreb:- Am Gräben am: Jade-Busen _ 
. bei: Vaxel,  :Apoth: ;Backeler. ie 4405. ‘Diplachne 
sökotinid, : Ik - Bi ume. Deu. N0& 4 1406. Poo 
 Unsea;‘ ‚Haenke. !:0ber-Pinzgau,. Felbertauern. auf 
steinigen Grasplätzen: der! höheren Urgebirige 6 


900%. Dr. Santem — 1407. Powsuäelica: Hänke, . 


ei quadripedalis: Eihrrh. - Calam: .0:..135!..vemota ° 
Förselles) Holstein (und. Lauenburg ih sorgen 
.Ellerhriichen: : Prof. Nolte. Nayit;.n. 39, — 1408. 
. . Care wupestris. All. M;:Foulyim:Nallis..: Tho- 
mas. 1409. Limnochlos multichulis, :(Seirp.) Sm. 
Auf ‚torfigen, „Wiesen i in" Holstein, : Schleswig:,. Prof.. 
E.-:E. Nolte, +: 1410.:Briophorum. waginatum. I.“ 
Moorkoden. bei: Varel Apoth. Bäkelen 1411. 
Juneus: maribimus.- "Laml..Ostseeküstei.von Holstein 
und. Schleswig. ProkE.F N abte:2:1412. Jumsus. 
'Rüiformis. L. Moorboden bei Varel. . ‚Apoth.-Bäke- 
‚ler. — 1413, Juneus Gerardi, Lois... Bei Varel 
anf Anssendeichen, Apoth. Bäkeler. " 1414." 
: Narthecium , ossifragum. ‚Huds. Moorwiesen bei 
Varel. Apoth. Bäkeler. — 1415. Gladiohis illyri icus.. 


2 


Cust. Freyer. — 1416. Muscari botryoides. Mil. - 


Fiume. Dr. Noe — 1417, Equiselum variegatum. 


‚Schleich. Ober-Pinzgau, bei ‚Mittersill ‚auf Kies- 


Equisetum pratense. Ehrh. Holstein, Lauenburg, 
Schleswig; am Rande der: Wälder und auf. Wald- 
. wiesen; Prof, E.F. Nolte. — 1419, ‚Ceratophylium 


submersum. L. Varel, anf Anssendeichen an der‘ 


Jade. Apoib. Bäkeler.. — 1420. Sitellera. ‚Pas- 


serina. 1; An warmen. sonnigen Brachäckern :bei 
Coblenz. . Oberlehrer Wirtgen, — 1421. Salie 


veticulata. Lb. Pinzgau, -Euscheralpen, an steinigen 
Plätzen :der Höhen von 5500--6500°.: Dr..Santer, 


. 1422. Salia-Myrsiniies, L.. Esnbachalp iin Weichsel. 
baehthale ‚der Fusch, an steiniggrasigen Plätzen. .der 
Urgebirge;. 52-6000. Dr. Sauter. = 1433, Salia; 


pentandre; L.: - Ober - Pinzgau, an Sümpfen. - Dr, 
Sauter. — 1424. Asferocephalus Hladnikianus. 


(Seab.)' Host. Krain; Germada-Berg.. ' Mas. Cost. 


F reyer; = 1425. Valeridna' supina: L. Pinzgau, 
“ anı Hündstöd' auf Gerölle; ‚De, Sauter. —. 1426. 
‚Sembnays Febulus. I. Tlxia: Mus. ‚Cust.. Freyen, 
1427. Sambucus ra0eM08Q. .L. M. 'Cenis. Mr. 


Bonikan —' 1438. Gnaplaliuı supinum. L, Am’ 


Geisstein bei Kitzbühel, "auf ‚Jehmigen- Boden: der 
höheren Urgebirgsalpen,, 8000. - Br. Sauter — 


1429, Gnaphalium nudum. Hoftw. Um Varel, auf r 


 überschwemnt. gewesenen Fischteichen. Apoth. Bä- 


u - keler: — 1430. Ackillea nana.. %. Alpen, im Vallis. 


, - R . . 7 
Ko ch. -Krain, Germadaalpe, bei Billichgratz. Mus. 


boden der Gebirgsbäche.. Dr. Sauter. = 1418, - 


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” Eu ” Be ‘ 
® F.: nn . r ’ 5 Z 


ET Komas.— 131. Ächillea äistans. wo K Krain, 
’ Germada- und Krim-Berg: Mus. "Cast. F reyer. 
Ben 1432. Carpesiumi - cersinum. L. Strug) bei: Idria; 
-Müs. 'Cust- Freyer: 1433. Inula orithmoides, 


. a: Triest.- Salinen beiZaule. Magistratsrath Tom- 


masini” — 1434. Cineraria arachnoidea. Rchb, 
"Mm. Späceato und Lippiza. Magistratsrach‘“ Tom: 
„masini-- 1435. Senecig aqualieus.. Auds. Strand- 
wiesen in Holstein und‘ Schleswig.- Prof.’ -E. Fr 
N:olte.— 1436. Leoniödon sakatilis.  (Aparg.) 
"Ten. :Apärg. tergestina Hoppe. Monte spaceato . 


2 bei, Triest. Magistratsratl Tommasini — 1437, 


dLesnioden Berinä, (Aparg 2) Bartl, Im Kiese des 
Isonzo- Flusses ‚bei Pieris, zwischen Monfaleone ‚und 
‚Aquileja. Magistratsrath -Tommasini. — 1438. 
Crepis chondrilleides. Ja & % Monte spaccato. Magi- 


: stratsrath Tommasini 1... 1439. Geraeium prae- 


 morsum. (ilierac;) L. "Waldwiesen ‘bei Coblenz. 


- Oberlebrer Wir 37 gen. — 10 Pienomon Acarna. 
H. Cass.. Fiume. Dr; No& -—- 1441. Campanula 


u spicate: L. Krain, Zhäunberg. Mus, Cast, F reyer, 


. 4442. Trientalis europaea. L. Sachsen; bei Schan-. . 
se ‚dau und am Prebisch- Thor. Dr..Welwiisch — 
‚ 1443  Mieromeria montana.. Katar)‘ L:. Triest, Monte u 


spaccate.. Magistratsrath Tommasini. ; - 1444; 
Calemintha offieinalis.' ‚Mnch. Coblenz, in \ Hecken. 
Oberlehrer. Wirtgen. — 1445. Nepei@ violacea. . 
Ait Bei Bex. Thomas. —.1446. Lamium hybri- 
um. Will. Bei Bex. Thomas. — 1447. Mentha 


pübesvens. w. Unweit Nehwied, Pier“ der Nette. 


9 


° 


Obörlehrer\ Wirtge 2. 1448; ‘Stachys alpina. L: 
Mittersill, auf Hügeln der ‚Gebirge. zwischen :&e- 


" büsch ,. vorzüglich auf :Kalkboden ;2.2- 4000°.. Br; 


» 


Sauter. — 1449. Pulmonariw angustifolia.. L. Mün- 


chen, auf feuchten Wiesen bei Moosach. v. Sy p itzel. 


—— 1450. Odontites vernd.: (Eüphr) "Biellardi. 


Sirandwiesen. in.Holstein, Schleswig, Mai. Prof. E. 


‚F. Nolte. —1451. Pedieularis versicotor. W ahlnb. 


Canton Vaud.: Alpen von Chateau, d’Oex. Thomas. 
— 1452, ‚Centimeulus minimus. ‘L. Leipzig, " auf“ 
Aeckern: bei Konnewitz; Dr. Petermaun. — 1453. 
Plontago sericea.. .W.K. M. spaccato.. "Magistrats- 


 rath Tommäsini. — 1434... ‚Primula inulliceps. 
Freyer.: Jellenkberg’ bei‘ Unter-Idria.. Müs. Cust. 


Freyer. 1455. Erica Tetra». L. Gegend von. 


‚ „ Greifswalde: ‘Sind. Walpers. —. 1456.. Erica - 
 einerea,- 'L. ‚Rheingegend, "auf der. "Höhe über -Tot- 


tendorf bei Bonn, Bot. Gärtn, Regel. — .1457. 


Gentiana 'pumila, Jacg.: Oberkrainer Alpen: Man- 
gart, Kerma, Vershaz , Kopiza, Vertazha. Mus. 


Cust. Freyer. —. 1458. Apocy ynum venelum.  L. 


" Priester Gebiet, am. ‚Strande bei. Cedas und: Grig- 


- ne; Magistratsrath Tommasini 1439. Vinca 


. herbacea.- W.K. Bisamberg bei Wien, auf steinigen 


Kalkböden: Dr. Welwitsch. — 1460. Seseli bienne, 
Urtz. 'Coblenz, auf sonnigen, kögrasten Anhöhen. 
Oberlehrer Wirtgen. — 1461: 77 ochiscanthes nodi- 


= ‚florus. Koch. Vallais. Thomas. — 1462. Bunium j 


. divaricatum. N o& Finme, Dr. „N 08-1463. Orith- 
"mun maritimum. L. Triest. an. Strandfelsen ‚bei 


4 


DE 
Es 
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10 


‚Cedas und Geignäng.. Magistratsrath; T:omm asi ni 
— 1468, Vitis vinifers. LE. Fiume. Dr. Noe —_ 
1465. Medicago prosträat.- Jaeq: :Fitime. Dr.No& 
41466: Lathörus heteröphyllus.. L.. Bex. Thomas 
—1 1467. Phaca, alpina,. Jae'q.. Kitzbühel, .an son- 
nigen. Felsen des. kleinen, Röthensteins,  fast”2000°.. 


| Apoth. ‚Fraunsteinen =’ 1468, ‚Oxytropis-oyanca. .. 
- M..B.: Valle de ‚St. Nieolas im Vallis Thomas, 


— 1469.) Sawifraga: miisveides. Wulf. Mangaxt- 
beng .‚bei-Laibach. Mus:Cust, :Freyen -— 1470, ' 
Sazifrege ‚Aigoides. L.: ‚Krain,: Traunik=: und Man- 
gartberg. "Mus. Cust. Fregen. — 1471. Larbreg 
erassifola. (SteHär)..Eltrhi Holstein, Lanähburg, 

Schleswig, auf-Moorboden und am Seestranden ‚Prof. 
"E-F:4Nelte.. — 1472:Salsola Soda. L.: Triest, 
Salinen. bei Zaule. . Magisiratsrath Tommasint 


u: 14785 ‚Atriplex: masina.. 'L, ‚Am: Ufer „der. Jade, . 


Apoth. ‚Bäkeler. 1474, Corispermun:. nitichunm, 
Kit. Wiener Gegend, auf Sand am. enaner, 
‚auf den. Taborinseln, dem. Marchfelde. . . Wel- 

' witseh — 1475. ‚Muyricasia germanica... ‚Am 

Ufer der Save und, Iderza bei Kirchheim ‘in Krain. 

Maus. Cnst. Freyer. = 1476.: Alchimilla brunegia. 


” Taus ch. Bei. Kitzbühel auf dem ‚kleinen Röthen- 





stein, 7000°.” Apoth.. Trani nsteiner. 1477. Po-. 
tenlillacinerea._ Chaix: An Felsen. der Hoflössnitz 
"bei Dresden, Dr. Dehn e. — 1478. ‚Potentilld_salis- 
burgensis. Hän ke. Geisstein bei Kitzbüheh. Apoth, 
Traun ste iner. Fuschertauern, 7500. Dr Sau 
‚ter. .—.1479. Caleping Corvini, Desv. Maienfeld 


Fa 


24 


zwischen Coblenz, Andernach ‚und-:Mayen.: Ober-. | 
lehrer, Wirtgen. — 1480. Draba ‚eiliata. ‚Beeip. 


M.-.Nanag in, Krain. „Magistratsrath. Totimasiun 


1481; Draba aizoides. ],... Am Felsen der ‚höchsten, 
Urgebirge ;: Rauriser Tauern. Pr. ‚Sauter, -— 1482. 
Cochlearja‘offieinalis. L:: ‚Arngast am .Ufer den 


Jade. Apoth. Bäkeler...— 1483. Alysenın. Wur 


fenianum. Bernh. Kran: | Terglon, Kerma; Man-. : 


 . gart, Mus. Cost. Freyer, — 1484. Arabis arenosa. 


Seop. Quadersandstein- und ÜUrgebirge der Ge- 


“gend yon Dresden. Hoflössnitz. Dr. Dehne. — 


1485. Ababiserispata. W. Krair: ‚Belza und Schwar- 
zenherg:. bei. Idrfa.- Mus; Cust., Ereyer. er 1486. 


“ _ Ayullegia:.alpimas Ta „Alpen: über 'Bex... Thomas, 





Aylaatilia: monlan.; ‚Hoppe. ‚Um. ‚Triest, 
aufi.dem; Wiesen: der: „Rarstberge. - Magistratsrath. 
Tomhrasini — 14S$.. Pulsatilla patens. L.: Bei 
München; auf Heiden ausser der Schwimmschule, " 


‚vw Bpitzel — 1489. ‚Elemabis Flammula. L. Vallis 
bei@andvie. Thomas. — 1490. Ranunpulus_hede-., 


raceus. Le. Vaxel, ‚Apoth, Bäkeler, — 1491. ‚Malva 
moschäta,-: Ju"Krain, Salrach' bei Idria. Mos.. Cust, 
Frey, en :— 1492, Sabulina polygonoides, (Aren,) 


Wulf: Bei Kitzbühel am kleinen Röthenstein. Apoth.. 
 Trannsteiner. — ‚4493. Ceraslium. latifolium. L. 


Kbain, Mauigartberg.. Mas. Cast. Freyer. — 1498.. 


‚Cerastingn: siiigbum:: La: ‚Kıtain, Steineralp ‚nächst; 
.. Terglon, Mus Cüst. Preyer. =. 14951 Silene pusi- 


bundas Ha {fmgg. Oberkrain, Perizhnik- Wasser-: 


 Iallibei ‚Moistwana. "Mus. ‚Christ, Frey er. — 14%. 


2. et 


" Silene Stnifräge. L. Kran) Germianabeng bei BiL 


 lichgratz, -Mus,. Cnst. Freyer. — 1497, Silene 


En linicola, &melk Bei ‚Lentersheim am Hesselberg 


"im Bexzatkreise: Dir. Schnitzlein. sen; — 1498, 
.. Jiänum denanf Folium. L. -Krain, Germadaberg. Mus. 
- .Qust. ‚Ereyer. — 1499. Limum maritiium. L. 
: ‚Triest, Salinen- bei’ Zäule: Magistratsrath. Ton- 
masini.t- 1500. "Hyperi icum " delphinense, VEN. 
. Alpen‘ über Bex- Thomas. WEL 


an en Berz 
BAT en r. ” ’ : 








Pflanzen; x "Tausöh- und Verkaufe Anerbieten, : 


“ Unterzeichnetei: bietet seine reichen: Doubleiten- 


, Vorsahkäun gut getrockneten, : : grossentheile‘ 'söltne- ' 


ren Phauerogamen’ aus Oesterreich, Salzburg, Un- 


, gärn, ‚Dalmatien ünd‘ vorzüglich den “süddeutschen j 
‚Alien, fast’ sänmtlichen: deutschen Farnen- und. Laub- 


" moosen, vorzüglich‘ ‚alpinen; ‘vielen Liebermoosen, 


" Flechten. und einigen’ ‚kleinen. Pilzen, «vorzüglich 
Trichiäceen' und Pentsen, unter. welch letztern. mehrere 


‚ nene”Arten;, zum Tausche gegen. ihm fehlende ans-. 
serdeutsche, .spöntaiel Bharterögamien; Farnen,; Moo- 


Ben, und aueh. deutschen Flechten: und Pilzen. ’an, 
an. welch‘ letztern .erioch : "sehr ‚arm ist, oder im 
j Wege des Verkaufs bei’ ‚Phianerogamen, "ohne Aus- 
wahl: :die."Centurie . zu 3A. R.. W.,' mit- Auswahl 


* bei’Familien, so wie. Bei- Cryptogamen zu 4.B.W.- 
„wit: Auswähl der Anten’bei ‚ Phanerogamen ze 
©, M.; beiCryptogamen zu 6 fl. C. -M.: an, wobei 


. jedoch ger ‚Käufer noch ‚dns: Paro zu tragen I "hät, 


a” 


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e 


\ 8 R > 13 ° 
> Br , 


und Unterzöichneter‘ für.so vollständige, als schöne “ 
Exemplare bürgt. \ hl, 

Mittersill im Herzögthume Salzburg. . 

. j Dr. ‘Sauter. 





Botinische. ‚Schriften, welche um Deigesetste ‚billige 
° „ Preise zu verkaufen sind, 


Pr . 1. Gross Format. . 
D Voyage. de. Al. de Humboldt eb A Bon- 
 pland. Plantes equinoxiales 1. bis 4. Lieferung. 
x. Mit schwarzen. aber sehr. schönen, der.Natur ' 
getreuen . Abbildungen. Text ‚Iateinisch und 
französisch. 5. Thlr, . 

2) Filicum genera et Species recentiori methodo 
I accommödäte analytice descriptze, a Joh. Hed- 
\ Oi wig. “ Fascieulus IL, IV. Mit ‚Abbildungen. 
Do. 3 ‘Thlr. 12 gr. B un 
Bw MM. Folio. = 
3 Dr. Alberti Haller, Enumeratio methodica 
{ u  stirpium ‚Helvetis indigenarum, in qua omnium 
' . breyis descriptio ete. Tom. 1. 794.8. . Mit 
: .. Kupfern. 1 Thlr. 
| 5 Y Monographia ‚generis Aconiti (Mono raphie der 
Gattung Aconitum), lateinisch und deutsch, mit . 
| ° sehr: schönen illumin. Abbildungen aller Arten. 

"Wen Hofer. 6. L. Reichenbach, Dr. u. Prof. 
.B.ı Hf.L--IV. 5 Thlr. 
- 9 Dr. CL. Wilidenow, Hortus Berolinensis 
ei“ ‚sive Icones et deseriptiones Plantarum rario-. 
rum vel mjnus cognitarum qua in-Horto regio _ 
hetanico Berolinensi coluntur. Fäscieulns 1. —IX. 
Mit 180 sehr schönen ‚ausgemalten Kupfern. 

8 Thlr, 


# 


2 


te 
en 


“ 


FE Be “HT: --Ouart. 


E35 Icones Plantarum: Abbildung. söltener ; and 


weniger ‚genaw;, bekannter Gewächse des In- 
„ung Auslandes. Als Kopfersammlung und Sup- 
en vorzüglich zu den Werken von Will . 
„denow, Schkuhr, Perseon u. a. heraus- 
"geg‘ geben von Ludw. Reichenbach: Centa-. 
via L Decas 1. ‚— X... Cent. IL Decas I.—X, 
‚Cent. II, Dee. 1 VHL Cent. IV, S Th 





2. Flora des östem’eichischen - Kaiserthums, von 


‚Leo pold Trastinnick- 1. — BD. Hi, mit. 
358° Kupfern. -1-Ehhr.12 gr. 


"9. J.oh, Hedwig, Species museorum frondusorum. 


; Tom: 2. 1801.. Opus, ‚posthumum supplementun 
 primum 'seripftum Fr. 'Schwägriche j ısti. 
Mit vielen ausgemalteh Abbildungen. * Thlr. 


\ R arg. Fe . 
92. LndwigFenills, Beschreibung der. zur Ar - 


nei. dienlichen Pflanzen,- welche in .den Reichen 
‘des mittägigen Amerika, Peru und Chili vor- 

züglich im Gebrauche „sind. Ins:Deutsche über- 
"setzt von Dr. €. L. Hu eh. Mit Kupfern, j 


Fan ;.Franzband. 3 Thlr. . 
10) Merkantilische Waarenkunde oder Naturge- 







«= sehichte der vorzügliehsten Handelsar tikel. ‚Mit 


:iluminirten "Abbildungen, von Ernst 8 ch enk 


md: Dr IC Aeäker.. B. 1: Hit, 1-3 


"Ba.2.-Hft. 13: 2 Thle. 
Ahenk N achricht eitheilt auf: TE ee Anfragen 
“a . die -Redaclion. 





Bi 
or 


Für Entomoiogen. u 


"Deutschlands Insecten, herausgegeben von Dr. Pan- 


zer, Hft.: 1. bis‘ 110, ; fortgesetzt von Dr. 
Herrich- Schäffer, ‚Hk. 171. bis 164. j 


- Unter allen entomologischen Kopferwerken. ‚hat 


bis Jetzt unstreitig ‚keines eine ‚solche Ausdehnung 


# ’ 
D , 
! 


? 


‚erlangt, und 'keiies, kämi’sb leicht mit dem- jedes: 
“ maligen "Stande. der Wissenschaft. gleichen -Schritt 
“ halten: Die Einrichtung“nämlich, dass jedes ‚Inseöt 
: auf einem.eigenen Blättchen’abgebildet ist und auch 
ein eigenes 'Textblatt häpy“ macht es möglich, das - 
‘Ganze nach jedem: beliebigen Systeme zu ordnen 
und alles neu Erscheinende sogleich in die passende 
' Stelle" einzüreihen. Die 164 erschieneriien Hefte ent- 
halten ‘auf 3936 Blättchei gegen 3600 verschiedene 
‚Arten: aus “allen: Klassen. Panzer bedachte alle 
Klassen ziemlieh gleieh;:in der Fortsetzung wur- 
den -bis jetzt mehr. die Hemiptera,‘ Hymenoptera und 
Arachniden berücksichtigt. Da erstere beinahe er- 
‚sehöpft.sind;, werden nun einzelne. Gattungen der 
‚Käfer, Hymenoptern und Schmetterlinge. in der Art 
‚ bearbeitet; dass alle noch’ fehlende Arten geliefert, 
über "die "ganze Gattung eine‘ synoptische- Tabelle 
egebex:und:.das früher Brschienene beriehtigt wird. 
Auf diekö: Art’ sind bereits‘ mehrere Gattungen der 
Ichneumenum ;ädseitorum; ‚die Chrysgmelen und die 
Pyraliden erschienen und’ sind 'nun die Athoptära, 
die 'Caprieornen, “Tentlweden: ind Geometren in, 
Bearbeitung. -Von’Schmeiterlingen. werden jedoch 
nun.nene und ganz ‚wenig bekannte Arten abgebil- 
det, dagegen die Gattüngsmerkmale durch Umrisse 
erläutert. m 400040257 Bu E 
Bei dem bedentenden Umfange des Werkes 
ist natürlich'dessen' Preis hoeh und. die Anschaffung 
des Ganzen wird Mauchem immer unmöglicher.-. 





Ich habe. daher von jetzt bis Ostern 1839 für-eine 


 _ cher,im Buchhande 


“kleine Anzahl fertiger Exemplare den Preis, wel- 
ger Exomp wi 


: 


22 ggr. od. fl. 1.36 pr. Hit. 1503 Thlr. od. 263 A. ch. 
fürs Ganze beirägt, auf, Be a 
90 Thäler pr. Court, oder 157 fl. 30. kr. vh. 

herabgesetzt, und gebe hier noch die 2 Bdch. Re- 

vision, -1-Bdch. Index und 1 Heft Nomenclatur da- 


* 


zu, «jedoch nur‘ im’ der Art, dass die ganze Summe’ 

.. ohne Abzug mir kostenfrei baar oder in vollgüftigen 
>. Papieren. vorausbezahlt “wird und .ich die Versen. 
dung für mich kostenfrei mache, wesshalb mir die 
Art derselben anzuzeigen ist. a, 

- Eben so gebe ich die aus der Fauna besonders 

abgedruckten :- 

..: , Grustadeen; Myriapoden und Arachniden. von 
Koch bis jetzt 22 Hefte um 12% Thaler oder iA. 
und. biete Jenen, denen die Anschaffung des gan- 
zen ‚Werkes aut Einmal unmöglich ist, dasselbe in 

- „kleineren Pavtbieen (bis zu 12% Hefien abwärts) an, 
das Heft“zu. 12 gr. oder 54 kr, wobei aber die 

: Auswahl der. jedesmal zu sendenden Hefte mir 
überlassen bleiben ‚muss. : wen 
Ausserdem sind noeh die meisten Hefte in Aus- 
‚sehussexemplaren vorhanden, in denen nämlich- ein- ; 
zeine Blätter beschmutzt oder schadhaft , zum’ wis- 

. schaftlichen Gebrauch aber ebenso brauchbar wie 
 die-ändern-sind, Von solchen Heften gebe ich das . 
Dutzend: um 4 Thle, oder 7 A. nme 


2 Einzelne Hefte, so wie die ferneren Forfsetzun- 
gen, und Bestellungen ohne Vorausbezahlung. kön- 
“nen jedoch. nur dureh meinen Commissionair Hrn. 
Buchhändler Manz dahier auf dem Wege des Buch- 
. handels und zu den gewöhnlichen Preisen bezogen . 
= + werden: “ Be 
j Bei dieser Gelegenheit zeige. ich aueh an, dass 
durch, mich europäische Insecten aus. allen Ord- 
° aangen, im Tausch oder um ganz: billige Preise, 
. .jedech nur in. grösseren Parthieen, versehaflt. wer- 
den können, und dass die in.der Isis ausgebotene _ 
Schmetferlingssammlung von 1600 europäischen. Ar- 
; teii noch zu verkaufen steht. a 


. Regensburg "im October 1838. - 


‚Dr. Herrich- Schäffer; 
Königl. Kreis- und Siadigerichtsarzt. 


rs 


Rn, 


2 


113 


© 
a 


Literaturbericht ‚Nro. 8. 1838. 





©. Iimose, erklärt, Wir glauhen, dass solche An- 
ordnungen , die zugleich den bescheidenen- Sinn des 
Verf. darthun, sehr zweckmässig sind, da hiemit 
jedem überlassen, bleibt, seiner Meinung Raum zu 
geben. _Ü. ärrigia. steht dagegen geradezu als £. 
unter C. limos«, ‚die unserm-Bedenken nach weiter 
dayen entfernt ist, als die heiden obigen. — Wegen. 
feliginosa, Schk..sind nun alle Zweifel gehoben: 
sie ist var. ven C. ‚frigide, „während die gleich- 
-namige Pflanze von Sternb, und Hoppe ganz da- 
von verschieden. ist, ‚und ' ‚als eigne Art besteht. — 
Auch C., ‚spadicen und, „genigulifg, Host stellt der - 
| Verf: als Arten. auf, fügt ‚aber die Frage hinzu: 
Eng Forma € Mielichhoferö?“. die wir allerdings bez 
‚_jahen können, — Da unser Verf.. eine. €. Iongifolie‘ 
| Brown. aus Neuholland: auffährt,. so ist-illig eine 
; andere Pilanze. dieses. Namens in K:och’s Synops. 
“anders, zu, benemen,. wozu der Name 'C. polygrhiza 
"Wallr: wwegkmässig wäre, 6 ‚Steudalis ist. eine 
neue Benennung, für €. dispexma Steud. in herb. 
. union. 1tin..1885,. aher, ohne. heigefügte, Autorität. 
Rührf sie von unserm Verf. her, . ‚50 heisst solches - 
die Bescheidenheit mit Verschweigung. seines Namens 
zu; weit treiben. ‚Zuletzt ‚dürfte ‚man nicht einmal 
auf die eigenen . Schriften seinen ‚Namen. setzer! 
; “Ber Verf, haf. dies wohl, selbst, eingesehen ;. da, ex 
„bei einem. ähnlichen. Fal,. ‚indem nämlich eine © 
j - : 8 


. 


a. “ Bu , N 


hebecarpa Hook. in nC. Hookeri verwandelt ist, äio, 
Note beifügt: _„nomen ob antiquius Meyerianum, 
imutavi.“ Warum nicht gerade zu €. Hookeri 
 Kuntht: — Bei C. filiformis L. findet sich eine 
- , Note aus Schlecht. Linn. „Spgeimina Torreyana 
(ex amer. ber.) ah europaeis haud differunt;“ es 
° muss also Jemand behauptet, haben, . dass sie. ver- 
- schieden seyen, sonst ist die Anmerkung überflüssig, . 
da.sie sich von selbst versteht. — Bei C. nutans‘ 
Host., meint der Verf., sie sey a C. paludosa vix 
 Gstinguenda, wir ‘glauben aber: mit Rchbh., dass ° 
‚sie der C. filiforinis. am nächsten stehe, — & 
Schraderi, _binervis und, ‚Iaevigata sind als drei‘ 
verschiedene Arten aufgestellt, "und letztere wird 
von“ Deutschland. ausgeschlossen. ‘ Hierüher müssen 
wir dem Verf. der Synopsis germ, die Entscheidung 

» überlassen. Unter Nro. 396. befindet sich eine €. 
"tenwis N. ab Esenb. aus Nepal; es muss daher die 
gleichnamige Art in Koch Syn. p. 764 anders be: 
nannt werden. Dasselbe findet bei ©. membrunaces 
0.9: 758. statt, da unser Verf. schon eine Ü. mem- 
branacea Hook. aüfgeführt hat. — Wir vermissen 
©. 'phacostachya "und C. speiroskuchya Smith in 
the 'engl. Flora vol: IV. Letztere hätte: inindestens 
als Syn. bei ©. Hornschuchiana stehen sollen. — 
Die Gattung Elyna fasst die beiden Arten spicatä 
‚und caricind in sich, wir müssen ‘aber bezweifeln, 
‚dass | ihre Gatiungekennzöichen Adzu bereehtigen. 

ı Noch mehr müssen wir uns wundern ” ‘dass der Verf. 


Due: 


x 


u 115 
Link's hortus, wo beide Arten als eigene Gaftun- 
. gen.aufgestellt sind, gar nicht äitirt hat, da er doch 
andere  Citate (Frölichia caricoides Wu. ined. Ca- 
rex laeustris Balb. ined; Carex- &ynocrates Wormsk. - 
in litt.) aufführt, die gar’ keinen Zweck haben, 
Wenn die in Deutschland wachsenden Gewächse 
" aueh nicht durch ein vorgesetztes Sternchen, was 
. leicht hätte geschehen können und sehr zweckmäs- 
“dig gewesen seyn‘ würde, ‚ausgezeichnet sind, 80 - 
hätte‘doch vor allen bei den- Wohnörtern das Ger- 
:*. mania nicht fehlen söllen.,. was an vielen Stellen nur 
durch das allgemeine: Europa, angedeutet worden. — 
' Ein. vollständiges- Register, die Synonyma nicht aus- 
genommen, ist zum erleiehtertön Nachschlagen um 
so mehr eine’ treffliche: Bäihälfe,, als auch bei die- : 
‚sem zweiten Bande ein vorangehehder Conspeetus 
‚generum vermisst wird, 





| Handbuch der- diegeiwandten Botanik oder. prak- 
tische Anleitung zur Kenntniss der: medizi- 
nischy technüsch - uhd- ökonomisch gebrünchli- 
‚chen Gewächse Teutschlunds und der Schweiz. 
"Von Dr: F.C.L. Spenner; Professor ‘der BB: 
| 'tanik an der Universität zu Freiburg, &e Mit 
einer. analytischen Bestininungstäbelle für alle 
Gattungen Peutschlands wid der Schweiz. Drei . 
‘  Abtheilangen. Freiburg bei Gebrüder Ürsen, 
1831 36. ea 
: BE € Ze 


116 . 
Wir können das vorliegende Handbuch in dop- 
_ pelter Beziehung als ein ächt praktisches bezeichnen. 
Es führt nämlich nicht nur alle dem Medlieiner, Phar- 
maceuten, Oekonamen, . Techniker .u. s. w. wichti- 
: gen Pflanzen, mit Angahe ihres Standortes, Gebrau- - 
" ches, Verwechslung u. s. w. auf, sondern gibt auch 
zugleich die trefflichste Anleitung, die’der deutschen 
und Schweizer Flora angehörigen Arten wissen-' 
schaftlich genau kennen zu lernen; Ein solches 
Werk muss in unserer Zeit, wo die materiellen In- 
teressen an- der Tagesordnung: sind und, wie der ' 
Verf. richtig bemerkt,. die Mehrheit in allen ihren 
- Studien, also auch -in der Botanik, der sogenannten - 
on praktischen‘ Richtung folgt, als eine höchst dankens- . 
“ werthe Erseheinung betrachtet werden, um so mehr, - 
da wir zwar für einzelne praktische Zweige,. nament- : 
; lich für medieinische und pharmaceutische "Botanik 
B zweckmässig eingerichtete Handbücher besitzen , kei- 
je neswegs aber in der neueren Literatar ein solches, 
das alle praktischen Fächer zagleich umfasst, aufzu- 
weisen haben. Bei dieser Zusammenstellung: ist-zu- 
gleich der Vortheil gewonnen worden, dass der 
grösste Theil unserer vaterländischen Flora zur Er- 
h läuferung Kommen musste, so dass jeder ‚Anfänger 
der Botanik, wenn er auch nicht gerade die prakti-. 
"sche Richtung, verfolgen will, in diesem Handbuche 
ein sicheres Mittel findet, die ihm vorkommenden 
» Gewächse auf eine leichte und zugleich ‚gründliche j 
” Weise untersuchen und bestimmen zu lernen. Zu 


Fur 
8 


Eu 17 


diesem Zwecke: gibt der Verf. "in der III. Abthei- 


lung eine Erklärung der terminologischen Ausdrücke _ 
: in Form eines Wörterbuchs und’ eine analytische “ 


Bestimmungstabelle für alle Gattungen der deutschen 


und Schweizer Flora, so wie auch ähnliche analyti- - 
sche Uebersichten ' in dem beschreibenden Theile 2 


jeder artenreicheren . Gattung“ "voränsgeschickt sind. 
Der Verf. hat dabei sowohl: in dem analytischen wie 


‚in dem beschreihenden Theile‘ das natürliche System - 


zu Grunde gelegt und sich in der Aufstellung und 


Reihenfolge der Pflanzengruppen grösstentheils an’ . 


das von Bar tling aufgestellte gehalten, von wel- 


chem auch’ die Diagnosen der Klassen, Ordnungen 


"und Familien entlehnt und in’ dentscher.Sprache wie- 
dergegeben“ sind. Als einige zweckmässige Abwei- 
chungen sind.zu betrachten: die Eintheilung der 


Tracht, die Zusammenziehung ‚der gattungsarmen 
Salvinieen, Marsiliaceen und Iso&teen in eine Fa- 


. ‚milie, die Gruppirung der Synanthereen nach Les- 


‚ Flechtenfamilien nach ihrem äussern Ausehen und 


‚sing, die Versetzung der Gattungen Samolus und _ 


Purnassia an ähre alie Stelle, die Trennung der 
 Sanguisorbeen von den Dryadeen, . die Vereinigung 


dieser mit den’ ‚Rosaceen , und die: Einreihung der . 


plantae ineertae sedis in bestimmte Familien nach 


: Reichenbach, Bischoff u. a. Bei vielen Fa- 


milien, z. B. den &räsern, Orchideen, Umbellife- 


ren; ‚Cruciferen u, s. w. dienen organographische, 


Binlemgen und morpholagische Winke zu besse- 


„ 


1 = 


Fa oo. we“ 


. Ten Verständnis‘ des Anfängers. Sowohl .bei den 


Gattungen als Arten hat der Verf. eine: kurze, natür- 
liche Charakteristik einer Diagnose oder ausschliess- 
lichen Angaben der Unterscheidungsmerkmale vorge. 
zogen,. und jederzeit die ‘Farbe ‘der Blume, der 


‘ Frucht und, wo es zweckmässig schien, selhst Grös- 
‚senyerhältnisse mit in die Beschreibung aufgenom- . 

men. Bei jeder einzelnen Pflanzenart ist das Wis- 

. senswerthe unter den Rubriken: Standort, Gebrauch 


und Verwechslung aufgeführt, ebenso sind überall 


“die pharmaceutischen, technischen und’ landwirth- 


schaftlichen Benennungen,, ‚nebst den gebräuchlichsten .- 
Trivial- ‚oder Provinzial-Namen angegeben. .Die 
ausländischen ' ‚Arzneigewächse sind nach jeder Fa-. 
milie bloss namentlich und mit Angabe der von ihnen 


. abstammenden rohen Arzneistoffe verzeichnet. _ Die 
. „Zierpflauzen glaubte der Verf., als ephemere Mode. - 
' Sartikel, ausschliessen zu dürfen, Den ‚Selbstunter- 


richt -fördernd erscheinen in der‘ I. Abtheilung 
Uebersichtstabellen der ökonomisch - und technisch. - 


“ wichtigen Gewächse , 'der Hölzer, Gift-. und Arzuei- 


‚gewächse. Tötzteren sind zwei Tabellen gewidmet, 


wovon die’ eine alle. nach der neuesten“ Pharmaco- 
._poea Borussica officinellen Pflanzen 'mit Angabe der 
‘-- von denselben ‚gebräuchlichen einfachen ‚Arzneistoffe 


in der. Reihenfolge des Linn schen Systemes auf- 
führt, die ‚andere aber dieselhen nach De Candolle 


u. ordnet und bei den ‚einfachen Arzneistoffen auch ihre . 


wirksamen chemischen Bestandtheile und Hauptwir- 
% 


” 


kung angibt. Für die Antänger“ des Linn Eschen. 
Systems ist eine Erklärung desselben in analytischer 


; Form. beigegeben. .Da der Verf. nicht hloss nach- 


Me 


schrieb, sondern, wo nur immer möglich, Selbst- 
beobachtetes :gibt, was bei näherer Hinsicht aus 
jeder Seitedes Buches hervorleuchtet; da er ferner, . 
mit dem gegenwärtigen Zustande der Wissenschaft ' 
vollkommen vertraut; auf die 'glücklichste Weise . 


+ dieselbe in’s praktische Lehen. einzuführen versteh 
“und sich selbst darin’als tüchtiger Praktiker hewährt, 


so glauben wir sein Werk mit voller Ueberzeugung 
sowohl dem Lehrer,. als dem Anfänger, selbst‘ wenn _ 
dieser auf sich allein angewiesen ist, als einen treflli- 


= chen Führer ‚anempfehlen zu dürfen. 


ax N 





Teimogrophia. botanica. Centuis XIL Hcones 


’ Florae germanicae, sive collectio compendiosa 
 - imaginum characteristiearum, omnium generum _ 


 atgie specierum guas in’ sua Flora germanien 


zetensuit Auctor Ludovicus Reichenbach. 
_ Cent.- secunda, Decas 1 — 6. Lipsiae apud 
Fridericum Hofmeister, . 1837. 60 illum. 
und schwarze Kupfertaf. mit einzelnen Tezthlät- 

. tern, die Hinweisung auf die Flora. enthaltend, 
in gr. 4. Jedes Heft illum, :ı Rthl. 12 Gr., 
‚schwarz 20 Gr. n 


| Es ‚wer ‚ein eben so Kähner als trefilicher Ge- 


| u danke des berühmten Verf. , die betanische Bibliothek 


E3 Er. * 


120 . 
mit den Ahbildungen aller derjenigen Pflanzen zu 
bereichern, die in seiner vielverbreileten uud um- 
fossenden Flora germanica enthalten sind, und de- 
Aurch den -Botanikern ein Werk in die Hände zu 
geben, wodurch sie bei Bestimmung einzelner und 
bei Einntzifferung dubioser Pflanzen in den Stand ge- 
setzt sind, sich auf die leichteste Weise Gewissheit 
zu verschaffen, Deutschland erhält dadurch ein Bil. 
. derwerk, wie sie des Ausland längst in einer däni- 
schen, englischen, schwedischen u, a. Floren besitzt, 
denen wir jedoch in mehrerem Beiracht das unsrige 
weit vorziehen, wozu besonders die schnelle Fort. 
‚ setzung und Beendigung desselben beitragen wird, 
‚die wir bei der ununterbrechenen Tihätigkeit des 
Verf. und der grossen Beiriebsamkeit des Verlegers 
sonder Zweifel zu erwarten haben. Rechnen wir 
nun noch dazu die vom Verf. besorgte FI. german, 
exsiccata, se ergibt sich auch hier das non plus ultra, 
da man mit der Pflanze in der Hand, zugleich die _ 
Exeurge in dem Buche und die vorliegende Abhil. 
dung, vergleichen, dadurch sowohl seine Kenntnisse 
erweitern, als sich eines unwandelbaren Vergnügens 
theilhaflig machen kann. Dennsch müssen wir auf. 
richtig bedauern, dass der Verf. diesen herrlichen . 
‚Gedanken nicht schon früher in Ausübung gebracht 
hat; er würde uns ohne Zweifel dann die Kosten’ 
seiner 10 Centurien Ieonographie erspart, oder we- 
nigstens dort die deutschen Pflanzen ausgeschlossen 
haben, die wir bier nım aus den Händen desselben 


ne 


aaı 
Verf. in duplo erhalten. ' Exwägen wir un zugleich, 
dass wit bereits 'in Sfurm’s Deutschlands Flora 
ein in jedem Betracht kosthares Werk dieser Art 
besitzen, dessen Werth durch deii’Beitrift des uner- 
müdeten Koch’s aufs höchste gösteigert ist,.so wird 
die absolut 'nothwendige Jirscheinung dieses neuen 
Werkes in Zweifel zu ziehen seyn, und 6 ein grosäer 
Theil des Gewinstes wegfallen, 2 
Gehen wir nun in die nähere Erörterung ein, so 
beginnt dieser’ heue’ Theil, nechdeih" bekanntlich hır 
der vorhergehenden Centurie die Gräser Deuischlands 
abgehandelt worden sind, mit den Crüciferen, die 
zuförderst in der Einleitung. ebenso vollständig als 
geistvoll in ihrer" Ofgsiogenese "beleuchtet werden, '- 
Was die weitere Ktsführung und die “Abbildungen 
selbst betrifft, die. grösstentheils vielen wissenschaft- 


"lichen und künstlichen Werth darbieten, so würden 


wir es doch iadeln, dass, aus zu "grosser Begierde: 
des Ranmersparnisses,, gar zu viel Arten (8 18) 
auf einer Tafel, wodurch oft Undeutlichkeit (z. B, 
4160 u. 4161.) hervorgebracht ist, dargestellt : sind, 


“wenn nicht die Reihenfolge in den letzten Deöaden 


den Beweis gäbe, dass Verf. dieses selbst "eingese- 


hen und abgeändert habe, da dern oft nur 2 Spe- 


dies das Blatt anfüllen, wobei es auch geschehen 
konnte, ein Bild der ganzen Pflanze, oft selbst mit 
der "Wurzel, zu geben, was sau 2. B. bei ‚den 
Dentarien,' mit Vergnügen wahrnimmt. -- Bei 


Crambe Fataria vermissen. wir: ungerno die erforder- 


® 


122 j 


* 


lichen Schötchen, ru zumal e es bei, ‚dieser in Vergleich 


mit der daneben stehenden. c, aspera darauf an-. 


'kommt, ob nach. Ansicht unsers Verf, die Pflanze 
aus Mähren zu- letzterer gehöre, die Koch u & 
zu der erstern ‚ziehen. Auch bei Thlaspi syloium - 


Gaud, die nicht allgemein als Art anerkannt wird, 


. bätten wir gerne ein mit Thl, alpinum übereinstim- 


mendes Bild gesehen, während hier das eine ganz 
in Blüthe, das- audere mehr. im Fruchtstande ‚abge- 
bildet ist, wodurch ‚eine deutliche Vergleichung. ‚Ver- 


= loren geht, ; Rn ‚Sehr. schön stehen auf Tab. VI. die 
drei, Teesdalien ».F. petraea, Lepidium und nudi- 


‘ 


x 


caulis i in Lrehensgrösse neben einander, ‚und geben 
den Beweis ‚ dass im. Habitus sehr verwandte Pflan- 
‚zen dennoch in einzelnen. Theilen wesentlich ver- 
. schieden seyn ‚können. ‚Von der letzteren wird auch 
ein Exemplar. alt. ganzen Blättern dargestellt, _ wie 
Det, eik. solches auch: von seiner T. Lepidium an- . 
gibt, wie ‚denn ” überhaupt die Cruciferen in dieser 
Blatitheilung eben so sehr als die‘ Synanthereen ah- 
ändern. Von dieser Thatsache möchten wir sogleich _ 
auf ‚die Iberis bicolor Reichb! eine Anwendung _ 
"machen, die mitten zwischen J, umara, in den‘ Ge-. 
" genden des Odenwaldes vorkommt. ‚Sie ist neuer- 
“dings nicht wiedergefunden, Kittel, der auch hei - 

letzterer Pflanze das Abändern der 'rothen Blumen 
in weiss angibt, erwähnt ihrer gar. ‚nicht und Koch. . 
scheint sie unter Ib. amara ß. minor zu verstehen. 
Bei Biscutella laevigata, "suxatilis und obcordatu 


103 


“ ? 


dürften die "Verschiedenbeiten der Schötchen doch 
nur unwesentlich seyn, Vorzüglich schön und unter- . 
'scheidend ist Noceaea brevicaulis Echb. gerathen. 
Auch die Capsella puueiflora Koch., die der Verf. 


- in der Flora noch nicht auführen konnte, finden wir 


hier zweckmässig nachgetragenx Bei Draba mura- 
lis fehlt der caulis ramesüs, und-bei Dr, ciliata .. 
. die, Schötchen, "Dr, nivalis W, bleibt uns “eben- : 
falls eine planta dubig. Willd. hielt sie selbst 


“ schon für eine Varietät und cilirt dazu Dr, nivalis 


Liljebl., die eine ganz andere Art ist, Koch er- 
„wähnt ihrer unter Dr. Johannis und wir. finden sie 
von Dr. carinthiaca nieht wesentlich verschieden, 
Da indessen unser Verfasser neuerdings das Gegen- 

theil hehauptet und beide Pflanzen in dem Herb. flor, 
 germ. ausgegeben sind, so. könnte uns ein unpar- 
theiischer Besitzer derselben leicht hierüber belehren, 
da, Jeder die Wahrheit gerne aufnehmen wird, Auch 
die’ ästige Figur dieser Pflanze steht, unserm Be- 

dünken nach, der Abbildung von Dr. Tyaunsteineri 


OS ‚sehr nahe, die wahrscheinlich auch: damit zu verbin- _ 


‘den ist. Mit Vergnügen finden wir die Berxichti- 
gung, dass Dr, muricella Wahlb. kein deutsches 
Gewächs: sey. Die Benennung Dr. Aizoon Wahlb. 
ist doppelt unriehtig,, einmal wäre der- Rechel'sche 
"Name Dr, lasiocarpa schen dem Prioritätsrechte 
zu, Folge vorzuziehen , zweitens versteht Wahlen. 
ber&-unter seiner Pflanze nicht diese, sondern die 

Dr, ciliaris Schrk., die synonym ist mit Dr. 


124 


Aizoides vulyaris des Verfassers. — Bei Coch- 
Tearia groenlandica finden sich ühnliche Verhält- 
nisse, wie wir ohen hei Crambe Tataria und as- 
pera erwähnt haben, indem Koch diese steyermür. 
kische Pflanze als €. pyrenaica DeC, aufführt. Ker. 
nera auwieulate wird nun vom Verf. selbst als saza- 
tilis vor. erklirt, Alyssum campestre, miecrope- 
talım und hirsulum stehen sich, den Abbildungen 
nach, sehr nahe. A. Rocheltö Andrz, ist als neue 
Art nachgetragen; der Verf. gibt die Diagnose in 
Rücksicht der Verwandtschaft mit A. Wulfenianum 


 Berah., hat aber, was wir, bedauern, den Wohnort - 


nicht angegeben. , Auch A. Wierzbickii Heuf. ist 
in einer schr kenubaren Abbildung nachgetragen. 


‚A, urgenieum Vitm, und A. murale Rit. scheinen 


sich den Abbildungen zu Folge nur in dem Deber- 
zug der Früchte zu unterscheiden, im Verhältnis“ . 
wie Bisceutella sexwatilis Schl. za B. Iaevigata L. 
A. ılpestre führt wohl Irrihümlich die Auct. Al- 
lione’s, statt Lian. Zu A, monlanım wird con- 
parationis causa das pyrenäische A. arenarium Leis. 
hinzugefügt, das als von obigem verschieden hetrachtet 
wird. A, vernale Kit., in der Flora dem A. Wul- 
feniane zugezählt, ist jetzt als eigne Art vorgestellt. 


‚Mit Vergnügen gewahrt man die 3 verwandten Ar- 


ten A. sinuatumh, gemonense und saxalile neben 
einander, wobei die Unterschiede leicht in die Augen 
fallen, so dass die beiden ersten zwar im Blüthen- _ 
stande übereinkommen, aber durch grosse und klei- 


325 


nere Früchte unterschieden sind, A. saratile aber 
durch die zusanmengesetzte Doldentraube abweicht. 
Sehr zweckmäüssig ist A. gemonense in der var. mit 
buchtiggezühnten Blättern abgebildet, wogegen Koch 
- hei Sturm die Hauptpflanze mit ganzen Blättern 
vorgestellt hat. Bei A. sinzatum sind. dagegen die 
“ Blätter nur wenig buchtig vorgezeichnet. Die Nro. 
4310. Pieroneurum bipinnatum ist in eine Carda- 
mines moritimae war. verwandelt worden. -Arabis 
stolonifera Host. ist als eine Modification von A. 
ovirensis eingeschaltet. A. crispata Wild; ist 
-durehaus niehts anders als eine üppige Form von 


A alpina, wie sie. auf allen Alpen zu finden: ist. 


dA. alpestris Schl.,, die in der Flora zu A. hirsuta 
gezählt. warde, ist jetzt als Art aufgestellt, die wir 


jedoch von A. eiliata wicht verschieden erachten. 


A. planisiligua, die in der Fiora zu A. sagittata 
“ gerechnet worden, ist hier als Art abgebildet, und 
indem ‚der Verf. die- Vermuthung äussert, dass auch 
. A..nemorensis Wulf. hieher zu ziehen sey, wird 
die früher von ihm bezeichnete A. glastifolia ‚her- 
‚gestellt. Der Barbarea arcuata Rehb. ist eine 
‚ganze Tafel gewidmet, die ihre Eigenthümlichkeit 
darthut. Unter 4359 — 61. finden wir auf Tab. L. 
die 3 Arten Nasturtium officinale, microphylium 
und siifolium vorgestellt. Wenn. wir aber dabei 
in Erwägung ziehen, dass es Wasserpflanzen sind, 
die bei grösserem oder kleinerem Wassexstande, in 


grössern oder kleinern Individuen erscheinen, wobei u 


= 


Blätter und Schoten nich eine veränderte Gestalt 

: "annehmen, “; so können wir diese 3, nicht unbedingt 

. als wahre Arten anerkennen. Es werden ja selhst‘ 
’auf den folgenden Tafeln von’ Nasturtium. amphi- F 

 biim ein a. indivisum, ein ß. aurieulatum ünd ein 


y. rarifolium abgebildet, und sprach ja schon Ehr- 
hart davon, dass die Bestimmung der‘ Wasserpflan- 


“ zen grossen Schwierigkeiten unterworfen sey, 


Wir‘ möchten schliesslich den Verf. ersuchen, 


u ‚künftighin ‘doch: alle unbedeutenden Varietäten weg- 


zulassen, um den Raum für. wahre Arten zu sparen. 


" "Wozu eine var. integröfolia Capsellue B.- pasto- 


vis, .die jeder Anfänger kennt, eine Arabis are- 
nosa albiflorü, ‚was an schwarzen Kupfern gar 


. nicht zu erkennen ist und an einer und derselhen. 


= Pflanze vom Rothen ins Weisse übergeht, wie hei 


hundert andern Arten. Wozu: bei Arabis Crant- 
ziama und A. Halleri die varietates quoad folia et 


‚. flores, die, völlig unwesentlich sind‘, und jele eine 


ganze Tafel ausfüllen ; wodurch das Werk nur noch‘ 


mehr verlängert und verihenert wird. 


Dessunerachtet müssen wir wiederholt dem gau- 
zen Unternehmen unsern vollen’ Beifall zellen, und 
versichern, dass wir der Fortsetzung mit grosser 


‚Begierde entgegen sehen, zumal wenn es dem Ver- 


'fasser gefallen sollte, da.er doch einzehie Faniilien 


liefert; uns bald mit den Synanthereeh, zu. erfreuen. 





127 


Deutschlands, Lebermoose in getrockneten Exem- 


- plaren. ‚Herausgegeben von Dr. J. W.P.Hü- 
 bener wnd.C. F. F, Genth. II: und IV. 
‘ Lieferung. Mainz ‚in Commission bei Florian 
Kupferberg. 1887. (Jede Lieferung. mit 25 

“ Arten auf feinem weissen Papier in gr. 83° 
Indem wir mit „Vergnügen die Fortsetzung 
dieser in ihrer Art klassischen Sammlung anzeigen, 
können wir das bei der Anzeige der ersten Liefe- 
rungen in Literaturber. 1836. S. 124. darüber ge- 


 fällte Urtheil mit voller Ueberzeugung auch auf die 


vorliegenden neueren ausdehnen... Eine zweckmäs- 


‚sige Auswahl, höchst sorgfältig präparirte und gröss- 
"tentheils Im Fructificationszustande sich befindende 


Im, Exempläre "empfehlen dieselben höredter, als wir es 
“mit Worten zu thun, vermöchten. Die Hochpunkte 


Pr 


des Herzogthums Nassau, der Westerwald, die 
Ufer der Nister und der Sieg, so wie die Taunus- 
kette: haben für diese neueren Lieferungen den mei- 


„sten Stoff geliefert. Es sind nämlich folgende Ar- 


ten und Abarten 'mitgetheilt: 51.. Anthoceros 


"piimetatus Linn. 52, Diploluena Blyttiö Hüben. 


53, Pellia: epiphylia. Corda. 54. Jungermannia 


"setacen Web. : 55. J. uttenuuta Lindenb. 56. J. 
. ‚oreadensis Hook. 57. J. usplenioides imm. 58. J. 


polyanthos L. 59. J. polyanthos var, fragilis 
Hüben. -60.-I. polyanthos var. rivularis Lin- 
denb. 61. J: Trichomanis Scop. 62. J. Iyalina 
Lyell. 63. J. sphaerocarpa Hook. 64. J. sphae- 


428 y 
rocarpa. var.gr acilescens Nee. 65. . Genthiana. 
Hep. germ. 66. I. caespiticia Lindenb.. 67. I." 
 rostellate. ‚Hep. germ. 68..J. ugdulata L. vor. 
 "prabensis ; Hi, et Genth. 69. J. umbrosa Schrad, 
.70..J. curta- Mart. 71. JT. Conradi Corda. 
‚72. Sphagnum' eymbifolium Ehrh., 73. 8. albes- 
""gens Hüben. .. 74. 8. acutifolium Ehrh. 75. 8, 
° arutifol. var. enue Bryol. germ. —. 76. .Conoge- 


a 


phalus nemorosüs Hep.-germ. 77. Aneura pal | 


analtı Dumort. 78. Echinomitrium, "furcatum vor, 
lineare Hepat. germ.. 79. Codonia pusilla Du- 


. . mort. '80. ‚C. Dumortieri Hüb. et Genth. S1. Jun- 
.. germannia. emarginata Ehrk. .82..J. emarg. var. 


u aquatica:N; ab BE. 83.-J. bidentata L. 84. Jr 


> ‚bident. var. Inetövirens. Hüb. Särd. bident; var. 


 interruptd- .Hüb. SG. J. bident. ‚var, tenerrima 
" Hüb. 87.4. bident. var. latifel ia. Hüb. 88, I: 
= bident. var. Hookeriana Hüb. 89. .J. ‚heterophylin 
Schrad. .90, J. venbricosa Dicks. . 91. J. socia 
N. ab E. 92. J.ineisa Schrad. 93. I. inflata” 
Huds. var. major Mart.. 94. J. :bicuspidata L. 


.. 95. I. bicusp. var. conferta Lindenb. 96: I. bi- 
‚ „eusp. var. rubella Hüben. 97. J. connivens. Dicks. " 


98. J. byssacea Roth. - 99. J. byssac. var. limesa 
Hop: germ: 100. J. minutissuma Sm. 

Es ist. zu wünschen, dass der Herausgeber. sein, 
. Vorhaben ; die deutschen Laubmeose | ‚in ‚Ähyplichen Lie: 
‘ ferungen. mitzutheilen, bald möglichet = zur Ausführung. 
bringen möge. \ 


ae Ze a) 





at 


& 


‚92 
Literaturbericht Nro. 7. 1838. 





“Iberis integerrima Mor. Elench. 

- Barbarea rubicola. Mor.. Elench. 

.. Brassica insularis ‚Moris —= B. eretica Moris 
Elench. non Sibth. Sm. 


“ Hypericum annulatum Mor. Elench. 


Erodium ‘albiflorum, Mor. in Memor. Acad. 
"Linum Mülleri_Moris. Elench.-—, L. Sardoum 
' Müll. Pl. siee. e Sard. 
- Rhamnus persicaefolia Moris Biench. =. -R. amyg- 
. dalinus Mor. Elench. non ‚Desf. 
""Astragalus verrucosus Mor. Elench. 
Die Wisgenschaft dankt es dem Verf. gewiss, 


dass er, statt einen Wust ‚sogenannter neuer, mei- “ 


stens unhaltharer Species aufzustellen, den enige- 


. gengesetzten Weg einschlug,: und es sich angele- 


. gen. seyn liess, so viel möglich zu ergründen, wo 
dieselbe Pflanze unter verschiedenen Namen ver- 
kappt war. ‚Die Diagnosen sind klar und hezeichnend, 
die Beschreibungen vortrefflich, män sieht hier auf 
den ersteh Blick, dass nicht nachgeschrieben, son- 
dern nach. der. Natur gearbeitet wurde. 

‘Der Verf. gibt die Synonyme der ältern und 
‚neuern ‚Schriftsteller sehr ausführlich und eitirt auch 
ihre Akbildungen "mit vielem Fleisse und Gelehrsam- 


“keit. — Bei letzteren hätten wohl zuweilen die 


ungewissen oder schlechten Figuren der Alten weg- 


‚bleiben können, wo die neuere Zeit Besseres ge- 


7 





5 


en 


‚Hefert hatte. Besönilers tüberflüssig "erscheint. die 
‚ durch den‘ ganzen ersten Band “fortlaufende Beri- 
fung auf die Iconographiu taurinens.; da dieses 
aus Handzeichnungen zusanmengestoppelto botanische 
Album nur in Turin existirt, ünd auch die Abhil. 
zu dungen durchaus nach culktivirten Exemplaren gezeich- 
:net, daher von wenigem ‘oder keinem Werthe sind; | 
Wir’ schliessen diese Zeilen mit der‘ Nachricht, dass . 
“Prof. Moris vor Kurzem von s. M. dem Könige 
von Särdinien, dem die Flora Surdoa gewidmet‘ _ 
ist, durch Ertheilung‘' des ausgezeichneten Pieiion! 
‚tesischen Verdienst- Ördeng;; würdi% belohnt wurde. 
Mailand” °  -Moritz.von Rainer; 
a Haarbach, 





Oberhessische Flora. Taschenbiich zum Gebrandh . 
“auf botanischen” Eixeursionen in’ der: . Umgebung 
= von Markurg' und Giessen, ‚enthaltend eine‘ Auf- 
= zählung der wildwachsenden und. häufiger ange- 
° bauten’ Gefässpflänzen. . ‚Von: Dr: ©, Hel: dmanı. 
, * Marbürg, im Verlage, von. Che Garthe.1807, 
5.8 a 
Wenn es auch im ersten Augenblicke ein gan .n 
‚sliges Vorartheil “erweckt, in dem Verf. einen ‚bis-' 
her in. der Botanik‘ ganz ‘unbekannten Namen, zu 
- finden, und: man Sich wundern möchte, - dass‘ ‚der, 
Verleger sich "nicht keber an "Wenderoth. ‚und _ 
Wilbrand gewendet habe, "S0" wird” int? "doch 
gerne einer bessern. Ansicht Raum "geben, ‚wenn \ 


I EEE ! 





man findet, dass der Verf. das Buch den’ gerännten 
Männern. als seinen würdigen Lehrern dedieirt hat, 


°, weswegen auch auf ihre Beihülfe zu rechnen seyn 


wird, und dass das „vorliegende Buch das Resiltat . 
zehnjähriger Wanderungen durch unser& Gegend ist.“ 
Da das Buch auch insbesondere nur zu Exeursionen 


in dorliger. Gegend berechnet ist,’ so wird es dem- 


nach diesen Zweck nicht verfehlen. i 
‚. Es beginnt: mit der Uebersicht der. Klassen des 
Linn. ‚Systems, denen die Uebersicht der Gattun- 
gen mit Mürftigen Characteren folgt, z.B. Hippu- 
yis! Blättef-i in Quirl gestellt. Callitriche: Blätter 


Eu gegenständig. Hierauf folgt die- Uebersicht der Fa- 
“ milien neck ssie w's-Metheile ebenfalls nur mit 
- sehr besöhränkten Charäcteren, die aber in der Ans- 


führung , da die Arten nach diesem Systeme ver: 


zeichnet sind, weiter erörtert werden, und so einen 


grossen‘ Theil des Büchs ausfüllen. Zuletzt folgen 
die Arten mit: gewöhnlichen Diagnosen, den Wohn- 


‚orten, der Blüthezeit-und Dauer. Von Citaten und 


oo. Synonymen sind nur die nothwendigsten beigefügt, 


eigene. wichtige, Beobachtungen aber und Erörterun- 
gen bei kritischen Arten sind nur selten eingeflossen. 


: Indessen finden sich Acenitum pyramidale Mill. 
md im -Anhange A. ‚neomontanum Wulf. nach 
"Wewleroth's Autorität angegeben, die bekannt- 


lich jetzt nicht mehr als eigene Arten gewürdigt 

"werden. "Zu den vielen Varietäten von Polygala 

vulgaris ist auch noch P. comosa Schk. hinzuge- 
1 gi 


10. DE e 


rs 


- kommen. :P. amarı fehlt ganz. Cariees sind 37 


verzeichnet; . . gerade Y/, der deutschen Flora. : ‚Von 
der problematischen C. Mönchiana W, finden sich 
keine ‚weiteren. Beinerkungen;, _ 0 obgleich der erste 
authentische Standort; der Teufelsgraben hei Weida 
sich... wieder gefühden ‚hat. Bei Juneus. effasus 


steht. die Autorität. Ehrhärfs wohl nur durch 


einen Schreibfehler; wir hätten sehr: gewünscht, 
eine. Pflanze mit 6 "Staubgefässen (der Verf. giht 


“; deren ‚meist 3. an) näher beschrieben. zu. finden. 


Dei, Arum macnlatıum steht: : „In Wählern: ‚Andet 


sich die.Pflanze häufig, auf Dachsbauen "der Daeclis- 


frisst nämlich. die Beeren des Arons und verbreitet 
ihn "durch die unverdauf abgehenden Samen,“ diess 


"ist daher ein nicht uninteressäntes Gegenstück zu den 


Verhältnissen der Belladonna zum. Wolf, wie uns 


von Voith berichtet- hat; und zu Ehrhart’s Ver- 


breitung der: Mistel durch. die ‘Misteldrossel. ‘ Da 


“ der. Verf.- folia maenjata in die Diagnose bringt, so _ 


wirde eine Darstellung; wie Sich ’diese Form yon 


dem A. ‚ünmaculatwm- ünterscheide, erspriesslich 
‚gewesen seyn. Bei Phyteuma spicatum findet sich’ 


die Bemerkung: „Aendert mit weissgelber Blüth6. “ 


: Es muss, also“in jener Gegend. eine ändere Blüthen- 


farbe vorherrschend seyn, , Unter Anagallis. ‚phoe- 


"nice steht . folgende Beabachtung: „Im. Herbste 


findet man diese Pflanze häufig vergrünt;, die Kelch- 


“‚abschnitte werden gross, blattartig; eyförmig; die - 
Krone (warum nicht Blume) verkümmert zu 5 grünen, 


je e 5 . j . a 


füglie 
“ ‚Auf Seite 225 findet sich. eine Betonica hirta Leyss. 





.101 


nektarähnlichen ‚Schuppen, und’ die sonst. kugeliche 
Kapsel “wird. grösser, . exföninig, oder ellipfisch.“* 
Von Orobanche nur eine- einzige Species: O. Epi- . 
thymum. .: Wir hätten geglänbt «doch mindestens den 


: Hanfwürger; antreffen. zu hüssen , aber ‚auch selbst 
-der Hauf fehlt, obwohl Tabak und Lein vorhanden 
„sind. ‚Unter Mentha sylvestris steht: „ Aendert in 
. -der Grösse wnd Behaarung. der einzelnen -Theile 
bedeutend: ab und hat Stoff zur-Fabrieation von vie- 
„len 


gegeben ‚* ‚und dieses wird auch auf. 
und M. sativa ausgedehnt, hätie aber 
uch "auf. M. arvensis. Anwendung gefunden. 






angeführt, ‚ohne Angabe, der Quelle, wo Leysser 
‚eine Solche Pflanze beschrieben hat, Ülematis ‚Plam- 
nula ist doch wohl unrichtig bestimmt, "wie die 






"Borck h; au s’sche, Pflanze dieses Namens. Ranın- 


eulus lanuginosus der Weiterauer Flora, wird für 


\ AR. nemorosus DeÜ. erklärt, Es sollte uns doch 
“wundern, wenn diese sönst' in "Deutschlädd nicht 
"seltene Pflanze in der Wetterau "nieht vorkärhle "und 


Gärtner sie nicht gekannt haben sollte, ES könnte 
diese Ansicht leicht dureh die Gärtner schen Her-' 


"barien vexifieirt werden. Zu Sempervivum "ylobi- 


forum Mill: wird wohl S. soboliferum' ‘Sims. mit 


“ Rocht gezogen, - aber von. 8.: kürtume Ast. tköchten 


wir dasselbe’night hehauptöi.‘ ws Ba een. 
: "Von Rabus sind nur 5 Arten aufgefühst. ABibr 
Verf. macht wär viele.'nuch Nees v, Eneuböck 


Iz 


5% R on I 


108 


und Weihe aufgestellte namhaft, kann sich j aber 


„nicht: entschliessen‘, ‚sie als Arten aufzuführen. Diess 
war auch nicht die Ansicht jener Autoren, die in 


‘der neuen Ausgahe von Bl. u. Fin gerhuth beson- 
ders geordnet sind. —. Die. wichtigste Pflauze dieser‘ 
Flora :ist ohne Zweifel Geranium- ‚macrorrhizon  _ 
bei Giessen an den Ruinen des Fetzbergerschlosses. [ j 


Ungeachtet des fast 8, Seiten langen Verzeich- 
“nisses der Druckfehler, da der Verf. die Correetir 


nicht selbst- besorgen koennte, sind doch noch inige j 





„wesentliche ‚stehen geblieben, z, B. € 


' Coranthege, Flamua, Circen, Ealitriche; Aarabrum = 





st 


rum hucusgue cognitarum, Secundaum familiag 
hatuirales disposita, adjectis. characteribus, dif- 
- ferentlis et synonymis, —. (Vergl. 1 Litternfarb, %. 
Flora 1834. 8. 129,5 
Auch mit ‚dem Titel: 
„‚Cyerographia symoptica sive Emmeratio Cype- 


; nn ‚racearum omnium hucusque cognitarum, ad- ' 
„.Jeelis churacterikus, differentüüs. eb. ‚synonif- j 


- “ "mis, - Stutgardiae et Tubingae 1837, Sumpf. Jr 


Carol. "Sigism. Künth: "Enumeratio. , 


& : 8 „Cotta. Tomus secundus, 590, S. in 8 





; ® Indem wir ‚uns: bei Änzeige des aweiten Theils 


dieger wichtigen Schrift. gänzlich anf. die ausführ-" \ 
‚Jiche Dimlegung. und: das gefällte Uitheil in dem 


vnseh, Iiteratuch besichen, und - ‚unsere Leser das. 








:103 


‚selbe zu vergleichen. ersuchen, „missen wir zuför- 


‚derst bedauern ,. dass es; einen Zeitraum von.5 Jah- 


: Ten, hedurfte ; "um ‚diesen zweiten: Theil ZU Tage. ‚ZU 


Pc Hr: 


‚ehenhiich ein "halkeg Shpendan. vergehen wird, che 
„man! der Vollendung entgegen sehen. kann, wornach 
das ‚Werk mehr für, die Nachwelt- als für die jetzige 

«Generatian . ‚Früchte, tragen dürfte... Zwar müssen 

wir ‚dem Sedanken Raum gehen, dass diese Verzö-. 


‚wicht. ‚Die, Schfld, des. Verfs,, sey., denn hiehei 
gie, ‚duch; immer. den . Trost, ‚haben, was 






Jagshandlung zur Last. falle, was "denn im so heklg- 
‚genswerther,igt; ‚Aaiman. ‚deufljch , ‚gewahrt, dass das 


 Allainsckipf selmn.vor 2 Jahren ‚vollendet war, in- 
al gerade das. neueste. seit diesem, Zeitpunkt Er- 
‚sejienene nicht, mehr henutzt ist, Dieses bringt , 
einen ‚um .s9, ‚grösseren N erlust zu. wege, als die: 
Wissenschafttäglich mit Riesenschritten voran schkei- 
‚tet, und kann wohl nur dadurch beseitigt werden, 
„wenn , zuweilen "Supplementbäude erscheinen, wozu : 
‚ ‚wir den Verf, dringendst auffordern, Bei’ einer wei- 

‚ern. Durchsicht will,,.es uns. scheinen, als ob der, 


Verf, beiden Cyperäceen. ‚nicht :die vollständige, 
kritisch - erkäuternde Kenntuisg ‚an den Tag gelegt, 
die wir hei den ‚Gramineen so. sehr. bewundert haben, 


‚Wenn. auch nicht, in! Abrede. gestellt. werden kan, 
. dass grosse Belesenheit ‚und ein unermüdlicher Fleiss | 
ad Sorgfalt. sich, auf ‚jeder. Seite ‚darstellen. - ‚Und 


Fa 


vb, : wird. gut, sondern vielmehr. der, Ver- 


EU 


"Wenn wir; auch. in dieser Hinsicht. den Geist des 


Verf. bewundern, der ‚ohne alle Anmassung und mit 
"Vermeidung aller Machtsprüche mehr eine herathende 
“als entscheidende Sprache zu führen sucht, s6 kön- 
'nen,wir doch nieht verhehlen, dass bie und da seine 
‘individuelle Meinung ‘uns als ein Wort zu seiner 
“Zeit geschienen hätte. Der Verf. führt nämlich fast 
überall die Zweifel’ an, die die. Autoren: über diese 
“und jene Art ausgesprochen hahen ,' und überlässt 
‚dem Leser sein ‚eigenes Urthet zu fällen, ohne sleim- 
selben durch usmaassgebliches &utachten an; die’ Hand 


zu gehen‘, und jenes zu erleichtern , wäßßloch in 


den Pflichten eines Monographen zu liegen‘ scheint. 


- Dass nun der vorliegende Band ganz allein mit . 


der. Fainilie der ‘Cyperaceen angefüllt ist, - erhellt 


“schon aus dem- Nebientitel und esist. ‚allerdings eine .. 
» ‚angenehme Erscheinung, endlich - einmal ‘eine voll 


‚ständige Zeusominenstellung dieser interessanten Ge- 
"wächse, im neuen Gewande; dargelegt ;zu finden. 


Nachdem die Fämilie selbst nach Jussie u, Brown’ 


‚und .Nees von Esenbeck vollständig. chafad- 


terisirt ‚worden, fülgt-sogleich die. Gattung Cype- 


TUs, die: die ‚Gattung‘ Pyereus. ‚Beam: et Nees in 


Stube 


‚sieh nimmt, und mit: nieht weniger als 373 Arten, 


die  grösstentheils ‘mit den. vorzügliehsten: Eitaten, 


„einer hinreichenden Beschreibung, "und-der. Angbhe 


. des Vaterlandes versehen sind. Wir sagen grössten- 
theils, denn mehrere konnten als dubia nicht hin-- 


j Yinglich © erläutert ‚werden, ‚manche, sind sogar ılur 


. B B “ “ \ . ”,.. 


7 - EEE Pe 








I . "105, 


Fa 


j _ nach. blossen Namen mit Hinweisung Auf ihre Aute- 
. zen. verzeichnet. Dass _es bei „jeder. Gattung: au 
den so nöthigen Abthellungen, Einterahtheilungen u. 


a: nicht fehlt, versteht. sich'von selbst. So begreifen 


- zuförderst die, ‚Eypereae, ausser: der \ angeführten 
“ Hauptgattung Cyperus, 'nuch nach ;: - 


Mariscus Vahl:: mit '4z Arten... 
Courtoisia nit 'einer Art: Cyperoides Nees, y. .E. 
aus Ostindien:' “ wi 
Kyllingia ‚Rottb. mit: 28 Arten. er 
* Remirea Aubl. (Miegia Schreb.) Kur - mit 2 Spee. 
 nsilima Aubl aus Guiana und.‚Brasilien und . 
peduneulata Brown. aus Neuholland. Brz 
Unter. der ‚ Gattung’ Cgperus : zählen wir. aus 


 Deutschlami: de’ Arten‘ EC Aflavescemg: Eı;: C. sero- 
. Zinus“ Roltb., die in. unsern Floren: als’ C. Monti 
L. vorkommt, -C. fuseus L. mit ß. virescens Vahl, 


Krok., Hoffm., C. tongus L..mit dem Syn. C.ba- 
dus Desf., ‚rhenanss Schrd. wnd: thermulis Du- 
möorb., weswegen auch Norddeutschland als Wohn- 


aufgeführt werden müsse, €. glomeratus L. =. 

‚Cr ausiralis Schrd.; C, mucronabus Rottb., wozu 

al > euhnis.. bümilioribus, ceim,: Ci pannonicus 
: "Jacg. et- Aut. 'gesogen wird, wobei jedoch Hut- 
. sorir ‚als Wohhort richtig, aber Austria. unrichtig ist. 


‚Die zweite. Abtheilung ı Soirpese. enthält, Eleo- 
‚charts Brown, wimmt mehrere. Arten. Sein pus nid 
‚Isolepis* Aut. auf, mit 73: Arten ' Rr 

Seirpus Brown.‘ mit 82 Arten. . * 


e 


Eriophoram Lina. 11. Antene.. ae Burn 
: Buirena Rotib. :82 Artem;, u 

; «Isolepis‘ Brown. 118: Atem - 
2 Nemum ‘Desv.. Xetymologia.. obsenra mit einer Ark: 


sn „spadiceum- aus: St Domingo.) 
oo Fimbrisiylis: Vahl."108- Arten. el bee 
- „ Abügaardin Vahl. 12 Arten. \ 000.9 
\ 3 Androtriehum. Bromgn. wit.einer Art: polyce- 


= phalum aus Brasilien in: ‚monte Video. 
Piecinia Schrd.42 Artenz „wu... 0x" 
:Meluseranis Vahl. 3 Arten. al wo 
‚Die Gattung Eileocharis zähle. ‚aus: ‚Dentschländ 
% ie Kolgenilen; 4 Arten.:auf:; \ 
Er acillänis R. Brown. Keirpus 13. 
E polusiris R. Br € (Schrpus: Li}, der Sea sumd- 
glumis Link ei: Aut. äls- Synon, ‚aufnimmt, . 
- Unser ‘Verf, spricht u.a. in_der Beschreibung .. 
-vön- „eulmis- tereiiuseulis“ «and, führt- auch ein E, 
'- (Bileoeharis®): Palycazla Wendı. ‚als. Syn.-an,cnfu- 
‚gegen wir "wiaderholt auf eine.‘ Pflanze. des, Vestr. 
. Littorale ‚aufmerksam machen ,'; die ‚einen. „xölligen 
E ‚canlom (compressum_ hat und nur ‚einzehie ‘Halme, ‚hek- 
‚vorbringt , die, 3,44 Höhe. ‚ögzeichen; — Er. 2 
Bieinlis N; ab- Ir und E. :ovala« Brown. omh 
" Seirpus: "bogreift: folgende deutsche Arten: sn 
sich: 8. »parvnlis. ‚BR: et: Sch.,. Se. Baeothryon 
Ehrh., Sei caespitosus E:; u mucronatus d«, 
Se. pimgens Vahl.- wit dem. Synon.. ‚Sc. trögmeler 
“ ‚Roth. und: Se. Rothii Hoppe; ,-Sc, triqueter.l.,. 


Er 
R . 





| 





DEE 107° 


ib 


. Se. Duvalii Hoppe, Se. Tabernaementani Ginel,, 
u Se. lagustris L., Se. littaralis Schrd., Se, mari- 
:timus J,, wit dem -Syn!: eompactus Hoffin., Se. 


sylvaticus L. und Se. nudicans Schl.. 
Von Eriophoris sin "&us Deutschland '6 Ärten 
aufgezählt: “E, alpinen," "E. vaginatum- L., E. 


Scheuchzeri Hpp., BE. Yatifolium Hopp: , 'E. ang. 


stifoliuim Rih, und ‚gräßile Koch. “ 


Be B. Scheuchzeri. ‚frägt der Verf.: „nik nisi 
varielas' praöcedentis?“* (vaginata) und bei E. an- 
gustifglium steht: „rectius varietas E, Intifolä,“ 


E was wohl kein deufscher Botaniker bejahen wird. 


Isolepis enthält. ‚plgende in ‚ Deusschland vor- 


Sk 1. Auitans R. Br, 1. seiacen ef. „1 'supina, 
I Holoschpenus R. et Seh. mit, dem Syn. 8, austra- 
ls. und, ‚TOomamus L. 5, ‚und den Behb. Arten. — I. 
. Micheliuma R. Schlt. ini excl. Cypero Micheliano 
Lk, „Hort, . 1. 303, qui probabiliter ewer us PYg: 
_ maeus Rottb.“ | 


« ‚Aus der, Gattung, Pimbristylis. kommen nur 


' gwei:in Deutschland ‚wachsende Arten, vor: Pim- 
‚bristylis- dichotoma . Kahl und F, lawa. Vahl, mit 


dem Syn. Scirpus annuus All, et Au. 
‚ Die dritte Abtheilung Hypolytreae ‚enthält fol- 
gende durchgehends ausländische Gattungen? 
Lipocarpha. Brown: 7 Arten. — ‚Homicarpha 


N“ ab E. 2 Arten. = Platylepis (Kunth ?) 2 Arten, 


r 


u ‘ 


a 


\ 


108 


a > Hypalı rum Rich. 15 Arten. _ _ Diplasia Rich. 


"VA — Mapania Aubl. 1 Art. 


"Unter der vierten Abtheilung Riynchosporae “ 


stehen folgende Gattungen: . 


‘Dichromena. Vahl. ‚36 Arten. — " Arthrostylis wu 


"Br own. 2A. Pleurostachy ys Brongn. 412 Al — 


Ecklonia Stdi..1 A. — ‚Rhymchospora, ST A. 


Cladium Schr. 17 A... Caustis Brown '4 A. 








— Lepisia. Presl. 1,.A. — Eilynanthus Lestib!, 6. 


"A. Buckia N. ab. E. 1 A. _ Ideleria (Kunth 5 


aa — . Asterochaste N. ab E. 6A. — „Maöhae: 
int Vahl. TA —: ‚Baumea Gaudich. 53 A. nn 


. Vincentiu Gaudich. 3A. -Chapeli era N. ‘abE. 


1A-  Lepidosperma Labill, 3A. =  Selero- 
 ehaetium N.ab E. 2A: — Carpha B. a Sclanil. 


aa. — ‚Oyathocoma N: ab E22 A. — Chaetos- 
nord Brown. 25 A. — „ Bliysmus Panz. 2A. — 
. = Dulichium Pers. 1 A. — Hemichlaena ‚Schrd. 5 
A, = Aorölepis Schrd. 1A — "Gahnia -Ponst. - 


mA — Lampocarya Brown, 6 Au Zn © Sohberhes 
Brown (nee Linn.). 25 Arten. = R 


Die Gattung Riynchospora, zählt als: dbutsche . 


Gewächse. folgende ehemalige Schoenus- Arten:suf, 
als: FE füsea Lindl., alba Vahl.: 28 


E Hariscus. Brown oder -germanictm Schrad., 


‚von welcher ‚ändesgen "viele: auswärtige. Länder. als 


- Wohnörte: "aufgezeichnet sind, 


" Cladiim enthält nur die “einzige deutsche Art 


8 


"Die Gattung Chaetospara, satbält als, deutsche 


. 


* 


! 
\ 


en ia 


109 


. Gowächse, €. ferruginea et nigricans . als ehema- 
lige Schoenus- Arten nach Linne; 
., Vüter Biysmus kommen B, vompressus. und 

rufus (Schoeni spec. L.) als deutsche Gewächse vor, 


Die fünfte Abtheilung Sclerineae enthält fol: 


gende ‚därchgehends, ‚ausländische Gattungen: 
‚Seleria Ls mit 81 Arten. — Cylindropus N. 

ab E. 1 A. — Beequerelia Brongn. 2 A. — Fin- 

telmannia (Kunth?) mit 1 A F. restioides aus 


Brasilien. Genus -dieatum im honorem cel. Ferd, 


Fa 


Fintelmann, viri de re hortulana meritissimi. — 


- Cälyptrocarya N. ab. E. 5 A. — Chrysitrix L. 


2 A. — Chorizandra Brown. 2 A. — Lepironia 
 Richd,. 1 A, — Evandea. Brown. 2 A. — Oreo- 
. bolus. Brown. mit 2 Arten. 
Die” sechste und letzte Abtheilung, die Cari- 
cineae, enthält folgende Gattungen: 
-Carex, mit nicht weniger als 439 "Arten. —- 
Uncinia Pers. mit 16 A. — Schoenoziphium N. 
ab. E.6 A. — Elıyma-Schrd. 2 A. — Trilepis 
N..ab’E. 2 A, — Autacorhynchus N. ab E. mit 
einer Art und endlich Zosterospermum "Desv. ein 
genus Cyperaceum” obseurum wit einer Art. 
Die grosfe Anzahl der Carices. ist zuförderst 


‚in zwei Hauptaähtheilungen, nach den 2- und 3-spal- 


tigen Griffeln geordnet, die dann weiters noch nach 
dem Sitze der Geschlechter u. a. in zahlreiche Un- 


- ‚terabtheilungen. gesondert, werden, so dass die Be- 


‚stimmung einzelner Arten sehr erleichtert ist. Unter \ 


5 Br 


“ 110... 


der 'obgedachten Anzahl. von 439 Arten befinden sich. 
“ etwa der vierte Theit als deutsche, der -dritte Theil 
als europäische Arten.. Die übrigen sind in den, 
andern 'Welttheilen zerstreut, wovon jedoch die mei- 
‚sten‘ auf. Nordamerika , kommen. Etwa 200 Arten 
"mögen "immerhin, noch unbesehrieben, ihre Erlösung 


..aus der Verborgenheit yon - unsern ‚Nachkommeh 


“erwarten. 

Bei Aufzählung der- Arten hat der. Verf. in so 
ferne einen. etwas andern’ Weg als bei den- ‚übrigen ° 
"bisher abgehandelten eingeschlagen, als - derselbe 


durchgängig, neben der eigenen Beschreibung zuför- 
.derst auch die Wildenow’ sche Diagnose vorange- . 


hen lässt, was früher nur-hie und da geschehen ist. 


Carex parallela Laest. ist als Syn. kei dioica. 


ur stehen ‚geblieben., Bei Ü. Davalliana erhebt der = 


‘Verf. seine Liehlingsfrage: „al nisi forma prae-. 


cedentis? pr Wenn aber eine Pflanze’ in "Rasen . 


\ mit zaseriger Wurzel mit einer andern einstengli- 
 &hen 'mit Wurzelausläufern oder: kriechenden Wur- 
zein nicht eigene Art seyn soll, welches wären dann. 
„eharacteres 'specificäe, oder warum ‘bringen wir 'sie 
denn in die’ Diagnosen ?. Ü. divisa Huds. und: 0 
schoenoides Host. stehen hier noch, als. eine und 
dieselbe Art, ünter einer "Nro,, während Koch in 


„Heuern Teiten: "beide als. verschieden’ erklärt hat. €. ' 


. virens LaM., die unsere Botaniker zu C. municabe 
‚ 'gehracht haben, steht unter €. vulpind, zugleich . 
‚Auch mit € NEMOrosE Rehent, et Lumn. , die nicht 


r 


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. 4111 


 zuslsinen’ gehören. -- Bei C. Teporina' Linn. müs- 


sen wir-'uns billig ‘wandern, die. vor ‘20 ‘Jahren, 
durch Confusion des-Linn. Herbariums, wovon uns: 
in:nbueren Zeiten das 'Willdenow’sche glänzende: 
Gegenstücke liefört ,£älschlich 'beigebrachten Bestim-. 






Alungen ngländer., ie. bisher längst wieder he- 
seitigt #5 'aufs Neue aufgewätmt zu sehen, so, 


". dass hier. die bekannte. Iagopina Wahlb. als C. 
 leporina EL. erscheint; während:die C. ovalis Gooil- 
. wieder geltend 'gemacht wird, Mit dieser C, lago- 


pin«: Wahlb. findet "der: Verf. nun. mindestens nahe 


‚verwandt, wenn auch nicht gerade identisch: Ci 
Holeonastes Ehrk: , norvegica Schk. und glareosa 


Sichkr., was allerdings Sch? Vieles für sich hat. — 


Beilsl. ' Gebhardii ist das Schkuhr’sche Syno- 
"nym. zu: streichen, da jliese Pflanze‘ mit C. elon- 
gabe identisch ist, und die dabei angeführten €. 
‚eurta brumescens. und Persconü. Sich. zu EC. Geb- 


hardis Hoppe: gehörem "Carex suzatilis Linn. , 
‚und rögida Good:; "die hier. nur eine Species ausma- 


"hen, sind i in neuerer Zeit vn Ko« h getrennt worden, 
so’ dass ©, sawalilis L.-als. identisch mit C. pulla, 


Good, “angesehen wird. — Wenn bei C. acui 
wiser Verf. behauptet: „il nisi forma paludosa. Ca- 


sicis: eaespitosde,“ se mag solches darin seinen 
- rund haben; dass’ derselbe die C. acuta Schlecht. 
Börol. im. Sinne ‚hatte, die C; stricta Good, ist 
und mit. waespilosa Achnlichkeit hat, von acala 


= ‚aber tote enelo' verschieden ist. Bei £ Hornschu- 


* 


x 


112 


ehiana steht: „speeimina miki haud suppetunt, “ 
daun hätte aber füglich auch das „probabiliter forma 


"€. fulvae“ wegbleiben können. Und wie konnie 


der Verf. 30 schreiben, da er in Behkuhr Car. 
- tab, fig. 67. sinistra vor sich hate? Wie wenig 
überhaupt der Verf. diese Pflanze kennt, geht 
daraus hervor, dass er neben derselben - auch noch” 


€ Hostiana DeÜ. als abgesonderte Species aufführt, 


wozu bekanntermassen ©. Hornschuchiana als Syn. 
au. ziehen ist. 

Ueber die berüchtigte c. ihuringiaca, die aus 
Willd. Spec. in alle unsere Fleren übergegangen 
ist, findef-sich eine unerwartete Aufklärung Spren- 
gel hielt sie bekanntlich für eine Form von O.- E- 
mosa, und wenn In ganz neuerer Zeit Koch solche 
für eine Ü. fomentosa spies foemineis omnihus ’ 
superne mascnlis erklärte, so schien er den Nagel 
auf den Kopf getroffen zu haben, denn eine solche 
Form gleicht der Schkuhr. Abbildung, wie. ein 
Ey dem andern. Nun aber zieht unser Verf. jene 
thüringische Pflanze geradezu zu €. glauca Scop. 
und beruft sich dabei auf die allerdings entscheiden- 
: den Willd. Exemplare, die aber der Schkuhr- 
schen Abbildung kaum zu Grund gelegt seyn kön- 
nen?! — Unter €. panices steht eine £. parviflera 


“ ‚Wahlenb. dessen Exemplare wir aber für Ü. vagi- 


salı. erkennen, die der Verf. als Art aufführt. — 
Die ©, livida Willd, und Tas :Wahlb. werden 
zwar als Arten aufgeführt, aber doch als Form von